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Full text of "Studien Stiftungen Im Koenigreiche Boehmen Vol 6 1898"

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STUDIJNI NADANI 


V KRALOVSTVI CESKEM. 

VI. SVAZEK. 

(1851 — 1860 .) 



Y PBAZE 1898. 

Näkla&em c. k. mistodrzitelstvl pro Cechy. 

Tiekem rr.fstocärSitelske knihti8kdrny. 


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JSoAe/r? '/a . Af/*toQ Ipezttttsfv'i. 

// 

STUDIEN- STIFTUNGEN 

IM 

KÖNIGREICHE BÖHMEN. 


VI. BAND. 

'"»t 

(1851 — 1860 .) 



PRAG 1898. 

Im Verlage der k. k. Statthalterei für Böhmen. 

Druck der Statthalterei-Buchdruckerei. 


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Inhalt. 



Seite 

384. 1851 Februar 15. P. Philipp Dr.geVsche Studenten-Stiftung 1—4 

I. 1851 Februar 15. Leitmeritz. Widraungsurkunde des 

Stifters 2 

II. 1851 August 30. Brüx. Stiftsbrief 2 — 4 

385. 1851 April 23. P. Johann Franz Jakob Retters'sche Studenten-Stiftung 5—9 

1. 1851 April 23. Ivratzau. Widmung 8 urkunde des Stifters . 6 — 7 

II. 1852 Jänner 1. Kratzau. Stiftsbrief 8 — 9 

386. 1851 Juli 20. P. Johann Matthias Gäntner'sche Messen- und Stu- 

denten-Stiftung 10—15 

I. 1851 October 10. Eger. Stiftsbrief 12—13 

II. 1^53 Jänner 10. Waidhofen an der Ybbs. Stiftsbrief- 

Anbang 14 — 15 

387. 1852 Mai 20. Adalbert Kablilc'sche Pharmaceuten-Stiftung 16—18 

I. 1852 Mai 29. Hohenelbe. Letzter Wille des Stifters . . . 16 — 17 

II. 1855 Juli 16. Prag. Stiftsbrief 17—18 

388. 1852 Juni 21. JUDr. Florian Karl Chromey' sehe Studenten-Stiftung 19—28 

I. 1852 Juni 26. Prag. Testament des Stifters 21—25 

II. (ohne Datura). Anhang zum Testament 25 

111. 1861 Juli 8. Prag. Stiftsbrief 25—28 

389. 1852 December 2. Bischof Schulstein'sche Studenten-Stiftung 29—33 

I. 1852 December 2. Prag. Widmungs-Urkunde des Stifters 

Ignaz Jaksch 30—31 

II. 1855 Februar 26. Leitmeritz. Stiftsbrief 31 — 33 

390. 1853 Jänner 6. Johann NeJcola'sche Studenten-Stiftung 34—38 

I. 1852 Mai 1. Bokitzan. Protocoll 35 

IL 1853 Jänner 6. Rokitzan. Protocoll 36 

III. 1854 Jänner 13. Rokitzan. Stiftsbrief 37—38 

391. 1853 Jänner 7. Magdalena ViertVsche Studenten-Stiftung 39—43 

I. 1853 Jänner 7. Prag. Auszug aus dem I. Testamente 

der Stifterin 40 

II. 1863 Jänner 7. Prag. Auszug aus dem II. Testamente 

der Stifterin de dato Prag, den 18. Juli 1861 40 — 41 

III. 1878 April 24. Prag. Stiftsbrief 41—43 

392. 1853 Jänner 11. P. Alois Johann Renner 1 sehe Studenten-Stiftung. . . 44—61 

I. 1853 Jänner 11. Prag. Letzter Wille des Stifters . . . 47 — 50 

II. 1854 März 9. Mündliches Codicill des Stifters 50 

UI. 1866 October 31. Prag. Stiftsbrief 51—58 

1891 Feber 15. Prag. Stiftsbrief-Nachtrag 59—61 

393. 1853 Juli 1. Anton Reisicli sclie Stiftung hei dem k. k. Königgrätzer 

Gymnasium 62—68 

I. 1853 März 6. Königgrätz. Aufruf des Anton Reisieh 
wegen Errichtung dieser Stiftung sammt dem Verzeich- 
nisse der Wohlthäter 63 — 64 

VI. A 


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n 


Seite 

II. 1853 Juli 1. Königgrätz. Eingabe des Anion Reisich an 

die Gymnasial -Direktion in Königgrä'z 64—65 

III. 1893. December 27. Königgrätz. Letzter Wille der The- 
resia Reisich 65—66 

IY. 1853 Juli 2. Königgrätz. Stiftsbrief 66—67 

1897 Juni 22. Königgrätz. Stiftsbrief-Nachtrag 67—68 

394. 1853 März 4. Franz J^s^/s-Studenten-Stiftung 69—83 

I. 1853 März 4. Prag. Protocoll über die Sitzung des k. k. 

medicinischen Professoren-Collegiums an der Prager 
Hochschule 71—74 

II. 1853 März 11. Prag. Protocoll über die Sitzung des 
k. k. medicinischen Professoren-Collegiums an der Prager 

k. k. Universität 74—75 

III. 1853 November 25. Prag. Protocoll über die Sitzung des 
medicinischen Professoren-Collegiums an der Prager Hoch- 
schule 76—77 

VI. 1853 November 25. Prag. Stiftsbrief 77—79 

1886 November 23. Prag. Stiftsbrief-Nachtrag 80—81 

1886 September 23. Prag. Stiftsbrief-Nachtrag 81—83 

395. 1853 April 5. Wenzel Faltis'sche Studenten-Stiftung 84—87 

I. 1853 April 5. Leitomischl. Erklärung des Stifters .... 81-85 

II. 1864 April 24. Leitomischl. Erklärung des Stifters ... 85 

III. 1867 April 6. Leitomischl. Stiftsbrief 86— 87 

396. 1853 Juni 1. Johanna JRaupriF sehe Studenten-Stiftung 88—92 

I. 1854 April 21. Prag. Auszug aus dem Testamente der 

Stifterin vom 1. Juni 1853 89 

n. 1857 April 14. Prag. Stiftsbrief 90—92 

397. 1853 November 17. Anton Rott'sche Studenten-Stiftung 93-95 

I. 1853 November 17. Saaz. Testament des Stifters .... 93—94 

II. 1860 December 10. Saaz und Petersburg. Stiftsbrief . . . 94—95 

398. 1853 December 1. Barbara Rösslcr'sehe Studenten-Stiftung 96—98 

I. 1853 December 1. Prag. Testament der Stifterin .... 96-97 

II. 1865 September 22. Prag. Stiftsbrief 97—98 

399. 1854 Juni 9. Kaiser Franz Josef (Adam Pollak’sche) Stiftung für 

Techniker 99-105 

I. 1854 Juni 9. Prag. Schreiben des Stifters an den Statt- 
halter von Böhmen 101 — 102 

II. 1856 October 15. Prag. Stiftsbrief 102—105 

400. 1854 Juni 1. Kaiserin Elisabeth - Stiftung 106-117 

I. 1854 Juni 1. Prag. Auszug aus dem Sitzungsprotocolle 

des Comites zur Freudenbezeugung über die Ankunft 
Ihrer k. k. Majestäten von Seite der Prager Universitäts- 
hörer 107—109 

II. 1854 Juli 1. Prag. Eingabe des Comites an den akade- 
mischen Senat der Prager Universität 108 — 109 

III. 1854 Juli 12. Prag. Eingabe des Comites an den akade- 
mischen Senat der Prager Universität 109—110 

IV. (ohne Datum). Schreiben des Comites an JUDor. Johann 

Mich. Haubtraann 110 — 111 

V. 1855 December 31. Prag. Stiftsbrief 111—113 

1884 Februar 29. Prag. Stiftsbrief-Nachtrag 114 

1884 Jänner 3. Prag. Stiftsbrief-Nachtrag 115—116 

1886 Juli 9. Prag. 2 {er Stiftsbrief-Nachtrag 116-117 

401. 1854 Juni 19. Rosina RzihcCselie Studenten-Stiftung 118—120 

I. 1854 Juni 19. Mündliches Testament der Stifterin . . . 118 — 119 

II. 1855 October 4. Pilsen. Stiftsbrief 119—120 


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111 

Seite 

402. 1854 Oetober 13. Johann Kollaufsche Studenten-Stiftung 121—123 

I. 1851 Oetober 13. Graz. Testament des Stifters 121-122 

II. 1860 November 12. Chroustovic. Stiftsbrief 122—123 

403. 1854 November 6. Maria Augcslcysclie I. Messen- und Studenten-Stiftung . 124—129 

I. 1854 November 6. Wittingau. Widmungsurkunde der 

Stifterin 125—127 

II. 1856 Juli 7. Wittingau. Stiftsbrief 127 — 129 

404. 1855 Jänner 17. Maria Angesky' sehe II. Messen-, Armen- und Studenten- 

Stiftung 130—134 

1855 Mai 6. Krumau. Stiftsbrief 131 — 133 

lb90 Juni 22. Krumau. Stiftsbrief- Nachtrag 133—134 

405. 1855 Februar 5. P. S'mon Vrdruisclie Studenten-Stiftung 135—138 

I. 1855 Februar 5. Mirovic. Testament des Stifters .... 136 

II. 1868 Juli 14. Prag. Stiftsbrief 137—138 

40G. 1855 März 14. Johann Moser'sche Studenten-Stiftung 139—150 

I. 1855 März 14. Schüttenhofen. Testament des Stifters . . 141 — 143 

II. 1861 Februar 20. Schüttenhofen. Stiftsbrief 143—147 

III. 1880. Jänner 14. Prag. Stiftsbrief-Nachtrag 147 — 150 

407. 1855 April 28. Franz Stanek'sche Studenten-Stiftung 151—154 

I. 1855 April 28. Laun. Testament des Stifters 151—152 

II. 1861 April 10. Saaz. Stiftsbrief 152—154 

111. 1804 September 23. Prag. Stiftsbrief-Nachtrag 154 

408. 1855 September 10. P. Otto Schiiller' sehe Studenten-Stiftung 155—159 

I. 1855 September 10. Widim. Widmungsurkunde 156—157 

II. 1856 Mai 10. Widim. Stiftsbrief 158—159 

400. 1855 Oetober 12. Wenzel Ritter von Waclawiczek 1 sehe Studenten-Stiftung 160-163 

I. 1855 Oetober 12. Prag. Widraungsurkunde 161 

II. Ifc66 Juli 4. Prag. Stiftsbrief 162—163 

410. 1855 Oetober 15. Johann KreissVsche Studenten-Stiftung 164—166 

I. 1855 Oetober 15. Gottesgab. Letzter Wille des Stifters . 165 

II. 1857 Oetober 20. Schmiedeberg. Stiftsbrief 165—166 

411. 1855 Oetober 22. P. Josef Schamm’sche I. Königswarter Studenten- 

Stiftung 167—170 

T. 1855 Oetober 22. Eger. Letzter Wille des Stifters . . . 167—168 
II. (ohne Datum). Prag. Stiftsbrief 168—170 

412. 1855 Oetober 22. P. Josef Schamm’sche II. Königswarter Studenten- 

Stiftung 171—173 

1884 December 6. Prag. Stiftsbrief 172 — 173 

413. 1855 November 4. Bischof Karl Hanl’sche Familien-Stiftung . 174—181 

1855 November 4. Königgrätz. Stiftsbrief 176—179 

1871 Ju!i 6. Königgrätz. Stiftsbrief- Anhang 180—181 

414. 1856 März 18. P. Johann Schnitzar'sche Studenten-Stiftung 182—183 

1856 März 18. Prag. Testament des Stifters 182—183 

415. 185G April 22. Josef Steffel 1 sehe Studenten-Stiftung 184—186 

I. 1856 April 22. Podseditz. Letzter Wille des Stifters . . 185 

II. 1891 Juli 17. Prag. Stiftsbrief 185—186 

VI. A* 


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IV 


Beite 

416. 1856 Mai 27. P. Stanislaus Zaupcr sehe Studenten-Stiftung 187-191 

I. 1856 Mai 27. Tepl. Stiftsbrief 188 — 188 

II. 1857 Jänner 10. Tepl. Widmungsurkunde 189 — 190 

III. 1862 August 8. Tepl. Widmungsurkunde 190 — 191 

417. 1856 August 5. Johann Zcidler'sche Studenten-Stiftung 192—196 

I. 1856 August 5. Weipert. Letzter 'Wille des Stifters . . . 193 — 194 

II. 1865 Juli 13. Prag. Stiftsbrief 195 — 196 

418. 1S57 Februar 8. Karl Stieber' sehe Studenten-Stiftung 107 — 198 

1857 Februar 8. Saaz. Stiftsbrief 197 — 198 

419. 1857 Februar 24. JUDr. Karl Wenzel Wolfram’schc Farailien-Stu- 

denten-Stiftung 199—205 

1857 Februar 24. Saaz. Stiftsbrief 201—204 

1883 September 21. Prag. I. Stiftsbrief-Xachtr^g . . . 201—205 

1883 September 15. Prag. II. Stiftsbrief-Nachtrag . . . 205 

420. 1857 März 3. Matthias Koslersche Stiftung für Lehramtseandidaten 

der Königgriitzer Diöcese 206—210 

I. 1857 März 3. Kukus. Widmungs-Urkunde des Stifters 207— 208 
II. 1861 Juni 6. Köuiggrätz. Stiftsbrief 208-210 

421. 1857 März 26. Matthias Kosler’schf* Stiftung für Leliramtseandidaten 

der Prager Diöcese 211—215 

T. 1857 März 26. Kukus. Widmungsurkunde des Stifters . . 212—213 
II. 1858 September 29. Prag. Stiftsbrief 213--215 

422. 1857 August 22. Franz Pdilan'sche Studenten-Stiftung für das Diö- 

cesan-Knaben-Seminar in Köuiggrätz 216—222 

T. 1857 August 22. Königgrätz. Stiftsbrief 217—218 

II. 1861 October 3. Königgrätz. Anhang 218 

III. 1868 März 15. Königp-ätz. Anhang 219 

IV. 1871 Juli 1. Königgrätz. Widmungsurknude 219—220 

V. 1897 September 16. Königgrätz. behördlich bestätigter 

Stiftsbrief 220—222 

423. 1857 November 26. P. Florian A ppelt'sche Studenten-Stiftung 223—225 

I. 1857 November 29. Reickenberg. Codicill des Stifters . . 223—224 
II. 1859 Deeember 28. Reichenberg. Stiftsbrief 224-225 

424. 1858 Jänner 28. Bischof Karl Hanl Freiherr von Kircht reu' sehe Stiftung 

für Lehramts-Candidaten 226— 228 

1858 Februar 4. Königgrätz. Stiftsbrief 227—228 

425. 1858 Jänner 31. Jakob Sautner' sehe Stiftung für Lehramts-Candidaten 229—234 

I. 1858 Jänner 31. Freistadt. Widmungsurkunde 230 — 232 

II. 1858 Mai 1. Ilokenfurfc. Stiftsbrief 232—234 

426. 1858 April 30. Adalbert Lidmanshfsche Studenten-Stiftung 235— 238 

I. 1858 April 30. Klagenfurt. Der vom Stifter genehmigte 

Stiftsbrief-En twurf 236—237 

II. 1858 Deeember 13. Neuhaus. Stiftsbrief 237—238 

427. 1858 Mai 28. Neuliauser Jubiläums-Stiftung 239—244 

I. 1858 Mai 28. Neubaus. Stiftsbrief- En twurf 240—242 

II. 1860 Oetober 15. Neubaus. Stiftsbrief 242—244 

428. 1858 August 22. Kronprinz Rudolf Schul-Stiftung zu Teplitz 245-250 

I. 1858 August 22. Teplitz. Aufruf des Magistrates der Stadt 
Teplitz an die Bevölkerung wegen Errichtung dieser 

Stiftung 246 

II. 1858 August 22. Teplitz. Einladung der Stadtverordneten 

zur Berathung wegen Errichtung dieser Stiftung .... 246 — 247 


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Seite 

III. 1897 November 19. Teplitz. Auszug aus dem am 
10. Jänner 1878 aufgenommenen Protocolle über die 
Sitzung des Teplitzer Stadtverordneten-Collegiums . . . 247—248 

IV. 1803 August 21. Teplitz. Stiftsbrief 248-249 

1878 Feber 0. Teplitz. Stiftsbrief-Zusatz 250 

429. 1858 November 21. Franz Schebek'sche Studenten-Stiftung 251—258 

I. 1857 August 15. Wien. Letzter Wille des Stifters . . . 252—254 

1858 November 21. Wien. Testaments-Anhang 254—255 

IT. 1809 März 2. Prag. Stiftsbrief 255 — 258 

430 1859 Februar 8. Dr. Nikolaus TomeJc’schc Studenten-Stiftung 259—262 

(ohne Datum) Prag. Stiftsbrief, von der Statthalterei be- 
stätigt Prag am 14. März 1807 , 260 — 262 

431. 1859 März 17. Anna Späh 1 sehe Studenten-Stiftung 263—271 

I. 1859 März 17. Kuttenberg. Testament der Stifterin . . . 264—266 

II. 1804 October 10. Kuttenberg. Stiltsbrief 206—271 

432. 1859 Mai 4. Matthias Koster 1 sehe Studenten-Stiftung 272—276 

I. 1859 Mai 4. Prag. Widmungsurkunde 273—274 

II. 1804 März 1. Prag. Stiftsbrief 274—276 

433. 1859 Juni 7. L Schneider-Stiftung • ... 277—280 

I. 1859 Juni 7. Prag. Protocoll des Lehrkörpers der 

deutschen Oberrealsehiile in Prag 278—279 

II. 1800 Mai 1. Prag. Stiftsbrief 279—280 

434. 1859 November 27. P. Cölestin Johann Johne 1 sehe Studenten-Stiftung. . . 281-280 

I. 1859 November 27. Böbm.-Leipa. Protocoll betreffend die 

Übergabe des Vermögens dieser Stiftung an die Stadt- 
gemeinde Böhm.-Leipa 282 — 283 

II. 1859 September 13. Böhm.-Leipa. Stiftsbrief- Entwurf . . 283— 284 

III. 1897 October 8. Böhm.-Leipa. Stiftsbrief 284 — 286 

435. 1859 December 8. Franz Liszka'sehe Studenten-Stiftung 287—294 

I. 1859 December 8. Krakau. Testament des Stifters . . . 288—290 
II. 1861 Jänner 10. Semil. Erklärung der Erben nach Franz 

Liszka . 290 — 291 

Ilf. 1805 Juni 25. Prag. Stiftsbrief 291—294 

436. 1859 December 15. Barbara Tupec'sche Studenten-Stiftung 295—299 

I. 1859 December 15. Deutschbrod. Testament der Stifterin 296—297 
II. 1805 August 10. Prag. Stiftsbrief 297 — 299 

437. 1859 December 22. P. Valentin PöhnVschc Studenten-Stiftung 300-302 

I. 1859 December 22. Bischofteinitz. Testament des Stifters 300— 301 
II. 1802 April 27. Prag. Stiftsbrief 301—302 

438. 1860 September 11. Anton Wenisch’sche I. Studenten-Stiftung für Ver- 

wandte 303—307 

I. 1800 September 11. Kaaden. Auszug aus dem Testamente 

de 9 Stifters 304—305 

II. 1805 Juli 15. Prag. Stiftsbrief 305—307 

439. 1860 September 11. Anton Wenisclische II. Studenten-Stiftung 308-311 

1894 Juli 13. Prag. Stiftsbrief 309 — 311 

440. 1860 October 15. Georg SchödVsche Studenten-Stiftung 312—318 

I. 1800 October 15. Mies. Stiftsbrief 313—315 

II. 1870 Juni 15. Mies. Zuschrift des k. k. Bezirksgerichtes 

in Mies 315 316 

III. 1872 October 7. Prag. Stiftsbrief 317—318 


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VI 


Seite 

441. 1860 November 1. P. Ignaz Schuster' sehe Messen- und Studenten-Stiftung 319—325 

I. 1860 November 1. Konigswart. Widmungs-Urkunde des 

Stifters 320—322 

II. 1862 Jänner 19. Fger. Stiftsbrief 322 — 323 

III. 1872 October 22. Königswart. Widmungs-Urkunde der 

Schwester des Stifters Anna Schuster 324 

IV. 1872 December 9. Eger. Stiftsbrief . . . 324—325 

442. 18G0 November 4. Josefine Kahlik'sche Pharmaceuten-Stiftung 32G— 328 

I. 1860 November 4. Hohenelbe. Testament der Stiftcrin . 326—327 

II. 1S69 Juli 24. Prag. Stiftsbrief 327 — 328 

443. 18G0 November 21. P. Anton Rosenkranz' sehe Studenten-Stiftung 329—331 

I. 1860 November 21. Hohlen. Testament der Stifterin . . 330 

II. 1861 December 24. Böhra.-Leipa. Stiftsbrief 330—331 

444. 18G0 December 27. Anton Nowotny' sehe Studenten-Stiftung 332—347 

1. 1860 December 27. Prag. Testament des Stifters .... 335—337 

II. 1863 Feber 12. Prag. Codicill des Stifters 337 

III. 1869 Juni 12. Prag. Stiftsbrief 338—346 

IV. 1878 Jänner 19. Prag. Stift sbrief-Nachtrag 346—347 

Anhang 349-411 

445. 1852 April 3. Wenzel Ifajck’sche Stiftung für einen absolvierten 

Alumnen des fürsterzbiscböflichen Seminars in 

Prag 351—352 

1852 April 3. Prag. Stiftsbrief 351-352 

446. 1855 October 2. P. Anton Bartel' sehe Krankenbettstiftung für arme 

Studierende im Stefanshospitale in Reichenberg 353—356 

I. 1881 Februar 10. Reichenberg. Stiftsbrief 353—355 

II. 1896 Juni 8. Reichenberg. Stiftsbrief- Nachtrag 355—356 

447. 1856 September 15. G'crstfwcr-Stiftung 357—263 

I. 1862 October 24. Prag. Stiftsbrief 357—360 

II. 1882 Juni 10. Prag. Stiftsbrief-Nachtrag 361—362 

III. 1896 August 26. Prag. Stiftsbrief-Nachtrag 362—363 

448. 1857 August 15. Franz Schebek'schc Stiftung für absolvierte Hörer der 

Universität oder technischen Hochschule .... 364—366 

1869 October 7. Wlaschim. Stiftsbrief 364—366 

449. 1857 December 8. Fürst Thum-Taxis' sehe Rigorosenstiftung 367—373 

I. 1857 December 2. Prag. Widmungs-Urkunde 367 — 368 

II. 1857 December 15. Prag. Nachtrag zur Widmungs- 

Urkunde 368 — 369 

III. 1858 Feber 20. Prag. Stiftsbrief 369—370 

IV. 1884 Jänner 5. Prag. Stift sbrief-Nachtrag 371—372 

V. 1884 Feber 15. Prag. Stiftsbrief-Nachtrag 372—373 

450. 1858 März 3. Unterstütziingsfond für dürftige Rigorosanten der 

Medicin 374—387 

I. 1858 Juli 30. Prag. Eingabe des Mediciner-Ausschusses 
zur Unterstützung dürftiger Rigorosanten der Medicin 
in Prag . . . 374-375 

II. 1858 October 22. Prag. Protoeoll über die Sitzung des 

raedicinischen Professoren-Collcgiums an der Prager Uni- 
versität 376 

III. 1859 Jänner 5. Prag. Protoeoll über die Sitzung desselben 

Professoren-Collcgiums 377 

IV. 1859 November 4. Prag. Protoeoll über die Sitzung des- 
selben Professoren-Collcgiums 377—378 


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VII 


Seite 

V. 1800 Mai 11. Prag. Protoeoll über die Sitzung desselben 

Professoren-Collegiums 379 

VI. 1801 Juli 1. Prag. Stiftsbrief 879—381 

VII. 1880 März 15. Prag. Stiftsbrief-Naehtrag 381 — 382 

VIII. 18 Q 5 Februar 18. Prag. Stiftsbrief-Naehtrag 382—385 

IX. 1885 Jänner 20. Prag. Stiftsbrief-Naehtrag 385 — 387 

451. 1S59 November 17. Sch I llcr- Fr ei t i s ch - S t i ft un g für Philosophen 388—397 

I. 1807 März 10. Prag Protoeoll über die Sitzung der 

Comitemitgliedcr der Sehiller-Freitisch-Stiftung .... 388 — 389 

II. 1807 April 17. Prag. Protoeoll über die Sitzung desselben 

Coraites 389-391 

ITT. 18G7 November 9. Prag. Stiftsbrief 392 — 394 

IV. 1883 November 10. Prag. Stiftsbrief-Naehtrag 394—390 

V. 1884 April 29. Prag. Stiftsbrief-Naehtrag 390 — 397 

452. 1859 November 17. Sc/ri//er-Freitisch-Stiftung für Mediciner 398—404 

I. 1808 Jänner 20. Prag. Stiftsbrief 398—401 

II. 1884 Juni 10. Prag. Stiftsbrief-Naehtrag 401—402 

1880 October 14. Prag. Ergänzung dieses Nachtrages . . 402 

III. 18S5 März 25. Prag. Stiftsbrief-Naehtrag 403 — »04 

453. 1859 December 24. Dr. Eberhard Jondk'sche Freitisch-Stiftung für Ju- 

risten 405-409 

1859 December 24. Prag. Stiftsbrief 405 — 409 

454. 1800 December 4. Kranlccribcttstiftung für erkrankte Studierende des 

Saazer Gymnasiums 410—411 

1801 September 19. Saaz. Stiftsbrief 410—411 

Register 413-414 


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O b s a h 


Strunka 

384. 1851 ünor 15. Studentske nadanf P. Filipa Dcgcla 1—4 

I. 1851. ünor 15. v Litomericick. Yenovaci listina za- 
kladatele 2 

II. 1851 srpen 30. v Mostu. Nadaci listina 2 — 4 

385. 1851 duben 23. Studentske nadam P. Jana Frantiska Jakuba Pettcrse 5—9 

I. 1851 duben 23. v ChrastavS. Yenovaci listina .... 6 — 7 

II. 1852 leden 1. v Chrastave. Nadaci listina 8 — 9 

386. 1851 cervenec 20. Mesnf a studentske nadam P. Jana Mateje Güntncra io— 15 

I. 1851 rijen 10. v Chebu. Nadaci listina 12—13 

II. 1853 leden 10. ve Waidhofenu. Dodatek k nadaci listine. 14 — 15 

387. 1852 kveten 29. Nadanf Vojtecha Kablika pro farmaceuty 16—18 

I. 1852 29. kveten ve Yrcblabi. Posledni vüle zakladatele . 16 — 17 

II. 1855 üervenec 16. v Praze. Nadaci listina 17 — 18 

388. 1852 cerven 26. Studentske nadam JUDra Floriana Karla Chromelio io — 28 

I. 1852 cerven 26. v Praze. Zav&t zakladatele 21 — 25 

II (bez data). Dodatek k zaveti teto . 25 

III. 1861 cervenec 8. v Praze. Nadaci listina 25—28 

389. 1852 prosinec 2. Studentske nadam biskupa Schulsteina 29—33 

I. 1852 prosinec 2. v Praze. Yenovaci listina zakladatele 

Ifrnata Jaksche 30 — 31 

II. 1855 ünor 26. v Litomericich. Nadaci listina 31 — 33 

390. 1853 leden 6. Studentske nadanf Jana Nckoly 34—38 

I. 1852 kveten 1. v Rokycanech. Protokol 35 

II. 1853 leden 6. v Rokycanech. Protokol 36 

III. 1854 ledon 13. v Rokycanech. Nadaci listina 37—38 

391. 1853 leden 7. Studentske nadanf Majdalenv Viertlovc 39—13 

I. 1853 leden 7. v Praze. Yytah z I. zaveti zakladatelky 40 

II. 1863 leden 7. v Praze. Vvtak z II. zaveti zakladatelky 

Bepsane v Praze dno 18. cervenec 1861 40 — 41 

III. 1878 duben 24. v Praze. Nadaci listina 41—43 

392. 1853 leden 11. Studentske nadanf P. Aloise Jana licnncra 44—61 

I. 1853 leden 11. v Praze. Posledni vüle zakladatele . . . . 47—50 

II. 1854 brezen 9. v Praze. Ostni kodicill zakladatele ... 50 

III. 1866 rijen 31. v Praze. Nadaci listina 51—58 

1891 ünor 15. v Traze. Dodatek k nadaci listine .... 59—61 

393. 1853 cervenec 1. Nadace Antonfna Reisicha pfi c. k. Kralovehradcckem 

gymnasiu 62—68 

I. 1853 brezen 6. v Kralove Hradci. Provolüni Antoniua 
Reisicha za ücelem zrizeni teto nadace i so sezuainem 

dobrodincü 63—64 

II. 1853 cervenec 1. v Kralove Hradci. Podani Antoniua 

Reisicha na gymnasijnf reditelstvi v Kralove Hradci . . 64 — 65 

III. 1893 prosinec 27. v Kralovü Hradci. Posledni vüle Terezie 

Rcichove . C5— 66 


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IX 


Stranka 

IV. 1853 cervenec 2. v Kralove Hradci. Nadaci listina . . . 66—67 

3897 öerven 22. v Krälove Hradci. Dodatek k nadacimu 
listu 67—68 

394. 1853 brezen 4. Studentske nadani Frantiska Josefa 69—83 

1. 1853 brezen 4. v Praze. Protokol o zasedani c. k. lekär- 

skeho sboru professorskeho na vysokych skoläch Praiskych 71 — 74 

II. 1853 brezen 11. v Praze. Protokol o zasedani c. k. lekar- 

skeho sborn professorskeho na c. k. universite Prazske . 74 — 75 

III. 1853 listopad 25. v Praze. Protokol o zasedani lekarskeho 

sboru professorskeho na c. k. universite Prazskö .... 76—77 

IV. 1853 listopad 25. v Praze. Nadaci listina 77—79 

1886 listopad 23. v Praze. Dodatek k nadacimu listu . . 80—81 

1886 zari 23. v Praze. Dodatek k nadacimu listu .... 81 — 83 

395. 1S53 duben 5. Studentske nadani Vaclava Faltise 84—87 

I. 3854 duben 5. v Litomysli. Vyjadreni zakladatele .... 84 — 85 

II. 1854 duben 24. v Litomysli. Vyjadreni tehoz zakladatele 85 

III. 1867 duben 6. v Litomysli. Nadaci listina 86—87 

396. 1853 cerven 1. Studentske nadani Jany Bauprikove 88—92 

I. 1854 duben 21. v Praze. Vytah z posledni vüle za- 

kladatelky ze dne 1. cervna 1853 89 

II. 1857 duben 14. v Praze. Nadaci listina , 90—92 

397. 1853 listopad 17. Studentske nadani Antomna Botta 93—95 

I. 1853 listopad 17. v 2atci. Posledni vüle zakladatele . . . 93—94 

II. 1860 prosinec 10. v 2atci a Petrspurku. Nadaci listina . 94 — 95 

398. 1853 prosinec 1. Studentske nadani Barbory Bösslerove 96—98 

I. 1853 prosinec 1. v Praze. Zavef zakladatelky 96 — 97 

II. 1865 zari 22. v Praze. Nadaci listina 97—98 

399. 1854 Nerven 9. Cisare Frantiska Josefa (Adama Pollaka) nadace pro 

techniky 99—105 

I. 1854 cerven 9. v Praze. Podani zakladatele Adama Pollaka 

na mistodrzitele Öeskeho 101—102 

II. 1856 rijen 15. v Praze. Nadaci listina 102—105 

400. 1854 ferven 1. Nadace cisafovny Alzbcty 106—117 

I. 1854 öerven 1. Praze. Vytah z protokolu o zasedani 
vyboru ku projevu radosti nad prichodem Jejich c. a k. 
Veliöeustev posluchaöi Prazskyeh vysokych Skol v Praze 
zarizeneho 107 — 108 

II. 1854 öervenec 1. v Praze. Podani tohoto vyboru na 

akademicky senat Prazske university 108—109 

III. 1864 öervenec 12. v Praze. Podani tohoto vyboru na 

akademicky senat Prazske university 109—110 

IV. (Bez data.) Dopis tohoto vyboru na JUDr. Jana Mich. 

Haubtmanna 110 — 111 

V. 1855 prosinec 31. v Praze. Nadaci listina 111 — 113 

1884 ünor 29. v Praze. Dodatek k nadaci listine .... 114 

3884 leden 3. v Praze. Dodatek k nadaci listinö .... 115—116 
1886 cervenec 9. v Praze. Druhy dodatek k nadaci 

listine 116 — 117 

401. 1854 cerren 19. Studentske nadani Rüzeny Rzihove 118—120 

I. 1854 cerven 19. Üstni zavet zakladatelky 118 — 119 

II. 1855 rijen 4. v Tlzni. Nadaci listina 119 — 120 

402. 1854 rijen 13. Studentske nadani Jana Kollaufa 121—123 

I. 1854 rijen 13. v Styrskem Hradci. Zavet zakladatele . . 121 — 122 
II. 1860 listopad 12. v Chroustovicich. Nadaci listina . . . 122 — 123 

VI. B 


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X 


Stranka 

403. 1854 listopad 6. I. mesni a studentske nadani Marie Augeshe .... 124—129 

I. 1854 listopad 6. v Treboni. Venovaci listina zakladatelky 125 — 127 

II. 1856 cervenec 6. v Treboni. Nadaci listina 127—129 

404. 1855 leden 17. II. mesm, chudinske a studentske nadam Marie 

Augeshe 130—134 

1855 kveten 6. v Krumlove. Nadaci listina 131—133 

1890 cerven 22. v Krumlove. Dodatek k nadaci listine . 133—134 

405. 1855 srpen 5. Studentske nadam P. Simona Vrdny 135-138 

I. 1855 ünor 5. v Mirovicich. Posledni vüle zakladatele . . 136 

II. 1868 öervenec 14. v Praze. Nadaci listina 137 — 138 

406. 1855 brezen 14. Studentske nadam Jana Mosera 139—150 

I. 1855 brezen 14. v Susici. ZaveC zakladatele 141—143 

II. 1861 ünor 20. v Susice. Nadaci listina 143 — 147 

III. 1880 leden 14. v Praze. Dodatek k nadaci listine .... 147 — 150 

407. 1855 duben 28. Studentske nadani Frantiska Stanha 151—154 

I. 1855 duben 28. v Lounech. Zavef zakladatele 151 — 152 

II. 1861 duben 10. v 2atei. Nadaci listina 152 — 154 

III. 1894 zari 23. v Praze. Dodatek k nadaci listine .... 154 

408. 1855 zari 10. Studentske nadani P. Otty Schüllera 155—159 

I. 1855 zari 10. ve Yidimi. Venovaci listina 156 — 157 

II. 1856 kveten 10. ve Vidimi. Nadaci listina 158—159 

409. 1855 rijen 12. Studentske nadani Vaclava rytire Waclawiczha .... 160—163 

I. 1855 rijen 12. v Praze. Venovaci listina 161 

II. 1866 cervenec 4. v Praze. Nadaci listina 162—163 

410. 1855 rijen 15. Studentske nadani Jana Kreissla 164—166 

I. 1855 rijen 15. v Daru Bozim. Posledni vüle zakladatele 165 

II. 1857 rijen 15. v Scbmiedebergu. Nadaci listina 165—166 

411. 1855 fijen 22. I. Kynzvartske studentske nadani P. Josefa Schamma 167—170 

I. 1855. rijen 22. v Cbebu. Posledni vüle zasladatele . . . 167 — 168 

II. (Bez data) v Praze. Nadaci listina 168 — 170 

412. 1855 rijen 22. II. Kynzvartske studentske nadani P. Josefa Schamma 171—173 

1884 prosinec 6. v Praze. Nadaci listina 172—173 

413. 1855 listopad 4 Rodinna nadace biskupa Ivarla Hanta 174—181 

1855 listopad 4. v llradci Kralove. Nadaci listina .... 176 — 179 
1871 öervenec 6. v Hradci Ivralove. Dodatek k nadaci 

listine 180—181 

414. 1856 brezen 18. Studentske nadani P. Jana Schnitzara 182—183 

1856 brezen 18. v Praze. Zavef zakladatele 182—183 

415. 1856 duben 22. Studentske nadani Josefa Steffela 184-186 

I. 1856 duben 22. v Podsedicicb. Posledni vüle zakladatele 185 

II. 1891 cervenec 17. v Praze. Nadaci listina 185—186 

416. 1856 kveten 27. Studentske nadani P. Stanislava Zaupera 187—191 

I. 1856 kveten 27. v Teple. Nadaci listina 188—189 

II. 1857 leden 10. v Teple. Venovaci listina 189—190 

311. 1862 srpen 8. v Teple. Venovaci listina 190—191 

417. 1856 srpen 5. Studentske nadani Jana Zeidlera 192—196 

I. 1856 srpen 5. ve Vejprtech. Posledni vüle zakladatele . . 193—194 

II. 1865 cervenec 13. v Praze. Nadaci listina 195—196 


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XI 


418. 1857 ünor 8. 

419. 1857 ünor 24. 

420. 1857 brezen 3. 

421. 1857 brezen 26. 

422. 1857 srpen 22. 

423. 1857 listopad 29. 

424. 1858 leden 28. 

425. 1858 leden 31. 

426. 1858 duben 30. 

427. 1858 kveten 28. 

428. 1858 srpen 22. 

VL 


Stranka 

Studentske nadani Karla Leopolda Stiehera .... 197—198 
1857 ünor 8. v Zatci. Nadaci listina 197 — 198 

Rodinne studentske nadani JUDra Karla Vaclava 

Wolframa 199—205 

1857 i'inor 25. v 2atci. Nadaci listina 201—204 

1883 zari 21. v Praze. I. dodatek k nadaci listine . . . 204—205 

1883 zari 15. v Praze. II. dodatek k nadaci listine . . . 205 

Nadani Mateje Koslcra pro kandidaty stavu ucitelskeho 

diecese Kralove-Hradecke 206—210 

I. 1857 brezen 3. v Kukusu. Venovaci listina 207—208 

II. 1861 cerven 7. v Kralove Iiradci. Nadaci listina .... 208 — 210 

Nadaee Mateje Koslera pro kandidaty stavu ucitelskeho 

diecese Prazske 211—215 

I. 1857 brozen 26. v Kukusu. Venovaci listina 212 — 213 

II. 1858 zari 29. v Praze. Nadaci listina 213—215 

Studentske nadani Frantiska Pclilcäna pro chlapecky 

seminar diecese Kralove-Hradecke 216—222 

I. 1857 srpen 22. v Kralove Hradci. Nadaci listina .... 217—218 

II. 1861 rijen 3. v Kralove Hradci. Dodatek 218 

IU. 1868 brezen 15. v Kralove Iiradci. Dodatek 219 

IV. 1871 cervenoc 1. v Kralove Hradci. Venovaci listina . . 219—220 
V. 1897 zari 16. v Kralove Hradci. Ürodnc potvrzena nada'M 

listina 220—222 

Studentske nadani P. Floriana Appelta 223—225 

I. 1857 listopad 29. v Liberci. Kodicil zakladatelc .... 223—224 
II. 1859 prosinec 28. v Liberci. Nadaci listina 224—225 

Nadaee biskupä Karla Hanla svobodneko pana z Kireli- 

treu pro cekatele üradu ucitelskeho 226—228 

1858 ünor 4. v Kralove Hradci. Nadaci listina 227—228 

Nadani Jakuba Sautnera pro cekatele üradu ucitel- 
skeho 229—234 

I. 1858 leden 31. v Cablavi. Venovaci lis'ina 230 — 232 

II. 1858 kveten 1. ve Vyssim Brode. Nadaci listina .... 232 — 234 

Studentske nadani Vojtecha Lidmanskeho 235—238 

I. 1858 duben SO. v Celovci. Navrh nadaci listiny scbvalene 

zakladatelem 236—237 

II. 1858 prosinec 13. vJindricbove Hradci. Nadaci listina. . 237—238 

Jimlrichohradeckä jubilejni nadaee 239—244 

I. 1858 kveten 28. v Jindricbove Hradci. Navrh nadaci 

listiny 240—242 

II. 1860 rijen 15. v Jindricbove Hradci. Nadaci listina . . . 242—244 

Skolni nadani korunnibo prince Rudolfa v Teplici . . 245—250 

I. 1858 srpen 22. v Teplici. Provolanl magistratu Teplickeho 

na obyvatelstvo za ücelem zrizeni tohoto nadani .... 246 

II. 1858 srpen 22. v Teplici. Pozvani obecnich 9tarsicb ku 

porade za ücelem zrizeni tohoto nadani 246—247 

III. 1897 listopad 19. v Teplici. Vytah z protokolu, sepsa- 
nebo dne 16. ledna 1878 v sezent sboru obecnich starsich 

v Teplici 247—248 

IV. 1863 srpen 21. v Teplici. Nadaci listina 248 — 249 

1878 ünor 6. v Teplici. Dodatek k nadaci listinc .... 250 

B* 


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xn 

Stranka 

429. 1858 listopad 21. Studentske nadäni Frantiska Schebka 251—258 

I. 1857 8rpen 9. ve Vidni. Posledni vule zakladatele . . . 252—254 

1858 listopad 21. ve Vidni. Dodatek k posledni vüli . . 264—255 

II. 1869 brezen 2. v Praze. Nadaci listina 255 258 

430. 1859 ünor 8. Studentske nadäni Dra Mikuläse Tomka 259-262 

(Bez data) v Praze. Nadaci listina, potvrzenä v Praze 

dne 14. brezna 1867 c. k. mistodrzitelstvim 260—262 

431. 1859 brezen 17. Studentske nadam Anny Spahove 263—271 

I. 1859 brezen 17. v Kutne Höre. ZaveC zakladatelky . . . 264—266 

II. 1864 rijen 10. v Kutne Hofe. Nadaci listina 266 — 271 

432. 1859 kveten 4. Studentske nadam Mateje Koslera 272—276 

I. 1859 kveten 4. v Praze. Venovaci listina 273 — 274 

II. 1864 brezen 1. v Praze. Nadaci listina 274—276 

433. 1859 cerven 7. I. nadani Schneiderovo 277—280 

I. 1859 cerven 7. v Praze. Protokol sboru uöitelskeho ne- 

mecke vyssi realky v Praze 278—279 

II. 1860 kveten 1. v Praze. Nadaci listina 279 — 280 

434. 1859 rijen 27. Studentske nadam P. Celestina Jana Johna . . .... 281—286 

I. 1859 listopad 27. v Ceske Lipe. Protokol v pficine 
odevzdani jraeni Jteto nadace inestske obci Cesko-Lipske 282 — 283 

II. 1859 zari 13. v feske Lipe. Navrli nadaci listiny .... 283—284 

III. 1897 rijen 8. v Öeske Lipe. Nadaci listina 281— 286 

435. 1859 prosinec 8. Studentske nadam Frantiska Liszky 287—294 

I. 1859 prosinec 8. v Krakove. Zavef zakladatele 288—290 

II. 1861 leden 10. v Semilech. Problaseni dedieü Frantiska 

Liszky 290—291 

III. 1865 cerven 25. v Praze. Nadaci listina 291 — 294 

436. 1859 prosinec 15. Studentske nadäni Barbory Tupcove . . . 295—299 

I. 1859 prosinec 15. v Nemeckem Brod6. Zavet zakladatelky 296—297 

II. 1865 srpen 10. v Praze. Nadaci listina 297—299 

437. 1859. prosinec 22. Studentske nadäni P. Valentina Pöhnla 300—302 

I. 1859 prosinec 22. v Ilorsove Tyne. Zavef zakladatele . . 300—301 

II. 1862 duben 27. v Praze. Nadaci listina 301—302 

438. 1860 zäfi 11. I. studentske nadäni Antonina Wcnischc pro pfibuzne 303—307 

I. 1860 zari 11. vKadani. Vytali z posledni vule zakladatele 304 — 305 

II. 1865 cervence 15. v Traze. Nadaci listina 3^5 — 307 

439. 1860 zäfi 11. II. studentske nadäni Antonina Wcnischc 308—311 

1894 cervencc 13. v Praze. Nadaci listina 309—311 

440. 1860 njen 15. Studentske nadäni Jifiko Schödla 312—318 

I. 1860 rijen 15 ve Stribre. Nadaci listina 313—315 

II. 1876 cerven 15. ve Stribre. Pripis c. kr. okrcsniho soudu 

ve Stribre 315 — 316 

III. 1872 rijen 7. v Praze. Nadaci listina 317—318 

441. 1860 listopad 1. Mesni a studentske nadäni P. Ignäta Schustera . . . 319—325 

I. 1860 listopad 1. v Kyn zwartu. Venovaci listina 320—322 

II. 1862 leden 19. v Chebu. Nadaci listina 322 — 323 

III. 1872 rijen 22. v Kynzvartu. Venovaci listina sestry za- 
kladatele Anny Scbusterove 324 

IV. 1872 prosinec 9. v Chebu. Nadaci listina . • 324—325 


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XIH 

l 

Stranka 

442. 1860 listopad 4. Nadace Josefy KalUlove pro farmaceuty 326-328 

I. 1860 listopad 4. ve Vreblabi. Zavet zakladatelky .... 326 — 327 

II. 18G9 cervenec 24. v Praze. Nadaci listina 327 — 328 

443. 1860 listopad 21. Studentske nadani P. Antonina Rosenkränze 329-331 

I. 1860 listopad 21. v Ilolanech. Ziivet zakladatele .... 330 

II. 1861 prosinec 24. v Ceske Lipe. Nadaci listina 330—381 

444. 1860 prosinec 27. Studentske nadani Antonina Nowotneho 332 . 347 

I. 1%0 prosinec 27. v Praze. Zavet zakladatele 335 — 337 

II. 1863 linor 12. v Praze. Codicil zakladatele 337 

III. 1869 cerven 12. v Praze. Nadaci listina 838 — 346 

IV. 1878 leden 19. v Praze. Dodatek k nadaci listine .... 346 — 347 

Dodatek 349—411 

445. 1852 duben 3. Nadace Vaclava Ildjha pro absolvovaneho alumna 

knnfceciho arcibiskupskeho seminäfe v Praze . . 351-352 
1852 duben 3. v Praze. Nadaci listina 351—352 

446. 1855 rijen 2. Nadace P. Antonina Barteln k oSetfovani chudych 

studujicich y Stepanske nemocnici v Liberci . . 353—356 

I. 1881 ünor 10. v Liberci. Nadaci listina 353 - 355 

II. 1896 öerven 8. v Liberci. Dodatek k nadaci listine . . . 355 — 356 

447. 1856 zari 15. Gcrstnerova nadace 357—363 

I. 1862 rijen 24. v Praze. Nadaci listina 357—360 

II. 1882 öerven 10. v Praze. Dodatek k nadaci listine . . . 361—362 

111. 1896 srpen 26. v Praze. Dodatek k nadaci listine .... 362 — 363 

448. 1857 srpen 15. Nadani Frantiska SchcbJca pro absolvovane poslucbace 

university neb vysoke skoly technicke 364-366 

1869 rijen 7. ve Vlasimi. Nadaci listina 364-366 

449. 1857 prosinec 8. Rigorosni nadace knizete Thurna-Taxisa 367-373 

I. 1857 prosinec 2. v Praze. Venovaci listina 367—368 

II. 1857 prosinec 15. v Praze. Dodatek k venovaci listinc . 368 — 369 

III. 1858 ünor 20. v Praze. Nadaci listina 369 - 370 

IV. 1884 leden 15. v Praze. Dodatek k nadaci listinc .... 371—372 

V. 1884 ünor 15. v Praze. Dodatek k nadaci listine 372-373 

450. 1858 brezen 3. Fond ku podpore potrebnych rigorosantü lekarstvi . 374—387 

I. 1858 ccrvenec 30. v Praze. Podani vyboru posluchacü 
lekarstvi ku podpore potrebnych rigorosantü lekarstvi . 374- 375 

II. 1858 rijen 22. v Praze. Protokol o zasedani sboru pro- 

fessorü lekarstvi na Prazske universite 376 

III. 18>9 loden 5. v Praz»*. I rotokol o zasedani tehoz sboru 

professorskcbo 377 

IV. 1859 listopad 4. v Praze Protokol o zasedani fchoz sboru 

professorskcbo • . 377 — 378 

V. 1860 kvcten 11. v Praze. Protokol o zasedani telioz 

sboru professorskcbo 379 

VI. 1861 öervenec 1. v Praze. Nadaci listina 379— 381 * 

VII. 1880 brezen 15. v Traze. Dodatek k nadaci listine . . . 381—382 

VIII. 1885 ünor 18. v Praze. Dodatek k nadaci listine .... 382—385 

IX. 1885 leden 26. v Praze. Dodatek k nadaci listine .... 385—387 

451. 1859 listopad 17. Nadani Schillerovo k bezplatnemu stravovam filosofü 388—397 

I. 1867 brezen 16. v Praze. Protoko] o zasedani vyboru 

nadani Schillerova f88 — 389 

II. 1867 duben 17. v Praze. Protokol o zasedani tehoz vy- 
boru 389 — 391 

III. 1867 listopad 9. v Praze. Nadaci listina 392 — 394 

IV. 1883 listopad 16. v Praze. Dodatek k nadaci listine . . 394 — 396 

V. 1884 duben 29. v Praze. Dodatek k nadaci listinü . . . 396—397 


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XIV 


Stranka 

452. 1859 listopad 17. Schillerovo nadäni k bezplatnemu stravovani medikü 398-404 

I. 1868 leden 20. v Praze. Nadacf listina 398—401 

II. 1884 öerven 10. v Praze. Dodatek k nadaci listine . . . 401 — 402 

1886 rijen 14. v Praze. Doplnek tohoto dodatku .... 402 

III. 1885 brezen 25. v Praze. Dodatek k nadaci listine . . . 403—404 

453. 1859 prosinec 24. Nadam Dr. Eberharda Jondka na bezplatne obedy 

pro studuji'ci präv 405—409 

1859 prosinec 24. v Praze. Nadaci listina 405 — 409 

454. 1860 prosinec 4. Nadace k osetfovam onemocnelych studujicich 2a- 

teckeho vyssiho gymnasia 410—411 

Rejstrik 415-416 


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384 


1851 

Februar 15. ünora. 


P. Philipp Degelsehe Studenten- 
stiftung. 

P. Philipp Degel, Senior des Leit - 
meritzer Domstiftes , bischöflicher Consi- 
storialrath und Kanzlcidirector , widmete , 
um seinen Verwandten väterlicher - wwd 
mütterlicherseits ein bleibendes Andenken zu 
hinterlassen , Betrag von 800 fl. C . Jf. 

in vier fünf per ccntigen Staatsobligationen 
zur Errichtung einer Studenten- Stiftung. 

Zum Stiftung sgenusse sollen 
berufen sein Studenten aus der 
väterlichen oder mütterli ch e n 

Verwandtschaft des Stifters , näm- 
lich aus der D ege l’s ch en (auch DögV- 
schen oder T ögVschen) oder ReicheV- 
sclicn Familie , in deren Abgang 
ar me f le iss i ge, wohlgesittet e, studie- 
rende Bürg er söhne aus Brüx . 

Der Genuss dieser Stiftung 
dauert durch alle Schulen, worunter 
nicht bloss der Unterricht a n 
Gymnasien und Univ ersitäten , 
sondern auch der reale Unterricht 
an Realschulen u n d polyte ch n i sehen 
Anstalten gemeint sind . 

Die Verleihung dieser Stiftung 
soll dem jeweiligen St ad tv or stände 
(B ür germeiste r und Räthen) der 
Stadt Brüx zustehen . 

Der Stiftsbrief wurde in Brüx am 
30. August 1851 ausgefertigt und von der 
k. k. Statthalterei in Prag am 28. März 
1852 bestätigt. 

Gegenwärtig wird diese Stif- 
tung vom Stadtratlie in Brüx ver- 
liehen un d d i es e V erle i h u ng von 
der k. Je. Statthalter ei in Prag als 
Stiftungsbehörde bestätigt. 

Das Vermögen der Stiftung , welches 
von der k. k. Statthalterei in Prag verwaltet 
wird , beträgt 1084 fl. 84 kr. aus dessen 
Erträgnisse ein Platz mit der Jahresgebür 
von 44 fl. dotiert wird. 

vi. 


Studentske nadäni P. Filipa Degela. 


P. Filip Degel , senior Litomericke 
kapituly, biskupsky konsistoriälni rada a 
riditel kanceläri , venoval , aby svym pribuz - 
nym z otcovy i matöiny strany trvalou upo - 
ininku züstavil, obnos 800 sl. konv. in. ve 
ctg rech petiproccntnich stätnich dluzntch 
üpisech na zfizeni naddnt studentskeho. 

K pozitku nad n enimn povolati 
jest studenty z pribuzenstva zakla- 
datelova se strany otcovy i matöiny , 
totiz z rodiny Degelov ske (tez Dö- 
glovske neb Töglovske) a z rodiny 
Reichelovske, neni-li j i ch, chude 
pilne , mravne studujici mö st an ske 
synky z Mostu. 

Pozitek nadace teto trvä po 
vsech ny skoly; näzvem timto neni 
m i nöno jen vyucovani na gymn a- 
siieh a univ er sit ach, nybrz take 
realnt vyuöovdni na ökoldch real - 
nycli a üstavech polytechnickych. 

Udilcni nadace teto pr isluset i 
md vzdy predstavenstvu möst- 
skemn (purkmistrov i a radntm) 
v Mostu. 

List nadaeni byl v Mostu dne 30. srpna 
1851 vyhotoven a c. k. mistodrzitelstvim 
v Praze dne 28. brezna 1852 potvrzcn. 

Ny n i udili nadaci tuto möstskd 
rada v Mostu, a udeleni takove po- 
tvrzuje c. k. mistod rzitelstv i 
v Praze jakozto ü fad nadaöni. 

Jmöni nadace, jez spravuje e. k. misto - 
drzitelstvi v Praze, obnasi 1084 zl. 84 kr.; 
z vytezku jeho dotuje se jedno misto s roönim 
pozitkem 44 zl. 

1 


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9 


r. Philipp Degel. 


T. Filip Degel. 


2 


( 


2 fl. 
Stempel 


.) 


I. 


W idm ungs-Urkund e. 

Um meinen Verwandten väterlicher- und mütterlicherseits für alle Zeiten 
bleibendes Andenken zu stiften, habe ich beschlossen, eine Studentenstiftung 
jährlichen vierzig Gulden zu errichten unter dem Titel: 


ein 

von 


„P. Philipp Degel’sche Stiftung“. 

Zur Bedeckung dieser Stiftung widme und erlege ich zur Stadt-Brüxer Dekanal- 
kirchenkassa ein Kapital von S00 fl. CM., sage achthundert Gulden, in 5% Staatsobliga- 


tionen, und zwar: 

die Obligation Nro 39.196 ddto 1. August 1847 per 500 tt. CM. 

die Obligation Nro 185.805 ddto 1. August 1847 per 100 fl. CM. 

die Obligation Nro 185.810 ddto 1. August 1847 per 100 fl. CM. 

die Obligation Nro 182.415 ddto. 1. August 1847 per 100 fl. CM. 

zusammen . . . 800 fl. CM. 


Die Stiftung ist bestimmt für einen Studenten durch alle Schulen, und zwar: 
a) aus meiner väterlichen oder mütterlichen Verwandtschaft, nämlich aus der 
Degel’schen (auch DögPschen oder Tögl’schen) oder BeicheFschen Familie, oder 
h) in deren Abgang für einen armen, fleissigen und wohlgesitteten Bürgersohn der 
k. Freistadt Brüx. 

Die Verleihung dieser Stiftung wird dem jeweiligen Stadtvorstande (Bürgermeister 
und Bäthen) der k. Freistadt Brüx mit der Ausnahme des ersten Besetzungsfalles- 
eingeräumt; denn ich bestimme schon gegenwärtig als den ersten Stiftling den am 
15. Februar 1845 gebornen, dermal in die Normalschule eintretenden Hermann Dögl, 
ehelichen Sohn des Hermann Dögl. k. k. Unterarzt des löbl. Bomanen-Banater Grenz- 
Regiments Nro 13 zu Cornia. der ein ehelicher Sohn meines Geschwisterkindes Ignaz 
Dögl, fürgewesten Expeditors bei dem löblichen Magistrate in Brüx. ist. 

Ich bitte um möglichst schleunige Realisirung dieser Stiftung. 

Leitmeritz, den 15. Februar 1851. 

Philipp Degel mp.. 

Domkapit.-Senior, bischöd. Ivonsist.-Ratb und 
Kanzlcidirektor. 


Es wird bestätigt, dass diese Abschrift mit der Original-Widmungsurkunde gleich- 
lautend ist. 

B i s ch ö f 1 i cli e - C o n s i s t o r i a 1 - K a n z 1 e i Leitmeritz, 
den 5. November 1896. 

(L. S.) Seifert mp.. 

Kanzler. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statthai- Overeny opis u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 

terei zu Prag. 


n. 

( 15 Kreuzer \ 

Stempel. / 

Stiftsbrief. 


Wir Bürgermeister und Käthe der k. Freistadt Brüx urkunden und bekennen hieniit, 
es habe der hochwürdige Herr P. Philipp Degel, Senior des Leitmeritzer Domstiftes, 
bischöflicher Konsistorialrath und Kanzleidirektor, um seinen Verwandten väterlicher und 


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3 


P. Philipp Pegel. 


P. Filip Pegel. 


3 


mütterlicher Seite ein bleibendes Andenken zu hinterlassen, einen Betrag per 800 fl. 
CMze, sage achthundert Gulden Conventionsmünze, in vier tiinfprocentigen Staats- 
obligationen, nämlich 


die Obligation Nro 39.190 ddto. 1. August 1847 per ■ . . . 500 fl. CMze, 

dto. Nro 185.805 „ 1. August 1847 per 100 fl. CMze, 

dto. Nro 1S5.810 „ 1. August 1847 per 100 fl. CMze, 

dto. Nro 182.415 „ 1. August 1847 per 100 fl. CMze. 


Zusammen . . . 800 fl. CMze. 

zu einer immerwährenden Studentenstiftung unter dem Titel: „P. Philipp 
Degel’sche Stiftung“ unter den näheren Bestimmungen gewidmet, 

1. dass die von diesem Kapitale entfallenden Interessen jährlicher 40 fl. CMze 
einem Studenten durch alle Schulen — worunter nicht bloss der Unterricht in Gymnasien 
und Universitäten, sondern auch der reale Unterricht in höheren Realschulen oder 
polytechnischen Anstalten gemeint sind — und zwar 

a) aus der väterlichen oder mütterlichen Verwandtschaft des Stifters, nämlich aus der 

Degelschen (auch Döglschen oder logischen) oder Keichelschen Familie, oder 

b) in deren Abgang einem studirenden armen, fleissigen und wohlgesitteten Biirgers- 

sohne der k. Freistadt Brüx übergeben werden ; 

2. dass die Verleihung dieser Stiftung dem jeweiligen Stadtvorstande (Bürgermeister 
und Käthen) der k. Freistadt Brüx mit Ausnahme des ersten Besetzungsfalles ein- 
geräumt werde; indem der Herr Stifter als den ersten Stiftling den am 
15. Februar 1845 geborenen, in die Normalschule eintretenden Hermann Dögel, 
ehelichen Sohn des Hermann Dögel, k. k. Unterarzt des löblichen Romanen-Banater- 
Grenz-Regiments Nro 13 in Cornia, der ein ehelicher Sohn seines Geschwisterkindes 
Ignaz Dögel, fürgewesten Expeditors bei dem löblichen Brüxer Magistrate, ist, selbst 
bestimmt hat. 

Nachdem nun das Kapital per 800 fl. CM. in den bezeichneten vier Staatsobligationen 
sammt dazu gehörigen Coupons bei dem in Verrechnung der k. k. Landeshauptkasse 
befindlichen Studentenstiftungsfonde, wo dieses Stiftungskapital in Evidenz gehalten und 
verrechnet werden soll, erlegt ist, so verpflichten wir uns für uns und unsere Nachfolger, 
diese Stiftung für alle Zeiten aufrecht zu erhalten, die Kapitalzinsen jedes Jahr stiftungs- 
gemäss zu verwenden und mit dem Kapitale keine Änderung ohne hohe Statthalterei- 
bewilligung vorzunehmen. 

Zur Bekräftigung (Jessen wurde dieser Stiftsbrief in vier gleichlautenden Parien 
ausgefertigt, wovon eines bei der hohen k. k. Statthalterei, das andere bei dem 
Leitmeritzer hochwürdigsten bischöflichen Konsistorium und das dritte bei der k. k. 
Landeshauptkasse in Prag aufzubewahren ist, das vierte Pare aber bei der Brüxer 
Stadtgemeinde zur Autbewahrung kömmt. 

Königliche Freistadt Brüx am 30. August 1851. 

(L. S.) Anton Pock mp., (L. S.) Philipp Degel mp., 

Bürgermeister. Stifter. 

I)r. Franz Siegel mp., 

<1. Z. Stadtrath. 

Franz Kittel mp., 
d. Z. Stadtratb. 

Franz Mahner mp., 

Stadtratb. 

Wenzel Böhm mp., 

Zeuge. 

Franz Juris mp., 

Zeuge. 

VI. 1* 


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4 


P. Philipp Degel. 


P. Filip Degel. 


4 


Nr. 6855. St. 

Von der kaiserlich-königlichen Böhmischen Statthalterei wird vorstehender Stiftsbrief 
seinem Inhalte nach liiemit bestätiget. 

Prag, am 28. März 1852. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Halbhuber mp. 

Original bei der k. k. Statthalterei zu Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 


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o 


P. Johann Franz Jakob Petters. 


P. Jan Frantisek Jakub Petters. 


5 


385 . 

1851 

April 23. dulma. 

P. Johann Franz Jakob Petters’sche Studentske nadani P. Jana Frantiska 
Studenten-Stiftung. Jakuba Petterse. 


P. Johann Franz Ja Je ob Petters, 
Domherr an der Kathedralkirche zu Leit - 
rncritz , bischöflicher Bezirkst icar, Consisto - 
rialrath , Personal- Dechant und Pfarrer in 
Kratzau, hat in seiner Widmungsurkunde 
vom 23 . April 1851 mit einem Capitale von 
1000 fl. in silbernen Conventions-Zwanzigern 
eine Studenten-Stiftung errichtet und dies- 
falls angeordnet. 

1 . Zum St iftungsgenusse sollen 
Lern fe n sei n 

ajd i e Na eh k o m in cn seines Br u d c r s , 
Vinccnz Petters , Wirts eh afts - 
besitz er s in W öl m s d o rf u n d 
zwar vorerst dessen Söhne und 
deren m ä n n l i ch e Na chic o m m e n, 
und in deren Abgang die Söhne 
der T achter d cs s e Iben und deren 
m ii n n l i eh e N a ch k o m m e w, ir eiche 
s i ch auf einer äffe n tli ch e n 
Lehr- oder Kunst anstatt, 
ic e l ch cn Namen d i es eiben au ch 
i m m er habe n, i m ö st er re i ch i sehen 
Kaiser Staate den Wissen- 
schaften oder den Künsten 

widmen, gute Fortschritte 

machen , in ihren Z eugni s sen 
wenigstens die 1. C lasse haben 
und sich in ihren Sitten wohl 
verhalten . 

b) Sollte ein solcher stiftungs- 
fähiger Nachkomme nicht vor- 
handen sein, so sind einst iv eilen 
talentvolle und gut gesittete 
J ünglingc 

a) aus dem Pfarrbezirke 

Kratzau , 

ß) Schönwald (bei Friedland , 
y) aus des Stifters weiterer 
V er wandt schaft, 

d) aus Wölmsdorf 
jedoch nur solange zum St iftungs- 
genusse berufen, bis sich ein stif- 
tungsfähiger Na ch k o m me aus der 
Vinccnz Pcttcrs's ch e n Fa m il ic 
meid c t. 


P.Jan Frantisek Jakub Petters , 
kanovntlc pri kathedrälmm chrämu v Lito - 
möficich , biskupsky okresni vikär, Jconsistori - 
alni rada, osobni dekan a fardr v Chrastave, 
zfidil vc s vc vönovaci listine ze dne 23. dubna 
1851 jistinou 1000 zl. ve stribrnych kon- 
venönich dvacetnikäch studentske nadäni, na- 
ridiv v te pricinö näsledovne : 

1. K pozitku nadaenimu je st 
povolati 

a) potomky bratra jeho Vincence 
Petterse, drzitele hos podärstvi 
ve Wölmsdorf u, a sice predem 
jeho syny a ji ch muzske p otomky, 
a kdyby tcikovych nebylo, syny 
de er tehoz a j ich muJbske po- 
tomky, ktefi sc na nökterem ve- 
rejnem uöilisti neb umeleckem 
üstavu, at jiz sc jmenuje jak- 
koli v , v Bakouskem cts a r s k e m 
statu veddtn aneb umenim ve- 
n uj i, dobry pro spich vykaz uj i, v e 
svych vy svedöenich aspon znämkn 
prvni tridy maji a co do mravü 
rädnö se chovaji. 


b) Nebylod i by tu takoveho k na- 
daci zpüsobileho potomka, povo- 
lati jest prozatim nadane a 
m rav n c j i n o ch y 

a) z farniho okresu Chrastav- 
skeh o, 

ß) ze Schönwaldu (uFrydlandu) t 
y) ze v zdälenöj siho prtbuz enstv a 
zakladatelova , 

d) z Wölmsdorf u, 

ale jen po tak dlouho ku poäitku 
nadaenimu , az by se k nadaci 
zp ü sobil y potomek z ro d i n y V i n- 
eence Petterse prihl ä s i l. 


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P. Johann Franz Jakob Petters. 


P. Jan Frantisek Jakub Petters. 


6 


2 . Der Genuss dieser Stiftung 
hat für Studierende , die in den 
g eistliclien Stand treten , bis zur 
Aufnahme in ein Seminar, für die , 
welche einen anderen Beruf wählen, 
bis zur Vollendung ihrer Studien, 
und für die, die sich einer Kunst 
zuwenden, durch volle sechs Jahre 
zu dauern . 

3. Das Präsentationsrecht be- 
hielt sich der Stifter auf seine 
Lebensdauer vor, nach dessen Ab- 
leben soil dasselbe auf den jewei- 
lig cn Pf ar rer in Kr at z au über g ehe n, 
welcher sich jedoch mit den ältesten 
Gliedern der Vincenz Pcttcrs'schen 
Familie, insbesondere mit dem Be- 
sitzer des Hauses N.-C. 14 in Wölms - 
dorf solange derselbe ein Fa m i l i en- 
glied ist, und falls dieser Stamm 
aussterben sollte, mit den Seel- 
sorgern von Schönau (Bezirkshaupt- 
mannschaft Schluckenau) und S chönwald 
bei Friedland zu berathen hat.*) 

4. Der Stiftling ist verpflichtet, jährlich 
am Sterbetage des Stifters, d. i. am 4. No- 
vember, drei heil. Messen beizuwohnen und 
für dessen Seelenheil ein andächtiges Gebet 
zu verrichten . 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde am 

1. Jänner 1852 in Kratzau ausgefcHigt und 
unterm 10. Juli 1852 von der k. k. Statt- 
halterei in Prag bestätigt. 

Gegenwärtig wird diese Stiftung im 
Sinne der stifterischen Anordnungen als 
Präsent ationsstif tung von der k. Je. 
Statthalte r ei in Prag persolviert 
und verliehen. 

Das Stiftungsvermögen, welches gleich- 
falls von der k. k. Statthalterei in Prag 
verwaltet wird, beträgt 1705 fl. und die 
Jahresgebür des bestehenden einen Platzes 
80 fl. 


2. Pozitelc nadacnl potrvati mä 
pro studujicl , ktcfl ve stav du- 
chovni vstupuji, az do pfijeti v se- 
minä f, pro nadance, ktefij i ne po- 
v old nx s ob d z voll, az do ukondeni 
studii, a pro ty, lcdoz umeni se ve- 
nuji, po cclycli scst let. 


3. Prdvo presentacni poneclial 
sobt z alcladatel po das zivota, po 
s rnrti j eh o mdlo pf ej iti na fa rare 
v Clirastave, kt er y & vsak poraditi 
se mä s nej starsimi dleny rodiny 
V incence P etter se, obzvläste s drzi - 
telem domu c. p. 14 ve W ölmsdorfu, 
pokud tento jest dienern rodiny , a 
vymrel-li by lernen tento , s ducho- 
vnxmi sprävei v Senove (okresni hejt- 
manstvi Sluknovske) a v Schön w aldu 
u Frydlandn.*) 


4. Nadanec jest povinen kazdoroenö v den 
ümrti zakladatelora, t. j. v den 4. listopadu, 
tU mH sv. se sücastniti a za spästi du&e 
jcho zboznou modlitbu se pomodliti. 

List nadacnl o nadaci teto byl dne 
1. ledna 1852 v Clirastave vyhotoven a dne 
10. cervence 1852 c. k. mistodrzitclstvim 
v Prazc potvrzcn. 

Nynl persolvnjc a udtli nadaci tuto 
c. k. mist odr zitelstv t v Praze po 
smy sin ustanoveni zaklad at elovtjch 
jalcozto nadaci presentadni. 

Jmeni nadadni , kterez spravuje rovndz 
c. k. mistodrzitclstvl v Prazc, obnäst 1705 zl., 
a roeni pozitek jedineho mista nadadniho 
80 zl. 


I. 

C 3 Gulden v 
\ Stempel. ) 

Widmungs-Urkunde. 

Der Gefertigte hat sich in seinem Leben vielfach zu überzeugen Gelegenheit gehabt, 
dass oft die besten Talente für die menschliche Gesellschaft verloren gehen, weil es 
ihnen an Mitteln zu ihrer Ausbildung fehlt. Er hat sich darum schon von seinen Stu- 


*) Der Stifter starb am 4. November 18GH. *) Zakladatel zemrel dne 4. listopadu 1SGG. 


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t 


P. Johann Franz Jakob Petters. 


P. Jan Frantisek Jakub Petters. 


7 


dienjahren her mit dem Wunsche herumgetragen, einmal etwas zur Beseitigung dieses 
Übelstandes thun zu können, und dankt Gott, dass seine Verhältnisse dieses gegen- 
wärtig gestatten. 

Er bestimmt eintausend Gulden in silbernen Konventionszwanzigern, 3 auf einen 
Gulden und 60 Stück auf eine feine Mark Silber gerechnet, von denen dreihundert 
Gulden mittelst Obligation vom 1. Jänner 1840, einverbleibt im 0. B. Nr. VIII., fol. 222, 
ausgezeichnet im Grundbuche Lit. U., fol. 72, auf dem Bauerngute des Anton Thaute 
NC. 11 in Oberkratzau, dreihundert Gulden mittelst Obligation vom 1. Jänner 1840, 
einverleibt in 0. B. Nr. VIII., fol. 220, ausgezeichnet im Grundbuche Lit. U., fol. 81 auf 
dem Besitzstände des Josef Thaute, itzt Wenzel Herzig NC. 81 in Oberkratzau, vier- 
hundert Gulden mittelst Obligation vom 1. Jänner 1840, einverleibt im 0. B. Nr. VIII., 
fol. 221, ausgezeichnet im Grundbuche Lit. U., fol. 82, auf der Wirtschaft des Ferdinand 
Thaute NC. 82 in Oberkratzau haften, zu einer Studentenstiftung auf ewige Zeiten, tritt 
derselben vom Tage der Ausstellung dieser Urkunde alle ihm zuständigen Kapitalforderungs-, 
luteressenbezugs- und sonstigen Rechte ab, willigt in die bücherliche Einverleibung der 
Widmungsurkunde ein und ordnet Nachstehendes darüber an: 

1. Die jährlichen Interessen per 50 fl. CM. sollen von den Nachkommen seines 
Bruders Vinzenz Petters. Wirtschaftsbesitzers in Wölmsdorf NC. 14, Kreis Böhmisch- 
Leipa, Bezirkshauptmannschaft Schluckenau, Bezirksgericht Hainspach, und zwar vorerst 
von seinen Söhnen und ihren männlichen Nachkommen, und in deren Abgänge von den 
Söhnen seiner Töchter und ihren männlichen Nachkommen, die sich auf einer öffentlichen 
Lehr- oder Kunstanstalt, welchen Namen dieselben auch immer haben, im österreichischen 
Kaiserstaate den Wissenschaften oder den Künsten widmen, gute Fortschritte machen, 
in ihren Zeugnissen wenigstens die l te Klasse haben und sich in ihren Sitten wohl 
verhalten, bezogen werden. Sollte zu Zeiten die Familie keinen haben, der die nöthigen 
Fähigkeiten besässe, so sollen einstweilen talentvolle und gut gesittete Jünglinge a) aus 
dem Pfarrbezirke Kratzau, b) aus dem Pfarrbezirke Schönwahl (bei Friedland), c ) aus 
des Gefertigten weiterer Verwandtschaft, d) aus Wölmsdorf betheilt werden, jedoch nur 
so lange, bis sich aus der obengenannten Familie jemand meldet. Sollten auch diese 
Örter keinen geeigneten Jüngling haben, so sollen indessen die Interessen zum Kapital 
geschlagen werden. 

2. Der Genuss soll für die Studierenden, die in den geistlichen Stand treten, bis zur 
Aufnahme ins Seminarium, [für die] die einen andern Beruf wählen, bis zur Vollendung 
ihrer Studien, [für die] die sich den Künsten ergeben, durch volle 6 Jahre dauern. 

3. Das Präsentationsrecht behält sich der Gefertigte, so lange er lebt, vor, selbst 
mit der Vollmacht, ausnahmsweise den Genuss auch dem Stiftlinge zu lassen, der durch 
rücksichtswürdige Ursachen gehindert worden wäre, befriedigendere Klassen zu erhalten. 
Nach seinem Tode geht dieses Recht auf den jeweiligen Pfarrer in Kratzau über, welcher 
sich jedoch mit den ältesten Gliedern der Vinzenz Petters’sclien Familie, insbesondere 
mit dem Besitzer des Hauses NC. 14 in Wölmsdorf, so lange derselbe ein Glied ist, und 
falls der Stamm aussterben sollte, mit den Seelsorgern von Schönau (Bezirkshauptmann- 
schaft Schluckenau) und Schönwald (bei Friedland) zu berathen haben wird. 

4. Der Stiftling ist verpflichtet, nach dem Tode des Gefertigten jährlich an dessen 
Sterbetage in der nächsten Kirche der heil. Messe beizuwohnen und für dessen Seelenheil 
e m andächtiges Gebet zu verrichten. 

Möge die gute Absicht des Gefertigten erreicht werden ! Möge Gott zu seiner Stiftung 
das Gedeihen geben, damit durch sie recht viele fromme Priester, rechtschaffene Beamte, 
geschickte Künstler zum Wohle der Menschheit nach und nach gebildet werden ! 

Kratzau am 23. April 1851. 


Johann Franz Jakob Petters, 

Domherr an der Kathedralkireke zu Lcitmeritz, b. 
Bez. -Vikar, k. Sehuldistriktsaufseher, Konsistorial- 
rath, Pers. Dechant und Pfarrer. 


Original bei der k. k. Statthalterei zu Prag. Original u c. k. nnstodrzitelstvi v Praze. 


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8 


P. Johann Franz Jakob Petters. 


r. Jan Frantisek Jakub Petters. 


8 


( 


3 fl. 

Stempel. 


> 


II. 

Stiftsbrief. 


Wir Endesgefertigten bekennen hiemit für uns und unsere Amtsnachfolger, es habe 
der hochwürdige Herr Johann Franz Jakob Petters, Domherr an der Kathedralkirche zu 
Leitmeritz, b. Bezirks-Vikär, k. Schuldistriktsaufseher, Ivonsistorialrath, P. Dechant und 
Pfarrer zu Kratzau, ein Kapital von 1000 fr., sage eintausend Gulden, in silbernen Con- 
ventions-Zwanzigern, 3 auf einen Gulden und 60 Stück auf eine feine Köllner Mark 
Silbers gerechnet, zu einer Studentenstiftung erlegt und in der Widmungsurkunde vom 
23. April 1851 angeordnet, dass 

1. die jiihrl. Interessen per 50 fr. CM.: 

a) von den Nachkommen seines Bruders Vinzenz Petters, Wirtschaftsbesitzers in Wölius- 
dorf, Nr. Cons. 14, Kreis Leipa, Bezirkshauptmannschaft Schluckenau, Bezirksgericht 
Hainspach, und zwar vorerst von seinen Söhnen und ihren männlichen Nachkommen, 
und in deren Abgänge von den Söhnen seiner Töchter und ihren männlichen Nach- 
kommen, die sich auf einer öffentlichen Lehr- oder Kunstanstalt, welchen Namen 
dieselben auch immer haben, im österreichischen Kaiserstaate den Wissenschaften 
oder den Künsten widmen, gute Fortschritte machen, in ihren Zeugnissen wenigstens 
die l te Klasse haben und sich in ihren Sitten wohl verhalten, bezogen werden. 

b) Sollte zu Zeiten die Familie keinen haben, der die nöthigen Fähigkeiten besässe, 
so sollen einstweilen talentvolle und gutgesittete Jünglinge «) aus dem Pfarrbezirke 
Kratzau, ß) Schönwald (bei Friedland), y) aus des Stifters weiterer Verwandtschaft, 
d) aus Wölmsdorf, jedoch nur so lange, bis sich aus der Vinzenz Petters’schen Fa- 
milie jemand meldet, betheilt — beim gänzlichen Abgänge geeigneter Jünglinge 
aber die Interessen zum Kapitale geschlagen werden. Dass 

2. der Genuss für die Studierenden, die in den geistlichen Stand treten, bis zur 
Aufnahme ins Seminarium, für die, welche einen andern Beruf wählen, bis zur Vollendung 
ihrer Studien, für die, die sich einer Kunst zuwenden, durch volle 6 Jahre zu dauern habe. 

Dass 

3. der Herr Stifter, so lange er lebt, sich das Präsentationsrecht, selbst mit der 
Vollmacht, den Genuss der Stiftung auch dem Stiftlinge zu lassen, der durch rücksichts- 
würdige Ursachen gehindert worden wäre, befriedigende Klassen zu erhalten, Vorbehalte, 
dass aber dasselbe nach seinem Tode an den jeweiligen Pfarrer in Kratzau übergehen 
solle, welcher sich jedoch mit den ältesten Gliedern der Vinzenz Petters’schen Familie, 
insbesondere mit dem Besitzer des Hauses NC. 14 in Wölmsdorf, so lange derselbe ein 
Familienglied ist, und falls der Stamm aussterben sollte, mit den Seelsorgern von Schönau, 
Bezirkshauptmannschaft Schluckenau, und Schönwald bei Friedland zu berathen haben wird. 

Dass 

4. der Stiftling verpflichtet ist, nach dem Tode des Herrn Stifters jährlich an dessen 
Sterbetage drei heiligen Messen beizuwohnen und für dessen Seelenheil ein andächtiges 
Gebet zu verrichten. 

Da nun das benannte Stiftungskapital vom Herrn Stifter selbst auf sichere Hy- 
pothek fruchtbringend angelegt ist, und zwar 300 fl. CM. auf das Bauerngut des Anton 
Thaute, NC. 11 in Oberkratzau, mittelst Obligation vom 1. Jänner 1840, einverleibt im 
Oblig.-B. Nr. VIII. fol. 222, ausgezeichnet im Grundbuche lit U fol. 72. 

300 fl. CM. auf den Besitzstand des Josef Thaute (jetzt Wenzel Herzig) NC. 81 in 
Oberkratzau, mittelst Obligation vom 1. Jänner 1840, einverleibt im Oblig.-ß. Nr. VIII., 
fol. 220, ausgezeichnet im Grundbuche Nr. £7, fol. 81, und 

400 fl. CM. auf die Wirtschaft des Ferdinand Thaute, NC. 82 in Oberkratzau, mittelst 
Obligation vom 1. Jänner 1840, einverleibt im Obl.-B. Nr. VIII. fol. 221, ausgezeichnet 
im Grundbuche lit. U fol. 82; 

da diese Elozirung bereits auch von der hohen Statthalterei mit h. Erlass vom 
28. Oktober 1851, Z. 26.863 St., genehmigt worden ist, so verbinden wir uns und unsere 
Amtsnachfolger, das Stiftungskapital jederzeit sicher zu erhalten, mit demselben ohne 
hohe Statthalterei-Bewilligung keine Veränderung vorzunehmen, die jährlichen Stiftungs- 
kapitals-Interessen durch das k. k. Steueramt in Kratzau einzulieben, dem Stiftlinge zur 


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9 


P. Johann Franz Jakob Petters. 


P. Jan FrantiSek Jakub Pettera. 


9 


gehörigen Zeit unter den gesetzlichen Bestimmungen zuzuführen, und falls durch einige 
Zeit kein Stiftling sein sollte, neuerdings auszuleihen und gehörig zu verrechnen. 

Zu mehreren Bekräftigung dessen sind vom gegenwärtigen Stiftsbriefe 3 gleichlau- 
tende Exemplare verfasst und von allen Betreffenden unterfertiget worden, wovon 
1 Exemplar bei der hochlöblichen k. k. Statthalterei, das 2 te im Kratzauer Pfarrarchive 
und das 3 fe endlich bei dem ältesten Vinzenz Petters’schen Familiengliede — für itzt in 
N. Cons. 14 zu Wölmsdorf — hinterlegt worden ist. 

Kratzau, am 1. Jänner 1852. 

(L. S.) Renner mp., (L. S.) J. Franz Jak. Petters mp., 

amt. k. k. BezirkBkomiasär. Stifter, zugleich Pfarrer in Kratzau. 

Vinzenz Petters mp., 
Wirtschaftsbeiitzer in Wölmadorf Nr. 14. 

Wenzel Exner mp., 

Zeuge. 

Joseph Kumpert mp., 

Zeuge. 

Nr. 13.861 Statthalt. 

Von der k. k. Statthalterei in Böhmen wird vorstehender Stiftsbrief bestättiget. 
Prag, am 10. Juli 1852. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) 2iwna mp. 


Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k. miatodrzitelatvi v Praze. 


VI. 


2 


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10 


P. Johann Matthias Güntner. 


P. Jan Matcj Güntner. 


10 


386 . 

1851 

Juli 20. cervence. 


P. Johann Matthias Güntner’sche Messen- 
und Studenten-Stiftung. 

P. Johann Matthias Güntner , 
emeritierter Pfarrer zu Winklarn , errichtete 
laut der Widmungsurkunde vom 20. Juli 
1851 eine Messen - und Studenten-Stiftung 
und widmete zu diesem Zwecke eine 5°/ 0 
Staatsschiddverschreibung über 850 fl. C. M. 

Von den von diesem Stiftungs-Capitalc 
entfallenden Interessen sollen 2 fl. 30 kr. 
C. M. für eine hl. Messe , welche für den 
Stifter und dessen verstorbene Eltern David 
und Maria Güntner alle Jahre am 24. Feber 
in der Decanalkirche ad St. Nicolaum 
in Eger gelesen werden soll, verwendet 
werden. 

Der Restbetrag von 40 fl. C. M. 
soll von dem Stadtdechant e in Eger 
mit Zu Ziehung und in G egenivart 
des Directors des Gymnasiums in 
Eger alle Jahre an solche Egerer 
B ürger söhne v erthcilt werden, welche 
die Studien am Obergymnasium 
absolviert , die Matur ität $ prüfung 
zur vor geschriebenen Zeit und mit 
gutem Erfolge bestanden und aus 
dem Gegenstände der katholischen 
Religionslehre und aus dem sittlichen 
Verhalten Vorzugsclassen erhalten 
haben und zugleich w illens sind , 
ihre Studien an einer der drei Fa - 
c ul täten, nämlich für Theologie, 
Medicin - oder Jurisprudenz , fort - 
zusetzen. 

Falls in einem Jahre nur ein Bewerber 
mit diesen Eigenschaften sich finden sollte, 
so erhält dieser den ganzen Betrag allein. 

Falls in einem Jahr kein Bewerber mit 
diesen Eigenschaften vorhanden sein sollte , 
so soll der Betrag von 40 fl. C. M. an 
solche Egerer Bürgersöhne r erthcilt werden , 
welche aus dem Egerer Untergymnasium in 
das Obergymnasium aufsteigen und bei der 
letzten Prüfung aus der katholischen Reli- 
gionslehre und ans den Sitten Vorzugs- 
classen, aus den übrigen Lehrgegenständen 
aber wenigstens die erste Fort gang sei asse 
erhalten haben. 


Mesni a studentske nadäni P. Jana 
Matejc Giintnera. 

P. Jan Matcj Güntner, vyslouzily 
farär ve W inklar n , zridil vcdle venovact 
listiny ze dne 20. cervence 1851 mesni a 
studentske nadäni a venoval k ncclti tomu 
5"f 0 stdtni dluzni tipis na 850 zl. konv. m. 

Z ürokü , jez tato jistina nadaent po - 
nese, budiz vypldccno 2 zl. 30 kr. konv. m. 
na msi sv., ktcrouz slouziti jest za jeho ze- 
stiule rodice Davida a Marii Güntnerovy 
po v sechna leta dne 24. nnora v dekanskem 
kostete sv. MikuläSc v Chcbu. 


Zbytclz v obnosu 40 zl. konv. m. 
budiz niest sky m dökanem v Chebu 
za pribräni a u p ritomnosti riditclc 
gymnasia v Chebu po vsechna leta 
rozdilen takovym Ch cb sk y m m l s f a n • 
skym synküm, kt e r i studia na 
vyssim gymnasiu odbyli , maturitni 
zkousku v predepsany cas a s do- 
brym prospechem slozili a z pred- 
mötu katolicke nauky näbozenske 
a z mravneho chovani vybornc 
znämky obdrzeli a zäroven zamysli 
v e s tu d i i ch sv geh na nektere ze tr i 
fakult, totiz theologicke, lekarske 
neb prdvnickc, pokraöovati. 


Byl-li by tu nektereho roku jen jeden 
zadatel s temito vlastnostmi, obdrzi cchj 
obnos säm. 

Nebylo-li by tu nektereho roku 
zadatelc s vlastnostmi temito, budiz obnos 
40 zl. konv. m. rozdclen takovym Chcbskym 
mcManskym synküm, kteri z Chebskeho niz- 
siho gymnasia do vyssiho gymnasia postu- 
pujt a pH posledni zkousee z katolicke nauky 
näbozenske a z mravü vybornc znämky , 
z ostatnich predmetü nöebnych pak aspon 
zndmku prvni tn'dy obdrzeli. 


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11 


P. Johann Matthias Güntner. 


P. Jan Matej Güntner. 


11 


Ist in einem Jahre nur ein Bewerber 
mit diesen Eigenschaften vorhanden, so hat 
derselbe den ganzen Betrag zu erhalten . 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde unterm 
10. October 1851 ausgefertigt und von der 
k. k. Statthalterei in Prag unterm 13. October 
1852 bestätigt. 

Da gleich im ersten Jahre nach Errich- 
tung der Stiftung die Vertheilung der Inter- 
essen an studierende Bürgersöhne von Eger 
nicht vorgenommen werden konnte, weil sich 
in den im Stiftsbriefe bezeichneten zwei 
Gymnasialdasscn keiner fand , der den ge- 
forderten Eigenschaften entsprochen hätte, 
änderte der Stifter in dem von ihm ausge- 
fertigten Anhänge vom 10. Jänner 1853 
seine Widmung dahin, dass er den Stif- 
tungsgenuss auf alle acht Gymna- 
sial dass en aus dehnt e und nach- 
stehende Reihenfolge bestimmte: 

a) die achte Gymnasialclasse soll 
die erste sein, in welcher die 
Vertheilung nach Massgabe des 
Stiftsbriefes vorzunehmen ist; 
findet sich in dieser keiner, 
welcher die geforderten Eigen- 
schaften hätte, so folgt 

b) die vierte Gymnasialclasse, ist 
auch in dieser Clas se keiner 
vorhanden, so folgt 

c) die siebente Gymnasialclasse; 
von dieser übergeht der Stif- 
tung sgenuss auf 

d) die dritte G ymnasialclasse; von 
der dritten auf 

e) die sechste Gymnasialclasse 
von dieser auf 

f) die zweite Gymnasialclasse; 
von der zweiten auf 

g) die fünfte G ymnasialclasse, 
und endlich von der fünften auf 

li) die erste Gymnasialclasse. 

Falls s i cli in der ganzen a ch t- 
gliedrigen Reihenfolge kein stif- 
tungsfähiger Studierende finden 
sollte, so sollen die entfallenden 
Jahresinteressen von 40 fl. C. M. an 
das Pfarr-Armeninstitut der Stadt 
Eger abgeliefert werden. 

Dieser Stiftsbrief- Anhang wurde der 
k. k. Staithaltcrci nicht zur Genehmigung 
vor gelegt. 

Das Vermögen dieser Stiftung, welches 
von der Gemeinde Eger als Patron der 
VI. 


Byl-li by tu ncktereho roJcu Jen jeden 
zadatel s Umito vlastnostmi, dostanc se 
tnu celeho obnosu. 

Nadacni list o nadaci teto byl dne 
10. fijna 1851 vyliotoven a c. k. mistodrzi- 
telstvim v Praze dne 13. fijna 1852 po- 
tvrzen. 

Jelikoz pak hned v prvnich letech po 
zfizeni nadace rozdüem ürokü mezi studujici 
mestanske syny z Chebu pfedsevziti se ne- 
dalo, ponevadz ve dvou tfiddch gymna- 
sijntch v listu nadaenim oznacenych nebylo 
nikoho, Jcdoz by zddune vlastnosti prok&zal , 
pozmhiil zaldadatel v dodatku zc dne 10. ledna 
1853 jim vyhotovenem venovdni sve v ten 
smysl, ze rozsifil pozitek nadacni 
na vsech osm tfid gymnasia a usta - 
novil ndsledujici pofad: 


a) osrnd tfida gymnasijni budiz 
prvou, v nxz rozdilcni podle 
listu nadaöniho pfedsebrdti 
jest; neni-li tu zddneho, kdoz by 
mel zddane vlastnosti, nä- 
sle du je 

b) ctvrtd tfida gymnasijni; neni-li 
i v teto tfidS nikoho, ndsleduj c 

c) sedmd tfida gymnasia; z tfidy 
teto pfechdzi pozitek na- 
dacni na 

d) tfeti tf idu gymnasijni; z tfeti na 

e) sestou tfida gymnasijni; 
z teto na 

f) druhou tfidu gymnasijni; 
z druhe na 

g) pdtou t f i du gy m na s ij n i, a k o- 
necne z p dt e na 

h) prvni tfidu gymnasijni. 

Nenalezl-li by se v celem os mi- 
ete nnem j pofad i Je nadaci zpüso - 
bily studujici, budtez roöni üroky 
nadacni l i s t in y v obnos u 40 zl. kom\ 
m. odvedcny farnimu ustavtt chudin- 
skemu mesta Chebu. 

Tcnto dodateJc Je listu nadaönimu nebyl 
c. k. mistodrzitelstvi ke schvdleni pfedlozen . 

Jmeni nadace teto, spravovane obei 
ChcbsJcon jakozto patronem dekanskeho 

2 * 


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12 


P. Johann Matthias Güntner. 


P. Jan Matej Güntner. 


12 


Decanalkirehe in Eger verwaltet wird , 
beträgt 1099 fl. 90 kr. Von dem jährlichen 
Reinerträgnissc von 44 fl. 40 kr. werden 2 fl. 
40 kr. zur Lesung der im Stiftsbriefe fest- 
gesetzten hl. Messe und der Restbetrag von 
42 fl. zur Vertheilung an studierende Egerer 
Bürgersöhne im Sinne der stifterischen An- 
ordnungen verwendet. 


chrämu v Chcbu, obnäsi 1099 zl. 90 kr. 
Z rocniho cisteho rytezkn 44 zl. 40 kr. 
uzije sc na slouzcni v listu nadacnim sta- 
novene mse sv. obnosu 2 zl. 40 kr. a zbytku 
v obnosu 42 zl. na rozdilem studujicim 
Chebskym me&tanskym synküm po smyslu 
nafizem zakladatelovych. 


I. 

( 5 fl. \ 

\ Stempel. / 

Messenstiftsbrief 

verbunden mit einer jährlichen Geldvertheilung an Studirende: 

Wir Endesgefertigte geistliche und weltliche Vorsteher der Decanalkirehe ad sct. 
Nicolaum in der k. Kreisstadt Eger urkunden hiemit: 

Es hat der hochwürdige emeritirte Herr Pfarrer P. Johann Mathias Güntner zu 
Winklarn, derzeit wohnhaft zu Waidhofen an der Ybbs in Österreich unter der Enns, 
laut der Widmungsurkunde vom 20. Juli 1851 in dankbarer Erinnerung an die in Eger 
genossenen Wohlthaten während seiner Gymnasialstudien bei der erwähnten Decanal- 
kirche eine heil. Seelenmesse, welche für den Stifter und für seine verstorbenen Eltern 
David und Maria Anna Güntner alle Jahre am 24. Februar gelesen werden soll, und 
eine jährliche Geldvertheilung an studirende Egersche Bürgerssöhne, welche an dem 
hiesigen Gymnasium ihren Studien obliegen, gestiftet und zu diesem Ende eine für die 
Egerer Stadtpfarr- respt. Decanalkirehe bereits vinculirte Staatsschuldverschreibung 
Nro 51.340 ddto. Wien 1. Juli 1851 per 850 fl., sage achthundert fünfzig Gulden CM., 
zu fünf Percent in die hiesige Decanalkirchenkasse mit der Bestimmung eingelegt, dass 
von den jährlichen Zinsen per 42 fl. 30 kr. CM. folgende Vertheilung stattzu Anden habe : 

a) dem Priester, welcher das hl. Messopfer verrichtet, wird eingehändiget 1 fl. — kr. CM. 

b) dem Messner, welcher dabei die Messnerdienste verrichtet, 


werden ausbezahlt — fl. 12 kr. CM. 

c) den Ministranten, welche dabei dienen — fl. 04 kr. CM. 

d) der Decanalkirehe gebühren als eine Entschädigung für Wein, 

Wachslichter, Paramenten und für Stempel-Auslagen bei der 
Interessenbehebung 1 fl. 14 kr. CM. 

Summa ... 2 fl. 30 kr. CM. 


Die übrigen 40 fl. CM. werden von dem hochwürdigen Herrn Stadtdechant mit 
Zuziehung und in Gegenwart des Herrn Gymnasialdirektors alle Jahre an jene Egersche 
Bürgerssöhne nach gleichen Antheilen vertheilet, welche die Studien des Obergymnasiums 
absolvirt, die Maturitätsprüfung zur vorgeschriebenen Zeit und mit gutem Erfolg 
bestanden und besonders aus dem Gegenstände der katholischen Religionslehre und 
aus ihrem sittlichen Verhalten die Vorzugsklasse verdienet haben, zugleich auch Willens 
sind, ihre Studien an einer der drei Fakultäten, nemlich der Theologie, der Medizin, 
oder der Jurisprudenz, fortzusetzen. 

Ist in einem Jahre nur ein einziger vorhanden, der sich in diesen Eigenschaften 
behauptet, so erhält dieser die 40 fl. CM. ganz allein; trifft es sich aber, dass in einem 
Jahre gar keiner sei, welcher den hier gestellten Forderungen entspricht oder entsprechen 
kann, so werden diese 40 fl. an jene Egerschen Bürgerssöhne nach gleichen Antheilen 
vertheilet, welche aus dem dasigen Untergymnasium in das Obergymnasium aufsteigen 
und bei der letzten Prüfung aus der katholischen Religionslehre und aus den Sitten 
die Vorzugsklasse verdienet, aus den übrigen Lehrgegenständen aber wenigstens die 
erste Fortgangsklasse erworben haben. In dem Falle, dass in letzterer Beziehung sich 
nur ein einziger in diesen Eigenschaften behauptet, findet der obige Grundsatz auch hier 
seine volle Anwendung. 


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13 


P. Johann Matthias Güntner. 


P. Jan Matej Güntner. 


13 


Wir Gefertigte geloben und versprechen für uns und unsere Nachfolger, diese 
Stiftung nach dem Willen des hochwürdigen Herrn Stifters zu ewigen Zeiten getreulich 
zu erfüllen, ohne eine ausdrückliche hochortige Genehmigung keine Veränderung mit der 
als ein P. Johann Mathias Güntnersches Messenstiftungskapital, verbunden mit einer 
Geldvertheilung an Studirende, umgeschriebenen Staatsschuldverschreibung Nro 51.340. 
ddt-o Wien 1. Juli 1851, über 850 fl. CM. zu 5 percent vorzunehmen und die jährlichen 
Interessen nach dem Inhalte des Stiftsbriefs gehörig zu verwenden, behalten uns aber 
auch vor, auf eine angemessene Reduction, falls sie die Umstände erforderten, bei den 
Behörden Anspruch zu machen. 

Insbesondere verbindet sich der mitgefertigte Stadtdechant für sich und seine 
Nachfolger, diese gestiftete heil. Seelenmesse am 24. Februar jeden Jahrs oder bei 
wesentlicher Verhinderung an dem nächst darauf folgenden Tage zu persolviren und die 
für studirende Egersche Bürgerssöhne bestimmten 40 fl. CM. mit Zuziehung und 
in Gegenwart des Herrn Gymnasialdirektors alle Jahre nach der stifterischen Andeutung 
zu vertheilen. 

Zur Urkunde dessen ist gegenwärtiger Stiftsbrief in drei gleichlautenden Exemplaren 
ausgefertiget und von dem hochwürdigen Herrn Stadtdechant, dem Bürgerausschuss 
der k. Kreisstadt Eger als Patron, dem Rechnungsführer der Decanalkirchenkassa und 
dem Herrn Gymnasialdirektor nebst zwei Zeugen eigenhändig unterfertiget worden, 
und es soll davon ein Exemplar bei der hohen böhmischen k. k. Statthalterei, das zweite 
bei dem hochwürdigsten fürsterzbischöflichen Ordinariate zu Prag, das dritte aber in der 
Egerer Deeanalkirchenkasse aufbewahret werden. 

Endlich wurden in Willfahrung des von dem hochwürdigen Herrn Stifter in der 
eingangs erwähnten Widmungsurkunde ausgesprochenen Wunsches zwei durch einen 
geistlichen Notar beglaubigte Abschriften dieses Stiftsbriefs verfasst und davon eine dem 
derzeitigen Herrn Gymnasialdirektor übergeben, die andere dem hochwürdigen Herrn 
Stifter im gehörigen Wege zugesendet. 

Eger, den 10. Oktober 1851. 


(L. S.) Georg Stöckner mp., 

Stadtdechant. 

Florian Wohnsiedl mp., 

als Zeug. 

Franz Friedl mp., 

als Zeuge. 


Johann Necäsek mp., 
Gym. -Direktor. 

(L. S.) Fr. Ernst mp., 

8ubst. Obmann. 

Chr. Adler mp., 
Gemeinderath. 

Lorenz Becker mp., 
Ausschussmitglied. 

Franz Schmid mp., 
Rechnungstührer. 


ad Nro Ex. G231. 

Vorstehender Stiftsbrief wird von Seite des Prager fürsterzbischöflichen Consistorium 
seinem ganzen Inhalte nach genehmiget und durchgehends bestätiget. 

Prag, den 13. Oktober 1852. 

(L. S.) Joseph Rauch mp., 

Ivonsistorialrath. 

Adalbert Hron mp., 
Kanzleidirektor. 


Nro 25.302 St. 

Von der k. k. Böhmischen Statthalterei wird vorstehender Stiftsbrief bestätigt. 
Prag am 29. Oktober 1852. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) #iwr.a mp. 


Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k. raistodrzitelstvi v Praze, 


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14 


P. Johann Matthias Güntner 


P. Jan Matej Güntner. 


14 


XI. 

( SO Kreuzer \ 

Stempel. ) 

Anhang 

zu dem Messestiftsbriefe, verbunden mit einer jährlichen Geldvertheilung an Studierende, 
welcher unterm 10. Oktober 1851 bei der lobwürdigen Dekanalkirche Sti. Nicolai zu Eger 
errichtet, unterm 13. Oktober 1852 Nr. Ex. 6231 vom hochw. fürsterzbischöflichen Ordi- 
nariate in Prag genehmigt und unterm 29. desselben Monats Nr. 25302 von der h. 
k. k. Statthalterei für Böhmen bestätiget ist worden. 


Nachdem mir (dem im Stiftsbriefe angeführten und hier Unterzeichneten Begründer 
der Stiftung) die bedauerliche Nachricht zugekommen ist, dass schon gleich im ersten 
Jahre nach Errichtung der Stiftung die Geldvertheilung an die studierenden Bürgersöhne 
von Eger in den bezeichneten 2 Gymnasialklassen nicht vorgenommen werden konnte, 
weil sich keiner fand, der den geforderten Bedingungen entsprochen hätte, welche darin 
bestehen, dass die Interessenbezugsberechtigten aus den Sitten und der katholischen 
Religionslelire die Vorzugsklasse, aus den übrigen Lehrgegenständen aber wenigstens 
die erste Klasse sollen erworben haben, so finde ich mich bewogen, die geforderten 
Bedingungen zwar fortbestehen zu lassen, aber die Interessenbezugsberechtigung auf alle 
8 Gymnasialklassen auszudehnen, und zwar in nachstehender Reihenfolge: 

a) die achte Gymnasialklasse soll als die erste angesehen werden, in welcher die 
Vertheilung nach Anweisung des Stiftsbriefes vorzunehmen ist; findet sich da keiner, 
welcher die geforderten Eigenschaften besitzt, so folgt 

b) die vierte Gymna^ialklasse; ist hier auch keiner, so folgt 

c) die siebente Gymnasialklasse; von dieser geht es über auf 

(J) die dritte Gymnasialklasse; von der dritten auf 

e) die sechste Gymnasialklasse; von der sechsten auf 

f) die zweite Gymnasialklasse; von der zweiten auf 

cj) die fünfte Gymnasialklasse und endlich von der fünften auf 

h) die erste Gymnasialklasse, und ist in der ganzen achtgliedrigen Reihenfolge 
keiner zu finden, welcher den Stiftungsbedingnissen entsprechen kann, so sollen die 
entfallenden Jahresinteressen per vierzig Gulden Conv. Münze keineswegs aut oder für 
das folgende Jahr zurückgelegt werden, sondern sie sollen in einem solchen Fehljahre 
an das Stadtpfarr- Armeninstitut abgeliefert werden, damit auf diese Weise die Interessen 
vom Stiftungskapitale der löblichen Bürgerschaft von Eger zu Guten kommen, gegen 
welche ich mich erkenntlich zu erzeigen bei Errichtung der Stiftung die Absicht hatte. 

Fällt die Vertheilung in einem Jahre auf die siebente Gymnasialklasse, so macht 
dieses kein Hindernis, dass die Betheiligten nicht auch im folgenden Jahre ihre ersten 
Ansprüche behaupten, wenn sie im folgenden Jahre noch dieselben Eigenschaften 
besitzen. 

Von diesem Anhänge ist dem P. T. Herrn Gymnasial-Direktor ebenso wie von dem 
Stiftsbriefe eine getreue Abschrift zu überreichen. 

Zur Bekräftigung dieser nachträglichen Erklärung habe ich dieselbe eigenhändig 
geschrieben und unterschrieben, von zwei erbetenen Zeugen mitfertigen lassen und mein 
gewöhnliches Handsigill beigedrückt. 

So geschehen zu Waidhofen an der Ybbs in Österreich unter der Enns, am 
10. Jänner 1853. 


Augustin Lorenz mp., (L. S.) Joh. Mathias Güntner mp., 

Dechant uud Pfarrer in Waidhofen an der Ybbs, pens. Pfarrer von Winklarn, d. Z. wohnhaft zu 
als Zeuge. Waidhofen an der Ybbs. 

Josef Winkler mp., 
als Zeuge. 


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15 


P. Johann Matthias Güntoer. 


P. Jan Matej Güntner. 


15 


Diese von der Partei selbst besorgte und zum Amtsgebrauclie bestimmte Abschrift 
ist mit dem auf 30 kr. CMze Stempel ausgefertigten Originalnachtrage vom 10. Oktober 
1853, zum Messenstiftsbriefe vom 10. Oktober 1851 gehörig — vollkommen gleichlautend. 

Expedit des k. k. stiidt. del. Bezirksgerichtes. 

Eger den 4. Jänner 1897. 

(L. S.) Sattler mp., 

k. k. Hilfsämter-Vorsteher. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statthai- Overeny opis u c. k. imstodrzitelstvi v Praze. 

terei zu Prag. 


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16 


Adalbert Kablik. 


Vojtech Kablik. 


16 


3ST. 

1852 

Mai 29. kvetna. 


Adalbert Kablik’sche Pharmaceuten- 
Stiftung. 

Adalbert Kablilc , Bürger und 
Apotheker in Hohenclbc , hat in seinem 
Testamente de dato Hohenelbe den 29. Mai 
1852 eine pharmaceutische Stiftung mit 
einem Capitale von 1000 fl, C, M, errichtet 
und bestimmt , dass die jährlichen 
Interessen des Stif tun gs Capital s 
zur Unterstützung eines fähigen, 
gesitteten , armen Apo thekergehil - 
fen behufs Fortsetzung seiner 
pharmaceutis ch e n U n i versitäts - 

Studien verwendet teer den sollen, 
Uber die Verwaltung und angemessene 
Verwendung dieser Stiftung sollte das 
böhmische Apothekerhauptgremium in Frag 
nach Mehrheit der Stimmen das Hecht 
haben zu entscheiden. 

Der Stiftsbrief wurde in Prag am 
16, Juli 1855 ausgefertigt und van der 
Statthalterei am 31, Dcccmber 1855 bestätigt. 
Gegenwärtig wird d iese Stiftung im 
Sinne dieses Stiftsbriefes von dem Apo - 
th elce rhauptgremium in Prag auf 
die Dauer der pharmaceutis dien 
Studien verliehen. 

Das Stiftungsvermögen wird 
von der k, k. Statthalter ei verwaltet 
und beträgt 1257 fl, 10 kr. 

Aus dem Erträgnisse dieses Capitals 
wird ein Stipendium mit der jährlichen 
Gebür von 46 fl. 17 kr. dotiert. 


Nadäni Vojtecha kablika pro 
farmaceuty. 

V ojtöch Kablt k, mesfan a lekärnik 
vc Vrchlabi , zridil ve sve zäveti sepsane 
dne 29. kvötna 1852 farmaccuticke naddni 
jistinou 1000 zl. konv. m. a ustanovil, ze 
kazdoroönich ürokü j ist in y n ad ac n i 
pouziti jest ku podpore schopncho , 
mravneho, ch u d eh o lekärnickeho 
pomoenika , aby mohl pokracovati 
ve svijch unirersitnich studiieh 
farmaceuticky ch. 

Prdro rozhodovati o sprdvÖ a pfimö- 
renem uziti teto nadacc, a to vötsinou hlasü , 
prisluseti milo Öcskemu gremiu lekärnikü 
v Praze. 

List nadacni byl v Praze dne 16. ccr- 
vence 1855 vyhotoven a mistodrzitelstvhn 
dne 31. prosince 1855 potvrzen. 

Ny nt udili nadaci po smyslu tohoto 
listu nadaeniho hlavnx gremium lekär- 
nikü v Praze na dobu studii farma- 
ceuticky ch. 

Jmeni nadacni v obnos u 1257 zl. 
10 kr. spravuje c. k. mistodrzi - 
telstvi. 

Z vytczku jistiny teto dotuje se jedno 
Stipendium s roenim pozitkem 46 zl. 17 kr. 


I. 

Mein letzter Wille. 

Da zwischen mir und meiner lieben Gattin Josefina, geborne Ettel, ein Ehevertrag 
besteht, der auf einem 20 fl.igen Stempelbogen am 6. Oktober 1816 ausgefertigt und 
allseitig unterschrieben worden ist, so habe ich nur noch zur Vermeidung aller Zweifel 
und Missverständnissen bei voller Gesundheit des Körpers und des Geistes in Hinsicht 
meiner Verlassenschaft folgende Verfügungen zu treffen für gut befunden. 


6. Zur Begründung eines pharmaceutischen Stipendiums bestimme ich auch ein 
Kapital von eintausend Gulden Conv. Silbermünze, wovon die jährlichen 5% Zinsen zur 
Unterstützung eines fähigen, gesitteten, armen Apothekergehilfen zur Fortsetzung seiner 


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17 


Adalbert Kablik. 


Yojtecb Kablik. 


17 


pharmaceutisclien Universitätsstudien verwendet werden sollen : über die Verwaltung und 
angemessene Verwendung dieses Stipendiums hat das löbliche böhmische Apotheker- 
Hauptgremium in Prag nach Mehrheit der Stimmen das Recht zu entscheiden, wobei 
ich bemerke, dass wenn von diesen 2 Vermächtnissen sub 5 u. 6 eine Erb- oder andere 
Steuer und sonstige Gebühren und Kosten zu entrichten kommen, diese alle meine 
Universalerbin separat zu entrichten hat. damit diese beiden Posten 5 u. 6 ungeschmälert 
ihre Bestimmung erlangen mögen. 


Vorstehenden letzten Willen habe ich eigenhändig geschrieben und unterschrieben. 
Hohenelbe am 29. Mai 1852. 


Adalbert Kablik mp. 


Ex originali. 


Expeditamt des k. k. Bezirkskollegialgerichts 
Hohenelbe am 14. September 1653. 


<L. S.) 


Zika mp. 


Beglaubigte einfache Abschrift bei der k. k. 
Statthalterei in Prag. 


Overeny jednoduchy opis u c. k. raistodrzitelstvi 
v Praze. 


II. 

Stiftsbrief 

der Adalbert Kablik'schen pharmaceutisclien Studenten-Stiftung. 

Wir endesgefertigten Vorsteher des fiir die Provinz Böhmen zu Prag bestehenden 
Apotheker-Hauptgremiums urkunden und bestätigen kraft dieses Stiftsbriefes, es habe 
der zu Hohenelbe verstorbene Bürger und Apotheker Herr Adalbert Kablik zufolge des 
sechsten Absatzes seines schriftlichen Testamentes de dato Hohenelbe 28. Mai 1852 
nachstehende Anordnung gemacht. 

.Zur Begründung eines pharmaceutisclien Stipendiums bestimme ich ein Kapital 
.von eintausend Gulden in Conv. Münze, wovon die jährlichen 5° 0 Zinsen zur Unter- 
stützung eines fähigen, gesitteten, armen Apothekergehilfeu zur Fortsetzung seiner 
-pharmaceutischen Universitätsstudien verwendet werden sollen: über die Verwaltung 
T und angemessene Verwendung dieses Stipendiums hat das löbliche Böhmens Apotheker- 
.liauptgremium in Prag nach Mehrheit der Stimmen das Recht zu entscheiden.“ 

Nachdem nun dieses Stiftungskapital per 1000 fl. CM. von dessen hiuterbliebenen 
Frau Witwe und zugleich berufenen Universalerbin bei dem böhmischen Studenten- 
stiftungsfondo erlegt und durch den Ankauf der bereits auf den Namen dieser Stiftung 
vinkulirten Staatsoldigationen. als der Verlosungsobligation Nro 57.902 ddo. l.MärzlS45 

zu 4 °/o per 100 fl. 

dann der Anlebens-Obligation Nro 5520 ddto. 15. April 1854 zu 4 , ' 2 ° /0 per . . 1200 fr. 
sichergestellt worden i>t : so geloben wrir gefertigten Vorsteher dieses Apotheker-Haupt- 
gremiums für uns und unsere Nachfolger. die>c Stiftung nach Weisung de< diesfälligen 
Stiftsbriefes für ewige Zeiten aufrecht zu erhalten und getreulich zu erfüllen, die jährlichen 
Zinsen rechtzeitig zu erheben und selbe nach dem stifteri>chen Willen einem von uns 
nach Mehrheit der Stimmen gewählten, fähigen, gesitteten und armen Apothekergehilfen 
zur Fortsetzung seiner pharmaceutischen Universitätsstudien bis zu deren Beendigung 
zukommen zu lassen, wo sodann die>e Stiftung wieder auf einen andern zu übergehen 
hat: mit diesem Stiftungskapitale ohne Bewilligung der hohen k. k. Statthalterei keine 
Änderung vorzunehmen, sowie auch über die Erhebung und Verwendung dieser Interessen 
nach Ablauf eines jeden Militärjahres die Rechnung der k. k. Provinzial-Staatsbuch- 
haltung zur Revision vorzulegen. 

VL r; 


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18 


Adalbert Kablik. 


Vojtech Kablik. 


18 


Zur Urkund dessen ist der gegenwärtige Stiftsbrief in drei Parien, wovon das eine 
bei der hohen k. k. Statthalterei, das zweite bei dem Apotheker-Hauptgremium in Prag, 
und das dritte bei der Studentenstiftungs-Fondskassa aufbewahrt werden soll, ausgefertigt 
und von uns, dann zwei Zeugen eigenhändig gefertigt worden. 

So geschehen Prag am 16. Juli 1855. 


Mathias Hoffaiker mp., 
als ersuchter Zeuge. 

Christoph Karnoll mp., 
als ersuchter Zeuge. 


F. W. Wittigk mp., 

Ober Vorsteher. 

Bernt Mathias mp., 
Mitvorsteher. 

Josef Dittrich mp., 
Mitvorsteher. 


Nr. 59.150. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der Böhmischen k. k. Statthalterei. 

Prag, am 31. Dezember 1855. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Forgäch mp. 

Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k mistodrzitelstvi v Praze. 


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19 


JUDr. Florian Karl Chromey. 


JUDr. Florian Karel Chromy. 


19 


388 . 

1852 

Juni 26. cervna. 


JUDr. Florian Karl l’hromey’sche 
Studenten-Stiftung. 

JUDr . Florian Karl Chromey, 
emeritierter Landesadvocat und Wechselnotar 
in Prag , widmete in seiner letztwilligen 
Anordnung de dato Prag den 26. Juni 1852 
sein nach Berichtigung der Legate erübri- 
gendes gesummtes Vermögen zur Errichtung 
einet* Studenten-Stiftung in der Art, dass 
aus dessen Erträgnisse Plätze mit 
eitier Jahresgebür von 100 fl. C. M. 
für die unteren Schulen bis zur 
Philos o phie, dagegen f ür die 
höheren Schulen, als Philosophie, 
Jurisprudenz und Medicin, Plätze 
mit einer Jahresgebür von 200 fl. 
C. M. errichtet werden sollen*). 

Auf den Genuss dieser Stiftung 
haben überhaupt Anspruch arme 
Knaben oder Jüngling e aus dem 
Bauernstände, die sich durch ein 
. tadelloses sittliches Betragen aus- 
zeichnen, sehr fleissig sind, d. i. in 
der Schule einen sehr guten, aus- 
gezeichneten oder vorzüglichen 
Fortgang aus allen Lehrgegen- 
ständen an den Tag legen , Jeein 
eigenes V ermög en haben, und deren 
Eltern nicht vermögend sind, die 
nothwendigen B edürfnisse eines 
studierenden Sohnes zu bestr eiten. 

Unter Festhaltung dieser allge- 
meinen Bestimmungen sind zum 
Stiftungsgenu sse berufen: 

a) Knaben oder Jüngling e aus der 
Verwandtschaft des Stifters 
nach der Nähe des Verwandt- 
schaftsgrades; sollten sie mit 
dem Stifter im selben Grade 
verwandt sein, so gibt die 
höhere Schule den Vorzug; 
sollten sie im selben Grade 


*) Laut der Entscheidung des Ministeriums für 
Cultus und Unterricht vom 5. Mai 1886, Z. 7502, 
kann der Genuss dieser Stiftung nur Hörern der 
drei weltlichen Facultäten zugestanden werden. 

VI. 


Studentske nadäni JIDra Floriana 
Karla Chromeho. 

JUDr . Florian Karel Chromy, 
emer. zemsky advokdt a smeneeni notär 
v Praze , venoval ve svem poslednim pofizeni 
sepsanem v Praze dne 26. öervna 1852 sve 
veskere jmeni, ktere po zapraveni odkazü 
zbude, na zrizeni studentskeho nadäni v ten 
zpüsob , ze z vynosu jeho mista s roc- 
nim pozitkem po 100 zl. konv. m. pro 
nizsi skoly az do filosofie, a pro 
vyssi skoly, j ako f ilosofii, präva a 
lekarstv % mista s roenim po&itkcm 
po 200 zl. konv. m. zfiditi se maji*). 


Na pozitek nadaöni maji vübec 
närok chudihosi neb jinosi ze stavu 
selskeho, ktefi vy znamenävaji se 
bezühonnym mravnym choväntm , 
velmi pilni jsou, t.j. ve skole velmi 
dobry, vyborny neb vyteöny pro- 
spech ve vsech predmötech uöebnych 
v ykazuji, vlastniho jmöni nem aj t, a 
jichz rodiöe ne jsou s to nutne 
potreby studujtciho syna uhraditi. 


Za techto vseobecnycli podmtnelc 
jsou ku pozitku nadaönimu povo- 
läni : 

a) Jiosi neb jinosi z pribuzenstva 
zakladatelova die blizkosti 
stupne p r ibuzenstvi; jso u-l i 
se zakladatelem v temz stupni 
pribuzni, mä ten prednost, kdo 
vyssi §kolu navstevuje, jsou-li 
v temze stupni pribuzni a tütez 
skolu navstövuji , rozhoduje 


*) Vedle rozhodnuti ministeria zalezitosti 
duchovnich a vyuöovani ze dne 5. kvetna 1886, 
c. 7502, mohou k pozitku nadaönimu jen posluchaci 
tri svetskyeh fakult se povolati. 

3* 


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20 


20 


JUDr. Florian Karl Chromey. 

verwandt und in derselben 
Schule sein , so entscheidet das 
höhere Alter ; falls sie in der 
nämlichen Schule und in dem- 
selben Alter sein sollten , so 
müsste z irischen ihnen das Los 
ents ch eide n. Falls hei ne Kn a b en 
oder Jünglinge aus der Ver- 
wandtschaft des Stifters mit 
d e n v orge s ch ri ebenen Ei ge n - 
ä ch afte n v orha n d e n w ü re n, s i n d 
berufen 

b) Knaben oder Jü ngli n g e a u s 
dem Geburtsorte des Stifters 
Oppalit z, Budweiser Kreis in 
Böhmen , in deren Abgang 

c) Knaben oder Jü n g linge a n s 
der Pfarre Steinkirchen , Bud- 
weiser Kreis , vormals Krn- 
maucr Herrschaft , in deren 
Abgang 

d) Knaben oder Jüngling e von der 
vormaligen Herrsch aft Kru mau, 
in deren Ermanglung 

e) Knaben oder Jünglinge aus 
dem Budweiser Kreise, und in 
deren Abgang 

f) Knaben oder Jünglinge aus 
dem Königreiche Böhmen . 

Unter mehreren Bewerbern in 
einer der unter b)bis f) an g c f ührten 
Kategorien entscheidet die höhere 
S ch ule, hei gl ei ch er Schule das 
höhere Alter und bei gleichem Alter 
das Los . 

Jeder Knabe oder Jüngling , welcher 
bereits eine solche Stiftung geniesst und für 
das folgende Jahr wieder gemessen will , hat 
zu beweisen, dass er in dem vet'flossenen 
Jahre sich durch ein tadelloses sittliches 
Betragen anszeichnete , sehr fleissig war und 
in allen Lehrgegenständen einen sehr guten 
oder ausgezeichneten oder vorzüglichen Fort- 
gang gemacht hat . 

Sollte ein Stiftling , welcher einen für 
die unteren Schulen bestimmten Platz 
geniesst , in die höheren Schulen übertreten 
und bei dessen Übertritt keine Stiftung für 
die höheren Schulen erledigt sein , so kann 
er die ihm bereits verliehene Stiftung fort- 
beziehen, wenn er beweist, dass er sich in 
der letzten C lasse durch ein tadelloses 
sittliches Verhalten ausgezeichnet hat, sehr 
fleissig war und aus allen Lehrgegenständen 


JUDr. Florian Karel Cbromy. 

vyssi vek, a kdyby v tezc skole 
a tehoz vvku byli , rozhodnouti 
by bylo mezi ninii losem; ne- 
bylo-li by tu hochü neb jinoch ä 
z pribuzenstva zakladate lov a 
predepsan ych vlastnosti, j so u 
povoldi n i 


b) hosi neb jinoSi z rodist e zalcla- 
datelova,Opalic v Budej o r i c feem 
k r aji v C e ch d ch , n c n i -li ta k o r y ch 

e ) h o s i n e b j inosi z fa r y K a m e n n o- 
U j ezds k e v k r aj i B u d ej ov ick em , 
druhdy na panstvi Krumlov- 
s k e m, n e n i-l i j i ch 

d) hosi neb j inosi z byvaleho 
panstvi Krumlovskilio , ncni-li 
takovy ch 

e) hosi neb j i n osi z Bu d ej o v i c k eh o 
kraje, a kdyby i tech tu nebylo 

f) hosi neb j inosi z lcrdlovstvi 
Öeskeh o. 

Mezi nikolika zadateli v jedne 
z lcategor ii pöd b) az f) tivedeny ch 
rozhoduje vy&si skola, je-li skola 
stejnä, vyssi vek a je-li v e k stejny, 
rozhoduje los. 

Kazdy hoch neb jinoch, kteryz takore 
nadace jiz pozlvd a pflstim rokem opet 
pozivati chce, must prokdzati, ze v roce 
minulem vyznaniendval se bezühonmjm mrav- 
nym chovdnim , ze velmi pilnym byl a ze re 
vsech predmetech ucebnych velmi dobre, neb 
ryborne neb vytecne prospei . 


Prestoupil-li by nadanec, kteryz pozivd 
mista pro niSSi skoly uröeneho, do skol 
rysSich, a nebyla-li by pri jeho pfestonpeni 
nadace pro vyssi skoly upräzclnöna , müze 
nadace ji% propüjcene i naddle pozivati, 
prokdze-li , ze v posledni tridö vyznamendval 
se beztthonnym mravnym chovdnim, velmi 
pilnym byl a ze ve vsech predmetech uceb- 
nych velmi dobre, neb vyborne neb vytecne 
prospei. Tyz prükuz poddn bndiz pri pre- 


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21 


JUDr. Florian Karl Chromey. 


.TUDr. Florian Karel Chromy. 


21 


einen sehr guten, vorzüglichen oder aus- 
gezeichneten Erfolg gemacht hat . Derselbe 
Nachweis ist beim Übertritte in eine höhere 
Schule zum Behufe der Erlangung einer 
Stiftung der höheren Kategorie zu liefern *) 

Sollte ein Stiftung die Doctorswürde 
an einer Facultät erlangen wollen , so kann 
er die ihm verliehene Stiftung auch während 
der strengen Prüfungen fortbeziehen , wenn 
er beweist , dass er in einem Jahre zwei 
strenge Prüfungen abgelegt hat . Er soll 
demnach die Stiftung für das erste Jahr 
erst nach der abgelegten zweiten strengen 
Prüfung und für das zweite Jahr nach der 
abgelegten vierten strengen Prüfung beziehen. 

Als Wunsch wurde vom Stifter aus- 
gesprochen , dass seine Stiftlinge ein Glei- 
ches , wie er that, mit der Zeit thun und sieh 
unter einander mit Lehren , Bath und That 
unterstützen . 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde am 
S. Juli 1861 ausgefertigt und von der k. k. 
Statthalterei in Prag am 20. Jänner 1862 
bestätigt. 

Zur Zeit der Stiftsbrieferrichtung 
betrug das Vermögen dieser Stiftung 
28.918 fl. ö. W. 

Gegenw ä rt i g w ird diese St i f- 
t u n g von der k. lc. Statthalt et e i i n 
Prag regia coli ationc im Sinne der 
Anordnungen des Stiftsbriefes 
verliehe n. 

Das Stiftungsvermögen , welches eben- 
falls von der h. k. Statthalterei in Prag 
verwaltet wird beträgt 62.107 fl. 60 kr., aus 
dessen Beinerträgnisse 6 Plätze mit der 
Jahresgebür von je 105 ft. und fünf Plätze 
mit der Jahresgebür von je 210 fl. dotiert 
werden . **) 


stoupeni do vgssi tridg k ücelu dosazem 
nadace vgssi kategor ie . *) 


Chtel-li hg nadanee Jiodnosti doktorske 
na nektere z fakult dojiti , müze propüjcene . 
nadace i po cas pnsngeh zkousek ddle po- 
zivati , prßkdze-li , ze r jeclnom voce dre 
prisne zkouskg slozil. Nadanci takoremu md 
sc tedg pozitku nadacnilio za prrni rok 
teprve po odbyte drnhc prisne zkousce a za 
druhg rok po odbgte etvrte prisne zkousce 
dostati. 

Zakladatel vgsloeil prdni, abg nadanci 
jeho sveho casn totez konali, co on bgl konal , 
a abg se navzdjem poucovdmm , radou a 
skutkem podporovali. 

List nadaeni o nadaei teto bgl 8. cer- 
vence 1861 vghotoven a e. k. mistodr ziteist r i m 
v Praze dne 20. ledna 1862 potvrzcn. 

V dobe rghotoveni listu nadaemho obnd- 
selo jmeni nadace teto 28.918 zl. r. <:. 

Ngni udili nadaei tuto c. k. 
mi stodr zitelstvi v Praze regia 
collatione po smgsht nartzeni listu . 
nadaenih o. 

Jmeni nadaöni, spravovane rovntS e. k. 
mistodrzitelstvim v Praze, obndsi 62J07 zl.- 
50 kr.; z cistehö vgtezku jeho dotuje se 
5 mist s roentm pozitkem po 105 zl. a pet 
mist s roenfm pozitkem po 210 zl.**j 


I. 

Im Namen der allerheiligsten Dreieinigkeit Gott des Vaters, Gott des Sohnes, Gott des' 

heiligen Geistes. Amen! 

Da es gemäss der Vernunft, der Philosophie und der Religion eine einleuchtende 
Pflicht des Menschen ist, dass sich derselbe stets bestreben soll, durch Wort und That 
aus reiner Liehe zu Gott sein Möglichstes zum allgemeinen Wohle beizutragen: so habe 


ich Endesgefertigter, um auch dies zum I 


*) Laut der Entscheidung des Ministeriums 
für Cultns und Unterricht vom 14. November 1895, 
Z. 25.096, entspricht ein Stiftling dieser Bedingung, 
wenn er in dem Zeugnisse für das zweite Semester 
der 8. Gymnasialeiasse (nicht in dem Maturitäts- 
zeugnisse) durchwegs Yorzugsclassen erhalten hat. 

**) Die Errichtung von neuen Stiftungs- 
plätzea ist im Zuge der Verhandlung. 


il durch meinen letzten Willen zu erreichen, 


*) Vedle rozhodnuti ministeria zülezitosti 
dnchovnich a vyucovüm ze dne 14. listopadu 1895. 
c. 25.096, vyhovi nadanee podminee teto, obdrzi-li 
ve vysvedeeni pro clrnlie pülleti 8. th'dy gymnasi- 
ale (ne vc vysvedeem raaturitmm) vesmes vyborne 
znäraky. 

**) ZW/. ein novych mist nadaenieb se jiz pro- 
jednävä. 


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JUDr. Florian Karl Chromey. 


JUDr. Florian Karel Chromy. 


22 


bei ungeschwächter Vernunft, voller Besonnenheit, reifer Überlegung, ernst und frei, 
folgende letztwillige Anordnung errichtet. 


§ 6. Der Frau Franziska Nitschka, geborene Schindelarsch, vermache ich einhundert 
fünfzig Gulden Conv. Mze. 

§ 7. Mein in der Obstgasse gelegenes Haus NC. 372 — I. soll öffentlich versteigert 
werden. Meine Einrichtung, meine Bilder, Kupferstiche, Pretiosen und alle meine Sachen 
sollen gleichfalls öffentlich versteigert werden. 

§ 8. Nach Berichtigung der Legate soll mein übriges ganzes Vermögen pragmatikal 
sicher auf Hypotheken in das erste Drittel des gerichtlichen Schätzungswerthes gegen 
fünf Percent Zinsen angelegt und zu Studentenstiftungen verwendet werden, weil ich das 
allgemeine Wohl am besten zu befördern glaube, wenn ich arme junge, ausgezeichnete 
Talente bei den Studien unterstütze. Es sollen daher Studenten-Stiftungen von jährlichen 
einhundert Gulden Conv. Mze für die untern Schulen bis zur Philosophie, dagegen für 
die höheren Schulen, als Philosophie, Jurisprudenz und Medicin sollen Studentenstiftungen 
von jährlichen zweihundert Gulden Conv. Mze errichtet werden. 

Es versteht sich, dass für eine solche kleinere Stiftung ein Bedeckungskapital von 
zweitausend Gulden Conv. Mze und für eine grössere Stiftung ein Bedeckungskapital von 
viertausend Gulden Conv. Mze nothwendig sein wird. 

§ 9. In meinem Vermögen befindet sich auch ein Los, das ist eine Schuldverschreibung 
von fünfzig Gulden Conv. Mze als Antheil von dem k. k. Anlehen von 30,000.000 Gulden 
Conv. Mze ddto. Wien den 24. April 1839 Nro 87.179 Serie 4359. Dieses Los soll 
aufbewahrt werden und die Ziehung abgewartet werden und, was damit gewonnen wird, 
auch ganz zu solchen Studentenstiftungen verwendet werden. 

§ 10. Ich verordne, da9s, w r enn es thunlich sein wird, eben so viele Stiftungen für 
die untern, wie für die benannten höheren Schulen errichtet werden. Sollte sich das 
nicht ausmitteln lassen, so kann um eine Stiftung mehr von den kleinern oder von den 
grossem Stiftungen errichtet werden. 

Sollte vielleicht nach Ausmittlung einer solchen Zahl von Stiftungen ein Kapitals- 
betrag nicht von vollen zweitausend Gulden Conv. Mze, aber doch wenigstens von 
fünfhtindert Gulden Conv. Mze übrig bleiben, so ist auch [sic! 1. aus] einem solchen 
nicht volle zweitausend Gulden Conv. Mze ausmachenden Kapitalsbetrage eine kleine 
Stiftung von nicht vollen jährlichen einhundert [Gulden] Conv. Mze zu errichten. 

Sollte aber der übrig gebliebene Kapitalsbetrag nach so ausgemittelten Stiftungen 
nicht volle fünfhundert Gulden Conv. Mze betragen, so soll dieser Betrag dem Herrn 
Johann Osowsky, Kaufmann in Prerau in Mähren, welcher ein Sohn meiner ältesten 
Schwester Margaretha Osowsky, geborenen Chromy oder Dworäk, ist, ganz zufallen. 

§ 11. Auf eine solche von mir angeordnete Studentenstiftung werden vor allen aus 
meiner Verwandtschaft nach der Nähe des Verwandtschaftsgrades arme Knaben oder 
Jünglinge aus dem Bauernstände Anspruch haben, welche sich durch ein tadelloses 
sittliches Betragen auszeichnen und sehr fleissig sind und einen sehr guten, aus- 
gezeichneten oder vorzüglichen Fortgang aus allen Lehrgegenständen, welche in der 
Schule, in der sie sind, gelehrt werden, an den Tag legen und beweisen. Sollten sie in 
dem nämlichen Grade verwandt sein, so gibt die höhere Schule den Vorzug. Sollten sie 
in dem nämlichen Grade verwandt und in der nämlichen Schule sein, so gibt das höhere 
Alter den Vorzug; sollten sie in der nämlichen Schule und von demselben Alter sein, so 
müsste zwischen ihnen das Los entscheiden. 

§ 12. Unter armen Knaben oder Jüngliugen verstehe ich solche Knaben oder 
Jünglinge aus dem Bauernstände, die kein eigenes Vermögen haben und deren Eltern 
nicht vermögend sind, die nothwendigen Bedürfnisse eines studirenden Sohnes zu 
bestreiten. 

§ 13. Würden, wie in früherer Zeit, die Schüler in jedem Jahre Semestral- oder 
Annual-Prüfungen haben und wie in früherer Zeit in jeder Schule nach überstandenen 
Prüfungen den Schülern Klassen und Zeugnisse hierüber ertheilt werden: so würde es 
zureichen, wenn ein solcher arme Knabe oder Jüngling aus den Sitten und dem Fleisse 
und aus allen Lehrgegenständen seiner Schule die Eminenz oder Vorzugsklasse hätte; 
da aber gegenwärtig solche Prüfungen nicht bestehen, so müssen anne Knaben oder 
Jünglinge aus dem Bauernstände, welche eine solche Studentenstiftung erlangen wollen, 


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JÜDr. Florian Karl Chromey. 


JUDr. Florian Karel Chromy. 


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sich von ihren Hr. Doceuten (Lehrern oder Professoren) prüfen lassen und von denselben 
Zeugnisse beibringen und durch die Zeugnisse beweisen, dass sie im letzten Schuljahre 
sich durch ein tadellos sittliches Betragen auszeichneten, sehr fleissig waren und in 
allen Lehrgegenständen, welche in der Schule, in der sie waren, gelehrt wurden, einen 
sehr guten oder ausgezeichneten oder vorzüglichen Fortgang gemacht haben, wenn sie 
auch noch so nahe mit mir verwandt wären. 

§ 14. Jeder Knabe oder Jüngling, welcher eine solche Stiftung bereits geniesst und 
für das folgende Jahr wieder geniessen will, muss sich zu Ende eines jeden Schuljahres 
von seinen Herren Docenten (Lehrern oder Professoren) prüfen lassen, um durch von 
denselben erhaltene Zeugnisse zu beweisen, dass er sich in dem beschlossenen Schuljahre 
durch ein tadellos sittliches Betragen auszeichnete und sehr fleissig war und in allen 
Lehrgegenständen, welche in der Schule, die er absolvirt hat, gelehrt wurden, einen 
sehr guten oder ausgezeichneten oder vorzüglichen Fortgang gemacht hat. 

Beweiset er nicht die angeführten Erfordernisse und die vorgescbriebene Aus- 
zeichnung, so ist dadurch die Stiftung für ilin verloren und an einen Würdigen, welcher 
mit den vorgeschriebenen Erfordernissen und mit der vorgeschriebeoen Auszeichnung 
versehen ist, zu vergeben, weil meine Stiftungen nur für diejenigen Knaben oder Jüng- 
linge bestimmt sind, welche arm und aus dem Bauernstände sind und sich während der 
Studien durch ein tadellos sittliches Betragen auszeichnen und sehr fleissig und in allen 
Lehrgegenständen, [die] in der Schule, in der sie sind, gelehrt wurden, *inen sehr guten 
oder ausgezeichneten oder vorzüglichen Fortgang machen und nach vollendeten Studien 
der Menschheit nützliche und wichtige Dienste leisten sollen. 

§ 19. Ist kein Knabe oder Jüngling mit den vorgeschriebenen Erfordernissen und 
Eigenschaften aus meiner Verwandtschaft vorhanden, so hat ein armer Knabe oder 
Jüngling aus meinem Geburtsorte, das ist aus dem Dorfe Oppalitz, Krumauer Herrschaft, 
Budweiser Kreises in Böhmen, den Anspruch auf eine solche Studentenstiltung. » wenn er 
beweiset, dass er sich während seines bisherigen Studiums immer durch ein tadellos 
sittliches Betragen ausgezeichnet und sehr fleissig w T ar und in allen Lehrgegenständen, 
[die] in den Schulen, in welchen er war, gelehrt wurden, einen sehr guten oder aus- 
gezeichneten oder vorzüglichen Fortgang gemacht hat. 

Sind mehrere mit den angeführten Erfordernissen und Eigenschaften nur aus meinem 
Geburtsorte versehen vorhanden, so gibt die höhere Schule den Vorzug, sind diese 
mehrere aus der nämlichen Schule, so gibt das höhere Alter den Vorzug, würden diese 
mehrere von der nämlichen Schule und von gleichem Alter sein, so müsste zwischen 
ihnen das Los entscheiden. 

§ 20. Ist kein Knabe oder Jüngling mit den vorgeschriebenen Erfordernissen und 
Eigenschaften weder aus meiner Verwandtschaft noch aus meinem oben erwähnten 
Geburtsorte vorhanden, so hat ein armer Knabe oder Jüngling aus dem Bauernstände 
meiner Pfarre Steinkirchen, Krumauer Herrschaft, Budweiser Kreises in Böhmen, den 
Anspruch auf eine solche Studentenstiftung, wenn er beweiset, dass er die im obigen 
§ 19 für einen Knaben oder Jüngling meines Geburtsortes vorgeschriebenen Erfordernisse 
und Eigenschaften besitzt. 

Sind mehrere, mit den vorgeschriebenen Erfordernissen und Eigenschaften versehen, 
nur aus meiner Pfarre Steinkirchen vorhanden, so wird bei der Verleihung der Stiftung 
so verfahren wie es im § 19 bei mehreren Würdigen meines Geburtsortes vorge- 
schrieben ist. 

§ 21. Ist kein Knabe oder Jüngling, mit den vorgeschriebenen Erfordernissen und 
Eigenschaften versehen, weder aus meiner Verwandtschaft noch aus meinem oben 
angeführten Geburtsorte noch aus meiner oben angeführten Pfarre vorhanden, so hat 
ein armer Knabe oder Jüngling aus dem Bauernstände der Herrschaft Krumau, Budweiser 
Kreises in Böhmen, den Anspruch auf eine solche Studentenstiftung, wenn er beweiset, 
dass er sich während seines bisherigen Studiums immer durch ein tadellos sittliches 
Betragen ausgezeichnet und sehr fleissig war und aus allen Lehrgegenständen, welche in 
der Schule, in welcher er war, gelehrt wurden, einen sehr guten oder ausgezeichneten 
oder vorzüglichen Fortgang gemacht hat. Sind mehrere mit den vorgeschriebenen 
Erfordernissen und Eigenschaften versehen und von der Herrschaft Krumau vorhanden, 
so wird bei der Verleihung der Stiftung so verfahren, wie es im § 19 bei mehreren 
Würdigen meines Geburtsortes vorgeschrieben ist. 


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JUDr. Florian Karl Chromey. 


JUDr. Florian Karel Chrom\ f . 


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§ 22, Ist kein Knabe oder Jüngling, mit den vorgeschriebenen Erfordernissen und 
Eigenschaften versehen, weder aus meiner Verwandtschaft noch aus meinem obenangeführten 
Geburtsorte noch aus meiner obenangeführten Pfarre noch von der oben angeführten 
Herrschaft Krumau vorhanden, so hat ein armer Knabe oder Jüngling aus dem Bauern- 
stände des Budweiser Kreises in Böhmen den Anspruch auf eine solche Studentenstiftung, 
wenn er beweiset, dass er sich während seines bisherigen Studiums immer durch ein 
tadellos sittliches Betragen ausgezeichnet und sehr fleissig war und aus allen Lehr- 
gegenständen, welche in der Schule, in welcher er war, gelehrt wurden, einen sehr guten 
oder ausgezeichneten oder vorzüglichen Fortgang gemacht hat. Sind mehrere, mit den 
vorgeschriebenen Erfordernissen und Eigenschaften versehen, nur aus dem Budweiser 
Kreise vorhanden, so wird bei der Verleihung der Stiftung so verfahren wie es im § l!l 
hei mehreren Würdigen meines Geburtsortes vorgeschrieben ist. 

§ 23. Ist kein Knabe oder Jüngling mit den vorgeschriebenen Erfordernissen und 
Eigenschaften weder aus meiner Verwandtschaft noch aus meinem Geburtsorte noch aus 
meiner Pfarre noch von der Herrschaft Krumau noch aus dem Budweiser Kreise vorhanden : 
so hat ein armer Knabe oder Jüngling aus dem Bauernstände des Königreiches Böhmen 
den Anspruch auf eine solche Studentenstiftung, wenn er beweiset, dass er sich während 
seines bisherigen Studiums immer durch ein tadellos sittliches Betragen ausgezeichnet 
und sehr fleissig war und aus allen Lehrgegenständen, [die] in den Schulen, in welchen 
er war, gelehrt wurden, einen sehr guten oder ausgezeichneten oder vorzüglichen Fortgang 
gemacht hat. 

Sind mehrere, mit den vorgeschriebenen Erfordernissen und Eigenschaften versehen, 
nur aus dem Königreiche Böhmen vorhanden, so wird bei der Verleihung der Stiftung 
so verfahren, wie es im § 19 bei mehreren Würdigen meines Geburtsortes vorge- 
schrieben ist. 

Sollte, wenn ein Stiftling, welcher eine meiner Stiftungen für die untern Schulen 
geniesst, beim Übertritt in die höheren Schulen keine Stiftung für die höheren Schulen 
erledigt sein [sic], so kann er, wenn er beweiset, dass er sich in der letzten untern Schule 
durch ein tadellos sittliches Betragen ausgezeichnet und sehr fleissig war und aus allen 
Lehrgegenständen, welche in der letzten untern Schule, die er absolvirt hat, gelehrt 
wurden, einen sein* guten und ausgezeichneten oder vorzüglichen Fortgang gemacht hat, 
diese Stiftung, für die untern Schulen erlangt, geniessen. 

Diesen Beweis hat er auch zu führen, wenn er beim Übertritt in eine höhere Schule 
eine höhere Stiftung erlangen will. 

Sollte von den Stiftlingen der eine oder der andere Rigorosa machen, so kann er 
die genossene Stiftung auch während der Rigorosen behaupten, wenn er beweiset, dass 
er in einem Jahre zwei Rigorosa gemacht hat; daher kann er die Stiftung für das erste 
Jahr erst nach zurückgelegtem zweiten Rigorosum und für das zweite Jahr nach zurück- 
gelegtem vierten Rigorosum haben. 

Sollte in Folge der Zeit der Zinsfuss sinken, so werden dadurch auch die Stiftungen 
verkleinert; sollte dagegen der Zinsfuss steigen, so werden sie dadurch vergrössert. 

Sollte man in der Folge der Zeit der Studentenstiftungen [sic] eingehen und 
dieselben zu noch so guten Zwecken verwendet werden, so verordne ich, dass die 
Bedeckungskapitalien dieser Stiftungen in Beträgen von fünfzig Gulden Conv. Mze. 
unter wahrhaft arme Personen aus dem Bauernstände vertheilt werden sollen, und zwar 
vor allen unter die Armen aus meiner Verwandtschaft und, nachdem die armen Ver- 
wandten so betheilt sind, unter wahrhaft Arme aus meinem des [sic] oben erwähnten 
Geburtsorte und, nachdem diese so betheilt sind, unter wahrhaft Arme von meiner 
obenerwähnten Pfarre und, nachdem diese so betheilt sind, unter wahrhaft Arme aut 
der Herrschaft Krumau, und sollte noch etwas erübrigen, so ist dieses unter wahrhaft 
Arme des obenerwähnten Budweiser Kreises zu vertheilen. 

§ 24. Zu meinem Verlass-Curator ernenne ich den JUDr. Franz Merolt, welchen 
ich ersuche, dieses Curatorium zu übernehmen. Sollte dieser verhindert sein, so ernenne 
ich den JUDr. Herrn Wenzel Portli, welchen ich ebenfalls um die Übernahme ersuche. 
Auf dessen Verhinderungsfall ernenne ich den MDr. Mayer, den ich auch um die 
Übernahme dieses Curatoriums bitte. Mein Herr Verlass-Curator, mag sein welcher immer, 
wird besonders ersucht, die Güte zu haben, bei den Versteigerungen meiner Sachen 
den Kauflustigen die Erinnerung zu machen, dass der gelöste Betrag zu Stiftungen 
für arme Studenten verwendet wird, dass sie daher nicht engherzig zu sein brauchen 


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JUDr. Florian Karl Chromey. 


JUDr. Florian Karel Chromy. 


25 


und jedes Einverständnis um so strafbarer] wäre, weil dadurch die Armut beraubt 
werden würde. So schliesse ich meinen letzten Willen, wo [sic! 1. wie] ich ihn angefangen 
habe, an deren [sic! 1. um dessen] Aufrechthaltung die löblichen Behörden ersucht 
werden. 

Zum Beweise dessen habe ich diesen meinen Willen eigenhändig geschrieben und 
untergeschrieben. 

Prag, den 26. Juni 1852. 

Florian Karl Chromey mp., 

JUDr., beeideter Landesadvokat und k. k. Notar. 

No. 4786. 

Vorstehende Abschrift ist mit dem stempelfreien Original-Testamente gleichlautend. 

Vom Expedit amte des k. k. Landesgerichtes. 

Prag, den 19. März 1856. 

(L. S.) Maehowec mp. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statthaltcrei Overeny opis u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 
in Prag. 


II. 

Meine Landkarten, Atlasse und diejenigen Klassiker - Bücher, die in den untern, 
das ist lateinischen, Schulen zu brauchen sind, vermache ich demjenigen aus meinen 
Verwandten, welcher aus meinen Stiftlingen der erste in der untern, das ist in der [sic] 
lateinischen Schule, eintreten wird; dagegen vermache ich meine philosophischen Bücher 
demjenigen aus meinen Verwandten, welcher aus meinen Stiftlingen der erste sich der 
Philosophie widmen wird; und endlich vermache ich meine juridischen Bücher demjenigen 
aus meinen Verwandten, welcher der erste sich in die juridischen Studien einlassen 
wird. Es versteht sich, dass nach dieser Anordnung ein einziger Verwandte von den 
Stiftlingen alle meine Bücher erben kann. 

Es ist mein innigster Wunsch, dass seine [sic! 1. meine] Stiftlinge ein Gleiches, 
was ich thue, mit der Zeit tliun und sich auch unter einander mit Lehren und mit Rath 
und That unterstützen. 


Nro 47S6. 

Vorstehende Abschrift ist mit dem auf einem halben Bogen ausgestellten, dem 
Testamente ddto Prag den 26 ten Juni 1852 inne gelegen gewesenen, mit keiner Unter- 
schrift versehenen stempelfreien Originale gleichlautend. 

Vom k. k. lau de sgeri ch tli che n Expedit amte. 

Prag, den 19. März 1856. 

(L. S.) Maehowec mp. 

Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statthalterei Overeny opis u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 

in Prag. 


III, 

/36 Kreuzer \ 

\ Stempel. ) 

Stiftsbrief. 

Der Herr Curator der Verlassenschaft nach JUDr. Florian Karl Chromey und die 
k. k. Landeshauptkassa urkunden hiemit, es habe der am 21. Feber 1856 zu Prag 
verstorbene Herr JUDr. Florian Chromey, emeritirter Landesadvokat und Wechselnotar, 
VI. 4 


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JUDr. Florian Karl Cliromey. 


JUL)r. Florian Karcl Cliromy. 


2G 


in seiner am 2 ten *) [sic] Juni 1852 errichteten und am 22. Feber 1856 kund- 
gemachten letzwilligen Anordnung sein nach Berichtigung der Legate erübrigendes 
gesammtes Vermögen, welches pragmatikal sicher auf Hypotheken in das erste Drittel 
des gerichtlichen Schätzungswertes gegen fünf Perzent Zinsen angelegt werden soll, in 
nachstehender Weise zu Studentenstiftungen bestimmt. 

1. Es sollen hievon Studentenstiftungen im Betrage von jährlichen einhundert 
Gulden in Convenzionsmünze für die untern Schulen bis zur Philosophie, dagegen für 
die höheren Schulen, als Philosophie, Jurisprudenz und Medizin, Studentenstiftungen von 
jährlichen zweihundert Gulden in Convenzionsmünze errichtet werden, und zwar sollen, 
wenn es thunlich sein wird, ebenso viele Stiftungen für die untern wie für die 
obern Schulen errichtet werden. Sollte sich dies nicht ausmitteln lassen, so kann 
um eine Stiftung mehr von den kleineren oder von den grösseren Stiftungen 
errichtet werden. Sollte nach Ausmittlung einer solchen Zahl von Stiftungen ein 
Kapitalsbetrag von nicht vollen 2000 fl. CM., aber doch wenigstens von 500 fl. CM. 
übrig bleiben, so ist aus einem solchen nicht volle 2000 fl. CM. ausmachenden Kapitals- 
betrage eine kleine Stiftung von nicht vollen jährlichen 100 fl. CM. zu errichten. 

2. Auf diese Studentenstiftungen sollen Anspruch haben: 

A. Arme Knaben oder Jünglinge aus des Stifters Verwandtschaft aus dem Bauern- 
stände nach der Nähe des Verwandtschaftsgrades, welche sich durch ein tadelloses 
sittliches Betragen auszeichnen und sehr fleissig sind, d. i. welche in der Schule einen 
sehr guten, ausgezeichneten oder vorzüglichen Fortgang aus allen Lehrgegenständen an 
den Tag legen. 

Sollten sie in dem nämlichen Grade mit dem Stifter verwandt sein, so gibt die 
höhere Schule den Vorzug. Sollten sie in dem nämlichen Grade verwandt und in der 
nämlichen Schule sein, so gibt das höhere Alter den Vorzug. Sollten sie in der nämlichen 
Schule und von demselben Alter sein, so müsste zwischen ihnen des Loos entscheiden. Unter 
armen Knaben oder Jünglingen werden solche Knaben oder Jünglinge aus dem Bauern- 
stände verstanden, die kein eigenes Vermögen haben und deren Eltern nicht vermögend 
sind, die notlmendigen Bedürfnisse eines studierenden Sohnes zu bestreiten. 

Diejenigen, welche die Stiftung erlangen wollen, haben bei dem Bestände von 
Semestral- oder Annual-Prüfungen durch Zeugnisse nachzuweisen, dass sie aus den 
Sitten und dem Fleisse, dann aus allen Lehrgegenständen die Eminenz oder Vorzugs- 
klasse haben, im Falle aber keine solche Prüfungen bestehen, haben sie sich prüfen zu 
lassen und die Zeugnisse beizubringen, dass sie in dem verflossenen Schuljahre sich 
durch ein tadelloses sittliches Betragen auszeichneten, sehr fleissig waren und in allen 
Lehrgegenständen einen sehr guten oder ausgezeichneten oder vorzüglichen Fortgang 
gemacht haben, „wenn sie auch noch so nahe mit dem Stifter verwandt 
wären.“ 

Dasselbe muss jeder Knabe oder Jüngling beweisen, welcher bereits eine solche 
Stiftung geniesst und für das folgende Jahr wieder gemessen will. Beweiset er die 
angeführten Erfordernisse und die vorgeschriebene Auszeichnung nicht, so ist die 
Stiftung dadurch für ihn verloren und an einen Würdigen, welcher mit den vorgescbric- 
benen Erfordernissen und mit der vorgeschriebenen Auszeichnung versehen ist, zu vergeben. 

B. Im Falle kein Knabe oder Jüngling aus des Stifters Verwandtschaft mit den 
unter A. vorgeschriebenen Erfordernissen und Eigenschaften vorhanden wäre, so soll 
ein armer Jüngling aus dem Geburtsorte des Stifters Oppalitz, Budweiser Kreises in 
Böhmen, den Anspruch auf eine solche Studentenstiftung haben, wenn er die übrigen 
unter A. vorgeschriebenen Erfordernisse auszuweisen vermag. Sollten sich mehrere mit den 
nothwendigen Erfordernissen versehene Kompetenten aus Oppalitz melden, so soll die 
höhere Schule, sollten sie in- derselben Schule sein, das höhere Alter den Vorzug geben, 
und sollten sie auch von gleichem Alter sein, so soll das Loos entscheiden. 

C. Ist kein Knabe oder Jüngling mit den vorgeschriebenen Eigenschaften weder 
aus des Stifters Verwandtschaft noch aus dessen Geburtsorte Oppalitz vorhanden, so 
soll ein anderer Knabe oder Jüngling aus dem Bauernstände aus der Pfarre Steinkirchen, 
Budweiser Kreises, vormals Krumauer Herrschaft, den Anspruch auf eine solche Studenten- 


*) Der Stifter verfasste das Testament am *) Zakladatel ucinil posledni poHzem dne 

26. Juni 1852. 26. cervua 1852. 


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JUDr. Florian Karl Chromey. 


JUDr. Florian Karel Chroiny. 


27 


Stillung haben, wenn er die für einen Kompetenten aus des Stifters Geburtsorte vor- 
geschriebenen Erfordernisse und Eigenschaften ausweiset. 

Sind mehrere mit den vorgeschriebenen Erfordernissen und Eigenschaften nur aus 
der Pfarre Steinkirchen vorhanden, so soll bei der Verleihung der Stiftung so verfahren 
werden, wie es bei mehreren Würdigen aus dem Orte Oppalitz vorgeschrieben ist. 

D. Ist kein Knabe oder Jüngling der unter A., B. und C. erwähnten Kategorien 
vorhanden, so soll ein armer Knabe oder Jüngling aus dem Bauernstände der vormaligen 
Herrschaft Krumau, Budweiser Kreises, Anspruch auf eine solche Stiftung haben, und 
es soll bei dem Zusammentreffen mehrerer würdigen Kompetenten wie unter B . verfahren 
werden. 

E. Ist auch kein Kompetent von der vormaligen Herrschaft Krumau vorhanden, 
so sollen arme Jünglinge oder Knaben aus dem Bauernstände des Budweiser Kreises 
den Anspruch auf eine solche Stiftung erlangen. 

Bei dem Vorhandensein mehrerer Kompetenten mit den vorgeschriebenen Erforder- 
nissen soll, sowie unter B. angegeben ist, verfahren werden. 

F . Sollte endlich auch kein Kompetent der unter E . erwähnten Art vorhanden sein, 
so soll ein armer Knabe oder Jüngling aus dem Bauernstände des Königreiches Böhmen 
den Anspruch auf eine solche Studentenstiftung haben. Sind mehrere solche Kompetenten 
vorhanden, so ist bei der Verleihung nach den bei B . erörterten Grundsätzen 
vorzugehen. 

3. Sollte ein Stiftling, welcher eine der Dr. Chromey’schen Stiftungen für die 
unteren Schulen geniesst, in die höheren Schulen übertreten und bei dessen Übertritt 
in die höheren Schulen keine Stiftung für die höheren Schulen erledigt sein, so kann 
derselbe die ihm für die unteren Schulen verliehene Stiftung fortbeziehen, wenn er 
beweiset, dass er sich in der letzten unteren Schule durch ein tadelloses sittliches 
Verhalten ausgezeichnet hat, sehr tleissig war und aus allen Gegenständen der untern 
Schule, die er absolvirt hat, einen sehr guten, ausgezeichneten oder vorzüglichen Fortgang 
ausweiset. 

4. Derselbe Nachweis ist beim Übertritte in eine höhere Schule zum Beliufe der 
Erlangung einer Stiftung der höheren Kategorie zu liefern. 

5. Sollte ein Stiftling das Doktorat irgend einer Fakultät erlangen wollen, so kann 
er die ihm verliehene Stiftung auch während der strengen Prüfungen fortbeziehen, wenn 
er beweiset, dass er in einem Jahre zwei strenge Prüfungen gemacht hat. Er soll 
demgemäss die Stiftung für das erste Jahr erst nach der abgelegten zweiten strengen 
Prüfung und für das zweite Jahr erst nach der zurückgelegten vierten strengen Prüfung 
beziehen. Als Wunsch wurde von dem Stifter ausgesprochen, dass seine Stiftlinge ein 
Gleiches, wie er that, mit der Zeit thun und sich unter einander mit Lehren und mit 
Rath und That unterstützen. 

6. Sollten in der Folge diese Studentenstiftungen eingehen, so soll deren Bedeckungs- 
kapital in Beträgen von fünfzig Gulden in Conventionsmünze unter wahrhaft arme 
Personen aus dem Bauernstände vertheilt werden, und zwar sollen vor allen Arme 
aus der Verwandtschaft des Stifters, nach deren Betheilung wahrhaft Arme aus dem 
Geburtsorte des Stifters Oppalitz, nachdem diese betheilt sind, wahrhaft Arme aus 
der Pfarre Steinkirchen, nach deren Betheilung wahrhaft Arme auf der ehemaligen 
Herrschaft Krumau und, falls etwas erübriget, wahrhaft Arme des Budweiser Kreises 
betheilt werden. 

7. Das Stiftungsvermögen besteht aus folgenden Beträgen: 

a) aus dem ob Nro C. 372 — I. in Prag aushaftenden Kauf- 
schillingsreste von 10.830 fl. CM. oder 11.371 fl. 50 kr. ü. W. 

I) aus dem ob dem Prager Hause NC. 25 — V. versicherten 

Kapitale [von] 3000 fl. CM. oder 3.150 fl. — kr. ö. W. 

c) aus dem ob dem Gute Lochkow gemäss des Hauptbuches 
L. tomo XIV. fol. 256, Nro 12adN. 11, versicherten Kapitale 

von 10.000 fl. CM. oder 10.500 fl. — kr. ö. W. 

welche Beträge bereits sämmtlich mit dem Bescheide des 
k. k. Landesgerichtes in Prag vom S. März 1859, Z. 5659, 

Fürtrag . . . 25.021 fl. 50 kr. ö. W« 

VI. 4* 


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JUDr. Florian Karl Cliromey. 


JUDr. Florian Karel Chromy. 


28 


Übertrag . . . 25.021 fl. 50 kr. ö. W. 
auf Grund der Einantwortungsurkunde des k. k. Landes- 
gerichtes in Prag vom ll tem Jänner 1859, Z. 24, auf den 
Namen der JUDr. Karl Florian Chromey'schen Studenten- 
stiftungen zur Vorschreibung gelangten. 
cl) in den mit dem Erlasse der k. k. Statthalterei vom 
13. Mai 1861, Z. 25.062, ob dem Hofe NC. 1, 7, 9, 15, 16, 


und 17 bei Wolschan elozirten 2.100 fl. — kr. ö. W. 

e) in der zu 5% verzinslichen Anlehens-Obligation Nro 2377 

vom 1. Oktober 1859 per 1.450 fl. — kr. ö. W. 

f) in einem Stück Nationalanlehensobligation Nro 65.577 vom 

1. Oktober 1858 per 280 fl. CM. oder 294 fl. — kr. ö. W. 

g) in einer Staatsschuldverschreibung vom 24. April 1839, 

Z. 87.179, Serie 4359, per 50 fl. CM. oder 52 fl. 50 kr. ö. W. 

deren Gewinnst zu Studentenstiftungen gewidmet werden soll. 

Es stellt sich somit das gesammte Stiftungs-Vermögen gegen- 
wärtig mit 28.918 fl. — kr. ö. W. 

dar. 


8. Mit Rücksicht auf das Zinsenerträgnis werden vorläufig vier Stiftungen zu 
210 fl. ö. W. und vier Stiftungen zu 105 fl. ö. W. festgesetzt, deren Verleihung, da über 
die Präsentation von dem Stifter nichts bestimmt wurde, von der hohen k. k. Statt- 
halterei erfolgen wird. 

Die k. k. Landeshauptkasse verbindet sich, mit dem Stiftungsvermögen ohne 
Bewilligung der hochlöblichen k. k. Statthalterei keine wie immer geartete Veiänderung 
vorzunehmen und über die Verwendung jährlich an die k. k. Staatsbuchhaltung 
Rechnung zu legen. 

Zur Urkunde dessen ist gegenwärtiger Stiftsbrief in drei gleichlautenden Paricn, 
wovon das eine bei der k. k. Statthalterei zu Prag, das zweite bei der k. k. Landes- 
hauptkassa und das dritte bei der k. k. Staatsbuchhaltung verwahrt wird, ausgefertigt 
und von dem Kurator des Dr. Chromey’schen Nachlasses JUDr. Franz Merolt, der 
k. k. Landeshauptkassa und zwei Zeugen unterschrieben worden. 

Prag, am 8. Juli 1861. 

Augustin Joh. Viditz mp., JUDr. Franz Merolt mp., 

k. k. Haupt- Fassen- Director. als Verlassenschaftskurator. 

Adolf Hertl mp., 

Cont-rolor. 

A. E. Weiss mp., 
ala Zeuge. 

Ludwig Fcrdinandi mp., 
als Zeuge. 


ad Nro 1023. 

Wird mit Beziehung auf die St.-Z. 3917 ai. 1862 bestätigt. 

Von der Böhmischen k. k. Statt halt er ei. 

Prag, am 20. Januar 1862. 

Der V i c e p r ä s i (1 e n t : 

(L. S.) Kellersperg mp. 


Original bei der k. k. Stattlialterei zu Prag. 


Original u o. k. mistodrzitelstvi v Praze. 


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Bischof Schulstein. 


Biskiip Schalstein. 


29 


29 


389 . 

1852 

Peeember 2. prosince. 


Bischof Schulsteinsehe Studenten- 
Stiftung. 

Ignaz J ah sch , Doctor der Theologie , 
h. k. Statthalt ereirath in Trag, bischöflicher 
Rath , beeideter bischöflicher Notar und Dom- 
capitular in Leitmcritz , errichtete mittels 
Widmungsurkunde vom 2. December 1852 
zwei St tidenten- Stiftungen unter dem Xamen 
r B is ch of Schulst e i ris eh e St u deute n- 
Stiftungen “ und bestimmte h iezu den 
durch die von ihm veranstaltete Herausgabe 
mehrerer Stahlstiche erzielten Ertrag von 
2000 fl. C. 31 

Diese Stiftungen sollen nur 
an solche J ü n gl in ge r erli eh e n 
werden , die an irgend einer Lehr- 
anstalt der Leitmeritzer bischöf- 
I i ch en Diöccsc si ch den G y m n asial- 
studien widmen. Die Bestimmung 
d er Lehranstalt soll dem jeu eilige n 
Bischöfe in Leitmcritz oder dessen 
gesetzlichem Stellvertreter über- 
lassen bleibe n. 

Unter Festhaltung dieser Be- 
stimmungen sollen unter den Be- 
werbern um diese Stiftungsplätze 
zuerst die Abkömmlinge von den 
Verwandten des verstorbenen B i- 
scliof es v o n S eh u Istc i n, d a n n 
Knaben ans dem Geburtsorte des 
Stifters W artenberg bei gleicher 
A r m u t n n d W ü r d ig keit den Vorzug 
habe n. 

Der Stiftungsgenuss hat 
während der Gymnasialst u dien zu 
d au e r n. 

Die Stiftlinge sollen f ür diese Wohlthat 
Gott öfters danken, für ihre Wählt hat er beten 
und Frömmigkeit , gute Sitten und Fleiss 
sieh recht angelegen sein lassen. 

Das Prä sen tat ionsrecht soll 
dem bischöflichen Stuhle zu Leit- 
mar itz und s cd e va ca nie dem Leit- 
meritzer Dome apit el zu steh en. 

Das Stiftungsvermögen wird von dem 
Leitmeritzer Domcapitel verwaltet. Dasselbe 
hat auch den Stiftungen die Stiftungs- 
gebüren gegen Vorweisung entsprechender 
Zeugnisse in halbjährigen decursirm Raten 
zu erfolgen. 


Studentske nadani biskupa Schul- 
steina. 

Ignät Jak sch, doktor theolog ie, c. k. 
mistodrzitelsky rada v Praze , biskupskg 
rada , prisezny biskupskg notär a kanovnik 
kapituly r Litomcrieich , zfidil venoraci 
listinou ze dne 2. prosince 1852 dve stu- 
dentskä naddn i pod jmenem : r Stud ent s k d 
n a d d n i b i s k u pa Sch ul st ein a u a urcil 
k tomu rgtezek zislcany jim usporddanym 
vgddnhn nekolika ocelorgtin r obnosu 2000 zl. 
konv. m. 

Xadace t gto udileti je st t a k o- 
v y m j i noch um, kteri renuji se stu- 
d i i m g y m n a s ij n i m n a nektere m 
u c i l i s t i L i t o m c r i c k e diece s e bi - 
s k u p s k e. Us tanoveni n c ilistc po n e- 
ch d n o b u d iz vzdy b i s k u p u r Lif o- 
m e r i c i ch aneb j eh o zd k o n n e m u z d- 
s tupe i. 


Za setfeni techto nstanoreni 
m vj t es me zi z ad at di o n ad aci tut o 
pri stejne chudobe a stejnych zd- 
sl uh d ch predno st p r c dem poto m c i 
pf ibu znych zemrcleho biskupa ze 
S ch niste i n n, p a k h osi z rodistez a- 
kl ad at clor a. 


Pozite k na da c nt potr r a t i m d po 
cas st u d i i g y m n a s i j n i ch. 

Xadanci maji za dobrodini toto castcji 
Bohu dekovati, za sie dobrodincc se modliti 
a obzrlaste mysl obraccti kc zboznosti , 
dobrym mravum a pili. 

Prdvo present aeni pri.stuseti 
md biskupske stolici v Litomeri- 
cich , a jc-li tato ncobsazena, kapi- 
tale Litomöricke. 

Jmeni nadaeni spravuje kapitula Lito- 
mef ickd , jiz take prislusi nadaneüm platy 
nadaeni po prokdzdnt se ndlezitymi rysredee- 
nimi r pnUetnich ku konci kazdcho pul roku 
splntnych Ihütdch rypldeeti. 


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30 


Bischof Schulstein. 


Biskup Schulstein. 


30 


Ällfällige Intercalarien sind zur Er- 
höhung des Stiftungsgenusses zum Stiftungs- 
capitale zn schlagen. 

Der bezügliche Stiftsbrief tcurde unterm 
20. Feber 1855 ausgefertigt und unterm 
15. April 1855 von der k. k. Statthalt er ei 
in Prag bestätigt. 

tr egen wärt ig wird diese Stif- 
tung vo n d e m Rischof e in Lei t- 
meritz verliehen. 

Das Stiftungsvermögen beträgt 2500 fl., 
aus dessen Reinerträgnisse zwei Plätze, 
jeder mit der Jahresgebür von 00 fl., dotiert 
werden. 


I roktj, jez by snad v mezicasi pribyly , 
budtez za ücelem zvyseni pozitku mdacmho 
k j ist ine nadaeni prieteny. 

List nadaeni o nadaci tato hß dne 
20. ünora 1855 vyhotoren a dne 15. duhna 
1855 c. k. mistodrzitelstrim v Praze po- 
trrzen. 

Nyni udili nadaci tuto biskup 
Lito m e f i e k y. 

Jmeni nadaeni obndsi 2500 zl; z vy- 
tezku jeho dotuji se dre mista s rohmn po - 
zitier m po 00 zl. 


I. 

W idmung s-U rkund e. 

Durch die von mir Gefertigtem veranstaltete Herausgabe der Stahlstiche: „Jesus 
der gute Hirt a , r Das Communionbild“ und „St. Ignatz Loj. u wurde ein reiner Ertrag 
von zweitausend Gulden (2000 fl.) CM. erzielt. 

Kraft gegenwärtiger Urkunde widme ich diesen Betrag — wovon 1000 fl. CM. durch 
die 5°/ 0 Staatsobligation Z. 18748 Ser. A. 1851 und 1000 fl. CM. durch bei dem hoch- 
würdigen Leitmeritzer Domcapitel erliegende Privatobligationen gedeckt sind — für 
immerwährende Zeiten dem hl. Zwecke der Jugendbildung und errichte namentlich von 
den hievon entfallenden jährlichen Interessen von 100 fl. CM. zwei Studentenstiftungen, 
und zwar jede zu dem Betrage von fünfzig Gulden (50 fl.) CM., worüber ich nachste- 
hende Bestimmungen treffe: dass 

1 tens. beide Stiftungen zur dankbaren Erinnerung an den um das vaterländische 
Schulwesen hochverdienten weiland Leitmeritzer Herrn Bischof Ferdinand Kindermann 
Ritter von Schulstein den Namen der Bischof von Schulsteiifschen Studentenstiftungen 
tragen; dass 

2 ten8 * diese Stiftungen nur an solche Jünglinge verliehen werden, die an irgend 
einer Lehranstalt der Leitmeritzer bischöflichen Diöcese sich den Gymnasialstudien 
widmen, wobei jedoch die Bestimmung der Lehranstalt dem jedesmaligen Leitmeritzer 
Herrn Bischöfe oder dessen gesetzlichem Stellvertreter überlassen bleibt. Unter Aufrecht- 
haltung dieser Bestimmungen sollen 

3 tens * unter den Bewerbern um diese Stiftungsplätze zuerst die Abkömmlinge von 
den Verwandten des weiland Bisehofes v. Schulstein, dann Knaben aus dem Geburtsorte 
des gefertigten Stifters (Wartenberg, B.-Leipaer Kreises) bei gleicher Armut uiu 
Würdigkeit mit den übrigen Bewerbern den Vorzug haben. 

4 ren8 * Der Stiftungsgenuss hat durch die ganze Zeit der Gymnasialstudien zi 
dauern, geht jedoch nach eben den gesetzlichen Bestimmungen verloren, welche jedesma 
bezüglich des Genusses der k. k. Stipendien und der Befreiung von dem Unterrichtsgeld 
in Kraft sind. 

5tens. Verbindlichkeiten haben die Nutzniesser dieser beiden Stiftungen keine ändert 
als eben wegen dieser Wohlthat Gott öfters zu danken, für ihre Wohltlniter zu bete 
und Frömmigkeit, gute Sitten und Fleiss sich recht angelegen sein zu lassen. 

fltens. j) er hochw. bischöfliche Stuhl zu Leitmeritz und sede episcopali vacante tb 
hochwürdige Leitmeritzer Domkapitel wird ehrfurchtsvoll angegangen, die Präsentatic 
für diese beiden Stiftungsplätze huldvollst zu übernehmen. 

7 ten». j) as Gesammtstiftungskapital von 2000 fl. GM. wird bei dem hochw. L.eitm 
ritzer Domkapitel — weiches darum höflichst ersucht wird — abgesondert aufzube wahre 
zu verrechnen und unter Beobachtung der gesetzlichen Vorschriften wo möglich mit ;V 
fruchtbringend anzulegen und daselbst auch die Stiftsgebühren von den Stifdingen geg 
Vorweisung entsprechender Zeugnisse in halbjährigen Dekursivraten zu erheben sein. 


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31 


Bischof Sehulstein. 


Biskup Sehulstein. 


31 


gten«. s 0 Hten vom Stiftscapital die 5% Zinsen nicht erzielt werden können, so werden 
die Stiftsgenüsse verhältnismässig herabzusetzen sein. 

9 tPns * j)j e Zinsen zwischen dem geendeten Genüsse und einer neuen Verleihung 
einer Stiftung (Intercalare) sind zur Erhöhung der Stiftungsgenüsse zu dem Stiftskapitale 
zu schlagen. 

IQtens. Erledigungen der Stiftungsplätze sind durch das offizielle Landesblatt bekannt 
zu geben. Sollten endlicli 

Utens, diese beiden Stiftungen aus welchem Grunde immer aufhören müssen, so 
wird für diesen Fall die Verwendung der Stiftsinteressen bloss dem Ermessen des jedes- 
weiligen Herrn Bischofs von Leitmeritz oder dessen gesetzlichen Stellvertreters anheim- 
gestellt. 

Urkund dessen meine eigenhändige Unterschrift mit beigedrücktem Siegel. 

Prag am 2. December 1852. 


(L. S.) Ignaz Jaksch mp., 

I)r. der Theologie, k. k. Gub. liath, geistl. Referent 
bei der h. Statthalterei in Prag, bischöfl. Leitraeritzer 
Katb, beeideter bischöfl. Notar und Domkapitular 
an der Leitmeritzer bisch. Kathedralkirche. 

Dass diese Abschrift mit dem Originale gleichlautend ist, wird hiemit bestätiget. 

B i $ eh ö fi i ch e s C o n s i s t o l* i u m zu Leitmeritz 
den 5. Jänner 1897. 


(L. S.) Seifert mp., 

Kanzler. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statthaltern Overeuy oi»is u c. k. wistodrzitelstvi v I’raze. 

zu Prag. 


II. 

( 15 kr. \ 

V Stempel ) 

Stiftsbrief. 

Wir gefertigte Vertreter des Leitmeritzer Domkapitels lur uns [und] unsere Nachfolger 
beurkunden mittelst gegenwärtigen Stittsbriefes : 

Es habe der hoehwürdige und hochwohlgeborne Herr Ignaz Jaksch. Doktor der 
Theologie, k. k. Statthaltereirath in Prag, bischöflicher Rath, beeideter bischöflicher Notar 
und Domkapitular an der Leitmeritzer bischöflichen Kathedralkirche, wegen Errichtung 
zweier Studenten Stiftungen unter dem Namen 

„Bischof Schulstein’sche StudentenstiftungerT 

Nachstehendes mittelst Widmungsurkunde vom 2. December 1852 bestimmt: 

..Durch die von mir veranstaltete Herausgabe der Stahlstiche: -Jesus, der gute 
Hirt“, das -Communionbild~ und -St. Ignaz Loj. u wurde ein reiner Ertrag von zwei- 
tausend Gulden (2000 fl.) CMünze erzielt. Kraft gegenwärtiger Urkunde widme ich diesen 
Betrag — wovon 1000 fl. CMze. durch die 5% Staatsobligation Z. 18.748. Ser. A. 1851, 
und 1000 fl. CMze. durch bei dem hochwürdigen Leitmeritzer Domkapitel erliegende 
Privatobligationen gedeckt sind — fiir immerwährende Zeiten dem heiligen Zwecke der 
Jugendbildung und errichte namentlich von den hievon entfallenden jährlichen Interessen 
von 100 fl. CMze. zwei Studentenstift ungen, und zwar jede zu dem Betrage von 
fünfzig Gulden (50 fl.) CMze., worüber ich nachstehende Bestimmungen treffe: 

dass 

1. beide Stiftungen zur dankbaren Erinnerung an den um das vaterländische Schul- 
wesen hochverdienten weiland Leitmeritzer Herrn Bischof Ferdinand Kindermann Ritter 
v. Schulstein den Namen der Bischof von Schulst ein'schen Studentenstiftungen 
tragen; dass 


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32 


Bischof Scliulstein. 


Bisknp Scbulstein. 


32 


2. diese Stiftungen nur an solche Jünglinge verliehen werden, die an irgend einer 
Lehranstalt der Leitmeritzer bischöflichen Diözese sich den Gymnasialstudien widmen; 
wobei jedoch die Bestimmung der Lehranstalt dem jedesmaligen Herrn Bischöfe oder 
dessen gesetzlichem Stellvertreter überlassen bleibt. Unter Autrechthaltung dieser Be- 
stimmungen sollen 

3. unter den Bewerbern um diese Stiftungsplatze zuerst die Abkömmlinge von den 
Verwandten des weiland Bischofes von Schulstein, dann Knaben aus dem Geburtsorte 
des gefertigten Stifters (Wartenberg, Böhmisch-Leipaer Kreises) bei gleicher Armut und 
Würdigkeit mit den übrigen Bewerbern den Vorzug haben. 

4. Der Stiftungsgenuss hat durch die ganze Zeit der Gymnasialstudien zu dauern, 
geht jedoch nach eben den gesetzlichen Bestimmungen verloren, welche jedesmal bezüglich 
des Genusses der k. k. Stipendien und der Befreiung von dem Unterrichtsgelde in Kraft sind. 

5. Verbindlichkeiten haben die Nutzniesser dieser beiden Stiftungen keine andern, 
als eben wegen dieser Wohlthat Gott öfters zu danken, für ihre Wohlthäter zu beten 
und Frömmigkeit, gute Sitten und Fleiss sich recht angelegen sein zu lassen. 

6. Der hochwürdigste bischöfliche Stuhl zu Leitmeritz und sede episcopali vacante 
das hochwürdige Leitmeritzer Domkapitel wird ehrfurchtsvoll angegangen, die Präsentation 
für diese beiden Stiftungsplätze zu übernehmen. 

7. Das Gesammtstiftungskapital von 2000 fr. CMze. wird bei dem hochwürdigen 
Leitmeritzer Domkapitel — welches darum höflichst ersucht wird — abgesondert aufzu- 
bewahren, zu verrechnen und unter Beobachtung der gesetzlichen Vorschriften wo möglich 
mit 5% fruchtbringend anzulegen und daselbst auch die Stiftsgebiihren von den Stiftlingen 
gegen Vorweisung entsprechender Zeugnisse in halbjährigen Dekursiv - Katen zu er- 
heben sein. 

8. Sollten vom Stiftskapitale die 5% Interessen nicht erzielt werden können, so 
werden die Stiftsgenüsse verhältnismässig herabzusetzen sein. 

9. Die Zinsen zwischen dem geendeten Genüsse und einer neuen Verleihung eiuer 
Stiftung (Intercalare) sind zur Erhöhung der Stiftsgenüsse zu dem Stiftskapitale zu schlagen. 

10. Erledigungen der Stiftungsplätze sind durch das officielle Landesblatt bekannt 
zu geben. Sollten endlich 

11. diese beiden Stiftungen aus welchem Grunde immer aufhören müssen, so wird 
für diesen Fall die Verwendung der Stiftsinteressen bloss dem Ermessen des jedesweiligen 
Herrn Bischofs von Leitmeritz oder dessen gesetzlichen Stellvertreters anheimgestellt ‘ 4 . 

Die nach Inhalt «dieser Widmungsurkunde zur Deckung der Stiftung — nebst der 
daselbst benannten Staatsobligation Z. 18.748 dto. 30. September 1851 ä 5°/ 0 per 1000 fl. 
CMze., deren Vinculirung zu Händen dieser Stiftung bereits veranlasst worden ist — be- 
stimmten Kapitalien bestehen in folgenden: 

a) auf dem Besitzstände der Eheleute Anton und Theresia Schweizer in Leitmeritz 

laut libr. Sent. VI. fol. 184 mittelst Obligation vom 13. März 1854 per 400 fl. CM. 

b) auf dem Besitzstände der Eheleute Josef und Anna Schulz in Prosmik 

laut Gut- Keblitzer Obligationsbuch Tom. 6. fol. 17. p. v. mittelst Obli- 


gation vom 16. April 1845 per • 100 fl. CM. 

c) in der Staatsschuldverschreibung dto. Wien, am 4. September 1852 

a 5% per 100 fl. CM. 

deren Vinculirung auf den Namen dieser Stiftung bereits veranlasst 
worden ist. 


d) auf dem Besitzstände der Eheleute Johann und Julie Lorenz in Leit- 

meritz laut Trebautitzer Urkundenbuch lit. d) fol. 323 mittelst Obli- 
gation vom 16. August 1854 per 40 fl. CM. 

e) auf dem Besitzstände des Johann Franz Watzke in Kninitz laut Tei- 
netzer Instrumentenbuch Nr. III f. 376 et 377 mittelst Obligation vom 

23. Oktober 1845 per 100 fl. CM. 

f) auf dem Besitzstände des Josef Reinelt in Prosmik laut Gut-Keblitzer 
Obligationsbuch 6, fol. 54 p. v. mittelst Obligation ddto. 23. April 1846 

per , 100 fl. CM. 

Fürtrag . . . 840 fl. CM. 


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33 


Bischof Sehulstcin. 


Biskiip SrhuFtein. 


33 


Übertrag ... 810 fl. CM. 

g) auf dem Besitzstände der Elisabeth Ambrosi in Leitmeritz laut Leit- 
meritzer Obligationsbuch toiu. (3. fol. 158 p. v. mittelst Obligation vom 

11. Mai 1847 per 50 fl. (’M. 

h) auf dem Besitzstände der Eheleute Matlies und Maria Anna Dause ha 
in Kolloletsch laut Tsehischkowitzer Urkundenbuch XI. fol. 50 p. v. 

mittelst Obligation vom 1. Mai 1S48 per 50 fl. OM. 

i) auf dem Besitzstände der Eheleute Anton und Anna Schwöb in Libo- 

cliowitz laut Libochowitzer Instrumentenbuch Nr. II., fol. 80 mittelst 
Obligation vom 2G. März 1852 per 60 fl. CM. 


Im Ganzen . . . 200Ö fl. CM. 

Nachdem Se. bischöflichen Gnaden der hochwürdigste (P. T.) Herr Augustin Bar- 
tholomäus Hille, Bischof zu Leitmeritz, für Sich und Hochdesselben Nachfolger die Präsen- 
tation für diese beiden Stiftungen huldvollst übernommen haben, und nachdem jenes 
Stiftungskapital im Gesammtbetrage von 2000 fl. CMze., sage zweitausend Gulden Con- 
ventions-Münze, bei der Leitmeritzer Domkapitelkassa gehörig in Rechnung gestellt und 
die benannte Staatsobligation sowie die benannten Privatobligationen sammt Grundbuchs- 
extrakten in dieselbe Kasse zur Aufbewahrung genommen worden sind: so geloben wir 
für uns und unsere Nachfolger, auch für die Erhaltung dieses Stiftungskapitals stets 
Sorge zu tragen, eine Aufkündigung oder Wiederanlegung dieses Kapitals oder eine son- 
stige Verfügung mit demselben niemals anders als mit Beobachtung der in dieser Be- 
ziehung für Stiftungen bestehenden gesetzlichen Vorschriften zu veranlassen und die jähr- 
lichen Interessen zu erheben, zu verrechnen und stiftungsgemäss zu verwenden. 

Zur Bekräftigung ist diese in vier Parien ausgefertigte Urkunde eigenhändig unter- 
fertigt und besiegelt worden und wird hievon ein Pare bei der hohen k. k. Statthalterei, 
das zweite im bischöflichen Archive, das dritte bei dem Leitmeritzer bischöflichen Kon- 
sistorium und das vierte in der Domkapitelkassa aufbewahrt. 

Leitmeritz, am 20. Februar 1855. 

(L. S ) Wenzl Kara mp , 

Doradechant. 

Philipp Degel mp., 

Doraseuior. 

Anton Richter mp., 

Düinkapitclkassaroebiiuiigs-Fübrcr. 


Ig. Jaksch mp., 

Domkapitular u. k. k. Statthalterei-RaÜi in Prag, 
Stifter. 

Jl'Dr. Karl Hässler mp., 

als ersuchter Zeuge. 

Ludwig Christen mp., 
k. k. Statthalterei* Sekretär, als Zeuge. 


Nr. 12.572. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestättigt. 


Von der B ö h m i s cli e n k. k. S t a 1 1 h a 1 1 c r e i. 
Trag am 15. April 1855. 

Für den Statthalter: 

Ziwna mp. 


Original bei der k. k. Statthalterei zu Trag. Original v c. k. Tuistodrzitelskem archivu v Traze. 


VI. 


5 


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u 


Johann Nekola. 


Jan Nekola. 


34 


300 . 

1853 

Jänner G. lcdna. 


Johann Nokola’sche Studenten-Stiftnng. 

I) i e S t a dt ge m e i.n clcvcrt r e t u n g 
in Hole i t z an hat unterm 0. Jänner 1853 
X. E. 51 zu Ehren des k. k. Ruthes 
u n (1 M i n ist e r i a l - See r et ä r s J o h a n n 
Xe kola zur Errichtung eine r J oh a n n 
X ckol as eh en Studenten - S t i ft u n g 
einen Betrag von 400 fl. (\ M. gewidmet. * ) 

Die jährlichen Interessen dieses Stif- 
tn ngs-Capitals sollen eine m 11 o k i - 
tzancr armen und gesitteten Knaben , 
w el eher z u m S t u d i e r e n f ä h i g i s t 
n n d v o n e i n e m II o k it za n e r B it r g c r 
ab stammt, verliehen werden. 

Ob der mit dieser Stiftung betheilte 
Knabe sich den Gymnasialst udien widmet 
oder die technischen Anstalten mit Inbegriff 
der l nt er real sch xd e mit gutem Erfolge be- 
sucht, soll bei der Verleihung dieser Stiftung 
keinen Unterschied machen und der Genuss 
dieser Stiftung durch die ganze Studienzeit 
dauern. 

Das Brusen tat i on s rech t w u rdc 
dem Johann Xekola auf dessen 
Leben sd a ue r e i n g e r ä u m t : n a eh 
dessen Ableben soll dasselbe an 
d en St ad trat h in Bo Je it zan ü b e r- 
gehen. Das Verleih u n gsrceh t soll 
d c m G e m e i n deaxtss eh u s sc in B o- 
ki tzan zustehen. 

Die Venealtung xuul Verrechnung des 
Stiftungscapitals soll von dem jeweiligen 
städtischen Eondsrech n ungsfüli rer xuxter 
Aufsicht des Stadt ratlxes in Bokitzan be- 
sorgt u: er den. 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde unterm 
13. Jänner 1854 ansgefertigt und unterm 
I. März 1855 von der k. k. Statthaltcrei in 
Prag bestätigt. 

G eg e n w ä r t i g ir i r d d i esc St i f- 
t u )i g n ber P r ä s ent at i on d es St a d t- 
rathes i n B o k i t z a n v o n d e m Ge- 
rn c indeau s s eh u s s e d a s c l bst vc rl i eh en. 

Das Vermögen dieser Stiftung, welches 
nm der Gemeinde Bokitzan verwaltet wird , 
beträgt 073 fl. 12 kr., aus dessen Erträgnisse 
ein Platz mit der Jahrcsgebür von 30 fl. 
35 kr. dotiert wird. 

*) l>i< ‘so* iSt ifi iinusoapital vermehrte Johann 
Nok'ila im Jahre 1>5(» durch Selienkunji einer 5\, 
^taatsse)iuhlvei>.ehreilMing über ICH» ll. M. 


Sturicntskv nadäni Jana \ekoly. 

M es tske obeeni za st np itelstvo 
v Bokgcanech vcnovalo dne 0. lcdna 1853 
pod e. j. 51 ke die. k. radxj a mini- 
sterialniho tajemnika Jana NcAcolg 
obnos 400 zl. konv. m. na zrizeni Stu- 
dent s k e ho n ad d n i J a na Xc lc oly.*) 

Kazdorocni ürokg nadaeni feto 
j i s t i n g udel it i je st Bokxjca n s lce m xt 
eh u d e m u a m r a v n e m u h o cli u , k tcr g 
k s t u do v a n i je st zpüsobil // m a o d 
m es fa n a 11 o k xj c a n s k e ho po eh d z i. 

Zda hoch nadaci toxito obdahn g 
venuje sc studüm gymnasialnxm axxeb xia- 
vstevuje s dobrxjtn prospcchcm technickc ustnvxj, 
kn ktergmz i nizsl skolu reälni citati jest 
nee in i pH udileni nadacc rozdiln , a md po- 
zitek nadacc teto po cclou dobxi studi 
potrvati. 

Pr uro present ac n i vghrazen 
b g l o Ja n u X e k olov i n a ca s z i v o t 
j e li o, p o s m r t i j eho melo p r cj i t i n 
mestskou radu v Bokgcanech . Prux 
udtlcc i p r i s l u s et i m d ob e c n i m 
vyborxi v Bokgcanech. 


Sprdvu a xietg o jment nadaenim vc, 
md mestskg ueetni fondxl pod dohlcdi 
mestske rady v Bokgcanech. 

Xadacni Hst o nadaci feto bgl < 
13. lcdna 1854 vghotoven a dne 2. hrc j 
1855 c. k.mistodrzitclstvim v Prazc potvr: 

Xyni ad Hi nadaci tato po p 
s e nt a c i tu est s k e r a d g v Bo Je y c a n 
o b e e nt rgbor t a m t ez. 

Jmeni nadacc teto. spra rovtutc 
Bokgcanskou , obndsi 073 zl. 12 k r. ; ,z 
tc'zkn jelxo dotuje sc jedno misfo s rix 
pozitkem 20 zl. 25 kr. 


*) Tuto jistinn nadaeni rozmnozil Jan X 
rokti daroviinim 5" 0 stätnilio dluznilio 
na U !0 zl. konv. m. 


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35 


Johann Xekola. 


Jan Xekola. 


35 


X. 

Vypis k eis. 4505. 

Protocoll 

aufgenommen den 1. Mai 1852 in Gegenwart des Franz Mudra, Bürgermeisters. 

Adalbert Czerny. ] 

Anton Wessely, > Gemeinderätlie, 

Franz Kellner, J 

und der Gemeindeausscluissglieder Wenzl Pangerle, Wenzl Kellner, Sebastian Kraft, 
Josef Kraft, Ferdinand Slatidacher, Sebastian Hnewkowsky, Josef Hnewkowsky, Wenzl 
Rund, Sramek Johann, Johann Kraft, Johann Hüfner. 

Johann Blick, 

Stadtanwalt. 

Josef Kellner, 

Schriftführer. 


G egenstan d 

Ist die ßorathung des Gemeindeaussclmsses in Gemeindeangelegenheiten. 


8 25. 

Für das aus Fällung der Alleebäume auf der Aerarialstrasse erzielte Holz wurde ein * 
Betrag von 170 fl. 10 kr. CM. gelöst. Ks wird nun die Frage aufgeworfen, zu was für 
einem Zwecke dieser Geldbetrag gewidmet werden wolle. 

Unbemerkt darf nicht gelassen werden, dass der Stadtrath in Beantwortung des 
Berichtes betreffend die zu rechtfertigende Fällung obiger Alleebäume bereits den Zweck 
der Verwendung dieses Betrages berührt hat, nemlich, zu einer Studentenstiftung, 
welche den Namen Johann Xekollischo Stiftung tragen soll : was hiemit auch in Antrag 
gebracht wird. 


Der Antrag wird angenommen. 


ad § 25. 


Geschlossen und gefertigt um ein Uhr Mittags. 
Mudra mp. 

Sebastian Hnewkowsky mp., 

Ausschussmann. 

Kellner mp., 

Schriftführer. 


Johann Bilek mp , 
Stadtanwalt. 


Za pravost pfedpisu: 

V Itokycanech, dne 17. prosince 1800. 

Starosta obee: 

(L. S.) J. Anichoher mp. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statthaitorei 
in Prag. 

VI. 


Overony npis u c. k. niistndrzitclstvi v Prazc. 

5 * 


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Johann Xckola. 


Jan Xekola. 


30 


0 


II. 

Yytah k c. 4505. 

Protocoll, 

aufgenomnien in der Stadtrathskanzlei zu Rokitzan am G. Jänner 1853 in Gegenwart des 

Franz Mudra, Bürgermeister, 

Adalbert Czerny,] 

Anton Wessely, > Stadträthe, 

Franz Kellner, J 

der Gemeindeausschiisse Wenzl Pangerle, Josef Trebitzky, Franz Chott, Johann Rund, 
Sebastian Kraft, Sebastian Hnewkowsky, Johann Höfner, Johann Kraft, Josef Karel. 
Josef Kraft, Wenzl Kellner, Josef Hnewkowsky, Johann Schramek. 

Johann Bflek, 

Stadtanwalt. 

Josef Kellner, 

Schriftführer. 


Gegenstand. 

Ist die Berathung des Stadt-Rokitzaner Gemeindeausseliusses über nachstehende 
Gemeindeangelegenheiten. 


§ 37. 

Tr. G. Jänner 1853 NE. 38. 

Die k. k. Bezirkshauptmannschaft bringt zur Kenntnis mit [sic], dass die h. 
k. k. Kreisregierung den Antrag für die Errichtung einer Studentenstiftung aus dem 


Erlöse für die Alleebäume per 1G7 fl. 

und Veräusserung von Montourstücken per 144 fl. 


beifällig aufgenommen hat, und fordert auf, damit der Betrag bis 400 fl. mit 
89 fl. aus den Gemeindienten ergänzt werde. 

ad § 37. 

Der zur Completirung des Stiftungs-Capitales per 400 fl. CMze abgängige Betrag 
von 89 fl. wird aus der Rentkassa bewilliget. 


Geschlossen und gefertigt. 
Joh. Bilek mp., 

Stadtanwalt. 

Josef Kellner mp., 
Schriftführer. 


Mudra mp., 

Bürgermeister. 

Sebastian Hnewkovsky mp., 
Ausschussmann. 


Za pravost pfedpisu : 

Y Rokyeanech, dne 17. prosince 189G. 

Starosta obce : 

(L. S.) J. Anichober mp. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statthai- Overeny opis u e. k. mistodrzitelstvi v Praze. 

terei zu Prag. 


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37 


Johann Nekola. 


Jan Nekola. 


37 


( , i fl- \ 

\ Stempel. / 


III. 


Stiftsbrief. 


Der k. k. Rath und Ministerial-Sekretär Herr Johann Nekola hat sich durch seine 
reichlichen Spenden um die hierstädtische Schuljugend der Art verdient gemacht, dass 
der Gemeindeausschuss der k. Stadt Rokitzan sich verpflichtet fühlet, der gegen den 
genannten Herrn Wohlthäter liegenden Anerkennung einen bleibenden Ausdruck 
zu geben. 

Die Errichtung einer Studentenstiftung unter dem Namen Johann Nekola’sche 
wurde von dem Stadtverordneten-Collegium unterm 6 ,en Jänner 1853, NE. 51, dafür ganz 
geeignet befunden, und dazu [sind] auch 400 fl., schreibe vierhundert Gulden, in Con- 
ventions-Münze bereitwilligst gewidmet worden. 

Nachdem dieser Betrag bereits auch bei dem hierortigen Bürger Herrn Joseph 
Kellner laut Schuldurkunde ddto. Rokitzan am 1. Juni 1853 elocirt und ob dem ihm 

eigenthümlich gehörigen Feld- und Wiesengrunde sub Nr. top. — - f — ^ per 

ö ö & ° 1 2750 und 2751 neu 1 

3 Joch 276 D° und 4 Joch 1443 Ü u . . . n . . . . 

T M, MO uml 6 Joch 1500 U «rmidbachcri«* SK-liergosWlt cmhemt, so er- 

mangelt der Bürgermeister, die Gemeinderäthe und der Gemeindeausschuss der könig- 
lichen Stadt Rokitzan nicht, hiemit zu erklären, dass sie das vorbesagte Capital per 
400 fl. und die hievon entfallenden Interessen per 20 fl. CM. zu der Johann Nekola’schen 
Studentenstiftung unter folgenden Bedingungen auf ewige Zeiten widmen, als: 

Iten». pj e Verwaltung und Verrechnung des Stiftungscapitales und der hievon ent- 
fallenden Interessen soll von dem jeweiligen gemeindstädtischen Fondsrechnungsführer 
unter Aufsicht des Stadtrathes der k. Stadt Rokitzan ohne Entgelt besorgt werden. 

2 tens * j)j e alljährlich entfallenden Interessen per 20 fl. CM. sollen einem hierortigen 
armen und gesitteten Knaben, welcher zum Studieren fähig ist und von einem Stadt- 
Rokitzaner Bürger abstammt, zugewiesen werden. 

3* 0118 ' Ol) der mit dieser Fundation betheilte Knabe sich den Gymnasialstudien 
widmet oder die technischen Anstalten mit Inbegriff der Unterrealschule mit gutem Er- 
folge besuchet, soll bei der Verleihung keinen Unterschied machen und der Genuss der 
Stiftung durch die ganze Studienzeit dauern. 

4 tens * So lange als der k. k. Rath Herr Johann Nekola leben wird, so lange soll 
ihm das Präsentationsrecht für diese Stiftung zustehen. Nach dessen Ableben soll dieses 
Recht an den Rokitzaner Stadtrath übergehen. 

5 ten8 * Das Verleihungsrecht soll dem Gemeindeausschusse der k. Stadt Rokitzan für 
ewige Zeiten Vorbehalten bleiben. 

Wir Endesgefertigten verbinden uns für sich [sic] und unsere Nachfolger, für die 
Aufrechthaltung und Vermehrung dieser Studentenstiftung wie auch für die richtige Ein- 
hebung der alljährig einzufliessenden und dem ernannten Stiftling auszufolgenden In- 
teressen von 20 fl. auf ewüge Zeiten zu wachen. 

Urkund dessen haben wir gegenwärtiges in drei Parien ausgefertigte Instrument 
eigenhändig unterschrieben und zwei Zeugen zur Mitfertigung mit dem Beisatze erbeten, 
dass wir uns auch zufrieden stellen, wenn gegenwärtiger Stiftsbrief grundbücherlich ein- 
rogistrirt werde. 

So geschehen zu Rokitzan, am 13. Jänner 1854. 


Joh. Bilek mp.. 
Z**ug(*. 

Joh. Chwätal mp., 

Zeuge. 


(L. S.) Mudra mp., 

Bürgermeister. 

Franz Kellner mp.. 
Stadlrath. 

Wenzel Kellner mp., 

Stadtverordneter. 

Jestfabicky mp., 

Stadtverordneter. 


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3S 


Johaun Nekola. 


Jan Nekola. 


38 


N. E. 2745. 

Bei dem Umstande, als die Elocirung des vorbenannten Johann Nekola'schen 
Stiftungscapitales per 400 fl. CM. an Herrn Josef Kellner von Seite der hohen k. k. Statt- 
halterei mit h. Dekrete vom 31. Juli 1854, Z. 21.179, nachträglich genehmiget worden ist, 
macht sich die Communal-Yerwaltung (die Gemeinde-Repräsentanz) der k. Stadt Rokitzan 
verbindlich, mit diesem Stiftungscapitale ohne vorher eingeholter hochortigen Bewilligung 
keine Veränderung vorzunehmen. 

Urkund dessen ist gegenwärtige Nachtragserklärung nach Weisung des § 108 der 
prov. Gemeinde-Ordnung ddto. 17. März 1849 von dem Bürgermeister, einem Gemeinde- 
rath und zwei Stadtverordneten gefertigt und zwei Zeugen zur Mitfertigung mit dem Bei- 
fügen ersucht worden, dass auch diese nachträglich übernommene Verbindlichkeit zur 
grundbücherlichen Sicherstellung gelangen könne. 

So geschehen zu Rokitzan, den 3. Oktober 1854. 


Johann Bilek mp., 
Zeuge. 

Johann Chwätal mp., 

Zunge. 


Mudra mp., 

Bürgermeister. 

Adalbert Czerny mp., 
Stadtrath. 

Jestfabicky mp., 

Stadtverordneter. 

Wenzel Kellner mp., 

Stadtverordneter. 


Nr. 0171. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der Böhmischen k. k. Statthalterei. 

Prag, am 2. März 1855. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Forgäch mp. 


Original hei der k. k. Statthnltcrei in Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 


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39 


Magdalena Yiertl. 


Majdulena Viertluvä. 


39 


301 . 

1853 

Jänner 7. leilna. 


Magdalena Viortl'sclie Studenten- 
Stiftung. 

Magdalena Vierth Privatcassicrs- 
Witwe in Prag , widmete in ihrem Testa- 
mente vom 7 . Jänner 187)3 von den in ihrem 
zweiten Testamente vom 18. Juli 1801, Ab- 
satz 2 näher angeführten Capitalien einen 
Betrag von 800 fl. C. M. zur Errichtung 
einer Stiftung für f leis si ge und mitte l- 
losc Knaben , die sich den Studien 
w i d m e n u n d a u s d c r V er iv a n d t- 
schaft der Stift er in oder ihres 
Gatten stammen. Bei Abgang von 
Verwandten soll diese Stiftung 
s tudi er enden Söhne n 11 a u d n i tz er 
B ärger, w e n n sie d i e St ift u n g s- 
eigensehaften besitzen , verliehe n 
w erde n. 

Iler Genus s d iesc r S t i ft u ng 
hat bis zur Vollendung der Studien 
mit Ausschluss der theologischen 
zu dauern. Auch sollen Knaben, die 
sich den te ch n i s ch e n Studie n 
widmen , auf diese Stiftung An- 
s pruch habe n. 

Das Präsentationsrecht soll 
der jeweilige ge m eins ch aftl i ch c 
Stadtvorstand in llaudnit z ans - 
n b e n. 

Diese Stiftung trat erst mit dem am 
26. Juni 1877 erfolgten Ableben der Antonia 
liiibririus, der Dienerin der Stifterin, welcher 
der lebenslängliche Nutzgenuss des Stiftungs- 
eapitals zustand, ins Leben. 

Der Stiftsbrief wurde von der Je. Je. 
Statthalterci am 24. April 1878 ausge- 
fertigt. 

Gegenwärtig wird diese St ift ung 
von der I:. k. Statthalterei in Prag 
über Präsentation des Stadt rat he s 
in Ra udnit z verliehen. 

Das Stiftungsvermögen, welches eben- 
falls von der k. k. Statthalterei in Prag 
verwaltet wird, beträgt 1300 fl., ans dessen 
Reinerträgnis ein Platz mit der Jaltres- 
gebür von 51 fl. dotiert wird. 


Studenfskö iiadäni Majdalcny 
Viertlove. 

J lajd alena Viertle vd , vdova po 
soukromem pokladniku v Prazc, venovala re 
sve zäveti ze dne 7. ledna 1853 z j ist in 
v druhe zäveti ze dne 18. eervence 1801 
r 2. od staue i blize uvedenych obnos 800 zl. 
konv. m. na zrizeni nadaee pro pilne a 
nemajetne hoch g, kteriz s tudi im so 
venuji a z pribnzenstva zalclada - 
t e l k y neb j ej i h o m a n z ela po ch ä z cj i. 
Neni-li tu pribuznych , udeliti jest 
n adae i st ud u j i c i m s y n ü m m esfa n ü 
11 o u d n iclcy ch , m aj l-l i vlast ho st i, 
jalcych nadaee vymähä. 


Pozitck nadaeni trvati mä az 
do nkonccni stndii, vyjmouc studia 
theolog i de ä. Närok na nadaci maji 
m iti take ho Si st u d i i m t c ch n i c k y m 
se venujici. 


Prdvo presen tuen i v ykondvat i 
mä vzdy s pol eene mestslce predsta- 
venstvo v lioudnici. 

Nadaee tato vcsla vc skutck teprve dnem 
20. cervna 1877 , kdy zcmrela Antonic Ru- 
hr iciusovä, sluzlca zaläadatelcina, ktcrcz po 
cas zivota nälezel pozitck uzitku jistiny na- 
daeni. 

List nadaeni byl c. k. mistodrzitelstvim 
dne 24. dubna 1878 vyhotoren. 

Nyn i u d i li n ad a c i tu to e. k. 
mistod rz itclstv i v Prazc po presen- 
taci m ös t s k e rady v Roud n i e i. 

Jute nt nadaeni, lcterez rovnez e. k. 
mi stodr zitelst vi v Prazc spravuje, olmäsi 
1300 zl. ; z jcho eisteho vytezku dotn je se 
j cd ine misto s roenim pozitkem 51 zl. 


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10 


Magdalena Viert!. 


Mujdalena Viertlova. 


40 


I* 

Auszug 

aus dem nach der am 15. September 1 802 in Kr. Cons. 14-111. verstorbenen Privat- 
kassierswitwe hinterlassenen Testamente ddto. 7. Jänner 1853: der Magdalena Virtl, über 

deren augeordnete fromme Vermächtnisse. 


4 Uns - Betreffend das bei Kr. 2 besprochene Kapital per 3300 fl. CM., von welchem, 
wie ich bei Kr. 3 lit. C, bereits festsetzte und auch itzt wiederholt anordne,, die ent- 
fallenden Interessen meine Dienerin Antonia Kubricius für ihre langjährigen treuen Dienste, 
und um sie jeden Kothstandes zu entheben, bis zu ihrem Absterben zu beziehen haben 
wird : so soll das gedachte Kapital nach ihrem Tode auf folgende Art verwendet werden 
und vertheilt werden, als: 


§ 2. Widme ich zur Errichtung einer Stiftung für fleissige und mitellose 
Knaben, die sich den Studien widmen und aus meiner oder meines Gatten Verwandtschaft 
sein sollen, 800 fl. CM., sage achthundert Gulden CMze., resp. die hievon entfallenden 
Interessen in der Art, dass bei gleichen Eigenschaften der dem nächste [sic] Anver- 
wandte den Vorzug habe. Bei Abgang von Verwandten soll diese Stiftung studierenden 
Söhnen Raudnitzer Bürger, wenn sie die Stiftungseigenschaften besitzen, verliehen werden. 
Der Genuss hat bis zu beendeten Studien mit Ausschluss der theologischen zu dauern, 
und es soll diese Stiftung — auf welche auch Knaben, die sich den technischen Studien 
widmen wollen, Anspruch haben — niemals unbesetzt bleiben. Das Präsentationsrecht 
übertrage ich an den jeweiligen gemeinschaftlichen Raudnitzer Stadtvorstand. Übrigens 
sind die Stiftungsauslagen sowohl bei dieser als bei der Stiftung § 1. aus dem ersten 
einjährigen Interessenerträgnis zu bestreiten. 


So geschehen Prag, am 7 tcn Jänner 1853. 

Anton P. Kemecek mp., Magdalena Virtl mp., 

als ersuchter Zeuge. geborne Schcpka. 

Josef Payer mp., 
erbetener Zeuge. 

Anton Kalioun mp., 
ersuchter Zeuge. 


Gleichzeitige einfache Abschrift bei der k. k. 
Statthaltern zu IVag. 


Soucasny jednoduehy opis u c. k. mistodrzi 
telstvi v Frage. 


II- 

Auszug 

aus dem Testamente der Magdalena Viertl ddto. Prag den 18. Juli 1801 über 

Absatz 2. lit. I. 

2 tens. £) a ich niemandem etwas schulde, andererseits weder Kinder noch Eltern be- 
sitze, sowohl meine als die Verwandten meines verstorbenen Gatten sich gar nicht um 
mich bekümmerten, ich aber mich für stets bewiesene aufrichtige, uneigennützige 
Freundschaft zum Dank verpflichtet fühle; so ernenne ich zum alleinigen und unbe- 
schränkten Universalerben meines sämmtlichen haaren, beweglichen und unbeweglichen, 
wie immer Kamen habenden, sowohl bücherlichen als ausserbüeherlichen Vermögens, dann 
Nachlasses und Fahrnisse (jedoch mit Ausnahme des laut Schuldurkuude vom 13. August 


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41 


Magdalena Yiertl. 


Majdalena Viertlova. 


41 


1842 mir angehörigen, bei Sr. Durchlaucht dem Fürsten Ferdinand von Lobkowitz anlie- 
genden Kapitals per 2600 fl. CM. 

dann des laut Schenkungsurkunde vom 12. Juli 1843 meines verstorbenen 
Gatten mir gehörigen, ebenfalls beim benannten Herrn Fürsten laut Re- 
kognition vom 31. December 1823 anliegenden, ursprünglich als Dienst- 
kaution hinterlegten Kapitals per 800 fl. und respective über Abzug von 
hundert Gulden CMze., welche ich meiner Dienerin Antonia Rubricius ab- 
getreten habe, per 700 fl. CM. 

daher zusammen des Kapitals per . . . 3300 fl. CM. 

dessen Vertheihing übrigens in diesem Testament umständlich bei Nr. 4 noch besprochen 
wird, den k. k. Staatsbuchbaltungs-Rechnungsrath Kajetan Demartini, und zwar aus dem 
Grunde, weil sowohl er als seine Gattin Katharina in meinem grossen Schmerz bei dem 
Verluste meines geliebten Gatten, und da ich krank darniederlag, mir eine besondere 
Anhänglichkeit, ungeheuchelte Freundschaft und Liebe erwiesen, die Gefühle auch fortan 
bewährten, zudem mein Gatte mich seiner Obhut übergeben, er sein demselben gegebenes 
Versprechen seit seinem am 12. Juli 1847 erfolgten Tode redlich erfüllte, mir aufrichtig 
und ohne allem Interesse mit gutem Rath und That stets an die Hand gieng, zugleich 
[weil] diese meine letztwillige Anordnung einen Bew f eis meiner Anerkennung liefern soll. 


Dem stempelfreien Originale auszugsweise gleichlautend. 

Vom Expedite des k. k. städt. deleg. Bezirksgerichtes der Kleinseite Prag, 

den 7. Jänner 1863. 

(L. S.) Ritt mp. 


Original-Auszug Bei der k. k. Statthaltern in Vytah originalu u c. k. mistodrzitelstvi v Prazo. 

Prag. 


III. 

/ 50 kr. \ 

V Stempel. / 

Stiftsbrief 

über die von Magdalena Viertl letztwillig angeordnete Studentenstiftung. 

Die am 15. September 1862 in Prag NC. 14 — III. verstorbene Privatkassier-Witwe 
Magdalena Viertl hat die in ihrem Testamente vom 18. Juli 1861, Absatz 2, angeführten, 
bei Seiner Durchlaucht dem Fürsten Ferdinand von Lobkowdtz auf Grund der Schuld- 
urkunde vom 13. August 1842 anliegenden, ihr gehörigen 2600 fl. CMze, ferner die laut 
der Schenkungsurkunde ihres Gatten vom 12. Juli 1843 ihr gehörigen, bei demselben 
Füisten laut der Rekognition vom 31. Dezember 1823 anliegenden 800 fl. Conv. Münze, 
beziehungsweise restliche 700 fl. CMze, zusammen daher 3300 fl. CM. in dem Testa- 
mente vom 7. Jänner 1853 Absatz 4 den in diesem Absätze genannten Anstalten und 
Stiftungen, darunter 800 fl. CM. zu einer Studentenstiftung mit folgendem Wortlaute 
vermacht : 

„§ 2. Widme ich zur Errichtung einer Stiftung für fleissige und mittellose Knaben, 
„die sich den Studien widmen und aus meiner oder meines Gatten Verwandtschaft sein 
„sollen, 800 fl. CM., sage achthundert Gulden CMze, resp. die hievon entfallenden Inter- 
kessen in der Art, dass bei gleichen Eigenschaften der demnächste [sic] Verwandte den 
„Vorzug habe. Bei Abgang von Verwandten soll diese Stiftung studierenden Söhnen 
„Raudnitzer Bürger, wenn sie die Stiftungseigenschaften besitzen, verliehen werden; der 
„Genuss hat bis zu beendeten Studien mit Ausschluss der theologischen zu dauern, und 
„es soll diese Stiftung, auf welche auch Knaben, die sich den technischen Studien w idmen 
„wollen, Anspruch haben, niemals unbesetzt bleiben. 

VI. 6 


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42 


Magdalena Viert 1. 


Majdalena Viertlovä. 


42 


..Das Präsentationsrecht übertrage ich an Jeu jeweiligen gemeinschaftlichen Raud- 
„nitzer Stadtvorstand.“ 

„Übrigens sind die Stiftungsauslagen sowolil bei dieser als bei der Stiftung § 4 
„aus dem ersten einjährigen Interessenerträgnis zu bestreiten.“ 

Nach der Einantwortungsurkunde des k. k. städtisch deleg. Bezirksgerichtes der 
Kleinseite Trag ddto 7. Februar 1804, Z. 1263, betreffend den Nachlass der Magdalena 
Vierth wurden von den bei Herrn Ferdinand Fürsten Lobkowitz aushaftenden Kapitalien 
per 2730 th O. W. zur Errichtung einer Stiftung für fleissige und mittellose Knaben, die 
sich den Studien widmen, der Theilbetrag per 840 fl., jedoch mit Vorbehalt des lebens- 
länglichen Nutzgenusses für Antonia Rubricius, zugewiesen. 

Letztere starb am 20. Juni 1877, und es wurde zur Deckung dieser Stiftungsfor- 
derung und der Forderungen der weiter angeordneten Legate von dem Rechtsanwälte 
des Herrn Moritz Fürsten von Lobkowitz das Kapital per 2730 fl., dann die 5% Inter- 
essen vom Sterbetage der Antonia Rubrieius ddto 26. Juni bis 7. August 1877 per 15 fl. 
17 kr., zusammen 2745 fl. 17 kr. nach Abzug des Betrages von 20 kr. für zwei Spar- 
kassabüchel in zwei Sparkassaeinlagen per 314 fl. 90 kr. und 2430 fl. 7 kr. erlegt. 

Von diesem letzteren Betrage wurde der der Studentenstiftung zugefallene Betrag 
per 840 fl., ferner von den erlegten, in dem Betrage vom 2430 fl. 7 kr. inbegriffenen 
Zinsen per 15 fl. 17 kr. der auf diese Studentenstiftung entfallende Betrag per 4 fl. 70 kr. 
sowie die von diesem Kapitalstlieilbetrage seit der erfolgten Einlage in die Böhmische 

Sparkassa entfallenden Zinsen per 8 fl. 45 kr., zusammen mithin ein Betrag per 853 fl. 

15 kr. laut Zuschrift der k. k. Landeshauptkassa Prag vom 28. Jänner 1878 NE. 1607 
sub Post 276 des Studentenstiftungsfondsjournals beempfangt und hievon die nach- 
folgend ausgewiesenen Auflagen bestritten, als: sub Post 275 als Zähltaxe an das 
k. k. Depositenamt 4 fl. 26'/„ kr. sub Post 277 als Ankaufskosten für die .Noten- 
renten per 1300 fl. 

zum Koursc von 63 fl. 80 kr. und Rechnungsstempel 829 fl. 45 kr. 

nebst der Interessenvergütung für die Zeit vorn 1. November 1876 bis 

9. Jänner 1878 10 fl. 32 kr. 

zusammen . . . 839 fl. 77 kr. 

sub Post 377 am 28. Jänner 1878 als Blamjuetgebühr für die vinkulirte 
Notenrente Nr. 20.689 per 1300 fr. an das Kreditsjournal als Empfangs- 
post 15 — fl. 20 kr. 

zusammen . . . 844 fl. 23 V 2 kr. 

Die für die an die k. k. Staatsschuldenkassa in Wien eingesendeten, vom 1. No- 
vember 1877 an verzinslichen Notenrenten vom 1. November 1868 Nr. 269.170, 269.171, 

269.172 mit je 9 Coupons 1 Talons ä 100 fl 300 fl. 

Nr. 224.236 mit 6 Coupons 1 Talon 1000 fl. 

eingelangte Obligation der einheitlichen, vom l ton November 1877 an verzinslichen 5 u / 0 
Staatsschuld Nr. 20.689, ddto Wien 1. November 1877, lautend auf die k. k. Landes- 
hauptkassa in Prag nomine der „Magdalena ViertPschen Studenteustiftung“. wurde bei 
der k. k. Landeshauptkassa zu Prag am 28. Jänner 1877 sub Nr. 376 ebenfalls beempfangt 
und in Gebarung übernommen. 

Hiernach erklärt die k. k. Statthalterei nunmehr diese Stiftung für konstituirt. 

Sie wird das Stiftungsvermögen und Einkommen nach den bestehenden Normen 
verwalten und die Stiftung selbst nach dem obenangeführten Willen der Stifterin durch 
Ausschreibung und über Vorschlag des jeweiligen gemeinschaftlichen Raudnitzer Stadt- 
vorstandes durch Verleihung der Stiftung vollziehen. 

Der mitunterfertigte Raudnitzer Stadtvorstand übernimmt für sich und seine Amts- 
nachfolger die Ausübung des Vorschlagsrechtes mit dem Versprechen, sich hiebei den 
Willenausspruch der Stifterin stets gegenwärtig zu halten. 

Der Stiftsbrief wird in zwei Parieu ausgefertigt, von welchen das eine bei der 
k. k. Statthaltern und das zweite bei dem Stadtvorstande in Raudnitz aufbewahrt wird. 

So geschehen bei der k. k. Statthalterei zu Prag den 24. April 1878. 

(L. S.) Ignaz Ritter v. Grüner mp., 

k. k. Staltk.-Viceprägideut. 


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43 


Magdalena Viertl. 


Majdalena Viertlova. 


43 


So geschehen beim Stadtvorstande in Raudnitz den 10. Mai 1878. 

(L. S.) Zinke mp., 

Bürgermeister. 

Josef Müller mp., 

Stadtrath. 

Yincenz Anger mp., 

Ausschuss. 


Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k. mistodratclstvi v Prazc. 


VI. 


G* 


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44 


P. Alois Jobann Renner. 


P. Alois Jan Renner. 


44 


302 . 

1853 

Jänner 11. ledna. 


P. Aiois Johann Itenner'sche Stu- 
denten-Stiftung. 

P. Alois Johann Kenner , Dom - 
custos des Prager Metropolit an-Domcapitels, 
hat in seinem Testamente vom 11. Jänner 
1853 zum Universalerben seines gesammten , 
naeh Abzug der Legate erübrigenden Ver- 
mögens die j etc eilig e arme , talent- 
volle, fleissigc und sittliche Schul- 
jugend in Bäringen eingesetzt und 
die Venvaltung dieses , Stiftungsvermögens 
dem allzeit getreuen Metropolitan-Dom- 
eapitel zu St. Veit in Prag übertragen , 
welchem auch das Recht der Verleihung der 
Stiftungsplätze zustehen sollte. 

Die tbcrwachung der Stiftlingc wollte 
der Stifter in den Händen des jeweiligen 
ältesten Johanneers des Capitels wissen. 

Als Mindestbetrag des jährlichen 
Stiftungsgenusses bestimmte der Stifter 
150 fl. C. M. 

Palls der Zinsfuss herabsinken sollte , 
hat die Stiftung behufs Ermöglichung der 
Ergänzung des Einkommens zu ruhen , was 
jedoch stets durch einen Capitelbcscliluss zu 
bestimmen sein wird. 

Die Stiftlingc wurden verpflichtet , für 
die Erhaltung und den Segen des Allerh. 
Kaiserhauses , ihres Oberhirten , des a. g. 
Domcapitels , des Stiftungsinspectors , dann 
für den Stifter Gott im Gebete anzuflehen, 
ferner nach Erlangung ihrer Bestimmung 
denjenigen , welche nach ihnen im Stiftungs- 
genusse sein werden , mit Rath und That 
nach Kräften an die Hand zu gehen. 

Diese Verpflichtungsbestimmungen sollten 
in die Verleih ungsdccrefe Aufnahme 
finden. 

In dem am 9. März 1851 errichteten 
Codicille hat der Stifter die Anordnung 
getroffen , dass bei der Verleihung 
der Stipendien auf den Gra d d e r 
Verwandtschaft der Bewerber mit 
d em Stifte r i n der A r t Rüc k s i ch t 
genommen werden soll , dass ceteris 
paribus die n ä ch st e n A n r e r w a n d t en 
d c n n ä ch st e n A n s p r u ch a uf d i e 
S t iftu ng h aben. 


Studcntske nadäni P. Aloise Jana 
Kennern. 

P. Alois Jan Renne r, kustos Praz- 
ske metropolitni kapituly , ustanovil re sve 
zdveti ze dne 11. ledna 1853 universdlni 
dedickou sveho vcskcrcho jmeni , jez po ode- 
dteni odkazu zbude , chudou, nadanou, 
pilnou a m rar non skolnt mlddez 
v Perninku a svefil sprävu tohoto 
jmeni nadaöniho vzdy verne metropolitni ka- 
pitale u sv. Vita v Praze. kterez take pri- 
sluseti mölo prävo mista nadaeni udilcti. 


Zakladatelorym prdnim bylo , aby 
lc nadaneüm vzdy ncjstarsi svdtecni kazatel 
kapituly dohledal. 

Nejmensi obnos roeniho pozitku nadac- 
niho ustanovil zakladatcl obnosem 150 zl. 
konv. m. 

Klcsla-li by mira ürokovd , nernd sc na- 
dace po nejaky cas udilcti , aby se Um 
umoznilo doplncni prijmu; to vsak ustanoviti 
se md vzdy usnesenim kapituly. 

Nadaneüm tdozeno za povinnost , prositi 
v modlitbe Boha za zachovdni a pozehndini 
Ncjvyssiho cisarskcho domu, jich vrcliniho 
pastyre , v. v. kapituly , dozorce nadaeniho a 
za zakladatclc; ddle maji az povoläni sveho 
dosdhnou , ty, kdoz po nich nadace pozivati 
budoiij radou a skutky die srych sil podpo- 
rovati. 

Tato ustanoveni o povinnost cch nadancü 
mein do udilccich dekretü pojata byti. 

V kodiciln dne 9. brezna 1851 zrizenem 
naridil zakladatcl , ze pfi udileni na- 
daci ohle d d luzno b r d ti na st up e n 
pfibuznosti zadatclü se zaklada - 
telem a to v ten zpüsob , ze ceteris 
p a r i b u s n ej bl iz s i p r i buzn % p r e d n i 
n d r o k n a n a d a c i m a j i. 


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45 


P. Alois Johann Renner. 


P. Alois Jan Renner. 


45 


Den Vorschlag an das Dom - 
capitel soll der jeweilige Pfarrer 
in Düringen er st alten; an dem Tage , 
an welchem er diesen Vorschlag erstattet , 
soll €7- für den Stifter eine hl. Messe lesen , 
wofür ihm aus dem St iftungsc inkommen 
20 fl. C. 31 . auszufolgen sind. 

Auf Grund dieser letztwilligen Bestim- 
mungen des Stifters wurde unterm 31. October 
1800 der Stiftsbrief errichtet , welcher die 
Bestätigung der k. lc. Statthalterei vom 
23. Jänner 1867 , Z . 53.750, erhielt. 

Nach diesem Stiftsbriefe betrug damals 
das Stiftungsvermögen 21.673 fl. 35 l f„ kr. 
ö. W. und 32.000 fl. 32' U kr. C. 31. 

Von den wesentlichen Bestimmungen 
dieses Stiftsbriefes sind folgende hervor- 
zuheben : 

Anspruch auf die Stiftung 
sollen nur die von katholis ch e n 
Eltern abstammenden, zu Bäringen 
geborenen, armen, wohltale n tierten 
und sittlichen Schulkinder haben. 

Auf die in Bäringen geborenen 
Anverwandten des Stifters ist mit 
Bedacht auf den Verwandtschafts- 
grad i n der Art B ü c k sicht z u 
nehmen , • dass cctcris paribus die 
nächsten Anverwandten des Stifters 
auch den nächsten Anspruch haben. 

Wenn solche Bewerber nicht 
vorhanden wären , kann die Stif - 
t u n g a u ch an A n v e r w an die des 
Stifters , welche nicht in Bäringen 
geboren sind, jedoch die obbe zeich- 
neten E igen schäften haben, ver- 
liehen werden. Solche Stif Hinge 
müssen jedoch den Genuss der Stif- 
tung mit Ablauf des Schuljahres an 
später sich meldende Bewerbe r, 
welche in Bäringen geboren und 
gee i gnete Studenten sind, abtreten. 

Die Stiftung kann von Schülern der 3. 
und 4. (lasse einer Haupt- oder Unterreal- 
schule erlangt und genossen werden, und es 
hat deren Genuss bis zur regelmässigen 
Beendigung des ordentlichen öffentlichen Stu- 
diums an einem öffentlichen Gymnasium , an 
einer vollständigen öffentlichen Realschule, 
an einer Universität, einer öffentlichen poly- 
technischen Lehranstalt oder an einer 
anderen höheren öffentlichen Unterrichtsan- 
stalt, wie z. B. für Bergwesen, Landwirt- 
schaft, Forstwirtschaft, Handel, Musik 
oder bildende Künste, zu dauern. 

Auf diejenigen Bewerber, welche in der 
Bäringer Pjarrschule im Genüsse der vom 
Stifter errichteten Prämienstiftung gestanden 
sind, ist besondere Rücksicht zu nehmen. 


Nävrh kapitale mä vzdy farär 
v Perninku uciniti; tehoz dne, lcdy 
nävrh tento ucini, mä slouziti za zakladatele 
mH svatou, a jest mu za to ryplatiti 
z pfijmü nadacnich 20 zl. konv. m. 


Na zäklade techto poslednich pofizeni 
zakladatelovych byl dne 31. fijna 1866 
zfizen list nadaöni, jemuz dostalo se potvr- 
zeni c . k. mistodrzitelstvim dne 25. ledna 
1867, c. 55.756. 

Vcdle tohoto listu nadaeniho obnäselo 
tehdy jmöni nadaöni 21.673 zl. 35'/, 2 kr. 
r. m. a 32.900 zl. 32' f 2 kr. konv. m. 

Z podstatnych ustunoveni tohoto listu 
nadaeniho uvedeny budtez zvlästÖ näsle- 
dujict: 

Närok na nadac i m aj i m t ti je n 
od katolicky ch rodicü pochäzejici , 
v Perninku narozeni, chudi, nadani 
a mravni zäci. 

K pfibuznym zakladatclovym 
v Perninku narozenym dluzno lile die 
k stupni pribuzenstvi v ten zpüsob 
zfetel miti , %e cetcris paribus nej- 
blizsi pribuzni zalcladatclov i take 
pfedni närok maji. 

Ncni-li tu takovych öadatelü, 
müze nadace udöliti se take pfi- 
buznym zakladatelov ym, ktefi ne- 
narodili se v Perninku, alc shora 
oznaöene vlastnosti maji. Takovi 
nadanci must vhak poHtck nadaöni 
ko ne ein rolcu skolniho postoupiti 
zadatelüm , ktefi v Perninku sc na- 
rodili, schopnymi studenty jsou a 
pozdeji k nadaci sc hläsi. 


Nadace dojiti a pozivati mohou iäci 
3. a 4. tfidy hlaxmi neb niiSi realni skoly, 
a potrvati mä pozitek nadace az do pravi - 
delneho ukonöeni fädneho vefejneho studia 
na vefejnem gymnasiu, üplne vefejna Skole 
reälni, na universite, vefejnem polytechnickem 
ncilisti aneb na jinem vyssim vefejnem vy- 
ucovacim üstave, jako ku pf. pro hornictri, 
hospodäfstvi polni neb lesni, obehod, hndhn 
neb rytvarnä umönu 


Na ony iadatele, ktefi r Perninku re 
farni skole pozivali premiove nadace zakla- 
datelem zalozene, dluzno zrlästni ohled bräti. 


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46 P. Alois Johann Renner. 

Bei Bewerbern , welche mit dem 
S tiftcr v er w an dt si n d, i s t a uf d v n 
Verwandtschaftsgrad derart Bäck - 
s i eh t zn neh m en, dass cete r i s p a r i- 
b u s d e n n ä eh ste n A n v er w and fe n 
auch der nächste Anspruch zu steht. 

Das Recht, die Stiftlinge zn 
e r n e n n e n u n d den selbe n d en St if- 
tungsgcnnss zn ent zieh en, soll das 
Prager Metropolitan-Do m eap itel 
mittelst Cap itelhe Schluss es aus- 
ü b e n. 

Die Erledigung der Stiftungsplätze ist 
jedesmal von der Kanzel der Bä ringer 
Pfarrgemcindc bekannt zu geben. 

Die Bewerbungsgesuche sind während 
der bestimmten Zeit beim Pfarrer in Bärin- 
gen einzubringen, welcher nach gepflogener 
Beratliung mit dem Bäringer Stadtgerichte 
den Vorschlag an das Domeapitel zu er- 
statten hat. 

Die Stiftlinge haben ihre Stu- 
dien , namentlich die Real-, Gymna- 
sial- und F a c ultät 's st ud ien ir c n n 
möglich in Prag abzulegen und 
dürfen dieselbe n n u r mit ausdr ü c k- 
l ich er Genehmigung des Dome api- 
tels ausserhalb Prags beginnen 
und fort setze n. 

Die Stiftlinge sollen das Recht haben , 
die vom Stifter zur Bäringer Pfarre ge- 
schenkte Bibliothek frei und ungehindert zu 
benützen. 

Den Stiftungen wurde zur Pflicht ge- 
macht , wenigstens aus den Sitten und der 
Religionsich re die Vorzugsclasse auszuweisen , 
sich die böhmische Sprache wenigstens so 
eigen zu machen , dass sie sich in derselben 
zu verständigen vermögen, tind an allen 
Sonn- und Feiertagen dem Gottesdienste 
andächtig beizuwohnen und bei demselben 
für die Erhaltung und den Segen des Aller- 
höchsten Kaiserhauses , des Diözesan-Ober- 
hirten, des Domcapitels sowie des Stiftungs- 
inspectors, dann für die Seele des Stifters 
zu beten. Wer Priester wird, soll beim Mess- 
opfer des Stifters gedenken. 

Schliesslich sollen die Stiftlinge , trenn 
sie eine Stellung erlangt haben , denjenigen, 
tvelche nach ihnen den Stiftungsgenuss er- 
langen, nach Kräften mit Rath und That 
beistehen und dahin wirken, dass dieselben 
brauchbare und sittliche Bürger der Kirche 
und des Staates werden. 

Diese Bestimmungen über die Verpflich- 
tung der Stiftlinge sind jedesmal in das 
Verleihungsdecrct aufzunehmen. 

Der Höchstbetrag der Jahresgebiir des 
Stipendiums wurde mit 300 fl. festgesetzt. 


P. Alois Jan Renner. 46 

Pri z ad atcl ich, kirrt se zakla- 
datele m j s o u p r i b u z n i, j es t zf et el 
m i t i n a s tu pe n p r i b uz e ns t v i v t e n 
zp us ob. ze cete r i s p a r i b n s n cj b l i z- 
s i m p r i b uz n y m t a k e p r c d n i n d r ok 
p r i slu s i. 

P ra v o j m enovat i n a d a nee a j i m 
poz if e k n a d a c n i o d n i m a t i, v y k o n d- 
rati mcla Prazskd metropol it nt 
k a p i t nla u s ne sc n i m k a p i t u l y. 


0 uprdzdneni mist nadaenich uvedomiti 
se md rzdy Perninkskd farni obcc ohldsenim 
s kazatelny. 

jiddosti o nadaci podati jest po cas 
ustanoveny u fardre r Pcrninku , kt er (fl 
puradiv se s mestskym sondern v Pcrninku. 
ucinifi md ndcrJi kapitale. 

Nadanci maji svd stndia. ob - 
z via st e s t u d i a na reale e, g y m n a s i u 
neb na f a k ulte, pole u d m o z n o, v Praz c 
k onati a m o li o u j e jen s vyslo v n y m 
s eh v die n i m k a p i tu ly m i m o Pr a h u 
pocit i a n c b r n i ch p okraco r a t i. 

9 

Nadanci maji miti prdvo svohodne a 
bez prekdzky pouzivati knihovny . kterou za- 
kladatel Pcrninkskc fare venoval. 

Nadancum ulozcno za povinnost nspon 
z ntravH a näbozcnstvi nejlepsi zndmkon se 
vykdzati. ieskon ree aspon tou merou si osvo- 
jifi, aby se v nt dorozumeti mohli a v kazdy 
nedelni a svdtecnl den sluieb Bozich näbozne 
sc zucastniti a pri nich za zachovdni a po- 
zehndni Nejvyssiho cisafskeho domu, vreh- 
niho pastyre dioecese. kapituly a nadaeniho 
dozorcc , pak za dusi zakladatelovn se wo- 
dliti. Kilo stane se knezem, md pri msi 
svatc na zakladatele vzpomenouti. 


Konccne maji nadanci , dojdon-Ji neju- 
kclio postaveni , tem, jimz po nich pozitku 
nadaöniho se dostane , die suych sil radou a 
skutkem ndpomoeni byti a lc tomu püsobiti , 
aby stali se potrebnymi a mravnymi obeatty 
cirkvc a statu. 

Ustanoveni tato o povinnostech nadanci t 
pojati jest vzdy v dekret udileci. 

Nejvyssi obnos roeniho pozitku stipemlia 
stanoven byl obnosem 300 zl. 


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P. Alois Johann Renner. 


P. Alois Jan Renner. 


47 


Jeder V ennögenszu wachs soll zur Vor - 
Mehrung der Stiftungsplätze verwendet 
werden . 

Unterm ln. Februar 18! fl wurde ein 
St iftsbriej nacht rag ausgefertigt , welcher am 
8. März 1891 die Bestätigung der 1c. k. 
Statthalferei erhielt. 

Zufolge dieses Fachtrages betrug das 
Stiftungsvermögen damals 88.300 fl. ö. TT. 

Dieses Vermögen befindet sich in der 
Verwaltung des Frager Metropolitan- Dom - 
eajßitels , welches die Stiftung in Gemässhcit 
der Bestimmungen des angeführten Stifts - 
briefcs auch verleiht. 

Fs bestehen zwölf Stiftungsplätzc mit 
der Jahrcsgebnr von je 300 //. ö. IT. 


Jxazdcho pfirnstlcu jmeni uziti jest 
1c rozmnozenf mist nudacnich. 

Duc ln. ünora 1891 vyhofoven bgl do - 
datelc 1c lisfu nadacnhnu , leierem uz dne 
8. brezna 1891 jpotvrzcni mistodrzitclstvi sc 
dost (da. 

Vedle tohoto dodatlcu obnäsclo jmeni na- 
daeni tclidg 88.300 zl. r. in. 

Jmeni toto spravuje Frazslcä metropo- 
Jitni leapitula , jez taJce nadaci vedle usfano- 
veni uvedeneho nadaeniho listu udili. 


Xadace md 12 mist nadaenieh s roenim 
pozitlccm po 300 zl. r. e. 


I. 

M e i n letzter Wille. 

In nomine Jesu Sti. Amen. 

Indem ich mir die Zufälligkeit des mensclil. Entstehens etc 

I)a ich von jeher den Doppelgiundsatz der kirchlichen und Religionsaussprüche fest- 
zuhalten mich bemühte: 

a) opes Clericorum sunt patrimonium pauperum und 

b) si quis suorum et maxime domesticorum curam non habet, fidem negabit etc.: 
so fasse ich auch denselben bei meinem letzten Willen ins Auge und ernenne und 
bestimme als Universalerben meines sämmtliehen Vermögens über Abzug der 
aufgeführten Legate die jeweilige arme talentvolle und fleissige Schuljugend in 
Perringen, ehemaligen Eibogner, nun Egerer Kreises im Erzgebirge, meiner 
lieben Vaterstadt, als Mittel zu ihrer wissenschaftlichen und sittlichen Ausbildung. 
Ich weiss, dass in Perringen, wo ich selbst eine Zeit lange Kaplan war, ein 

betriebsames Völklein vorhanden, dass die dortige Jugend grösstentheils wohltalentirt, 
aber meistens auch sehr arm ist und überhaupt der Ort ira ganzen mit Ausnahme 
einiger Familien mit Notli zu kämpfen hat, dass oft Hungerjahre dort einreissen, welche 
wohl durch das Beherzigen öffentlich ausgesprochener Weherufe augenblicklich gestillt 
zu werden pflegen ; aber [dass] diesem Nothstand nur durch eine gediegene wissenschaft- 
liche, technische und sittliche Bildung der dortigen Bevölkerung dauerhaft entgegenwirkt, 
geregelte Erwerbszweige ins Leben g< rufen, Ordnung und Solidität in den Geschäften, 
Pietät in religiöser Beziehung und überhaupt ein befriedigender Zustand an Leib und 
Seele erzielt werden könne, was in letzterer Hinsicht um so nothwendiger wird, weil 
die Bevölkerung dieses Städtchens sehr mit dem angränzenden akatholischcn Ausland 
zu conversiren hat und der Gefahr mehr ausgesetzt ist, dem religiösen Indifferentismus 
und anderen Irrthiimern anheim zu fällen (wobei ich aber mich [sic] keinerdings einer 
Intoleranz zu Schulden kommen hissen will.) 

Von dieser ( berzeugung durchdrungen, habe ich bereits bei meinen Lebzeiten 
ö Stiftungen für diese Perringer Schuljugend errichtet, eine für einen armen Schüler in 
den lateinischen Schulen, eine für einen Techniker und eine für einen in der Unter- 
realschule; wovon ich meinem Herrn Testaraentsexekutor eine Abschrift hier mit beifüge, 
und will auch, dass mein Gesammtvcrmögen für dieselbe als Universalerben auf eine 
analoge Art verwendet werde, nämlich als Stiftungsfond für die Perringer armen, wohl- 
talentirten und sittlichen Schulkinder behandelt werden soll. 

Zwar sind die Capitalien für obgenannte 3 Stiftungen in der fursterzbischöHichen 
geistlichen Stiftungskassa niedergelegt, werden daselbst verrechnet, und der jeweilige 
pt. Herr Fürst-Erzbischof hat das Verleihungsrecht übernommen ; da aber der hiezu 


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P. Alois Johann Renner. 


P. Alois Jan Renner. 


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angestellte Herr Consistorialkassier zu vielerlei Kassen in Verrechnung hat und ich das 
hochwürdigste allezeit getreue Metropolitan-Domcapitel als Executor dieses Testamentes 
bestimme, so bitte ich auch dieses hocliw. Capitel, welches sich in seiner Treue gegen 
Gott, Religion, Kirche, Vaterland und gegen die religiöse und wissenschaftliche 
Bildung der armen Jugend zeuge der Geschichte immer ununterbrochen bewährt hat, 
es wolle auch dieses als Stiftungsfond für die Perringer arme Jugend gewidmete 
Verlassenschaftsvermögen in seine Verwaltung und Verrechnung nehmen und auch 
die Verwendung der jährlichen Interessen in eigene Versorgung übernehmen ; so 
zwar, dass dasselbe die Erledigung der Stiftungsplätze der Perringer Bevölkerung 
jedesmal auf die ihm am zweckmässigsten scheinende Art bekannt werden lasse und aus 
den Candidaten den würdigsten ebenso, w f ie es bei den bestehenden 3 cn vom jeweiligen 
lioeliwürdigen Herrn Fürst-Erzbischof geschieht, selbst ernennen, nämlich den Stiftungs- 
platz verleihen und die Anzeige an die hohe Landesregierung über diese Verleihung 
erstatten ; überhaupt meine diesfällige Anordnung in seinen Schutz nehmen, gegen 
mögliche An- und Eingriffe vertreten, die Stiftlingc duich ein hochwürdigstes Mitglied 
des allzeit getreuen Capitels — welches unvorgreiflich der älteste Herr Johannäer wäre, 
der ohnehin immer einen Schlüssel zur Hauptkasse hat — bezüglich ihres Fleisses und 
Sittlichkeit überwachen lassen und dahin wirken [wolle], damit die Perringer im ganzen so 
talentvolle, aber wegen der dort vorherrschenden Armuth so versäumte Jugend auf 
wissenschaftlichem und sittlichem Wege zu brauchbaren Menschen für Kirche und Staat 
herangebildet werde. 

Zu diesem Ende habe ich eine eiserne, mit 2 Schlössern versehene Cassa beige- 
schafft und bestimme, damit in selbe alle Urkunden, Obligationen, Ernennungen, 
Rechnungen und sonstigen Documente eingelegt, in dem Gewölbe, wo die Metropolitan- 
haupteassa sich befindet, aufbewahrt, ein Schlüssel dem Herrn Capitular-Cassier und 
der andere dem ohne Vorschreibung obgenannten Herrn Stiftungsinspector, der auch 
bei Besetzungen oder Entlassungen das Referat zur Schlussfassung vortragen wird, 
übergeben werde. 

Die bisher gemachten 3 Stiftungen lauten zwar nur jährlich auf 100 fl. CM. und 
die für einen Unterrealschüler bloss auf 80 fl. CM. und 20 fl. CM., welche letztere 
jährlich zurück in die Sparkassa einzulegen und durch den Perringer Pfarrer zur 
Erlernung eines Gewerbes oder Handwerkes, wenn er aus der Hauptschul, itzt Unter- 
realschul austritt, zu verwenden sind, für den austretenden Stiftling. Ich habe aber die 
Überzeugung geschöpft, dass dieser Betrag bei aller Sparsamkeit nicht ausreicht und 
ich immer nachhelfen muss. 

I)a aber der Stiftungsgenuss nur für arme Perringer Kinder bestimmt ist und mein 
Wunsch dahin geht, dass meine Stiftlinge während ihrer Studien nicht, wie mirs gieng, 
die bitterste Noth leiden müssen, wo sichs schwer studirt, sondern bei möglichster 
Einschränkung sich des Hungers erwehren können; so glaube ich, dass der Stiftungs- 
ertrag wenigstens auf jährliche 150 fl. CM. zu stellen sei, und dass das hocliw. allzeit 
getreue Capitel als Verwalter und Verleiher der Stiftungen berechtiget sei, selbe in 
Fällen, wenn etwa der Zinsfuss herabsinken sollte, ruhen zu lassen und das Einkommen 
dadurch zu ergänzen, was aber jedesmal, sowie wenn es sich um Entlassung eines 
Stiftlinges wegen schlechten Fortgang oder sittlicher Ausartung handelt, erst durch 
einen Capitular-Beschluss zu bestimmen und in den Rechnungen durchzuführen kommt. 

Die Stiftlinge sind aber zu verhalten und ihnen ihre Pflicht besonders ira Verlei- 
hungsdekret mit aufzuführen, dass sie für die Erhaltung und Segen des allerhöchsten 
Kaiserhauses, ihres Oberhirten, des allzeit getreuen Domcapitels und des Herrn 
Inspectors, welchen sie als ihren geistlichen Vater zu verehren und an den sie sich um 
Rath und That in ihren Anliegen bittlieh zu verwenden haben, sowie auch für den Stifter 
den Herrn in ihrem Gebete anflehen und sich verpflichtet halten sollen, denen, welche nach 
ihnen eine solche Stiftung gemessen, wenn sie zu einer Bestimmung gelangt sind, mit 
Rath und That nach ihren Kräften an die Hand zu gehen. 

Um nun auch meinem 2 tcn Grundsatz, ut quilibet suorum et maxime domesticorum 
curam habeat gewissenhaft nachzukommen , so glaube ich, ohne meine principielle 
Ansicht zu verletzen, folgende Anordnung treffen zu sollen. 

Es wäre nicht riithlich, wenn die Stiftungen alle in einem Jahre besetzt würden, 
denn es müsste da zu Individuen aus der Perringer Schuljugend wohl gegriffen werden, 
welche gerade in Talenten und Anwendung minder entsprechen ; es würde auf solche 


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P. Alois Johann Renner. 


P. Alois Jan Renner. 


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Art fast in demselben Jahr immer die Besetzung sich wiederholen, und welcher auf- 
merksame Pädagog hat nicht die Erfahrung gemacht, dass nicht jedes Jahr gleich 
fruchtbar in Talenten sei; deshalb bestimme ich, dass das hochwürdige allzeit getreue 
Capitel sich in Besetzung der Stiftungsplätze nicht beeilen, sondern in der Art fürgehen 
wolle, dass nur nach und nach in einem Zeiträume von 10 Jahren die gänzliche 
Besetzung geschehe; das Stiftungseinkommen, nämlich die Interessen der Stiftungs- 
capitalien, welche noch unbesetzt sind, soll aber mittlerweile meinen armen Anverwandten 
jährlich zugewendet werden, so zwar, dass die ärmsten und nächsten diese Ersparnisse 
verhältnismässig erhalten. 

Dem zu Folge hat der von den seinen Wirkungskreis berührenden Testa m£n(s- 
verfügungen zu verständigende Perringer Herr Pfarrer, welchem die Armuth und Morali- 
tätsverhältnisse seiner Gemeindeglieder pflichtmässig am genauesten bekannt sein müssen, 
während dieser Periode jährlich ein Verzeichnis meiner nächsten und ärmsten Anver- 
wandten, etwa in der absteigenden Zahl von 10 herab unter priesterlicher Treue beim 
hochwürdigen allzeit getreuen Domcapitel einzubringen, welches nach Erkenntnis den 
würdigsten, nächsten und ärmsten verhältnismässig jedem ein Almosen von den Interessen 
der ruhenden Stiftungen, jedoch nicht unter hundert Gulden, so weit es reicht, 
bestimmen und durch den Herrn Pfarrer verabfolgen wird, welche für mich und meine 
verstorbenen Anverwandten (die auch ihre Anverwandten sind) zu beten haben, bis alle 
Stiftungsplätze besetzt sind, wo ohnehin diese degressive Betheilung von selbst entfällt. 
Ich verkenne die Schwierigkeiten dieser Verfügung gar nicht und weiss auch die 
Verlegenheit, in welche dabei der Seelsorger zu gerathen pflegt, da ich selbst mit der 
Armuth viel zu thun hatte; allein es ist nicht anders möglich, um meinem Grundsatz 
treu zu bleiben; deshalb wird der Herr Pfarrer sich nicht irre machen lassen, die 
Sache als eine reine Gewissensangelegenheit behandeln, die sie auch ist, und das 
Verzeichnis bei Zeiten einbringen, damit die armen Verwandten' nach den heiligen 
Weihnachtfeiertagen zum Neujahr betheilt werden können, wobei er auch die Betheilung, 
besonders bei der verschämten Armuth, die gewöhnlich am wenigstens Geschrei macht, 
insgeheim gegen Quittung, welche dem hochw. Capitel als Rechnungsbeilage einzusenden 
kommt, vornehmen [wird] ; auch kann er in Fällen, wo einem armen Anverwandten 

durch eine besondere Bedachtnahme in seinem Geschäfte dauerhaft geholfen würde, 
diesen dem hochw. Capitel besonders empfehlen, welches die Umstände gewiss zu w ürdigen 
nicht abgeneigt sein wird. 

Meine Bibliothek, welche zwar nicht zu gross, aber meistens Quellen enthält, 
vermache ich als Bildungsmittel zunächst für meine Stiftlinge, dann für die dortige 
Gemeinde und Geistlichkeit unter der Aufschrift „Perringer Pfarrbibliothek u zur Stadt 
Perringen. Es ist die Schenkungsurkunde zwar schon vor einigen Jahren angefertiget 
und weiland dem Herrn Erzbischof zur Beurtheilung übergeben, aber noch nicht rechts- 
kräftig ausgestellt worden, wo ich mir nur das Recht des Gebrauches und der Ver- 
mehrung Vorbehalten habe. Es wird nun eine besondere Schenkungsurkunde darüber 

ausgefertiget werden. 

Zur Beischaffung nützlicher Werke, besonders für die Stiftlinge und auch für die 
Bedürfnis der Ortsgemeinde, vermache ich ein Legat von dreihundert Gulden CM., welche 

eben in die Stiftungscasse beim allzeit getreuen Capitel eingelegt, verrechnet, und 

[wofür] jährlich oder, wenn sichs um ein wichtigeres Werk handelt, in gewissen Perioden 
über Antrag des Pfarrers und Vikärs Bücher nach Ermessen des Capitels bcigeschaflt 
werden sollen. 

Damit die Verleihung der Stiftungen möglichst an die wahren armen, talentvollen 
Perringer Schulkinder geschehen könne, habe ich schon vor einigen Jahren eine Arme- 
Schüler-Prämienstiftung errichtet, deren Ernennung von den Schulkindern selbst aus- 
gehen sollte, wie es im Entwürfe aufgeführt erscheint, welche schon auch von der hohen 
Landesstelle genehmiget worden ; weil man aber sich bei der Betheilung nicht nach dem 
Willen des Stifters richtete, sondern nach eigener Willkür von Seite des Perringer 
Kirchenvorstandes verfuhr, habe ich sie nicht ins Leben treten lassen. 

Ich vermache daher hiezu fünfhundert Gulden CM., welche gleichfalls in der 
Stiftuugscassa beim Capitel verrechnet werden sollen; diese Stiftung hat aber nicht zu 
VI. 7 


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50 


P. Alois Johann Renner. 


P. Alois Jan Renner. 


50 


ruhen, sondern gleich ins Lehen zu treten, damit das hoclnv. Capitel hei der Besetzung 
immer einen Anhaltspunkt haben möge. 

So geschehen Prag, den 11. Jänner 1853. 

Niklas Tomek mp., (L. S.) Al. Juli. Renner mp., 

Pomdechant, als Zeuge. Testator. 

P. Georg Sorger mp., 

Domkapitular, als Zeuge. 

Karl Opolezky mp., 

als Zeuge. 


Kundgemacht im Gerichtslokale am 14. März 1854 in Gegenwart des Überbringers 
Herrn Karl Opolezky, Sekretär hei dem allezeit getreuen Prager Domkapitel. 

J. Madie mp., 

k. k. Landesgeriehts-Assessor und Bezirksrichter. 


Gleichzeitige einfache Abschrift bei der k. k. Soueasnv jednoduchy opis u c. k. mistodrzi- 

Statthalterei zu Prag. tclstvi v Praze. 


II. 

IIocliw. Herr Canon. Joann. Alois Renner hat am 0. März 1854 in zugleicher 
Gegenwart der Gefertigten nachstehendes mündliches Codicill errichtet. 

C o d i c i 1 1. 

Zur Vervollständigung meines Testaments habe ich noch nachstehende Tunkte 
festzusetzen für gut befunden: 

1. Bei den laut meinem Testamente zu errichtenden neuen Stiftungen für die arme 
Schuljugend der Stadt Perringen ist es mein Wille, dass hei Verleihung derselben auf 
die Verwandtschaftsgrade der Competenten mit dem Stifter Rücksicht genommen werde 1 , 
der Art, dass caeteris paribus die nächsten Anverwandten auch den nächsten Anspruch 
darauf haben sollen. 

2. Bestimme ich, dass der wohlehrwürdige jeweilige Pfarrer zu Terringen, der den 
Vorschlag für die von mir in meinem Testamente errichteten Stiftungen au das hoch- 
würdigste allezeit getreue Prager Domkapitel zu machen hat, an jenem Tage, an welchem 
er diesen Vorschlag erstattet, für den Stifter eine heilige Messe persolvire, wofür ihn 
das hochwürdigste allzeit getreue Domkapitel mit einem Betrage von 20 fl. CM. alljährlich 
aus den Stiftungsintcressen entlohnen soll. 

Niklas Tomek mp., Adolf Würfel mp., 

Zeuge. Zeuge. 

P. Georg Sorger mp., 

Zeuge. 

Kundgemacht im Gerichtslokale am 14. März 1854 in Gegenwart des Überbringers Herrn 
Karl Opolezky, Sekretär hei dem allezeit getreuen Prager Domkapitel. 

J. Madie mp., 

k. k. I.andesgerichts - Assessor und subst. 

Bezirksrichter. 


Gleichzeitige einfache Abschrift bei der k. k. Soueasnv jednoduchy opis u c. k. mistodrzi- 

Statthalterei in Prag. telstvi v Praze. 


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51 


I\ Alois Johann Bonner. 


1\ Alois Jan Renner. 


51 


III. 

( 50 Kreuzer \ 

Stempel. / 

Stiftsbrief 

über die von dem hochwürdigen Herrn Johann Alois Renner, Domcustos des hoclrwürdigen 
allezeit getreuen Prager Metropolitan-Domeapitels ad S l,ni Vitum, letztwillig angeordnete 

Studentenstiftung. 

Wir endesgefertigten Domprobst, Domdechant und das sämmtliehe allezeit getreue 
Metropolitan-Domeapitel zu St. Veit in Prag urkunden und bekennefi mittelst dieses 
Stiftsbriefes, es habe der am 13. März 1854 zu Prag verstorbene hoehwürdjge Herr Alois 
Johann Renner, Canonicus-Custos des lioehwürdigen allezeit getreuen Prager Metropolitan- 
Domeapitels in seinem Testamente ddto. Prag am 11. Jänner lb53 wörtlich Folgendes 
angeordnet : 

„Da ich von jeher den Doppelgrundsatz der kirchlichen und Religionsausspriiche 
festzuhalten mich bemühte : 
o) opes clericorum sunt patrimonium pauperum, und 

b) si quis suoruni et maxime domesticorum curam non haltet, fidem negavit: so fasse 
ich denselben auch bei meinem letzten Willen ins Auge und ernenne und bestimme 
als Universal -Er ben meines sämmtlichen Vermögens, über Abzug der 
aufgeführten Legate, die jeweilige, arme, talentvolle und fl eis si ge 
Schuljugend in Bäringen, ehemaligen Eibogner, nun Egerer Kreises im 
Erzgebirge, meiner lieben Vaterstadt, als Mittel zu ihrer wissenschaftlichen und 
sittlichen Ausbildung. tt 

„Ich weiss, dass in Bäringen, wo ich selbst eine Zeit lange Kaplan war, ein betrieb- 
sames Vülklein vorhanden, dass die dortige Jugend grossentheils wohltalentirt, aber 
meistens auch sehr arm ist und überhaupt der Ort im ganzen mit Ausnahme einiger 
Familien mit Noth zu kämpfen hat, dass oft Hungerjahre dort einreissen, welche wohl 
äurclr das Beherzigen öffentlich ausgesprochener Wehrufe augenblicklich gestillt zu werden 
pflegen ; aber [dass] diesem Nothstaiule nur durch eine gediegene wissenschaftliche, technische 
und sittliche Bildung der dortigen Bevölkerung dauerhaft entgegengewirkt, geregelte 
Enverbszweige ins Leben gerufen, Ordnung und Solidität in den Geschäften, Pietät in 
religiöser Beziehung und überhaupt ein befriedigender Zustand an Leib und Seele erzielt 
werden könne; was in letzterer Hinsicht um so nothwendiger wird, weil die Bevölkerung 
dieses Städtchens sehr mit dem angränzenden akatholischen Auslande zu conversiren hat 
und der Gefahr mehr ausgesetzt ist, dem religiösen Indifferentismus und anderen Irrthiimern 
anheim zu fallen ; (wobei ich aber mir keinerdings eine Intoleranz zu Schulden kommen 
lassen will). 

„Von dieser Überzeugung durchdrungen, habe ich bereits bei meinen Lebzeiten 3 
Stiftungen für diese Bäringer Schuljugend errichtet, eine für einen armen Schüler in 
den lateinischen Schulen, eine iür einen Techniker, und eine für einen in der 
Unterre al schule, wovon ich meinem Herrn Testamentsexecutor eine Abschrift hiermit 
beifüge, und will auch, dass mein Gesammtvermögen für dieselbe als Universal-Erben 
auf eine analoge Art vei wendet w erde, nemlich als Stiftungsfond für die Bäringer armen, 
wohltalentirt eil und sittlichen Schulkinder behandelt werden soll.“ 

„Zw r ar sind die Kapitalien für obgenannte drei Stiftungen in der fürsterzbischöflichen 
geistlichen Stiftungscassa niedergelegt, werden daselbst verrechnet und der jeweilige 
(Tit. pl.) Herr Fürst Erzbischof hat das Verleihungsrecht übernommen; da ich aber das 
hochwürdigste allezeit getreue Metropolitan-Domeapitel als Executor dieses Testaments 
bestimme, so bitte ich auch dieses hochwürdige Capitel, welches sich in seiner Treue 
gegen Gott, Religion, Kirche, Vaterland und gegen die religiöse und wissenschaftliche 
Bildung der armen Jugend zeuge der Geschichte immer ununterbrochen bewährt hat, 
es wolle auch dieses als Stiftungsfond für die Bäringer arme Jugend gewidmete Ver- 
lassenschafts-Vermögen in seine Verwaltung und Verrechnung nehmen und auch die 
Verwendung der jährlichen Interessen in eigene Versorgung übernehmen, so zwar, dass 
dasselbe die Erledigung der Stiftuugsplätze der Bäringer Bevölkerung jedesmal auf die 
ihm am zweckmässigsten scheinende Art bekannt werden lasse und aus den Candidaten 
den würdigsten ebenso, wie es hei den bestehenden dreien vom jeweiligen (Tit. pl.) 
VI. 7* 


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52 


P. Alois Johann Renner. 


P. Alois Jan Renner. 


52 


Herrn Fürsterzbischof geschieht, selbst ernennen: nemlich den Stiftungsplatz verleihen 
und die Anzeige an die hohe Landesregierung über diese Verleihung erstatten, überhaupt 
meine diesfallige Anordnung in seinen Schutz nehmen, gegen mögliche An- und Eingrifte 
vertreten, die Stiftlinge durch ein hochwürdigstes Mitglied des a. g. Capitels — welches 
unvorgreiflich der älteste Johannäer wäre, der ohnehin immer einen Schlüssel zur 
Hauptcassa hat — bezüglich ihres Fleisses und Sittlichkeit überwachen lassen und dahin 
wirken [wolle], damit die Bäringer im ganzen so talentvolle, aber wegen der dort vorherr- 
schenden Armuth so versäumte Jugend auf wissenschaftlichem und sittlichem Wege zu 
brauchbaren Menschen für Kirche und Staat herangebildet werde. 

Zu diesem Ende habe ich eine eiserne mit zwei Schlössern versehene Casse beige- 
schafft und bestimme, damit in selbe alle Urkunden, Obligationen. Ernennungen, 
Rechnungen und sonstigen Doeumente eingelegt, in dem Gewölbe, wo die Metropolitan- 
haupteassa sich befindet, aufbewahrt, ein Schlüssel dem Herrn Capitularcassier und der 
andere dem Herrn Stiftungs-Inspector, der auch bei Besetzungen oder Entlassungen das 
Referat zur Schlussfassung vortragen wird, übergeben werde. 

Die bisher gemachten drei Stiftungen lauten zwar nur jährlich auf 100 fl. CMze, 
und die für einen Unterrealschüler blos auf 80 fl. CMze und 20 fl. CMze, welche letztere 
jährlich zurück in die Sparcassa einzulegen und durch den Bäringer Pfarrer zur 
Erlernung eines Gewerbes oder Handwerks, wenn er aus der Hauptschule, itzt Unter- 
realschule, austritt, für den austretenden Stiftling zu verwenden sind. 

Ich habe aber die Überzeugung geschöpft, dass dieser Betrag bei aller Sparsamkeit 
nicht ausreicht und ich immer nachhelfen muss. 

Da aber der Stiftungsgenuss nur für arme Bäringer Kinder bestimmt ist und mein 
Wunsch dahin geht, dass meine Stiftlinge während ihrer Studien nicht, wie mir es gieng, 
die bitterste Noth leiden müssen, wo sichs sclvwer studirt, sondern bei möglichster 
Einschränkung sich des Hungers erwehren können, so glaube ich, dass der Stiltungs- 
ertrag wenigstens auf 150 fl. CMze zu stellen sei, und dass das hochwürdige allzeit 
getreue Metropolitancapitel als Verwalter und Verleiher der Stiftungen berechtiget sei, 
selbe in Fällen, wenn etwa der Zinsfuss herabsinken sollte, ruhen zu lassen unjji das 
Einkommen dadurch zu ergänzen, was aber jedesmal, sowie wenn es sich um Entlassung 
eines Stiftlings wegen schlechten Fortgangs oder sittlicher Ausartung handelt, erst durch 
einen Capitularbeschluss zu bestimmen und in den Rechnungen durchzuführen kommt. 

Die Stiftlinge sind aber zu verbal* en und ihnen als Pflicht besonders im Ver- 
leihungsdekrete mit aufzuführen, dass sie für die Erhaltung und den Segen des aller- 
höchsten Kaiserhauses, ihres Oberhirten, des a. g. Domeapitels und des Herrn Inspektors, 
welchen sie als ihren geistlichen Vater zu verehren und an den sie sich um Rath und 
That in ihren Anliegen bittlich zu wenden haben, sowie auch für den Stifter den Herrn 
in ihrem Gebete anflehen und sich verpflichtet halten sollen, denen, welche nach ihnen 
eine solche Stiftung gemessen, wenn sie zu einer Bestimmung gelangt sind, mit Rath 
und That nach ihren Kräften an die Hand zu gehen. 

Um nun auch meinem 2. Grundsätze, ut quilibet suorum et maxime domesticorum 
curam habeat, gewissenhaft nachzukommen, so glaube ich, ohne meine principielle Ansicht 
zu verletzten, folgende Anordnung treffen zu sollen: 

Es wäre nicht räthlich, wenn die Stiftungen alle in einem Jahre besetzt würden, 
denn es müsste da zu Individuen aus der Bäringer Schuljugend gegriffen werden, welche 
gerade in Talenten und Anwendung minder entsprechen; es würden auf solche Art fast 
in demselben Jahre immer die Besetzungen sich wiederholen, und welcher aufmerksame 
Pädagog hat nicht die Erfahrung gemacht, dass nicht jedes Jahr gleich fruchtbar in 
Talenten sei — deshalb bestimme ich, dass das hochwürd. a. g. Capitol sich in 
Besetzung der Stiftungsplätze nicht beeilen, sondern in der Art türgehen wolle, dass nur 
nach und nach in einem Zeiträume von 10 Jahren die gänzliche Besetzung geschehe; 
das Stiftungseinkommen, nämlich die Interessen der Stiftungscapitalien, welche noch 
unbesetzt sind, soll aber mittlerweile meinen armen Anverwandten jährlich zugewendet 
werden, so zwar, dass die ärmsten und nächsten die Ersparnis verhältnismässig erhalten. 
Dem zu Folge hat der von den seinen Wirkungskreis berührenden Testaments-Verfügungen 
zu verständigende Bäringer Herr Pfarrer, welchem die Armuth und Moralitätsverhältnisse 
seiner Gemeindeglieder pflichtmässig am genauesten bekannt sein müssen, während 
dieser Periode jährlich ein Verzeichnis meiner nächsten und ärmsten Anverwandten, etwa 


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58 


P. Alois Johann Kenner. 


P. Alois Jan Kenner. 


53 


in der absteigenden Zahl von 10 herab, unter priesterlicher Treue beim hochwürd. a. g. 
Dowcapitel einzubringen, welches nach Erkenntnis den würdigsten, nächsten und ärmsten 
verhältnismässig jedem ein Almosen von den Interessen der ruhenden Stiftungen, jedoch 
nicht unter hundert Gulden CMze, soweit es reicht, bestimmen und durch den Herrn 
Pfarrer verabfolgen wird, welche für mich und meine verstorbenen Anverwandten (die 
auch ihre Anverwandten sind) zu beten haben, bis alle Stiftungsplätze besetzt sind, wo 
ohnehin diese degressive Betheilung von seihst entfällt. 

Ich verkenne die Schwierigkeiten dieser Verfügung gar nicht und weiss auch die 
Verlegenheit, in welche dabei der Seelsorger zu gerathen pflegt, da ich selbst mit der 
Armutli viel zu tliun hatte, allein es ist nicht anders möglich, um meinem Grundsätze 
treu zu bleiben; deshalb wird der Herr Pfarrer sich nicht irre machen lassen, die Sache 
als eine reine Gewissensangelegenheit behandeln, die sie auch ist, und das Verzeichnis 
hei Zeiten einbringen, damit die armen Verwandten nach den li. W eih nachts fei erta gen 
zum Neujahr betheilt werden können, wobei er auch die Betlieilung, besonders bei der 
verschämten Armutli, die gewöhnlich am wenigsten Geschrei macht, insgeheim gegen 
Quittung, welche dem hochwiird. Capitel als Rechnungsbeilage einzusenden kommt, vor- 
nehmen [wird]. Auch kann er in Fällen, wo einem armen Anverwandten durch eine be- 
sondere Bedaclitnahme in seinem Geschäfte dauerhaft geholfen würde, diesen dem hoch- 
würd. Capitel besonders empfehlen, welches die Umstände zu würdigen gewiss nicht 
abgeneigt sein wird.“ 

In dem, am 9. März 1854 errichteten Codicille hat der Herr Erblasser wörtlich 
noch Nachstehendes bestimmt: 

„Zur Vervollständigung meines Testamentes habe ich noch nachstehende Punkte 
festzusetzen für gut befunden: 

1. Bei den, laut meinem Testamente zu errichtenden neuen Stiftungen für die 
arme Schuljugend der Stadt Bäringen ist es mein Wille, dass bei Verleihung derselben 
auf die Verwandtschaftsgrade der Competenten mit dem Stifter Rücksicht genommen 
werde der Art, dass caeteris paribus die nächsten Anverwandten auch den nächsten 
Anspruch darauf haben sollen. 

2. Bestimme ich, dass der w T ohlehrwürdige jeweilige Pfarrer zu Bäringen, der den 
Vorschlag für die von mir in meinem Testamente errichteten Stiftungen an das hoch- 
w’iirdigste allezeit getreue Prager Domcapitel zu machen hat, an jenem Tage, an welchem 
er diesen Vorschlag erstattet, für den Stifter eine heil. Messe persolvire, wofür ihn das 
liochw. a. getr. Domcapitel mit einem Betrage von 20 fl. CMze alljährlich aus den 
Stiftungs-Interessen entlohnen soll.“ 

In Folge dieser letztwilligen Anordnung hat die k. k. Finauzprocuratur in Vertretung des 
Stiftungsfondes für die Bäringer armen, wohltalentirten und sittlichen Schulkinder unterm 
5. Mai 1854, Z. 4218, die bedingte Erbserklärung zu dem Nachlasse des hochwüirdigen Herrn 
Alois Johann Renner, Canonicus-Custos des lioclnv. a. getr. Prager Metropolitan-Doracapitels 
zu St. Veit, überreicht und am 25. Feber 1861, Z. 1 744, ist die Verlassenschaft desselben von 
dem städtisch delegirten Bezirksgerichte der Kleinseite zu Prag dem genannten Stiftungsfondc 
auf Grund des arn 29. October 1860, Z. 9395, eingebrachten und unterm 6 ten December 
1860, Z. 9395, verlassbehördlich bestättigten End- und Testamentsbefolgungsausweises 
eigeantw r ortet worden. 

Dieses dem mehrbenannten Stiftungsfonde eingeantwortete Vermögen besteht der- 
malen nach Ausweis des Herrn Rcchuungsführers vom 27. April 1864 in nacligenannten 
Capitalien : 


A. in böhmischen Grün de ntlastungs- Obligationen von . . 5550 fl. CM. 
ä 5% und zwar: 


Nr. 702G ddto. 1. November 1851 

r 7028 „ 

» 7029 „ 

, 4924 „ 

r> Ö74 „ 51 n 

r 365 „ n ii 

r 1300 „ 

,, 1301 „ 


per 


n 




. 1000 fl. CM, 
. 1000 fl. „ 

. 1000 fl. „ 

. 1000 fl. „ 

. 500 fl. r 
. 50 fl. „ 

. 500 fl. „ 

. 500 fl. „ 


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I\ Alois Johann Renner. 


r. Alois Jan Renner. 


54 


B. In k. k. üsterr. Staat sschuld verschreib ungen 9700 fl. CM. 

a 5% und zwar: 

Nr. 113.504 ddto. 1. Juli 1837 per 100 fl. CM. 

.. 197.940 r 1. November 1841 per 1000 fl. r 

„ 205.701 „ 1. August 1847 per 100 fl. ,, 

„ 4330 „ 30. September 1851 per 1000 fl. „ 

4337 „ „ „ „ 1000 fl. „ 

17.274 „ „ „ „ 1000 fl. „ 

„ 7397 „ 4. September 1852 per 1000 fl. „ 

.. 48.133 r r „ „ 1000 fl. „ 

2518 r „ „ 500 fl. „ 

, 25 19 , r V „ 500 fl. n 

2520 r n 500 fl. „ 

* 2524 „ r „ „ 500 fl. „ 

0050 „ „ „ r 500 fl. „ 

,. 0057 „ r „ r 500 fl. r 

7797 r r „ „ 500 fl. „ 

(\ In bei Privaten angelegten, mit 5% verzinslichen Capitalien 

von 17.050 fl. 32% kr. CM. 

und ’ 15.500 fl. Ö. W. 

und zwar: 


Prag NC. 922 — II., Obi. ddto. 23. November per 

Dom. Seltscb, Plan etc., Oblig. ddto. 30. Juli 1800 per . . . 
I)om. Sehinkau, laut Oblig. ddto. 10. November 1800 . . . 

Dom. Techobus, laut Oblig. jldto. 20. Juni 1845 

Desgl. ddto. 10. Juli 1845 

Desgl. ddto. 1. September 1845 


Desgl. ddto. 17. August 1845 


Prag NC. 527 — II., Obi. ddto. 19. Mai 1858 . . . 
Prag NC. 1005 — II. ddto. 20. September 1858 per 


Oblig. ddto. 22. Feb. 1801 per 

Prag NC. 154. 787 — I., Oblig. ddto. 15. Oktober 1801 per . 


10. December 1801 

Prag Haus NC. 734 — II. ddto. 7. December 1801 

Prag Haus NC. 530 — III. ddto. 20. December 18G1 . . . . 

Grundwirtschaft NC. 2 in Lhota, Oblig. ddto. 25. März 1802 

Prag Haus NC. 090 — I. vom 9. April 1862 per 

Grundwirtschaft NC. 18 in Podolil), Oblig. v. 14. Juni 1803 . 
...... q Fol. 11.432 

in der bohm. Sparcassa r- - ^ — r r - t - > 


iooo fl. 

— 

kr. CM. 

2000 fl. 

— 

kr. CM. 

800 fl. 

— 

kr. CM. 

1000 fl. 

— 

kr. CM. 

3450 fl. 

— 

kr. CM. 

2550 fl. 

— 

kr. CM. 

3000 fl. 

— 

kr. CM. 

1000 fl. 

— 

kr. CM. 

2840 fl. 

— 

kr. CM. 

1000 fl. 



kr. C). W, 

2000 fl.. 

— 

kr. ("). W, 

2000 fl. 



kr. ("). W. 

4000 fl. 

— 

kr. <>. W. 

1000 fl. 

— 

kr. ("). W. 

3000 fl. 

— 

kr. < ). W. 

1500 fl. 

— 

kr. <>. W. 

1000 fl. 

— 

kr. 0. W. 

10 fl. 

32 ’A 

, kr. CM. 


Ml VH l >11111. ^IXUVUCIOU / , J.M II. Um . v .U. 

1 C.-Nr. oo03 11 

I). Endlich in dem bei Johann Urfus ausstehenden mit 

5 w /o verzinslichen Iletrage per 0173 fl. 35 Vo kr. Ö. W. 

welcher ob den Hraunkohlenbergwerken desselben bei Dalwitz 
und ob dem Gute Wolanitz sicliergestellt ist. 

Summa . . . 21G73 fl. 35 % kr. Ö. W. 
und 32900 fl. 32 1 / \ kr. CM. 

Da nun diese vorangefiihrtcn, ausschliesslich zu dem von dem hochwürdigen Herrn 
Stifter letztwillig testirton Stiftungsfonde für die Düringer armen, wobltalentirten und 
sittlichen Schulkinder gehörigen Capitalien sicher elocirt sind, zu Händen des Stiftungs- 
fondes separat verrechnet und verwaltet werden und ein jährliches Intercsson-Erträgnis 
von 2809 fl. 82 kr. O. W. ahwerfen. so wird diese Stiftung, der letztwilligen Anordnung 
des hochwürdigen Herrn Stifters entsprechend, unter nachstehenden Bestimmungen 
errichtet : 


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P. Alois Joliann Renner. 


P. Alois Jan Renner. 


00 


§ 1. Diese Stiftung besteht aus zehn Stiftungsplätzen. Vier von diesen Stift ungs- 
plätzen wird von dem Erträgnisse des Stiftungdondes ein Jalirgenuss von je 300 fl. O. W., 
sage dreihundert Gulden öster. Währung, 

drei von denselben ein Jahrgenuss von je 230 fl. 0. W., 

sage zweihundertfünfzig Gulden öster. Währung, und 

drei weiteren ein Jahrgenuss von jo 200 fl. (). \Y., 

sage zweihundert Gulden öster. Währung, zugewiesen. 

§ 2. Da diese Stiftung für die jeweilige arme, talentvolle und ileissige Schuljugend 
in Bäringen und caeteris paribus vorzugsweise für die Anverwandten des hochwürdigen 
Herrn Stifters errichtet wird, so haben 

a) nur die von katholischen Eltern zu Bäringen geborenen, armen, wohltalentirten 
und sittlichen Schulkinder Anspruch auf den Genuss dieser Stiftungsplätzc. Sollten 
unter den Competenten in Bäringen geborene Anverwandte des Herrn Stifters sein, 
so ist auf dieselben mit Bedacht auf den Verwandtschaftsgrad in der Art Rücksicht 
zu nehmen, dass caeteris paribus die nächsten Anverwandten des Stifters auch 
den nächsten Anspruch haben sollen. 

b) Sollten keine nach dem Absätze § 2. a) berufenen Competenten vorhanden sein, 
so können die Stiftungsplätze auch an nicht in Bäringen geborne Anverwandte des 
Stifters, welche die übrigen oben geforderten Eigenschaften haben, verliehen werden. 
Ein solcher Stiftling muss jedoch einem in Bäringen geborenen und geeigneten 
Studirenden, welcher sich später anmeldet, selbst wenn derselbe mit dem Stifter 
nicht verwandt wäre, mit Ablauf des Schuljahres weichen. 

§ 3. Diese Stiftungsplätze können erlangt und genossen werden : von Schülern der 
3. und 4. Classe einer Hauptschule oder einer Cnterrealschule, ferner während der regel- 
nnissigen Dauer und bis zur regelmässigen Beendigung des ordentlichen öffentlichen 
Studiums an einem öffentlichen Gymnasium, an einer vollständigen öffentlichen Real- 
schule, an einer Universitätstacultät, an einer öffentlichen polytechnischen Lehranstalt 
oder an einer anderen höheren öffentlichen Unterrichtsanstalt, wie z. B. für Bergwesen, 
Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Handel, Musik und bildende Künste, jedoch immer nur 
bei gutem Fortgarge in diesen Studien und tadellosem sittlichen Lebenswandel. 

§ 4. Bei Verleihung dieser Stiftungsplätze ist auf diejenigen Competenten, welche 
in der Bäringor Pfarrschule ihres Fleisses und ihrer Sittlichkeit wegen mit der Betheilung 
der Prämienstiftung desselben hochwürdigen Heim Stifters ausgezeichnet worden sind, 
besondere Rücksicht zu nehmen. 

Sollten unter den Competenten Anverwandte des hochwürdigen Herrn Stifters sein, 
so ist nach dem ausgesprochenen Willen des hochwürdigen Herrn Stifters bei Verleihung 
dieser Stiftungsplätze auf die Verwandtschaftsgrade der Competenten der Art Rücksicht 
zu nehmen, dass caeteris paribus die nächsten Anverwandten auch den nächsten Anspruch 
auf dieselben haben. 

§ 5. Das freie unbeschränkte Recht, die Stiftlinge zu ernennen, nemlich die Stif- 
tungsplätze zu verleihen und zu besetzen, dann einem Stiftling wegen schlechten Fort- 
ganges oder schlechter Sitten den Stiftungsgenuss zu entziehen, steht dem Prager allzeit 
getreuen Metropolitan-Domcapitel zu. welches über die Verleihung oder über die Ent- 
ziehung des Stiftungsgenusses einen Capitularbeschluss zu fassen und hierüber die An- 
zeige an die k. k. politische Landesstelle zu erstatten hat. 

Um das allezeit getreue Metropolitan-Domcapitel als Collator dieser Stiftungsplätze 
in den Stand zu setzen, sich über die Würdigkeit der Candidaten möglichst genaue 
Überzeugung zu verschaffen, wird folgende Massregel festgesetzt: 

a) Während des letzten Semesters, nach welchem ein Stiftling austritt, oder im Aus- 
schliessungsfalle, nach welchem er des Stiftungsgenusses für verlustig erklärt wird, 
hat der jeweilige Pfarrer zu Bäringen nach erhaltener Weisung vom allezeit 
getreuen Prager Metropolitan-Domcapitel die Erledigung des Stiftungsplatzes von 
der Kanzel der Bäringer Piärrgemeinde bekannt zu machen und die Bittwerber 
anzuweisen, ihre an das allzeit getreue Prager Domcapitel zu stellenden, eigenhändig 
zu schreibenden Gesuche bei ihrem Seelsorger, dom Bäringer Pfarrer, in der 
bestimmten Zeitfrist einzubringen, welcher sodann gemeinschaftlich mit dem Bäringer 
Stadtgerichte die gesammelten Gesuche gehörig instruirt, gewissenhaft berathet. 


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56 


P. Alois Johann Renner. 


P. Alois Jan Renner. 


56 


und nach dieser gepflogenen Berathung den Vorschlag an das allzeit getreue 
Metropolitan-Domcapitel, nach bestem Wissen und Gewissen verfasst, einzu- 
bringen hat. 

An jenem Tage, an welchem der Bäringer Pfarrer den Vorschlag für einen erledigten 
Stiftungsplatz an das allzeit getreue Prager Dom-Capitel erstattet i. e. einbringt, hat der- 
selbe in seiner Pfarrkirche für das Seelenheil de9 hochwürdigen Herrn Stifters eine heil. 
Messe zu persolviren, wofür er von dem allzeit getreuen Prager Domcapitel jährlich mit 
einem Stipendium von 20 fl. CM., sage zwanzig Gulden Conv. Mze., aus dem Stiftungs- 
fondseinkommen gegen Quittung zu entlohnen ist. 

b) Zur Instruirung der Gesuche gehören die vom Ortsseelsorger und dem Bäringer 
Stadtgerichte bestätigten Arinuthsverhältnisse der Bittsteller, ärztliches Zeugnis über 
die Gesundheit und körperliche Beschaffenheit derselben, der Nachweis, ob der eine 
oder der andere der Gesuchsleger mit der Prämienstiftung bei der Bäringer Pfarr- 
sehule ausgezeichnet war, welchen Fleiss und welche Fähigkeiten sie in der Schule 
an den Tag gelegt haben, und der Nachweis, ob und in welchem Grade einer oder 
der andere von den Bittstellern mit dem hochwürdigen Herrn Stifter anverwandt sei. 
§ 6. Das allezeit getreue Domcapitel lässt durch eines seiner hochwürdigen Herren 
Mitglieder, und zwar nach dem Wunsche des hoch würdigen Herrn Stifters, durch den 
ältesten hochwürdigen Herrn Johannäer, welcher In^pector dieser Stiftung ist, die Stift- 
linge bezüglich ihres Fleisses und ihrer Sittlichkeit überwachen und wird dahin zu wirken 
bemühet sein, dass die Stiftlinge auf wissenschaftlichem und sittlichem Wüge zu brauch- 
baren Menschen für Kirche und Staat herangebildet werden. Auch hat der hochwürdige 
Herr Stiftungsinspector bei Besetzungen dieser Stiftungsplätze oder bei Entziehungen des 
Stiftungsgenusses in den Capitular-Sitzungen das Referat zur Schlussfassung vorzulegen. 

Um es dem hochwürdigen Herrn Stiftungs-Inspector möglich zu machen, die Stift- 
linge nach dem Wunsche des hochwürdigen Herrn Stifters mehr überwachen zu können, 
haben dieselben wenn möglich ihre Studien, namentlich die Real-, Gymnasial- und Fa- 
kultätsstudien, in Prag zu machen und dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung des 
allzeit getreuen Prager Metropolitandomcapitels ihre Studien an einer anderen Lehranstalt 
(ausserhalb Prag) beginnen und fortsetzen. 

§ 7. Um es auch den Stiftlingen dieser Stiftung nicht an literarischen Hilfsmitteln 
gebrechen zu lassen, sollen dieselben, w ie die Stiftlinge der von dem hochwürdigen Herrn 
Stifter noch hei seinen Lebzeiten errichteten Stiftungen, nicht nur während ihrer Studien, 
sondern auch nach Vollendung derselben das Recht haben, die vom hochwürdigen Herrn 
Stifter zur Bäringer Pfarre geschenkte Bibliothek unter den in der Schenkungsurkunde 
aufgestellten Vorsichtsmassregeln frei und ungehindert zu benützen, und ist daher bei 
Anschaffung neuer Werke für die besagte Bibliothek aus dem dazu gewidmeten Bibliotheks- 
fondc das Bedürfnis der studierenden Stiftlinge vorzüglich zu berücksichtigen. 

§ 8. Jeder Stiftling ist verpflichtet, und ist in das Verleihungsdecret eines jeden mit 
aufzunehmen : 

a) sich während des Stifumgsgenusses durch Fleiss und christlich sittlichen Lebens- 
wandel stets hervorzuthun und sein Streben dahin zu richten, dass er wenigstens 
aus den Sitten und der Religionslehre die Vorzugs-, aus den übrigen Gegenständen 
aber möglichst gute und entsprechende Classen erhalte, worüber er sich bei Er- 
hebung des Stiftungsbetrages jederzeit auszuweisen hat; 

b) sich die böhmische als 2 t0 Landessprache, jedoch ohne Abbruch seiner übrigen 
Studien, wenigstens so eigen zu machen, dass er in selber sich verständig mitzutheilen 
vermag; 

c) an allen Sonn- und Feiertagen nach Vorschrift der heiligen katholischen Kirche 
dem Gottesdienste andächtig beizuwohnen, in demselben Gott um Beistand zur Er- 
füllung seiner guten Vorsätze inständigst anzuflehen, für die Erhaltung und den 
Segen des Allerhöchsten Kaiserhauses, des hochwürdigsten Diöeesan-Oberhirten, des 
allzeit getreuen Dom-Capitels und des hochwürdigen Herrn Stiftungsinspectors, sowie 
auch für die Seelenruhe des hoch würdigen Herrn Stifters den Herrn Himmels und 
der Erde in seinem Gebete inbrünstig anzuflehen und, im Falle der Stiftling sich 
dem Priesterstande widmen sollte, aus christlicher Liebe, die auch im Tode nicht 
stirbt, während des Messopfers bei dem memento pro defunctis des hochwürdigen 
Herrn Stifters eigedenk zu sein. 


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57 


T. Alois Johann Renner. 


P. Alois Jan Renner. 


57 


Auch soll sich jeder Stiftling für verpflichtet halten, iin Falle er zu einer eigenen, 
selbständigen Bestimmung gelangt ist, denen, die nach ihm eine solche Stiftung geniessen, 
nach Massgabe seiner Umstände und Kräfte mit Rath und That beizustehen und, soviel 
an ihm liegt, dahin zu wirken, dass dieselben zu brauchbaren und sittlichen Bürgern der 
Kirche und des Staates sich ausbilden. 

§ 9. Das ganze Vermögen dieses für die jeweilige arme, talentvolle und fleissige 
Schuljugend zu Bäringen gewidmeten Stiftungsfondes, sowie die Verwendung der jährlich 
hievon entfallenden Interessen steht in der Verwaltung und Verrechnung des allzeit ge- 
treuen Prager Metropolitan-Domcapitels und darf nie und unter keinem wie immer ge- 
nannten Vorwände zu irgend einem anderen als dem vom hochwürdigen Herrn Stifter 
letztwillig angeordneten Stiftungszwecke verwendet oder eingezogen werden ; weshalb auch 
das genannte allzeit getreue Prager Dom-Capitel nicht nur berechtigt, sondern selbst 
verpflichtet ist, dieses Stiftungs- Vermögen gegen An- und Eingriffe kräftigst zu vertreten 
und überhaupt die diesbezügliche letztwillige Anordnung des hochwürdigen Herrn Stifters 
in Schutz zu nehmen und nach Kräften zu wahren. 

Es wird dieses Stiftungs-Vermögen von einem hiezu eigens bestellten Rechnungs- 
fiihrer, welcher laut hohen k. k. Statthaltereierlasse vom 6. Juni 1861, Z. 24.053, jährlich 
an Remuneration 150 fl. ö. W. zu beziehen hat, jederzeit separat verwaltet und verrechnet, 
und hat dieser Rechnungsführer alljährlich einen summarischen Rechnungs-Extract an 
die k. k. Staatsbuchhaltung zu übergeben. 

Alle Urkunden, Obligationen, Ernennungen, Rechnungen und sonstige diese Stiftung 
betreffenden Documente werden in die von dem hochwürdigen Herrn Stifter hiezu eigens 
beigeschaffte, mit zw r ei Schlössern versehene eiserne Stiftungscassa eingelegt und darin 
aufbewuhrt, und es wird einen Schlüssel von dieser Stiftungscassa der Herr Rechnungs- 
führer und den anderen Schlüssel der hochwürdige Herr Stiftuugs-Inspector in Ver- 
wahrung haben. 

§ 10. Da in der Besetzung dieser Stiftungsplätze nach der ausdrücklichen Bestimmung 
des hochwürdigen Herrn Stifters nur nach und nach vorgegangen w T erden soll, so dass 
die gänzliche Besetzung in einem Zeiträume von etwa 10 Jahren geschehe, mittlerweile 
aber die einfliessenden Stiftungsinteressen, welche nicht für die Stiftlinge verwendet 
werden, unter die armen Verwandten des hochwürdigen Herrn Stifters nach Verhältnis 
und Dürftigkeit derselben, jedoch nicht unter hundert Gulden CMze., zu Weihnachten 
jährlich vertheilt werden sollen, wie dies auf die vom hochwürdigen Herrn Stifter selbst 
bestimmte Weise bisher auch wirklich geschehen ist, bisher nur zwei Stiftungsplätze 
ä 300 fl. ö. W. an Stiftlinge verliehen worden sind, und nach dem Erlasse der hohen 
k. k. Statthalterei vom 19. April 1866, Z. 13.529, drei weitere Stiftungsplätze, und zwar 
einer zu 300 fl., einer zu 250 fl. und einer zu 200 fl. ö. W., actbirt werden: so wird 
nuumehr alljährlich einer von diesen noch nicht besetzten Stiftungsplätzen auf die in 
diesem Stiftsbriefe bestimmte Weise ausgeschrieben, bis die gänzliche Besetzung geschehen 
ist, wobei, wie es sich von selbst versteht, auch mit der Vertheilung der für die Stift- 
linge nicht verwendeten Stiftungs-Interessen unter die armen Anverwandten des hochwür- 
digen Herrn Stifters nach den Bestimmungen desselben bis zur gänzlichen Besetzung 
der Stiftungsplätze fortgefahren werden wird. Nach der Besetzung aller Stiftungsplätze 
hat die Betheilung der armen Anverwandten gänzlich zu entfallen. Sollte sich nach dieser 
Zeit ein Intercalar-Einkommen von etwa erledigten Stiftungsplätzen, deren Wieder- 
besetzung w r egen Mangel an Candidaten nicht gleich möglich wäre, ergeben: so hat dieses 
Intercalar-Einkommen sowie die Überschüsse des Stiftungseinkommens, welche zur Be- 
theilung der Stiftlinge und der weiteren Stiftungszw r ecke nicht verwendet werden, dem 
Stiftungsfonde zu Guteu zu kommen, und ist dieser Vermögenszuwachs zur Vergrösserung 
der Stiftungsplätze von 200 fl. und 250 fl. bis zum Betrage von 300 fl. und nach Ver- 
vollständigung aller zehn Stiftungsplätze bis zu diesem Betrage ein neuer Vermögeus- 
zuwachs zur Vermehrung der Stiftungsplätze über zehn nach den Bestimmungen des 
Stiftsbriefes zu verwenden. 

Für den Fall endlich, dass der Zinsfuss der Stiftungscapitalien, namentlich der Staats- 
obligationen, herabsinken sollte, so dass dadurch der Genuss der Stiftlinge ebenfalls 
herabgemindert würde, ist das allezeit getreue Domcapitel als Verwalter und Verleiher 
dieser Stiftungsplätze berechtigt, die erledigten Stiftungsplätze ruhen zu lassen, um durch 
Capitalisirung der mittlerweile einfliessenden Stiftungsinteressen das gesunkene Einkommen 
VI. 8 


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58 


P. Alois Johann Könner. 


P. Alois Jan Renner. 


58 


wieder zu ergänzen, was aber jedesmal nur durch einen Capitularbeschluss zu bestimmen 
und in der Rechnung durchzuführen ist. 

Demnach geloben wir Domprobst, Domdechant und das sämmtliche allzeit getreue 
Metropolitan-Domcapitel zu St. Veit in Prag, diese Stiftung in allen ihren Bestimmungen 
stets aufrecht zu erhalten, für eine gewissenhafte und treue Verwaltung und Verrechnung 
des Stiftungsvermögens gehörige Sorge zu tragen, die Stiftungsinteressen zu keinem an- 
deren als dem in diesem Stiftsbriefe festgesetzten Stiftungszwecke zu verwenden und 
verwenden zu lassen und mit den Capitalien dieses Stiftungsfondes ohne Bewilligung der 
competenten Behörden keine wie immer genannte Veränderung vorzunehmen oder vor- 
nehmen zu lassen. 

Desgleichen gelobet der mitgefertigte Domcapitularcassier als Rechnungsführer und 
Verwalter dieses Stiftungsfondes für sich und seine Nachfolger in diesem Amte, dieses 
Stiftungsvermögen stets treu und redlich zu verwalten und separat zu verrechnen und 
alljährlich einen summarischen Rechnungs-Extract an die k. k. Staatsbuchhaltung zu 
übergeben. 

Endlich geloben auch die mitgefertigten, sich und ihre Nachfolger verpflichtenden 
geistlichen und weltlichen Vorsteher der Bergstadt Bäringen. die in diesem Stiftsbriefe 
sie betreffenden Anordnungen jederzeit getreu und gewissenhaft zu erfüllen; daher die 
Erledigung der Stiftungsplätze nach erhaltener Weisung von Seite des hocliwürdigsten 
allzeit getreuen Metropolitan-Domcapitels in der angedeuteten Weise kund zu machen, 
alle Verhältnisse der Bittwerber mit den wohl instruirten Gesuchen derselben dem hoch- 
würdigen allezeit getreuen Metropolitan-Domcapitel zu Prag zur Würdigung und Ver- 
leihung der Stiftungsplätze zu übermitteln und überhaupt ihrerseits gewissenhaft zu sorgen, 
dass immer nur der Würdigste zum Genüsse dieser Stiftungsplätze gelangen möge. 

Urkund dessen ist gegenwärtiger Stiftsbrief in vier gleichlautenden Parien verfasst 
und von allen Betreffenden nebst zwei erbetenen Zeugen unterfertigt worden, und wird 
ein Pare hievon in der eisernen Stiftungscassa bei dem hochwürdigen allzeit getreuen 
Prager Metropolitan-Domcapitel, ein Pare in dem Stadt-Bäringer Pfarr- Archive, ein Pare 
bei dem Stadtrathe zu Bäringen und das 4 ,c Pare bei der hohen k. k. Statthalterei zu 
Prag aufbewahrt. 

Prag, am 31. October 1866. 

(L. S.) Dr. Eduard Ferd. Schönfelder mp.. (L. S.) Peter Franz Krejci mp., 

Pfarrer. Poradcchant. 

Franz Dittrieh mp., 
Pralat-Archidiakon. 

Karl Opolezky mp., 
Rcchnungsführer. 

(L. S.) Grünes mp., 

Bürgermeister. 

Emil Suland mp., 

Zeuge. 

Nr. 55.756. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der Böhmischen k. k. St atthalterei. 

Trag, am 25. Jänner 1867. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Henniger mp. 

Original im k. k. Statthalterei-Archiv zu Prag. Original v arehivu c. k. mistodrzitelstvi v Praao. 


(L. S.) Franz Förster mp., 

als Zeuge. 


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59 


r. Alois Johann Renner. 


T. Alois Jan Bonner. 


59 


( 50 Kreuzer\ 

Stempel / 

N a ch t r a g 

zu dem Stiftsbriefe de dato Prag am ol.Oetober 1866 über die von dem hochwürdigsten 
Herrn Johann Alois Renner. Domcustos des allzeit getreuen Prager Metropolitan-Dom- 
capitels ad S. Yitum, letztwillig angeordnete Studentenstiftung. 

Nachdem das in dem Stiftsbriefe ddto. Trag am 31. Oetober 1860 mit dem Betrage 
von 21.673 fl. 53 7* ö. W. und 32,900 fl. 32 7* kr. ausgewiesene Kapital der Johann Alois 
Kenner'sehen Studentenstiftung in Folge von Intercalarien bedeutend angewachsen war, 
wurden die unter § 1 des erwähnten Stift sl iriefes bezeichneten drei Stiftungsplätze mit 
dem Jahresgenusse von je 250 fl. ö. W. und die ebenda angeführten weiteren drei 
Stiftungsplätze mit dem Jahresgenusse von je 200 fl. ö. \Y. im Hinblick auf § 10 des 
Stiftsbriefes mit Genehmigung der k. k. Statthalterei vom 27. Juli 1885, Z. 55.761, auf den 
Betrag von jährlichen je 300 fl. ö. W. erhöhet. 

Das Stiftungsvermögen hat sich seither abermals vergrössert, beträgt derzeit 88.300 fl. 
ö. W. nom. und ist fruchtbringend angelegt, w ie folgt : 



; 

Einzeln 

Zusammen 


aj Ob Realitäten. 



1 

i 


Ob NC. 2 in Lhota 

3.000 

— ' 

1 


„ „ 18 in Podolib 

500 

— 




Ob Grundstücken in Mauth 

1.000 

— | 

4.500 



b) An Silberrente. 






Oblig. vom 1. April 1880 Nr. 39.060 

2.000 

— 1 




„ * 1. Jänner 1886 Nr. 50.427 

1.000 

— 1 




. 1. Juli 1888 Nr. 58.138 

2.000 

— j 

5.000 

— 


c) An gemeinsamer Notenrente. 






Oblig. Nr. 36.892 

9.700 

— i 




, „ 114.311 

1.000 

— 




, r 24.176 

1.000 

— 




, „ 26.536 

15.000 

— 




„ „ 26.974 

4.000 

— ' 




r „ 29.770 

2.000 

— 1 

l 


„ „ 32.581 

l 2.000 

— 

i 


r 127.451 

2.000 

— 1 




, „ 40.111 

1.000 

— / 




„ * 24.804 

2.000 

— i 

39.700 

— 


d) An steuerfreier Notenrentc. 






Oblig. Nr. 782 

2.000 

1 — 




„ . 1331 

1.000 

1 

i 



r „ 1519 

( 1.000 

r~ 

1 


* „ 1592 

1 4.100 




„ „ 1736 

! 1.000 

i 



. 1841 

2.000 

i_ 



„ 2027 

2.000 

i ~~ 



„ 2451 

, 2.000 




„ , 4153 

1 2.000 

1 — 



. * 5101 

1 2.000 




„ 0834 

2.000 

Li 


| . „ 7519 

> 7.000 



! . . 8162 

i 3.000 




„ 8519 

2.000 

— , 

33.100 

— 


Fürtrag . . . 82.300 — 


i 


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GO 


P. Alois Johann Renner. 


P. Alois Jan Renner. 


GO 


Übertrag 

e) 5°/ 0 Pfandbriefe der böhm. Hyp. Bank. 

Pfandbrief Nr. 20.002 

r „ 11.887 

* 20.951 

* * 7.042 

* * 10.162 

* , 5.694 

r „ 5.695 

« „ 10.286 

Zusammen 


Einzeln Zusammen 


82.300 


1000 — 
1000 — 
1000 ) — 
500 — 
500 — 
500— 1 
500—; 

ioooh 


6000, — 


88.300 


Diese Staatschuldverschreibungen und Pfandbriefe sind mit den Worten r Dom- 
Custos J. A. Renner’sche Studentenstiftungscassa in Prag“ auf den Namen der Stiftung 
vinculirt. 

Das Stiftungscapital wirft gegenwärtig an Interessen jährlich den Betrag von 4057 fl. 
40 kr. Ö. W. ab. 

Da nach Bestreitung der 10 Stiftungsplätze zu 300 fl. Ö. W , der Remuneration an 
den Stiftungsrechnungsführer per 150 fl. und der Gebür von 21 fl. an den Plärrer von 
Bäringen für das Lesen der heil. Messe noch jährlich ein Überschuss von 886 fl. 40 kr. 
Ö. W. verbleibt, so wird in Gemässheit des § 10 des Stiftsbriefes vom 31. October 186G 
Nachstehendes bestimmt: 

a) Aus dem Interessen-Überschusse von jährlichen 886 fl. 0. W. werden vorerst zwei 
neue Stiftungsplätze mit dem jährlichen Betrage von je 300 fl. ereiert, für welche 
sämmtliche Bestimmungen des Stiftsbriefes vom 31. October 1866 zu gelten haben; 
ferner wird 

b) die im § 9 des Stiftsbriefes vom 31. October 1866 erwähnte Remuneration für den 
Rechnungsführer der Stiftung per 150 fl. mit Genehmigung der k. k. Statthalterei vom 
31. December 1889, Z. 13.160, auf den jährlichen Betrag von 300 fl. erhöht. 

c) Der noch erübrigende jährliche Interessen-Überschuss wird capitalisiert, um zur wei- 
teren Vermehrung der Stiftungsplätze nach dem citierten § 10 verwendet zu werden. 
Es gelobet das allzeit getreue Metropolitan-Capitel bei St. Veit in Prag, die ver- 
mehrten Stiftungs-Interessen zu den neu creierten zwei Stiftungsplätzen und der erhöhten 
Remuneration zu verwenden und die in dem Stiftsbriefe vom 31. October 1866 enthaltenen 
Anordnungen auch bei diesen neuen Stiftungsplätzen zu befolgen. 

Urkund dessen ist dieser Stiftsbriefs-Nachtrag in vier gleichlautenden Paiien, welche 
den vier Parien des Stiftsbriefes vom 31. October 1866 ordnungsgemäss angeheftet werden, 
verfasst und von allen Betreffenden, dann von zwei Zeugen unterfertiget worden. 

Prag, am 15. Feber 1891. 

(L. S.) Albert v. Küffer mp., 

Dechant des allzeit getreuen Prager Metropolitan- 
Roracapitels bei St. Veit. 

Eduard Terscli mp., 
Domarchidiakon. 

Emil Seeland mp., 

Centralkanzlei-Director, als Stiftungsrechnungs- 
führer. 

Josef Wild mp., 

Zeuge. 

Johann Zikmund mp., 

Zeuge. 


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Gl 


P. Alois Johann Penner. P. Alois Jan Penner. ßl 

Statt h. Z. 21.150. 

Vorstehender Stiftsbrief-Nachtrag wird bestätigt. 

K. k. Statthalter ei in B ö h m e n. 

Prag, den 8. März 1801. 

Für den k. k. Statthalter: 

(L. S.) Friedl mp. 

Original im k. k. Statthalterci-Archive zu Prag. Original v archivu c. k. mistodr/itelstvi v Praze. 


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62 


Anton Reisich. 


Antonin Reisich. 


G2 


3Ö3. 

1853 

Juli 1. cervence. 


Anton Reisich'sche Stiftung bei dem 
k. k. Königgrätzer Gymnasium. 

Anton Reisich, k. k. Gymnasiallehrer 
zu Königgrätz , hat am 1. Juli 1853 zum 
immerwähr enden Andenken an die 
glückliche Rettung Seiner k . u. k. 
Apostolischen Majestät Franz 
Josef I. hei dem am 18. Feh er 1853 
gegen Allerhöchst denselben ver- 
übten Attentate vier Stück 4 Vs °/ 0 Staats- 
schuldschreibungen ä 100 ß. C. M. zur 
Errichtung einer Stiftung ge - 
w i d m e t. 

Für die von dem Stiftungs- 
cap itale ent fa ll enden j ä h r l i ch e n 
Interessen sollen Lehr- oder wissen- 
schaftliche Hilf sbü ch er, Lan d- 
k arten oder sonstige Lehrmittel 
angekauft und j edes mal am 18. Fe- 
bruar unter vier arme und flcissige 
Schüler des König grät z er Gymna- 
siums v er t heilt werden. 

Hie Wahl der anzukaufenden 
Bücher oder Lehrmittel sowie die 
Bestimmung der damit zu bethei- 
lenden Schüler steht dem Director 
deslc.k. Gymnasiums in Königgrätz 
nach Rücksprache mit dem Lehr- 
körper zu. 

Ein und derselbe Schüler soll nicht 
durch zwei unmittelbar aufeinander folgende 
Jahre , sondern in besonders rücksichtswür- 
digen Fällen tcenigstens nach einem Inter- 
vall von einem Jahre mit dieser Stiftung 
betheilt werden. 

Her bezügliche Stiftsbrief wurde am 
3. Juli 1853 ausgefertigt und unterm 
18. Juli 1854 von der k. k. Statthaltwei in 
Prag bestätigt. 

Hieser Stiftung hat die am 3. Mai 
1894 verstorbene Therese Reisich in ihrer 
letztwilligen Erklärung de dato Königgrätz 
am 37. Hecember 1893 ein Legat von 300 fl. 
vermacht. 

Hies wurde in dem vom k. k. Landes - 
schulrathe für Böhmen unterm 3. October 
1 897 bestätigten S ti ftsbrief-Nacli trage vom 
33. Juni 1897 festgesetzt. 


Nadace Antonina Reisicha pri c. k. 
Kralovehradeckem gymnasiu. 

Antonin Reisich, c. k. gymnasialst 
ueitel v Krdlove Hradci, vönoval dne 
1. cervence 1853 k vecne upomince 
na htastne zaehrdneni Jeho c. a k. 
Apostol skeho V elicenstva Fran- 
tiska Josefa I. pri vrazednem ütoku 
d n e 18. ü n o r a 1853 n a N cj vy s s i 
osobu jeho spächanem , ctyry kusy 
4 %°/ 0 stattlich dluznich üpisü po 100 zl. 
konv . m. na zrizeni nadace. 

Za roeni üroky, kterez jistina 
na da ent ponese, budtez ucebne a 
vedecke pomoene kniliy, mapy a j i ne 
ucebne pomücky zakoupeny a vzdy 
dne 18. ünora mezi ctyry chude a 
pilne zälcy gymnasia Krdlovehra- 
dcckeho rozdelcny. 


Volba knih neb ucebnych po- 
mücek, kterez jest zakoupiti, jakoz 
i ustanoven i läkü, jezjimijestpo - 
döliti, prislusi fiditcli c.k. gymna- 
sia v Krdlove Hradci po doroz - 
umeni se sborem ucit elskym. 

Temuz zdku nemd se po dvö bczpro- 
stredne po sobö jdouci Uta, nybrz jen v pH- 
padech obzvldstniho povsimnuti hodnych 
nejmene po prestdvee jednoho roku nadace 
teto dostati. 

List nadueni o nadaci teto byl dne 
3. cervence 1853 vyhotoven a dne 18. der- 
vencc 1854 c. k. mi stodr ziteist v im v Praze 
potvrzen. 

Nadaci teto odkdzala dne 3. kvetna 
1894 zcsmdd Tcrezie Reisichovd ve svem 
poslcdnim poHzeni sepsanem v Krdlove 
Hradci dne 37. prosince 1893 odkaz 300 zl. 

Odkaz tento byl v dodatku k listu na- 
daenimn dne 33. cervna 1897 sepsanem a 
c. k. zemskou skolm radou pro Ceehy dne 
3. rijna 1897 potvrzenem vyznacen. 


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63 


Anton Reisich. 


Antonm Reisich. 


63 


G egen icä rtifj tvlrd diese Stif - 
tnny von der Direct ion des k. k. 
G y m n a s i u m s i n K ö n i g g r ä t z i m 
Sinne der stiftsbrieflichen Do- 
st i mmungen pcrsol viert und ver- 
waltet . 

Das Vermögen dieser Stiftung beträgt 
jjO //. und das Jahreserträgnis 33 Jl. 10 lci\ 


N y n l u dili a s p r a vuje na d a c i 
tuto riditclstvi c. /.*. yymnusia 
v Krälove Hradci po smyslu usta- 
no vc n i lis t u n a d a c n i h o. 


Jmeni nculace teto obndsi 550 zl. a nese 
rucne vytözlcu 33 zl , 10 ler . 


1 * 

Viribus u n i t i s. 

Durchdrungen vom freudigen Gefühle über die glückliche Rettung Seiner k. k. aposto- 
lischen Majestät aus der Hand eines Meuchelmörders und über die durch die göttliche 
Vorsehung von unserem allergnädigsten und allgeliebten Laudesvater abgewendete 
Lebensgefahr sowie von dem heissesten, innigsten Danke für diese allerhöchste Gnade 
des Allmächtigen beseelt, fühlt sich der Gefertigte gedrängt, diesen Gefühlen durch einen 
Akt der Pietät Ausdruck zu geben, welcher darin besteht, dass zur Erinnerung au die 
glückliche Rettung Seiner k. k. apostolischen Majestät am 18 !en Februar 1853 eine 
Stiftung ei richtet werde, aus deren Erträgnis resp. Zinserträge jedes Jahr am 18 ,en Fe- 
bruar arme, wohlgesittete und fleissige Gymnasial-Sclniler mit verschiedenen notliwen- 
digen Lern-Hilfsmitteln betheilt werden möchten. 

Iudem der Gefertigte zu diesem frommen Werke nach Kräften sein Scherflein 
beigetragen und durch die Widmung zweier Staatsschuldverschreibungen ä 100 fl. CMze 
zu 4V 2 pret. bereits den Grundstein gelegt hat, waget derselbe, vertrauend auf den oft 
erprobten Wohlthätigkeitssinn der hierstädtischen P. T. Herren Bewohner, an alle Freunde 
der studierenden Jugend und an alle edle Gönner und Beförderer der Wissenschaften 
die inständigste Bitte zu riclten: diesem gutgemeinten Unternehmen ihre warme und 
rege Theilnahme nicht zu versagen und das Emporkommen und Gedeihen desselben 
durch ihre gütige Unterstützung nach Möglichkeit fördern zu helfen. 

Die Vertheilung der von den Zinsen des gesammelten Betrages angeschafften Lern- 
Hilfsmittel an die würdigsten Gymnasialschüler wird über Vorschlag des Lehrkörpers all- 
jährlich am 18 ten Februar durch den jeweiligen Herrn Gymnasial-Direktor vorgenommen 
und dieser Tag durch die Abhaltung eines h. Dankamtes gefeiert werden. 

Die Namen aller edlen Jugendgönner, die sich an diesem gemeinnützigen Werke 
betheiligen, werden in das hierorts bestehende Gymnasial-Gedenkbuch zum immer- 
währenden Andenken an dieses gemeinschaftliche edelraüthige Mitwirken eingetragen 
werden. Überdies wird für dieselben sowie für alle Wohlthäter der hierortigen Gymna- 
äial-Jugend alljährlich am Freitage vor dem Palmsonntage eine heilige Messe Gott dar 
gebracht werden. 

Königgrätz am G. März 1853. 


Anton Reisich, 
k. k. Gymnasial -Professor. 


Namen der P. T. Herren Wohlthäter : 


Karl Hanl, Bischof von Königgrätz 

Vincenz Bibus, Domdechant von Königgrätz . . 

Wencesl. Walenta, Domerzdiakon 

Kratky, L.-G.-Präsident 

Domek, k. k. L.-G.-Rath 

Swoboda, k. k. L.-G.-Rath 

Wohanek, k. k. L.-G.-Rath 

A. Schulz, k. k. L.-G.-Rath 

Für trag . . . 


20 fl. — kr. CM. bezahlt (m. p.) 
5 fl. — kr. CM. bezahlt „ 

5 fl. — kr. CM. bezahlt „ 

5 fl. — kr. CM. bezahlt „ 

1 fl. — kr. CM. bezahlt „ 

1 fl. — kr. CM. bezahlt „ 

4 fl. — kr. CM. bezahlt „ 

1 fl. — kr. CM. bezahlt „ 

42 fl. — kr. CM. 


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64 


Anton Reisich. 


Antonfn Rcisicb. 


04 


Übertrag ... 42 0. — kr. CM. 

Twrdy, k. k. L.-G.-Rath 1 fl. — kr. CM. 

Lenk 2 fl. — kr. CM. 

Wurm 1 fl. — kr. CM. 

Chyle, k. k. L.-G.-Rath 1 fl. — kr. CM. 

Mathias Klemt, k. k. Landesgerichtsassessor . . 1 fl. — kr. CM. 

Maierhofer, k. k. Landesgerichtsassessor . . . . — fl. 40 kr. CM. 

Felix, k. k. Landesgerichtsassessor — fl. 40 kr. CM. 

Kimeil, k. k. Sekretär — fl. 40 kr. CM. 

Martin Swoboda, Archivar 1 fl. — kr. CM. 

Pieve, Fortifs. Rcligfr 3 fl. — kr. CM. 

*) Die Königgrätzer hausansässige Bürgerschaft . 100 fl. — kr. CM. 

Joh. Pazout, Rektor 5 fl. — kr. CM. 

L. Watzek, Spiritual 1 fl. — kr. CM. 

Franz Gruss 5 fl. — kr. CM. 


*) 165 fl. — kr. CM. 


bezahlt (in. p.j 
bezahlt „ 
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bezahlt „ 
bezahlt „ 
bezahlt „ 
bezahlt „ 


Original bei (Ilt Directiun des k. k. böhmischen 
Staats-Gymnasiums in Köuiggrittz. 


Original u riditelsfvi c. k. ccskehu statniho 
gvmnasia v Hradci Kralove. 


II. 

( 15 Kreuzer \ 

Stempel. / 

Löbliche k. k. Gymnasial-Direction ! 

Zum immerwährenden Andenken an die glückliche Rettung Seiner 
k. k. Apostol. Majestät Franz Josef I. bei dem am 18. Fehl*. 1853 
gegen Allerhöchst denselben verübten Attentat beschloss der Gefertigte bei dem 
Königgräzer k. k. Gymnasium, an welchem er selbst durch 32 Jahre als 
Lehrer mitwirkte, eine wohltbätige Stiftung zu errichten. 

Zu diesem Behufe übergibt er im Anschlüsse vier, zur Hälfte aus 
Eigenem, zur anderen Hälfte aus dem Ertrag einer diesfalligen Sammlung 
beigeschaffte 47apercentige Staatsobligationen, jede per 100 fl. CM., alle 
ddto. 15. Oktober 1849, jede mit 25, zusammen mit 100 Stück Coupons, 
wovon die ersten am 15 ten Oktober 1853 zahlbar sind. 

Die Modalitäten der Stiftung werden in Folgendem näher bestimmt : 

1. Für die von den Staatsobligationen jährlich entfallendem Interessen 
sollen entweder Lehr- oder andere wissenschaftliche Hilfsbücher, Landkarten 
oder sonstige Lehrmittel angekauft und jedesmal am 18. Fehl*, unter 4 arme 
und fleissige Schüler des Königgräzer Gymnasiums vertheilt werden. 

2. Die Wahl der auzukaufenden Bücher oder Lehrmittel sowie die 
Bestimmung der damit zu betheilenden Schüler hängt von dem jeweiligen 
Königgräzer Gymnasial-Director ab, nachdem er diesfalls vorläufig mit den 
Gymnasiallehrern Rücksprache genommen hat. 

3. Ein und derselbe Schüler soll nicht durch zwei unmittelbar auf 
einander folgende Jahre, sondern, wenn ihn Armuth, Fleiss und sittliches 
Wohlverhalten besonders berücksichtigungswürdig machen, wenigstens nach 
dem Interstitium von einem Jahre mit der Stiftung wieder betheilt werden. 

4. Sollte etwa einmal das Gymnasium von Königgräz transferirt 
w r erden, so ist auch die Stiftung, jedoch in der Art zu übertragen, dass sie 
stets mit einem Gymnasium der Königgräzer bischöflichen Diözes ver- 
bunden bleibt. 


*) Mit Bleistift geschrieben. 


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65 


Anton Reisich. 


Antonin Reisich. 


65 


5. Ist es der Wunsch des Stifters, dass jedes Jahr am IS. Feber ein 
feierliches Dankamt resp. Messopfer für die glückliche Errettung Seiner 
k. k. Apost. Majestät abgehalten, sodann die Yertheilung der ange- 
schafften Lehrmittel an die würdigsten Schüler vorgenommen und dieser Tag 
zu diesem Behufe als Ferialtag erklärt werden möchte. 

Der Gefertigte ersucht geziemend, womit die löbliche k. k. Gymnasial- 
Direction das weiters Nöthige zur Realisirung der gedachten Stiftung gütigst 
veranlassen wolle. 

Königgräz, am 1. Juli 1853. 


Anton Reisich mp., 
Gymnasiallehrer. 


A tergo : 


Löbliche k. k. Gymnasial-Direction in Königgräz! 

Anton Reisich, 

k. k. Gymnasiallehrer, 

zeigt an, dass er gesonnen sei, eine Studentenstiftung zu gründen, und bittet um die 
weitere ämtliche Einleitung diese3 Gegenstandes. 


Mit Beilage. 


Original bei der Direction des k. k. böhmischen 
Staats-Gymnasiums in Königgrätz. 


Original u reditelstvi c. k. ceskeho stitniho 
gymnasia v Kralovem Hradci. 


III. 

Mein letzter Wille. 

Im vollen Besitze meiner Geisteskräfte erkläre ich meinen letzten Willen, 
wie folgt: 


4. Zur Vermehrung der von meinem seligen Gatten Anton Reisich an dem hiesigen 
k. k. Gymnasium errichteten Lehrmittelvertheilungs-Stiftung vermache ich den Betrag von 
200 fl. (zweihundert Gulden) Ö. W. 


III. Alle meine früheren letztwilligen Verfügungen erkläre ich hiemit für aufgehoben, 
und hat jetzt nur dieses mein Testament Geltung. 

Zeuge dessen meine eigenhändige Unterschrift und die Mitfertigungeu dreier 
erbetener Testamentszeugen. 

Königgrätz, am 27. December 1893. 


Terese Reisich mp. 


Nachschrift. 

3. Zum Testamentsexecutor bestelle ich Herrn Dr. Josef Czurba, Advocaten in 
Königgrätz. 

Königgrätz, am 27. December 1893. 


Dr. Josef Czurba mp., 
als erbetener Testamentszeuge. 

Dr. Emerich Güttler mp., 
als erbetener Testamentszeuge. 


Terese Reisich mp. 

Alois Morävek mp., 
als erbetener Testamentszeuge. 

9 


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66 Anton Reisiek. Antonin Reisieh. 66 

Kundgemacht bei dem k. k. Kreisgerichte in Küniggrätz, am 2. Mai 1894. 

Tomes mp., 
k. k. Laiulesgerichtsrath. 

Rousavy mp. 

Diese Abschrift stimmt mit dem Originale vollkommen überein. 

K. k. Kr eis ge rieht in Küniggrätz. 
am 8. Mai 1894. 

(L. S.) Spieka mp. 


Beglaubigte Abschrift bei dem k. k. Landes- Overcny opis u c. k. zemske skolni radv 

sckulrathe in Prag. v Praze. 


rv\ 

/ 1 A. \ 

\ Stempel. / 

Stiftsbrief 


über die von dem k. k. Gymnasiallehrer Herrn Anton Reisieh bei dem Küniggrätzer 

k. k. Gymnasium errichtete Stiftung. 


Der gefertigte k. k. Gymnasial-Direktor uml die im Namen des gesammten 
Gymnasial-Lehrpersonals mitgefertigten Lehrer bekennen und beurkunden hiernit: „es 
habe Herr Anton Reisieh, k. k. Gymnasiallehrer zu Küniggrätz, am 1. Juli 1853 
der k. k. Gymnasial-Direktion vier Stück 4V 2 °/o Staatsschuldverschreibungen ä 100 fl. 
CMze zu dem Ende übergeben, damit zum immerwährenden Andenken an die glückliche 
Rettung Seiner k. k. Apostolischen Majestät Franz Josef I. bei dem am 18. Februar 
1853 gegen Allerhüchst denselben verübten Attentat an dem Küniggrätzer k. k. 
Gymnasium eine Stiftung unter folgenden Bestimmungen gegründet werde: 

1. Für die von den Staatsobligationen jährlich entfallenden Interessen sollen entweder 
Lehr- oder andere wissenschaftliche Hilfsbücher. Landkarten oder sonstige Lehrmittel 
angekauft und jedesmal am 18. Februar unter 4 arme und fleissige Schüler des 
Küniggrätzer Gymnasiums vertheilt werden. 

2. Die Wahl der anzukaufenden Bücher oder Lehrmittel sowie die Bestimmung der 
damit zu betheilenden Schüler hängt von dem jeweiligen Küniggrät z er Gymnusialdirektor 
ab, nachdem er diesfalls vorläufig mit den Gymnasiallehrern Rücksprache genommen hat. 

3. Ei n und derselbe Schüler soll nicht durch zwei unmittelbar auf einander folgende 
Jahre, sondern wenn ihn Arrnuth, Fleiss und sittliches Wohl verhalten besonders berück- 
sichtigungswürdig machen, wenigstens nach dem Interstitium von einem Jahre mit der 
Stiftung wieder betheilt werden. 

4. Sollte etwa einmal das Gymnasium von Küniggrätz transferirt werden, so ist 
auch die Stiftung, jedoch in der Art zu übertragen, dass sie stets mit einem Gymnasium 
der Küniggrätzer bischüflichen Diüzes verbunden bleibt. 

Nachdem die hiezu gewidmeten Staatsobligationen: 

a) Nr. 4218 

b) Nr. 23.301 b sämmtlich ddto. 15. Oktober 1849, laut der im Küniggrätz er Gym- 

c) Nr. 25.701 ( nasialarchiv aufbewahrten Staats-Obligation Nr. 5170 ddto. 15. April 

d) Nr. 34.585 J 1853 a 4 , /„°/ 0 per 400 fl. CMze auf das Küniggrätzer k. k. 
Gymnasium als Anton Reis ich’ sehe Lehrmittelvertheilungs-Stiftuug mit der Verzinsung 
vom 15. Oktober 1853 vinkulirt sind, so wird hiernit festgesetzt, dass nach dem Willen 
des Stifters alljährlich am 18. Februar die Betheilung von 4 armen, aber fleissigen 
Gymnasialschülern des Küniggrätzer k. k. Gymnasiums mit den für den Interessen- 
betrag per 18 fl. CMze gekauften zweckmässigen Lehrmitteln vorgenommen werden soll. 


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Anton Reisich. 


Antonin Reisich. 


r>7 


f>7 


Diesemnach gelobt der unten gefertigte Gymnasial-Direkter gemeinschaftlich mit 
dem Lehrkörper für sich und alle Nachfolger, diese wohlthätige Stiftung auf immer- 
währende Zeiten aufrecht zu erhalten, die Stiftungsverbindlichkeit getreulich zu erfüllen, 
die Interessen auf die obbezeichnete Art zu verwenden und mit dem Stiftungskapital 
ohne hohe Bewilligung keine Änderung vorzunehmen. 

Zur Urkund dessen ist der gegenwärtige Stiftsbrief in zwei Exemplarien, wovon 
ein Pa re bei der hohen k. k. Landesschulbehörde u. das zweite in dem Königgrätzer 
Gymnasialarchiv aufbewahrt werden soll, ausgefertigt und allseitig unterschrieben worden. 

Königgrätz, am 2. Juli 1853. 


Anton Iteisich mp., 
Stifter. 


(L. S.) 


Thomas W. Bilek mp., 

prov. Gymnasial-Director. 


Franz Fischer mp., 
Zeuge. 

Josef Baumgaertl mp., 
Zeuge. 


Josef Vinohorsky mp., 

Gymnasiallehrer. 

Wenzel Jandecka mp., 

k. k. Gymnasiallehrer. 


Vorliegender Stiftsbrief wird hiermit bestättiget. 


Nr. 18.199 St. 


lv. k. Böhmische Statthalt er ei. 
Prag, am 18. Juli 1854. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Forgach mp. 


Original beim k. k. Landessehulrathe in Prag. Original u c. k. zemske skolni rady v Praze. 


( 50 Kreuzer\ 

Stempel. / 

Stiftsbrief-Nachtrag. 

Die gefertigten Director und Lehrkörper des k. k. Gymnasiums in Königgrätz 
beurkunden hiemit, es habe die am 2. Mai 1894 verstorbene Therese Reisich in 
ihrer letzten Willenserklärung Königgrätz am 27. December 1893 der von Anton 
Reisich zum immerwährenden Andenken an die glückliche Rettung Sr. k. k. Apostolischen 
Majestät Franz Josef I. bei dem am 18. Feber 1853 gegen Allerhöchst denselben 
verübten Attentat beim k. k. Gymnasium in Königgrätz errichteten Stiftung den Betrag 
von 200 fl. mit nachstehenden Worten vermacht: 

4. Zur Vermehrung der von meinem seligen Gatten Anton Reisich an dem 
hiesigen k. k. Gymnasium errichteten Lehrmittel-Vertheilungs-Stiftung vermache ich den 
Betrag von 200 fl. (zweihundert Gulden) österr. Währung. 

Der legierte Betrag wurde abzüglich der Staatsgebür von 20 fl. mit dem Betrage 
von 180 fl. von dem Testamentsexecutor Dr. Josef Czurba an die k. k. Gymnasialdirection 
in Königgrätz ausbezahlt. 

Die der ursprünglichen Stiftung gehörige 4 , / 2 %, Staatsobligation vom 15. April 1853 
Nr. 5170 über 400 fl. Conv. Mze wurde auf Grund des Gesetzes vom 20. Juni 1868 der 
vorgeschriebenen Unificierung unterzogen und hiefür die Staatsschuldverschreibung 
(Papierrente) vom 1. Feber 1871 Nr. 54.578 über 350 fl. und die unverzinsliche 
Theilschuldverschreibung x vom 1. Feber 1871 Nr. 92.870 über 10 fl. hinausgegeben. 

Für den aus dem Verkaufe dieser Theilschuldverschreibung erzielten Erlös sowie 
für den Legatsbetrag von 180 fl. sammt den durch mittlerweile Anlage desselben in der 
Königgrätzer Sparcassa erwachsenen Zinsen wurde nunmehr die Staatsschuldverschreibung 
(Papierrente) vom 1. Feber 1896 Nr. 183.402 über 200 fl. angeschafft, welche auf 
den Namen der Stiftung gehörig vinculiert ist, so dass das Stiftungsvermögen dermal 
aus den beiden vorangeführten Staatsschuldverschreibungen über 350 fl. und 200 fl. besteht. 

VI. 9* 


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68 


Anton Reisicb. 


Antonin Reisicb. 


68 

Nachdem das Stiftungsvermögen in vorschriftsmässiger Weise fruchtbringend angelegt 
und in der Cassa der k. k. Gymnasial-Direction in Königgrätz in Empfang genommen worden 
ist, verpflichten wir Gefertigten uns und unsere Amtsnachfolger, die Stiftung wie bisher 
dem vorstehenden Stiftsbriefe gemäss zu verwalten und das jährliche Stiftungserträgnis, 
w elches dermal 23 fl. 10 kr. 0. W. beträgt, gemäss den Anordnungen dieses Stiftsbriefes 
Königgrätz am 2. Juli 1853 zu verwenden. 

Urkund dessen sind von diesem Stiftsbriefnachtrage zwei gleichlautende Exemplare, 
von welchen eines bei dem k. k. Landesschulrathe in Böhmen, das zweite bei der k. k. 
Gymnasialdirection in Königgrätz aufbewahrt wird, ausgefertigt und von dem Director 
und den Mitgliedern des Lehrkörpers des k. k. Gymnasiums in Königgrätz unterfertigt 
worden, und wurde je ein Pare des Stiftsbriefnachtrages einem Pare des Stiftsbriefes 
gerichtsordnungsmässig beigeheftet. 

Königgrätz, am 22. Juni 1897. 

Wilhelm Steinmann mp., Adalbert Budecius mp., 

k. k. Gymnasial-Director. k. k. Gymnasial Professor. 

Dr. H. Vanöura mp M 
k. k. Gymnasial Professor. 

Dr. Ladislav Brtnicky mp., 
k. k. Professor. 

Jos. Kubr mp., 
k. k. wirkl. Lehrer. 

Dr. Joh. Havranek mp., 
k. k. wirkl. Lehrer. 

Franz Hoflmann mp., 
k. k. Professor. 

Franz Fischer mp., 
k. k. Professor. 

Alois Groman mp., 
k. k. Professor. 

K. Wipler mp., 
k. k. Professor. 

lg. Svoboda mp., 
k. k. Professor. 

W. Frühbauer mp., 
k. k. Gymnasialkatechet. 

Phil. Dr. Klimes Vaclav mp., 
k. k. Gymnasial-Professor. 

Joh. Ziegler mp., 
k. k. Professor. 

Eduard Prochäzka mp., 
k. k. wirkl. Lehrer. 

Nr. 20.032— L. S. R. ai 1897. 

Dieser Stiftsbrief-Nachtrag wird bestätigt. 

K. k. Landesschulrath in Prag, 
am 3. October 1897. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Zabusch mp. 

Original beim k. k. Landesschulrathe in Prag. Original u c. k. zemske skolni rady v Praze. 


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69 


Kaiser Franz Josef. 


Cisar I’rantiäek Josef. 


69 


394 . 

1853 

März 4. brezna. 


Franz Josefs-Studenten-Stiftung. 

Das mcdicinische Professoren- Collegium 
der Prager Hochschule hat am 4. und 
11 . März 1853 den Beschluss gefasst , zum 
bleibenden Andenken an die glück- 
liche Bettung Seiner k. u.k. Aposto- 
lischen Maj estät u nd an Allerhöchst 
deren Genesung eine Stiftung für 
die Hörer der klinischen Jahr gänge 
mit dem Jähresbetrage von 100 fl. 
C.M. zu gründen und diese Stiftung 
zur Wahrung jenes Andenkens 
„Franz Josef Student en-Stif tun g u 
zu benennen . 

Nach den beiden bezogenen Beschlüssen 
und dem am 25. November 1853 gefassten 
Ergänzungsbeschluss sind zu dieser 
Stiftung zunächst jene Hörer der 
Kliniken berufen , welche sich über 
ihre Armut mit einem vorschrifts- 
mässig ausgefertigten Z eugnisse 
ausiceiscn können und bereits 
sieben Universität ssemestcr zurück- 
gelegt haben, weil diese vor allen 
übrigen Hörern der Medicin für 
ihre Studien am meisten in An- 
spruch genommen werden und 
insbesondere genöthigt sind, ihre 
ganze Zeit und Müsse hiezu auf zu- 
wende n. 

Nebst der streng nachgewiesenen Dürftig- 
keit ist bei der Verleihung dieser Stiftung 
auch die besondere W ürdigkeit der Bittsteller 
massgebend. 

Die Verleihung der Stiftung soll einzig 
und allein dem medicinischen Professoren - 
Collegium der Prager Universität zu- 
stehen. 

Am 15. November 1853 bestand das 
Stiftungsvermögen in 5% G rundentlast ungs - 
Obligationen über 1800 fl. C. M., in einer 
4 1 / 2 °/ 0 Staatsschuldverschreibung über 150 fl. 
C. M., in einer £% verlosbaren böhmisch- 
ständischen Obligation über 450 fl. Nom. 
und in einem in der böhmischen Sparcassa 
erliegenden Geldbetrag von 3 fl. 19 l j (1 kr. 
C. M. 


Studentske nadäni Frantiska Josefa. 

Lekarsky sbor profesorsky Prazske vy- 
soke skoly usnesl se dne 4. a 11. brezna 
1853, ze zalozi k trvale upomince 
stastneho zachrdneni a uzdraveni 
Jeho c. a k. Apostolskeho Velicen - 
stva nadaci pro posluchaöe kl i ni- 
ck ych roönikü s roönim pozitkem 
100 zl. konv. m. a ze pojmenuj e nadaci 
tut o ku z ach ovdni upominky te 
„student skou nadaci Frantiska 
J osefa. u 


Vedle obou zminenych usneseni a doda- 
teöneho usneseni ze dne 25. listopadu 1853 
povoläni jsou k nadaci tSto predem 
oni posluchaöi klinik, kteri chudobu 
svou vysvödöenim die platnych 
pr edpisü vyhotovenym prokaz ati 
mohou a jiz sedm pülleti univer - 
sitnich odbyli, ponövadz tito ze 
väech ostatnich posluchaöü lekar- 
stvi nejvice svymi studiemi zahr - 
nuti jsou a nevyhnutelne vehkery 
svüj das a pili jim vönovati musi. 


Vedle potrebnosti, ktcrouz prisnö pro- 
käzati dlulno , rozhoduje pfi udileni nadace 
teto take obzvldstni zaslouzilost zadatelü. 

Udileni nadace prisluseti md jeding a 
vyluönö lekafskemu sboru profesorskemu 
university Prazske. 

Dnem 15. listopadu 1853 zdlezelo 
jmeni nadaeni z 5°/ 0 pozemkovych vyvazo- 
vacich dluznich üpisü za 1800 zl. konv. m., 
4%\ stdtniho dlubiiho üpisu na 150 zl. 
konv. m., slosovatelneho öeskeho stavov - 
skeho üpisu na 450 zl. nom. a z obnosu 
3 zl. 19 1 / 2 kr. ulogeneho v öeske sporitelng. 


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70 


Kaiser Franz Josef. 


Cisar Frantisek Josef. 


70 


Die Stiftungsgebür sollte immer 100 fl. 
(\ M. betragen und ist in 2 gleichen Raten , 
nämlich im Monate Mai und November 
eines jedes Jahres den Stiftungen auszu- 
folgen. 

Sollte das Erträgnis der Stiftung unter 
100 fl. C. M. jährlich sinken , so soll die 
Stiftung solange sistiert werden , bis das 
Jahreserträgnis wieder die Höhe von 100 fl. 
C. M. erreicht hat, 

Falls der Ertrag des Stiftungsver- 
mögens über 100 fl. C. M. jährlich 
steigen sollte , so soll die Art und Weise 
der Verwendung des Überschusses dem 
medicinischen Professoren - Collegium zu- 
stehen. 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde am 
25. November 1853 ausgefertigt und am 
22. August 1854 von der k. k. Statthalterei 
in Prag bestätigt. 

Nachdem seit dem Studienjahre 
1882/83 in Prag zwei Universitäten 
bestehen, wurde das Vermögen 
dieser Stiftung unter dieselben 
g et heilt, und es erhielten die medi- 
cinisclic Facultät der k. k. deut- 
schen Universität in Prag 650 fl. 
in Wertpapieren und 734fl.4 x /< l kr. in 
Ba rem und die medicinisch e 
Facultät der k. k. böhmischen 
Universität in Prag 650 fl. in 
W ertpapieren und 786 fl. 54 % kr. 
in Barem. 

Ferner wurde bestimmt, dass die 
Stiftung ohne Rücksicht darauf, ob der 
Stiftungsbetrag 100 fl. Conv. Münze oder 
105 fl. Ö. W. erreicht, sofort zu ver- 
leihen ist. 

Schliesslich erklärten die Professoren- 
Collegien der medicinischen Facultäten der 
beiden Universitäten, die Verwaltung des 
Stiftungsfondcs und das im Stiftsbriefe vom 
25. November 1853 festgesetzte Verleihungs- 
recht zu übernehmen. 

Dies tcurde in den beiden Nachträgen 
vom 23. September 1886 und 23. Novenibcr 
1886 festgesetzt, welche von dem Präsidium 
der k. k. Statthalterei in Prag unterm 
17. Juli 1887 bestätigt wurden. 

Das von dem Professoren-Collegium 
der medicinischen Facultät der k. k. 
deutschen Universität in Prag verwaltete 
Vermögen betrug mit Ende des Jahres 1896 
1650 fl. Ö. W., aus dessen Reinerträgnisse 
ein Platz mit der Jahresgebiir von 69 fl. 
30 kr. Ö. W. dotiert wird. 


Pozitek nadaeni obnäseti mcl vzdy 
100 zl. konv. m. a mä byti nadaneüm vy- 
pläeen re 2 stejnych Ihütäch , tot iS v mesiei 
kvetnu a listopadu kazdeho roku. 

Klesl-li by vytvzck nadace pod obnos 
100 zl. konv. m. roene, budiz udilcni nadace 
na tak dlouho zastaveno, az by roeni vy- 
tezek opet dosähl vysc 100 zl. konv. m. 

Vystoupil-li by vynos nadaentho jmeni 
pres 100 zl. konv. in. roene , nälezi lekar- 
skemu sboru profesorskemu stanoviti , jakym 
zpüsobcm prebytku upotrebiti by se melo. 


List nadaeni o nadaci tvto hyl dne 
25. listopadu 1853 vyhotoven a dne 22. srpna 
1854 e. k. mistodrzitclstvim v Praze po- 
tvrzen. 

Jelikoz pak od st ud ij n i li o r o k n 
1882/83 v Praze jest dve universit , 
bylo jmeni nadace teto mezi obe 
nniversity rozdäleno a dostala 
lekar skä fakulta c. k. nemeeke uni- 
versity v Praze 650 zl. v cennych 
papircch a 734 zl. 4 1 /< l kr. na hoto- 
vosti, a lekar skä fakulta e. k. eeske 
nniversity v Praze 650 zl. v cennych 
papirech a 786 zl. 54 l / 2 kr. na hoto- 
v o st i. 


Dole bylo stanoveno, Se nadaci bez 
ohledu na to, zda-li obnos nadaeni 100 zl. 
konv. in. neb 105 zl. r. e. dosahuje, ilined 
udüeti jest. 

Koneene prohläsily profesorske sbory 
lekarskyeh falcult obou universit, Se pfijtmaji 
sprävu jistiny nadaeni a prävo ndileci sta- 
novene v listu nadaenim ze dne 25. listo- 
padu 1853. 

Tato ustanoveni vyznaeena v obou da- 
rf af eich ze dne 23. zäH 1886 a 23. listopadu 
1886, potvrzenych pracsidicm e. k. misto- 
drSitelstvl v Praze dne 17. eervence 1887. 

Sborem profesorskym lekarske faknlty 
c. k. nemeeke nniversity v Praze spravovane 
jmeni cinilo koncem roku 1896 1650 zl. 
r. r., z ei stil io vytezkn jmeni tohoto dotnje 
se jedno misto s roenim pozitkem 69 zl. 
30 kr. r. v. 


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71 


Kaiser Franz Josef. 


Cisar Frantisek Josef. 


71 


Das von dem Professoren-Collegium der 
mcdicinischen Facultät der Je. Je. böhmischen 
Universität in Prag verwaltete Vermögen 
erreichte mit Ende des Jahres '1896 die 
Höhe von 1914 fl. 56 1er., aus dessen Rein- 
erträgnisse ein Platz mit der Jahrcsgcbür 
von 79 fl. 66 1er. dotiert wird. 


Sborcm profesorskijm lelearske fakulty 
c. Je. cesJce universitg v Prazc spravovane 
jmeni dosählo Jeoncem roJeu 1896 vgsc 
1914 zl. 56 Jer.; z cisteJio vgnosu tohoto 
jmeni dotuje se jedno misto $ roentm 
pozitlecm 79 zl. 66 kr. 


I. 

Protocoll. 

Aufgenommen am 4. Mürz 1853 in der Sitzung des k. k. medieiniseken Professoren- 
Collegiums an der Prager Hochschule. 

Gegenwärtige: 

Die Herren Professoren Doetoren-Decan von Hasner, Ruchinger, Bochdalek, Pitha, 
Werner, Arlt, Hamernik, Engel, Chiari, Quadrat, Reiss. 

Der Herr Docentenvertreter Dr. Maschka. Zur G. Z. 145 erschien Herr Professor 
Purkyne. Zur G. Z. 147 H. Docentenvertreter Dr. Fischei. Zur G. Z. 148 H. kais. Rath 
Prof. Popel. Zur G. Z. 149 Herr Prof. Jaksch. Zur G. Z. 157 H. Prof. Halla. 

Gegenstand: 


Nr. Exil. IGO. 

Antrag auf die Gründung einer Franz- Josephs-Stiftung für Mediziner zum 
Andenken an die glückliche Rettung A. h. Seiner apostolischen Majestät. 

Zur Disposition für diesen Zweck stehen: 

1. Vier Grundentlastungsohligationen, jede ä 100 fl. CM. zu 5 Perzent, 


mit einem Jahreserträgnisse von 20 fl. — kr. CM. 

2. Zwei bölim. ständ. Obligationen im Gesammtbetrage 

von G50 fl. nom. zu 2 Perzent, mit dem nunmehrigen In- 
teressenertrage von 13 fl. W. W. oder 5 fl. 12 kr. CM. 

3. Eine oder zwei Metalliques-Obligationen von 150 fl. 

CM. zu 4y a Perzent mit dem Jahreserträgnisse von .... G fl. 45 kr. CM. 


Der Grund zu diesem Fonde, welcher bisher unter der 
Mitwissenschaft und zeitweiliger Einsichtsnahme des k. k. 

H. Rathes und Prof. Ritter von Jungmann vom dermaligen 
H. Universitäts-Actuar Chladek verwaltet und verrechnet 
•wurde und sich nun nach der vorstehenden Auseinander- 
setzung auf 550 fl. CM. und G50 fl. nom. mit einem Jahres- 

ertrage von 31 fl. 57 kr. CM. 

beläuft, wurde bereits jm Jahre 1839 gelegt. 

Seine Entstehung verdaukt er den Honoraren, welche der k. k. Herr 
Rath Prof. Ritter von Jungmann, die Herren Prof. Fritz, Fischer und Popel für 
die gelieferten jährlichen Übersichten der Leistungen ihrer Lehrzweige, be- 
ziehungsweise deren Veröffentlichung in den österr. mediz. Jahrbüchern er- 
hielten und diesem Fonde schenkten ; dann den vom damaligen Lemberger 
Prof, der Anatomie, nunmehrigen Wiener Krankenhausdirektor und Medicinal- 
rath Haindl zu demselben Behufe gewidmeten 9 Stück Dukaten in Golde ; 


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72 


Kaiser Franz Josef. 


Cisar Frantisek Josef. 


72 


ferner dem vom H. kais. Käthe Professor Ritter von Jungmaun gelegen- 
heitlich seiner Wahl zum Universitätsrektor für denselben Zweck zedirten, 
auf dem Hause NC. 459/3. gegen 5°/ 0 Verzinsung versicherten Kapitals- 
betrage von 100 fl. CM., endlich aus einigen zeitweilig hinzugekommenen 
Beiträgen. 

In den ersten Jahren wurden sowohl die erwähnten Honorare sowie die 
Interessen des abgetretenen Kapitals unter jene Hörer des mediz. chirurg. 
Studiums, welche als die dürftigsten und würdigsten bezeichnet wurden, 
vertheilt, später aber in der böhm. Sparkassa fruchtbringend angelegt und zur 
Gründung sowie zur Augmentirung eines Unterstützungsfondes für Hörer der 
Medizin verwendet, hiefür die eingangs erwähnten Obligationen unter Zustimmung 
des kais. H. Käthes Prof. Ritter von Jungmann, der in steter Kenntnis der 
Gebahrung mit diesen Geldern erhalten wurde, im laufenden Studienjahre 
angekauft. 

Soll dieser Unterstützungsfond dem beabsichtigten Zwecke entsprechen, 
so dürfte es räthlich sein, die Realisirung der Stiftung bis zu jenem Augenblick 
zu vertagen, wo das Erträgnis jährlich 100 fl. CM. abwerfen, das Stiftungs- 
kapital die hiefür nöthige Höhe erreicht haben wird, da unter dem Betrage 
von 100 fl. CM. eine halbwegs zureichende Unterstützung wohl kaum zu 
erzielen ist. 

Das Anwachsen des Kapitals bis zu der erwähnten Ziffer ist in einem 
doppelten Wege zu erreichen. Einmal durch fortwährende Kapitalisirung des 
Erträgnisses bis zu jener Ziffer, durch zeitweilige Anlegung der Interessen in 
der böhmischen Sparkassa zu diesem Behufe. wie bisher, und den Ankauf von 
Staatspapieren, sowie der hiefür erforderliche Geldbetrag beisammen ist; dann 
durch Gewinnung von ferneren Beiträgen für diesen Fond. 

Durch die Benützung beider Wege dürfte die Realisirung jener Stiftung 
am schleunigsten und verlässlichsten erzielt werden. 

Die Möglichkeit, einen namhaften Kapitalszuwachs der Stiftung zu sichern, 
ist durch den medic. Preisverein gegeben, dessen Vermögen in einer Gmundner 
Salinenobligation zu 5 Perzent im Betrage von 500 fl. CMze., ferner in einem 
in der Sparcassa erliegenden Geldbeträge von 42 fl. 45 kr. CM., im Ganzen 
sonach aus 542 fl. 45 kr. CM. nebst den von dem Sparkassabetrage aus- 
stehenden Interessen, besteht. 

Dieser Verein wurde über Anregung des H. Medizinalrathes und Wiener 
Irrenhaus-Direktors Riedel gegründet und sollte ursprünglich durch Ertheilung 
von Prämien für die gelungensten Inaugural-DissertaJtionen die Abfassung ent- 
sprechender Elaborate dieser Art bezwecken. Bei der Aufhebung dieser 
Dissertationen wurde dagegen von den Mitgliedern, welche durch ihre 
Beiträge jenen Verein gründeten, der Beschluss gefasst, das durch Kapitalisirung 
der Interessen zu steigernde Kapital für Preisaufgaben und deren Lösung zu 
benützen. 

Für diesen Verein konkurrirten die H. Collegiaten: Magnif. Wünsch und 
Reisich, spectab. Ramisch, Medic. Rath Riedel, die Herren Prof. Pitha, Jaksch, 
Arlt, Quadrat, Reiss, Löschner, Halla und Dr. Ritter von Baer, dann der Pro- 
fessor Dekan Gub. Rath Ritter von Nadherny. 

Angezeigt dürfte es sein, diese H. H. Collegiaten dahin zu stimmen, dem 
oben entzifferten Vermögen des Preisvereins eine andere Widmung zu geben, 
nemlich zu gestatten, dass dasselbe zur Vermehrung des Stiftungsvermögens 
für arme, studierende Mediciner in Anspruch genommen und mit diesem für 
immer einverleibt werden dürfe. 

Ein diesfälliger Versuch kann in Erwägung aller Verhältnisse wohl kaum 
einem Anstande unterliegen, und im Falle seines Gelingens würde der Ver- 
mögenstand der letztbemerkten Stiftung auf 1092 fl. 45 kr. CM. und 665 fl. 
nom., dessen jährliches Erträgnis aber auf beinahe 60 fl. CM. steigen und so 


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Kaiser Franz Josef. 


Ciaar Frantisek Josef. 


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die Stiftung ihrer möglichen Realisirung namhaft näher gerückt sein, zumal 
wenn die Salinenobligation verkauft, und dagegen [eine] 4 7*perc. Obligation 
angekauft werden möchte. 

Herr Universitäts- Aktuar Chladek wird sich gewiss herbeilassen, die Ver- 
waltung und Verrechnung des Stiftungsvermögens fortan unter Mitwirkung des 
jeweilgen Dekans und Prodekans des Professoren-Collegiums der medizinischen 
Fakultät, wie bisher, zu besorgen, und zu erwarten ist es, dass der löbliche 
akademische Senat über das Ansuchen des Professoren-Collegiums die Schuld- 
und Stiftungsurkunden in dessen Kassatruhe zur Verwahrung aufnehmen 
werde. 

Die Hörer der Kliniken sind vor allen übrigen Hörern für ihre Studien 
am meisten in Anspruch genommen. Sie insbesonders sind genöthigt, alle ihre 
Müsse hiefür aufzubieten, eben deshalb auch gehindert, sich durch Unterrichts- 
ertheilung und in derlei Wegen überhaupt ihre Subsistenz ganz oder auch nur 
grossentlfeils zu verschaffen. 

Diese sollten sonach, wo nicht ausschliessend, doch wenigstens vorzugs- 
weise als zur Betheilung mit jener Stiftung geeignet und berufen erkannt 
werden. Nebst der streng nachgewiesenen Dürftigkeit wäre dieser Umstand, 
sowie die besondere Würdigkeit als massgebend zu erklären. 

Die Verleihung dieser Stiftung hätte übrigens jedenfalls vom rrofessoren- 
Collegium selbst auszugehen. 

Für den, wenn auch nicht wahrscheinlichen, doch immerhin möglichen 
Fall der Auflassung des mediz. Studiums in Prag sollte das Stiftungskapital 
zu einer Stiftung für einen Vermögens- und erwerbslosen Doktor der Medizin, 
bei dessen Abgang zur jährlichen Handbetheilung einer derlei Doktors-Witwe 
oder Waise verwendet und dessen [sic! 1. deren] Wahl dem medizinischen 
Doktoren-Collegium überlassen [werden]. 

Nicht minder wäre bei einer allenfälligen Herabsetzung der Zinsen von 
den Stiftungskapitalien mit der Verleihung der Stiftung stets in solange zu 
sistiren, bis das Erträgnis wieder auf den Jahresbetrag von 100 fl. CM. heran - 
wachsen würde. 

Bliebe das Stiftuugsvermögen bloss auf die gegenwärtigen Geldmittel 
beschränkt, so würden zur Effectuirung der Stiftung in der bezeichneten Art 
für den Fall, dass die verlosbaren Obligationen im Betrage von 650 fl. nom. 
nicht früher zur Verlosung gelangen würden, gegen 23 Jahre nöthig sein ; unter 
dieser Voraussetzung aber bei der Einverleibung des bisherigen Preisvereins- 
vermögens die Realisirung der Stiftung in 13 Jahren bewirkt werden können, 
wenn auch derselben keine weiteren Zuflüsse zukommen sollten. 

Würden endlich die 27. 2 percentigen Obligationen von 650 fl. nom. in die 
Verlosung fallen, so würde dann schon das Stiftungsvermögenserträgnis we- 
nigstens auf 85 fl. CM. steigen, so derZeitpunct der möglichen Activirung der 
Stiftung in eine sehr nahe Aussicht gestellt sein. 

Sollte endlich in Folge besonders günstiger Ereignisse der Stiftungsertrag 
jährlich über 100 fl. CM. steigen, so wäre derselbe unverkürzt für die oben 
angedeuteten Zwecke zu verwenden. 

Die sämmtlichen Stimmen pflichten diesen Anträgen bei, nicht minder er- 
klären sich die Herren Professoren Pitha, Jaksch, Arlt, Quadrat, Reiss und 
Halla mit der Widmung des Preisvereinsvermögens zur Gründung dieser 
Stiftung einverstanden. Vor den ferneren Verhandlungen w ? egen Realisirung 
dieser Anträge ist jedoch noch die Zustimmung der übrigen Herren 
Collegiaten einzuholen, durch deren Bcitragsleistungen der Preisvereinsfond zu 
Stande kam. 

Sämmtliche Stimmen sprechen sich nebstbei dahin aus, dass für die 
Effectuirung jener Stiftung die nöthige Summe möglichst schnell ergänzt und 
zu diesem Beliufe sogleich eine Subskribirung eingeleitet werde. 

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Kaiser Franz Josef. 


Cisar Frautisek Josef. 


74 


Nachdem weiter sowie bezüglich der übrigen Geschäftsstücke von Nr. E. 143 bis 
inelus. Nr. 160 nichts zu erinnern war, wurde das Protokoll nach geschehener Verlesung 
geschlossen und gefertigt. 


Actum ut supra. 

Turnowsky mp., Dr. Nadherny mp., 

als Protokollführer. d. Z. Deean. 

Purkyne mp. 

Popel mp. 

I)r. Ilasner mp. 

Pitha mp. 

Dr. Bochdalek mp. 

Werner mp. 

Jakscli mp. 

Arlt mp. 

Quadrat mp. 

Reiss mp. 

Dr. Maschka mp. 

Dr. Fischei mp. 

Engel mp. 

Chiari mp. 

Dr. Hamernik mp. 

Dr. Halla mp. 

Anmerkung. Bei Nr. Exil. 155 hat sich der Herr Professor Ruchinger entfernt. 

Original im Archiv der k. k. deutschen Karl- Original v archivu e. k. nemecke Karlo-Fcrdi- 

Ferdinands-Universität in Prag.* naudovy uuiversity v Prazc. 


II. 

Protokoll, 

aufgenommen am 11. März 1853 in der Sitzung des k. k. mediz. Professoren-Collegiums 

an der Prager k. k. Universität. 

G egen wärtige: 

Die Herren Professoren: Purkyne, Bochdalek, Pitha, Werner, Hamernik, Chiari, 
Doktorendekan von Hasner, Arlt, Ruchinger, Löschner, Engel, Reiss, Popel. Zur G. Z. 
160 erschien Herr Prof. Jaksch. 


Gegenstan d. 


Nr. Exh. 160. 

Schlussverhandlung bezüglich der zu gründenden Franz Joseph-Stiftung 
für Hörer der Medizin. 


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Kaiser Franz Josef. 


Ci'sar Frantiäek Jo9ef. 


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tü 


Durch die bereits beim Lehrkörper eingeleiteten Subskriptionen ist ein 
Betrag von 175 fl. CM. ein- für allemal, dann von 182 fl. CM. für den 
Wintersemester 1853 und von 182 fl. CM. für den Sommersemester 1853 
sichergestellt. 

Ferner sind mit der Überweisung des Vermögens des mediz. Preisvereins 
an die Franz- Josephs-Stiftung für Mediziner sämmtliche in Prag anwesende 
Mitglieder jenes Vereines einverstanden. Auch ist das einzige abwesende 
Mitglied, Herr Medizinalrath Dr. Riedl, um seine Zustimmung gleichfalls 
bereits angegangen worden, welche auch am heutigen Tage eingelangt ist. 

Es handelt sich sonach bloss noch um die Frage: 

1. Wie die Würdigkeit der Stiftungswerber zu erproben sei, und 

2. wann die Stiftung ins Leben zu treten haben dürfte ? — 

ad 1. stellte Herr Professor Engel den Antrag, für den ersteren Zweck 
eine Konkurrenz durch Aufstellung einer Preisfrage zu eröffnen und die 
Stiftungsverleihung von deren entsprechender Lösung abhängig zu machen. 

Dadurch würde eine immerhin wünschenswerte Anregung zu wissenschaft- 
lichen Arbeiten und Leistungen gegeben, die beabsichtigte Unterstützung 
hiedurch honoriger und das mit dem Stiftungsfonde zu vereinigende Preis- 
vereinsvermögen seiner ursprünglichen Widmung nicht ganz entfremdet werden 
und auch hiedurch ein beruhigender Massstab für die Würdigkeit der 
Stiftungswerber gewonnen. 

ad 2. Zur vollen Deckung der Stiftung fehlt zwar noch ein Betrag von 
221 fl. CM. Ein Theil wird indes durch die Interessen des bisherigen Stiftungs- 
vermögens, ein anderer aber noch in anderen Wegen hereinzubringen 
und im äussersten Falle der jährliche Ertragsabgang bis zur Verlosung der 
2percentigen Obligationen wohl leicht zu decken sein. 

Die Stiftung könnte daher demohngeachtet mit dem Studienjahre 1854 
ins Leben gerufen werden. 

Bezüglich der ersten Frage ist der Beschluss dahin gefasst worden, dass 
die Stiftung bloss an jene Hörer der Medizin zu verleihen sei, welche sich 
bereits im 9 ten oder 10. Semester an der Fakultät verwenden. 

Bei diesen wird es an einem Massstabe zur Beurtheilung der Würdigkeit 
kaum fehlen. In der Regel wäre daher von der Stellung der beantragten 
Aufgabe Umgang zu nehmen und nur für einzelne Fälle sich die Benützung 
dieses Massstabes vorzubehalten. 

Bezüglich des zweiten Punktes sind sämmtliche Stimmen einverstanden, 
und hiernach ist das Notlüge zu veranlassen. 


Nachdem weiter sowie hinsichtlich der übrigen Geschäftsstücke von Nr. Exh. 160 
bis inclus. Nr. 162 nichts zu erinnern war, wurde das Protokoll geschlossen und 
gefertigt. 

Actum ut supra. 


Werner mp. 
Arlt mp. 

Dr. Hamernik mp. 
Dr. Halla mp. 
Pitha mp. 
Reiss mp. 

Turnowsky mp. 

Protokollsführer. 


Nadherny mp., 
d. Z. Dekan. 

Dr. Hasner mp. 

Popel mp. 

Purkyne mp. 

Jaksch mp. 

Engel mp. 

Ruchinger mp. 

Bochdalek mp. 


Original im Archiv der k. k. deutschen Karl 
Ferdinands-Universität in Prag. 


VL 


Original v arehivu c. k. 
nandovy university v Praze. 


ncraecke Karlo-Ferdi- 
10 » 


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Kaiser Franz Josef. 


Cfsar Frantisek Josef. 


76 


III. 

Protokoll, 

aufgenommen am 25. November 1853 in der Sitzung des medizinischen Frofessoren- 

kollegiums an der Prager Hochschule. 

Gegenwärtige: 

Die Herren Professoren: Kais. Rath Popel, Doktorendekan von Hasner, Pitha, Pur- 
kyne, Ruchinger, Bochdalek, Arlt, Engel, Chiari, Reiss. Der Herr Docenten-Vertreter 
Dr. Pilz. Zur G. Z, 52 erschien H. Prof. Jaksch, zur G. Z. 54 Herr Docenten-Vertreter 
Dr. Fischei und Herr Prof. Halla. 


Gegenstand. 


Nr. E. 54. 

Realisirung der Franz Josephs - Stiftung für Mediziner der klinischen 
Jahrgänge im Jahresbetrage von 100 fl. GMze. 

Das Vermögen dieser Stiftung besteht: 


Benennung der Obligationen sammt deren Betrage 

Zinsfuss 

Betrag 
der Jahres- 
zinsen 
in C. M. 


fr. 

fr 

kr. 

1. Aus der bühm.-ständ. 2pct. Obligation per 450 fl. vom . 

ä -2% W. W. 

3 

30 

2. Aus der Staatsschuldverschreibung per 150 fl. CM. . . . ; 

ü 4V,7a CM. 

C 

45 

3. Aus 7 Stück Grundentlastungs- Obligationen zu 100 fl. 
Conv. Münze 

ä 5«/,, CM. 

35 


4. Aus der Grundentlastungs-Obligation per 1000 fl. CM. 

ä 5% CM. 

50 

— 

5. Aus der neu angekauften Grundentlastungs-Obligation 
per 100 fl. CM. 

ä 5% CM. 

5 



Endlich 




6. Aus dem in der Sparkassa erliegenden Betrage von 3 fl. 
19% kr. 

1 

1 


Summa des Kapitals 1950 fl. CMze. [ 1 

und 450 fl. nomin. J 

1 

! 100 

21 


Nebst dem in der Sparkassa angelegten Betrage werden sonach noch 
jährlich 21 kr. CM. erübrigen, und im Falle der Verlosung der 2pct. Obliga- 
tion von 450 fl. nom. das Jahreserträgnis um 14 fl. 24 kr. CM. steigen. 

Der Stiftungsbetrag wird jährlich im Monate Mai und November zu je 
50 fl. CM. dem Stiftlinge ausgezahlt werden. 

Es ist sonach der Konkurs zur Verleihung dieser Stiftung auszuschreiben 
und der Entwurf zum Stiftsbriefe der hohen Statthalterei in Folge des Er- 
lasses vom 27. Mai d. J., Z. 12.219, im Wege der Finanzprokuratur zur 
Prüfung und Bestätigung vorzulegen, bei dessen Abfassung zunächst die Be- 
stimmung des Beschlusses vom 4. und 11. März 1853, Z. 160 und 164, vor 
Augen zu halten, jedoch als zur Stiftung berufen bloss die Hörer der Medizin 


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Kaiser Franz Joßef. 


Cfsar Frantisek Josef. 


77 


nach vollendetem 7. Semester zu erklären und bei Augmentirung des Stiftungs- 
vermögens, sowie dessen Erträgnisses sich die fernere Bestimmung vorzu- 
behalten [ist]. 

Da weiter sowie hinsichtlich der übrigen Geschäftsstücke von N. E. 38 bis iucl. 
54 nichts zu erinnern war, wurde das Protokoll geschlossen und gefertigt. 

Actum ut supra. 

I)r. Nadherny mp., 
d. Z. Dekan. 

Popel rap. 

Pr. Hasner mp. 

Pitha mp. 

Turkyne mp. 

Bochdalek mp. 

Arlt mp. 

Chiari mp. 

Jaksch mp. 

Kalla mp. 

Engel mp. 

Reiss mp. 

I.)r. Pilz mp. 

Dr. Fischei mp. 

Turnowsky mp., 
als Protokollsführer. 

Anmerkung. Vor dem Unterfertigen des Protokolls hat sich H. Prof. Ruchinger 
und Privat-Docent Dr. Pilz entfernt. 


Original im Archiv (1er k. k. deutschen Karl- 
Ferdinands- Universität zu Prag. 


Original y arehivu c. k. nemecke Karlo-Ferdi- 
nandovy university v Praze. 


IV. 

( 15 Kreuzer \ 

Stempel. / 

Stiftsbrief. 


Wir endesunterschriebenen Vorstände des medizinischen Professoren- und Doktoren- 
Collegiums an der Karl-Ferdinand’sehen Universität zu Prag bestätigen kraft gegen- 
wärtigen Stiftsbriefes für uns und unsere Nachfolger im Amte: es habe das medizinische 
Professoren-Collegium der Prager Hochschule am 4. und 11. März 1853 den Beschluss 
gefasst, zum bleibenden Andenken an die glückliche Rettung A. h. Sr. k k. apostolischen 
Majestät aus Mördershänden und an A. h. Dero glückliche Genesung eine Stiftung für 
die Hörer der klinischen Jahrgänge mit dem Jahresbetrage von einhundert Gulden CM. 
zu gründen und diese Studentenstiftung zur Sicherung und Wahrung jenes Andenkens 
mit dem Namen 

„Franz Josefs-Studentenstiftung“ 
nach erwirkter A. h. Genehmigung zu zieren. 


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Kaiser Franz Josef. 


Cisai* Frantisek Josef. 


78 


Gemäss des am 27. Mai 1853, Z. 12.219, von der k. k. Statthalterei bekannt gege- 
benen h. Ministerial-Erlasses vom 15. Mai 1853, Z. 1773, haben auch Sr. k. k. apostol. 
Majestät mit Allerhöchster Entschliessubg vom 8. Mai 1853 allergnädigst zu gestatten 
geruhet, dass diese Stiftung für arme und würdige Hörer der Medizin A. h. Dero 
Namen führe. 

Nach den obenerwähnten Beschlüssen und einer am 25. November 1853 gefassten 
Ergänzungsschlussfassung sind zu dieser Stiftung zunächst jene Hörer der Kliniken 
berufen, welche sich über ihre Armut mit einem vorsehriftsgemäss ausgefertigten Zeug- 
nisse ausweisen können und bereits sieben Universitätssemester zurückgelegt haben, weil 
diese vor allen übrigen Hörern der Medizin für ihre Studien am meisten in Anspruch 
genommen werden und sie insbesonders genöthigt sind, ihre ganze Zeit und Müsse 
hiefiir aufzubieten, eben deshalb sich auch nicht in der Lage befinden, sich ihre 
Subsistenz ganz oder auch nur grossentheils selbst zu sichern. , 

Nebst der streng nachgewiesenen Dürftigkeit ist bei der Verleihung dieser Stiftung 
auch die besondere Würdigkeit der Bittsteller als massgebend anzusehen. Sollte es dem 
medizinischen Professoren-Collegium, dem allein die Beurtheilung der Würdigkeit der 
Stiftungsbewerber zustehen soll, an einem zureichenden Massstabe hiefür gebrechen, so 
behält sich dasselbe das Recht vor, diese in geeigneter Weise, allenfalls durch Stellung 
einer wissenschaftlichen Aufgabe und deren Lösung von Seite der Anwerber, Colloquien, 
Disputatorien oder in einer sonst geeigneten Weise, sicherzustellen. 

Die Verleihung der Stiftung hat einzig und allein vom medizinischen Professoren- 
Collegium der Prager Universität als deren Gründer auszugehen. 

Mit dem 15. November 1853 bestand das Vermögen der Stiftung in Folgendem: 

1. In einer mährischen 5percentigen Grund- 
entlastungsobligation ddto. 1. Mai 1852 sub Nr. 

52, 53, 54 und 55 zu 100 fl. CM. macht .... 400 fl. — kr. CM. 

2. ln der böhmischen öpercentigen Grund- 
entlastungsobligation ddto. 1. November 1851 

sub Nr. 413 per 1000 fl. — kr. CM. 

3. In der böhmischen öpercentigen Grund- 
entlastungsobligation ddto. 1. November 1851 

sub Nr. 559 per 100 fl. — kr. CM. 

4. In der österr. unter Enns’schen öpercentigen 
Grundentlastungsobligation ddto 1. November 1851 

Nr. 114 per 100 fl. — kr. CM. 

5. In zwei steiermärk. öpercentigen Grund- 
entlastungsobligationen ddto. 1. November 1851 

Nr. 39 und 442 zu 100 fl. macht 200 fl. — kr. CM. 

6. In der 4 , / 2 perceiitigen Staatsschuldver- 
schreibung ddto. 1. Feber 1853* Nr. 57 per . . . 150 fl. — kr. CM. 

7. In der böhm. ständischen 2percentigen 
Obligation ddto 1. November 1852, Nr. 196.002, 

Verl. Nr. 79.282, Ser. Nr. 420 450 fl. Nom. 

8. In dem Sparkassabuche fol. 73.964, Kassa- 

Nr. 16.010 per 3 fl. 19 y g k r. CM. 

1953 fl. 1 9 , / 2 kr. CM. u. 450 fl. Nom. 

Die Stiftung besitzt sonach an öpercentigen Grundentlastungsobligationen 1800 fl., 
an 4 '/öpercentigen Staatsschuldscheinen 150 fl. CM., an verlosbaren 2percentigen 
böhmischständischen Obligationen 450 fl. Nom. und einen in der böhmischen Sparkassa 
erliegenden Geldbetrag von 3 fl. 197 2 kr. CM. 

Das hievon entfallende Erträgnis entziffert sich mit 100 fl. 29 kr. CM. 

Aus diesem wird der Stiftungsbetrag in zwei Raten, nemlich im Monate Mai und 
November jeden Jahres, je zu fünfzig Gulden CM. den ernannten Stiftungen zn 
erfolgen sein. 

Für den, wenn auch nicht 'wahrscheinlichen, doch immerhin möglichen Fall der 
Auflassung des medizinischen Studiums in Prag, soll das Stiftungserträgnis jährlicher 
100 fl. CM. zu einer Stiftung für einen Vermögens- und erwerbslosen Doktor der 


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Kaiser Franz Josef. 


Cisar Frantisek Josef. 


79 


Medizin, bei dessen Abgänge zur jährlichen Handbetheilung einer derlei Doktorswitwe 
oder Doktorswaise verwendet, deren Wahl aber dem medizinischen Doktorencollegium 
überlassen werden. 

Bei einer allenfalligen Herabsetzung der Zinsen des Stiftungsvermögens und deren 
Unzulänglichkeit zu dem Stiftungsbetrage jährlicher 100 fi. CM. wird aber mit der Ver- 
leihung der Stiftung so lange zu sistiren sein, bis das Erträgnis auf den obenerwähnten 
Jahresbetrag wieder herangewachsen sein wird. 

Sollte in Folge günstiger Ereignisse durch Verlosung der obenerwähnten verlos- 
baren böhmisch-ständischen Obligationen, durch Augmentirung des Stiftungsvermögens in 
welcher Weise immer der Ertrag des Stiftungsvermögens jährlich über 100 fl. CM. 
steigen, wird die Verwendung des entfallenden Überschusses [und] die Art und Weise 
derselben vom medizinischen Professoren-Collegium eigends bestimmt und festge- 
setzt werden. 

Das obenangeführte sowie das dieser Stiftung etwa künftig zufallende Vermögen 
erklärt das medizinische Professoren-Collegium durch diese in seinem Namen vom der- 
zeitigen Dekane und Prodekane gefertigte Urkunde als ein unwiderrufliches Eigenthum 
dieser Stiftung und verbindet sich, die letztere nach den vorstehenden Bestimmungen 
genau und getreu aufrecht zu erhalten und zu erfüllen sowie Modifikationen derselben, 
insofern sie nothwendig werden sollten, nur nach Zustimmung der politischen Landes- 
stelle eintreten zu lassen, ferner das Vermögen der Stiftung sorgfältig zu verwalten 
und ohne höhere Bewilligung und Zustimmung mit deren Bedeckungsfonde keine wie 
immer geartete Veränderung vorzunehmen, endlich jeden Ertragsüberschuss des Stiftungs- 
vermögens bis zu dem Augenblicke, wo über dessen Verwendung ein Beschluss des 
Professoren-Collegiuras gefasst wird, mit möglichster Beschleunigung einer fruchtbrin- 
genden Anlegung, und wenn diese nicht anders thunlich erscheint, durch einstweiligen 
Einlegung bei der böhmischen Sparkassa, zuzuführen. 

Urkund dessen ist gegenwärtiger Stiftsbrief in drei Parien, wovon das eine bei der 
politischen Landesstelle, das andere bei dem medizinischen Professoren-, das dritte 
aber bei dem medizinischen Doktoren-Collegium der Prager Hochschule aufzubewahren 
ist, ausgestellt und von dem dermaligen Dekane und Prodekane des ersteren, dann vom 
derzeitigen Dekane des letzteren Collegiums sowie von zwei Zeugen eigenhändig 
unterschrieben, endlich auch mit dem gewöhnlichen Siegel des medizinischen Professoren- 
Collegiums bekräftigt worden. 


K. k. medizinisches Professoren-Collegium. 
Prag, am 25. November 1853. 


Dr. V. S. Kosteletzky mp., 

als Zeuge. 

(L. S.) 

Dr. Fr. Kochleder mp., 
als Zeuge. 


Dr. Nadherny mp., 
d. Z. Prof.-Pekan. 

Dr. Job. v. Hasner mp., 
d. Z. Doktorendekan. 

Prof. Dr. Franz Pitlm mp., 
d. Z. Prof. -Prodekan. 


Nr. Exh. 23.305. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem ganzen Inhalte nach bcstättigt. 

K. k. Böhmische Statthalter ei. 

Prag, am 22. August 1854. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Forgäch mp. 


Original bei der k. k. Statthalterci zu Prag. 


Original u c. k. mistodrzitelsivi v Praze. 


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80 


Kaiser Franz Josef. 


Cisar Franti§ek Josef. 


80 


( 50 Kreuzer \ 

Stempel. ) 

N a ch t r a g 

zu dem Stiftsbriefe vom 25. November 1853 über die Kaiser Franz-Josefs-Studenten- 
stiftung für Hörer der klinischen Jahrgänge der Prager Hochschule. 

Auf Grund des Gesetzes vom 28. Februar 1882, Nr. 24 R.-G.-B.. nach welchem 
vom Wintersemester 1882 — 3 an in Prag zwei Universitäten, nämlich die k. k. deutsche 
Karl-Ferdinands-Universität und die k. k. böhmische Karl-Ferdinands-Universität, zu 
bestehen haben, und des § 3 dieses Gesetzes, vermöge dessen rücksichtlich der Stiftungen, 
deren Verwaltung, Verleihung oder Präsentation dem akademischen Senate, dem Rector 
oder einzelnen Professoren-Collegien zukömmt, beide Universitäten gleichberechtigt sind, 
insoferne in den Stiftungsurkunden keine beschränkenden Bestimmungen enthalten sind, 
wurde von den Vertretern der medicinischen Facultäten der k. k. deutschen Karl-Ferdi- 
nands-Universität in Prag und des medizinischen Doctorencollegiums in Prag beantragt, 
das Stiftungsvermögen unter die medicinischen Facultäten der beiden Universitäten reell 
zu theilen, die Verwaltung des Stiftungsvermögens und das Recht der Verleihung der 
Stiftung diesen Facultäten zu übertragen und für den Fall der Auflassuug des medici- 
nischen Studiums in Prag das Stiftungserträgnis einer Stiftung für einen Vermögens- und 
erwerbslosen Doctor der Medicin — bei dessen Abgänge zur Betheilung einer derlei 
Doctorswitwe oder Doctorswaise zu verwenden, deren Wahl dem medicinischen Doctoren- 
collegium in Prag überlassen werden soll. 

Diese Anträge wurden von dem k. k. Ministerium für Cultus- und Unterricht mit 
dem Erlasse vom 22. December 1883, Z. 22.820, genehmigt. 

Ausserdem wurde von den Vertretern der beiden medicinischen Facultäten vorbe- 
v haltlich der Zustimmung seitens der bezüglichen Professoren-Collegien beantragt, zu 
gestatten, dass die Stiftung ohne Rücksicht darauf, ob der Stiftungsbetrag 100 fl. CM. 
oder 105 fl. 0. W. erreicht, sofort zu verleihen wäre. 

Die akademischen Senate der beiden k. k. Universitäten, beziehungsweise die beiden 
medicinischen Facultäten dieser Universitäten haben in übereinstimmenden Erklärungen 
die Zustimmung ertheilt, dass diese Stiftung in Hinkunft ohne Rücksicht auf die Höhe 
des jährlichen Stiftungsertrages und des hohen Orts auszuweisenden Stiftungsgenusses zur 
Verleihung gelangen könne, und diese Erklärungen wurden im Grunde des Erlasses des 
h. k. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 22. December 1883, Z. 22.820, mit 
dem Decrete des k. k. Statthalterei-Präsidiums vom 8. April 1884, Z. 1087 praes.. 
genehmigt. 

Infolge dessen wurde das vorhandene Stiftungs-Vermögen zwischen den medici- 
nischen Facultäten der beiden Universitäten aut folgende Weise getheilt, und zwar erhielt 
die medicinische Facultät der k. k. deutschen Karl-Ferdinands-Universität von diesem 
Vermögen 650 fl. in Wertpapieren und 734 fl. 4*/«* kr. in Barem, und die medici- 
nische Facultät der k. k. böhmischen Karl-Ferdinands-Universität übernahm von diesem 
Vermögen 650 fl. in Wertpapieren und 786 fl. 54 l / 2 kr. hi Barem. 

Die medicinische Facultät der k. k. deutschen Karl-Ferdinands-Universität in Prag, 
beziehungsweise das Professorencollegium dieser Facultät übernimmt die Verwaltung des 
Stiftungsfondes und das im Stiftsbriefe vom 25. November 1853 festgesetzte Verleihungs- 
recht und verbindet sich und seine Amtsnachfolger, die Verleihung im Sinne des Stifts- 
briefes auszuüben, mit dem Stiftungsvermögen ohne Bewilligung der k. k. Statthalterei 
keine wie immer geartete Veränderung vorzunehmen und jährlich einen Gebarungsausweis 
der k. k. Statthalterei als Stiftungsbehörde vorzulegen. 

Dieser Stiftsbriefnachtrag wird in 3 Parien ausgefertigt und das eine Pare dem bei 
der k. k. Statthalterei erliegenden Stiftsbriefpare, das zweite dem bei der medicinischen 
Facultät der k, k. deutschen Karl-Ferdinands-Universität in Prag befindlichen Stiftsbrief- 


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81 


Kaiser Franz Josef. 


Cisar Frantiäck Josef. 


81 


pare und das dritte der bei dem medicinischen Doctorencollegium in Prag aufbewahrten 
beglaubigten Abschrift des Stiftsbriefes beigeheftet. 

Prag am 23. November 1886. 


Pfibram mp., 

d. Z. Prodekan. 

(L. S.) 

Chiari mp., 
d. Z. Dekan. 

Prof. Hering mp. 


Dr. Maschka mp, 

Prof. Gussenbauer mp. 


Pick mp. 

Hofmeister mp. 


Dr. Weiss mp. 

Prof. Ganghofner mp. 


Dr. Pauli mp. 

Weil mp. 


J. Mayer mp. 

Tick mp. 


Rabl mp. 

Knoll mp. 


Huppert mp. 

Kahler mp. 


Dr. Lerch mp. 


Nr. 4337 präs. 

Vorstehender Stiftsbrief-Nachtrag wird bestätigt. 

K. k. Statthalterei-Präsidium. 

Prag am 17. Juli 1887. 

Der k. k. Statthalter: 

(L. S.) Kraus mp., 

Foldmarschall-Lieutenant. 

Original bei der k. k. Stattkalteroi in Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 


/ 50 kr. \ 

V kolek. ) 

D o d a t e k 

k nadaöui listine ze dne 25. listopadu 1853 o nadaci cisare Frantiska Josefa pro poslu- 
chace klinickych rocnikü Prazskych vysokych äkol. 

Na zäklade zäkona ze dne 28. ünora 1882, c. 24 r. z., die ktereho po&majfc zimnim 
beliem 1882 — 3 v Praze dve university, totiz c. k. ceskä universita Karlo-Ferdinandova 
a c. k. nemeckä universita Karlo-Ferdinandova, byti maji, a § 3 tohoto zäkona, die 
nehoz ohledne nadaci. jejichz sprava, propüjcoväni a presentace akademickemu senätu, 
rektoru neb jednotlivym sborüm profesorskym prinälezi, obe university jsou rovnoprävny, 
pokud v listinäch nadacmch zädnä omezovaci ustanovenf obsazena nejsou, bylo od 
zästupcüv lekarskych fakult cis. kräl. ceske university Karlo - Ferdinandovy v Praze 
a eis. kräl. nemecke university Karlo - Ferdinandovy v Praze a lekarskeho sboru doktorü 
v Praze navrzeno, aby jmeni nadacnf mezi lekafske fakulty obou universit vecne bylo 
rozdeleno, sprava jmeni nadacniho a prävo udileti nadaci aby na tyto fakulty bylo pre- 
neseno a pro pripad, kdyby Studium lekafske v Praze pfestalo, aby nadacni vynos vyna- 
lozen byl na nadaci pro nemajetneho a vydelku nemajiciho doktora lekafstvi, a kdybv 
takoveho nebylo, aby udelen byl takove vdove po doktoru aneb sirotku, jejichz volba 
lekarskemu sboru doktorü v Praze mä byti ponechäna. 

Nävrhy tyto byly od c. k. ministerstva kultu a vyucoväni vynosem dne 22. pro- 
since 1883, c. 22.820, schväleny. 

Mimo to bylo od zästupcü obou fakult lekarskych navrzeno, aby jestlize dotycne 
sbory profesorske budou souhlasiti, bylo dovoleno, nadaci nehledic k tomu, zdali obnos 
nadacni 100 fl. konv. m. cili 105 zl. r. c. dosahuje, ihned udeliti. 

VI. 11 


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82 


Kaiser Franz Josef. 


Cisar Frantisek Josef. 


82 


Akademicti senatove obou c. k. universit, potazite obou lekafskych fakult techto 
universit, clali v souhlasnycli vyjadfenich svoje svoleni, ze tato liadace pfiste bez ohledu 
na vysi rocniho vynosu nadaeniho a tedy bez ohledu na pozitek nadaeni, jenz se lmi 
vykazati, müze byti udelena, a tato vyjadreni byla na zaklade vynosu c. k. ministerstva 
kultu a vyuöoväni dne 2 . prosinee 1883, e. 22.820, dekretein c. k. presidia mistodrzi- 
telstvi dne 8. dubna 1884, e. 1087 praes., schvalena. 

Nasledkem toho bylo jmeni nadaeni, jez bylo pohotove, mezi lekafske fakulty obou 
universit nasledujieim zpüsobera rozdeleno, a sice obdrzela lekafska fakulta c. k. ne- 
mecke university Karlo-Ferdinandovy z tohoto jmeni 650 zl. v obligacieh notove renty, 
polovici vytezku za eeskou obligaci vyvazovaci per 100 zl. s 57 zl. 487* kr. a 676 zl. 
56 Yi kr. na hotovosti, a lekafska fakulta c. k. eeske university Karlo-Ferdinandovy pfe- 
vzala z tohoto jmeni 650 zl. v obligacieh notove renty, polovici vytezku za jednu eeskou 
obligaci vyvazovaci per 100 zl. s 57 zl. 487 4 kr. a 676 zl. 56*/ 4 kr. na hotovosti, raimo 
to 52 zl. 50 kr. hotove jakozto ekvivalent za jednu lhfitu nadaeni. 

Lekafska fakulta c. k. eeske university Karlo-Ferdinandovy v Praze, potazite sbor 
profesorsky teto fakulty, pfejima sprävu zakladniho jmeni nadaöniho a pravo propüjeo- 
vaci v nadaeni listinö ze dne 25. listopadu 1853 ustanovene a zavazuje se za sehe i za 
sve nastupee v ufade, ze bilde propüjcovani ve smyslu nadaeni listiny vykonävati. ze 
s jmenim nadaenim bez povoleni c. k. mistodrzitelstvi nizadnou jakoukoli zmenu neucini 
a roine vykaz o hospodafeni e. k. mistodrzitelstvi jakozto üfadu nadaenimu bude pfed- 
kladati. 

Tento dodatek k nadaeni listine vyhotovi se ve tfeeh stejnopisech, a jeden stejnopis 
pfipoji se k stejnopisu nadaeni listiny ulozenemu u c. k. mistodrzitelstvi. druhy vsak 
k povefenemu opisu nadadni listiny zhotovenemu prolekafskou fakultuc. k. eeske univer- 
sity Karlo-Ferdinandovy a tfeti k poverenemu opisu nadaeni listiny uschovanemu u lekaf- 
skeho sboru doktoru v Praze. 

C. k. ceska lekafska fakulta university Karlo-Ferdinandovy v Praze. 

dne 23. zafi 1886. 


(L. S.) Tomsa mp., 

dekan. 

Steffal mp. 

llorbaczewski mp. 

Weiss mp. 

Sehöbl mp. 

J. Janosik mp. 

Janovsky mp. 

Reinsberg mp. 

Maixner mp. 

Hlawa mp. 

Spina mp. 

Dr. Xeureutter mp. 

Kiselt mp. 

Streng mp. 

Dr. B. Jirus mp. 


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83 


Kaiser Franz Josef. 


Cisar Frantisek Josef. 


S3 


Tento dodatek k listu nadacinm se stvrzuje. 


C. 4337 praes. 


Z c. k. mi st odrz i t elskelio praesidia. 
V Praze, dne 17. cervence 1887. 


(L. S.) 


C. k. mistodrzitel: 
Kraus mp., 

pol n i podmarsalek. 


Original bei der k. k. Statthaltern in Prag. 


Original u e. k. mistodrzitelstvi v Praze. 


VI. 


11 * 


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84 


Wenzel Faltis. 


Väelav Faltis. 


84 


395 . 

1853 

April 5. dubna. 


Wenzel Faltis’sche Studenten-Stiftung. 

Wenzel Faltis , Je. k. Tabalcdistricts - 
Verleger und Bürger in Leitomischl , hat laut 
Widmungsurkunde de dato Leitomischl den 
5. April 1853 zur dankbaren Erinne- 
rung an die glückliche Bettung Sr. 
k. und Je. Apostolischen Majestät 
Kaiser Franz Joseph I. eine Stu- 
denten-Stiftung mit einem Capitale von 
100 fl. C. M. gegründet und selbe laut 
seiner Erklärung de dato Leitomischl am 
24. April 1854 aus Anlass der Vermählung 
Sr. k. und k. Apostolischen Majestät Kaiser 
Franz Josef I. um 50 fl. C. M. vermehrt. 

Die von dem Stiftungs capitale 
entfallenden Interessen sind all- 
jährlich am 18. Februar als dem 
Tage der glücklichen Bettung Sr. 
Maj estät an den ärmsten und 
fleissigsten Schüler des Leito - 
mischler Gymnasiums , welchen der 
Lehrkörper dieser Anstalt als 
solchen anerkennt , und wobei mö- 
glichst auf einen Eingeborenen der 
Stadt Leitomischl Bück sicht zu 
nehmen ist , auszufolgen. 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde am 
0. April 1867 ausgefertigt und unterm 
14. November 1867 von der k. k. Statt- 
halterei in Prag bestätigt. 

Gegenwärtig werden die Inter- 
essen des Stift ungscapitals im 
Betrage von 8 fl. 76 kr. alljährlich 
von der Direction des k. k. Gymna- 
siums in Leitomi seid im Sinne der 
stiftsbrieflichen Anordnung an 
einen Schüler dieses Gymnasiums 
verliehen. 

Das Stiftungsvermögen , welches von der 
k. k. Statthalterei in Prag verwaltet wird, 
beträgt 230 fl. 


Studentske nadani Väclava Faltise. 

Väelav Faltis, majitel obvodniho 
sldadu c. Je. tabälcu a mesfan v Litomysli, 
zcdozil vönovact listinou sepsanou v Litomyäli 
5 . dubna 1853 Jen vdiöne u p ominc e 
na stast-ne zachrdneni Jcho c. a k. 
Apostolskeho V eli censtv a eisare 
Frantiska Jose fa I. studentske nadani 
jistinou 100 zl. lconv. m. a rozmnozil je 
seym prohldscnim sepsanym v Litomysli dne 
24. dubna 1854 n prilezitosti snatku Jeho 
c. a k. ApostolsJceho Veliccnstra eisare 
Frantiska Josefa I. o olmos 50 zl. konv . m. 

U r o k y, j cz j ist i n a nadac n i n e s c, 
buettez kazdoroen £ dne 18. ünora 
jakoäto v den sfastneho zachräneni 
Jeho V eli censtv a nejchudsimu a 
n ejp i l n öj s t m u zäk u Litomysls lc c h o 
gymnasia , kterehoz sbor ucitelsky 
nstavn tohoto talcovym uz na, v y pla- 
ce ny, p f i cemz budiz pokud moino 
vzat ohlcd na Zäka v nieste Lito- 
m y sli rod il e h o. 


List nadaeni o nadaci teto byl dne 
6. dubna 1867 vyhotoren a dne 14. listopadu 
1867 c. k. mistodrzitclstvim v Prazc po- 
tvrzen. 

Ny nt udili üroJcy jistiny na- 
daeni v obnosu 8 zl. 76 lcr. roene 
r iditelst v i c. k. g y m na si a v L i t o- 
mysli po smysln ustanoveni listu 
n a d a c n i h o z ä k u g y m n a sia t oho t o. 


Jmeni nadaeni spravorane c. k. misto 
drzitclstvrm v Praze obnäsi 230 zl. 


I. 

Erklärung. 

Der endesge fertigte Wenzel Faltis, k. k. Tabak-Distriktsverleger und ansässiger 
Bürger zu Leitomischl, ist Willens, zur dankbaren Erinnerung an die glückliche Rettung 
Sr. k. k. Apostolischen Majestät unseres allergnädigsten Kaisers und Herrn Franz Josef I. 
eine Stiftung mit dem Kapitale von 100 fl. CMze zu dotiren. 


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85 


Wenzel Faltis. 


Vaclav Faltis. 


85 


Zu diesem Zwecke erlegt derselbe am heutigen Tage 20 fl. CMze und verbindet 
sich, durch 4 Jahre, und zwar jährlich am 18. Februar, weitere 20 fl. CMze bis zur 
Ergänzung obiger 100 fl. CMze mit dem ferneren Wunsche zu leisten, womit diese Raten 
ä 20 fl. CMze jedesmal in der Sparkassa angelegt werden möchten. Erst bis das Stiftungs- 
kapital von 100 fr. CMze vollständig sein wird, soll solches fruchtbringend angelegt und 
die hievon entfallenden jährlichen Interessen an den ärmsten und fleissigsten Schüler 
des hierortigen Gymnasiums, welchen der Lehrkörper als den würdigsten erkennt, und 
wobei möglichst auf einen Eingebornen Rücksicht zu nehmen sei, am 18. Februar als 
dem Tage der glücklichen Rettung ausbezahlt werden. 

Zur Bekräftigung dieser eingegangenen Verbindlichkeit habe ich gegenwärtige 
Erklärung nicht nur eigenhändig unterschrieben, sondern auch zwei Zeugen zur Mit- 
fertigung erbeten. 

So geschehen Leitomischl den 5. April 1853. 

Wenzel Faltis mp. 

Josef Stepan mp., 

Zeuge. 

Josef Sirsch mp., 

als Zeuge. 

Vidi k. k. Bezirkshauptmannschaft Leitomischl den 12. Dezember 1853. 

Der amt. k. k. Bezirkskommissär: 

(L. S.) Stepan mp. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Gymnasial- 
Direction in Leitomischl. 


Overony opis u c. k. gymnasialniho reditelstvi 
v Litoraysli. 


II. 

/ 15 Kreuzer\ 

\ Stempel. / 

Erklärung, 

mittelst welcher ich mich Endesgefertigter rechtsförmig verpflichte, als geringen 
Ausdruck meiner freudigen Theilnahme an der beglückenden allerhöchsten Vermählung 
Sr. kais. königl. Apostolischen Majestät Franz Josef I. die aus Anlass der glücklichen Rettung 
Allerhöchst Desselben aus Mörderhand unter dem 5. April 1853 gegründete Studenten- 
stiftung um weitere 50 fl. CMze zu vermehren. Zu diesem Zwecke erlege ich unter einem 
zu den bereits geleisteten 50 fl. CMze annoch 10 fl. CMze und mache mich ferner 
verbindlich, das Stiftungskapital per 150 fl. in der Art zu ergänzen, dass ich statt denen 
gemäss der am 5. April 1853 abgegebenen Erklärung zu leistenden jährlichen 20 fl. am 
18. Feber 1855 50 fl. und am 18. Feber 185G die übrigen 50 fl. erlege, so dass das 
Stiftungskapital per 150 fl. zu dem obigen Zwecke zur Gänze verwendet werden könne. 
— Die Vertheilung der hievon entfallenden 5% Interessen hätte nach dem vom Vorstände 
des hierortigen hochwürdigen Piaristen-Ordens bereits vorgelegten Stiftsbriefentwurfe zu 
geschehen. 

Zur Bekräftigung dessen habe ich gegenwärtige Erklärung nicht nur eigenhändig 
unterschrieben, sondern auch zwei Zeugen zur Mitfertigung geflissentlich erbeten. 

Leitomischl den 24. April 1854. 

Anton Schimon mp., Wenzl Faltis mp., 

erbetener Zeuge. k. k. Tabakdistrikts-Verlegcr. 

Joh. Jiracek mp., 

als Zeuge. 


.Original bei der k. k. Gyranasial-Direction in Original u c. k. gymnasialniho reditelstvi 

Leitomischl. v Litoraysli. 


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86 


Wenzel Faltis. 


vaclav Faltis. 


S6 


III. 

( 03 Kreuzer \ 

Stempel. / 

Stiftsbrief. 


Wir endesgefertigte Vorsteher des Leitomischler Gymnasiums bekennen und 
beurkunden kraft gegenwärtigen Stiftsbriefes für uns und unsere Amtsnachfolger, dass 
der k. k. Tabakdistriktsverleger Herr Wenzel Faltis in Leitomischl, Bezirksamt gleichen 
Namens, Kreis Chrudim in Böhmen, laut seiner am 5. April 1853 datirten, von zwei 
Zeugen mitgefertigten, bei dem genannten k. k. Bezirksamte unter der Zahl 4830 anni 1854 er- 
liegenden Widmungsurkunde zur dankbaren Erinnerung an die glückliche Rettung 
Seiner k. k. Apostolischen Majestät unseres allgeliebten Kaisers und Herrn Franz 
Joseph I. von ruchloser Mörderhand am 18. Februar 1853 eine Studentenstiftung mit 
dem Kapitale von 100 fl. CMze gegründet und selbe laut seiner gleichfalls von zwei 
Zeugen gefertigten Erklärung vom 24. April 1. J. aus Anlass der Vermählung Seiner 
k. k. Apostolischen Majestät Franz Joseph I. um 50 fl. CMze unter folgenden Modalitäten 
vermehrt [hat]: 

Gleich am Tage der ersten Widmung erlegte derselbe 20 fl. CMze, welche er später 
um 20 fl. CMze vermehrte, bei der zweiten Widmung aber noch 10 fl. CMze mit dem 
Bemerken hinzufügte [sie], dass er am 18. Februar 1855 die zweite Rate mit 50 fl. CMze und 
am 18 tcn Februar 1856 die letzte Rate mit 50 fl. CM. zu erlegen versprach. 

Mit diesem Kapitale wurde auf das im Monate Juli 1854 eröffnete Staatsanlehen, 
und zwar mit Zustimmung des Stifters, welcher zu diesem Behüte die Subscriptions- 
Erklärung unterschrieb und den etwaigen Abgang zu ergänzen versprach, auf eine 
Staatsobligation von 160 fl. CMze gezeichnet. 

Sobald der subscribirte Betrag eingezahlt und die betreffende Staatsobligation aus- 
gefertigt sein wird, so sind die hievon entfallenden jährlichen Interessen per 8 fl. CMze 
an den ärmsten und fleissigsten Schüler des Leitomischler Gymnasiums, welchen der 
Lehrkörper an dieser Anstalt als solchen anerkennt, und wobei möglichst auf einen 
Eingebornen der Stadt Leitomischl Rücksicht zu nehmen ist, jedesmal am 18. Februar, 
als dem Tage jener glücklichen Rettung, auszufolgen. 

Nachdem nun dieses Stiftungskapital durch die am 18. August 1860 der Stiftung 
übergebene 5% Staatsobligation ddto. 1. December 1856 Nr. 74.546 (vom Jahre 1854) 
per 160 fl. CMze gesichert erscheint, so machen die Vorsteher des Leitomischler Gymna- 
siums sich für sich und ihre Nachfolger verbindlich, in der Wahl des studierenden 
Jünglings der stifterischen Absicht und den gesetzlichen Bestimmungen gemäss jederzeit 
gewissenhaft vorzugehen und die jährlich entfallenden Interessen dem der Wohltliat 
würdigsten Studenten zuzuwenden, hierüber alljährlich die Rechnung der k. k. Staats- 
buchhaltung vorzulegen und mit dem Stiftungskapitale ohne ausdrückliche Bewilligung 
der Vorgesetzten politischen Behörden keine Änderung vorzunehmen. 

Dem zu Folge sind zur grösseren Sicherheit und Bekräftigung drei gleichlautende 
Exemplare dieses Stiftungs-Instrumentes verfasst, von dem Vorstände des Gymnasial- 
lehrkörpers und zwei erbetenen Herren Zeugen gefertigt und besiegelt worden, wovon 
das erste der hohen k. k. Statthalterei, das zweite dem Leitomischler k. k. Bezirksamte 
und das dritte in das Leitomischler Gymnasial-Archiv zum immerwährenden Andenkeu 
und Darnachachtung abgegeben wurde. 

Leitomischl, am 6. April 1867. 


(L. S.) Dr. Leonard Erban mp., (L. S.) Job. Nep. Neusser mp., 

k. k. pens. Oberarzt als Zeuge. d. Z. Gymnas-. Direktor. 

(L. S.) A. Dornkreil mp., 

Religionslehrer als Zeuge. 


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Wenzel Faltis. 


Vaclav Faltis. 


Nr. 57.092. 


Vorstellender Stiftsbrief wird bestätigt. 


Von der Fölim. k. k. Statt halt er ei. 
Frag, am 14. November 18G7. 


(L. S.) 


J>er Statthalter: 

Ivellersperg mp. 


Original bei der k. k, Stalthalterei in Frag. 


Original u e. k. mistodrzitclstvi v Frazc. 


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Johanna Kauprik. 


Jana Ratiprikova. 


88 


88 


396 . 

1853 

Juni 1. cervna. 

Johanna Rauprik'sche Studenten- Studentske liadmii Jany Rauprikove. 
Stiftung. 


Johanna 11 a up r i k widmete i n 
ihrem Testamente vom 1. Juni 1853 ein 
Capital von 6000 //. ('. 31. zu zwei Stif- 
tungen für zwei arme Studenten auf immer- 
währende Zeiten dergestalt , dass die von 
diesem Capitale entfallenden Interessen 
in zwei Theile getheilt werden und die eine 
Hälfte für einen ganz armen , aus 
der kgl . Kreisstadt Jicin , als dem 
Geburtsorte ihrer Mutt er und i h r es 
Gatten , gebürtigen Studenten , die 
zweite Hälfte aber für einen ganz 
armen , aus der Hauptstadt Prag , 
als ihrem letzten Wohnort e, g ebü r- 
tigen Studenten als Stiftung 
dienen sollen. 

Gänzliche 31 ittellos ig k eit, Ta- 
lent, Fleiss und ein tadelloses sitt- 
liches Verhalten sind die Bedin- 
gungen, unter welchen diese Stif- 
tungen verliehen werden sollen . 

Das Vorschlagsrecht zu dem für 
einen aus Jicin gebürt igen Knaben 
bestimmten Platz soll der jeweilige 
Dechant im Einverständnisse mit 
dem Stadt Vorstände in Jicin, und 
zu dem für einen aus Prag gebür- 
tigen Knaben bestimmten Platz der 
jeweilige k. k. Ggmnasialdirector 
im Einverständnisse mit den Vor- 
ständen der drei Prager Gymna- 
sien aus üben. 

Der Genuss beider Stiftungsplätze kann 
schon mit der ersten lateinischen Schule 
beginnen und dauert ohne Unterschied der 
Eaadtätcn bis zur Vollendung der Studien 
und ein Jahr nach absolvierten Studien. 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde unterm 
14. April 1857 ausgefertigt und von der 
k. k. Statthalterei in Prag unterm 4. Dc- 
ccmber 1857 bestätigt. 

Gegenwärtig werden beide Plätze von 
der k. k. Statthalt er ei i n P r a g , u n d 
zwar ein Platz über Vorschlag des 
Dechant es i n J i e i n i m E i n r e r s tä n d- 
nisse mit dem Stadtrat he daselbst, 
der zw eite Platz über gerne i ns eh aft - 


Jana 11 au pr i ko vd venovala ve sve 
zdiveti ze dne 1. cervna 1853 jistinu 6000 zl. 
konv. m. na dve nadace pro dra chude Stu- 
dent y na ree ne easy r ten zpiisob, ze 
üroky z jistiny teto plynouci rozdeliti jest 
ve dra dily : j cd na pol ov ice j cst nadaci 
pro zcela ehudcho z krdl. krajskcho 
niest a Jieina , rodistc to matky a 
mauz ela zakladat eiein a, roze ne h o 
studenta, d r n hä pol ov ice v s a k p r o 
zeel a ch u d e ho z hl a v ti i h o m es t a 
Prah y, poslcdnilio to bydliste za- 
hl ad at eie i na, rozeneho studenta. 


I ' p l n d n e m aj cfnost, vloli y, pilc 
a bc zuhon n e m r a v n e ch o ran i j s o u 
podm i n k ou ude len i n a d d n i t e ch t o. 

Prä vo na v r h ovaei k m i s tu u r e e- 
n e m u p r o h o ch a z Jieina roze n ch o 
v ykondvati md v'zdy pocasny dekan 
v doroz um 7n i s pr edstarenst v cm 
mestskym v Jic i n e; v p r i eine p a k 
mtsta urceneho pro hoclia z Prahy 
roze n e h o e. k. riditel gy m n a s i a 
v doroz u m e n t s p red st ave n st vy 
tri gymnasii Prazslcych. 

Pozifck obou nadaci nutze poeiti jiz 
prrni skolou latinskou a trvd bcz rozdiln 
fakult uz do ukonerni studii a rok po absol- 
vovdni studii. 

List nadaeni o nadaci teto byl dne 
14. dubna 1857 vyhotoven a e. k. mistodr - 
zitelstvim v Prazc dne 4. prosincc 1857 po- 
tvrzen. 

Kyni udili obr mista c. k. m istodrzi- 
t cl st vi v P r a z e. a s i e e m ist o j e d n o 
p o n d v r h u d e k an a v J i e / n e v d o- 
rozu m n i s m estskou radou ta m t e i T 
d r u he m ist o po spole e n e m n d v r h u 
r i d itcl n t r i n ej s t a r s { ch g y m n a s i i 


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89 


Johanna Rauprik. 


Jana Rauprikovä. 


89 


liehen V or schlag der Directorcn 
der drei ältesten Gymnasien in 
Prag , und zwar des deutschen Klein- 
seltner , des akademischen und des 
deutschen Neustädter Gymnasiums 
( derzeit am Graben) verliehen . 

Das Vermögen dieser Stiftung , welches 
ebenfalls von der k. k. Statthalterei in Prag 
verwaltet wird , beträgt 13000 fl., ans dessen 
Erträgnisse zwei Plätze, jeder mit jährlichen 
200 fl., dotiert werden.*) 


v Praze , a sice nemeckeho Jlalo- 
st ranskeh o, akadc m i ckcho a n$ m e- 
ckeho No v omestskeh o gymnasia 
(nyni na Pr ilcopö). 


Jmeni nadacc teto, spravovanc rorttfz 
c. k. mistodrzitelstvim v Praze , obndsi 
13000 zl.; z vytezku jeho dotnji sc drö mista 
s roenim poiitkem po 200 zl. *) 


I. 

Auszug 

aus dem Testamente der Johanna Rauprik vom 1. Juni 1853. 

Absatz 5. 

Mein Prager Haus NC. 765-II. soll, wo möglich, nicht in der Lizitation und nicht 
unter 18.000 fl, sage achtzehntausend Gulden CM. verkauft werden, wobei der zwischen 
mir und Herrn Franz Lechleitner auf 10 Jahre (zehn Jahre) geschlossene Miethvertrag 
aufrecht bleiben muss. Von dem Kaufschillinge per 18.000 fl. CM. sollen 8000 fl. CM., 
und zwar in 2 Posten, zu 6000 fl. CM. und 2000 fl. CM., gegen 5% Verzinsung auf 
diesem Hause versichert bleiben, und die übrigen 10.000 fl., sage zehntausend Gulden 
CMze. zu gleichen Theilen meinen zwei Universalerben Franz Girgutt, Schneidermeister 
in Gißi'n, und Johann Kuniar in Miletin hinausbezahlt werden. 

Absatz 6. 

Die ersten 6000 fl., sage sechstausend, in CM. bestimme, nachdem sie beim Ver- 
kaufe des Hauses NC. 765-11. hierauf versichert bleiben sollen, ich zu zwei Stiftungen 
für zwei arme Studenten auf immerwährende Zeit dergestalt, dass die hievon entfallenden 
5°/ 0 Intoressen in zwei Theile getheilt und die eine Hälfte für einen ganz armen, aus 
der künigl. Kreisstadt Giern als dem Geburtsorte meiner Mutter und meines Gatten ge- 
bürtigen Studenten, die 2 te Hälfte aber für einen ganz armen, aus der Hauptstadt Prag 
als meinem letzten Wohnorte gebürtigen Studenten auf alle ewige Zeiten als Stiftung 
dienen sollen. Gänzliche Mittellosigkeit und dabei Talent und Fleiss nebst tadellosem 
sittlichen Betragen sind die Bedingungen, unter welchen obige Stiftungen verliehen werden 
sollen, und das Vorschlagsrecht für die einem armen aus Gißfn gebürtigen Studenten 
zugedachte Stiftung soll der jeweilige Giöfner Dechant im Einverständnisse mit dem Giöfner 
Stadtvorstande, und für die Prager Stiftung der jeweilige k. k. Gymnasial-Director im 
Einverständnisse mit den Vorständen der drei Prager Gymnasien haben. Der Genuss einer 
jeden Stiftung kann schon mit der ersten lateinischen Schule beginnen und dauert ohne 
Unterschied der Fakultät bis nach absolvirten Studien und selbst noch ein Jahr über die 
absolvirten Studien hinaus. 

Diese amtlich ausgefertigte Abschrift ist in den betreffenden Stellen des Original- 
Testaments ganz gleichlautend. 

Expeditamt des k. k. Bezirksgerichtes der Neustadt, 

Prag, am 21. April 1854. 

(L. S.) V. Dlauhy mp., 

Expeditsgeschäftsleiter. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statthal- 
terei zu Prag. 


Overeny opis u c. k. mistodrzitelstvi v Prazo. 


# ) Wegen Erhöhung der Stiftungsgebür ist 
die Verhandlung im Zuge. 


VI. 


♦) 0 zvyseni pozitku nadaeniho jiz sc vy 
jednäva. 


12 


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90 


Johanna Rauprik. 


Jana Rauprikovä. 


90 


II. 

( 15 Kreuz* r\ 

Stempel. / 

Stiftsbrief. 


Die Gefertigten bestätigen hiemit, es habe die am 4. April 1 854 in der laupt- 
stadt Prag verstorbene Frau Johanna Rauprik in ihrem unterm 1. Juni 1853 iteteii 
und bei der Todesfallsaufnahme am 5. April 1854 kundgemachten Testament i 5 len 
und () tcn Absätze wörtlich Folgendes angeordnet : 

„Absatz 5. Mein Prager Haus N. Fons. 705/2 soll wo möglich nicht in Lici- 

„tation und nicht unter 18.000., sage achtzehntausend Gulden CMze. verkauf irden, 

«wobei der zwischen mir und Herrn Franz Lechleitner auf 10 Jahre (zehn Ja ) ge- 
schlossene Miethvertrag aufrecht bleiben muss. Von dem Kaufschillinge per , >00 fl. 
„CMze. sollen 8000 fl. CMze.. und zwar in zwei Posten zu 6000 fl. CMze. und >00 fl. 

„CMze., gegen 5°/ 0 Verzinsung auf diesem Hause versichert bleiben und die nagen 

„10.000 fl., sage zehntausend Gulden in Conv. Mze.. zu gleichen Theilen mein Uni- 
versalerben Franz Girgutt. Schneidermeister in Giern, und Johann Kuniar in [iletin 
„hinausbezahlt werden.“ 

„Absatz G. Die ersten 6000 fl. CMze., sage sechstausend Gulden in Conv. [Unze, 
„bestimme, nachdem sie beim Verkaufe des Hauses N. Cons. 765/2 hierauf ver ichert 
«bleiben sollen, ich zu zwei Stiftungen für zwei arme Studenten auf iinmerwährem 3 Zeit 
„dergestalt, dass die hievon entfallenden 5 ü / 0 Interessen in zwei Theile getheilt ui d die 
„eine Hälfte für einen ganz armen, in der kgl. Kreisstadt Giern als dem Gebuitsorte 
„meiner Mutter und meines Gatten, gebürtigen Studenten, die zweite Hälfte aber für 
„einen ganz armen, aus der Hauptstadt Prag, als meinem letzten Wohnorte, gebürtigen 
„Studenten auf alle ewigen Zeiten als Stiftung dienen solle.“ 

„Gänzliche Mittellosigkeit und dabei Talent und Fleiss nebst tadellosem sittlichen 
„Betragen sind die Bedingungen, unter welchen obige Stiftungen verliehen werden sollen, 
„und das Vorschlagsrecht für die einem armen aus Giern gebürtigen Studenten zugedachte 
„Stiftung soll der jeweilige Giciner Dechant im Einverständnisse mit dem Gifr'ner Stadt- 
„vorstande. und für die Prager Stiftung der jeweilige k. k. Gymnasialdirektor im Einver- 
ständnisse mit den Vorständen der drei Prager Gymnasien haben.“ 

„Der Genuss einer jeden Stiftung kann schon mit der ersten lateinischen Schule be- 
ginnen und dauert ohne Unterschied der Facultäten bis nagli absolvirten Studien und 
„selbst noch ein Jahr über die absolvirten Studien hinaus.“ 


Der Betrag per 6000 fl. CM. ist durch den Verkauf des Prager Hauses N. Cons. 
7G5/2 bereits realisirt und ob dem genannten Hause bücherlich sichergestellt. Zum Voll- 
züge der Anordnung der Stifterin widmet der gerichtlich bestätigte Nachlass-Curator und 
Testamentsexecutor nach Frau Johanna Rauprik, sämmtlicher Rechte Doktor und k. k. 
Notar Johann Kliebert. von dem gemäss einverleibten Bescheides des k. k. Bezirksge- 
richtes der Kleinseite II. Section. Prag ddto. 2. Oktober 1854. Nr. Exh. 13.755, und 
gemäss verlassbehördlich bestätigten Kaufs- und Verkaufscontractes ddto. 31. August 1854 
ob dem Prager Hause Nr. Cons. 765/2 sub Post 5 gegen fiinfpercentige Verzinsung loco 
Prag in halbjährigen Raten unter den Folgen des Hofdekrets vom 18. Oktober 1792 § 4 
und gegen halbjährig freistehende Aufkündigung in zwei Posten per 6000 fl. CM. und 
2000 fl. CM., zusammen per 8000 fl. CM., zu Händen der Verlassenschaft nach Johanna 
Rauprik versichert haftenden Kaufschillingsreste die erste Post per 6000 fl. CMze., sage 
sechstausend Gulden in Conv. Mze., auf immerwährende Zeiten zu den eingangs erwähnten 
zwei Studenten-Stiftungen für zwei arme Studenten auf immerwährende Zeiten [sic], und es 
verpflichten sich die Stiftungsvorsteher und Verwalter für sich und ihre Nachfolger aufs 
feierlichste, die soeben erwähnten zwei Studentenstiftungen derart zu realisiren, dass die 
von dem gewidmeten Kapitale per 6000 fl. entfallenden 5°/ 0 Interessen in zwei Theile 
getheilt und die eine Hälfte für einen ganz armen, aus der kgl. Kreisstadt Giern gebür- 
tigen Studenten, die zweite Hälfte aber für einen ganz armen, aus der Hauptstadt Prag 
gebürtigen Studenten auf alle ewige Zeiten als Stiftung dienen sollen, dass gänzliche 
Mittellosigkeit und dabei Talent und Fleiss nebst tadellosem sittlichen Betragen die Be- 
dingungen sein sollen, unter welchen obige Stiftungen verliehen werden, dass das Vor- 
schlagsrecht für die einem armen, aus Gicin gebürtigen Studenten zugedachte Stiftung 


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01 


Johanna Rauprik. 


Jana Rauprikova. 


01 


der jeweilige Giciner Dechant im Einverständnisse mit dem Giciner Stadtvorstande, und 
für die Prager Stiftung der jeweilige k. k. Gymnasial-Director im Einverständnisse mit 
den Vorständen der drei Prager Gymnasien haben sollen, und dass der Genuss einer 
jeden Stiftung schon mit der ersten lateinischen Schule beginnen könne und ohne Unter- 
schied der Fakultät bis nach absolvirten Studien und selbst noch ein Jahr über die 
absolvirten Studien hinaus dauern solle. 

Zugleich verpflichten sich die gefertigten Stiftungsvorsteher und Verwalter für sich 
mul ihre Nachfolger zur Aufrechthaltung der soeben bezeichneten zwei Studenten- 
stiftungen sowie zur gesetzlichen Verwaltung und Verwendung des .diesfälligen Stiftungs- 
einkommens. 

Der mitgefertigte Hypotheksbesitzer erklärt, dass er die Richtigkeit des gewidmeten 
Kapitals per liOOO fl. CM. und die Studentenstiftungen als seine Gläubiger anerkenne, 
daun dass er die f>°/ 0 Zinsen dieses Kapitals unter den Folgen des § 4 des Patents vom 
18. Oktober 1792 in halbjährigen Raten am 1. Mai und 1. November jeden Jahres an 
die Stiftungsverwaltung zahlen wolle, endlich dass das Kapital hach einer halbjährigen 
Aufkündigung rückgezahlt werden könne. 

Der gefertigte Verlass-Curator nach Frau Johanna Rauprik sowie der gefertigte 
Hypotheksbesitzer, dann die Stiftungsvorsteher und Verwalter sind zugleich zufrieden, dass 
gegenwärtiger Stiftsbrief in Kraft der unbedingten Übertragung des oben gewidmeten 
Kapitals per 6000 fl. CM. an die genannten zwei Studentenstiftungen und der Sicher- 
stellung der Verbindlichkeiten des Hypotheksbesitzers ob dem Prager Hause NC. 765 — II. 
den Prager Stadtbüchern einverleibt und da, wo gehörig, ausgezeichnet werde. Zur 
grösseren Bekräftigung sind hierüber drei gleichlautende Instrumente (Stiftsbriefe) 
errichtet, in Folge hochortiger Genehmigung unterschrieben und ein Exemplar bei der 
hohen k. k. Böhmischen Statthalterei, das zweite beim k. k. Gymnasialdirektorate in 
Prag und das dritte bei dem Giciner Dekanate aufbewahrt worden. 

Urkund dessen wurde der Stiftsbrief von den Stiftungsvorstehern unterfertigt und 
von zwei Zeugen mitgefertigt. 

Prag, am 14. April 1857. 

Wilh. Nittinger mp., 
als Zeuge. 

Anton Swoboda mp., 
als Zeuge. 

Johann Hrdina mp., 

Stadtdechant in Jicin. 

F. Kastranek mp., 

Bürgermeister. 


JUDr. Johann Kliebert mp., 
k. k. Notar, Verlass-Curator und Erbenbevoll- 
mächtigter nach Frau Johanna Rauprik. 

Georg Kfehnäc mp , 

Hausbesitzer. 


NE. 18.559. 

Vorstehende Widmung des Stiftungskapitals wird in Folge h. Statthaltereidekretes 
vom 9. Mai 1855, Z. 18.861, verlassbehördlich genehmigt. 

Vom k. k. s t ü dt. deleg. Bezirksgerichte der Alt- u. Neustadt Prag, 

am 17. April 1857. 

Zeithammer mp., Der k. k. Landesgerichtsrath 

k. k. Sclmlrath. Eaitl mp. 

(I, S.) 

Effenberger mp., 
k. k Schulrath, 

Joseph Hofmann mp., 

Direct or des k. k. Altstädter Gymnasiums. 

Dominik F. X. Kratoclmle mp., 

Direktor des Kleinsei tner k. k. Gymnasiums. 

P. J. Rupert Pohl mp., 
pr. Direktor des k. k. Prag-Xcustädter Gymnasiums. 

VI. " 12* 


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92 


Johanna Rauprik. 


Jana Rauprikova. 


92 


Nro 5U.G22. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem volleu Inlialte nach bestätigt. 

Von der B ö h m i s ch e n k. k. S t a 1 1 h a 1 1 e r e i. 

Prag, am 4. Dezember 1857. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) • Forgäck mp. 


Original im k. k. Statthalterei-Archive zu Prag. Original v c.k. mistodrzitelskem archivu vPraze. 


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93 


Anton Rott. 


Antonin Rott. 


93 


397 . 

1853 

November 17. listopadu. 


Anton Rott'sche Studenten-Stiftung. 

Anton Rott , gräflich ('zernin scher 
Milt sch oweser Wi rtscha ftsd irector i n Pen - 
sion, hat in seinem Testamente de dato Saaz 
am 17. Xovember 1853 ein Capital von 
1000 fl. C. M. zur Errichtung einer Stu- 
denten-Stiftung gewidmet. 

Zu dieser Stiftung sollen vor- 
zugsweise berufen sein Studenten 
mit vor zü gl ich em Talente , Fl e iss 
und sittlichen Verhalten aus einer 
Familie der Schwestern des Stif- 
ters. nämlich aus der Familie der 
Elisabeth W einhüb er, der Anna 
Sicojetinsky, Rosalia Zen k n n d 
Johanna Rolcyt a, u n d in deren A b- 
gang die mit den gleichen, erwähn- 
ten Eigenschaften begabten Stu- 
denten aus einer dürft igen Familie, 
welche sich in einer jener Ort- 
schaften befinden , die zu den Domi- 
nien Schönhof und Miltschowes 
incorporiert waren. 

Das Präsentationsrecht soll 
dem jetc eiligen gräfl. C zernin’- 
schcn Besitzer der Herrschaften 
Schönhof und Miltschowes zustehen. 

Die Stiftungsgebär soll all- 
jährlich in halbjährigen Raten 
ausgezahlt werden. 

Der Stiftsbrief wurde am 10. Deccmber 
1860 ausgefertigt und von der k. k. Statt- 
halterei am 20. April 1861 bestätigt. 

Gegenwärtig wird diese Stiftung im 
Sinne der stifterischen Anordnungen von 
der k. k. Statthalter ei in Prag als 
Prä sentations Stiftung verlie h e n. 

Das Stiftungsvermögen , welches eben- 
falls von der k. Je. Statthaltcrei in Prag 
verwaltet wird , betrügt 1740 fl. (). W. und 
die Jahresgehür des Stiftungsplatzes 70 fl. 


Studentske nadäni Antoniiia Kotta. 

Anton in Rott , Milicevessky hospo - 
därsky riditel hrabete Cernina ve vysluzM, 
vcnovnl ve sve zäveti sepsane v Zatci dne 
17. listopadu 1853 jistinu 1000 zl. konv. m. 
na zrizeni studentskcho nadäni. 

K nadäni tomuto maji byti po~ 
voläni pfedem studenti s vyteenymi 
vlohami , piü a mravnym chovänim 
z rodiny nektere ze sester zakla - 
datelovy eh, totiS z rodiny Alzbety 
W einhüb er ov e, A n ny Sv oj ctinske , 
Rozalie Zenkove a Jany Rokytove , 
a nebylo-li by tu takovych , stejnymi 
z m inenymi vlastnostmi ob da f eni 
studenti z potrebne rodiny , kteriz 
nalezaji se v nekterem z onöch mist , 
kterä ku panstvim Kräsnodvor - 
skemu a Miliöcvesskemu privtclena 
byla. 


Prävo presentaeni prisluSeti 
milo v%dy hraböcimu Öerninskemu 
drSiteli panstvi Kräsnodvor sk eh o 
a Miliöevesskeho. 

Xadaöni poäitck vypläceti se 
möl kaädoroöne re Ih fit ach pul- 
let nich. 

List nadacnx byl dne 10. prosince 1860 
vyhotoven a c. k. mistodrzitelstvim dne 
20. dubna 1861 potvrzen. 

Nyni udili nadaci tuto po smyslu usta- 
noveni zakladatelovych jakozto nadaci 
present aöni c. k. mistodrzitelstvi 
v Praze. 

Jmöni nadaeni , jez spravujc rovnez 
c. k. mistodrzitelstvi v Praze , obnäsi 
1740 zl. r. m. a roeni pozitek mista nada - 
eniho 70 zl. 


I. 

Testament. 

In meinem vorgerückten Alter im 75. Jahr will ich bei noch befriedigendem Wohlsein 
in der Gesundheit mit reiflicher Überlegung meinen letzten Willen in Betreff der Ver- 


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04 


Anton Hott. 


Anton in Hott. 


04 


iügungen erklären, welche nach meinem Tode mit meinem liinterbleibenden Vermögen 
getroffen werden sollen. 


3. Dem k. k. Studienfond bestimme ich 1000 fl., sage eintausend Gulden CMze, auf 
eine Fundation für einen mit vorzüglichem Talent, Fleiss und sittlichen Verhalten bewährten 
Studenten aus einer von meinen Schwestern abstammenden Familie und, wenn sich von 
selben keiner hierzu geeignet vorfindet, für einen mit oben erwähnten vorzüglichen 
Eigenschaften begabten Studenten von einer dürftigen Familie, welche sich in einer jener 
Ortschaften befindet, die zu den Dominien Schönhof und Miltschowes inc-orporirt waren. 

Die Praesentation zum Bezug dieses von obgedachtein Kapitale entfallenden jähr- 
lichen Interessenbetrags soll bei den hoehgrättichen Czerniniselien Besitzern dieser beiden 
gedachten Herrschaften unveränderlich verbleiben. 


11. Den Herrn Exekutor oder Kurator dieser meiner letztwilligen Verfügung über 
meinen Verlass haben die sämmtlichen Erben ein verständlich oder durch Stimmenmehrheit 
zu wählen und sich mit selbem über das Honorar zu verständigen, welches alle Erben 
nach Verhältnis der 5°/ 0 Legatnützung, sowohl von jenen, [welche sie] zur freien Verfügung 
als auch zum Nutzgenuss beziehen, demselben zu berichten haben. 

Übrigens bitte ich Eine löbliche k. k. Abhandlungsinstanz um getreue Vollziehung 
dieses meines letzten Willens, welchen ich mit reiflicher Uiberlegung der Verhältnisse 
meiner Erben entworfen, durchaus eigenhändig geschrieben und gefertiget habe. 

So geschehen Saaz ajn 17. November 1853. 


Anton Rott mp., 
Testator. 


Vorstehendes Testament wurde am 3. Juli d. J. kundgemacht. 


Vom k. k. Bezirksamt als Gericht Saaz 
am 3. Juli 1S55. 


Hecht mp. 


Mit dem ungestempelten Originali gleichlautend. 

K. k. Bezirksamt als Gericht Saaz 
am 14. Mai 1800. 


(L. S.) 


Der k. k. Bezirksvorsteher: 
Gross mp. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statthai- Oveieny opis u c. k. irnstodrzitelstvl v Praze. 

terei zu Prag. 


TT. 

/ 30 kr. \ 

V Stempel. / 

Stiftsbrief. 

Der am 30. Juni 1855 zu Saaz verstorbene pensionirte hochgräflich Czernin’sche 
Miltschoweser Wirtschaftsdirektor Anton Rott hat in seinem am 17. November 1853 
errichteten und am 3. Juli 1855 kundgemachten schriftlichen Testamente im 3. Absätze 
sub •/. Beilage in cop. vid. Folgendes angeordnet: „Dem k. Studienfond bestimme ich 
1000 fl., sage eintausend Gulden Conventions-Münze, auf eine Fundation für einen mit 
vorzüglichem Talent, Fleiss und sittlichen Verhalten bewährten Studenten aus einer von 
meinen Schwestern abstammenden Familie und, wenn sich von selben keiner hiezu ge- 
eignet vorfindet, für einen mit obenerwähnten vorzüglichen Eigenschaften begabten Stu- 


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05 


Anton Rott. 


Antonin Rott. 


05 


deuten von einer dürftigen Familie, welche sieh in einer jener Ortschaften befindet, die 
zu den Dominien Schönhof und Miltsehowes inkorporirt waren. Die Präsentation zum 
Bezüge dieses vom obgedachten Kapital entfallenden jährlichen Interessenbetrags soll 
bei den hochgriifiich Czerninschen Besitzern dieser beiden gedachten Herrschaften 
unveränderlich verbleiben.“ 

Um dem Willen des Stifters genau nachzukommen, widmet die gefertigte erbser- 
klärte testamentarische Erbin [nach] dem Stifter Anton Rott die für den zu Händen 
dieser Stiftung erliegend gewesenen und an die k. k. Staatsdepositenkassa in Wien ein- 
gesendeten Geldbetrag pr. 359 fl. 62 % kr. österr. Währung und für die gleichfalls ein- 
gesendete Staats-Obligation Nr. 136036 pr. 1000 fl. eingekaufte und auf den Namen 
der Anton Rott’schen Studentenstiflung vinkulirte Nationalanlehensobligation ddto. 
1. Jänner 1855 Nr. 79398 ai 1854 pr. 1470 fl. nom., schreibe eintausend vierhundert 
siebenzig Gulden nom., sammt Talon und Coupons in das Stiftungseigenthum des k. k. 
Studienfondes und tritt demselben dieses Staatsanlehenskapital mit der Bestimmung 
förmlich ab, dass die von diesem Kapitalsbetrage entfallenden Interessen nach der Inten- 
tion des Stifters alljährlich in halbjährigen Baten an einen Studierenden verabreicht 
werden sollen. 

Für diesen Stiftungsplatz sollen vorzugsweise berufen sein die mit vorzüglichem 
Talent, Fleiss und sittlichen Verhalten bewährten Studenten aus einer Familie der 
Schwestern des Stifters, nämlich aus der Familie der Elisabeth Weinhüber, der Anna 
Swojetinsky, Rosalia Zenk und der Johanna Rokyta, und in deren Abgang die mit [den] 
gleichen, erwähnten vorzüglichen Eigenschaften begabten Studenten aus einer dürftigen 
Familie, welche sich in einer jener Ortschaften befinden, die zu den Dominien Schönhof 
und Miltsehowes inkorporirt waren. 

Das Präsentationsrecht soll den jeweiligen hochgräflichen Czerniifschen Besitzern 
der Herrschaft Schönhof und Miltsehowes zustehen. 

Die Vorsteher des k. k. Studienfondes nehmen diese Widmung an und verbinden 
sich und ihre Nachfolger, selbe für immerwährende Zeiten aufrecht zu erhalten, mit dem 
gestifteten Kapitale ohne behördliche Genehmigung keine wie immer geartete Veränderung 
vorzuuehmen, die hievon entfallenden Interessen in halbjährigen Raten an den jeweilig 
berufenen Studenten alljährlich zu verabfolgen und über die Verwendung des Stiftungs- 
kapitals jährlich Rechnung zu legen. 

Zum Beweise dessen wurde diese in drei Parien ausgefertigte Stiftungsurkunde, 
wovon das eine Pare bei der hohen k. k. Statthalterei, das zweite .bei dem k. k. Stu- 
dienfonde und das dritte in der hochgräflich Czernin’schen Centralkanzlei aufbewahrt 
wird, von sämmtlichen Interessenten eigenhändig unterschrieben und von zwei Zeugen 
mitgefertiget. 

Saaz und Petersburg am 10 ,c ‘ n Dezember ISliO. 

Antonia Halbhuber. Eugen Graf Czernin mp. 

Joseph Schrutz mp., 

Zeuge. 

Anton Guschl mp., 

Zeuge. 


Nr. 19.691. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 


Von der k. k. S tat t halte rei. 
Prag, am 20. April 1861. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Ziwna mp. 


Original hei der k. k. Statthaltern zu Prag. 


Original u c. k. mistodrzilelstvi v Prazc. 


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96 


Barbara Rüssler. 


Barbora Rösslerova. 


96 


398 


1853 

December 1. 

Barbara Rössler'sche Studenten- 
stiftung. 

Barbara Rösslcr , geborene Ku - 
nert y hat in ihrem Testamente de dato 
Prag am 1 . December 1853 ein Capital, von 
1000 fl. C. M. zu einer Studenten-Stiftung 
für die lateinischen Schulen in 
Leitmeritz gewidmet und bestimmt , 
dass der Genuss während der latei- 
nischen Schulen zu dauern hat , und 
dass Studenten aus Leitmeritz oder 
aus dem Leitmeritzer Kreise den 
Vorzug haben . 

Das Ernennung sr echt soll dem 
jeweiligen Stadtdechant in Leit- 
meritz zustehen. 

Der Stiftung soll bei der hl. Messe 
der Seele der Stifterin mit einem frommen 
Gebete gedenken. 

Der Stiftsbrief wurde von der Je. Je. 
Statthalterei am 22. September 1865 ausge- 
fertigt. 

Gegenwärtig wird diese Stif- 
tung über Präsentation des De- 
chants in Leitmeritz von der k. Je. 
Statthalterei in Prag auf die Dauer 
der G g mna s i ul s t u di e n i n Lei t- 
meritz verliehen. 

Das Stiftungsvermögen , welches eben- 
falls von der k. Je. Statthalterei in Prag 
verwaltet ivird, beträgt 2240 fl. und die 
Gebär eines Stiftungsplatzes 74 fl. 


prosince. 

Studentske iiadäni Barbor}' Rösslerovc. 


Barbora llösslerovd , rozenä 
Ku nertoväy venovala vc sve zdveti sepsane 
v Praze dne 1. prosince 1853 j ist inu 1000 zl . 
konv. m. na studentske nadäni pro lat in - 
ske skolg v Litomericich a ustano- 
vila, ze pozitelc nadaeni potrvati 
mä po cas skol lat i ns k geh. a ze Stu- 
dent i z Litomeric neb z Jeraje Li to- 
nt er i c k e h o m aj i m i t i p f ednost. 


Prävo jmenov aci pfisluseti 
melo vzdg mestskemn dekanu v Li - 
t o m c r i c i ch . 

Nadanec mä pH msi sv. na dusi zalda- 
dateUinu zboznou modlitbou pamatovati. 

List nadaeni bgl vghotoven c. Je. misto- 
drzitelstvim dne 22. zäfi 1865. 

Ngni ndili se nadace tato od 
c. Je. mist odrzitelstv i v Praze po 
presentac i deJcana v Litomericich 
na dobn ggmnasijnich studii 
v Lito m er ic i ch. 

Jmtni nadaeniy jez spravuje rovnez 
c. Je. nüstodrzitelstvi v Praze ^ obnäsi 2240 zl. 
a pozitelc jednoho mista nadaeniho 74 zl. 


I. 

Im Namen der hochheiligsten Dreieinigkeit, Gott Vater, Gott Sohn, Gott des heiligen 

Geistes. Amen! 


Dann vermache ich eintausend Gulden Conv. Mze. zu einer Studentenstiftung für 
die lateinischen Schulen in Leitmeritz, [von] welchefn] der Student durch die lateinischen 
Schulen die Interessen per 50 fl. CM. geniessen soll. Leitmeritzer haben den Vorzug, 
auch die, welche aus demselben Kreise sind; das Ernennungsrecht räume ich dem je- 
weiligen Herrn Stadtdechant ein, und hat der Student bei den heiligen Messen meiner 
abgestorbenen Seele mit einem frommen Gebete zu gedenken. 


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97 


Barbara Rössler. 


Barbora Bösslerovä. 


97 


Übrigens hoffe ich von der Gewissenhaftigkeit meines Herrn Universalerben, dass 
er alles meinem Willen [gemäss] vertheilen wird. 

Prag, am 1. Dezember 1853. 


Babette Rössler mp., 

geboreno Kunert, eigenhändig testirendo. 

Kundgemacht am 3. Feber 1854 in Gegenwart des Universalerben Sr. Hochwürden 
Herrn Franz Kunert. 


Srnka mp., 

k. k. Auskultant. 


Gleichzeitige einfache Abschrift bei der k. k. Soucasny jcdnoduchy opis u c. k. mistodrzitelstvi 

Statthaltern in Prag. v Praze. 


II. 

/ 50 kr. \ 

\ Stempel. / 

Stiftsbrief 

über die Barbara Rössler’sclie Studenten-Stiftung. 

Frau Barbara Rössler, geborene Kunert, hat in ihrem Testamente ddto. Prag, 1. De- 
zember 1853 (kundgemacht beim k. k. städtisch delegirten Bezirksgerichte der Altstadt 
und Neustadt Prag am 3. Februar 1854) die Errichtung einer Studentenstiftung mit fol- 
gendem Wortlaute angeordnet : 

„Ich vermache eintausend Gulden CM. zu einer Studentenstiftung für die lateinischen 
„Schulen in Leitmeritz, von welchen der Student durch die lateinischen Schulen die In- 
teressen per 50 fl. CM. gemessen soll. Leitmeritzer haben den Vorzug, auch die, welche 
„aus demselben Kreise sind. Das Erncnnungsrecht räume ich dem jeweiligen Herrn 
„Stadtdechanten ein. Der Student hat bei der heiligen Messe meiner abgestorbenen Seele 
„mit einem frommen Gebete zu gedenken.“ 

Aus diesem Legate ist allmäklig durch gute Gebarung ein Stiftungsvermögen ent- 
standen, welches dermal in NationalanlekensoblJgationen per 1310 fl. CM. und in Privat- 
hypothekarkapitalien per 321 fl. Ö. W. besteht und ein Jahres-Einkommen per 84 fl. 
82 V tt kr. Ö. W. gibt, von welchem nach Abzug der Einkommensteuer und des Staatsregie- 
beitrages ein Betrag von siebenzig vier (74) Gulden Oesterr. Währung als Jahresgebühr 
der Stiftung verwendet werden kann. 

Dieses Stiftangsvermögen wird unter Leitung der k. k. Statthalterei bei der k. k. 
Landeshauptkassa unter Kontrolle der k. k. Staatsbuchhaltung gebart, verwaltet und ver- 
rechnet. 

Hiernach erklärt die k. k. Statthalterei diese Stiftung unter dem Namen: Barbara 
Rössler’ sehe Studentenstiftung für konstituirt. Sie wird das Vermögen nach den 
bestehenden Normen verwalten lassen und für die Vollziehung der Stiftung durch Aus- 
schreibung derselben, durch Einholung des Benennungsaktes des Leitmeritzer Stadtdecbants 
und durch Verleihung der Stiftung sorgen. Der mitgefertigte Leitmeritzer Stadtdechant 
übernimmt für sich und seine Amtsnachfolger die Ausübung des Benennungsrechtes und 
verspricht, sich hiebei die oben ausgedrückte Willensmeinung der Frau Stifterin gegen- 
wärtig zu halten. 

Urkund dessen wird dieser Stiftsbrief in zwei Exemplaren ausgefertigt, von denen 
eines bei der k. k. Statthalterei, das andere bei der Dechantei zu Leitmeritz aufbe- 
wahrt wird. 

So geschehen zu Prag, am 22. September 1865. 

Der S t a 1 1 h a 1 1 e r e i - V i c e p r ii s i d e n t. 

(L. S.) Laäanzky mp. 

VI. 13 


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08 


Barbara Uüssler. 


Barbora Rüsslcrovä. 


98 


So geschehen zu Leitmeritz am 10. Oktober 18(35. 


(L. S.) 


Jos. Seifert mp., 

Dechant. 


Original bei der k. k. Stattliulterci zu Prag. 


Original u c. k. iuistodrzitclstvi v Prazc. 



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99 


A<lam Tollak. 


Adam Pollak. 


99 


309. 

1854 

Juni 0. (orvna. 

Kaiser Franz Josef (Adam Pollaksche) Cisare Frantiska Josefa (Adama 
Stiftung für Techniker. Poliaka) nadace pro terhniky. 


Adam Poll a Je, Chef des Fabriks- 
h au se$ J. J, Pollak u. Söhne in Prag , 
widmete aus Anlass des beglückenden 
n n d sein Fahr iks et ablis seinen t 
h öehst aas sei eh n e n de n, a m 8 . J u n i 
1854 erfolgten Besuches Sr. k. und k. 
Apostolischen Majestät Franz 
Josef I. in seiner am 9. Juni 1854 heim 
Statthalterei -Präsidium in Prag präsentierten 
Eingabe vier Lose des Anlchens vom Jahre 
1854 im Nominalwerte von 1000 fl. C. M. 
zur Errichtung einer St if t u n g fü r 
einen ausgezeichneten Hörer der 
T ecli n ik. 

Der bezügliche von dem Stifter mit ge- 
fertigte Stiftsbrief wurde am 15. October 
1856 ausgefertigt und am 20. Dccember 
1856 von der k. k. Statthalterei in Prag 
bestätigt. 

Nach den Bestimmungen dieses Stifts- 
briefes i s t d i esc St if t u ng best i m m t 
für mittellose ordentliche H ö r e r 
a m s tänd i s eh en tc eh n i s ch en I n s t i- 
tute in Pr a g. w c / ch e s i ch n a ch A u s- 
w e i s i h r er Z e n g n issc den St u d i c n 
m it au sgez ei ch net c m E r f o l g e w i d- 
men , und es sollen insbesondere 
solche Bewerber berücksichtigt 
w erden , wcl eh c s ich de r p r a kt is ch e n 
1 n du st rie zu z u w enden ged en k e n 
u nd na ch M ass gab e der bereit s 
zurüekgclcgt en Studien gegründete 
Hof fn u ng gehen, i n d e n m eclian i s ch e n 
oder chemischen Wissenschaften 
erfolgreiche Fortschritte zu machen. 
Bei sonst gleicher Eignung der Be- 
te erb er soll die grössere D ür ft i gke it 
ent sch e i d e n d s e i n. 

Obzwar zum Genüsse dieser 
S t i ft u n g Tc ch n i ker o h ne U nt e r- 
s eh i cd de r 11 el i g io n berufen s i n d, 
so soll auf Glaubensgenossen mo- 
saischer (Konfession derart llück- 
s i ch t geno m m e n w erden . d a s s b e i 
sonst gleicher Würdigkeit diese 
Stiftung abivechselnd einmal einem 
ch ri st 1 i ch e n u n d e i n m al ei n e m m o- 
sa i s ch en Bewerber verliehe n w e r d e. 

VI. 


Adam Pollak. chef tovärniho domu 
J. J. Pollak a synove v Praze, renoval 
u pr He zitost i n ä v s t e r y, k tc ro u z 
Jcho c. a k. Apostol skr Veliöcnstvo 
F r an t i s ek Josef I. d n e 8. 5 e r r u a 
1854 oblazil a n ej v y s e rgzna m en a I 
jcho z d vod t o v d r n i. ve svem u misto- 
drzitelskeho presidia v Praze dne 9. cervna 
1854 presentovanem poddni ctgry losg 
pujcky z roku 185)4 v nominälni eene 
1000 zl. konr. m. na zrizeni nadace 
pro v yt een c h o posl u chaöe tc ch n i k y. 

Nadacni fist o nadaci teto byl dne 
15. rijna 1856 vyhotoven a dne 20. prosinee 
1856 c. k. mistodrzitelstvim v Praze po- 
tvrzen. 

Vedlc ustanoceni tohoto listu nadaömho 
urcena jest nadace tato pro nema- 
j et n e , r d d n e posl u ch ace na sfarov- 
s k c in t e ch n i c k c m u s t a v u v Pr a z e. 
ktefiz vysvedöenimi prokdzi , zc 
s t u d i i m s r ff t ec n y in p ros p e ch e m s e 
venuji , a vzitijcst ob zvldst c na t a- 
kore zadatele ohled , ktcrlz za- 
m y s It ob r at i s i za sv üj ob or pra k- 
ticky prnmysl , a od nichz podle od- 
bytych jiz st u d i t n ad iti se l z e 
p r d v e in d sp c s n c li o po k r o k u v c ve - 
dach me cha nick geh neb ehern ick geh. 
Jsou-li zadatel 6 jinak stcjne zpüso- 
bi lost i , rozhodne . v cts t pot r ebno s t. 


Ae pox old n i j s o u k u poz tvd n ( 
nadace teto technikove bez rozdilu 
ndboZenstvi, niiti jest zrctel kn 
p r i s lus n i k ü m v y z n d n t m oj z i s s k e li o 
v ten zpüsob , zc jsou-li zadatele 
stejne zpüsobilosti , nadace tato 
s t r i d a v c j cd no u k r cs f ans k e m u a 
j e d n o u m oj z i 's s k e m n z a d atel i u d e- 
I iti se in d. 

13 * 


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100 


Ailara Po! Jak. 


Adam Follak. 


100 


Das Di rectorat des technischen 
Institutes soll nach im Einver- 
n e h m e n m it de m t e cli n i sehen Leh r- 
körper vor gen o mm euer Er ü fu n g 
der Würdigkeit der Bewerber , so- 
d a n n i m E i n v e r n eh me n m i t de m 
Stifter und nach dessen Tode mit 
dessen ältestem Sohne , falls er in 
Prag ein industrielles Etablisse- 
ment fortsetzen sollte , unter Vor- 
legung der gehörig instruierten 
Comp et ent ent ab eile für diese Stif- 
tung mindestens drei Bewerber dem 
jeweiligen Statthalter im König- 
reiche Böhmen , welchem das Verlei- 
hung s recht für diese Stiftung zu* 
steht , in Antrag bringen . 

Der Genuss dieser Stiftung 
soll f ür die ganze übliche Studien- 
dauer alle r Jahrgänge a m s t ä n- 
d i sehen te eh n i sehen Inst i tute i n 
Prag dauern, insofern sich der 
Stiftling nach den für Stipendisten 
bestehenden gesetzlichen Bestim- 
mungen des Stiftungsgen usses 
w ürdig e r h ä 1 t. 

Die etwaigen Gewinnste der gewidmeten 
Lose sollen, solange Lose des Anlehens 
vom Jahre 1854 zu haben sind, in diesen 
und sodann in anderen verzinslichen, wo 
möglich verlosbaren Staatspapieren angelegt 
werden. 

Das jährliche Zinsenerträgnis von den 
neuen Staatspapicren ist zur Vergrösserung 
des für studierende Techniker bestimmten 
Stipendiums bis zu dem jährlichen Betrage 
von 300 fl. C . M. zu verwenden. 

Sollte der aus dem Stiftungscapitale 
resultierende Zinsertrag 300 fl. C. M. über- 
steigen, so ist dei' Mehrbetrag zur Gründung 
neuer Stipendien derart zu verwenden, dass 
die eine Hälfte des Mehrbetrages zu Stipen- 
dien für studierende Techniker , die andere 
Hälfte zur Errichtung von Reisestipendien 
verwendet werde. 

Die auf diese Art neuerrichteten Stipen- 
dien haben ins Leben zu treten, sobald das 
neue Stiftungscapital für studierende Tech- 
niker an Interessen 40 fl. C. M. und jenes 
für Reisestipendien 150 fl. abwirft. 

Der jährliche Genuss dieser Stipendien 
soll bei allfälligen weiteren Gewinnsten immer 
nur bis zur Höhe von 300 fl. C. M. ge- 
steigert und jede»' weitere Betrag tvieder 
zur Errichtung von Stipendien in der 
angegebenen Art und Weise venvendet 
werden. 


ftiditelstvi tech n i c k eh o ü st a r u 
mä, prozko u m ajic v dohodnut i 
s tech nick gm sborem uöitelsky in 
liodnost zadatclü a srozumöjic sc sc 
zakladat elem a 210 s m r t i j eh o s jeh o 
nejstarsim sgnrm, jestlize by tyz 
v Pr aze prümyslovy za vod d ule 
vedl, u predlo&eni ndlezite doloze- 
n eh o vykazn zadatclü pro nadaci 
tuto vzdy aspon tri zadatelc misto - 
drliteli v krdlovstv i Ceskem, jemuz 
pro nadaci tuto prdvo udileci pri- 
slus i, n avrhnout i. 


Pozitek nadace feto md pro 
celou ob v yklou dobn studii vseeh 
roentkü na stavovskem technick em 
nstavu v Pr aze trvati, pokud na- 
danec zpüsohilym züstane kn po zi- 
vil ni nadace re die zdkonnych usta- 
n o v em i pro nadancc platny ch. 


Pripadla-li by na nektery z venovanych 
losu vyhra, budiz ulozena v losech püjcky 
z roku 1854 , polend takove koupiti Ize, a po 
te v jinych znrovitelnych , pokud mozno 
slosovatelnych stdtnieh npisech. 

Rocniho vynosti ürokü novych stdtnieh 
papirü budiz uzito ke zvy&cni stipendia pro 
studujici techniky uröenelio az do sumy 
roönich 300 zl. konv. m. 

Prerysovala-li by suma ürokü z jistiny 
nadaöni 300 zl. konv. m., budiz prehytku 
niito k zalozeni novych stipendii v ten 
zpüsob, ze poloviny prebytkn upotrebiti jest 
ke zrizeni stipendia pro techniky , druhe 
poloviny ke zrizeni stipendii cestovnich. 


Zpüsobcm tim novö zrizend stipendia 
maji vejiti v zivot, jakmile norc jmeni na- 
daeni pro studujici techniky 40 zl. konv. m. 
a jmeni nadaeni pro stipendia cestovni 
150 zl. ürokü poncsc. 

Rocni pozitclc stipendii tcehto md se. 
docililo-li by se snad dalsieh vyher, vhly 
jen az do vyse 300 zl. konv. m. stupnovati, 
a kazde daUi sumy budiz uzito opet 
ke zrizeni stipendii udaneho druhu a 
zpüsobu. 


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101 


Adaiu Pollak. 


Adam Pollak. 


101 


Die Reisest ipcndicn sollen thcils für 
solche absolvierte Hörer der Technik, welche 
sich der Industrie widmen und durch Reisen 
ihre Bildung vervollkommnen wollen , thcils 
für solche absolvierte Techniker , welche sich 
bereits praktisch in Fabriken verwendeten 
und spceiclle Vcr fahrungsarten, neue Erfin- 
dungen des Auslandes kennen lernen wollen, 
bestimmt sein. 

Der Genuss der Reisestipendien hat 
höchstens durch 2 Jahre zu dauern. Der 
Vorschlag und die Verleihung derselben hat 
auf dieselbe Weise zu geschehen, wie dies 
bezüglich der Stipendien für studierende 
Techniker ausgesprochen wurde. 

Die E rfolgung des jeweil igen 
Stiftungsbetrages soll stets a m 
8. Juni eines jeden Jahres erfolgen. 

Die Verwaltung und Verrechnung des 
Stiftungsvermögens soll nach dem Stifts- 
briefe dem böhm. ständischen Landesaus- 
schusse oder der allenfalls an dessen Stelle 
tretenden jeweiligen Administrativbehörde des 
technischen Institutes zustehen. 

Diese Stiftung wurde auch vom Landes- 
ansschusse des Königreiches Böhmen ver- 
waltet ; nach Übernahme der beiden techni- 
schen Hochschulen in die Staatsverwaltung 
übergieng jedoch im Jahre 1876 die Verwal- 
tung an die k. k. Statthalterei in Prag , 
welche dieselbe bis jetzt besorgt. 

Gegenwärtig wird diese Stif - 
tnng i m Grunde des # 12 des orga- 
nischen Statutes für die beiden 
technischen Hochschulen in Prag 
abwe ch sein d über Terno - Vors ch lag 
des Rectors und des Professoren - 
Coli cgi ums der beiden Prager tech- 
nischen IIo ch sch ulen abwechselnd 
an einen Hörer der d eut sehen und 
b ö h m i sehen te ch n i s eh en Hochs ch u l e 
von der k. k. Statthalt er ei in Prag 
v erliche n. 

Das Vermögen dieser Stiftung beträgt 
1000 fl., ans dessen Erträgnisse ein Platz 
mit der Jahresgebür von 31 fl. 02 kr. 
dotiert wird. 


Stipcndia cestovni urccna budtcz jednak 
pro talovc absolvovane posluchace technikg, 
ktefi prümyslu se venuji a cestovdnim vzdö- 
lani sve zdokonaliti mini , jednalc pro takove 
absolvovane technikg, kteri jil prakticky 
v tovärnäch byli zamfstndni a speciclni 
zpüsoby vf/roby nebo nove vyndlezy cizozemska 
poznati chtöji. 

Pozitck stipendii cestovnich trvati md 
nejrysc po 2 Uta. Xdvrh a udileni diti se 
md v pricinc tcchto stipendii tymz zpüsolwm. 
jaky pri stipendiieh pro studujici technikg 
byl vytccn. 

Obnos nadaeni vyplatiti je st 
vzdy dne 8. cervna kazdcho roku. 

Sprdiva jment nadaöniho a vedeni uetü 
o nem pfisluseti md vcdle listu nadaöntho 
ceskemu stavovskemu ryboru zemskemu aneb 
onomu sprdvnimu uradu tcchnickeho nstavu, 
kteryz by na misto ceskeho stavovskeho zem- 
skeho vyboru nastoupil. 

Nadaci tnto , spravoval take zemsky 
vybor krälovstvi Ceskeho. Po prevzeti obou 
technickych nstavu do stdtni sprävy presla 
vsak roku 1876 sprdva na e. k. mistodrzi- 
telstvi v Prazc, ktcrcz nadaci dosud spravuje. 

Nyni udtlt nadaci tuto e. k. 
mistodrzitelstvi v Prazc po smyslu 
§ 12. stanov o organisaci obou tech- 
nickych vysokyeh skol v Prazc stfi - 
dave po t ernovem ndvrhu rektora a 
sboru profesorskeho obou Praz- 
skyeh technickych vysokyeh skol 
jednou po sl u ch a c i nemeclce, po- 
drulie poslucliac i ccske vysoke 
s lc oly tc ch n i c k e. 

Jment nadace obndst 1000 zl.; z jeho 
vytezku dotuje se jedno misto s roönim 
pozitkem 31 zl. 02 kr. 


I. 

( 15 kr. \ 

\ Stempel / 

Euere Excellenz! 

Als einen schwachen Ausdruck meines Dankes für den von Euerer Excellenz 
gnädigst bewirkten und mich so unendlich beglückenden Besuch Allerhöchst Seiner 
Majestät unseres allergnädigsten Kaisers in einem meiner Fabriks-Etablissements bitte 
ich Euere Excellenz die beifolgeuden 4 Lose des neuen Anlehens im Nominalbeträge 


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102 


Adam Pollak. 


Adam Pollak. 


102 


per fl. 1000 für die Widmung gnädigst aufzunehmen, dass selbe als ein Stiftungscapital 
diene, dessen Jahresinteressen und allenfällige sonstige Gewinnsterträgnisse unter dem 
Namen: „Franz-Joseph-Stiftung für Techniker“ als Stipendium für einen ausgezeichneten 
Hörer der Technik am hiesigen polytechnischen Institute im Sinne des nachträglich 
gehorsamst zu unterbreitenden Stiftsbriefes verwendet werden und die Verleihung dieses 
Stipendiums für jetzt Euerer Excellenz und für die Zukunft dem jeweiligen Landeschef 
des Kronlandes Böhmens zustehe. Nach vorläufiger gnädiger Genehmigung dieser meiner 
gehorsamsten Widmung werde ich wegen Ausfertigung des Stiftsbriefes das weiters 
Geeignete nach hoher Weisung veranlassen. 

Wünschend, dass dieses Denkmal der mich beglückenden allerhöchsten Huld Seiner 
Majestät gnädigst aufgenommen, bei anderen Industriellen Nachahmung finden und zum 
Fortschritte auf dem Gebiete der wissenschaftlichen Technik in unserem Lande beitragen 
möge, verharre ich in 


tiefster Verehrung 

Euerer Excellenz 

unterthänigster und treu gehorsamter 

Adam Pollak mp., 

Chef dos Fabriksbanses J. J. Pollak & Söhne. 


Priiscntirt: am 9. Juni 1804. 


Original bei der k. k. Statthaltern in Prag. 


Original u e. k. mistodrzitelstvi v Piazc. 


IT. 

( 15 kr. \ 

V Stempel. ) 

Stiftsbrief. 

Der gefertigte königl. ständische Landesausschuss urkundet hiemit mittelst dieses 
Stiftsbriefes, es habe Herr Adam Pollak, Chef des Fabrikshauses J. J. Pollak & Söhne, 
um den beglückenden und sein Fabriks-Etablissement höchst auszeichnenden, am 
8. Juni 1854 erfolgten Besuch Seiner k. k. apostolischen Majestät Franz Josef I. der 
Nachwelt zum Gedächtnisse zu bewahren und seine ehrfurchtsvolle Dankbarkeit für 
diese allerhöchste Gnade zum allgemeinen Nutzen der Industrien thatsächlich zu 
beweisen, beschlossen, für immerwährende Zeiten nachstehende Stiftung zu gründen, die, 
nachdem Seiner k. k. apostolische Majestät mit a. h. Entschliessung vom 28. Juli 1854 
hiezu die allerhöchste Bewilligung allergnädigst zu ertheilen geruht haben, den Namen 
„Kaiser Franz-Joscfs-Stiftung für Techniker“ führt. Dem zufolge widmete 
derselbe nachsteheude vier Loose des neuen Anlehens vom Jahre 1854, u. z. 


1. Serie Nro 475 Gewinn Nro 3 per . . 250 fl. CM. 

2. Serie Nro 475 Gewinn Nro 4 per 250 fl. CM. 

3. Serie Nro 475 Gewinn Nro 5 per 250 fl. CM. 

4. Serie Nro 475 Gewinn Nro 6 per 250 fl. CM. 


Zusammen im Nominalwerte von . . . 1000 fl. CM. 

als ein Stiftungskapital, dessen Jahresinteressen sofort sowie ferner die Interessen der 
allenfalsigen Gewinnsterträgnisse dieser Loose sodann als Stipendien für Hörer an dem 
gegenwärtigen ständ. technischen Institute oder an der künftig etwa an dessen Stelle 
tretenden höchsten technischen Lehranstalt zu Prag während der Studienjahre und nach 
Umständen auch für absolvirte Techniker als Reisestipendium zur Förderung wissen- 
schaftlich praktischer Ausbildung unter nachfolgenden Bestimmungen verwendet werden 
sollen. 


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103 


Ail;im I’ullak. 


Ailam l’ullak. 


103 


§ 1 . 

Der Genuss dieser Stiftung, welche sowohl zur Belebung des Fleisses und Belohnung 
eines ausgezeichneten Fortgangs in den technischen Wissenschaften als auch zur Förde- 
rung der praktischen Werkthätigkeit auf dem Gebiete der Gesammt-Industrie dienen 
soll, ist bestimmt für mittellose, ordentliche Hörer am ständ. technischen Institute in 
Prag, welche sich nach Ausweis ihrer Zeugnisse den Studien mit ausgezeichnetem Erfolge 
widmen. Obwohl aber dieses Stipendium, um den Studierenden in der freien Wahl ihres 
Berufes nicht hinderlich zu sein, bei dem Studium aller technischen Lehrfächer genossen 
werden kann, so sind doch jene Bewerber insbesondere zu berücksichtigen, welche sich 
der praktischen Industrie zuzuwenden gedenken und nach Massgabe der bereits zurück- 
gejegten Studien gegründete Hoffnung geben, in den mechanischen oder chemischen 
Wissenschaften erfolgreiche Fortschritte zu machen. Bei sonst gleicher Eignung der 
Bewerber soll die grössere Dürftigkeit entscheidend sein. 

§ 2 . 

Die Stiftung ist übrigens für Techniker ohne U n t e r s ch i e d der R e 1 i g i o n 
bestimmt, da nur die Verdienstlichkeit des Bewerbers, verbunden mit Mittellosigkeit, bei 
der Verleihung massgebend sein soll, doch ist es sein stifterischer Wille, dass auf 
Glaubensgenossen mosaischer Konfession in der Art Rücksicht genommen werde, dass 
bei sonst gleicher Würdigkeit der 'Stiftungsgenuss abwechselnd einmal einem christlichen 
und einmal einem mosaischen Bewerber verliehen werde. 

§ 3. 

Die Besetzung des Stiftungsplatzes hat nach Ausschreibung des Konkurses über die 
eingebrachten vollkommen instruirten Gesuche in folgender Weise zu geschehen : 

Das Direktorat des technischen Instituts hat nach im Einvernehmen mit dem Stifter 
und nach dessen Tode mit dessen ältestem Sohne, falls er in Prag ein industrielles 
Etablissement fortsetzen sollte, unter Vorlegung der gehörig instruirten Kompetententabelle 
im Wege der hohen Admiuistrativbehörde des ständ. technischen Instituts zum wenigsten 
drei Bewerber für den Stiltungsplatz dem jeweiligen Herrn Statthalter oder dem höchsten 
Vorstande der politischen Behörden im Königreiche Böhmen in Antrag zu bringen, Hoch- 
weichem die Verleihung des Stipendiums zusteht. 

Der Genuss des an studierende Techniker verliehenen Stipendiums hat für die 
ganze übliche Studiendauer aller Jahrgänge am hierortigen ständ. technischen Institute 
zu gelten, insofern sich der Stiftling nach den für Stipendisten bestehenden gesetzlichen 
Bestimmungen des Stiftungsgenusses würdig erhält. 


§ L 

Wie erwähnt soll der Zinsenertrag des Stiftungskapitals sofort als Stipendium für 
studierende Techniker in Genuss treten. Sollte aber einem oder mehreren der 4 zur 
Stiftung gewidmeten Loose ein Gewinnst zufallen, so leistet der gefertigte Stifter hierauf 
gänzlich und für immer Verzicht, und jeder fernere aus diesen Loosen resultirende 
Gewinn ist ein unbestreitbares, vollkommenes Eigenthum der von ihm gegründeten Kaiser 
Franz Josef I. Stiftung. Die etwaigen Gewinnste aus diesen Loosen sollen sodann, inso- 
lange die Loose des Anlehens vom Jahre 1854 noch zu haben sind, in diesen k. k. Staats- 
papieren, und falls solche nicht mehr zu haben wären, in andern k. k. verzinslichen 
Staatspapieren, und zwar wo möglich in solchen verzinslichen, die auch mit Verloosung 
verbunden sind, angelegt und das jährliche Zinsen-Erträgnis davon zur Vergrösserung 
des für studierende Techniker bestimmten Stipendiums bis zu dem jährlichen Betrage 
von 300 fl., d. i. dreihundert Gulden CM., für je einen Stiftungsplatz verwendet werden. 

Sollte der aus dem Stiftungskapital resultirende jährliche Zinsenertrag 300 fl. CM. 
übersteigen, so ist der Mehrbetrag zur Gründung neuer Stipendien in der Art zu ver- 
wenden, dass die Hälfte dieses Mehrbetrags als Stiftungskapital zu den bereits bespro- 
chenen Stipendien für studierende Techniker, die andere Hälfte zu Reisestipendien, wie 
weiter bestimmt wird, nach der in diesem § bereits angegebenen Anlegungsart elocirt 
werde. 


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104 


Adam Follak. 


Adam Pollak. 


104 


§ 5. 

Die aut’ diese Art neubegründeten Stipendien, beziehungsweise deren Genuss tritt 
dann in Wirksamkeit, sobald das jedem Stipendium zugewendete und sieh durch seine 
Zinsen mehrende Stiftungskapital, u. zw. bei dem Stipendium für studiereude Techniker 
einen jährlichen Ertrag von wenigstens 40 fl. CM., sage vierzig Gulden CMze, bei dem 
Reisestipendium einen jährlichen Ertrag von wenigstens 150 fl. C. M. abwirft. 

Der jährliche Genuss dieser Stipendien soll bei allen fälligen [sie! 1. allfälligen] 
weiteren Gewinnsten, u. zw. sowohl bei Stipendien für noch studierende Techniker als 
auch bei Reisestipendien, immer nur bis zur Höhe von 300 fl. C. M. gesteigert werden, 
und jeder weitere Mehrbetrag wieder zu Stipendien, wie im § 4. bestimmt wurde, weiter 
verwendet und angelegt werden. 


§ 6 . 

Die eventuellen Reisestipendien sind bestimmt theils für solche absolvirte Hörer 
der Technik, welche sich der Industrie widmen wollen, um durch Reisen ihre vollendende 
Bildung zu ermöglichen, theils für solche absolvirte Techniker, welche sich bereits prak- 
tisch in Fabriken verwendeten und spezielle Vcrfahrungsarten, neue Erfindungen des 
Auslandes kennen lernen wollen. 

Der Genuss dieser Reisestipendien ist für den Stipendisten mit der Verpflichtung 
verbunden, die auf den Reisen gemachten Erfahrungen zum Nutzen der Gesammtheit 
der österreichischen Industrie zu veröffentlichen und letztere dadurch zu fördern. 

§ 7 . 

Unter den Bewerbern um solche Reisestipendien sind demnach vorzugsweise jene zu 
berücksichtigen, ^welche nach ihren Studien, nach ihrer praktischen Verwendung die 
bevorzugte Eignung ausweisen, dem im § 0 mit diesen Reisestipeudien verbundenen 
Zwecke und der damit verknüpften Verpflichtung zu entsprechen. Bei gleicher Eignung 
ist dann die grössere Dürftigkeit massgebend. Der Genuss dieser Reisestipendien hat 
höchstens durch 2 Jahre zu dauern, und der Vorschlag und die Verleihung hat auf 
dieselbe Art zu geschehen, wie dies im § 3. rücksichtlich der Stipendien für studierende 
Techniker ausgesprochen worden ist. 


§ 3 . 

Zur bleibenden Erinnerung an den Tag. an welchem Se. k. k. apostolische Majestät 
das Etablissement zu besuchen geruhte, soll die Erfolgung des jeweiligen Betrages des 
für das vergangene Jahr verliehenen Stipendiums an jedem achten Juni erfolgen. 

§ 9. 

Es ist der Wunsch des Stifters, dass die Verwahrung, Verwaltung, Zuwendung und 
Verrechnung des Stiftungsvermögens nach den in diesem Stiftsbriefe ausgesprochenen 
Grundsätzen sowie die Durchführung uud Überwachung der Befolgung der stifterischer 
Bestimmungen der hochlöbliche böhm. ständische Landesausschuss oder die allenfalls 
an dessen Stelle tretende jeweilige Administrativbehörde des technischen Instituts 
übernehme. 


§ 10 . 

Sollte im Verlaufe der Zeit eine oder die andere der in diesem Stiftsbriefe aus- 
gesprochenen Bestimmungen unmöglich werden oder doch als unzweckmässig sich heraus- 
steilen, so behält sich derselbe vor, die entsprechende Abänderung in Vorschlag zu 
bringen. 

Sollte aber nach seinem Ableben eine solche Veränderung nothw r endig erscheinen, 
so könnte sie nur über Anträge des Lehrkörpers des hierortigen technischen Institutes 
und nach Erstattung des Vorschlags der hohen Administrativbehörde des technischen 
Instituts durch den jeweiligen Herrn Statthalter oder den höchsten Vorstand der politischen 
Behörden Böhmens erfolgen, immer aber bei Aufrechthaltung der im § 1. dieses Stifts- 
briefes ausgesprochenen Absicht. 


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105 


Adam Pollak. 


Adam Pollak. 


105 


Und so möge mit Gottes Segen diese gute Absicht zum Emporblühen der vater- 
ländischen Industrie und zur Förderung des technischen Wissens durch diese Stiftung 
mit stetem Gedeihen verwirklicht werden, wie dies ist der Wunsch des gefertigten 
Stifters. Der mitgefertigte böhm. ständische Landesausschuss als Administrativbehörde 
des aus dem ständischen Domestikalfonde erhaltenen ständ. technischen Instituts in Prag 
übernimmt und erklärt hiemit die Verpflichtung, diese Stiftung — nachdem die zu 
derselben gewidmeten spezifizirten Staatsloose bereits auf den Namen dieser Stiftung 
vinculirt und bei der Kassa des böhm. ständischen Domestikalfonds zur gesetzlichen 
Verwahrung deponirt worden sind — nach Weisung des stifterischen Willens für ewige 
Zeiten aufrecht zu erhalten, für deren getreuliche Erfüllung Sorge zu tragen, die Befolgung 
und Durchführung der Bestimmungen des Stiftsbriefs zu überwachen, hiernach das 
Stiftungsvermögen zu verwalten, die gesetzlichen Zinsen und Erträgnisse gesetz- und 
stiftungsgemäss verwenden und verrechnen zu lassen sowie mit dem gestifteten Kapitale 
keine anderen als nur die nach dem § 10. dieses Stiftsbriefes zulässigen Veränderungen 
vorzunehmen. 

Zum Beweise dessen wurde vorliegender Stiftsbrief von dem Stifter, dann von dem 
böhm. ständischen Landesausschusse unterzeichnet, in 4 Parien ausgefertigt, wovon ein 
Pare bei der h. k. k. Statthalterei, das zweite bei dem böhm. ständ. Landesausschusse, 
das dritte bei dem Direktorate des technischen Instituts hinterlegt und ein viertes Pare 
dem Stifter eingehändigt wurde. 

Prag, am 15. October 1850. 

(L. S.) Leopold Graf Thun mp., 

Obersthoflehenriehter. 

Karl Walther JUDr. mp., 

ständ. Landesausschussbeisitzer 


Nro 64.469. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der Böhmischen k. k. Statthalter ei. 

Prag, am 20. Dezember 1856. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Ziwna mp. 


(L. S.) . Adam Pollak mp. 

Karl Dambek mp., 
als Zeuge. 

Johann Schmidt mp., 
als Zeuge. 


Original bei der k. k. Statthalterei zu Prag. Original u c. k. imstodrzitelstvi v Praze. 


VI. 


14 


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106 


Kaiserin Elisabeth. 


Cisarovna Alzbeta. 


106 


400 . 

1854 

Juni 1. cervna. 


Kaiserin Elisabeth-Stiftung. 

I) i c S t u <1 i er enden de r 1 *r ayer 
U n i v er sit ä t haben z u r F e i c r d e r am 
3. Juni 1834: er folgt en Ankunft Sr. 
k. und k. Apostolischen Majestät 
Franz Josef I. und Ihrer k. und k. 
Apostolisch cn Majestät der Kai- 
serin Elisabeth in Frag eine Wohl - 
thätigkeitssammlung in ihrer Mitte eingc- 
leitet , und cs hat das von den Studierenden 
zur Feier der Ankunft Ihrer Majestäten 
gebildete Comite in der Sitzung am 1. Juni 
1854 beschlossen , den Ertrag der erwähnten 
Sammlung im Betrage von 015 fl. 52 kr. 
C. M. zur Errichtung einer S t if tu ng 
f ii r d ü r ft i ge U n i v e r s i t ä tshö r e r 
dem akademischen Senate der Pra- 
ger IJniversität übergeben. 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde am 
31. December 1855 ausgefertigt und am 
8. Feber 1850 von der k. lc. Statthalterei 
in Frag bestätigt. 

Diese Stift u n g , iv eiche de n 
X a m e n „ Kaiser i n E li sab et li - S t i f- 
t u ng a z u fü h ren hat , sollte al ij ä li r- 
l i eh a m 3. J u n i als de m G e d ä ch t n is - 
tage der Ankunft Ihrer k. und k. 
Apo st oli s chen Maj estät en in Frag 
a u f d i e I) a u e r eines J a h r es alte r- 
n ierc n d a n eine n d ii rft i gen Hörer 
der drei weltlichen Facul täten ver- 
liehen werden. 

Das Verleih u n g s r e ch t soll d c nt 
j e w eil i g e n S tat t halt c r v o n B ö li m e u 
ii b e r P r ä s ent at i on de s a k a d c m i s ch e n 
S e na t cs der Frager Fn i v er s i t ä t 
zustehe n. 

Um das Stiftungscapital zu erhöhen , 
soll unter den Studierenden der Prager 
Universität alljährlich am 3. Juni eine 
Sammlung zum Besten dieser Stiftung ein- 
geleitet werden. 

Nachdem seit dem Studienjahre 1882/83 
in Frag zwei Universitäten bestehen , wurde 
das Vermögen unter dieselben zu gleichen 
Thcilcn gethcilt , und cs erhielten die deutsche 
und bäh mische Karl- Ferdinands - 1 n i versität 
je 850 fl. in Wertpapieren und 452 fl. 
82 kr. in Barem. Weiters wurde bestimmt, 
dass diese Stiftung an jeder Universität nur 
jedes zweite Jahr zu verleihen sei. 


Nadacc tisarovny Alübety. 

S t u d uj i ci Frazs k 6 u n i v erst t g 
n spar ädal i n a oslav u p r ij ezd u 
Jelto c. a lc. Apostolslc eho Vclicen- 
stva Frantiska Josefa I. a Jejtho 
c. a lc. ApoHolskelio Velicenstva 
ctsafovng Alzbety dne 3. cervna 
1854 do Prall y mezi sebou dobrocinnou 
sbirku, a vybor , ktery lc slavnosti Jejich 
c. a lc. Velicenstev ze studentstva se ustavil, 
usnesl se r sezeni dne 1. cervna 1854 na 
tom , ze vytezek z tu ine ne sbirlcy v oh- 
ne su 015 zl. 52 kr. Iconv. m. oder z da 
s c na z r izeni nadace p r o pot r c b n c 
u n i v er sit n i p o s l u ch a c c. 


List nadaeni o nadaci teto byl dne 
31. prosince 1855 vyhotoven a c. lc. misto- 
drzitclstvim v Frazc potvrzcn. 

N a dacc tato , lct er d z ., n a d a c i 
cisarovny Alzbcty u slouti mä, 
hudi*z kazdoroene dne 3. cervna , totiz 
v p a m e t n i d e n p r ij cid u J cj i ch 
c. a lc. Apostel skyeh Velicenstev do 
Fra h y na d ob n j e d n o h o r o k u s t r i - 
d a v c pot r ebne m u posl. u ch a c i j c d n c 
ze tri svetskyeh faknlt udilcna. 

Frd vo ndilcci p r isjuset i mä 
r i d y m ist o d rzitel i v C e ch d ch p o 
p r e s c n t a c i a lc a d e m i c lc c h o s c n d t u 
F r a z s lc c u n i v e r s i t y. 

Aby jistina nadaeni sc zvütsila , usjio- 
radati jest mezi studujicimi Frazske univer- 
sity kazdoroene v den 3. cervna sbirku vc 
pr os preh nadace teto. 

Jelikoz pale od roku skolniho 1882/83 
stdvä v Fraze der unirersit , bylo jmeni 
obema rovnym dilem rozdelcno a obdrzcla 
nemeckd i ceskd Karlo-Fcrdinandova nni- 
versita po 850 zl. v cennych papirech a 
452 zl. 82 kr. na hotovosti. Dälc bylo sta- 
novenOy ze nadaci futo udileti jest na kazdc 
universitc jen leazdeho druheho roku. 


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107 


Kaiserin Elisabeth. 


Cisarovna Alzbeta. 


107 


Dies ivurde in den beiden Nachträgen 
vom 29. Feber 1884 und 2. Jänner 1884 
festgesetzt , welche mit dem Präsidial- Erlasse 
vom 8. April 1884 , Z. 2089 praes von der 
J:. k. Statthalterei in Prag bestätigt wurden . 

In dem zweiten Nachträge zu dem 
Stiftsbriefe vom 9 . Juli 1889 ivurde mit 
Rücksicht auf das Peinerträgnis des der 
böhmischen Universität gehörigen Stiftungs- 
eapitals bestimmt , dass an der böhmischen 
Universität diese Stiftung wieder alljährlich 
verliehen werde. 

(regen w ä rtig w i r d d i e s e S t i f- 
tnng von der k. k. Statthalterei in 
Prag über Präsentation der nie ade- 
rn i s eben Senate der be i d e n U n i v e r- 
sitäten , und zwar an der deutschen 
Universität jedes zweite Jahr und 
a n d e r b ö h m i s eh e n U n i v e r s i t ä t 
jedes Jahr , verliehen. 

Das von der k. k. deutschen Universität 
in Prag verwaltete Vermögen beträgt 1499 fl,., 
und das von der böhmischen Universität in 
Prag verwaltete Vermögen 1489 fl. 73 kr. 

Ans dem Rcinerträgnissc dieser beiden 
Sfiftungscapitalicn wird je ein Platz mit 
der Jahresgebür von 42 fl. dotiert. 


Ustanoreni tato stalo sc obema dodatkg 
ze dne 29. ünora 1884 a 3. Icdna 1884, 
kterez presidielnim vynosent ze dne 8. dubna 
1884 , 2089 jrntes., e. Je. mistodrzitelstvim 

v Praze pot erzeug byly. 

V druliem dodatku k listu nadaenimn 
ze dne 9. eerrencc 1889 Inf o vzldedem na 
cisfy vytezek jistiny nadaent ceske uni ver- 
site ndlczejict nstanoveno , ze na ceske uni- 
versite nadacc tato zase kazdoroene udilcti 
se md. 

Nyni ndtli nadaci tuto c. k. 
mist odrzit elstv i v Praze po presen- 
taci akade m i c k y eh Senat ü obo u u n i- 
rersit , a siee na ne merke uni versite 
kazdeho druheho roku a na ceske 
n n i v e r s i t c k azdoro e n e. 


C ’ k. ncmeckou universitou v Praze 
spravovane jmeni obndsi 1499 zl a jmeni 
ceskou universitou v Praze spravovane 
1483 zl. 73 kr. 

Z cisteho vynosu oboit techto jistin na- 
daenich dofuje sc po jednom nt iste s vorn Im 
pozitkem 42 zl. 


I. 

Auszug 

aus dem Sitzungsprotokoll dos Comites zur Freudenbezeugung über die Ankunft Ihrer 
k. k. Majestäten von Seite der Prager rniversitätshörer, vom 1. Juni 1854. 

Es wurde der Antrag gestellt, den Ertrag der Woliltkätigkeitssammlung als Anlage- 
kapital zu einer Stiftung für dürftige Universitätshörer zu verwenden. 

Der Antrag wurde angenommen, und auf Grundlage der weiteren Berathungen 
Nachstehendes beschlossen : 

A) Die Stiftung soll Kaiserin Elisabeth-Stiftung heissen, und wird der engere Aus- 
schuss beauftragt, zur Erwirkung der Allerhöchsten Bewilligung das Geeignete zu ver- 
anlassen. 

B) Es soll sich wegen der Entwertung des Stiftsbriefs und Vorlage desselben zur 
hohen Bestätigung an den akademischen Senat verwendet und soll demselben unter einem 
der Ertrag der Sammlung mit 014 fl. 52 kr. CMze zur einstweiligen Hinterlegung über- 
reicht werden. 

(j Folgende Punkte sollen als Stiftungsmodalitäten in den Stiftsbrief einbezogen 
werden : 

1. die Stiftung soll jährlich am 3. Juni als dem Gedächtnistage der beglückenden 
Ankunft Ihrer Majestäten für die Dauer eines Jahres verliehen werden, und soll am 
3. Juni 1855 die erste Verleihung statt haben. 

2. Das Verleihungsrecht soll dem jeweiligen Herrn Statthalter von Böhmen über 
Präsentation des akademischen Senats zustehen, und hat der engere Ausschuss diesfalls 
die geeigneten Schritte zu thun. 

3. Nachdem die Hörer der Theologie theils als Alumnen, theils als Ordenskleriker 
ihre Versorgung erlangen und sohin einer Unterstützung wenigstens nicht so dringend 
bedürfen, so soll der auf die Dauer eines Jahres festgesetzte Stiftungsgenuss nach der 
vom akademischen Senat zu bestimmenden Iteihenfolge jährlich an eine andere der 
[übrigen) 3 Fakultäten gelangen. 

VI. 14* 


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108 


Kaiserin Elisabeth. 


Cisarovna Alzbeta. 


108 


4. Um das Stiftungscapital mit der Zeit zu erhöhen, spricht das Comite den Wunsch 
aus, es möge von seinen nachkommenden Collegen jährlich am 3. Juni durch eine 
entsprechende Zeit eine Sammlung zum Besten dieses Stiftungscapitals eingeleitet werden. 

5. Um eine Gleichstellung der Fakultäten auch in dieser Hinsicht zu erzielen, 
sollen die Stiftungsbeträge für je drei auf einander folgende Jahre constant bleiben und 
erst nach Verlauf der drei Jahre in Folge des durch den sub C) 4. erwähnten Sammlungs- 
ertrag und dessen in der Zwischenzeit zugewachsene Interessen erhöhten Stiftungs- 
kapitals immer wieder gleichmässig für 3 Jahre erhöht werden. 

D) Die Comitemitglieder verpflichten sich, während ihres Verbleibens an der 
Universität dem sub C) 4. ausgesprochenen Wunsche die möglichste Förderung angedeihen 
zu lassen. 


Die Richtigkeit der Abschrift bestätigt der engere Ausschuss: 


Adolph Obentraut mp. 
Ladisl. Chmelensky mp. 
Clemens Aull mp. 


Rud. Gf. Chotek mp. 
Fritz Gf. Nostitz mp. 


Original ira Archiv der k. k. deutschen Karl- 
Ferdinands -Universität in Prag. 


Original v archivu c. k. nemecke Karlo- 
Ferdinandske university v Praze. 


II. 

Löblicher k. k. akademischer Senat! 

Die Studierenden der Prager Universität haben zur Feier der beglückenden 
Ankunft ihrer k. k. Majestäten in Prag über Genehmigung Seiner Excellenz 
des Herrn Statthalters und mit der Zustimmung eines löblichen akadein. 
Senats eine Wohlthätigkeits-Sammlung in ihrer Mitte eingeleitet. 

Um das Andenken an den beglückenden Tag der Allerhöchsten Ankunft 
Ihrer k. k. Majestäten auch in fernen Zeiten unter der Prager akademischen 
Studentenschaft zu erhalten, hat das zu diesem Zwecke gebildete Comite 
vorbehaltlich der hohen Genehmigung Sr. Excellenz des Herrn Statthalters 
beschlossen, den Ertrag der oberwähnten Sammlung als Anlagskapital zu einer 
Stiftung für dürftige Universitätshörer zu verwenden. 

Das ergebenst gefertigte Comite gibt sich demnach die Ehre, den Ertrag 
der genannten Sammlung mit G14 fl. 52 kr. CM. (sage sechshundert vierzehn 
Gulden 52 kr. Conv. Münze ~) Einem löblichen akademischen Senat mit der 
ehrfurchtsvoller Bitte zu überreichen, Derselbe wolle mit geneigter Rücksicht- 
nahme auf die laut a,nruhendcn Sitzungsprotokolls vom Comite beschlossenen 
Stiftungsmodalitäten den Stiftsbrief entwerfen und zur hocbortigen Bestätigung 
vorlegen. 

Das gehorsamst gefertigte Comite erlaubt sich hiebei die ergebenste 
Bitte zu stellen, Ein löblicher akademischer Senat wolle das Präsentationsrecht 
dieser Stiftung hochgeneigt übernehmen und die bei Seiner Excellenz dem 
Herrn Statthalter schon mündlich ausgesprochene Bitte um hochgnädige An- 
nahme des Verleihungsrechts der Stiftung und um die hohe Verwendung, 
dass dieser Stiftung die Auszeichnung werde, Kaiserin Elisabeth-Stiftung 
genannt zu werden, geneigtest unterstützen. 


*) Mit der Liste Nr. 14 folgt nachträglich vom 4. Juli 1 fl. CMze; sohin stellt sich 
der Ertrag mit 615 fl. 52 kr. Conv. Münze heraus. 


Obentraut mp. 


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109 


Kaiserin Elisabeth. 


Cfsarovna Alzbeta. 


109 


Die Subskriptionslisten und der Betrag von 614 fl. 52 kr. Conv. Mze *) 
folgen im Anschlüsse mit. 

Prag am 1. Juli 1854. 

Das Comite: 

Clemens Aull mp. Adolf Obentraut mp. Rud. Gf. Cbotek mp. Eduard Ritter von 
Wiedersperg mp. Emerich Gr. Cbotek mp. Lad. Chmelensky mp. Friedr. Janovsky mp. 
Adolf Ott mp. Emil Mayer mp. G. Schnabel mp. Julius Sigliartner mp. Wenzl 
Eduard Ivutschera mp. W. Sclienek mp. Jar. Rilke mp. Anton Spitzner mp. J. Alfred 
von Mürkenstein mp. Czyhlarz Karl mp. Demeter v. Mussalin mp. K. Reissig mp. 
Fritz Gf. Nostitz mp. Karl v. Herrnritt mp. Alfred R. v. Kundratitz mp. Victor von 
Mürkenstein mp. Vincenz R. v. Brechler-Troskovic mp. Josef Stummer mp. Karl 
Sazyma mp. Jaroslav Kotowic mp. Siegfried Loewenfeld mp. lv. Yieta mp. 
F. Nadhcrny mp. L. Stompfe mp. Karl Niessl mp. Carl 2idlicky mp. Fr. Dressier mp. 
G. Exeli mp. Theophil Pisling mp. 

(Rubrum :) Löblicher 

akademischer Senat! 

Das Comite 

zur Freudenbezeugung über die Ankunft 
Ihrer k. k. Majestäten von Seite der Prager 
Universitätshörer 

überreicht ergebenst den Ertrag der Wohl- 
thätigkeitssammlung mit 615 fl. 52 kr. CM. 
und bittet um die Realisirung des Comite- 
beschlusses vom 1. Juli 1854. 


Mit 615 fl. 52 kr. Conv. Mze. und 2 Bei- 
lagen. 


Original im Archiv der k: k. deutschen Karl- Original v archivu c. k. nem^cke Karlo-Ferdi- 

Ferdinands-Universität in Prag. nandovy uuiversity v Praze. 


III. 

Löblicher k. k. akademischer Senat! 

In Befolgung des Auftrags des löblichen k. k. akademischen Senats vom 
8. Juli d. J., N. E. 931, erlaubt sich das gefertigte Comite die Bitte zu 
stellen: 

Der löbliche k. k. akademische Senat wolle die Verwaltung des Ver- 
mögens der aus Anlass der beglückenden Ankuntt Ihrer k. k. Majestäten an 


*) Statt 614 fl. 52 kr. sage 615 11. 52 kr. CM. 


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110 


Kaiserin F.lisaliofli. 


Cfsarovna Alzlirta. 


110 


der Prager Universität zu errichtenden Stiftung geneigtest selbst über- 
nehmen. 

Prag den 12. Juli 1854. 

Für das Studentcn-Comite der Prager Hochschule zur Feier der Ankunft Ihrer 

k. k. Majestäten: 


Rudolf Graf Chotek mp. Klemens Aull mp. 

Fritz Graf Nostitz mp. Adolph Obentraut mp. 

Ladislav Chmelensky mp. 


(Rubrum :) 


Löblicher k. k. akademischer Senat! 


Das Prager Studenten-Comite zur Feier der 
Ankunft Ihrer k. k. Majestäten 

erstattet ad NE. 931 die vom löblichen 
k. k. akademischen Senat abgeforderte Er- 
klärung. 


Original im Arrliiv der k. k. deutschen Karl- 
Fmlinands-Universität in Prag. 


Original v arohivu c. k. ncineekc Karlo-Fordi 
nandovy university v Praze. 


Euer Ho cb w o h 1 g c b o r e n ! 

Das Comite zur Errichtung einer Studentenstiftung aus Anlass der jüngsten Anwe- 
senheit Ihrer Majestäten erlaubt sich nachstehend, die in der gestrigen Unterredung von 
Euer Hoch wohlgeboren angeregten Fragen über einige nähere Details der Stiftung zu 
beantworten. 

1. Den Punkt betreffend, welcher Fakultät zuerst das Stipendium zuzuweisen sei — 
ist das Comite der Ansicht, es möge bei Besetzung der Stiftung mit der juridischen Fa- 
kultät begonnen werden, da dieselbe nach der bestellenden Übung unter den weltlichen 
Fakultäten in der Reihenfolge die erste ist. 

2. Über die Frage, bei welchem Erträgnisse der Stiftung ein zweites Stipendium zu 
errichten sei, erlaubt sich das Comite seine Ansicht dahin abzugeben: es möge der löb- 
liche akademische Senat mit Berücksichtigung der Zeitumstände die Errichtung eines 
zweiten Stipendiums bestimmen, doch so, dass nicht eher ein zweiter Stiftungsplatz 
errichtet werden soll, ehe der erste nicht wenigstens 100 H. Conv. Mze. jährlich 
beträgt. 

3. Was die Qualifikation, die bei Besetzung der Stiftung zu berücksichtigen, an- 
belangt, so stellt das Comite die Bitte, der löbliche akademische Senat wolle mit haupt- 
sächlicher Berücksichtigung der Dürftigkeit die übrigen nöthig erachteten Bedingungen 
selbst festsetzen. 

4. Da das Comite mit Übergabe des gesammelten Geldes seine Wirksamkeit schloss 
und daher die Stifter nicht vertreten werden, so dürften zwei Stiftsbrief-Parien — für die 
k. k. Statthalterei und den k. k. akademischen Senat — genügen. 

5. Die Ausfertigungskosten des Stiftsbriefs wollen aus dem gesammelten Gelde be- 
stritten werden. Alle übrigen Modalitäten bleiben dem Ermessen des löblichen akade- 
mischen Senats überlassen. 


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111 


Kaiserin Elisabeth. 


Cisarovna Alzbeta* 


in 


Indem das Comite Euer Hoclnvohlgeborcn ergebenst ersucht, die Beantwortung dieser 
Fragepunkte zur geneigten Kenntnis des löblichen akademischen Senats zu bringen, 

zeichnen mit aller Hochachtung 
für das Comite 

Rudolf Graf Cliotek mp. Klemens Aull mp. 

Eadislav Chmelensky mp. Adolph Obentraut mp. 


(Adresse:) Sr. Iloehwohlgeboren dem Herrn Herrn 

Johann Mich. Haubtmann, 

JUPr., beeideter Lundesaüvokaf , Dekan des löbl. 
Doktoren-Cullegiuras der juridiselien Fakultät an 
der k. k. Universität 

ZU 


Prag. 


Original im Archive der k. k. deutschen Karl- 
Ferdinands-Universität in Frag. 


Original v areiiivu e. k. neinccke Karlo-Ferdi 
nandovy university v Fraze. 


V. 

S t i f t s b r i e f. 

Der k. k. akademische Senat der k. k. Carl-FerdinamUschen Universität zu Frag ur- 
kundet und bekennet mittelst dieses Stiftsbriefes : Die Studirenden der Frager U niversität 
haben zur Feier der beglückenden, am 3. Juni 1854 erfolgten Ankunft Sr. k. k. Aposto- 
lischen Majestät Franz Joseph I. und Ihrer k. k. Majesta't der Kaiserin Elisabeth in Prag eine 
Wohlthätigkeits-Sammlung in ihrer Mitte eingeleitet und, um das Andenken an den be- 
glückenden Tag der Allerhöchsten Ankunft Ihrer k. k. Majestäten auch in ferneren Zeiten 
unter der Prager akademischem Studentenschaft zu erhalten, durch das von ihnen zur 
Feier der Ankunft Ihrer k. k. Majestäten gebildete Comite den Ertrag der erwähnten 
Sammlung mit (115 fl. 52 kr. CM., schreibe: sechshundert fünfzehn Gulden 52 Kreuzer 
Convent. Münze, als Anlagskapital zu einer Stiftung für dürftige Universitätshörer dem 
akademischen Senate übergeben und beschlossen: 

I. Die Stiftung solle: „Kaiserin Elisabeth Stiftung“ heissen, und zur Erwirkung der 
Allerhöchsten Bewilligung das Geeignete veranlasst werden. 

II. Die Stiftung soll alljährlich am dritten Juni als dem Gedächtnistage der be- 
glückenden Ankunft Ihrer k. k. xYpostol. Majestäten für die Dauer eines Jahres verliehen 
werden, und soll nach dem Willen der Stifter am 3. Juni 1855 die erste Verleihung statt- 
haben. mithin der Stiftungsbetrag für die ersten drei Jahre aus den Interessen des 
Stiftungskapitals per (>00 fl. in 30 fl. CM. bestehen und nach Massgabe der jährlichen 
Sammlungserträge und der davon entfallenden Interessen immer von drei zu drei Jahren 
erhöht wmrden, bis er die Summe von 100 fl. CM. erreicht. 

III. Das Verleihungsrecht soll dem jeweiligen Herrn Statthalter von Böhmen über 
Präsentation des akademischen Senates zustehen. 

IV. Nachdem die Höi‘er der Theologie theils als Alumnen, tlieils als Ordenskleriker 
ihre Versorgung erlangen und sohin einer Unterstützung wenigstens nicht so dringend 
bedürfen, so soll der auf die Dauer eines Jahres festgesetzte Stiftungsgenuss jährlich an 
eine andere der übrigen drei Fakultäten gelangen und bei Besetzung der Stiftung mit 
der juridischen Fakultät begonnen werdou, da dieselbe unter den weltlichen Fakultäten 
in der Reihenfolge die erste ist. 


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112 


Kaiserin Elisabeth. 


Cisarovna Alzbeta. 


112 


V. Um das Stiftungskapital mit der Zeit zu erhöhen, soll von und unter den 
Studierenden der Prager Universität alljährlich am 3. Juni eine Sammlung zum Bestell 
dieses Stiftungskapitals eingeleitet werden. — Um eine Gleichstellung der stiftungs- 
genussberechtigten drei Fakultäten in jeder Hinsicht * zu erzielen, soll der Betrag des 
Stipendiums für je drei auf einander folgende Jahre unverändert bleiben und erst nach 
Verlauf der drei Jahre in Folge und [sic! 1. des] nach Massgabe des Sammlungsertrages 
und dessen in der Zwischenzeit zugewachsenen Interessen erhöhten Stiftungskapitals 
immer wieder gleichmässig für drei Jahre erhöht werden. 

VI. Die Verwaltung des Stiftungsvermögens steht dem k. k. akademischen Senate zu, 
und es sind daher auch die Erträgnisse der erwähnten Jahressammlungen dem k. k. 
akademischen Senate zur Verwaltung und fruchtbringenden Anlegung zu übergeben. 

VII. Wenn das Erträgnis der Stiftungskapitalien jährlich mehr als 100 fl. CMze 
(schreibe: einhundert Gulden CMze) beträgt, so steht dem k. k. akademischen Senate, 
wenn er es mit Berücksichtigung der Zeitumstände zweckmässig erachtet, das Recht 
zu, einen zweiten Stiftungsplatz zu errichten. 

VIII. Das Stipendium ist dem Dürftigsten der Bewerber, welche nach ihrem 
Verhalten des Stipendiums würdig erscheinen, zu verleihen. 

IX. Die mit der Realisirung der Stiftung und Ausfertigung des Stiftsbriefes verbundenen 
Auslagen sind aus dem Erträgnisse des Stiftungskapitals oder aus diesem selbst zu 
bestreiten. 

Nachdem nun Seine k. k. Apostolische Majestät Franz Joseph I. laut Dekrets des 
h. k. k. Unterrichts-Ministeriums vom 5. Juli 1854, Z. 9487, mit der Allerhöchsten 
Entschliessung ddto. Laxenburg den 28. Juni 1854 allergnädigst zu bewilligen geruht 
haben, dass diese Stiftung „Kaiserin Elisabeth-Stiftung“ heisse, nachdem ferner das 
obengenannte Stiftungskapital von 615 fl. 52 kr. CMze von den Stiftern dem k. k. 
akademischen Senate haar übergeben, von diesem in Rechnungsempfang genommen und 
dieser Stiftung gemäss Erlasses des h. k. k. Finanz-Ministeriums vom 15. Mai 1. J. 
Z. 12293 mit der Allerhöchsten Entschliessung Seiner k. k. Apostol. Majestät vom 
28. April 1855, h. Statthalterei-Intimat vom 5. Juli d. J., Z. 27.083, die Gebührenfreiheit 
allerguädigst zu Theil geworden; so wurde von diesem Kapital mit hohem Consense des 
h. k. k. Statthalterei-Präsidiums vom 27. August 1854, Z. 839, der Betrag von 600 fl. CM 
zu dem Nationalanlehen verwendet, der dabei gewonnene Nachlass ä 5 p. C. mit 30 fl. 
und die von dem Anlagskapital erübrigten 15 fl. 52 kr., dann die Ausgleichungsinteressen 
von den auf das Anlehen erlegten 600 fl. bis Ende Dezember 1854 per 9 fl. 34 kr. CM. 
in die Sparkassa eingelegt, wodurch das Anlagskapital per 615 fl. 52 kr. auf 655 fl. 
26 kr. CM. erhöht worden ist und dermal aus der Staatsschuldverschreibung vom 

31. August 1854 Nr. 4847 per 500 fl. — kr. 

dann der Staatsschuldverschreibung vom 31. August 1854 Nr. 26536 per . 100 fl. — kr. 
und einer Anlage in der Sparkassa auf das Büchel Fol. 16.972 Nr. 7970 per 55 fl. 26 kr. 

zusammen in . . . 655 fl. 26 kr. 
schreibe sechshundert fünfzig fünf Gulden 26 kr. Conv. Münze, besteht; nachdem endlich 
die Stifter alle übrigen bei Ausfertigung des Stiftsbriefes etwa nothwendig erscheinenden 
Modalitäten festzusetzen dem akademischen Senate überlassen haben, so wird hiemit 
weiter festgesetzt, dass bei Besetzung des Stipendiums die bestehende Rang- und Folge- 
ordnung, gemäss welcher der juridischen Fakultät die medizinische und dieser die philo- 
sophische zu folgen hat, zu beachten ist, und dass, wenn nach .Zulass des oben unter 
Absatz VII erwähnten Willens der Stifter ein weiteres Stipendium errichtet worden ist, 
dieses weitere Stipendium dem zweitwürdig befundenen Bewerber der in dem Genuss des 
ersten Stipendiums befindlichen Fakultät für die Dauer des Jahres zuzuwenden ist, in so 
lange dieses Stipendium nicht eben so viel, wie das erste beträgt, und dass, wenn auch 
das weitere Stipendium mehr als 100 fl. CM. beträgt, alljährlich die Bewerber von zwei 
der genannten Fakultäten zu berücksichtigen und zu betheilen kommen. 

Der k. k. akademische Senat der k. k. Universität zu Prag gelobet, die in diesem 
Stiftsbriefe enthaltene Stiftung und Verbindlichkeit nach dem Willen der Stifter genau in 
Erfüllung zu bringen, mit dem Stiftungskapital ohne Bewilligung der h. k. k. Statthal- 
terei keine Veränderung vorzunehmen. dasselbe treu und redlich zu verwalten und über 
dessen Verwaltung und Verwendung der k. k. Staatsbuchhaltung alljährlich die Rechnung 
zur Revision vorzulegen. 


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113 


Kaiserin Elisabeth. 


Cfsarovna Alzbeta. 


113 


Urkund dessen ist dieser Stiftsbrief in drei gleichlautenden Exemplaren, wovon 
eines bei der hohen k. k. Statthalterei in Prag, das zweite bei dem k. k. akade- 
mischen Senate und das dritte bei der k. k. Finanzprokuratur aufbewahrt wird, 
ausgestellt und von den d. Z. Mitgliedern des k. k. akademischen Senates und 
zwei Zeugen eigenhändig unterfertigt und mit dem Siegel der Universität versehen 
worden. » 

So geschehen Prag, am 31. Dezember 1855. 

Dr. Jakob Eduard Witak mp., (L. S.) Hieronymus Joseph Zeidler mp., 
als ersuchter Zeuge. Abt, d. Z. Rektor. 

Franz Pitha mp., 
d. Z. Prorektor. 

Dr. Fabian mp., 
d. Z. theol. Prof. -Dekan. 

Dr. Franz Schneider mp., 
d. Z. jurid. Prof.-Dekan. 

Dr. Ign. R. v. Nadherny mp., 
d. Z. mediz. Prof.-Dekan. 

Dr. Jos. Böhm mp., 

d. Z. philos. Prof.-Dekan. 

Dr. Prof. Petr mp., 
d. Z. theol. Dokt.- Dekan. 

Karl Walther JUDr. mp., 

d. Z. Dekan des jurid. Doktoren-Collegiums. 

Dr. Waller mp.. 
d. Z. med. Dokt.-Dekan. 

Kabesch mp., 
d. Z. philos. Doktoren-Dekan. 

Dr. Smutek mp., 
d. Z. theol. Prodekan. 

Dr. G. N. Schnabel mp., 

jur. Prodekan. 


Franz Alex. Chladek mp., 

erbetener Zeuge. 


Dr. A. Jaksch mp., 

mediz. Prodekan. 

Dr. Yietz mp., 
philos. Prodekan. 


Nr. 5850. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestättigt. 

Von der k. k. Böhmischen Statthalterei. 

Prag, am 8. Feber 1856. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Forgach mp. 


Original bei der k. k. Statthalterei zu Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 

VI. 15 


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114 


Kaiserin Elisabeth. 


Cisarovna Alzbcta. 


114 


( 50 Kreuzer \ 

Stempel. / 

N a ch t r a g 

zu dem Stiftsbriefe vom 31. Dezember 1855 über die Kaiserin Elisabeth-Stiftung für 
dürftige Hörer der weltlichen Facultäten der Prager Universität. 

Auf Grund des Gesetzes vom 28. Februar 1882, Z. 24 R.-G.-Bl., nach welchem 
vom Wintersemester 1882 — 1883 an in Prag zwei Universitäten, nämlich die k. k. 
deutsche Karl-Ferdinands-Universität und die k. k. böhmische Karl-Ferdinands-Universität 
zu bestehen haben, und des § 3 dieses Gesetzes, vermöge dessen rücksichtlich der Stif- 
tungen, deren Verwaltung, Verleihung oder Präsentation dem akademischen Senate, dem 
Rector oder einzelnen Professoren-Collegien zukömmt, beide Universitäten gleichberechtigt 
sind, insofern in den Stiftungsurkunden keine beschränkenden Bestimmungen enthalten 
sind, wurde von den Vertretern der k. k. Universitäten mit deutscher und böhmischer 
Vortragssprache in Prag beantragt, das bisher von der Universität verwaltete Stiftungs- 
vermögen nach Activierung der böhmischen medicinischen Facultät in zwei gleiche Hälften 
reell zu theilen. Die Theilung zu gleichen Hälften sollte jedoch nur dann stattfinden, 
wenn am Tage der Theilung die Activierung der böhmischen medicinischen Facultät un- 
abänderlich für das nächste Studienjahr feststeht. 

Andernfalls sind der deutschen Universität 4 / 6 , der böhmischen Universität 2 / ß zu- 
zutheilen, unter Wahrung des Anspruches der böhmischen Universität auf ein weiteres 
Sechstel für den Zeitpunkt der Activierung der böhmischen medicinischen Facultät. 

Dann wurde beschlossen, das Stipendium an jeder Universität nur jedes zweite Jahr 
zu verleihen. 

Diese Anträge wurden von dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht 
mit dem Erlasse vom 4. April 1883, Z. 5072, genehmigt. 

Infolge dessen wurde das vorhandene Vermögen der Stiftung zwischen den beiden 
Universitäten auf folgende Weise getheilt, und zwar erhielt die deutsche k. k. Karl- 
Ferdinands-Universität in Prag von diesem Vermögen 850 fl. in Wertpapieren und 
452 fl. 82 kr. in Barem, und die böhmische Karl-Ferdinands-Universität in Prag über- 
nahm von diesem Vermögen 850 fl. in Wertpapieren und 452 fl. 82 kr. in Barem. 

Der akademische Senat der k. k. deutschen Karl-Ferdinands-Universität in Prag 
übernimmt die Verwaltung des Stiftungsfondes und das im Stiftsbriefe vom 31. December 
1855 eingeräumte Präsentationsrecht und verbindet sich, dasselbe im Sinne des Stifts- 
briefes auszuüben, mit dem Stiftungsvermögen ohne Bewilligung der k. k. Statthalterei 
keine wie immer geartete Veränderung vorzunehmen und jährlich einen Gebarungsaus- 
weis der k. k. Statthalterei als Stiftungsbehörde vorzulegen. 

Dieser Stiftsbriefnachtrag wird in zwei Parien ausgefertigt und das eine Pare dem 
für die k. k. Statthalterei bestimmten Stiftsbriefpare und das zweite dem für die deutsche 
k. k. Karl-Ferdinands-Universität bestimmten Stiftsbriefpare beigeheftet. 

Prag am 29. Februar 1884. 

Akademischer Senat der k. k. deutschen Karl-Ferdinands-Universität. 

Per Prorector: Der Rector: 

Dr. E. Hering mp. (L. S.) Dr. F. Uippieh mp. 

Dr. J. Scherer mp. 

Univ. Kzl. Dir. 

Nr. 2080 präs. 

Vorstehender Stiftsbriefnachtrag wird bestätigt. 

Iv. k. Statthalt er ei -Präsidium. 

Prag am 8. April 1884. 

Der k. k. Statthalter: 

(L. S.) Kraus mp. 

Feldinarschall-Iiieutenant. 

Original bei der k. k. Statthaltern zu Prag. Original u e. k. mätodrzitelstvi v Praze. 


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115 


Kaiserin Elisabeth. 


Ctsarovna Alzbeta. 


115 



Dodatek 

k zakladni listine ze eine 31. prosince 1858 o nadaci Cisarovny Elisky pro clntde poslu- 

chace svetskyeh fakult university Prazske. 

V zäklade zakona danelio dne 28. ünora 1882., c. 24 r. z., podle ktereho pocinaje 
zinnrim behem 1882 — 1883 v Praze dv£ uuiversity byti maji, totiz c. k. nemecka uni- 
versita Karlo-Ferdinandska a c. k. ceska universita Karlo-Ferdinandska, a § 3 tolio zakona, 
podle ktereho ohledne nadaci, k nimz sprava, udeleni neb presentaci akademickemu 
senatu pfinalezi, obe university jsou rovnopravne, pokud v prislusnych listinach naflacmch 
nijakych obmezovacich ustanoveni neni. navrhlo se od zastupeü nemecke i ceske univer- 
sity v Praze, aby se jineni nadaeni, ktere dosud od university spraveno [sic] bylo, po 
aktivovani ceske lekarske fakulty ve dvou stejnych dilecli vecne rozdelilo. 

Rozdeleni na stejne dily rnelo jen tenkrate mista, kdyz v den rozdeleni jistota po- 
züstava, ze ceska lekarska fakulta v pristim roce studijnnn aktivovana bude, jinak by 
nemecke universite 4 / 6 a ceske universite 2 / ö pfideleny byly, zachovanim narokü ceske 
university na dalsi sesty dil v cas aktivovani ceske lekarske fakulty. 

Pak bylo urßeao, ze nadiini na kazde universite jen v kazdem druhem roce udeleno 
liyti ma. 

Tyto navrhy byly vysokym c. k. ministerstvem kultu a vyucovani vynosem ze dne 
4. dubna 1883, c. 5072, sclivaleny; nasledkem toho bylo jineni nadace mezi obema uni- 
versitami rovnomerne rozdeleno, a sice dostala ceska c. k. Karlo-Ferdinandska universita 
z toho jmeni 850 zl. v papirech cennych a 452 zl. 82 kr. v hotovosti. 

Akademicky senät c. k. ceske university Karlo-Ferdinandske vyslovuje. ze pfejima 
spravu jmeni nadaeniho a presentaeni pravo v nadaeni listine ze dne 31. prosince 1855 
ustanovene a zavazuje se ono pravo ve srayslu nadaeni listinv vykonati, s jmenim na- 
da/nim bez svoleni c. k. mistodrzitelstvi nizadnou zmenu predsevziti a kazdoroene vykaz 
o jednäni c. k. mistodrzitelstvi pfedloziti. 

Dodatek ten se ve dvou stejnopisech vyhotovil, ze kterych jeden k nadaeni listine 
u c. k. mistodrzitelstvi schovane a druhy k nadaeni listine pro c. k. ceskou universitu 
Karlo-Ferdinandskou shotovenou [sic] se pripoji. 

C. k. akademicky senat ceske u n i v e r s i tv Karl o-F e r d i n a n d s k e. 

V Praze dne 3. ledna 1884. 

(L. S.) Rauda mp., 

t. c. rektor. 

Dr. Weiss mp., 

t. c*. (lekan lekarske fakulty. 

Dr. F. Studnicka mp., 

t. e. prodekan c. fak. filos. 

Dr. J. Krejci mp., 

t. c. dekan fak. filos. 

W. W. Tomek mp., 
prorektor. 

Dr. Emil Ott mp., 

t. c. dekan fakulty pravnieke. 

Dr. Streng mp., 
t. o. prodekan. 

Dr. Kvicala mp. 

Prof. Zucker mp., 
prodekan priiv. fakulty. 

Eiselt mp. 

Dr. Ilanel mp., 

eien akad. senatu. 

VI. 15* 


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116 


Kaiserin Elisabeth. 


Cisarovna Alzbeta. 


116 


Tento dodatek k listu nadaeimu se stvrzuje. 


Ö. 2086 praes. 


Z c. k. mfstodrzitelskeho p r a? s i d i a. 
V Praze dne 8. dubna 1884. 


C. k. mlstodrzitel: 
(L. S.) Kraus mp. 

polni podmarsiilek. 


Original bei der k. k. Stattbalterei zu Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 



(' IS. 492. Spn. r. 1886. 


Drnhy dodatek 

k listu nadaeimu ze dne 31. prosince 1855 o nadam' Cfsafovny Alzbety. 

V dodatku ode dne 3. ledna 1884 k listu nadaeimu ode dne 31. prosince 1855 

o nadam cfsafovny Alzbety pro nuzne posluchace svetskveh fakult university Prazske 
bylo pri rozdelenf jmenf nadaenfho mezi c. k. nemeckou universitu Karlovu- 

Ferdinandovu v Praze a c. k. eeskou universitu Karlovu-Ferdinandovou v Praze 
ustanoveno, aby Stipendium na kazde universite toliko kazdeho druheho roku udf- 
leno bylo. 

Jelikoz vsak jm6nf nadaenf dosahlo vyse, ktera dovoluje, aby nadanee podelen byl 
vet£fm obnosem nez 42 zl., kdezto puvodnf pozitek nadaenf joste pred rozdelenfm jmenf 
nadaenfho mezi obe university Prazske obnasel toliko 30 zl., pokud se tvee pozdeji 

42 zl. : ustanovuje se timto, ze Stipendium na e. k. eeske universite Karlove- 
Ferdinandove v Praze nejen kazdeho druheho roku, nybrz kazdeho roku udfleno 

byti ma. 


C. k. akademicky senat ceske university Karlovy-Ferdinando vy 

v Praze. dne 9. eervence 1886. 


I)r. Ant. Fric mp., (L. 

t. 6 . dekan fil. fakulty. 

Dr. Yilem Weiss mp., 

t. c. dekan fakulty lekarske. 

Prof. Dr. Lad. Celakovsky mp., 
t. £. prodekan fak. filosofieke. 

Scliöbl mp., 

t. e. prodekan. 


S.) W. W. Tomek mp., 

rektor. 

Prof. Dr. Streng mp., 

t e. j)rorector. 

Prof. Dr. Ant. Rauda mp., 

t. e. dekan prav. fak. 

Prof I)r. Al. Zucker mp., 

t. e. prodekan präv. fak. 

Prof. Dr. J. J. Hanel mp., 

eien akad. senatu. 

Prof. V. Tomsa mp., 

eien akad. senatu. 

Prof. Dr. J. Gebauer mp., 
Clen akad. senatu. 


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117 


Kaiserin Elisabeth. 


Cisarovna Alzbeta. 


117 


Tento druliy dodatek k listu nadacfmu se stvrzuje. 

C. k. mistodrzit eis tvi v Ccchach. 
V Praze dne 26. rijna 1886. 


Za mistodrzitele: 
Friedl mp. 


C. 80453. 


Original bei der k. k. Statthaltern zu Frag. Original u e. k. mistodrzitelatvi v Praze. 


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118 


Rosina lizibfi. 


T! tizena Rzihov.i. 


118 


401 . 

1854 

Juni 10. eervna. 


Rosina Rziha’soh« Studentcn-Stiftung. 

Ros Inn llz i Ji a. geborene Frei in von 
Schorlemer , Bürgerswitwe in Pilsen . widmete 
in ihrem am 19. Juni 1854 zu Pilsen 
errichteten mündlichen Testamente ein Ca- 
pital von 1000 fl. C. M. zur Begriin- 
d u n g e i n e r S t n deute n-S t i ft u n g fü r 
arme Pilsner Studenten .*) deren 
Genuss durch alle Schulen dauern 
soll. 

Den V or schlag für die Be- 
setzung dieser Stiftung soll der 
V or steher des Pilsner Gymna- 
siums und die Gemeinderepräsen- 
tanz in Pilsen erstatten.**) 

Der Stiftsbrief wurde am 4. October 
1855 zu Pilsen ausgefertigt und am 5. J)e- 
cember 1855 von der 1c. 1c. Statthaltcrci in 
Prag bestätigt. 

Gegenwärtig wird diese Stij- 
tung über Vorschlag der Stadt ge- 
meinde Vertretung und der Gymna - 
sialdircctioncn in Pilsen an arme 
Studenten aus Pilsen von der 1c. 1c. 
Statthalterei in Prag verliehen. 

Das Vermögen dieser Stiftung , welches 
ebenfalls von der 1c. 1c. Statthalterei in Prag 
verwaltet n ird y beträgt 1020 ß.. aus dessen 
Erträgnisse ein Platz mit der Jahresgebiir 
von 05 fl. dotiert wird. 


Stndentske uadäni Riizeny Kzihovt 1 . 

Bü ze na Rz ihov d y rozend svobodnd 
pan! Schorlein erora, vdora po mesfanu 
v Plzni , renorala re sre ustni zdveti dne 
19. eervna 1854 v Plzni zrizene jistinu 
1000 zl. Iconr. m. na zaloz eni st n d e n t- 
slceho naddini pro chnde PI zensier 
Student y*) y jehoz poztvdni trvati 
md po rscehny skoly. 

Kdvrh na obsazeni teto nadace 
uciniti md vzdy pfedstaveny 
gymnasia Plzeüsfccho a obeeni zastu- 
pitelstvo v Plzni.**) 

List nadaeni byl dne 4. fijna 1855 
r Plzni vyhotoren a dne 5. p ros i nee 1855 
e. l\ mistodrzitelstvim v Praze pot erzen. 

Nyni udili se nadace tato c. 1c. 
mistodrzitelstvim v Praze po nd- 
vrhu me st sic eh o obeeniho zastupi- 
telstva a riditelstcv g ymnasij nich 
v Plzni chudym s Judentum z Piz ne. 

Jmini nadace feto, jez rovnez e. Je. 
mistodrzifelstvi v Praze spravuje , obndsi 
1020 zl.: z vytezku jeho dotuje se jedno 
misto s rohnin poFitlcem 05 zl. 


I. 

Cop. viel. 

M ii n d liebes Testament 

der hiesigen BUrgersfrau Rosina Iliha, gebornen Freiin von Schorlemer, am 10. Juni 1854. 


3. Vermache ich nachstehende Beträge zu frommen Zwecken und Stiftungen, 
und zwar: 


*) Nach (lein Erkenntnisse des k. k. Ver- 
waltung8gerichtshofe9 vom 22. September 1893, 
Z. 3190, ist diese Stiftung nicht ausschliesslich lur 
Schüler des deutschen Gymnasiums in Pilsen 
bestimmt. 

**) Laut des Erlasses des hohen Ministeriums 
für Cultus und Unterricht vom 23. Jänner 1880, 
Z. 658, hat der Verwaltungsgerichtshof entschieden, 
dass bei divergierenden Vorschlägen auf Besetzung 
dieser Stiftung der k. k. Statthalterei als dem 
dritten zur Mitwirkung berufenen Factor «Ins Ent- 
scheidungsrecht. zusteht. 


*) Vedle rozhodnuti c. k. spravniho dvoru 
poudniho ze dne 22. zari 1893, c. 3190, neni nadace 
tato urcena vylu^ne pro zäky ncmeckeho gymnasia 
v Plzni. 

**) Vedlo vynosu vysokeho ministerstva zale- 
zitosti ducho vnich a vyucovani ze dne 23. ledna 
1880, 5. 658, rozhodl sprävni dvur soudni, Ze roz- 
cluizf-li so uavrliv na obsazeni nadace teto. pHslusi 
prüvo rozbodnut.i c. k. mistodrzitelstvi jakozto tre- 
timu einiteli. ktorv ke «polupüsobeni jest povolüu. 


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119 


Rosina Rziha. 


Rüzeoa Rzihova. 


119 


a) der hiesigen Set. Bartholomäi-Kirche auf heilige Messen 

h) der hiesigen Franziskaner-Kirche auf heilige Messen 

Der hiesigen Franziskaner-Kirche auf deren Unterhaltung 

wofür an meinem und meiner verstorbenen Schwester Jeanette Geburts- und 
Sterbetage alljährlich heilige Messen für unser Seelenheil gelesen werden 
sollen. 

c) Dem hiesigen Schulfondc zur Gründung einer Stiftung für die Pilsner 

armen Studenten, giltig durch alle Schulen 

(I) dem k. k. Normal schulfonde 

c) dem Prager Invalidenhause 

f) dem hiesigen Armenfonde zur Vertheilung den Stadlarmen gleich am 

Tage meiner Beerdigung 

4. An Vermächtnissen bestimme ich 

a) der Frau Dekert 


500 fl. CM. 
250 fl. CM. 
250 11. CM. 


1000 11. CM. 
200 fl. CM. 
1000 11. CM. 

100 11. CM. 

1000 fl. CM. 


Zusammen in Banknoten . . . 4300 11. CM. 


10. Als Testamentsvollzieher bestimme ich den hierstädtischen Kassier H. Josef 
Machek. 


Karl Teissler mp., Josef Machek mp., 

Med. & C'hir. Pr., als Zeuge. Stadtkassier, als Zeuge. 

Filip Wieser mp., 
als Zeuge. 

Collationirt, und ist mit dem ungestempelten Originale gleichlautend befunden 
worden. 

Publ. 17. November 1854. 

K. k. Bezirksgericht Pilsen, 
den 2. November 1854. . 

Der k. k. B c z i r k s r i cli t e r : 

(L. S.) Feyl mp. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Stattlialterei Overeny opis u c. k. mistodrzitelstvl v Praze. 

in Prag. 


II. 

/ 3 fl. \ 

\ Stempel. J 

Stiftsbrief. 

Wir gefertigten Vorsteher des Pilsner städtischen Gymnasiums und die gefertigte 
Gemeinderepräsentanz der Kreisstadt Pilsen urkunden und bekennen kraft dieses Stifts- 
briefes, dass die hiesige, nunmehr verstorbene Bürgerwittwe Frau Rosina Rziha, geborene 
Freiin von Schorlemer, in ihrem zu Pilsen am 19. Juni 1854 verfassten Testamente 
ad § 3 lit. c den Betrag von eintausend Gulden CM. dem hiesigen Schulfonde zur 
Begründung einer Stiftung für die Pilsner armen Studenten, giltig durch alle Schulen, 
gewidmet hat. 

Dem zu Folge hat der von der Testatorin bestimmte Testamentsexekutor in der 
Person des Pilsner Stadtkassiers H. Josef Machek mit den legirten 1000 fl. CM. in 
Banknoten zwei b°/ 0 tige Staatsobligationen im Nominalwerthe per 1100 CM., und zwar 
eine derselben über 1000 fl. de dato Wien am 4. September 1852, Nr. 25.793, die andere 
über 1Ö0 fl. de dato Wien am 1. Mai 1833, Nr. 99.305, nach Abschlag der 8°/ 0 tigen 
Steuergebühr angekauft und richtig bezahlt, wodurch das Stiftungskapital fruchtbringend 
angelegt erscheint und der Zinsertrag desselben vom 1. Mai 1855 zu laufen anfängt. 


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120 


Rosina Rziha. 


Rüzcna Rzihova. 


120 


Nachdem auf diese Art die von der verstorbenen Frau Rosina Rziha testirte 
Studcuten-Stiftuug mit einem jährlichen Genüsse von 55 H. CM. vollkommen gesichert 
ist und die Obligationen für die Stiftung gehörig vinkulirt sind, so geloben wir gefertigten 
Vorsteher des Pilsner Gymnasiums und die gefertigte Gemeinderepräsentanz für uns und 
unsere Nachfolger, diese Stiftung nach Weisung dieses Stiftsbriefes für ewige Zeiten 
aufrecht zu erhalten und getreulich zu erfüllen, mit dem Stiftungskapitale ohne hoher 
k. k. Statthaltereibewilligung keine Änderung vorzunehmen und den jedesmaligen Vor- 
schlag für Besetzung des Stiftungsplatzes der hohen k. k. Statthalterei zur Bestätigung 
vorzulegen. 

Urkund dessen ist der gegenwärtige Stiftsbrief in drei gleichlautenden Parien, 
wovon das eine bei der k. k. Statthalterei, das zweite bei dem Studienfoiule und das 
dritte in der Depositenkassa der Pilsner Stadtgemeinde aufbewahrt werden soll, ausge- 
fertigt und von uns und zwei Zeugen gefertiget worden. 

Pilsen, am 4. Oktober 1855. 

(L. S.) Wanka mp.. 

Bürgermeister. 

Joh. Forst mp., 

Zeuge. 

Josef Adamowsky mp., 

Zeuge. 


Vinc. Graumann mp., 
Gymnasialdirektor. 

Jos. Ign. Ivloffetz mp.. 
Stadtrath. 

F. Gulden mp., 
Stadtrath. 


Nro 55.911. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestättigt. 

Von der Böhmischen k. k. Statthalt er ei. 

Prag, dm 5. Dezember 1855. 

Für den Statthalter: 

{L. S.) Forgäch mp. 


Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 


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121 


Johann Kollauf. 


Jan Kollauf. 


121 


402 . 

1854 

October 13. rfjna. 


Johann Kollauf sehe Studcnten-Stiftung. 

Johann K oll au /, Je. Je. Ingen ieur 
in Graz, Jiat in seinem Testamente de dato 
Graz am 13. October 1851 zu einem Stif- 
tungsplatzc f ii r einen st u d iere n d e n 
J ii n g l i n ff seiner V e r w andts eh af t 
ein Capital von 4000 fl. gewidmet. 

In Ermangelung von Anver- 
wandten des Stifters sollen auch 
fr e m de J ü n gl in ge aus Ch rou- 
stowitz oder dieser Pfarre zum 
St ift u ngsgenusse berufen sein. 

Der Stiftling soll dieses Stipendium 
nur so lange beziehen , als er sich alle Jahre 
mit guten Fortgangseiassen und einem streng 
moralischen Betragen bei dem Ortspfarrer 
von CJiroustowitz und bei der zuständigen 
Behörde ausiceist. 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde in 
CJiroustowitz am 12. November 1860 aus- 
gefertigt und von der Je. Je. Statthalter ei in 
Prag am 5. December 1860 bestätigt. 

Gegenwärtig wird diese Sti ft u n g 
von der k. Je. Statt Jialtcre i in Prag 
über Vor seht a g des Ch r o u s t o w itzer 
P fa r r er s v erlie h c n. 

Das Vermögen dieser Stiftung wird 
von derselben Landesstelle verwaltet und 
beträgt 8500 fl. 

Die Jahresgcbür des bestehenden einen 
Platzes ist mit 210 fl. festgesetzt.*) 


Studentske nadäni Jana Kollaufa. 

Jan Kollauf, c. Je. inznvjr vc Styr- 
skem r Hradci , venoval ve sve zdveti scpsanc 
vc StyrsJecm Hradci dne 13. fijna 1854 
jistinu 4000 zl. na zrizeni nadaeniho mista 
pro st u d nj i c i h o j i n ocha ze sv e h o 
pr Ib uz ens tva. 

N e n i-l i t u p r i b u z n fj ch za Je lad a- 
tclovi/cJi, povoiati jest Jeu po zitJcu 
nadac n i mu t a Je e ei z i j i n o eh // 
z Ch roustov ic neb z fa r n iho obvod u 
Ch roustov i c Je e Ji o. 

Nadanci melo sc stipendia toJioto jen 
po taJc dlouho dostävati , poJeud po vscchna 
leta dobrymi zndmJcami z prospcchu aprisne 
mravnym chovdnim u mistniho fardre 
v ChroustovicicJir a u pfislusncho üradu sc 
vyJedzc. 

List nadaeni o nadaci teto byl v Chrou- 
siovicich dne 12. listopadu 1860 vyJiotoven 
a c. Je. mistodrzitclstvim v Praze dne 5. pro- 
sincc 1860 potvrzen. 

Ny nt udili nadaci c. Je. m isto- 
dr z itelst v i v Praze po navr h u 
Chronst o v ick eJio fardre. 

Jmenl nadacc v obnosu 8500 zl. spra - 
vuje rovnez zminenc c. Je. mistodrzitelstvi. 

Nadacc md jedno misto , jcJioz roöni 
pozitele stanoven jest obnosem 210 zl.*) 


I. 

Testament. 

|ten # . j) em allmächtigen Schöpfer, der mir das Leben gab, mich nährte und dem ich 
alles verdanke, erstatte ich meinen demüthigsten Dank für seine Gnade und Güte und 
empfehle ihm auch meine sündige Seele zur weitern Barmherzigkeit. 


13 t e n*. y Al einem Stiftungsplatz für einen studierenden Jüngling meiner Anverwandten 
bestimme ich viertausend Gulden. 

Doch hat derselbe dieses Stipendium mit 200 fl. jährlich nur so lange zu beziehen, 
so lange er sich alle Jahre mit guten Fortgangsklassen und einem strengen moralischen 


*) Di«* Verhandlung wegen Erhöhung der *) V pWeine zvyseni roeniho pozitku. po pri- 

Jahresgehiir, eventuell wegen Errichtung eines pade zrizeni druhcho mista jiz se vyjednavä. 

zweiten Platzes wurde eingeleitet. 

VI. IG 


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122 


Johann Kollauf. 


Jan Kollauf. 


122 


Betragen bei dem Ortspfarrer von Chraustowitz und bei der zuständigen Behörde aus- 
weiset. 

Hat ein solcher Stiftling die Studien vollendet, oder hat er durch schlechten Fort- 
gang die Hilfe verwirkt, so soll das Stipendium als erledigt z \i betrachten und neu zu 
besetzen sein; wozu in Ermanglung der Anverwandten auch fremde Jünglinge von Chrau- 
stowitz oder dieser Pfarre berufen sind, und wobei der Chraustowitzer Pfarrer den Vor- 
schlag zu machen hat. 


Alles Obige wurde beim gesunden Verstände und freiem Willen unter Vorbehalt 
späterer Anordnung bestimmt. 

Gratz, am 13. Oktober 1854. 

Kollauf mp., 

Ingenieur. 

Collationirt und dem beim Verlassakte nach Johann Karl Kollauf aufbewahrten un- 
gestempelten Originale wörtlich gleichlautend befunden. 

Leibnitz, am 4. Oktober 185G. 

Der k. k. Notar als Gerichtscommissär 

(L. S.) Dr. Praunegger mp. 

Nr. 15.607. 

Collationirt und der vom Notariate in Leibnitz vidimirtcn ungestempelten Abschrift 
wörtlich gleichlautend befunden. 

Von der k. k. Direktion der Statthalterei-Hilfsämter, 

Gratz, am 27. November 1856. 

(L. S.) Ferd. Steinhäuser mp. 


Original bei der k. k. Statthalterei zu Trag. Original u c. k. mfstodrzitclstvi v Praze. 


XI. 

( 36 kr. \ 

\ Stempel. ) 

Stiftsbrief 

über die Johann Kolaufische Studentenstiftung. 

Der Unterzeichnete urkundet und bekennet hiemit: Es habe der k. k. Ingenieur in 
Graez Herr Johann Kolauf in seinem Testamente ddto. Graez am 13. Oktober 1854. 
Absatz 13 angeordnet: 

„Zu einem Stiftungsplatze für einen studierenden Jüngling meiner Anverwandten be- 
stimme ich viertausend Gulden, doch bat derselbe dieses Stipendium mit 200 fl. nur so 
lange zu beziehen, so lange er sich alle Jahre mit guten Fortgangsklasscn und einem 
streng moralischen Betragen bei dem Ortspfarrer von Chroustovic und bei der zuständigen 
Behörde ausweiset. 

Hat ein solcher Stiftling die Studien vollendet oder hat er durch schlechten Fort- 
gang die Hilfe verwirkt, so soll das Stipendium als erledigt zu betrachten und neu zu 
besetzen sein, wozu in Ermangelung der Anverwandten auch fremde Jünglinge von Chrou- 
stovic oder dieser Pfarre berufen sind, und wobei der Chroustowizer Pfarrer den Vor- 
schlag zu machen hat.“ 

Nach dem hohen Statthalterei-Erlasse ddto. Prag am 9. Juni 1860. Z. 31.923, hat 
die k. k. Landesliauptkassa für das vom k. k. Bezirksgerichte Leibniz eingesendete Johann 
Kolaufische Studentenstiftungskapital nach Abzug der 8°/ 0 Gebühr im Betrage von 
3680 fl. C. M. oder 3864 fl. 0. W., d. i. dreitausend achthundert sechzig vier Gulden in 


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123 


Johann KolJanf. 


Jan Kollauf. 


123 


öster. Wiilir.. durch die k. k. Staatsdepositenkassa die National-Obligation Nr. 68.558 
cldto. 1. Oktober 1858 pr. 4860 fl., d. i. viertausend achthundert sechzig Gulden, nach 
dem Course zu 7S V a °/ 0 erkauft, die Kaufsrechnung wurde dem Journale des Studenten- 
stiftungsfondes im Jänner 1. J. sub A. art. 406 beigelegt. 

Der Zinsenbezug von dieser Obligation, welche auf den Namen der Johann Kolau- 
fischen Studentenstiftung lautet, beginnt vom l tcn Oktober 1859 und beträgt nach Abzug 
der 5% Einkommensteuer jährlich 243 fl. O. W., wobei jedoch hei Bemessung des Stif- 
tungsgenusses noch der 5 w / tl Regiekostenbetrag in Abzug gebracht werden wird. 

Nach dem Kaufrechnungsausweise erübrigt ein barer Rest von 3 fl. 63 kr. O. \Y„ 
dieser Betrag wie das Agio für die in Silbermünze eingehenden Interessen werden, so 
lange letzteres besteht, zur Vermehrung des Stammkapitals verwendet werden. 

Diesem gemäss gelobet der Gefertigte für sich und seine Amtsnachfolger, diese 
Stiftung für immerwährende Zeiten aufrecht zu erhalten, die Interessen des Stiftungs- 
kapitals nach dem Wunsche des Testators einem fleissigen und sittsamen studierenden 
Jünglinge seiner Verwandtschaft und in Ermanglung eines solchen einem aus Chroustovic 
oder dieser Pfarre zuzusprechen. 

Die Vorsteher der k. k. Landeshauptkassa in Prag übernehmen die Verpflichtung, 
die Verrechnung des Stiftungskapitals zu führen, ohne Bewilligung der k. k. Statthalterei 
mit dem Stiftungskapitale keine Veränderung vorzunehmen und der k. k. Staatsbuch- 
haltung jährlich Rechnung zu legen. 

Zur Urkund dessen ist der gegenwärtige Stiftsbrief in 3 Exemplaren ausgefertigt, 
von dem Gefertigten unter Beidriickung des Amtssiegels und von zwei Zeugen eigen- 
liändig unterschrieben und von der betreffenden Behörde amtlich bestätigt worden, wovon 
das eine Pare bei der hohen k. k. Statthalterei, das zweite bei der k. k. Landeshaupt- 
kassa in Prag und das dritte im Chroustowitzer Pfarrarchive auf bewahrt wurde. 

Chroustovic. am 12. November 1860. 

Franz Matejka mp. 
als Zeuge. 

Jos. Steppan mp., 
als Zeuge. 

Adolf Hertl mp., 
k. k. Controlor. 


(L. S.j . Franz Müller, 

Pfarrer. 

Augustin Job. Viditz mp., 
k. k. Hauptkassen-Direktor. 


Nr. 02.138. 

Vostehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestättigt. 

Von der k. k. S t a 1 1 h a 1 1 e r e i. 

Prag, am 5. Dezember 1860. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Kellersperg mp. 


Original bei der k. k. Statthalterei zu Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 


VI. 


10 * 


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124 


Maria Augeskv I. 


Marie Augeska I. 


124 


403 . 

1854 

November C. listopadu. 


Maria Augesky’sche I. Messen- und 
Studeiiten-Stiftung. 

Maria Auge sk y errichtete zum An - 
denken an ihren verstorbenen Gatten Karl 
Augcsky , fürstlich Schwarzenberg' sehen 
Archivs- Dir ector in Wittingau , mittels 
Widmungsurkunde de dato Wittingau vom 
G. November 1854 eine Messen - und Stu- 
denten-Stiftung und widmete zu diesem 
Zwecke eine o°/ 0 Particular-Obligation der 
Wiener Nordeisenbahn über 1000 fl . C. M. 
Da sich dieses Wertpapier in der Eigen- 
schaft als Privatpapier nicht zur Vincu- 
lierung eignete , wurde dasselbe börscnmässig 
verkauft und für den Erlös eine 5°/ 0 
Staatsschuldverschreibung übci' 1000 fl. an- 
gekauft. 

Von den Interessen dieses Capital s im 
Betrage von 50 fl. C. M. sollen alljährlich 
zwei hl. Messen , und zwar eine hl. 3Iesse 
am 14. März für den Gatten der Stifterin 
Karl Augcsky , und die andere während der 
Octav des hl. Schutzengelfestes für die 
Stifterin gelesen werden. 

Ferner sollen von den Stif- 
tungsint er essen j ä li r l i eh 20 fl. C. 31. 
an zwei arme , talentierte und in 
Wittingan geborene Knaben , deren 
Armut und Abkunft legal enviesen 
s e i n m u s s, u n d w e l ch e die Witt i n- 
gauer Haupt schule besuchen oder 
a n e i n e r andern Le h ra ns t alt 
s i ch d e n S t n d i e n w i d m e n u n d 
e i n en guten Fort g an g a u sw e i s e n , 
über Vorschlag des jeweiligen 
Wi 1 1 i nga u e r S tadtde eh antes d u r ch 
das fürstliche P atr onat s um t, und 
zw. ein jeder mit 10 fl. C. 31. be- 
t heilt werden. 

K i n d e r u n d W a i sen , w eiche aus 
der De sc enden z der To ch t er der 
St ifterin Karoline Aug esky, ver- 
ehelicht m it Joh ann Putsch ek, k. k. 
S teue re in ne h m er in Lom n itz , sta m- 
men , und die ausnahmsweise nicht 
in Wittingau geboren sein müssen , 
sind besonders zu berücksich- 
tige n. 


I. mesni a studentske nadäni Marie 
Angeske. 

31 a r i e Augeskd zfidila k upomince 
na sveho zesnuleho manzela Karin Augeskeho , 
knizeetho Schicar zenbersk (ho riditele archivu 
r Tfeboni , venovaci listinou sepsanou v Trc- 
boni dne G. listopadu 1854 mesni a stu- 
dentske nadäni a vvnovala k iicehi tomuto 
f>% dilci dlnzni npis Vidcnske sec cm i 
drdhy na 1000 zl. konv. m. Ponevadz tento 
ccnmj papir jakozto npis soukromy k vin- 
kuloväni se nchodil, byl die bursovni ceny 
produn a za obnos takto ziskany 5°/ 0 stätni 
dluzni npis na 1000 zl. zakoupen. 


Z ürokü teto jistiny v obnosu 50 zl. 
konv. in. slouziti jest kazdoroenö dve mse sr. 
a sice jednu msi sv. dne 14. brezna za 
manzela zakladatclcinu Karla Augeskfho a 
druhou msi sv. r oktävu slavnosti sv. Andel ü 
strähnjeh za zakladatelku. 

Däle jest z ü r o k ü n a d a ( n i ch 
kazdoroene 20 zl. konv. m. ryplatiti 
d v cm a ch u d y m, n ad an y m a v T f c- 
b o n i ro ze n y m h o ch ü m, j i ch z ch ud ob a 
a rod zäkonnym zpüsobem prokä- 
z an y b y t i m u s i, a k tefi Tr eh o n s k o n 
h lav n i s kol n n a v s t c v uj i a n eb na 
j i n e m u eil i s t i st u d i i m s e ven uj i a 
dob ry pro s p e ch p r o k ä zi, po ndvr h n 
Trebonskeho me st sk (ho dekana kni* 
zeeim patronätnim n fadem a sice 
kazdemu 10 zl. konv. m. 


K d et ein a s irotk um, kteri z po- 
tomstva de erg zakladatel ( iny Ka- 
r o 1 i n y Auge s lc e p r ovdane za Ja n a 
Tut sch ka, e. k. berniho vybörciho 
v Lom n i c i , p o ch äzi a kt er i v y m i - 
n e c n c n e m u s i v Tfeboni roze n i byt i, 
budiz obzvldste p f ihlize n o. 


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125 


Maria Augeskv T. 


Marie Angeska I. 


125 


Die Süßlinge sollen sich jährlich mit 
ihren Studienzeugnissen hei dem Wittingauer 
Directorialamte aimceisen , oh sie des Fort - 
hezuges dieser Stiftung würdig sind oder 
nicht . 

Der Genuss dieser Stiftung 
hat bis zu r Vollen d u ng de r S t u d i e n 
z u d a u e r n. 

TJos schliesslich nach Bezahlung der 
Stift ungsgebüren und anderweitigen Auslagen 
von den Stiftungsinteressen erübrigt , soll 
zur Bildung eines neuen (Kapitals verwendet 
werden , und sobald dieses 100 fl. C. M. er- 
reicht, soll es fruchtbringend angelegt werden. 
Die hievon entfallenden Interessen sollen 
sodann zu gleichen Theilen unter die zwei 
Stifflinge vertheilt werden. 

Dies soll solange fortgesetzt werden , 
bis die Gebar beider St udenten-Stif langen 
100 fl. (\ M. beträgt. 

Sobald dies der Fall ist , ist zur Er- 
richtung einer 3. Stiftung zu schreiten. 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde unterm 
7. Juli 1850 ausgefertigt und unterm 
31. Jänner 1837 von der k. k. Statthalt er ei 
in Prag bestätigt. 

G e gen wärt ig wird diese Stif- 
tung über Vorschlag des jeweiligen 
Dechant es in Witt i n g a u v o n d e m 
f ii rstl i ch S ch w arzenbe rgs chen Pa- 
tronat samtc in Witt in g au ver- 
liehe n. 

Das Vermögen dieser Stiftung, welches 
von demselben Patronatsamte verwaltet icird, 
beträgt 2174 fl. ü4 l f q kr., aus dessen Er- 
trägnisse zwei Plätze für Studenten , jeder 
mit 30 fl. jährlich , dotiert werden. 


Neuland maji se kazdoroene svymi vy- 
svedeenimi studijnimi u Trebonskeho uradu 
direktorialmho prokdzaü , zda zasluhuji 
dalsiho uzivdnt nadace neb ne. 

Pozitelc nadaeni trvati md az 
d o u k once n ist u d i i. 

Zbytku , kteryz koneöne po zapraveni 
nadacnich platu a jinych vyloh z nadacnich 
nrokn zbude, pouzito budiz lc zalozeni nove 
jistiny, a jakmile tato na obnos 100 zl. Jconv. 
m. vzroste , budiz na ürok ulozena , a budtez 
pak uroky rovnym dilcm mezi oba nadance 
rozdilcny. 


Zpusobem tim pokracovati jest tak 
dlouho, az by plat obou studentskyeh naddni 
100 zl. konv . m. obnäscl. 

Jakmile se tak stane, budiz prikroeeno 
kc zrizenl nadace treti. 

Nadacnl list o nadaci teto byl dne 
7. cervence 1850 vyhotoven a dne 31. ledna 
1857 c. k. mistodrzitelstvim v Praze potvrzen. 

Ny nt udili nadaci tuto po n d- 
v rhu d Sk a na v T r ebo n i kn iz ec i 
S eh warzenbersky patrondf n i n rad 
v Treboni. 


Jnuni nadace teto , spravoratie tymz 
n rädern patrondtnim, otmäsi 2174 zl. 54 V 2 
kr. ; z vytczku jelw dotuji se die mista pro 
studenty s roenim pozitkem po 30 zl. 


15 kr. \ 
Stempel. J 


X. 

Löbliches Patronatsamt! 


Um das Andenken meines in Gott verstorbenen unvergesslichen Gatten Carl Augesky, 
fürstlich Schwa rzenbergschen Archivs-Direktors in Wittingau, nach dem Drange meines 
Herzens und nach meiner religiösen Überzeugung zu ehren und zugleich seinen innigsten, 
bei Lebzeiten oft geäusserten frommen Wünschen dankbar nachzukommen, habe ich 
mich entschlossen, bei der Wittingauer Decanalkirche St. Aegidii Abbatis eine Messen- 
stiftung für meinen Gatten und für mein eigenes Seelenheil zu errichten, zu welchem 
Lehufe ich eine fünfperzentige Particular - Obligation, auf 1000 fl. CM. lautend, vom 
1. April 1847, Nr. 1016, unter Hypothek der Wiener Nordeisenbahn bestimme und diese 
Obligation zu dem genannten frommen Zwecke den Herren Patronats- und Kirchenvor- 
stehern zu Wittingau als Eigenthum der erwähnten Decanalkirche hiermit auch übergebe, 
damit sie dafür Sorge tragen, dass diese Obligation für die gedachte Kirche als Messen- 
stiftungskapital gehörig vinculirt und auch nach meiner Willensmeinung der noth- 
wendige Stiftsbrief unter nachstehenden Modalitäten entworfen und zur hochstelligen 
Bestätigung vorgelegt werde, und zwar: 


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120 


Maria Augesky I. 


Marie Augoska I. 


120 


1. Es sollen jährlich in der Wittingauer Dccanalkirche zwei heilige Messen Gott 
dargehracht werden, und zwar die eine am 14. März für die Seelenruhe meines Gatten 
Carl Augesky und die andere während der Octav des heiligen Sehutzengelfestes auf 
meine eigene fromme Meinung, jedoch sollen diese heiligen Messen stets frühen von der 
Kanzel gehörig verkündigt und nach ihrer Persolvirung vom Priester ein andächtiges 
Suffragium für die Familie Augesky gebetet werden. 

Auch sollen diese heiligen Messen mit der Orgel begleitet und dabei von vier 
Chorsängern abwechslungsweise die Litanei zu Allen Heiligen und zu der gnadenreichen 
Mutter Maria abgesungen werden, und zwar jedesmal vor der heiligen Wandlung — nach 
der heiligen Wandlung soll der lateinische Busspsalm Miserere uud zum Schlüsse das 
Animas Fidelium erbaulich gesungen werden: alsdann haben 40 Bettler in der Kirche 
den Rosenkranz auf unsere fromme Meinung laut zu beten. 

2. Fiir diese Andacht hat aus den jährlichen Interessen des Stiftungskapitals zu 
empfangen der persolvirende Priester fiir das hochheilige Messopfer mit Einschluss der 


Verkündigung und des Suttragiums ä 1 fl. 30 kr 3 fl. — kr. CM. 

die 2 Ministranten ä 3 kr., tur zweimal — fl. 12 kr. CM. 

der Kirchendiener ä 15 kr., für zweimal . — fl. 30 kr. CM. 

die Kirche als Ersatz für Licht und Apparamcnte von jeder heiligen 

Messe 1 fl., macht 2 fl. — kr. CM. 

der Organist ä 30 kr 1 fl. — kr. CM. 

die vier Chorsänger ä 15 kr., für zweimal 2 fl. — kr. CM. 

der Baljcentreter ä 10 kr — fl. 20 kr. CM. 

die 40 anwesenden Annen ä 3 kr., für zweimal 4 fl. — kr. CM. 

welches jährlich zusammen . . . 13 fl. 02 kr. CM. 

ausmacht. 


3. Dann sollen von den Stiftungsinteressen jährlich 20 fl. CM. an zw r ei arme 
talentirte und in Wittingau geborene Knaben, deren Armut jedoch und Abkunft legal 
erwiesen seine muss, und welqhe die Wittingauer Hauptschule besuchen oder an einer 
anderen Lehranstalt sich den Studien widmen und dabei wohlverhalten sind und einen 
guten Fortgang machen, über Vorschlag des jedesmaligen Wittingauer Herrn Stadt- 
dechants durch das löbliche Wättingauer fürstliche Patronatsamt ein jeder mit 10 fl. CM. 
zur Beischaflung von Büchern, Kleidungsstücken und anderen Nothwendigkeiten bethei- 
liget werden, besonders kommen hierbei W’aisen und Kinder in der Descendenz aus der 
Ehe meiner Tochter Karoline Augesky mit dem H. Johann Tutschek, k. k. Steuerein- 
nehmer in Lomnitz, welche ausnahmsweise nicht in Wittingau geboren sein müssen, 
zu berücksichtigen. Auch sollen sich die Stiftlinge jährlich durch das Studienzeugnis bei 
dem Wittingauer Directorialamte ausweisen, ob sie den ferneren Stiftungsgenuss zu 
beziehen würdig sind oder nicht. Der Stiftungsgenuss hat bis zur Vollendung der 
Studien zu dauern, 

4. Was nach Bezahlung dieser ausgesetzten Stiftungsgebühren und anderweitiger 
im Interesse der Stiftung nothwendiger Auslagen von der jährlich an Stiftungsinteressen 
einfliessenden Summe per 50 fl. CM. erübriget, soll zur Bildung eines neuen Kapitals 
verwendet werden, und bis dieses neue Kapital auf 100 fl. CM. angew f aelisen ist, soll 
man es fruchtbringend anlegen, und die davon entfallenden jährlichen Zinsen sollen zu 
gleichen Theilen unter die oben erwähnten zwei Stiftlinge vertheilt werden, wobei 
bemerkt wird, dass der oben vom Stammkapital ersparte Interessenbetrag abermals zu 
kapitalisieren und, wenn er die Summe von 100 fl. CM. erreicht hat, wieder in der oben 
erwähnten Weise zu verwenden ist, bis eine jede der zwei Studentenstiftungen auf den 
Genuss von jährlichen 100 fl. CM. herangewachsen ist; alsdann soll man in der oft 
erwähnten Weise für die Errichtung einer dritten Stiftung Sorge tragen und soll meine 
und meines seeligen Gatten Intention fortgesetzt werden. 

5. Für den Fall, dass nicht vorhergesehene Auslagen von den Stiftungseinkünften 
zu bestreiten wären, so sind zur Tilgung solcher grösseren Zahlungsprästationen die 
oben angeführten neu zu creirenden Hundert-Gulden-Kapitalien zu verwenden, um das 
Haupt kapital von 1000 fl. CM. unangegrift'en zu verwahren. 

6. Sollte es aber geschehen, dass die Obligationen von 100 fl. auf 80 fl. sinken 
sollten — so ist der Abgang an Interessen denen Stiftlingen abzuziehen, hingegen bleibt 
der für das heilige Messopfer angesetzte Betrag stets unverändert. Geruhe deshalb Ein 


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127 


Marie Awgeskä I. 


127 


Maria Augesky I. 


löbliches Patronat samt, die Stiftungsobligaiion in Empfang zu nehmen, das Nothwendige 
zur Bestätigung der Stiftung ungesäumt einzuleiten, den Stiftsbrief nach diesen meinen 
unabänderlichen Willensbestimmungen zu entwerfen und zur hochstelligen Bestätigung 
recht bald vorzulegen, damit die Stiftung schon im Verlaute des Jahres 1855 
flüssig werde. 

Wittingau. den 6. November 1854; 


Maria Augesky. 
Witwe. 


Original 1>- i der k. k. Bczirksliaupt raarmsebaft Original u c. k. okresnilio liejtmanstvi 

in Wittingau. v Treboni. 


II. 

/ 3 fl. \ 

V, Stempel. ) 

Stiftnngsbrief. 

Wir endesgefertigten geistlichen und weltlichen Vorsteher der Wittingauer Decanal- 
kirche St. Aegidii Abhatis, Budweiser Kreises in Böhmen, beurkunden hiemit. dass die 
Frau Maria Augesky vermög Widmungsurkunde vom 6. November 1S54. Präs. 18. December 
1854, Nr. Exil. 1468, um das Andenken ihres in Gott verstorbenen unvergesslichen 
Gatten Carl Augesky, fürstlich Schwarzenberg'schen Archiv-Directors in Wittingau. 
nach dem Drange ihres Herzens und nach ihrer religiösen Ueberzeugung zu ehren und 
zugleich seinen innigsten, bei Lebzeiten oft geäusserten frommen Wünschen dankbar 
nachzukommen, sich entschlossen habe, bei der Wittingauer Decanalkirche St. Aegidii 
Abhatis eine Messenstiftung für ihren Gatten und für ihr eigenes Seelenheil zu errichten, 
zu welchem Behufe dieselbe eine fiinfpereentige Particular-Obligation, auf 1000 fl. CMzc 
lautend, vom 1. April 1847 Nr. 1016 unter Hypothek der Wiener Nordeisenhahn zu dem 
genannten frommen Zwecke den Patronats- und Kirchenvorstehern zu Wittingau als 
Eigenthum der erwähnten Decanalkirche am 6. November 1854 übergehen hat, damit 
sie dafür Sorge tragen, dass diese Obligation für die gedachte Kirche als Messenstiftungs- 
eapital gehörig vinculirt werde. 

Nachdem jedoch diese oben erwähnte Nordeisenbahn-Obligation Nr. 1016 per 1000 fl. 
CMze welche [sic] in der Eigenschaft als Privatpapier zur Vinculirung für diese Stiftung 
nicht geeignet ist, so wurde diese börsenmässig nach dem Coursc ä 86 . 860 fl. — kr. 


Interessen vom 1. April 15 fl. 45 kr. 

ab Schlusszettel — fl. 33 kr. 

Bleiben . . .873 fl. 12 kr. 

verkauft und liietur eine Silber-Anlehens-Staats-Schuldversclireibung Nr. 12153 per 1000 fl. 

ddto. 1. Juli 1855 ü 5% nach dem Cours a 83 a /* angekauft um 837 fl. 30 kr. 

Interessen vom 1. Juli 1 fl. 32 kr. 

Summa . . . 83!) fl. 2 kr. 

Schlusszettel — fl. 33 kr. 

Summa . . . 83Ü fl. 35 kr. 

woraus sich in Entgegenhaltung zur obigen Summe eine Eriibrigung per . 33 fl. 37 kr. 

und an Interessen von der Nordeisenbalm-Obligation vom 1. October 1854 
bis 1. April 1855 per 7„ Jahr 25 fl. CMze, nach Abschlag der Einkommen- 
steuer ä 5% 23 fl. 45 kr. 

zusammen daher der haare Betrag per 57 tl. 22 kr» 


ergibt, welcher zur Persolvirung dieser Stiftung und zur Berichtigung der Stiftungser- 
richtungskosten verwendet werden wird lind sainrat der Silher-Anlehcns-Obligation in die 
Kirchenkassa hinterlegt worden ist. 

Da nun dieses Capital zu Händen dieser Stiftung sichergestellt ist, die Interessen, 
welche vom 1. Juli 1*55 zu laufen beginnen, jährlich 50 fl. CMzc betragen, so wird 
hiemit nach der Willensmeinung der Stifterin ddto. 0 tün November 1854 und den von 
ihr bezeiehneten Modalitäten und im Einverständnisse der Stiftungsinteressonten der 


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Maria Augesky I. 


Marie Augeskä I, 


128 


nothwendige Stiftungsbrief verfasst und zur hochstelligeu Bestätigung vorgelegt, 
und zwar: 

licns. 80 ll e n jährlich in der Wittingauer Decanalkirche zwei heilige Messen Gott 
dargebracht werden, die eine am 14. März oder an dem nächstfolgenden kirchlich freien 
Tage für die Seelenruhe des verstorbenen Gatten Carl Augesky, und die andere während 
der Octav des heiligen Schutzengelfestes auf die eigene fromme Meinung der Stifterin, 
jedoch sollen diese heiligen Messen stets früher von der Kanzel gehörig verkündigt und 
nach ihrer Persolvirung vom Priester ein andächtiges Suffragium für die Familie Augesky 
gebetet werden. Auch sollen diese heiligen Messen mit der Orgel begleitet und dabei 
von vier Chorsängern abwechslungsweise die Litanei zu Allen Heiligen und zu der 
gnadenreichen Mutter Maria abgesungen werden, und zwar jedesmal vor der heiligen 
Wandlung, und nach der heiligen Wandlung soll der lateinische Busspsalm Miserere und 
zum Schluss das Animas fidelium erbaulich gesungen werden, alsdann haben vierzig 
Bettler in der Kirche den Rosenkranz auf ihre und ihres verstorbenen Gatten fromme 
Meinung laut zu beten. 


2 tcni * Für diese Andacht hat aus den jährlichen Interessen des Stiftungscapitals zu 
empfangen der persolvirende Priester für das hochheilige Messopfer mit Einschluss der 

Verkündigung und des Suffragiums ä 1 fl. 30 kr 3 fl. — kr. 

die zw r ei Ministranten ä 3 kr., für zweimal — fl. 12 kr. 

der Kirchendiener ä 15 kr — fl. 30 kr. 

die Kirche als Ersatz für Licht und Apparamente von jeder heiligen Messe 

1 fl., macht 2 fl. — kr. 

der Organist ä 30 kr 1 fl. — kr. 

die vier Chorsänger ä 15 kr., Für zweimal 2 fl. — kr. 

der Balkentreter ä 10 kr — fl. 20 kr. 

die vierzig anwesenden Armen ä 3 kr., fiir zweimal 4 fl. — kr. 

welches jährlich zusammen ... 13 fl. 2 kr. 

Conv. Münze ausmacht. 


3 ten*. Sollen von den Stiftuugsinteressen jährlich 20 fl. CMze an zw ei arme talentirtc 
und in Wittingau geborne Knaben, deren Armut jedoch und Abkunft legal erwiesen sein 
muss, und welche die Wittingauer Hauptschule besuchen oder an einer andern Lehranstalt 
sich den Studien widmen und dabei wohlverhalten sind und einen guten Fortgang machen, 
über Vorschlag des jedesmaligen Wittingauer H. Stadtdechants durch das löbliche 
Wittingauer fürstliche Patronatsamt ein jeder mit 10 fl. CMze zur Beischaffung von 
Büchern, Kleidungsstücken und anderen Nothwendigkeiten betheiliget werden ; besonders 
kommen hierbei Waisen und Kinder in der Descendenz aus der Ehe der Tochter der 
Stifterin Karoline Augesky mit dem H. Johann Tutschek, k. k. Steuereinnehmer in 
Lomnitz, welche ausnahmsweise nicht in Wittingau geboren sein müssen, zu berück- 
sichtigen; auch sollen sich die Stiftlinge jährlich durch das Studienzeugnis bei dem 
Wittingauer Directorialamte ausweisen, ob sie den fernem Stiftungsgenuss zu beziehen 
würdig sind oder nicht. Der Stiftungsgenuss hat bis zur Vollendung der Studien zu dauern. 


4 tens * \v as nach Bezahlung dieser ausgesetzten Stiftungs-Gebühren und anderwei- 
tiger, im Interesse der Stiftung notliwendiger Auslagen von der jährlichen, an Stiftungs- 
interessen einfliessenden Summe per 50 fl. CMze. erübriget, soll zur Bildung eines neuen 
Capitals verwendet werden, und bis dieses neue Capital auf 100 fl. CMze. angewachsen 
ist, soll solches fruchtbringend angelegt, und die davon entfallenden jährlichen Zinsen 
sollen zu gleichen Theilen unter die obenerwähnten zwei Stiftlinge vertheilt werden, 
wobei bemerkt wird, dass der oben vom Stammcapital ersparte lnteressenbetrag abermals 
zu capitalisiren und, wenn er die Summe von 100 fl. CMze. erreicht hat, wieder in der 
obenerwähnten Weise zu verwenden ist, bis eine jede der zwei Studentenstiftungen auf 
den Genuss von jährlichen 100 fl. CMze. herangewachsen ist; alsdann soll man in 
der ofterwähnten Weise für die Errichtung einer dritten Stiftung Sorge tragen, und so 
soll der Stifterin und ihres seeligen Gatten Intention fortgesetzt werden. 


5 ten». pü r j en Yr\\, ( ] ass n icht vorhergesehene Auslagen von den Stiftungseinkünften 
zu bestreiten wären, so sind zur Tilgung solcher grösseren Zahlungsprästationen die oben 
angeführten neu zu creirenden Hundert-Gulden-Capitalien zu verwenden, um das Haupt- 
capital von 1000 fl. CMze. unangegriffen zu verwahren. 


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Maria Augesky I. 


Marie Augcskä I. 


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0teo*. Sollte es aber geschehen, dass die Obligationen von 100 il. auf 80 fl. sinken 
sollten, so ist der Abgang von Interessen denen Stiftungen abzuziehen, hingegen bleibt 
der für das heilige Messopfer angesetzte Betrag unverändert. 

Es verbinden sich daher die Endesgefertigten für sich und ihre Nachfolger, diese 
Stiftung immer aufrecht zu erhalten und mit dem Bedeckungscapitale ohne hochstellige 
BewilUgung keine Veränderung vorzunehmen, jede etwa bewilligte Veränderung in dem 
Stiftsbriefe vorzumerken, die Interessen zu rechter Zeit zu erheben und dem stifterischen 
Willen, wie vorstehend, gemäss ihrer Bestimmung zuzuführen. 

Zurürkund dessen wurde dieser Stiftungsbrief in drei Parien zur vorschriftsmässigen 
Vertheilung und Hinterlegung für die hohe k. k. Statthalterei, für das Budweiser bischöf- 
liche Consistorium und die Wittingauer Kirchenkassa gehörig abgefasst und unter Bei- 
ziehung zweier Zeugen nach Vorschrift der Gesetze unterschrieben und bestätiget. 

So geschehen Wittingau, den 7. Juli 1856. 

(L. S.) Johann Bartl mp., (L. S.) Jos. Fischer mp., 

Patronatskommissär. Stadtdechant. 

Johann Spanner mp., 

Kirehenrechnungsführer. 

Franz Berger mp., 
ersuchter Zeuge. 

Karl Eigner mp., 
ersuchter Zeuge. 

(L. S.) Stephan Sykora mp., 
bischöflicher Vikar. 

Nr. 7032. 

Vom Budweiser bischöflichen Consistorium wird vorstehender Stiftsbrief acceptirt. 
Budweis am 5. Jänner 1857. • 

(L. S.) Dr. Leeb mp., 

Präses. 

I\ Johann Kubicek mp., 

Kanzler. 

Nro. 4807. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestättigt. 

Von der Böhmischen k. k. Statthalterei. 

Prag, am 31. Jänner 1857. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Forgäch mp. 


Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 




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Maria Augesky II. 


Marie Augeska II. 


130 


404. 

1855 

Jänner 17. ledna. 


Maria Augesky'schc 11. Messen-, 
Armen- und Studenten-Stiftung. 

Maria Augesky hat zufolge ihrer Er- 
klärung de dato Wittingau vom 17. Jänner 
1855 gemäss dem von ihrem verstorbenen 
Gatten Karl Augesky , fürstlich Schwarzen- 
berg’schen Archivdirector zu Wittingau , 
bei Lebzeiten oft geäusserten Wunsche der 
Krumauer Archidiaconalkirche bei St. Veit 
eine 5°/ 0 Particular-Obligation auf 1000 fl. 
C. M. unter Hypothek der Wiener Nordeisen- 
bahn zur Errichtung einer Messen-, Armcn- 
und Studenten-Stiftung gewidmet. 

Von den Interessen des Stiftungscapitals 
sollen vor allem 2 hl. Messen gelesen 
werden und nach jeder derselben 40 Bettler 
jeder mit 3 kr. C. M. betheilt werden. 
Hiezu soll der Betrag von 13 fl. 2 kr. 
C . M. verwendet werden. 

Ferner sollen von den Stiftungsintcressen 
jährlich 20 fl. C. M. an zwei arme , talen- 
tierte und in Krumau geborene Knaben , 
deren Armut und Abkunft legal erwiesen 
sein muss , und welche die Krumauer 
Hauptschule besuchen oder an einer anderen 
Lehranstalt sich dm Studien widmen und 
dabei wohlverhalten sind und einen guten 
Fortgang machen , über Vorschlag des jedes- 
maligen Krumauer Erzdechantes und in- 
fulierten Prälaten durch die k. lc. Local- 
behörde ein jeder mit 10 fl. C. M. zur 
Beischaffung von Büchern, Kleidungsstücken 
und anderen Nothwendigkeitcn betheilt 
werden. Insbesondere sind Waisen und 
Kinder , welche aus der Desccndenz der 
mit Johann Tutschek , k. k. Steuereinnehmer 
in Lomnitz , verehelichten Tochter der Stif- 
terin Karoline Augesky stammen und aus- 
nahmsweise in Krumau nicht geboren sein 
müssen , zu berücksichtigen. I)ic Stiftlingc 
sollen sich jährlich bei der k. k. Krumauer 
Localbehörde mit ihren Studienzeugnissen 
ausweisen, ob sic des ferneren Stiftungs- 
genusses würdig sind oder nicht. Der Stif- 
tungsgenuss hat bis zur Vollendung der 
Studien zu dauern. 

Was nach Bezahlung dieser Stiftungs- 
gebüren und anderweitiger Auslagen übrig 
bleibt , soll zur Bildung eines neuen Capi- 


II. mesni, chudinske a studentske 
nadani Marie Augeske. 

Marie Augeska vcnovala prohldsenim 
svym sepsanym v Treboni dne 17. ledna 1855 
ku prdni , kterez jeji zesnuly rnanzel Karel 
Augesky, knizeci Svarcenbcrsky riditel archivu 
v Treboni, za zivota sveho vyslovil, arcidia - 
konalmmu chrämu u sv. Vita v Krumlovc 
5 °/ 0 partikuldrni dluzni üpis na 1000 zl . , 
zästavne pojisteny na Videnske severni 
drdzc kc zrizeni mesniho , chudinskeho a 
studentskeho nadani. 

Züroku jistiny nadaeni slouziti jestpre- 
dem dve msc svate a po kazde z nicli pode - 
liti 40 zebrakü po 3 kr. konv. m. K tomu 
uzito budiz obnosu 13 zl. 2 kr. konv. m. 


Däle udileti jest z iirokü nadacnich 
kazdoroenö 20 zl. konv. m. dvema ehudym 
nadanym a v Krumlovc narozenym hochüm, 
jichz cliudoba a püvod rädne prokdzati jest 
a kteri do Krumlovske hlavni skoly chodi , 
auch na j inein ucilisti studuji a pH tom za- 
chovali jsou a dobre prospivajt , po nävrhu 
Krumlovskeho arcidekana a infulovaneho 
prcläta c. k. mistnim üradem kazdemu po 
10 zl. na opatfeni knih, odevn a jinych 
potrebnych veci. Zvldste pfihlizeti jest 
k sirotküm a detem , ktere z potomstva 
deery zakladatelciny Karoliny Augeske 
provdane za Jana Tutschka , c. k. berniho 
v Lomnici, pochdzeji a vyminecnö v Krumlovc 
rodilymi byti nemusi. Nadancüm jest kazdo- 
roene vykäzati se u c. k. Krumlovskeho 
mistmho üradu vysvedeenimi studijnimi , 
zdali dalsiho pozitku nadaeniho zasluhuji 
cili nie. Pozitek nadaeni potrvati md az do 
ukonccni studii. 


Co po zapraveni tcchto platü nadacnich 
a jinych ryloh zbude, tolio upotrebeno budiz 
kc zrizeni nove jistiny. Jakmilc tim zpü- 


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Maria Augesky 11. 


Marie Augeska It. 


131 


tals verwendet werden. Sobcdd auf diese 
Weise ein Capital von 100 ß. zustande ge - 
kommen ist , sollen die von diesem neuen 
Capitale entfallenden jährlichen Zinsen 
unter die 2 St if Hinge zu gleichen Theilcn 
vertheilt werden. Dies soll so lange fort- 
gesetzt werden , bis die Stiftungsgebär für 
einen Stiftling 100 fl. C. M. jährlich 
beträgt. Sobald dieser Fall eingetreten ist, 
ist für die Errichtung eines dritten Stif- 
tungsjdafzes , event. weiterer Plätze in der 
erwähnten Weise Sorge zu tragen. 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde am 
0. Mai 1855 ausgefertigt und unterm 
2. April 1858 von der Statt halterei in Prag 
bestätigt. 

Gegenwärtig wird diese Stiftung über 
Vorschlag des Prälaten in Krumau von 
dem k. k. Bezirkshauptmanne in Krumau 
verliehen. 

Das Vermögen dieser Stiftung wird 
vom Patronatsamte der Archidiaconal- 
Kirclie in Krumau verwaltet. 

Das Vermögen der Studentcn-Stiftung 
beträgt 2022 fl. 53 V« kr. 

Von dem Ertrage der Studentcn-Stiftung 
wurde vom Jahre 1897 an die Höhe der 
Stiftungsgebür für zwei arme Schüler mit 
je 40 fl. festgesetzt. 

Der Restbetrag wird im Sinne der 
stiftsbrieflichen Bestimmungen frucli tbri ngend 
angelegt. 


sobem jisting 100 zl. se doctli , budtez roeni 
üroky. ktcre jistina tato poncsc , rozdileny 
obema nadaneüm rovnym dilcm. — To diti 
sc mä po tak dlouho , az by nadaeni plat 
2 W 0 jednoho nadance 100 zl. konv. m. ob- 
näsel. Jakmile to se uskuteeni, budiz zmi- 
n£nym zpusobem postaräno o zrizeni tretiho 
mista nadaeniho , po pfipadi mist dalsicli. 


List nadaeni o nadaci feto byl dne 
6. kvetna 1855 vyhotoven a dne 2. dubna 
c. k. nustodrzitclstvim v Praze potvrzen. 

Nyni udüi nadaci tuto c. k. okresnt 
hejtman r Krumlove po nävrhu preläta 
Krumlovskcho. 

Jmcni nadace teto spravuje patronätni 
nfad arcidiakonälniho chrämu v Krumlove. 

Jmcni nadace Student ske obndH 2022 zl. 
53 } / <2 kr. 

Z vytczku studentskeho nadäni sta- 
noven byl od roku 1897 plat nadaeni pro 
dva chudc zäky po 40 zl. 

Zlnjtelc ulclädä se jw smyslu ustanoveni 
listu nadaeniho na ürok. 


( 15 kr. CM. \ / 2 fl 45 kr. CM. 

\ Stempel. / \ Stempel. 

Stiftsbrief. 


Wir endesgefertigten geistlichen und weltlichen Stiftungsvorsteher der Krumauer 
Set. Veits-Archidiakonalkirche urkunden und bekennen mittelst des gegenwärtigen Stifts- 
briefes: Es habe Frau Maria Augesky zufolge ihrer Widniuiigserklärung ddto. Wittingau 
17. Jänner 1855 in Beachtung des von ihrem am 14. März 1854 verstorbenen Gatten 
Herrn Karl Ausgesky, fürstlich Schwarzenberg’schen Archivdirektor zu Wittingau, während 
seinem Leben oft geäusserten Wunsches und aus eigenem Herzensdrange der Krumauer 
Archidiakonalkirche ad Set. Vitum eine 5°/ 0 Partikular-Obligation auf 1000 fl. CM., 
schreibe eintausend Gulden CM., lautend vom 1. April 1847 Nr. 4070, unter Hypothek der 
Wiener Nordeisenbahn in’s Eigenthum zur Errichtung einer Mess-, Armen- und Stu- 
dentenstiftung gegen dem übergeben, dass aus dem Erträgnis derselben: 

Itens. jährlich in der genannten Kirche zwei heil. Messen Gott dargebracht werden, 
und zwar die eine am 14. März für die Seelenruhe meines Gatten Karl Augesky, und 
die andere während der Oktav des heil. Schutzengelfestes auf meine eigene 
fromme Meinung, jedoch sollen diese heil. Messen stets früher von der Kanzel gehörig 
verkündigt und nach ihrer Persolvirung vom Priester ein andächtiges Suffragium für die 
Familie Augesky gebetet werden. Auch sollen diese heil. Messen mit der Orgel begleitet 
mul dabei von vier Chorsängern abwechslungsweisc die Litanei zu Allen Heiligen und zu 
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Maria Augesky 11. 


Marie Augeska II. 


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der gnadenreichen Mutter Maria abgesungen werden, und zwar jedesmal vor der heil. 
Wandlung; nach der heil. Wandlung soll der lateinische Busspsalm Miserere und zum 
Schlüsse das Animas fidelium erbaulich gesungen werden, alsdann haben 40 Bettler in 
der Kirche den Rosenkranz auf unsere fromme Meinung zu beten. 

2 teu 8 . ]?ü r diese Andacht hat aus den jährlichen Interessen des Stiftungskapitals zu 
empfangen : 

Der persolvirende Priester für das hochheilige Messopfer mit Einschluss der Ver- 


kündigung des Suffragiums ä 1 fl. 30 kr 3 fl. — kr. CM. 

die zwei Ministranten ä 3 kr., für zweimal — fl. 12 kr. CM. 

der Kirchendiener ä 15 kr., für zweimal — fl. 30 kr. CM. 

für die Kirche als Ersatz für Licht und Apparamente von jeder heil. 

Messe 1 fl., macht 2 fl. — kr. CM. 

der Organist ä 30 kr 1 fl. — kr. CM. 

die vier Chorsänger ä 15 kr., für zweimal 2 fl. — kr. CM. 

der Balkentreter a 10 kr — fl. 20 kr. CM. 

die 40 anwesenden Armen ä 3 kr., für zweimal 4 fl. — kr. CM. 


welches jährlich zusammen ... 13 fl. 2 kr. CM. 

ausmacht. 

3 ten». D ann sollen von den Stiftungsinteressen jährlich 20 fl. CM. an zwei arme, 
talentirte und in Kruraau geborne Knaben, deren Armuth jedoch und Abkunft legal 
erwiesen sein muss, und welche die Krumauer Hauptschule besuchen oder an einer andern 
Lehranstalt sich dem Studium widmen und dabei wohlverhalten sind und einen guten 
Fortgang machen, über Vorschlag des jedesmaligen Krumauer Herrn Erzdechants und 
infulirten Prälaten durch die k. k. Lokalbehörden ein jeder mit 10 fl. CM. zur Beischaffung 
von Büchern, Kleidungsstücken und anderen Nothwendigkeiten betheiligt werden, besonders 
kommen hiebei Waisen und Kinder in der Descendenz aus der Ehe meiner Tochter 
Karolina Augesky mit dem Herrn Johann Tutschek, k. k. Steuereinnehmer in Lomnitz, 
welche ausnahmsweise nicht in Krumau geboren sein müssen, zu berücksichtigen. Auch 
sollen sich die Stiftlinge jährlich durch das Studienzeugnis bei der Krumauer k. k. 
Lokalbehörde ausweisen, ob sie den ferneren Stiftungsgenuss zu beziehen würdig sind 
oder nicht. Der Stiftungsgenuss hat bis zur Vollendung der Studien zu dauern. 

4 tens - Ay as nac h Bezahlung dieser ausgesetzten Stiftungsgebühren und anderweitiger 
im Interesse der Stiftung nothwendiger Auslagen von der aus den jährlichen Stiftungs- 
interessen einfliessenden Summe von 50 fl. CM, erübrigt, soll zur Bildung eines neuen 
Kapitals verwendet werden, und bis dieses neue Kapital auf 100 fl. CM. angewachsen ist, 
soll man es fruchtbringend anlegen, und die davon entfallenden jährlichen Zinsen sollen 
zu gleichen Theilen unter die oben erwähnten zwei Stiftlinge vertheilt werden, wobei 
bemerkt wird, dass aber der vom Stammkapital ersparte Interessenbetrag abermals zu 
kapitalisiren und, wenn er die Summe von 100 fl. CM. erreicht hat, wieder in der oben 
erwähnten Weise zu verwenden ist, bis eine jede der zwei Studentenstiftungen auf den 
Genuss von jährlichen 100 fl. CM. herangewachsen ist; alsdann soll man in der oft 
erwähnten Weise für die Errichtung einer dritten Stiftung Sorge tragen, und so soll 
meine und meines seligen Gatten Intention fortgesetzt werden. 

5 tens. pü r den p a ]j ? (j as8 nicht vorhergesehene Auslagen von den Stiftungseinkünften 
zu bestreiten wären, so sind zur Tilgung solcher grösseren Zahlungsprästazionen die oben 
angeführten neu zu creirenden Hundert-Gulden-Kapitalien zu verwenden, um das Haupt- 
kapital von 1000 fl. CM. unangegriffen zu vermehren. 

Gteiiß. Sollte es aber geschehen, dass die Obligazionen von 100 fl. auf 80 fl. sinken 
sollten, so ist der Abgang an Interessen den Stiftlingen abzuziehen, hingegen bleibt der 
für das heilige Messopfer angesetzte Betrag stets unverändert. 

Nachdem nun die vorbezeichnete Obligation gehörig vinculirt und in die Kirchen- 
kassa hinterlegt sowie auch in Rechnungsempfang genommen worden ist, so geloben die 
gefertigten Kirchen-Vorsteher für sich und alle ihre Nachfolger, auf immerwährende 
Zeiten vorstehende Stiftung stets aufrecht zu erhalten, die jährlichen Interessen unter 
die Stiftungsperzipienten nach dem Willen der Stifterin zu vertheilen und die übrigen 
Stiftungsverbindlichkeiten, solange die Bedeckung dauern wird, gewissenhaft zu erfüllen. 

Urkund dessen ist dieser Stiftsbrief in 4 gleichlautenden Exemplaren, wovon eines 
an die hohe k. k. Statthalterei, das 2 lü an das hochwürdige bischöfliche Consistorium, 


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Maria Augesky II. 


Marie Augeska II. 


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das 3 te in die Kirchenkasse und das 4 te in die Armeninstitutskasse abgegeben wird, 
ausgestellt und von uns, dann dem Kirchenrechuungsfübrer und zwei Zeugen unterfertigt 
worden. 

So geschehen Stadt Krumau am 0. Mai 1855. 

(L. S.) Johann Schreglich mp., (L. S.) Johann Polak mp., 

inful. Prälat und Erzdechant. k. k. Vog. Commis. 

Anton Mugrauer mp., 

Set. Veitskirchen-Rechnungsführer. 

Heinrich Sellner mp., 
erbetener Zeug. 

Anton Prokop mp., 
ersuchter Zeuge. 


Ad 008. 

Vom Budweiser bischöflichen Consistorium wird vorstehender Stiftsbrief hiemit 
akzeptirt. 

Budweis am 4. Februar 1858. 

(L. S.) Prokop Knirsch mp., 

(‘onsistorialrath. 

P. Johann Kubicek mp., 

Kanzler. 


Nr. 11G5G. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der B ö h m i s ch e n k. k. Statthalterei. 

Prag am 2 tcn April 1858. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Forgäch mp. 


Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 


/ 50 kr. \ 

\ Stempel. / 

N a ch t r a g, 

die Maria Aujezdky'sche Stiftung betreffend. 

Die von Maria Aujezdky für die Messen-, Armen- und Studentenstiftung in Krumau 
gewidmete Particular - Obligation unter Hypothek der Wiener Nordeisenbahn vom 
1. April 1847, Nr. 4070, per 1000 fl. CM. ist gezogen und mit li. k. und k. Statthalterei- 
Consense vom 12. April 1885, Nr. 24.900, mit dem Betrage von 1050 fl. Ö. W. 
eingelöst worden. 

Für diesen Betrag ist die Obligation der 5°/ 0 Staats-Renten-Anleihe vom 
1. März 1885, Nr. 2074, per 1000 fl. und die 4 2 / IO °/o Silberrente - Obligation vom 
1. Jänner 1885, Nr. 47.850, per 50 fl., beide Obligationen auf die Stiftung vinculiert, 
angekauft worden, wobei sich ein Barüberschuss von 8 fl. 51 kr., welcher in der 
Krumauer Stadt-Sparcassa zu Händen der Stiftung fruchtbringend angelegt ist, ergeben 
hat. Statt der eingelösten Nordbahn-Obligation ddto. Wien 1. April 1847, Nr. 4070, 
über 1000 fl. CM. mit dem 5% Zinsenbezug, nach Abzug der Steuer jährlich 47 fl. 25 kr., 
wurden bei der Set. Yeitskirchencassa in Empfang gestellt : 


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Maria Augesky II. 


Marie Augeska II. 


134 


Jahr, Zinsen: 

Steuerfreie Notenreote, Nr. 2074, ddto I. März 1885, über 1000 fl. . 50 fl. — kr. 

Silberrente, Nr. 47.859, ddto. 1. Jäner 1885, über 50 fl 2 fl. 10 kr. 

4% Krumauer Sparcassa-Einlagsbuch fol. 2697 über 8 fl. 51 kr. . . . — fl. 32 kr. 

52 fl. 42 kr. 

Diese Interessen sind laut Stiftsbrief zu verwenden : Für 2 hl. Messen haben zu empfangen : 


30 kr. CM. 

zwei Ministranten ä 3 kr. = 6 kr. 
der Kirchendiener ä 15 kr. CM. 
die Kirche ä 1 fl. CM. . . . 
der Organist ä 30 kr. CM. . 
die 4 Chorsänger ä 15 kr. CM 
der Kalkant ä 10 kr. CM. . 
die 40 Arme ä 3 kr 


2 Studenten a 10 fl. CM. . 


. . 3 

A. 

— 

kr. 

CM. 

oder 

3 

fl. 

15 

kr. 

0. 

w. 

. . — 

A. 

12 

kr. 

CM. 

oder 

— 


21 

kr. 

0. 

w. 

. . — 

A. 

30 

kr. 

CM. 

oder 

— 

A. 

52 V 2 

kr. 

ö. 

w. 

. . 2 

A. 

— 

kr. 

CM. 

oder 

2 

A. 

10 

kr. 

ö. 

w. 

. . 1 

A. 

— 

kr. 

CM. 

oder 

1 

A. 

05 

kr. 

<"). 

w. 

. . 2 

«. 

— 

kr. 

CM. 

oder 

2 

A. 

10 

kr. 

('). 

w. 

. . — 

A. 

20 

kr. 

CM. 

oder 

— 

«. 

35 

kr. 

(>. 

w. 

. . 4 

A. 

— 

kr. 

CM. 

oder 

4 

A. 

20 

kr. 

ö. 

w. 

13 

A. 

02 

kr. 

CM. 

oder 

13 

A. 

68% 

kr. 

ö7 

w. 

. . 20 

A. 

— 

kr. 

CM. 

oder 

21 

«. 


kr. 

ö. 

w. 

33 

A. 

02 

kr. 

CM. 

oder 

34 


68% 

kr. 

ö. 

w~ 


Der Restbetrag von den Zinsen der Stiftungscapitalieu per 17 fl. 73*/ 2 kr. Ö. W. 
wird nach dem Inhalte des Stiftbriefes zur Bildung eines neuen Capitals als Studeuten- 
stiftung verwendet. 

Das nunmehrige Maria Aujezdky’sche Studentenstiftungs-Capital, welches von dem 
Restbeträge der Zinsen vom Stammcapital gebildet wurde, besteht mit Ende December 1889 

in der Notenrente ddto. 1 Februar 1889, Nr. 155.441, per 800 fl. — kr. 

dem Sparcassa-Einlagsbuche fol. 179 mit 7 fl. 32 kr. 


Prälatur-Seelsorge Krumau, am 22. Juni 1890. 


807 fl. 32 kr. 


Der Bürgermeister: 

(L. S.) 

P. Johann Bakula mp. 

F. Schmidler mp. 


Prälat. 

Der Stadtrath: 


Der Stadtrath: 

F ranz W ocelka mp. 

(L. S.) 

R. Prokop mp. 

Der Stadtverordnete: 


Der Stadtverordnete: 

Josef Springer mp. 


Ferdinand Lorenz mp, 


St.-Z. 34.088. 

Wird mit dem Beifügen bestätigt, dass die bestehenden Vorschriften über die 
Veräusserung und Belastung des Kirchengutes beachtet w r urden. 


(L. S.) 


K. k. Statthaltcrei in Böhmen, 
Prag, deu 8. Juni 1891. 

Für den Statthalter: 

Friedl mp. 


Vorstehender Nachtrag wird genehmigt. 

Bischöfl. Consistorium in Budw^eis, 


Nro. 3843. 


(L. S.) 


am 6. Juli 1891. 


W. Ivrälik mp., 

bischöfl. Gen. -Vikar. 

L. Manous mp., 
Kanzler. 


Original beim Patronatsamte in Krumau. 


Original u patronätniho üradu v Krumlove. 


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135 


P. Simou Vriina. 


P. Simon Vräna. 


135 


405. 


1855 

iiiiora 5. Februar. 


Studentske nadäni P. Simona Vrany. 


P. Simon Vräna , dökan v Miro - 
vicicli , venoval ve sve zdveti scpsane v Mi- 
rovicich dne 5. unora 1855 obnos 2000 zl. 
stribra na zrizeni nadacc studentske. 

Ku poz itk u n a d a c n i m u povoldn 
j cs t j i n och katolic k e h o n ab o Zen st v l 
z pr tbu zenstva z a kla datelov a, kte- 
ryz studiim vedeckym neb tcchni- 
ckym se venoval. 

3Iczi nekolika zadatcli rozlwduje blizsi 
pribuzcnstvi, a jc-li pfibuzenstvi stejne , 
vetsi schopnosf a nadäni. 

Pozitek nadace teto trvati mar az do 
ukonccni studii, leda Ze by nadancc bu<T 
ncdbalosti neb nemravnym chovdnim objcvil 
se byti nadace nehodnijm. 

Neni-li tu studuj iciho jinocha 
z pr tbu zenstva zaklad atcl ova, m n z e 
nadace takc studujic imu z Hracho- 
visf , rodiste to z akladat clov a, r Odi- 
le mu se udeliti. Jcstlize by nie 
v d ob 6 st u d i i j eh o k na da c i z p ü- 
sobily pribuzny zakladatcluv se 
hläsil, bndiz nepr ibuzncmu koncem 
roku skolniho nadace odnata. 


Nebylo-li by tu vsak ani z pribuzenstva 
zakladatclova ani z rodiste tehoz Hrachovisf 
k nadaci zpüsobileho jinocha , budtcz uroky 
po tak dlouho k j ist ine ukldddny , az by 
takovy sc nasch 

Prdvo navrhov>act vykondvat i nid 
vzdy drittel panstvi T febonskeho. 

List nadacni byl dne 14. cervencc 1868 
c. k. mistodrzitclstvim v Prazc vyliotoven. 

N y n i u d i l i n a d a e i c. k. m i s t o- 
drzitelstri v Prazc po prcsc n- 


P. Simon Vräna'sche Studenten- 
stiftung. 

P. S i m on V rd n a, Dechant in Mi- 
roivitz , hat in seinem Testamente de dato 
Miroiviiz am 5. Feber 1855 zur Errichtung 
einer Student en-Stiftung 2000 fl. in Silber 
gewidmet. 

Zum Stiftung sgenusse ist be- 
rufen e i n J ü ng l i n g k a tholis ch e r 
lieligion aus der V criv andt schaf t 
des Stifters , welcher sich den 
w isse n s ch aftlichen oder te ch n i s ch e n 
Studien g c widmet hat. 

Unter mehreren Bewerbern entscheidet 
die nähere Verwandtschaft , und bei gleicher 
Verwandtschaft die grössere Fähigkeit und 
Begabung. 

Der Genuss dieser Stiftung soll bis 
zur Vollendung der Studien dauern , ausser 
wenn sich der Süßling der Stiftung sei es 
durch Nachlässigkeit oder unsittliches Ver- 
halten unwürdig erweisen sollte. 

Bei Abgang eines studierenden 
Jünglings aus der Verwandtschaft 
des Stifters , kann diese Stiftung 
a u ch a n eine n a u s de m Geburtsorte 
des Stifters Hracho wist gebürtigen 
S t u d i er ende n v er l i ehe n werde n. 
Falls sich jedoch im Laufe seiner 
Studien ein stiftungsfähiger Ver- 
wandter des Stifters melden sollte , 
so ist dem Nicht-Verwandten in i t 
Schluss des Studienj alires die Stif- 
tung zu entziehen. 

Sollte aber weder ans der Vencandt- 
schaft des Stifters noch aus dessen Geburts- 
orte Hrachowisf ein stijtungsfähiger Jüng- 
ling vorhanden sein , so sind die Interessen 
solange zum (äpitale zu schlagen, bis sich 
ein solcher finden sollte. 

Das Vorschlagsrecht soll stets 
der B e sitz er der Herrsch a ft Wi t- 
tingau au Silben. 

Der Stiftsbrief wurde unterm 14. Juli 
1868 von der k. k. Statthalterei in Prag 
ausgefertigt. 

G c g c n w ä r t i g w ird diese Stif- 
tung über Präsent ation des jewei- 


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136 


P. Simon Vrana. 


P. Simon Vrana. 


136 


taci driitele panstvi Trebon - ligcn Besitzers der Herrschaft 
skeho. Wittin gau von der . lc. k . Statt- 

halterei in Frag verliehen . 

Jmeni nadace teto , jez spravujc rovnez Das Vermögen dieser Stiftung , welches 

c. k. mistodrzitelstvi v P raze, obndsl 4150 zl. gleichfalls von der k. k. Statthaltcrei in 
a roeni pozitek jedineho mista nadaöniho Prag verwaltet wird, beträgt 4150 fl. und 
200 zl. die Jahresgebür des bestehenden einen 

Platzes 200 fl. 


I. 

Ve jmenu Boha Otce, Boha Syna, Bolia Duclia svateho. Amen! 

Veda, ze jednomu kazdemu cloveku smrt jista, hodina pak jeji nejista jest, unimil 
jsem si, abych vsem liadkam po me smrti nadesel, za zdraveho rozumu a pri dobre 
pameti nasleduji'ci o mem jmeni ustanoviti: 


6. Na fundaci pro jednoho studujiciho odkazuji dva tisice zlatyeh stf. 

Tuto fundaci ma pouzivati pacholik z melio pfibuzenstva, ktery se studiim bucT vc- 
deckym, bud technickym oddal, az do jejicb dokonani, krome kdyby se tolio bud nedba- 
losti nebo nemravnym cbovanim neliodna ufinil. 

Viry musi byt vzdy fimsko-katolicke. Pakli by nebylo takoveho pacliolika v mein 
pribuzenstvu, müze se fundaci tato pod nadepsanymi vyminkami udeliti pacholiku rodi- 
lemu z meho rodi§te Hrachovisf. Mezi vice ^adateli rozhoduje blizsi pfibuznost a mezi 
stejnymi pribuznymi vet§i schopnost a nadejnost. 

Kdyby pro nebyti pacliolika pribuzneho jiny z mebo rodiste tuto fundaci obdrzel 
a v beim jeho studii pribuzny pacbolik dorostl, ma po dokonOeni roku skolniho onomu 
odnata a tomuto udelena byti. 

Pakliby ale ani v mem pribuzenstvu ani v mem rodisti pacliolika k uzivani teto 
fundace schopneho nebylo, maji se ouroky tak dloulio ku kapitalu prirazeti, az by se 
takovy pacbolik naskytl. Podaci pravo teto fundace budiz po vzdy od majitele panstvi 
Trebonskeho, nyni od Jeho Osvicenosti knizete JanaAdolfa ze Svarcenberku vykonavano. 


Konecne zaviräm toto naskrze vlastni rukou psane vyjadfeni me posledni vüle svym 
podpisem a pfitisknutim me obycejne peceti. 

V Mirovicicb, 5. ünora 1855. 

(L. S.) Simon B. Vrana mp., 

dekan a biskupsky uotai*. 

Mit dem ungestempelten Originale auszugsweise gleichlautend. 

K. k. Bezirksamt als Gericht Mirovic, 
am 6. Juli 1861. 

Der k. k. Bezirksvorsteber: 

(L. S.) Friedl m. p. 


Overeny opis u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statthaltern 

zu Prag. 


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137 


P. Simon Vrana. 


P. Simon Viana. 


137 


II. 

( 50 kr. \ 

V Stempel. ) 

Stiftsbrief 

über die von P. Simon Vrana errichtete Studentenstiftung. 

Der am 0. Oktober 1850 zu Mirovic verstorbene Dechant P. Simon Vrana hat in 
seinem Testamente vom 5. Feber 1855 im G. Absätze wörtlich bestimmt: 

„Na fundaei pro jednoho studujfci'ho odkazuji dva tisice zlatycli stf. 

Tuto fundaei ma pouzivati pacholik z meho pfibuzenstva. ktery se studiim bud ve- 
deekym. bud technickym oddal. az do jejich dokonänf, krome kdyhy se toho bud nedba- 
losti nebo nemravnym chovanim neliodna ucinil. 

Viry musf byt vzdy fimsko-katolicke. Pakliby nebylo takoveho pacholika v mein 
pnbuzenstvu, rnüze se fundaei tato pod nadepsanymi vyminkami udeliti pacholiku rodi- 
leniu z meho rodiste Ilrachovisf. 

Mezi vice zadateli rozhoduje blizsi pfibuznost a mezi stejnymi pnbuznymi vetsi 
schopnost a nadejnost. 

Kdyhy pro nebyti pacholika pribuzncho jiny z meho rodiste tuto fundaei obdrzel 
a v behu jelio studii pfibuzny pacholik dorostl. ma po dokonceni roku skolniho ononiu 
odhata a tomuto udelena byti. 

Pakliby alc ani v mem pnbuzenstvu ani v mem rodisti pacholika k uzivani teto 
fundace schopneho nebylo, maji se liroky tak dlouho ku kapitiilu pfirazeti. az by se 
takovy pacholik naskytl. 

Podaci pravo teto fundace budiz pro vzdy od majitele panstvi Tfebonskeho, nyni 
od Jeho Osvicenosti knizete Jana Adolfa ze Svarcenberku vykonavano. 

Mit der Note des Bezirksgerichtes zu Mirowitz vom 5. April 18G7, Z. 1467 j., wurden 
dieser Stiftung auf das Kapital per 2100 fr. der Betrag von 1823 fl. 04 kr. Ö. W. und 
an Zinsen vom 16. Oktober 1857 bis G. Feber 1867 — 980 fl., zusammen 2803 fl. 64 kr., 
beziehungsweise, nach Abzug des Zählgeldes -per 28 fl. 4 kr., 2775 fl. 60 kr. in Baarem. 
und von dem ob der Mahlmühle NC. 1 in Atlakov versicherten Kapitale per 900 fl. der 
Betrag von 276 fl. 36 kr. O. W. sammt 5°/ 0 Zinsen zugewiesen. Von dem Baarbetrage 
per 2775 fl. 60 kr. wurden in Folge des k. k. Statthalterei-Erlasses vom 11. August 
1867, Z. 37.862, zur Tilgung des mit Ende 1866 verbliebenen Passivrestes per 525 fl. und 
für den gegenwärtigen Stiftling Mathias Vrana die am l ten April und 1. Juli fälligen 
Raten ä 26 fl. 25 kr., zusammen 52 fl. 50 kr., im Ganzen 577 fl. 50 kr., und der Rest 
per 2198 fl. 10 kr. zum Ankäufe von Pfandbriefen der böhmischen Hypothekenbank in 
der Art verwendet, dass hiefür die Pfandbriefe 


Nr. 6835/3 1. ddto. 14. August 1867 per 1000 fl., 

Nr. 6834/3 1. ddto. 14. August 1867 per 1000 fl., 

Nr. 6881/3 1. ddto. 12. August 1867 per 100 fl., 

Nr. 6880/3 1. ddto. 12. August 1867 per 100 fl.. 

Nr. 6822/3 1. ddto. 1. August 1867 per 100 fl., 

Nr. 6821/3 1. ddto. 1. August 1867 per 100 fl.. 


sämmtlich vom 1. Oktober 1867 angefangen verzinslich, im Kurse zu 89 3 / 4 °/ 0 um 2154 fl., 
beziehungsweise mit Rücksicht auf die Zinsenausgleichung für die Zeit vom 22. August 
bis Ende September 1867 per 13 fl. um 2141 fr. angekauft wurden, daher ein baarer 
Restbetrag per 57 fl. 10 kr. Ö. W. verblieb. 

Der ob NC. 1 in Zdakow versicherte Betrag per 276 fl. 36 kr. wurde sammt den 
Zinsen per 6 fl. 72 kr. von den Schuldnern Wenzel und Barbara Esen durch die Bezirks- 
vertretung in Mirowitz bezahlt, und es wurden hiefür die Pfandbriefe der bölim. Hypo- 
thekenbank Nr. 5462 Ser. 2.« vom 25. Oktober 1866 per 100 fl., verzinslich vom 1. Jänner 
1868, um 91 fl. 87 kr., und Nr. 6132 Ser. L. ddto. 6. März 1867 per 100 fl. und 
Nr. 6200 Ser. 3 L. ddto. 9. März 1867 per 100 fl. mit Verzinsung vom 1. April 1868 
gekauft, so dass noch 11 fl. 65 kr. banr erübrigten. 

Die Pfandbriefe und die Baarschaft wurden bei der Landeshauptkassa zu Prag beim 
Studentenstiftungsfonde für die P. Simon Vräna'sche Studentenstiftung in Empfang und 
Gebarung genommen. 

VI. 18 


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138 


1’. Simon Ynina. 


P. Simon Vräua. 


138 


Hiernach erklärt die k. k. Statthalterei nunmehr diese Stiftung für konstituirt. Sie 
wird das Stiftungsvermögen und Einkommen nach den bestehenden Normen verwalten 
und die Stiftung selbst nach dem obangeführten Willen des Stifters durch Ausschreibung 
und über Vorschlag des jeweiligen Herrn Besitzers der Domaine Wittingau, gegenwärtig 
Sr. Durchlaucht des Herrn Johann Adolf Fürsten zu Schwarzenberg, durch die Verleihung 
der Stiftung vollziehen. 

Seine Durchlaucht der Herr Johann Adolf Fürst zu Schwarzenberg übernimmt für 
sich und die Nachfolger im Besitze der Domaine Wittingau die Ausübung des Vorschlags- 
rechtes mit dem Versprechen, sich hiebei den Willensausspruch des Stifters stets gegen- 
wärtig zu halten. Der Stiftsbrief wird in zwei Parien ausgefertigt, wovon eines bei der 
k. k. Statthalterei und eines bei Sr. Durchlaucht dem Herrn Johann Adolf Fürst zu 
Schwarzenberg als Besitzer der Domaine Wittingau aufbewahrt wird. 

So geschehen bei der k. k. Statthalterei zu Prag, am 14. Juli 1868. 

Der Statthalter: 

(L. S.) Ivellersperg mp. 

(L. S.) Johann Adolf Fürst zu 
Schwarzenberg mp. 


Illawka mp., 
k. k. Statth.-Rath. 


Original u c. k. mi8todrzitel8tvi v Prazo. Original bei der k. k. Statthalterei in Trag. 


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139 


Johann Moser. 


Jan Moser. 


139 


406. 

1855 

März 14. bfezna. 


Johann Moser'sche Studenten-Stiftung. 

Der am 19. Mai 1860 in Schütten- 
hofen verstorbene fürstlich Schwarzen - 
hcrg's che Rentmeister Johann Moser 
hat in seinem Testamente de dato 14. März 
185’) sein brauberechtigtes Haus NC. 10 in 
Schattenhofen sammt Garten , dann die vom 
Gartengrunde Nr. Rare. 40 abgetrennte 
Area von 39 □ K. zur Gründung zweier 
Studentcn-Stiftungen und einer Stiftung für 
Hausarme der Stadt Schüttenhofen vermacht 
und in der am 1. Juni 1850 ausgefertigten 
Erklärung bestimmt , dass von dem von ihm 
ermittelten Mietzinse von diesem Hause 
im Betrage von 308 fl. nach Abschlag des 
zur Berichtigung der Steuern, Feuer - 
assecuranz, Reparaturen und sonstigen ^4?/^- 
lagen beiläufig erforderlichen Betrages von 
38 fl. C. M. der erübrigende Zinsertrag 
von 270 fl. in nachstehender Weise ver- 
wendet werde: 

für zwei Studentenstiftungen ä 100 fl. 
C. M., für 10 bedürftige Familien aus 
Schüttenhofen ä 5 fl. C. M. und für den 
Rechnungsführcr, zugleich Hausverwalter 
20 fl. C. M. 

Hinsichtlich der zwei Studenten-Stif- 
tungen traf der Stifter nachstehende Ver- 
fügungen : 

1. Es dürfen niemandem beide 
diese Stiftungen zugleich verliehen 
werden , sondern es hat jede für 
sich zu bestehen, somit ist jede von 
einem besonderen Nutzniesser zu 
he ziehen. 

2. Auf diese Stiftungen haben 
vor allen die Anverwandten des 
Stifters väterlicherseits aus der 
Moscr’schen Verwandtschaft sowohl 
männlicher als weiblicher Ab- 
stammung, dann die ihm unbe- 
kannten Anverwandten seiner ver- 
storbenen Mutter , einer geborenen 
Richter und Tochter des ehemaligen 
Rentmeisters Richter von Te- 
schenitz, Herrschaft Bistritz, wenn 
sie diese Verwandtschaft nach 
Eröffnung des Concurses hin- 
länglich darthun können, den ersten 
Ansprn ch. 

VL 


Studentske nadäni Jana Mosera. 

Dne 19. lcvetna 1860 i\ Susici zemfely 
düchodnl kn izete Svarcenberka 
Jan Moser odkdzal ve sve zäveti ze dne 
14. bfezna 1855 svüj prdvovdreöny dum 
c. p. 10 v Susici se zahradou , pak od 
zahradntho pozemku c. parc. 40 oddfleny 
dilec 39 □$. na zalozeni dvou studentskyeh 
nadäni a nadace pro domdei chude inest a 
Susice a ustanovil vprohldseni dnel.öervna 
1850 vyhotovenem, ze z ndjemncho z tohoto 
domu jim obnosem 308 zl. zjistcneho, po 
odecteni Je zapraveni dam, pojistneho pro 
pfipad ohne, oprav a jinych vyloh potfeb- 
neho obnosu asi 38 zl. Jconv. meng, zbyva- 
jicim obnosem cinze 270 zl. naloziti jest 
zpüsobcm ndsledujicim : 


na dvc studentsied naddni po 100 zh 
konv . in., pro 10 potfebnych rodin ze Susice 
po 5 zl. Jconv. m. a pro ücetniho a zdroven 
sprdvee domu 20 zl. Jconv. in. 

V pficinv dvou naddni studentskyeh 
ustanovil zakladatel toto: 

1. Ncbudtcz nilcomu zdroven 
obe nadace udcleny, nybrl Jcazdd 
z nich zu st an samost atnou a 
budiz Jcazdd zvldstnimu poiivatcli 
v y place n a. 

2. Na tyto nadace maji prvni 
tidrok p rede vsemi jinymi pfibnzni 
zakladatclovi s otcovy strany a 
z pfibuzenstva Moserov slceho po 
meci i po pfeslici, pale jemu ne- 
zndmi pfibnzni jeho zesnule matJcy, 
rozene Rieht er ovy a deery byvalcho 
düchodniho Richtern z D&Senic na 
panstvi By st fiele cm, mohou-li toto 
pfibuzenstvi po vypsdni konkursn 
dost atc cnym zpnsobe m prokdzat i. 


18* 


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140 


Johann Mosel*. 


Jan Moser» 


140 


Falls j cdo ch l ’c eine V e r w a ndte n 
des St if t er s so w o h l v ä t er I i cli e r- a l s 
m ü ttcrli ch e r s c i t s m e h r r o r h a n d e n 
oder diese für diese Stiftungen 
nicht geeignet wären , so sollen 
diese Stiftungen an zwei arme , 
gut gesittete Knaben von Schütten - 
h o f e n, ch r istl i ch er Co n fcssion , sie 
mögen sieh welcher Wissenschaft 
immer widmen , und zwar durch alle 
Studienjahre , vom Eintritte in das 
G y m n a s i u m oder e ine a n d er e V o r- 
b e r e i t u n g sie h r anstatt a n g e fa n g e n, 
verl i ehe n w e r d e n. 

Sollten sich die Stif Hinge dieser Wohl - 
that durch schlechte Zeugnisse in ihrer 
Verwendung oder in den Sitten unwürdig 
machen, so soll die Stiftung als erledigt 
angesehen und einem anderen Knaben ver- 
liehen werden. Diese Erledigung hätte auch 
dann einzutreten, wenn ein Knabe aus der 
Verwandtschaft des Stifters mittlerweile ge- 
eignet wäre, in die Studien einzutreten. In 
einem solchen Fcdle hat diese Stiftung 
gleich an denselben überzugehen. 

3. Die Stiftungsgcbür ist den Stift- 
ungen in zwei Katen auszuzahlen, und zwar 
die erste Kate am Schlüsse des ersten Se- 
mesters und die zweite Kate Ende Octohcr 
jeden Jahres. 

4. D as Pr ä sen tat Ions re ch t übe r- 
trug der Stifter dem Gemeindc- 
r a the i n S ch ü ttc n hof e n g e m e i n- 
s ch af tli ch m it de m B ür gern n s- 
s ch u s s e, d i e Best ä t i g u n g des V o r- 
s eh l a g eso d e r d i e A b ä n der u n g d e s- 
s eiben n nd Best i m m n n g eine s a n - 
d er e n S t i ft l i n g s bei et w a oh iv a 1- 
t enden triftigen Gründen sollte 
n ach dem Wunsche des Stifters die 
Je. Je. Be z i r Je s h a u p t m a n n s eh a f t i n 
S eh ü tten h of e n ü b e r n e h m e n. 

Gleich nach Erledigung einer jeden 
dieser Stiftungen ist die rorgeschriebene (Um- 
cursanssehrcibung zu veranlassen. 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde unterm 
20. Feber 1801 ausgefertigt und unterm 
28. März 1801 von der Je. Je. Statthalterei 
in Prag bestätigt. 

Laut des von der Je. Je. Statthalfcrei in 
Prag ausgefertigten Stiftsbrief - Nachtrages 
de dato Prag am 14. Jänner 1880 haben 
die Testamentserben nach Johann Moser 
einerseits und die Stadt gemeinde ScJtüttcn- 
hofen anderseits mit Genehmigung der /,*. Je. 
Statt Jialterei in Prag einen Vertrag des 
Inhaltes abgeschlossen, dass das dieser 
Stiftung ins Eigndhum zugewiesenc brau - 
berechtigte Haus NC. 10 in Schüttenhofen 


N e b // / o-l i hg t u p r i b uz ny eh z a- 
Jclad atelo v y eh a n i s otcov y a n i 
s mateiny sträng auch nebyli-li by 
t a Je o v i Je n a d a c i m temto z p ü s ob il i, 
b u dtez u d eie ny nadace tyto d r c m a 
ch u d y m m r a v n y m h o ch um ze S u s ice, 
v yzn d n i Je r rsfa n s Je e Ji o, af j i z v e n u j i 
s e ja Je cJcol i v v c d e, a sic e po v s e ch n a 
leta studii poc i n aj ic od v s to u p e n i 
d o g y m n a s i a n e b j i n i h o p r i- 
p r a v n e h o u c i l i s t c. 


Sfafi-li by se nadanci dobrodim tohoto 
spatnymi vysvedceninü z prospfehu neb 
z mravü nehodnymi, budiz nadace za uprdzd- 
nenou poJeldddna a jinemu hochu udclenu. 
JJprdisdnent taJeove nastati md taJec fejtdy , 
Jedyz hocJi z pfibuzenstva zaleladatelova 
za tim zpüsobilym by byl studia nastoupiti. 
V pripadu taJeovcm prejdiz na tehoz ihtied 
nadace. 


3. PoziUJe nadaeni vypldceti se md 
nadaneum ve dvou Uiütdeh , a sicc prvnt 
edsf Jeu Jeonci prvniJio beim a edsf druhd 
leoncem rijna Jeazdiho roJeu. 

4. Prävo present aeni vyhradiJ 
zaJeladatcl ob c ent rade v Susici 
spoleöne s mesfansJeym vyborem , 
p o t v r ze n i n ä v r h u a n eb poz m c n e n i 
tehoz a ustanove n i j i n e h o n a danc e , 
Jedyz by se snad ndsJeytly pripadne 
düvody , pfevziti mein po pfdni 
z a Jelad atelov e e. Je. oJeresnt hejt- 
m a n s t v i v S n s i c i. 


Ihn cd po uprdzdneni jednoho Jeazdeho 
z obou techto naddni pfedserziti jest pfede - 
2 )sane rypsdni JeonJeursu. 

List nadaeni o nadaci teto byl dne 
20, unora 1801 vyhotoven a dne 28. bfezna 
1801 e. Je. mistodrzitelstrim v Prazc potvrzcn. 

Vcdle c. Je. mistodrzitelstvim v Praze 
vyhotoveneho dodatJeu Je listu nadaemmu , 
sepsaneho v Praze dne 14. ledna 1880 , 
uzavfeli testamentdrni dedici Jana Moscra 
s jedne strany a niest sJed obcc SnsicJcä se 
sträng druhe se schvälenim c. Je. misto- 
drzitelstvi v Praze smlouvu toJio obsahn, ze 
nadaci teto vc vlastnictvi pfiJeazany prävo - 
vdreeny dihn e. p. 10 v Susiei se zahradou 
a od zahradniho pozcmJeu c. parc. 40 od - 


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141 


Johann Moser. 


Jan Moser. 


141 


summt Garten , dann der vom Garten Nr. 
Par:. 40 abgekaufte Antheil von 39 LIK. 
der Stadt gemeinde Schattenhofen im ge- 
richtlich abgeschätzten Werte von 7016 fl. 
81 1er. in das unbeschränkte Eigenthum 
gegen V bernahme der auf diesem Hanse 
haftenden Stiftungs- und anderweitigen Ver- 
bindlichkeiten abgetreten werde. 

Insbesondere ist die Stadtgemcihde 
Schattenhofen für immer verpflichtet , für 
zwei Studierende , denen die Johann Mo- 
ser sehe Studenten-Stiftung verliehen wird , 
die Gebär ä 120 fl. ö. W. für einen jeden , 
daher zusammen 240 fl. und für die 10 be- 
dürftigsten llausamten auf Holz für den 
Winterbedarf ä 5 fl. 25 kr., zusammen 
52 fl. 50 kr., daher einen Gcsammtbetrag 
von 292 fl. 50 kr. alljährlich in viertel- 
jährigen anticipativcn ltatcn bei der k. k. 
Landeshaupteassa im Wege des Steuer - 
amtes in Schattenhofen selbst dann abzu- 
führen , wenn das Stiftungshaus einen der- 
artigen .. Nutzen nicht abteerfen oder aus was 
immer für einer Ursache durch längere 
Zeit gar keinen Nutzen tragen sollte. 

Auch soll das zu dieser Stiftung ge- 
widmete Haus NC. 10 in Schüttenhofen von 
aussen eine Gedenktafel mit der Aufschrift 
r Johann Moser" sch es gestiftetes Zinshaus u 
für immer erhalten. 

Gegenwärtig wird diese Stif- 
tung über Präsentation des Ge- 
rn eindea us s ch usse s i n S cli ii tten- 
hofe n v on de m j e w eilige n k. k. B c- 
z i rlc shauptma n n e in S ch litte n hofen 
v er ti ehen und diese Verleihung 
von der k. k. Statthalterei in Prag 
stif tungsb eh ördlich bestätig t. 

Das Vermögen dieser Stiftung besteht 
in der vertragsmässigen Jahresleistung der 
Gemeinde Schüttenhofen im Betrage von 
240 fl. und in einem von der k. k. Statt- 
halterei verwalteten Capitalc von 319 fl. 
SO kr. 

Die Gebär der beiden Stiftungsplätze 
beträgt 120 fl. jährlich. 


koupenym d Herrn 39 □&*. pfejiti mä v neob- 
mezenc vlastnictvi mestske obre Susicke 
v soudne odhadnute eene 7016 zl. 81 kr., a 
zc obre jmenoranä pfevezme za to na dorne 
tomto väznoucf nadaeni a jine zävazkg. 


7jvlästc povinna jest mestskä obre Susiekä 
po vsechny easy pro dva studujicf, jirn'z 
udelena bude Student skä nadace Jana 
Mosera, pozitck nadaeni po 120 zl. r. e. 
pro kazdeho, tedy dohromady 240 zl. a pro 
10 nejpotrebnej steh domäefeh chudych na 
drivi pro potrebu zimni po 5 zl. 25 kr., 
dohromady 52 zl. 50 kr., tedy ührnny obnos 
292 zl. 50 kr. kazdoroene v etvrtletnfch 
p federn splatnych Ihütäcli u c. k. hlavnl 
zemske pokladny prostfedmetvim berniho 
üfadu v Susi ei odvädeti, a to i telidy, ledyz 
by düm nadaöni neposkytoval uzitku tako- 
vcho aneb z jakekoliv pficiny po dclsi cos 
vübcc zädnelio uzitku ncdäval. 


Tcz dostat i se mä domu c. p. 10 
v Susici nadaci teto venovanemu pro vsechny 
easy z venci pametni desky s näpisem 
„ Nadaeni düm cinzovni Jana Mosera. 

Ny n % u dili nadaci po p rese n tac i 
obeeniho vyboru v Susici vzdy c. k. 
okr es ni hejt m a n v S u s i c i ; u d eie n i 
takorc potvrzujc e. k. misto- 
drzit elstvi ti Praze. 


Jmcni nadace teto troff jednak smlourou 
stanoveny roeni plat obre Sukieke r obnos u 
240 zl. a e. k. mfstodrzitelstrfm spraroranä 
jistina 319 zl. 80 kr. 


Pozitck kazdeho z obou mist nadaenfeh 
obnäsi 120 zl. vor ne. 


I. 

Testament. 

Im Namen des unerforschlichen Gottes habe ich mich entschlossen, mein Testament 
hei noch reifer Vernunft auszufertigen und nachstehende Bestimmungen nach meinem 
Ableben festzusetzen. 


2 tcns besteht mein Vermögen in Nachfolgendem : 
a) in meinem eigeuthümlichen, schuldenfreien llause Nr. C. 10 in Schüttenhofen; 


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142 


Julian n Moser. 


Jan Moser. 


142 


b) in den Kuxantheilen bei dem Mieser Bergwerk; 

c) in verschiedenen Kapitalien und Ausständen ; 

d) in einigen Pretiosen, Möbeln und sonstiger Zimmer- und Hauseinrichtung; 

ad a) In Betreff* meines Hauses habe ich gleich heim Erkauf und der Herstellung 
desselben in den gegenwärtigen Zustand den Wunsch gehegt, dieses Haus einer wolil- 
thätigen und gemeinnützlichen Bestimmung zu widmen und zugleich diese mit dem 
Vortheil meiner Verwandten und deren Abstämmlinge in Einklang zu bringen. 

Nach reiflicher Überlegung war ich der Meinung, diesen Zweck durch die Errichtung 
zweier Studentenstiftungen für meine Anverwandten und auf den Fall, dass hiezu keine 
geeigneten Individuell vorhanden wären, für 2 arme gutgesittete Knaben christlicher 
Confession von Schüttenhofen, dann durch Ausmittlung eines Beitrages auf Holz für 
10 Familien der bedürftigsten Hausarrnen, welche noch aus keinem anderen Fonde 
betheilt sind, und einer jährlichen Remunerazion für den Rechnungsführer am füglichsten 
erreichen zu können. 

Zu diesem Ende habe ich den diesem Testamente sub Sigt. •/. beiliegenden Entwurf *) 
verfasst und wünsche, dass nach den in demselben enthaltenen Bestimmungen und An- 
deutungen möglichst genau vorgegangen werde. 

Da jedoch in der Zukunft sich die Zeitverhältnisse so misslich gestalten könnten, 
dass der reine Ertrag meines Hauses unter 135 fl. C. Münze herabsinken würde und 
keine Hoffnung wäre, denselben, wie im beiliegenden Entwürfe angedeutet wurde, durch 
eine interimistische fruchtbringende Gebahrung mit dem Einkommen des Hauses wieder 
auf den Betrag von wenigstens 135 fl. Cmze in einigen Jahren empor zu bringen, so 
wären die 2 Studentenstiftungen auf eine zu reduzieren und hiernach der Stiftling 
derart zu betheilen, dass für die im Entwürfe bedachten 10 Familien doch eine jährliche 
Spende zu 2 fl. 30 kr., mithin im Ganzen 25 fl., und als Remunerazion für den Rechnungs- 
führer 10 fl. verabfolgt werden könnte. 

Überhaupt müssen für die Zukunft alle etwa nothwendig werdenden Abänderungen 
bei dieser Stiftung und deren Verwaltung der Einsicht der löbl. Communal- und der 
k. k. Bezirksbehörde überlassen werden. 

Da die weiteren nöthigen Verfügungen in dem anschlüssigen Entwürfe enthalten 
sind, so bestimme ich nur noch, dass das auf immenvährende Zeiten dieser Stiftung 
gewidmete Haus von aussen eine Tafel mit der Aufschrift „Gestiftetes Zinshaus“ erhalte, 
welche auf Kosten des Verlassenschaftsvermögens beizuschaffen sein wird. 


4 ,eni dürfte es nothwendig sein, dass zur Exequirung meines Testamentes und zur 
Realisirung der nach selbem zu errichtenden Stiftungen ein eigener Testamentsvollzieher 
oder Curat or aufgestellt werde, und die löbl. Bezirks- und Verlassenschaftsbehörde wird 
daher geziemend gebeten, zu diesem Ende ein eigenes verlässliches Individuum zu er- 
nennen und dasselbe für seine Mühewaltung und zu bestreitende Auslagen nach Billig- 
keit aus meinem Verlassenschaftsvermögen zu honoriren. 

Zur Bekräftigung alles dessen habe ich dieses Testament, welches nach meinem 
Ableben in zwei gleichlautenden Parien, nämlich Maculare und Abschrift, vorfindig sein 
wird, eigenhändig geschrieben und unterschrieben und behalte mir nur noch vor, alle in 
der Folge von mir als nothwendig befundenen Abänderungen und Zusätze mittelst eines 
Testamentsanhangs oder Codicills zu treffen. 

Schüttenhofen am 15. Oktober 1853. 

Schüttenhofen am 14. März 1855. 

Joh. Moser. 


Das Original kundgeraacht am 30. Mai 1800. 

K. k. Bezirks-Amt als Gericht Schüttenhofen. 

Der k. k. Bezirks-Vorsteher: 

Bastar. 

*) Der vom Stifter selbstverfasste Stiftsbrief- *) Osnova nadaeiho listu, kterou vykotovil za- 

Entwurf konnte nicht aufgefunden werden. kladatel säm, nemohla byti nalezena. 


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143 


Johanu Moser. 


Jan Moser. 


143 


Stimmt mit dem Originale überein. 

Expedit d e 8 k. k. Bezirksgerichtes 
Schüttenhofcn, 9. Feber 1897. 

Der k. k. Kanzel ist: 

(L. S.) (unleserlich). 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. SStatthalterei Overeny opis u c. k. mistodrzitelstvi v Prazc. 

in Prag. 


II. 

/ 36 kr. \ 

\ Stempel. / 

Stiftsbrief. 

Vom Gemeinderathe der Stadt Schüttenholen wird hiemit beurkundet : Es habe der 
am 19. Mai 1860 in Schüttenhofen verstorbene fürstlich Schwarzenbergsche Rentmeister 
Johann Moser in seinem Testamente ddto 14. März 1855 nebst andern frommen Legaten 
sein bräuberechtigtes Haus Nr. Gons. 10 in Schüttenhofen sammt Garten, dann der vom 
Gartengrunde Nr. Parc. 40 abgetrennten Area per 39 □/£ zur Gründung zweier Studenten- 
stiftungen und einer Stiftung für Hausarme der k. Stadt Schüttenhofen vermacht und 
in der am 1. Juni 1850 ausgefertigten Erklärung wörtlich Nachstehendes bestimmt : 
„Im obigen Hause befinden sich nachstehende Wohnungsabtheilungen, und die Zinsungen 
von denselben betragen gegenwärtig, und zwar: 
a) Meine Wohnung im Vordergebäude l ten Stock besteht aus 3 Zimmern, 1 Gesind- 
zimmer, zugleich Küche mit Sparherd, einer grossen Speisekammer, verglaste 
Pawlatsche mit Abtritt, Stall für ein Paar Pferde, Holzableg und unter eigener 
Sperre befindlichen Kellerabtheilung und Dachboden. Im Verhältnis der gegen- 
wärtig hier bestehenden Quartierziuspreise wird der jährliche Zins, geringe 


gerechnet, mit 120 fi. CM. 

angeschlagen, das dazu gehörige Gärtchen aber mit 20 fl. CM. 

h) Das Quartier zur ebenen Erde links von der Einfahrt, aus einem kleinen 
Laden, Zimmer, Küche mit Backofen, Schlafstube (Alkove), einem 
grossen Gewölbe, separater Holzableg und Kellerantlieil bestehend, 
wurde heuer neu vermiethet um 4S fl. CM. 

c) Das Quartier rechts von der Einfahrt enthält ein Zimmer, Küche und 

Gewölb, dann eine separate Holzableg und Kellerantlieil und ist gegen- 
wärtig vermiethet um 24 fl. CM. 

d) Das Gebäude im Hof besteht eigentlich aus zwei Quartieren, beide 

sind jedoch gegenwärtig an einen Nutzniesser vermiethet gegen einen 
jährlichen Zins von 80 Ü. CM. 

Zugleich sind gegenwärtig zu diesen Quartieren im oberen Stock: 


von der Wohnung Nr. 1 ein Küchelzimmer mit Sparherd, ein grosses 
Zimmer, eine Speisekammer; vom Quartier Nr. 2 ein kleines Küchen- 
vorzimmer, dermal noch ohne Sparherd, ein grosses und kleineres 
Zimmer, welch letzteres auch als Speisenkammer benützt werden kann, 
ein abgesonderter Dachboden. 

Zugleich wurden dem gegenwärtigen Quartierinhaber zur ebenen 
Erde zugetheilt: eine Waschstube mit Backofen und Heizkessel, in 
welcher aber auch die übrigen Hauseinwohner die Reinigung ihrer 
Wäsche abwechselnd besorgen können. Ferners eine daranstossende 
kleine Kammer, ein Kuhstall, eine Wagenschupfe, zugleich Holzableg, 
eine für sich abgesperrte Kellerabtheilung. Der ober dieser Wohnung 
befindliche 2 ,c abgesonderte Dachboden ist zur gemeinschaftlichen 
Benützung der Bewohner in den ad h) et c) befindlichen Quartieren 
bestimmt. 

Fürtrag . . . 292 fl. CM. 


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144 


Johann Moser. 


Jan Moser. 


144 


Übertrag . . . 292 fl. CM. 

Bei einer Quartiersveränderung stellt cs (1er über dieses Haus 
au fzust eilenden Aufsicht, je nachdem sich ein grösserer Vortheil erzw ecken 
lasst, frei, diese 2 Quartiere entweder in einem oder jedes für sich 
abgesondert zu vermiethen und nach eigenem Gutdünken jedem der- 
selben die bezeichneten Lokalitäten zuzutheilen ; jedoch wünsche ich, 
dass auch künftig nur solide Menschen aufgenommen werden möchten. 

Noch ist im Hofraum ein geräumiges Gewölbe zu vermiethen, welches 
allenfalls dem Quartier c) gegen einen billigen Zins zugetheilt, oder für 
sich an jemand andern vermiethet werden könnte. 

Dies Gewölbe wurde im Jahre 1853 gegen einen jährlichen Zins 
von 12 fl. CM. vermiethet. 

r) Der bis itzt entfallende Bräunutzeu beträgt jährlich lfl fl. CM. 

und es zeigt sich daher ein beiläufiger jährlicher Ertrag des Hauses vou 308 fl. CM. 


Da der Zins von den Quartieren, besonders aber von dem mehligen 
ziemlich mässig angeschlagen, ausser den angeführten Lokalitäten noch 
ein Gewöbe im Hof zu vermiethen ist und man erwarten kann, dass 
auch der Bräunutzen sich in einigen Jahren heben werde, so dürfte 
sich der Hausertrag eher vermehren als vermindern, und es werden 
daher die vorstehend bezeichneten Nutzungen bei Festsetzung der 
auf immerwährende Zeiten bestimmten Stiftungsgebühren vorläufig mit . 308 fl. CM. 
zur Basis genommen und nach Abschlag der zur Berichtigung der 
Steuern, Feuerassekuranz, Reparaturen und verschiedenen Auslagen, 
worunter ich auch jene für Errichtung des Altars am Fronleichnamstage 
rechne — beiläufig erforderlichen 38 fl. CM. 


als reiner Ertrag mit . . . 270 fl. CM. 


angeschlagen. Von diesem Reinerträge wären nun nach obiger vorläu- 
figer Annahme alljährlich für 2 Studentenstiftungen ä 100 fl 200 fl. CM. 

die bedürftigsten Hausarmen in Schüttenhofen, und zwar für 10 Familien, 
welche noch aus keinem andern Fonde betheilt sind, auf Holz lur den 

Winterbedarf ä 5 fl 50 fl. CM 

und als Remunerazion für den Rechnungsführer, zugleich Hausverwalter 20 fl. CM. 
zu verwenden, und dadurch würde der obige muthmassliche Reiner- 
trag von . . . 270 fl. CM. 


seiner Bestimmung zugefiihrt werden; 


Nachdem es jedoch nicht mein Wille ist, einen besondern Fond zu gründen, so sind 
die Nutzungen und Auslagen in der nach dem Militärjahr zu führenden Rechnung 
ganzjährig derart zu verrechnen, dass der Reinertrag nach Abschlag aller Auslagen im 
Verhältnis der oben präliminirten Stiftungsgebühren auf die einzelnen Theilnehiner 
repartirt und an sie vertheilt werde, so zwar, dass die mit Ende Oktober jeden Jahrs 
abzuschliessende Rechnung ganz aufzulösen und keine Baarschaft für das künftige Jahr 
zu übertragen sein wird, ausser in dem weiter unten vorgedachten Falle, wenn nämlich 
der Reinertrag durch widrige Verhältnisse so herabgebracht würde, dass die Stiftungs- 
gebühren durch einige Zeit nicht ausgezahlt werden könnten und das Deficit nach und 
nach wieder ergänzt werden müsste. 

Sollte daher zum Beispiel der Reinertrag, statt der angeschlagenen 270 fl., 


300 fl. CM. betragen, so wären zu verabfolgen: 

für die zwei Studentenstiftungen ä 111 fl. 07 kr. 222 fl. 14 kr. 

für die 10 Hausarmenfamilien ä 5 fl. 33 kr 55 fl. 30 kr. 


für den Rechnungsführer mit Zuschlag des Bruchtheils per 3 kr 22 fl. lfi kr. 

facit . . . 300 fl. — kr. 


Eine Redukzion nach diesem Verhältnis müsste auch natürlich dann stattfinden, 
wenn der reine Ertrag herabsinken und nicht den Betrag von 270 fl. erreichen sollte, 
wo dann den Betheiligten im Repartitionswege ebenfalls geringere Beträge verabfolgt 
werden müssten. 


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145 


Johann Moser. 


Jan Moser. 


145 


Sollte jedoch der Reinertrag dieses Hauses in der Zukunft durch Feuersbrünste, 
feindliche Invasionen und andere Unglücksfalle oder wegen durch die Länge der Zeit 
nöthig gewordene grössere Hauereien und Wiederherstellungen so sehr herabkommen, 
dass er nicht den Betrag von 135 ti, nämlich nicht einmal die Hälfte der präliminirten 
Stiftungsgebühren per 270 fl., erreichen würde, so wäre die Verabreichung der Stiftungs- 
gebühren einstweilen ganz einzustellen und so lange zu sistireir, als nicht von (len 
geringeren Nutzungen die nüthigen Auslagen bestritten werden könnten und dann wieder 
ein Reinertrag von wenigstens 135 fl. CM. erübrigen wird. Es versteht sich von selbst, 
dass in der Zwischenzeit darüber genaue Rechnung geführt und die Herstellung der 
nöthigen Bauereien und Bestreitung der sonstigen Auslagen nach Möglichkeit beschleunigt 
werden muss, zu welchem Ende nöthigenfalls auch ein Kapital unter Hypothek des Hauses 
aufgenommen und bei Wiederemporkommen des Reinertrags nach und nach rückgezahlt 
werden könnte.“ 

In dem Testamente vom 14. März 1855 hat Herr Johann Moser angeordnet : 
„Sollten sich aber die Zeitverhältnisse so misslich gestalten, dass der reine Ertrag des 
Hauses unter 135 fl. CM. herabsinken würde, und keine Hoffnung vorhanden sein, den 
unter 135 fl. CM. gesunkenen Ertrag des Hauses durch eine interimistische fruchtbrin- 
gende Gebahrung mit dem Einkommen des Hauses wieder aut den Betrag von mindestens 
135 tl. CM. in einigen Jahren emporzubringen, so wären die zwei Studentenstiftungen 
auf eine zu reduziren und hiernach der Stiftungsei’trag derart zu vertheilen, dass für 
die 10 armen Familien doch eine jährliche Spende von 2 fl. 30 kr. CM., mithin im 
Ganzen 25 tl. CM., und als Remunerazion für den Rechnungsführer 10 fl. CM. verabfolgt 
werden könnten. Überhaupt müssen für die Zukunft alle etwa nothwendig werdenden 
Abänderungen bei dieser Stiftung und deren Verwaltung der Einsicht der Communal- 
und der k. k. Bezirksbehörde überlassen werden. Die Verrechnung der Nutzungen und 
Auslagen von meinem Hause hat gleich vom Anfang des nächsten Militärquartals nach 
meinem Ableben zu beginnen, und ist hierüber in diesem ersten Jahre eine Rückrechnung 
zu fuhren und ebenfalls mit Ende Oktober abzuschliessen, der erübrigende Reinertrag 
aber auf gleiche Art dem bestimmten Zwecke im Repartitionswege zuzuwenden. 

Was nun die zwei Studentenstiftungen betrifft, so sind nachstehende Grundsätze iu 
Ausübung zu bringen: 

V en • Es dürfen niemandem beide dieser Stiftungen zugleich zugetheilt werden, 
sondern es hat jede für sich zu bestehen, mithin ist jede von einem besonderen 
Nutzniesser zu beziehen. 

2 tenf - Auf diese Stiftungen haben vor allen die Anverwandten des Stifters väterlicher- 
seits aus der Moserischen Verwandtschaft sowohl männlicher als weiblicher Abstammung, 
dann die mir unbekannten Anverwandten meiner verstorbenen Mutter, einer gebornen 
Richter und Tochter des ehemaligen Rentmeisters Richter von Teschmitz, Herrschaft 
Bistritz, Klattauer Kreises, wenn sie diese Verwandtschaft nach Eröffnung des Konkurses 
hinlänglich darthun können, den ersten Anspruch. Falls jedoch keine Verwandte des 
Stifters sowohl väterlicher- als mütterlicherseits mehr vorhanden oder doch diese für 
die Stiftungen nicht geeignet wären, so sollen diese Stiftungen zweien armen, gutgesitteten 
Knaben von Schüttenhofen, christlicher Confession. sie mögen sich welcher Wissenschaft 
immer widmen, und zwar durch alle Studienjahre, vom Eintritt in das Gymnasium oder 
einer andern Vorbereitungslehranstalt angelängen, verliehen werden. 

Sollten sich die Stiftlinge dieser Wohlthat durch schlechte Zeugnisse ihrer Ver- 
wendung und Sitten unwürdig machen, so wäre die Stiftung als erledigt anzusehen und 
einem andern untadelhaften Knaben zu verleihen. Diese Erledigung hätte auch dann 
einzutreten, wenn ein Knabe aus der Verwandtschaft des Stifters mittlerweile geeignet 
wäre, in die Studien einzutreten, wo dann die Stiftung gleich an ihn übergehen müsste. 

3 tens. j)j e j m Verhältnisse [des] sichergestellten reinen oder w enigstens mit so viel als 
möglicher Verlässlichkeit zu veranschlagenden Ertrags entfallenden Stiftungsantheile 
sollen an die Lehrbeflissenen nach Beibringung guter Zeugnisse zur Hälfte mit Schluss 
des l tcn Schulsemesters und der grössere oder mindere Überrest zu Ende Oktober jeden 
Jahrs ausgezahlt werden. 

4 tcnK ' Das Präsentazionsrecht übertrage ich dem hiesigen Gemeinderath gemein- 
schaftlich mit dem Bürgerausschuss, die Bcstättigung des Vorschlags oder die Abände- 
rung desselben und Bestimmung eines andern Stiftlings hei etwa obwaltenden triftigen 
Gründen wünsche ich, dass von Seiten der k. k. Bezirkshauptmannschaft übernommen 
VI. 19 


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1 40 


Johann Mosor. 


Jan Moser. 


14G 


werden möchte. Jedenfalls ist gleich nach Erledigung einer jeden dieser Stiftungen die 
vorgeschriebene Konkursausschreibung zu veranlassen. 

Belangend die Betheilung der 10 Hausarmenfamilien mit den provisorisch für selbe 
bestimmten 50 fl., so soll dieselbe alljährlich bei Eintritt des Winters nach Ermessen 
und Einsicht des Gemeindrathes und Bürgerausschusses statt haben. Die Bestimmung 
der jährlichen Remunerazion für den Rechnungsführer, welche vorläufig mit 20 fl. CM. 
angeschlagen worden ist, hängt, wie bereits gesagt, von dem hohem oder mindern 
Ertrag des Hauses ab. 

Die Verpflichtungen des Rechnungsfülirers aber werden in Folgendem bestehen: 

a) In der Führung der Rechnung, der Erhebung der Zinsungen und übrigen Einkünfte, 
dann in der Vertheilung der verschiedenen Stiftungsgebühren. 

h) In der Aufsicht über das verstiftete Haus, zu welchem Ende der Herr Rechnungs- 
führer wenigstens zweimal im Jahre, und zwar im Monate Februar und im Monate 
September, das Gebäude und die einzelnen Wohnungsbestandtheile desselben genau 
zu besichtigen, alle nöthigen Reparaturen sowie die von den Quartierträgern selbst 
verursachten Schäden aufzunehmen und den Befund dem löblichen Gemeinderathe 
anzuzeigen hat, damit vom selben die nöthigen Reparaturen bei Zeiten, ehe hieraus 
ein grösserer Nachtheil entstehen kann, unter gehöriger Kontrolle und mit Beiziehung 
des Rechnungsführers veranlasst und die Quartiernutzniesser zum Ersatz des verur- 
sachten Schadens und zur Ordnung und Reinlichkeit verhalten werden können. 

In der Hoffnung, dass der löbliche Gemeinderath diese Obliegenheit wegen der 
Gemeinnützlichkeit des Zweckes gerne übernehmen wird. übertrage ich auch an denselben 
die übrigen nöthigen Verfügungen über dieses Haus, und überlasse ebenso die Aufkün- 
digung und die neue Vermiethung der Quartiere, dann die Bestimmung der Zinsungen 
der Einsicht des löblichen Gemeinderatlies, je nachdem hieraus ein grösserer Vortheil zu 
erwarten und weniger Beschädigung für das Haus und für die einzelnen Quartiere zu 
besorgen ist. 

Ich wünsche, dass die Rechnungsführung über diese Stiftungen einem städtischen 
Beamten oder einem als rechtlich anerkannten, rechnungskundigen Bürger anvertraut und 
der Revision der k. k. Staatsbuchhaltung oder einer andern dazu berufenen k. k. — 
auf keinen Fall aber einer geistlichen Behörde, welche überhaupt auf diese Stiftung gar 
keinen Einfluss zu nehmen haben wird, — unterzogen und von derselben erledigt werden 
möchte.“ 

Endlich bestimmte der Stifter, dass das auf immerwährende Zeiten dieser Stiftung 
gewidmete Haus von aussen eine Tafel mit der Aufschrift „gestiftetes Zinshaus“ erhalte, 
welche aus dem Verlassenschafts vermögen beizuschaften sein wird. 

Da das genannte Haus Nr. Cons. 10 in Schüttenhofen sammt Garten, dann die 
von dem Gartengrunde Nr. P. 40 abgetrennte Area per 39 UÄ”. mit der Einantwortungs- 
urkunde des k. k. Bezirksamtes als Gerichtes zu Schüttenhofen vom 11. August 1860, 
Z. 3208, den angeführten Stiftungen eingeantwortet worden sind, geloben wir Vorsteher, 
Gemeinderätlie und Ausschussmänner der Gemeinde der k. Stadt Schüttenhofen für uns 
und unsere Nachfolger, vorstehende Stiftungen auf immerwährende Zeiten stets aufrecht 
zu erhalten, für die Verwaltung des Hauses und der Gartenparzellen nach den Bestim- 
mungen des Stifters zu sorgen, mit dem Stammvermögen derselben ohne Genehmigung 
der hochlöblichen k. k. Statthalterei keine wie immer geartete Veränderung vorzunelimen, 
über den Stand desselben sowie über die Vertheilung des jährlichen Zinsertrages der 
k. k. Staatsbuchhaltung Rechnung zu legen, dem k. k. Bezirksamte einen genauen 
Rechnungsextrakt vorzulegen, das Präsentazionsrecht nach unserem besten Wissen und 
nach Anordnung des Stifters auszuüben und uns in allem dem erklärten Willen des 
Stifters gemäss zu benehmen. 

Schliesslich wird erklärt, dass dieser Stiftsbrief nöthigenfalls zur Sicherstellung der 
Stiftung bücherlich einverleibt werden kann. 

Urkund dessen ist dieser Stiftsbrief in 2 gleichlautenden Parien, wovon eines an 
die hochlöbliche k. k. Statthalterei und eines an die Schüttenhofner Gemeinde über- 


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147 


Johann Moöer. 


Jan Moser. 


14 ? 


geben und hinterlegt wird, ausgefertigt und von den Gemeindevertretern und dem Ge- 
meindeausschusse, dann zwei Zeugen eigenhändig unterfertigt worden. 

Selilittenhofen den 20. Februar 1861. 


Wenzl Gregoriades mp., 
Stadtverordneter. 

Franz Kuchinka mp. 

Franz Stich mp. 

Anton Illicli mp. 

Josef Swatosch mp. 

Adolf Swatosch mp. 

Adalbert Fetter mp., 

als Zeuge. 

Franz Skuhra mp., 

als Zeuge. 


Franz Firbas mp., 

Bürgt rmeister. Besitzer des goldenen Verdienst- 
kreuzes mit der Krone. 

Anger mp., 

Gemeinderätin 

Karl mp., 

Gemeinderath. 

Josef Fingulin mp. 

Ig. Poppr mp. 

Johann Ladiowsky mp. 


Nr. 14.031. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 


Von der k. k. Statthalter ei. 
Prag, am 28. März 1861. 

Für den k. k. Statthalter: 

(L. S.) Ivellersperg mp. 


Original bei der k. k. Statthaltern zu Prag. Original u c. k. nustodrzitelstvi v Praze. 


III. 

/ 50 kr. \ 

\ Stempel. / 

Stiftsbrie f-N a cli t r a g 

zu der laut Stiftsbrief de dato Schüttenhofen 20. Februar 1861 bestehenden Johann 
Moser’schen Studenten- und Armenstiftung in Schüttenhofen. 

Die k. k. Rtattbalterei beurkundet, es sei zwischen Herrn JUDr. Viktor Moser, Ilof- 
und Gerichtsadvokateu in Wien, Frau Ottilie Mann, gebornen Moser, Med. I)r. Witwe aus 
Trebnitz. Frau Albertine Maudl, Schuldirektorsgattin zu Hietzing bei Wien, und Frau 
Emilie Moser in Schüttenhofen, mütterlichen Vormünderin der Quido Moser’schen Pupillen 
Namens Viktor und Ottilie Moser, gemeinschaftlich mit dem Mitvormunde Herrn Franz 
Geist, k. k. Bezirksgerichts-Adjunkten in Schüttenhofen, als Testamentserben nach Herrn 
Johann Moser, verstorbenen fürstlich Schwarzenberg’schen Rontmcister in Schüttenhofen, 
einerseits und zwischen der Stadtgemeinde Schüttenhofen andererseits auf Grund des 
Gemeindebeschlusses ddto. 18. Dezember 1872, Z. 1631, und ddto. 11. April 1874, Z. 535, 
und der Erklärung der Testamentserben ddto. Wien 22. Juli 1873 und Schüttenhofen 
ddto. 17. Oktober 1873 und [mit] hoher Genehmigung der hochlüblichen k. k. Statthalterei 
des Königreiches Böhmen ddto. 14. Jänner 1874, Z. 1223, nachstehender Vertrag ddto. 
Schüttenhofen 10. Februar 1875 geschlossen worden : 

1. Die obgenannten Testamentserben nach Herrn Johann Moser haben das auf 
Grund der Einantwortungsurkunde ddto. Schüttenhofen 11. August 1860, Z. 3208, nach 
dem am 19. Mai 1860 in Schüttenhofen verstorbenen Herrn Johann Moser der neuge- 
gründeten Studentenstiftung und der hiemit zusammenhängenden Stiftung zur Ausmittlung 
eines Betrages auf Holz für 10 Hausarme der Stadt Schüttenhofen ins Eigenthum zuge- 
VI. 19* 


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148 


Johann Moser. 


Jan Mosel*. 


148 


wiesene bräuberechtigte Haus NC. 10 in Schüttenhofen sammt Garten, dann den vom 
Gartengrunde Nr. Parc. 40 abgekauften Antheil von 39üA\ der kgl. Stadtgemeinde 
Schüttenhofen im gerichtlich abgeschätzten Abtretungswerte per. 701 G fl. 81 kr. 0. W., 
in Worten siebentausend sechzehn Gulden 81 kr. Ö. W., in ihr unbeschränktes Eigen- 
thum gegen Übernahme der Erftillung der auf diesem Hause haftenden Stiftungs- und der 
weiter angeführten neuübernommencn Verbindlichkeiten von Seite der Stadtgemeinde 
abgetreten. 

2. Die Stadtgemeinde Schüttenhofen übernahm dieses Stiftungshaus NC. 10 sammt 
dem dazu gehen igen Garten und dem vom Gartengrunde N. rare. 40 erkauften Antheile 
per. 39U/v. nebst sämmtlichem Zugehör sammt Nutzungen und Lasten sowie der Gefahr 
des Besitzes vom 10. Februar 1875 angelängen in ihr unbeschränktes Eigenthum und hat 
sich verbunden, statt der baaren Berichtigung des sub art. 1 angeführten Abtretungs- 
wertes nachstehende Verbindlichkeiten für immerwährende Zeiten auf sich zu über- 
nehmen. 

a) Verbindet sich die Stadtgemeinde Schüttenhofen laut des ersterwähnten, von der 
hohen k. k. Statthalterei ddto. Prag 28. März 1861, Z. 14.031, bestätigten Vertrags, 
alle im Stiftsbriefe der Johann Moserschen Studentenstiftung ddto. Schüttenhofen 
20. Februar 1861 enthaltenen Verbindlichkeiten und Lasten mit der Änderung auf 
sich zu übernehmen, dass dieselbe für die ganze fernere Zukunft verpflichtet bleibt, 
zwei Studierenden, denen die Johann Moser’sche Studentenstiftung auf Grund des 
hohen Orts bestätigten Johann MoseFschen Stiftsbriefes ddto. Schüttenhofen 20. Fe- 
bruar 1861 verliehen werden wird, die Stiftungen ä 120 fl. ö. W. für einen jeden, 
daher zusammen 240 fl. O. W., zweihundert vierzig Gulden Ö. W., und für die 10 
bedürftigsten Hausarmen in Schüttenhofen, welche noch aus keinem andern Fonde 
betheilt sind, auf Holz für den Winterbedarf a 5 fl. 25 kr. Ö. W., zusammen 52 fl. 
50 kr., daher im Gesarn nitbetrage 292 fl. 50 kr. Ö. W., zweihundert neunzig zwei 
Gulden 50 kr. Ö. W., alljährlich selbst auch dann auszuzahlen, wenn das Stiftungs- 
haus NC. 10 in Schüttenhofen einen derartigen Nutzen nicht entwerfen sollte oder 
aus was immer für einer Ursache, nämlich durch Feuersbrünste, feindliche Inva- 
sionen und andere Unglücksfälle oder wegen durch die Länge der Zeit nöthig gewor- 
dener grösserer Baulichkeiten und Wiederherstellungen durch längere Zeit in der 
Zukunft gar keinen Nutzen tragen sollte. 

h) Verpflichtet sich die Stadtgemeinde Schüttenhofen, nach der Bestimmung des Stifters 
auf diesem für immerwährende Zeiten dieser Stiftung gewidmeten Hause NC. 10 in 
Schüttenhofen von aussen eine Gedenktafel mit der Aufschrift „ Johann Moser ’sches 
gestiftetes Zinshaus“ für immer zu erhalten, alle nothwendigen Reparaturen, und 
zwar am Hause und Garten, auf eigene Kosten und rechtzeitig vorzunehmen und 
dieses Haus sammt Garten in einem guten Zustande auf eigene Kosten stets zu 
erhalten. 

c) Alle von diesem Hause sammt Zugehör und Garten entfallenden k. k. Steuern und 
sonstigen Gaben und Lasten hat die Stadtgemeinde Schüttenhofen ohne Anspruch 
auf Eisatz aus Eigenem zu tragen, und zwar derart, dass weder die 2 Studierenden 
noch die 10 ersterwähnten Armen auch für den Fall keinen Abbruch erleiden, wenn 
die Stadtgemeinde zum Beliufe der Conservirung des Hauses und Gartens auch 
unvorhergesehene, viel höhere als die gewöhnlichen Auslagen bestreiten müsste. 

Selbstverständlich steht es der Stadtgemeinde frei, im Falle des Bedarfes Darlehen 
sub hypotheca dieses Hauses und Gartens aufzunehmen und sicherstellen zu lassen. 

d) Ist die Stadtgemeinde verpflichtet, dieses Stiftungshaus gegen Feuerschaden immer- 
während gehörig zu versichern, um im Falle einer Feuersbrunst dasselbe wieder 
gehörig herstellen und in den vorigen Stand setzen zu können. 

e) Verbindet sich die Stadtgemeinde Schüttenhofen, die der Frau Maria Ilackl zum 
lebenslänglichen unentgeltlichen Nutzgenusse verwahrte, vom Eingänge rechts sich 
befindliche ebenerdige Wohnung bis zu ihrem Ableben im unentgeltlichen Nutzge- 
nusse zu belassen und im guten Zustande zu erhalten und dieses Haus sammt 
Garten, wiewohl es nun ein unbeschränktes Eigenthum der Stadtgemeinde Schütten- 
hofen geworden ist, stets unter dem Namen „Moserisches Stiftungshaus 14 im 
Gemeinde-Inventar zu führen. 


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149 


Johann Moser. 


Jan Moser. 


149 

f) Ferner verbindet sich die Stadtgemeiiulc Schattenhofen, den erhöhten Stiftungsgenuss 
von jährlichen 120 fl. (). W., einhundert zwanzig Gulden, statt des bisherigen 
Betrages per 105 ih, von dem Schuljahre 1873/74 beginnend, den zwei Studierenden 
zu verabfolgen und vor der Eigenthumseinverleibung in Betreff der noch rück- 
ständigen Stiftungsbeträge die nothwendjge Ordnung derart zu pflegen, dass die 
Studierenden mit ihren etwa rückständigen Forderungen zur Gänze befriedigt 
werden. 

3. Die Stempel- und Veränderungsgebühren hat die Stadtgemeinde selbst zu tragen. 

4. Beide vertragschliessenden Theile haben sich einverstanden erklärt, dass dieser 
oberwähnte Vertrag zur Wirkung der Übertragung des Eigenthumsrechtes auf das Johann 
Moser’sche Stiftungshaus NC. 10 in Schüttenhofen sammt Garten und dem vom Garten- 
grunde Nr. Parc. 40 erkauften Anfheile per 39CJ/V. für die Stadtgemeinde Schüttenhofen 
und behufs Sicherstellung des unbedingten Pfandrechtes rücksichtlich der in diesem Ver- 
trage sub art. 2 lit. a — f von der Stadt Schüttenhofen übernommenen Verbindlichkeiten 
ob diesem genannten Hause NC. 10 sammt Garten und dem erwähnten zugekauften 
Gartengrunde grundbücherlich einverleibt werde. 

Zur Bestätigung dessen ist der Vertrag von beiden vertragschliessenden Theilen 
eigenhändig unterfertigt worden. 

Die angesuchte Verbiicherung dieses Vertrages in der sub art. 4 angedeuteten Art 
wurde mit dem Bescheid des löblichen k. k. Bezirksgerichtes Schüttenhofen vom 8. Juni 
187G, Z. 3732 civ., bewilligt und auch wirklich vollzogen. 

Schliesslich geloben wir Bürgermeister, Gemeinderüthe und Ausschussmitglieder der 
kgl. Stadt Schüttenhofen für uns und unsere Nachfolger, allen vorstehenden von der Stadt- 
gemeinde Schüttenhofen in Hinsicht dieser hiedurch abgeänderten Stiftung übernommenen 
Verbindlichkeiten unter Aufrechterhaltung aller anderen im Stiftsbriefe ddto. Schütten- 
liofen 20. Februar 1801 enthaltenen, durch diese Figenthumsveründerung und theilweise 
Abänderung nicht berührten Bestimmungen stets pünktlichst nachzukommen und diese 
Stiftungen in der angedeuteten Art auf immerwährende Zeiten zu erhalten, ohne Ge- 
nehmigung der hochlöblichen k. k. Statthalterei keine wie immer geartete Veränderung 
vorzunehmen, das Präsentationsrecht nach unserem besten Wissen und nach Anordnung 
des Stifters auszuüben und uns in allem dem erklärten Willen des Stifters gemäss zu 
benehmen. 

Die Stadtgemeinde Schüttenhofen verbindet sich, die im Absätze 2 a dieses Nach- 
trages angeführten Beträge per 240 fl. und 52 fl. 50 kr., welche nach dem unter 3732 
ai. 1870 einverleibten Vertrage an die Stiftlinge und an Arme in Schüttenhofen zu 
bezahlen sind, und zwar die bisher fällig gewesenen Beträge, insoferne deren Zahlung 
nicht nachgewiesen ist, sogleich, für die Folge aber vom Tage der Ausfertigung dieses 
Stiftsbriefnachtrages bei der k. k. Landeshauptkassa in Prag im Wege des k. k. Steuer- 
amtes in Schüttenhofen zur Befriedigung der Stiftlinge und Armen in Schüttenhofen in 
vierteljährigen Antizipatrateu zu bezahlen. 

Diese Stadtgemeinde williget ein, dass das Recht, die abgeänderte Art der Zahlung 
der Beträge per 240 fl. und 52 fl. 50 kr., nämlich statt unmittelbar an die Stiftlinge und 
Armen in Schüttenhofen an die k. k. Landeshauptkassa in Prag, zur Befriedigung der 
Stiftlinge und Armen in Schüttenhofen zu verlangen, bei dem unter Nr. 3732 ai. 1870 
für die Verbindlichkeit zur Zahlung dieser Beträge ob dem Hause NC. 10 in Schütten- 
hofen bereits haftenden Pfandrechte, resp. bei dieser Satzpost, einverleibt werden könne. 

Die k. k. Statthalterei erklärt, dass die von der Stadtgemeinde Schüttenhofen einge- 
zahlten Beträge dem Stiftsbrielnachtrage gemäss an die Stiftlinge und den Hausarmen 
in Schüttenhofen werden erfolgt und die in Folge von Interkalarieri sich ergebenden 
Beträge als Stiftungsvermögen werden behandelt und die Erträgnisse hievon für die 
Stiftlinge verwendet werden. 

Zur Beglaubigung dessen ist dieser Stiftsbriefnaehtrng in zwei gleichlautenden 
Parien, wovon eines an die hoehlöbliche k. k. Statthalterei und eines an die 1 Schütten- 
hofener Gemeinde übergeben und hinterlegt W'erdeu wird, ausgefertigt, von der k. k. 


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150 


Johann Moser. 


Jan Mosefc 


150 


Statthalterei, dann vom Bürgermeister, den Gemeinden! tlien und den Ausschussmitgliedern 
der kgl. Stadtgemeinde Schüttenhofen und dann zwei Zeugen unterfertigt worden. 

So geschehen bei der k. k. Statthalterei in Prag den 14. Jänner 1880. 

(L. S.) Philipp Freiherr von Weber-Ebenhof mp. 

k. k. Statthalter. 


Schüttenhofen den 7. Februar 1880. 
Adalbert Fära mp., 

als Zeuge. 

Jakob Knize mp., 
als Zeuge. 


(L. S.) Georg L. Karl mp., 

Bürgermeister. 

Philipp Seitz mp., 
Gemeinderath. 

Karl Löfflmann mp., 
eien zastupitelstva. 

Theodor Schindler mp., 

Gemeindeausschuss. 


( 


2 fl. 


Stempel 


) 


Nr. Exh. 1461 civ. 


Auf Grund des aufgenommenen Legalisirungs-Protokolles vom 14. Feber 1880, 
Z. 1461 civ., wird bestätigt. dass die dem Gerichte persönlich bekannten Herren Georg 
li. Karl, Bürgermeister. Philipp Seitz. Gemeinderätin Karl Löffelmann und Theodor 
Schindler. Ausschüsse der Stadtgemeinde Schüttenhofen, ei klärt hatten, dass die auf 
dieser Urkunde erscheinenden Namensfertigungen von ihnen eigenhändig vollzogen 
wurden. 


K. k. Bezirksgericht in Schüttenhofen 
am 14. Feber 1880. 

Per k. k. Ilezirk9 rieht er: 

(L. S.) Kwet mp. 


Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. 


Original u c. k. mistodrzitclstvl v Praze. 


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151 


Franz Stanek. 


Frantisek Stanek. 


151 


407. 

1855 

April 28. dubna. 

Franz Staueksche Studeuten-Stiftung. Studentske nadani Frantiska Staiika. 


Frans Stanck, Bürger und Itea - 
litätenbesitzer in Latin , hat in seinem Te- 
stamente de dato Ixiun am 28. April 1855 
zur Errichtung einer Studentcn-Stiftung 
ein Capital von 2000 fl. C. M. gewidmet. 

Zum Genüsse dieser Stiftung sollen 
vorzugsweise her uf e n sein St u- 
dier ende aus einer d e r F a m i l i e n 
der Geschwister des Stifters , in 
deren Abgang Mädchen aus den- 
selben Familien . 

Falls sich aber weder S tu d i e - 
rende noch zu einer besseren Aus- 
bildung bestimmt c Mädchen aus 
den Familien der Geschwister des 
Stifters melden sollten , so können 
diese Stiftung auch Studierende 
a u s de n Farn il ie n der G e s ch w iste r 
der Witwe un d U nivcrsalcr b i n 
des Stifters Anna Stanek geborenen 
S ch iirer , erlange n. 

Bas Fräsen tat ionsre ch t sollte 
der Witwe des Stifters für deren Lebens- 
dauer , nach ihrem Ableben der com po- 
tenten politischen Landesbehörde 
zu st ehe n.*) 

Gegenwärtig wird diese Stif- 
tung von der k. k. Statthalter ei in 
Frag regia co llat io ne v erlichen. 

Das Vermögen dieser Stiftung wird 
ebenfalls von der k. k. Statthalterci ver- 
waltet und beträgt 3500 fl. 

Die Jahresgcbür des bestehenden einen 
Flatzes ist mit 180 fl. festgesetzt. 


Fr anti sek Staue k , mestan a drzitel 
usedlosti v Louncch , venoval vc sve zäveti 
sepsane v Louncch dne 28. dubna 1855 
jistinu 2000 zl. konv. m. na zftzeni nadacc. 

Ku poziväni nadacc meli byti povoluni 
p red cm studujici z rodin nöktercho 
ze sourozencü zakladatelov geh. 
neni-li tu takovych , dtvkyz tyehz 
r o d i n. 

X e h l ä s i-l i s e a n i s t u d uj i e i a u i 
k lepsimu vzdeläni urcene divkg 
z rodin sourozencü zakladatelov geh, 
in uze nadacc dostati sc tcJZ stndu- 
j i e t m z r o d i n s o u r ozen c ü r d o v g a 
u n i v e r s ä l n i d e d i e k g zakladatelo v g 
A nng Sta n kove roze n e S ch ü r erov y. 


Frävo present aeni prisluseti 
nielo vdove zakladatelove po eas zivota jejiho 
a po j c j t m n m r t i p f i s l u s n e m u z e m- 
s k e m u ü r a d n pol itic k e m u.*) 

Xyni udili nadaci tuto c. k. mi- 
stodrz itclstv i v Frazc regia colla - 
t i o n e. 

Jmeni nadacc feto spravuje rovnez 
c. k. mistodrzitelstvi ; jmeni to obnäsi 
3500 zl. 

lloenl po&itek jedineho nüsta . kterez 
nadacc mä, stanoven bgl obnosem 180 zl. 


I. 

/ 1 fl. \ 

\ Stempel. / 

Test a m ent. 

Bei der Ungewissheit der Todesstunde setze ich bei gutem Verstände und gesunder 
Vernunft meinen letzten Willen im Namen der allerheiligsten Dreieinigkeit, wie 
folgt, fest: 


*) Die Witwe des Stifters Anna Stanek starb 
am 3. März 1885. 


*) Ydova zakladatelova Anna Stankova zerarela 
dne o. bie/.na 1885. 


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152 


Franz Stanek. 


Frantisek Stanek. 


152 


l (Png Zur Erbin meines gesummten wie immer gearteten Vermögens bestimme ich 
meine tbeuere Ehegattin Anna, geborne Schürer; ich bin es ihrer Musterhaftigkeit als 
Ilauswirthin und Gattin sowie ihrer Liebe und Anhänglichkeit, mit der sie mir den Rest 
meiner Lebenstage versiisste, schuldig. 

otens. Hiebei bat sie aber folgende Legate zu entrichten, als 


c) Zum Studentenstiftungsplatze aus meinen Geschwistern beiden Geschlechtes, doch 
männliches hat Vorzug, und wenn von meinen Geschwistern männlichen Geschlechtes 
niemand zum Studieren fähig wäre, so kann er zur Ausbildung des weiblichen 
Geschlechtes verwendet werden, und sollte sich niemand von Seite meiner Geschwister 
melden zum Studieren oder weiblicher Erziehung oder Rildung, so Anden von Seite 
meiner Frau die Kinder von ihren Geschwistern das Recht, diese entfallenden Ziusen 
nur bloss zum Studieren anzusprechen. 

Zu dieser Stiftung vermache ich 2000 tl. CM.. 

sage zweitausend Gulden CM., die aufs Kapital angelegt werden, und die Interessen [sollen] 
zur Rildung wie schon gesagt, verwendet werden. 


Zur Erkunde dessen ist dieses Testament mit meiner eigenen Hand geschrieben und 
unterfertigt nebst zwei erbetenen Herren Zeugen. 

Laun, den 2S. April 1855. 

Franz Stanek mp. 

Johann Patak mp., 
als Zeuge. 

l)r. Ehrlich mp., 
als ersuchter Zeuge. 


Ist mit dom ungestempelten Originale gleichlautend. 

Expedit des k. k. Rez. Amtes als Gerichtes in Laun 
am 12. März 1860. 


(L. S.) Kepler mp., 

k. k. Kanzeltet. 

Vorstehende Abschrift ist mit der in den Verlassensehaftsakten hinterlegten beglau- 
bigten Abschrift wörtlich gleichlautend. Expedit des k. k. Bezirksgerichtes. 

Laun, am 19. Oktober 1890. 


(L. S.) Pelikan mp., 

k. k. Kanzeltet. 


Beglaubigte Abschrift hoi der k. k. Statthai- Uvcreuy opis u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 

terei zu Prag. 


XI. 

/PiG Kreuzer \ 

\ Stempel. / 

Stiftsbrief. 


Der am 11. Oktober 1859 zu Laun verstorbene Bürger und Realitätenbesitzer Franz 
Stanek bat in sei neun am 28. April 18 55 errichteten schriftlichen Testamente, Absatz 2 ad c), 
Folgendes an geordnet : 

„Zum Studenten - Waiscnstiftungsphitze aus meinen Geschwistern beiden Ge- 
schlechts, doch männliches hat Vorzug, und wenn von meinen Geschwistern 


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153 


Franz Stanek. 


Frantisek Stanck. 


153 


männlichen Geschlechts niemand zum Studieren fähig wäre, so kann es zur Ausbildung 
des weiblichen Geschlechtes verwendet werden ; und sollte sich niemand von Seite meiner 
Geschwister melden zum Studieren oder weiblicher Erziehung oder Bildung, so finden 
von Seite meiner Frau die Kinder von ihren Geschwistern das Recht, diese entfallenden 
Zinsen nur bloss zum Studieren anzusprechen. 

Zu dieser Stiftung vermache ich 2000 fl. CM., sage zweitausend Gulden CM., die 
auf Kapital angelegt werden, und die Interessen [sollen] zur Bildung, wie schon gesagt, 
verwendet werden.“ 

Um dem Willen des Stifters genau nachzukommen, widmet der gefertigte JUDr. 
Johann Schürer als gerichtlich ausgewiesener Vollmachthaber der erbserklärten testa- 
mentarischen Alleinerbin Anna Stanek des Stifters Franz Stanek das sub präs. 29. Feber 1800 
NE. 1340 bei dem k. k. Bezirksgerichte Laun erlegte und in Folge Konsenses der hohen 
k. k. Statthalterei zu Prag vom ö^ 11 März 1801 Z. 8079 durch Einverleibung des von den 
Eheleuten Josef und Rosalia Jindrich ausgestellten Schuldscheines ddto. Zittolib den 
20. März 1801 ob ihren Wirthschaften NC. 7 in Zittolib mit 38 Joch 1396LJ Klafter 
Grundstücken und NC. 51 in Zittolib mit 40 Joch 294Ü Klafter Ackern und 9S3CJ Klafter 
Gärten gegen in halbjährigen Raten am 1. Mai und 1. November eines jeden Jahres 
unter den Folgen des Patents vom 18. Oktober 1792 § 4 zu entrichtende 5°/ 0 Zinsen 
und halbjährige Aufkündigung elozirte Kapital per 2000 fl. CM. oder 2100 fl. Ö. W. in 
das Eigenthum der Franz Stanek’schen Studentenstiftung mit der Bestimmung, dass die 
von diesem Kapitalsbetrage entfallenden 5% Interessen nach der Intention des Stifters 
alljährlich in VJährlichen Raten an einen Studierenden oder an ein zu erziehendes 
Mädchen verabreicht werden sollen. 

Für diesen Stiftungsplatz sollen vorzugsweise berufen sein die Studierenden aus 
einer der Familien der Geschwister des Stifters, nämlich aus der Familie des Mathias 
Stanek, des Wenzel Stanek, der Anna Stanek, verhelichten Sommer, und der Katharina 
Stanek, verehelichten Pajer, und in deren Abgang sollen berufen sein Mädchen aus den 
Familien der genannten vier Geschwister des Erblassers; im Falle aber weder Studierende 
noch zu einer besseren Ausbildung bestimmte Mädchen aus den Familien der genannten 
vier erblasserischen Geschwister sich melden sollten, so sollen für diesen Stiftungsplatz 
berufen sein die Studierenden aus den Familien der Geschwister der erblasserischen 
Wittwe und Universalerbin Anna Stanek, gebornen Schürer, nämlich aus der Familie des 
Alexander Schürer, des Johann Schürer und des Josef Schürer. 

Das Präsentazionsrecht soll für ihre Lebensdauer der erbserklärten testamentarischen 
Alleinerbin und nach ihrem Ableben der kompetenten politischen Landesbehörde 
zustehen. 

Die Vorsteher des k. k. Studentenstiftungsfondes nehmen diese Widmung an und 
verbinden sich und ihre Nachfolger, selbe für immerwährende Zeiten aufrecht zu 
erhalten, mit dem gestifteten Kapitale ohne behördliche Genehmigung keine wie immer 
geartete Veränderung vorzunehmen, die hievon entfallenden Interessen in halbjährigen 
Raten an den jeweilig berufenen Studierenden oder an das jeweilig berufene Mädchen 
alljährlich zu verabfolgen und über die Verwendung des Stiftungskapitals jährlich Rechnung 
zu legen. 

Zum Beweise alles dessen wurde diese in drei Parien ausgefertigte Stiftungsurkunde, 
wovon das eine Pare bei der hohen k. k. Statthalterei, das zweite bei der k. k. Landes- 
hauptkassa und das dritte bei der Frau Anna Stanek aufbewahrt wird, von allen 
Interessenten eigenhändig unterschrieben und [von] zwei Zeugen eigenhändig mitge- 
fertiget. * 

Saaz. am 10. April 1891. 


Augustin Job. Viditz mp., 
k. k. Hauptkassen-Direktor. 

Adolf Hertl mp., 

Controlor. 


VI. 


JUDr. Johann Schürer mp., 
in Vollmacht der Frau Anna Stanek. 

Johann Kern mp., 
ersuchter Zeuge. 

Leonard Köhler mp., 
ersuchter Zeuge. 

20 


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154 


Franz Stanek. * 


Frautisck Stanek. 


154 


Nr. 41437. 

Vorliegender Stiftsbrief wird hiermit bestätiget. 

Von der k. k. Statthai t er ei. 

Prag, am 8. August 1801. 

Der Vicepräsident: 

(L. S.) Kellersperg mp. 

Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Prazc. 


nx. 

/ 50 kr. \ 

\ Stempel. / 

Anhang. 


Nachdem hervorgekommen ist, dass in dem vorstehenden Stiftsbriefe bei Citierung 
des Testaments ddto. 28. April 1855 ein Irrthum unterlaufen ist, so wird dieser dahin 
berichtigt, dass der Eingang der bezogenen testamentarischen Anordnung nicht „zum 
Studentenwaisenstiftungsplatze“ sondern „zum Studentenstiftungsplatze“ lautet. 

Da ferner hervorgekommen ist, dass es ausser den im Stiftsbriefe Genannten noch 
andere Geschwister des Stifters gegeben hat, so hat an die Stelle jenes Absatzes des 
Stiftsbriefes, welcher mit den Worten „für diesen Stiftungsplatz sollen vorzugsweise 
berufen sein“ beginnt, und mit den Worten „nämlich aus der Familie des Alexander 
Schürer, des Johann Schürer des Josef Schürer“ schliesst, nachstehende Bestimmung 
zu treten : 

• „Zu diesem Stiftungsplatze sollen vorzugsweise berufen sein die Studierenden aus 
einer der Familien der Geschwister des Stifters und in deren Abgang sollen berufen sein 
Mädchen aus den Familien der Geschwister des Stifters; im Falle aber weder Studierende 
noch zu einer bessern Ausbildung bestimmte Mädchen aus den Familien der Geschwister 
des Stifters sich melden sollten, so sollen für diesen Stiftungsplatz berufen sein die 
Studierenden aus den Familien der Geschwister der Witwe und Universalerbin des Stifters 
Anna Stanek, geborenen Schürer.“ 

Prag, am 23. September 1894. 


Der k. k. Statthalter: 

(L. S.) Thun mp. 


Original bei dor k. k. Statthai terci in Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 




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155 


P. Otto Schüller. 


P. Otto Schüller. 


155 


408 . 

1855 

September 10. zun. 


P. Otto Schüller’sche Studenten* 
Stiftung. 

P. Otto Schüller , Exconrcntual des 
Cts trrc i en ser-St iß es Neuzeit in der Nieder - 
lansitz , hat laut Widmungs-Urkunde de dato 
Wül im den 10. September 1855 ein Capital 
von 750 ft. C. M. in böhmischen Grund - 
entlastungs-Obligationen zu dem Zwecke 
übergeben , damit hievon eine den Namen 
P. Otto Schütte)* sehe führende Studenten- 
Stiftung errichtet werde . 

Der Genuss dieser Stiftung 
ist bestimmt: 

1. für einen gesitteten und 
fähigen Studenten , welcher die Ab- 
stammung von den Geschwistern 
der verstorbenen Eltern des Stif- 
ters nachweisen kann ; in Erman- 
gelung eines solchen 

2. für einen armen, gesitteten 
und fähigen Studenten der Stadt 
Zwickau in Böhmen. 

Derselbe hat jedoch den Stif- 
tungsgenuss abzutreten, falls sich 
ein in erster Beihe an s p r u eh s- 
berech tigter Abkömmling der Ge- 
schwister der Eltern des Stifters 
melden sollte . Sollte jedoch der 
nicht verwandte Sttftling in den 
letzten Jahren der Ausbildung s i ch 
b c f inden ode r d u r ch d e n E n t g a n g 
des Stiftungsgenusses bedeutend 
behindert werden, so soll ihm nach 
Ermessen der die Stiftung Verwal- 
tenden der Stiftungsgenuss be- 
lassen werden. 

Unter mehreren Bewerbern soll 
die Verleihung geschehen nach der 
näher cn Ab st a m m u n g, der gr ö s s er e n 
Bedürft ig ke i t u n d Bef ä h ig u n g 
sowie nach dem Bange der Studien, 
so dass ein Gym n asial s eh ü ler vor 
dem Beal Schüler, ein Theolog vor 
allen anderen F ac u ltäten den Vor- 
zug erhalte. 

Der Genuss der Stiftung dauert von 
der n'sten Gymnasialclassc durch die ganze 
Studienzeit bis sur Vollendung des Brod- 
studiums für jeden Studienzweig. Jenen , 

VL 


Studenfske nadäni P. Otty Kchiillera. 


P. Otto Schüller , byvaly reholnik 
lädst era Cistercidcskeho r Neu zell u v Dolni 
Luzi ei. oderzdal venovaci listinou sepsanou 
re Vidimi dne 10. zart 1855 jistinu 750 zl. 
konv. in. v eeskych pozemkovych vyvazovactch 
dluznich npisech k tomu ucelu . aby jistinou 
touto zrizena byla studentskd nadacc pod 
jmenem studentskeho nadäni P. Otty 
Sch üllcra. 

Pozitck nadacc tetojest urcen : 

1. pro mravneho a zpnsob ileh o 
st udenta, kteryz prokdzati müze 
püvod odsourozencü z cm fei geh ro- 
dicü zakladatelovych ; 

2. pro chudeho, mravneho a na - 
da ne lio v st udenta z m cs t a Cvi- 
kova r Ce eh ach. 

Tyz md r s a k pozitck nadaeni 
p ost o u p i t i, k d y z b y v p f e d n i f a d c 
k ndirokn oprävneny potomelc sou- 
rozencu rodiöü zakladat clor y ch s e 
hldsil. Nalezal-li by sc vsak z p ri- 
ll u zenstva n cp och dz cj i e i n (t d a n e c 
v poslednich letecli sveho r zd eldni, 
auch kdyz by mu ztrdta pozitkn 
n ad ac n i lio z na c n e b y la na uj m n , 
je st mu podlc nväzeni tech, lcdoz 
n ad ac i spra v uj i, pozite k n a d a e n i 
pone eh a t i. 

J e-l i vice zadatcl u, n d eilt i j est 
nadaci die bl iz s i h o pnvodu. die 
r e f s i potr ebnost i a s eh opnost i, 
j a k o i t die hodnosti st u d i i, t a lc a b y 
zdk gymnasia pfed zdlcem redlky , 
b o h oslo v ec p red posl u ch a e i v s e ch 
ostat n i eh f a k ult m el p f ednosf. 

Pozitck nadaeni trvä od prvni tridy 
gymnasia po celou dobu studii az k ukoneeni 
jakehokofiv odretri studii. k dosazeni urcifeho 
povoldni smerujicieh. Tein, kdoZ theologickym 

20 * 


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15C 


f\ Otto Schüller. 


I\ Otto Schüller. 


15G 


welche sich den theologischen Studien 
widmen , und eben dadurch vielleicht in den 
Genuss einer Stiftung treten, soll trotzdem 
die Stiftung bis nach vollendeten theologischen 
Studien belassen werden . 

Auch sollen Schüler der Realschulen, 
von der vierten Classe der Hauptschulen 
angefangen, durch die Realschule und 
Technik bis zur Vollendung ihres Studiums 
diese Stiftung erlangen können . 

Der Stiftling wird des Genusses ver- 
lustig, wenn er ein schlechtes Fortgangs- 
zeugnis erhält, welches ihn zur Fortsetzung 
des Studiums unfähig macht. In besonders 
rücksichtswürdigen Fällen kamt einem 
solchen der Genuss der Stiftung noch ein 
Jahr für das Wiederholen eines Studien- 
jahrganges oder für den Übertritt in einen 
anderen Studienzweig belassen werden. 

Bei wiederholtem schlechten Erfolge ist 
der Genuss zu entziehen. 1 

Das Ernennung sr echt soll dem 
jeweiligen Pfarrer von Zwickau 
zustehen. 

Rer Stiftsbrief wurde am 10. Mai 1856 
ansgefertigt und am 9. Recember 1856 von 
der k. k. Statthalterei in Prag bestätigt. 

Riese Stiftung wird gegen- 
wärtig von der k. k. Statthalterei 
in Prag über Benenn ung des jewei- 
ligen Pfarrers in Zwickau ver- 
liehen. 

Ras * Stiftungsvermögen , welches von 
derselben Landesstelle verwaltet tvird, beträgt 
1900 fl., aus dessen Reinerträgnisse ein 
Platz mit der Jaliresgcbür von 50 fl. dotiert 
tvird. 


studihn se venxtji a Um pravf snad pozitku 
nejake nadace üosähnou, ponechati fest pfes 
to nadaci az do ukonemi theolog ick geh 
studii. 

Take zäküm real ny eh skol od ctvrte 
tridy skol hlavnich pocinajie po celou hkolu 
real nt a techniku az do ukonccni jich studia 
Ize nadace teto dosici. 

Nadanec ztrati pozitek nadaeni, jestlize 
dostane z prospeehu skolmho spatne vysred- 
cent, kterez jej nezpüsobihjm öint ku 
pokracovdni v studiieh. Je-li pripad hexten 
zvlästniho povsimnuti, müze takovemu 
nadanci ponechati se pozitek nadaeni feste 
po jeden rok k opakoväm jednoho roeniku 
studii aneb ku prestoupeni do jineho odvHvi 
studii. 

Opakuje-li se spatny prospfch, budiz 
pozitek nadaeni odnat. 

Prär o j m enovaci pri sinket i m d 
vzdy faräri C vikov skemu. 

List nadaeni byl dne 10. kvetna 1856 
vyhotoven a dne 9. prosince 1856 c. k. mi- 
stodrzitclstvim v Praze potvrzen. 

Nadaci udili nyni e. k. misto- 
drzit elstvi v Praze po närrhu 
fardre ve Cvikovc. 


Jtnini nadaeni, kter6 tyz ü fad zenxe- 
pansky spravuje, obndsi 1300 zl .: z jeho 
vytezku dotuje se jedine misto s rot n im 
pozitkem 50 zl. 


I. 

( 30 Kreuzer \ 

Stempel. / 

Widmungs-Urkunde. 

Ich Endesgefertigter P. Otto Schüller, Exconventual des Cisterzienser-Stiftes Neuzell 
in der Niederlausitz, habe bei meinem Anverwandten P. Eduard Hoffmann, Pfarrer zu 
Widim, die Errichtung einer sogenannten Studentenstiftung beschlossen. 

Zu diesem Zwecke widme und erlege ich hiermit ein Kapital von siebenhundert 
fünfzig Gulden Conv. Münze in beiliegenden böhmischen Grundentlastungs-Obligationen 
Nr. 1984, Nr. 1985, Nr. 1986, 1987, 1988, Nr. 850, Nr. 864, jede zu hundert 
Gulden, und Nr. 290 zu 50 fl. Conv. Mze., die Intressen sämmtlich vom 1. Mai 1855 
laufend. 

Der Genuss des nach Abzug der Regiekosten hiervon ausfallenden jährlichen Stiftungs- 
ertrages ist bestimmt: 


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157 


P. Otto Schüller. 


P. Otto Schüller. 


157 


1. für einen gesitteten und fähigen Studierenden, welcher die Abstammung von 
den Geschwistern der verstorbenen Eltern des Stifters nachweisen kann. Zur Ersichtlich- 
maehung des gegenwärtigen Standes der Verwandt schaft des Stifters wird ein von ihm 
selbst gefertigtes Verzeichnis der gegenwärtig bestehenden von den Geschwistern der 
j Eltern des Stifters abstammenden Familien beigelegt, wodurch jedoch niemand aus- 
geschlossen werden soll, welcher, in diesem Verzeichnisse aus Mangel genauerer Kenntnis 
nicht aufgenommen, seine Abstammung ordentlicher Weise nachzuweisen im Stande 
sein möchte. 

2. In Ermangelung eines sohin bezcichneten Abkömmlinges ist die Stiftung bestimmt 
fiir einen armen, gesitteten und fähigen Studenten meines Geburtsortes, der Stadt Zwickau, 
vormals Bunzlauer, jetzt Leitmeritzer Kreises in Böhmen. 

3. Der Genuss der Stiftung daueit von der ersten Gymnasialklasse durch die ganze 
Studienzeit bis zur Vollendung des Brotstudiums, für jeden Studienzweig so lange, als 
dem Stiftlinge ordnungsmässige, von einer öffentlichen Lehranstalt ausgestellte Studien- 
zeugnisse verabfolgt werden; jenen, welche den theologischen Cours hören und eben 
dadurch vielleicht in den Genuss einer Stiftung treten, soll nichts destoweniger das 
Stiftungserträgnis bis nach vollendetem theologischen Studium als ein Beitrag zu ihrer 
Ausstattung und Anschaffung von Büchern belassen bleiben. Auch wird ausdrücklich 
bemerkt, dass Schüler der Realschulen, von der vierten Klasse der Hauptschule angefangen, 
durch die Realschule und Technik bis zur Vollendung ihres Studiums die Wohlthat der 
Stiftung erlangen können. 

4. Unter mehreren Bewerbern soll die Verleihung geschehen nach der näheren Ab- 
stammung, der grösseren Bedürftigkeit und Befähigung und nach dem Range der Studien, 
so dass ein Gymnasialschüler vor dem Realschüler, ein Theolog vor den übrigen Fakul- 
täten den Vorzug erhalte. 

5. Ein nicht verwandter Stiftling hat den Genuss der Stiftung zu zediren, wenn sich 
ein wie oben bezeiclmeter Abkömmling um dieselbe bewirbt. Sollte jedoch der nicht ver- 
wandte Stiftling in den letzten Jahren seiner Ausbildung sich befinden oder durch den 
Entgang des Stiftungsgenusses bedeutend behindert werden, so soll ihm nach Ermessen 
der die Stiftung Verwaltenden der Stiftsgenuss belassen werden. 

6. Der Stiftling wird des Genusses verlustig, wenn er ein schlechtes Fortgangs- 
zeugnis erhält, welches ihn zur Fortsetzung des Studiums unfähig macht. In besonders 
erwägungswerthen Fällen aber soll es von dem gewissenhaften Ermessen der Stiftungs- 
verwalter abhängig sein, ob einem solchen der Genuss noch auf ein Jahr für das Wieder- 
holen eines Studienjahrganges oder für den Übertritt in einen anderen Studienzweig 
belassen werden solle ; bei wiederholtem schlechten Erfolge ist der Genuss zu 
entziehen. 

7. Das Ernennungsrecht räume ich dem jeweiligen Pfarrer von Zwickau ein, mit 
Ausnahme der ersten Ernennung, wie folgt: 

8. Als ersten Stiftling, welchem der Genuss der Stiftung sogleich mit Anfang des 
Studienjahres ISofi zuzukommen hat, ernenne ich den Heinrich Dräsche aus Zwickau, 
Niedervorstadt NC. 22, und angehenden Schüler der III. Klasse am Gymnasium zu Böhm.- 
Leipa, und zwar mit dem besonderen Vorrechte, dass ihm (obwohl er nicht aus der 
stifterischen Familie abstammt) der Stiftungsgenuss bei gutem Fortgange und Sitten bis 
zur Vollendung seiner Studien unbestritten verbleiben solle. 

0. Im übrigen unterzieht der Stifter besagte Stiftung den über Stiftungen in den 
k. k. österreichischen Staaten bestehenden allerhöchsten Gesetzen. 

Urkund dessen meine eigenhändige und zweier erbetenen Zeugen Namensfertigung. 

Widim, (Bezirk Dauba) 10. September 1855. 

Franz Pohl mp., 

Gem.-Rath zu Widim, als Zeuge 

Karl Schopf mp., 

Wirthschaftsbereiter zu Widim als Zeuge. 

Original bei der k. k. Bezirksbauptmannseliaft Original u c. k. okresniho hejtmanstvi v Dubd. 

in Dauba. 


P. Otto Schüller mp., 

Exconvcntual. 


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158 


P. Otto Schüller. 


P. Otto Schüller. 


158 


IX. 

( 2 fl. \ 

\ Stempel. / 

Stiftsbrief. 

Wir Endesgefertigten erklären und bekennen hiermit, es habe laut Widmungs- 
Urkunde de dato Widiin (Bezirk Dauba) 10. September 1855 der hochwürdige Herr 
P. Otto Schüller, Exconventual des Stiftes Neuzell in der Niederlausitz, ein Kapital von 
siebenhundert fünfzig Gulden Conv. Mze in böhmischen Grundentlastungsobligationen 
(und zwar Nr. 1984, 19S5, 1986, 1987, 1988, Nr. 850 und 864 jede zu hundert Gulden 
und Nr. 290 zu 50 fl. CMze), die 5percentigen Interessen sämmtlicher vom 1. Mai 1855 
laufend, zu dem Zwecke übergeben, damit hievon eine den Namen P. Otto Schüller’sclie 
führende Studentenstiftung errichtet werde. 

Laut derselben Widmungsurkunde ist der Genuss des nach Abzug der Regiekosten 
ausfallenden jährlichen Stiftungs-Erträgnisses bestimmt: 

l tenÄ - Für einen gesitteten und fälligen Studenten, welcher die Abstammung von 
den Geschwistern der verstorbenen Eltern des Stifters nachweisen kann. 

2 tens * j n Ermangelung eines solchen für einen armen, gesitteten und fähigen Studenten 
der Stadt Zwickau, vorm. Bunzlauer, itzt Leitmeritzer Kreises in Böhmen. 

3ten». p er Genuss der Stiftung dauert von der ersten Gymnasialklasse durch die 
ganze Studienzeit bis zur Vollendung des Brodstudiums, für jeden Studien zweig 
so lange, als dem Stiftlinge ordnungsmässige, von eiuer öffentlichen Lehranstalt ausge- 
stellte Studienzeugnisse verabfolgt werden. Jenen, welche den theologischen Cours hören 
und eben dadurch vielleicht in den Genuss einer Stiftung treten, soll nichts destoweniger 
das Stiftungsertriignis bis nach vollendetem theologischen Studium als ein Beitrag zu 
ihrer Ausstattung und Anschaffung von Büchern belassen bleiben. Auch wird ausdrücklich 
bemerkt, dass Schüler der Realschulen, von der vierten Klasse der Hauptschulen ange- 
fangen, durch die Realschule und Technik bis zur Vollendung ihres Studiums die Wolil- 
that der Stiftung erlangen können. 

4 ten8 * Unter mehreren Bewerbern soll die Verleihung geschehen nach der näheren 
Abstammung, der grösseren Bedürftigkeit und Befähigung und nach dem Range der 
Studien, so dass ein Gymnasial schüler vor dem Realschüler, ein Theolog von allen anderen 
Fakultäten den Vorzug erhalte. 

5tens. Ein nicht verwandter Stiftling hat den Genuss der Stiftung zu zediren, wenn 
sich ein wie oben bezeichneter Abkömmling um dieselbe bewirbt. Sollte jedoch der nicht 
verwandte Stiftling in den letzten Jahren der Ausbildung sich befinden oder durch den 
Entgang des Stiftungsgenusses bedeutend behindert werden, so soll ihm nach Ermessen 
der die Stiftung Verwaltenden der Stiftsgenuss belassen werden. 

gtena. j) er Stiftling wird des Genusses verlustig, wenn er ein schlechtes Fortgangs- 
zeugnis erhält, welches ihn zur Fortsetzung des Studiums unfähig macht. In besonders 
erwägungswerthen Fällen aber soll es von dem gewissenhaften Ermessen der Stiftungs- 
verwalter abhängig sein, ob einem solchen der Genuss der Stiftung noch auf ein Jahr 
für das Wiederholen eines Studienjahrganges oder für den Übertritt in einen andern 
Studienzweig belassen werden solle; bei wiederholtem* schlechten Erfolge ist der Genuss 
zu entziehen. 

7tena. j) as Ernennungsrecht wird dem jeweiligen Pfarrer von Zwickau eingeräumt, 
an welche Pfarre ein Stiftsbrief-Exemplar zur Hinterlegung und Aufbewahrung im Pfarr- 
Archive auszufertigen sein soll. 

gtens. I m Übrigen unterzieht der Stifter besagte Stiftung den über Stiftungen in 
den k. k. österreichischen Staaten bestehenden allerhöchsten Gesetzen. 

'Nachdem die oben angeführten, zu dieser Stiftung gewidmeten Grundentlastungs- 
Obligationen in eine auf den Namen dieser Stiftung lautende Obligation lit. A. Nr. 4407 
dto 1. Mai 1855 per 750 fl. CM. ä 5% umschrieben worden ist [sic] und von der k. k. Landes- 
hauptkassa, bei welcher Kassa dieses Stiftungsvermögen nach den über die Verwaltung 
des Studentenstiftungsfondes geltenden Grundsätzen verwaltet werden wird, in Empfang 
gestellt worden ist, so gelobt der gefertigte Präsentator für sich und seine Nachfolger, 
zu dieser Stiftung immer nur einen den stifterischen Bestimmungen entsprechenden 
Studierenden zu präsentiren, und die gefertigten Vorsteher der k. k. Landeshauptkassa 


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159 


P. Otto Schüller. 


P. Otto Schüller. 


159 


verpflichten sich, mit dem Stiftungsvermügen ohne Bewilligung der h. k. k. Statthalterei 
keine Änderung vorzunehmen und über die Verwendung des Einkommens jährlich an die 
k. k. Staatshuchhaltung Rechnung zu legen. 

Zur Urkunde dessen dieser Stiftsbrief ausgefertigt, mit der Unterschrift zweier 
erbetenen Zeugen versehen und in zwei gleichlautenden Parien verfasst worden ist, 
wovon das eine bei der hohen k. k. Statthalterei und das zweite bei dem katholischen 
Pfarramte zu Zwickau aufbewahrt wird. 

Pfarramt Widim, 10. Mai 1850. 

Eduard Hoffmann mp., 

Pfarrer. 

Karl Schopf mp., 

fürstl. Arenbergscher ‘Wirthschaftsbcreitcr, 
als Zeuge. 

Franz Pohl mp., 
als Zeuge. 


Nr. 143G. 


K. k. L a n d e s li auptkass a. 

Prag am 27. November 1850. 

(L. S.) Augustin Johann Viditz mp., 

Hauptkasseu-Direktur. 

Adolf Hertl mp., 

Controlor. 


Nr. G2.341. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 


Von der Böhmischen k. k. Statthalter ei. 
Prag, am 9. Dezember 1S5G. 

Für (len Statthalter: 

2iwna mp. 


Original im k. k. Statthaltcrci-Arcliiv zu Prag. Original varchivu c. k. mistodmtelstvi v Prazc. 


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160 Wenzel Ritter von Waclawiezok. 


Vaclav rytir Waclawiczek. 


160 


409 . 

1855 

October 12. rijna. 

Wenzel Ritter von Waclawiczeksche Studentske nadäni Väclava rytire 
Studenten-Stiftung. Waclawiczka. 


Wenzel Ritter von Waclawiczek , 
Je. k. wirklicher geheimer Rath, und 
Dompropst in Prag , widmete in seiner 
Zuschrift vom 12. Octobcr 1855 an das 
fürsterzbischöfliche Consistorium in Prag 
ein Capital von 6000 fl. in 5°/ n Metalliqucs 
zur Errichtung zweier Stiftungs- 
plätze in dem von Seiner Eminenz 
dem Cardinal - Für ster zhischof e 
Friedrich Fürsten zu Schwarzen- 
berg errichteten Studenten - Con - 
victe in Prag. 

Das Präsentationsrecht räumte 
der Stifter seinen Nachfolgern , 
den künftigen Pröpsten der Metro- 
politankirche bei St. Veit und eines 
allzeit getreuen Metropolitan - Ca- 
pitels in Prag ein. 

Auf den Genuss dieser Stiftung sollen 
Anspruch haben: 

a) die Nachkommen des Bruders 
des Stifters Franz Eduard 
Waclaw iclele, k. k. Hauptmanncs 
in der Armee , dann 

b) wechselweise die D cscendcnten 

der zwei Schwestern des Stif- 
ters, Ros in a W aclawicz e Je, v e r- 
eh dicht an Leopold Schmied, 
und Josefa W 'a cla toi c zek, rer- 
cheli cli t a n Fried ri ch R i t s ch c l, 
beide ()k o n omiehe amt ensgu t- 

t innen, und 

c) Stadt -Naeeradec er und andere 
arme zum Studieren fähige 
Knaben oder Jünglinge der 
Prager Erzdiöccse. 

Die von dem Stiftungscapitale jährlich 
entfallenden Interessen sind nach Abzug 
der gesetzlichen Steuern und etwaiger an- 
derer k. k. Abgaben zur Unterhaltung der 
2 Stiftlinge zu verwenden . 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde unterm 
4. Juli 1866 ausgefertigt und von der 
Je. k. Statthalterci in Prag am 13. De- 
ccmbcr 1866 bestätigt. 


Vaclav rytir Waclawiczek, 
c. k. sJcutecny tajny rada a probost 
kapituly Prazske, venoval ve svem prt- 
pisu ze dne 12. rijna 1855 na kntZeci 
arcibiskupsJcou konsistor v Praze jistinu 
6000 zl. v 5% upisech metalicnych tut 
zfizeni dvou mist nadaönich v Stu- 
dent skem konviJcte v Praze, Jeho 
E nt inend ka r d i n die m kniletc m 
arc ibisliupem Bedri ehern Jcnt zetern 
ze Scliwar zenbergu zrtzenem. 

Prdvo presentaeni vyhradil 
zakladatel svym ndstupcüm, bu- 
d ou ci m p r ob o st ü m met ropolit n i h o 
ehr amu Puna u sv. Vita a vzdy 
verne mctropolitnikapituly v Praze. 

Na pozitek nadace teto maji miti närolc: 

a) Potomci bratra zakladatelo v a 
F rantiska Eduard a Wacl a - 
wiezka, c. Je. vojcnskeJto setnilca, 

b) stfidare potomci dvou sester 

zakladatelov y eh, Rüzcny Wa cla- 
wiezkovy provdane za Leo pol da 
S ch m i e d a, a Jos cf y Wa cla- 

iv i czko v y, provdane za Be d r i ch a 
Ritsch ela, kt crez obe byly man- 
zelky hospoddrskyeh ufednikü, a 

c) z mesta Naeeradcc pochdzejici 
a j i n i ch u d i Je s tndo v dni s ch op n i 
hosi neh jinosi Prazske arci- 
diecesc. 

llrokü, jez jtneni nadaeni roctia ncsc, 
po odcctcni zdkonnych dani a snad i jinych 
c. k. ddvek, uzito budiz k vydrSovani dvou 
nadaneü. 

List nadaeni o nadaci teto hyl dne 
4. ccrvcnce 1866 vyJiotoven a c. k. misto- 
drzitelstvim v Praze dne 13. prosince 1866 
potvrzen. 


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161 Wenzel Ilitter von Waclawiczek. 


Vaclav rytir Waclawiczek. 


161 


Diese Stiftung wird gegenwärtig im 
Sinne der stifterischen Anordnungen ver- 
liehen und kann nur im fürsterzbischöflichen 
Studenten-Convicte genossen werden . 

Das Vermögen dieser Stiftung , welches 
vom fürsterzbischöflichen Comistorium in 
Prag verwaltet wird, beträgt 6000 fl., aus 
dessen Reinerträgnisse zwei Plätze, jeder 
mit der Jahresgebür von 126 fl., dotiert 
werden. 


Nadace tato udili se nynt po smyslu 
narizeni zakladatelovych , a Ize ji pozivati 
jen v knizecim arcibiskupskem konvikte stu- 
dentskem. 

Jmönt nadace teto, spravovane knizeci 
arcibiskupskou konsistori v Praze, obnäsi 
6000 zl .; z vyUzku jeho dotuji se dv$ mista 
s roenim poiitkem po 126 zl. 


X. 

ad Nr. 981 Consist. 

Hochwürdigstes Fürst-Erzbischöfliches Consistorium ! 

Der geziemend Unterzeichnete hat bereits für seinen Todesfall letztwillig zur 
künftigen Gründung eines Knaben-Seminärs für die Prager Erzdiözese nach Vorschrift 
des Trienter Kirchenrathes ein Kapital von sechstausend Gulden in CMze bestimmt. 
Nachdem gegenwärtig Seine Eminenz unser durchlauchtig-hochwürdigster Herr Kardinal 
Fürsterzbischof Friedrich (tit. plno) dieses ersehnte kirchliche Institut durch vorläufige 
Errichtung eines Studenton-Konvikts in Hoch-Dessen Alumnatsgebäude ins Leben zu rufen 
geruhten, so beeilt sich derselbe, die für seinen Todesfall bedachte Stiftung schon während 
seiner Lebenszeit zu realisiren, indem er den Betrag per sechstausend Gulden 
in 5°/ 0 Metalliques als Bedeckungskapital für zwei Stiftungsplätze Seiner Eminenz zur 
hohen Verfügung stellt und unter einem sammt den Interessen-Coupons, zahlbar am 
1. November und 1. Mai, bei der Fürsterzbischöflichen Consistorialkasse gegen gefällige 
Empfangsbestätigung baar erlegen lässt. 

Das Präsentationsrecht zu diesen zwei Stiftungsplätzen, auf welches der Gefertigte 
für seine Person verzichtet, behält derselbe seinen Nachfolgern, den künftigen hochwürdigen 
Pröpsten der Metropolitankirche bei St. Veit und eines allzeit getreuen Metropolitan- 
kapitels, vor; jedoch sollen auf den Genuss dieser Stiftung Anspruch haben: 

a) die von des Stifters verstorbenem Bruder Franz Eduard Waclawiczek, k. k. Hauptmann 
in der Armee, dann wechselweise 

b) die von des Stifters zwei Schwestern, Rosina Waclawiczek, verehelichte Leopold 
Schmied, und Josepha Waclawiczek, verehelichte Friedrich Ritschel, beide Okonomie- 
beamten-Gattinnen, abstammenden, endlich 

c) die Stadt- Natscheradezer und andere arme zum Studieren fähige Knaben oder 
Jünglinge der Prager Erzdiözese. 

Prag, am 12 ,en Oktober 1855. 


Wenz. Ritt. v. Waclawiczek, 

Porapropst, k. k. wirkl. geheimer ltath. 

Vorstehende Abschrift stimmt mit dem Originale in Wort und Ziffer überein. 

Fürsterzbischöfl. Consistorial - Kanzlei. 

Prag, den 11. Februar 1897. 


(L. S.) 


Josef Grim, 

fiirst. -erzbisch. Consistorial-Secretär. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statthal- 
terei zu Prag. 

VI. 


Overeny opis u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 

21 


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162 Wenzel Ritter von Waclawiezek. 


Vaclav rytir Waclawiezek. 


162 


II. 

( 50 Kreuzer \ 

Stempel. / 

Stiftsbrief. 


Wir endesgefertigten Vorsteher des fürsterzbischöflichen Knaben-Convictes für die 
Prager Erzdiöcese zu Prag urkunden und bekennen mittelst dieses gegenwärtigen Stifts- 
briefes: Es habe Seine Excellenz der hochwürdige Herr Wenzel Ritter von Waclavicek, 
Dompropst des hochwürdigsten allzeit, getreuen Prager Metropolitan-Domcapitels und 
k. k. wirklicher geheimer Rath, laut Zuschrift d. d. Prag am 12. October 1855 den 
Betrag per 6000 fl. CM., i. e. sehstausend Gulden Conv. Münze in 5% Metalliques- 
Obligationen, und zwar: 


Nr. 0011 ddto. Wien 

am 4. 

September 

1852 per 

Nr. 0250 „ 


V 

per 

Nr. 0251 

T 

V 

per 

Nr. 9252 „ 

r> 

p 

per 

Nr. 9253 

V 

r> 

per 

Nr. 9254 

n 

r 

per 


1000 fl. CM. 

1000 fl. CM. 

1000 fl. CM. 

1000 fl. CM. 

1000 fl. CM. 

. 100 0 11. CM. 

in Summa . . . 6000 ff CM. 


sammt den Interessen-Coupons, zahlbar am 1. November und 1. Mai, als Bedeckungs- 
capital für zwei Stiftungsplätze zu dem eingangs genannten Knaben-Convicte seiner 
Eminenz zur hohen Verfügung gestellt und diese Staatsschuldverschreibungen bei der 
fürsterzbischöflichen Consistorial-Casse erlegen lassen. 

Diese zwei Stiftungsplätze sollen unter nachstehenden Bedingungen errichtet 
werden : 

1. Das Präsentationsrecht zu diesen zwei Stiftungsplätzen, auf welches der hochwürdige 
Herr Stifter für seine Person verzichtet, behält derselbe seinen Nachfolgern, den künftigen 
hochwürdigen Pröpsten der Metropolitankirche bei Set. Veit und eines allzeit getreuen 
M e t r opol it a ncapi te 1 s, v or. 

2. Auf den Genuss dieser Stiftung sollen Anspruch haben: 

a) die von des hochwürdigen Herrn Stifters verstorbenem Bruder Franz Eduard 
Waclavicek, k. k. Hauptmann in der Armee, dann 

b) wechselweise die von des hochwürdigen Stifters zwei Schwestern Rosina Waclavicek, 
verehelichte Leopold Schmied, und Josepha Waclavicek verehelichte Friedrich 
Ritschel, beide Ökonomiebeaintens-Gattinnen, abstammenden, endlich 

c) die Stadt-Naceradecer und andere arme zum Studieren fähige Knaben oder 
Jünglinge der Prager Erzdiöcese. Endlich 

3. sollen die von dem Stiftungscapitale jährlich entfallenden Interessen nach Abzug 
der gesetzlichen Einkommensteuer und anderer etwaigen k. k. Abgaben zur Unterhaltung 
der zwei Stiftlinge verwendet werden. 

Da diese Stiftung unter den vorstehenden Bedingungen von Seiner Eminenz unserem 
hochwürdigsten Cardinal und Fürst-Erzbischof Friedrich unterm 24. Oktober 1855 und 
ebenso das Präsentationsrecht für diese zwei Stiftungsplätze von dem hochwürdigen Herrn 
Propst der Metropolitankirche bei St. Veit und eines hochwürdigsten allzeit getreuen 
Metropolitan-Domcapitels für sich und seine Nachfolger angenommen worden ist, so 
wurden die gewidmeten, vorstehend bezeichneten Staatsobligationen mit anderen demselben 
Knaben-Convicte als eigenthümliches Vermögen gehörigen Staatsschuldverschreibungen 
derselben Kategorie in eine neue, an das fürsterzbischöfliche Consistorium noe. des 
fürsterzbischöflichen Studenten-Convictes in Prag vinkulirte, mit fünf vom Hundert in CM. 
halbjährig gegen Quittung vom 1. November 1855 verzinsliche Staatsschuldversehreibung 
Nr. 2363, ddto. Wien am 1. November 1855, über 9600 fl. CM. umschrieben und in 
derselben der Betrag per 6000 fl. CM., sage sechstausend Gulden CM., als Stiftungs- 
kapital für diese Stiftung vinkulirt, zu Händen des f. e. Knaben-Convicts für die Prager 
Erzdiöcese in Empfang und Verrechnung gestellt und die Staatsschuldverschreibung in die 
f. e. Knaben-Convicts-Cassa hinterlegt. Da ferner die Interessen dieses Stiftungskapitals 
vom 1. November 1855 zu Händen dieser Stiftung einfliessen und die Stiftsbrief- 
Errichtungskosten aus dem Stiftungserträgnisse gedeckt werden : so ist diese Stiltung mit 
dem Jahre 1856 ins Leben getreten. 


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1G3 


Wenzel Ritter von Waclawiczek. 


Vaclav rytir Waclawiezek. 


1G3 


Es verpflichten sich demnach die Vorsteher des benannten fürsterzbischöflichen 
Knaben-Convicts für die Prager Erzdiöcese für sich und alle ihre Amtsnachfolger, diese 
Stiftung stets aufrecht zu erhalten, die Interessen vom Stittungskapital nach Weisung des 
Stiftsbriefes zum Zwecke dieser Stiftung zu verwenden und mit dem Stiftungskapitale 
ohne Bewilligung der kompetenten Behörden keine wie immer genannte Veränderung 
vorzunehmen oder vornehmen zu lassen; insbesondere gelobet der mitgefertigte Knaben- 
Convicts-Rechnungsfiihrer für sich und seine Amtsnachfolger, die Interessen zur Verfallzeit 
gehörig einzuheben, dieselben dem Zwecke der Stiftung zuzuführen, das Kapital sammt 
Interessenertrag gehörig zu verrechnen und jährlich einen Rechnungsextrakt über diese 
Stiftung der k. k. Staatsbuchhaltung zuzumitteln. 

Urkund dessen ist dieser Stiftsbrief in drei gleichlautenden gestempelten Parien 
verfasst, von den sämmtlichen f. e. Knabenconvicts-Vorstehern und dem Rechnungsführer 
gefertigt und von zwei erbetenen Zeugen mitgefertigt worden, und es wurde ein Pare 
hievon im fürsterzbischöflichen Consistorial-Archive, das zweite in die f. e. Knabenconvicts- 
Casse hinterlegt und das dritte Pare der h. k. k. Statthalterei übergeben. 

Prag, den 4. Juli 186G. 

Eduard Tersch mp., Adalbert Christoph mp., 

Direktor des Hirni. erzbischüfl. Studentenkonviktes. f. er. Consist.-Cassier als Convicts-Rcchnungsfülirer. 

' Franz Srdinko mp., Johann Skrivan mp., 

Yicedirektor. als Zeuge. 

Karl Langer mp., 
als Zeuge. 

Nr. Cons. 5362. 

Von Seite des f. e. Konsistoriums wird vorstehender Stiftsbrief seinem ganzen 
Inhalte nach bestätigt. 

Prag, den 18. Juli 18G6. 

(L. S.) J. Krejci mp., 

General-Vikar. 


Adalbert Hron mp., 
Kanzler. 


Nr. 47.346, 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

V o n der B ö li m i s ch e n k. k. Statthalterei. 

Prag, am 13. Dezember 1866. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Ilenninger mp. 


Original bei der k. k. Statthaltcrei in Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Traze. 


VI. 


21 * 


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164 


Johann Kreiesl. 


Jan Kreissl. 


1G4 


410 . 

1855 

October 15. ffjna. 


Johann Hreissl'sche Studenten-Stiftung. 

Johann Kreissl , Kaufmann zu 
Gottesgab , widmete in seinem Testamente 
vom 15. Octobcr 1855 ein Capital von 
800 fl. C. 31. zur Errichtung einer 
Stiftung für einen Knaben aus der 
Nachkommenschaft der Geschwister 
des Stifters, und zwar: Anton 
Kreissl , Josefa verehelichten Ehren- 
bau, Anna r er ehelicht gewesenen 
Zenker in Kühnheit, Barbara ver- 
ehelichten Holling er , Elisabeth 
verehelicht gewesenen Horbach in 
Bäringen und Theresia verehe- 
lichten Schicem. 

Diese Stiftung ist bestimmt 
zur Unterstützung eines Knaben 
der genannten Geschwister des 
Stifters, welcher die Jiealschule 
oder auch die Technik besuchen 
will. 

Wenn sich durch längere Zeit kein 
Studierender aus den angeführten Familien 
um diese Stiftung melden sollte, so sollen 
die Interessen zum Capital geschlagen 
werden. 

Sollte aber sich durch mehr als 
fünf Jahre kein anspruchsberech- 
tigter Studierende finden , so sind 
auch andere arme Schmiedeberger 
zu dem Genüsse dieser Stiftung 
zuzulassen. 

Der Pfarrer und der Orts - 
Vorstand in Schmiedeberg sollen 
das Verleihung sr echt ausüben. 

Der Stiftsbrief wurde am 20. October 
1857 ausgefertigt und am 27. Jänner 1858 
von der k. k. Statthalterei in Prag bestätigt. 

Gegen wärt ig wird diese St i f- 
tung über Präsentation des Pfar- 
rers und Gemeindevorstehers in 
Schmiedeberg von der k. k. Statt- 
halterei in P rag verliehe n. 

Das Stiftungsvermögen, welches eben- 
falls von dieser Statthalterei verwaltet 
wird, beträgt 2454 fl., aus dessen Erträg- 
nisse ein Platz mit der Jahresgebür von 
00 fl. dotiert wird. 


Studentske nadäni Jana Hreissla. 

Jan Kreissl, kupcc v Dam 
Bozim, venoval vc sve zdveti ze dne 
15. rijna 1855 jistinu 800 zl. konv. m. na 
zfizeni nadace pro hocha z pot o tu- 
st va sourozencu zakl adatelov y ch 
a sice: Anton in a Kreissla, Jose fy 
pr ov da ne Ehr enb au ov e, Anny 
drulidy provdane Zenkerovc v Kühn- 
heitu, Barbory provdane Ilollin- 
gerove, Alzbety drulidy provdane 
Horbachove v Perninku a Tcrezic 
provdane Schlcemove. 


Nadace tato urcena jest ku 
podpore hocha jmenovanych sou- 
rozencü zakladatelovy ch, kteryz 
navstövovati chce skolu realnou 
neb takc techniku. 

Nehläsil-li by se po delsi cas studujici 
z jmenovanych rodin o nadaci, uklädati jest 
üroky k jistine . 


N enalczl-li by se po vice ncz 
pet let k näroku oprävneny stu- 
d uj i c i , p ripustiti jest i j i n e ch ude 
ze Schmiedeber gu ku pozitku na- 
dace teto. 

Fardri a mistnimu predsta - 
venstvu v Schmiedeber gu vykondi- 
vati jest prdvo udileci . 

List nadaeni byl dne 20. rtjna 1857 
vyhotoven a dne 27. ledna 1858 c . k. mtsto - 
drzitelstvim v Praze potvrzcn. 

Nyni udili nadaci c. k. inist o - 
drz itclstvi v Praze po prcscntaci 
fardfe a obren iho predstaveneho 
vc Schmiedeberg u. 

Jmeni nadaeni, spravovane rovntz jme- 
novanym mistodrzitctstvim, obndsi 2454 zl., 
z jichz vytezku dotuje se jedno misto 
s roentm pn'zitkem 00 zl. 


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1G5 


Johann Kreissl. 


Jan Kreisel. 


1G5 


I. 


M o i n letzter Wille, 
eigenhändig geschrieben und unterschrieben. 

Da kein Mensch weiss, wann es dem Allmächtigen gefällt, ihn in ein besseres Leben 
abzurufen, und mir bekannt ist, dass oft schon Streitigkeiten nach einem unverhofften 
Todesfall unter den Erben vorfielen, so habe ich, diesen zu begegnen, bei voller Gesundheit 
und Vernunft nachstehend angeordnet, wie es nach meinem Tode mit meinem Leibe und 
Vermögen gehalten werden sollte. 


17. Ein ferneres Legat von 800 fl., achthundert Gulden CM., vermache ich zur Er- 
richtung einer Stiftung für einen Knaben aus der Nachkommenschaft meiner Geschwister 
Anton Kreisl, Josefa verehel. Ehrenbau, Anna vereh. gewesene Zenker in Kühnheit, Bar- 
bara vereh. Itollinger, Elisabeth vereh. gewesene Horbach in Bärringen und Theres ver- 
ehelichte Schlee; diese Stiftung gehört zur L^nterstiitzung eines Knaben, Kind genannter 
Geschwister, welcher die Realschule oder auch Technik hören will, und der Herr Pfarrer 
und der Herr Ortsvorstand in Schmiedeberg haben die Verleihung dieses Stipendiums; 
doch nur die Zinsen von diesem Kapitale sollen verwendet werden ; wenn aber längere 
Zeit kein Studierender aus dieser Familie sich befindet [sic], so sollen die Zinsen zum Kapital 
geschlagen werden; sollte aber mehr als 5 Jahre, sage fünf, sich kein Studierender finden, 
so sind auch andere arme Schmiedeberger zu dem Genuss dieser Stiftung zuzulassen. 


Gottesgab, am 15. Oktober 1855. 

Johann Kreissl mp. 

Vorstehende Abschrift ist mit dem subNr. 1981 überreichten Originale gleichlautend 
befunden worden. 


K. k. Bezirksamt als Gericht zu Joachimsthal, 
den 20. Juli 18136. 


(L. S.) 


Schilling mp., 
k. k. Aktuar. 


Einfache Abschrift bei der k. k. Statthaltcrci Jednoduchy opis u c. k. mistodrzitelstvi 

in Prag. v Praze. 


n. 

( ! 5 Kreuzer \ 

Stempel. J 

Stiftsbrief. 

Der zu Gottesgab verstorbene Kaufmann Johann Kreissl hat in seinem Testamente 
vom 15. Oktober 1855 im siebzehnten Absätze Folgendes verordnet: 

„Ein frommes | sic] Legat von 800 fl. CM. (achthundert Gulden C. Mze.) vermache 
ich zur Errichtung einer Stiftung für einen Knaben aus der Nachkommenschaft meiner 
Geschwister Anton Kreissl, Josepha verehelichten Ehrenbau, Anna verehelicht gewesenen 
Zenker in Kühnheit, Barbara verehelichten Iiollinger, Elisabeth verehelicht gewesenen 
Horbach in Bäringen und Theresia verehelichten Schlee ; diese Stiftung gehört zur Unter- 
stützung eines Knaben, Kind genannter Geschwister, welcher die Realschule oder auch 
die Technik hören will, und der Herr Plärrer und Herr Ortsvorstand in Schmiedeberg 
haben die Verleihung dieses Stipendiums; doch nur die Zinsen von dem Kapitale sollen 
verwendet werden. Wenn aber längere Zeit kein Studierender aus dieser Familie sich 
findet, so sollen die Zinsen zum Kapitale geschlagen werden ; sollte aber mehr als 5 Jahre 
(fünf Jahre) sich kein Studierender finden, so sind auch andere arme Schmiedeberger zu 
dem Genüsse dieser Stiftung zuzulassen.“ 


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166 


Johann Kreissl. 


Jan Kreissl. 


166 


Damit nun diese letztwillige Anordnung des Stifters genau vollzogen werde, so wurde, 
da der Stifter einen Verwalter des Stiftungsvermögens nicht bestellt hat, diese Verwaltung 
von der hochlöblichen k. k. Statthalterei mittelst Dekret ddto. 23. Jänner 1857, Nr. 3055. 
der Prager k. k. Landeshauptkassa übertragen und von letzterer für den von den Erben 
eingezahlten Stiftungsbetrag per 800 fl. CM. fünfpercentige Verlosungsobligationen, und 
zwar Nr. 4551 ddto. 1. August 1849 per 800 fl. CM. und Nro. 43.465 ddto. 1. Feber 1857 
per 154 fl. CM. — also im Nominalwerthe per 954 fl. CM. — angekauft, welche für das 
Stiftungskapital gesetzmässige Sicherheit geben, beide mit dem Interessenbezuge vom 
1. Feber 1857, deren erstere für die Stiftung vinkulirt, die letztere auf den Namen der 
Johann Kreisslischen Studentenstiftung ausgestellt ist. Beide Obligationen erliegen sammt 
den Einkaufsdokumenten bei der k. k. Landeshaupt kassa in Prag, die das Stiftungsver- 
mögen verwaltet, und aus welcher Kassa auch die jährlichen Interessen als Stiftungsbeitrag 
für den in Vorschlag gebrachten Stiftling zu erheben sind. Das Stiftungseinkommen fliesst 
vom 1. Februar 1857 angefangen der Stiftung zu. 

Der gefertigte Pfarrer und Gemeindevorsteher verpflichten sich für sich und ihre 
Nachfolger, das ihnen durch die letztwillige Anordnung des Stifters übertragene Präsen- 
tations- oder Verleihungsrecht nach der Anordnung des Stifters im vorkommenden Falle 
auszuüben und überhaupt für die Aufrechthaltung dieser Stiftung für immerwährende 
Zeiten Sorge zu tragen. Es verpflichten sich ferner die Stiftungsvorsteher und der Vorsteher 
der k. k. Landeshauptkassa, mit dem Stiftungskapitale ohne hocbortige Bewilligung keine 
Veränderung vorzunehmen sowie über dieses Stiftungskapital der k. k. Staatsbuchhaltung 
jährlich Rechnung zu legen. 

Urkund dessen ist dieser Stiftsbrief in drei gleichlautenden Exemplaren, wovon eines 
an die hochlöbliche k. k. Statthalterei, das zweite an das hochwürdigste f. e. Konsistorium 
in Prag, das dritte an das Pfarrarchiv der Pfarre Schmiedeberg abgegeben wird, aus- 
gestellt und von den Gefertigten und zwei Zeugen unterschrieben worden. 

Schmiedeberg, am 20. Oktober 1857. 


Johann Passler mp., 
Gemeinde- Vorsteher. 


Johann Pittrolf mp., 

Pfarrer. 


Josef Loos mp., 
als Zeuge. 


Augustin Joh. Yiditz mp., 
k. k. Iiauptkassen-Pirektur. 


Josef Heid mp., 
als Zeuge. 


Adolf Hertl mp., 
k. k. Landesliauptkassa-Controlor. 


Nr. 2893. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestättiget. 


Von der Böhmischen k. k. Statthai t er ei. 
Prag, am 27. Jänner 1858. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Ziwna mp. 


Original bei der k. k. Statthaltcrci zu Trag. Original u c. k. mistodrzitel&tvi v Trazo. 


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1G7 


P. Josef Scharum I. 


P. Josef Schamm I. 


167 


411 . 

1855 

October 22. rijna. 


P. Josef Schamm'schc I. Köuigswartcr 
Studcnten-Stiftung. 

P. Josef Schamm , k. Je. Gymna- 
siale! ir eci or in Vension in Vf/ er, 
widmete in seinem Testamente de dato Eger 
am 22. Octohcr 1855 ein Capital von 
1000 fl. C. M. zur Errichtung einer Stu- 
denten-Stiftung , tcclche den Namen „ erste 
K önigswarter St u dentcn-St if tu n g u 
führen soll. 

Auf diese Stiftung sollen jene 
s tudi er enden J ü ng litt ge A n sp ru eh 
haben , welche in dem Geburtsorte 
des Stifters Königswart, in der 
Nähe von Marienbad, geboren sind, 
deren Eltern oder Y or eite r n w e- 
nigstens seit dem Jahre 1800 in 
Königswart wohnhaft waren, die 
ferner ans einer katholischen legi- 
timen Ehe entsprossen sind und in 
Sitten, Verwendung und Religion, 
u n d z w a r d u r eh zw e i a uf e i n a n d c r 
folgende Semester, Vorzugsclassen 
habe n. 

Der Genuss dieser Stiftung soll durch 
die ganze folgende Studienzeit (Gymnasium, 
Theologie, Medicin oder Jus oder auch die 
gesetzlich vor geschriebene Vorbereitung zum 
Antritte einer Professur) dauern. 

Der Stiftsbrief wurde von der Je. Je. 
Statihalterci am 18. Deccmber 1800 aus - 
gefertigt. 

Diese Stiftung wird regia colla - 
Hone von der Je. Je. Statthalter ei 
verliehe n. 

Das Stiftungsvermögen, welches gleich- 
falls von dieser Statthalterei verwaltet wird, 
beträgt 2570 fl., aus dessen Erträgnisse ein 
Platz mit der Jahresgebür von 100 fl. 
dotiert wird. 


I. Kynzvartske studentske uadäni 
P. Josefa Schainma. 

P. Josef Scha m m. e. Je. g y m n a- 
sialnt fiditel ve v y sluJtbe v CJiebn, 
venoral ve sve zdveti sepsane r CJiebn dne 
22. rijna 1855 jistinn 1000 zl. Jeonv. m. 
na zrizeni student sJecJio nadäni, jez miti 
md jmeno: „Prvni KynzvartsJee studentske 
nadäni. u 

Na nadaci tuto majl miti närok 
studnj tei jinosi , ktefi v rodist i 
zaJcladatelovö, t. j. v Kyn&vartS 
blize Marianskych Läzni se naro - 
dili, jichz rodicove neb prarodiöove 
aspon od roku 1800 v Kynzvart e 
bydlili, lcteriz däle z katolickeho 
l e g i t i m n i Ji o in an l eis tvi p o s l i 
a z mravü , prospöcJiu a näbo- 
zenstvi ve dvou po sobe näsledu- 
jicicJi jpftlletich znämky vyborne 
m aj t. 


Pozitck nadaeni trvati mu po cely 
dalsi tas studii (na gymnasiu, v tJieologii , 
leJcarstvi neb v prävccJi) aneb takc po cas 
zäkonnc predepsane pripravy k nastoupeni 
profesury. 

List nadaeni byl c. k. mistodrSitelstvini 
dne 18. prosince 1860 vyJiotoven. 

Nadaci udili regia collat ione 
c. k. mistodrzitelstvi . 

Jmcni nadaeni v obnosu 2570 zl. 
spravuje rovncz jmenovane mistodr&itelstvi ; 
z vyteSku jeho datuje sc jedno inisto 
s roenim pozitkem 100 zl. 


I. 

Mein letzter Wille. 

1855. 

1. Im Namen der allerheiligsten Dreieinigkeit, die nach meinem Tode mir gnädig 
sein wolle, schreibe ich hier mit gesundem Verstände meinen letzten Willen eigenhändig 
nieder. 


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168 


P. Josef Scharam I. 


P. Josef Schamm I. 


1G8 


3. Zum Executor meines Testamentes bestimme ich meinen Neffen Josef Urban.’ 
Sollte dieser die Sache nicht übernehmen können, so bitte ich Herrn JUDr. Anton Gschier 
in Eger, dass derselbe an die Stelle meines Neffen trete. 

4. Ich besitze folgende ausstehende und verbücherte Kapitalien, von denen die 
Obligationen bei mir vorliegen: 


d) bei H. Georg Waguer, Wirtschaftsbesitzer in Katzengrün, ein Kapital von fünf- 
hundert zwanzig Gulden CMze., 520 fl. 

e) bei H. Michael Pötzl, Wirtschaftsbesitzer in Katzengrün, ein Kapital von vierhundert 
und achtzig Gulden CMze., 480 fl. 

5. Ausserdem besitze ich noch eine kleine Wiese unter dem Delitzhofe, die soge- 
nannte Säuerlingswiese. 1300 fl. CM. im Kaufswerte, die gegenwärtig um fünfzig Gulden 
CM. verpachtet ist. Diesen Pachtzins wird meine Nichte Anna Willfahrt auf Lebenszeit 
beziehen, nach ihrem Tode wird er zu einer zweiten Königswarter Studentenstiftung, 
ganz wie im folgenden Nr. 7 deutlich angegeben wird, [verwendet werden]. 


7. Die Interessen von [den Kapitalien] d) und c), d. i. von den bei Hr. Georg 
Wagner und Mathias Pötzl in Katzengrün stehenden tausend Gulden CM., sind sogleich 
nach meinem Tode zu einer Studentenstiftung zu verwenden. w r elche den Namen „Königs- 
warter Studentenstiftung“ erhalten soll. Auf diese Stiftung sollen jene studierenden Jüng- 
linge Anspruch haben: a) welche in meinem Geburtsorte Königswart (in der Nähe von 
Marienbad) geboren sind, und deren Eltern oder Voreltern wenigstens schon seit 1800 in 
Königsvrart wohnhaft waren, b) welche zugleich aus einer katholischen legitimen Ehe 
entsprossen sind und c) in Sitten, Verwendung und Religion die Vorzugsklasse haben, 
und zwar durch zwei aufeinander folgende Semester. Der Genuss soll durch die ganze 
folgendo Studienzeit (Gymnasium, Theologie, Medizin oder Jus oder auch die gesetzlich 
vorgeschriebene Vorbereitung zum Antritt einer Professur) dauern. 


Eger den 22. Oktober 1855. 


Josef Schamm mp.. 
emeritirter Gynmasialdirektor. 

Publizirt am 22. November 1855 in Gegenwart der Anna Willfahrt und der Hr. 
Zeugen Jos. Reindl und Georg Mathias Walter aus Eger. 

Eger am 22. November 1855. 

Th. Milota mp., 

k. k. Kreisgerichtsadjunkt. 

Georg Fischer mp., 

Akzossist. 


Gleichzeitige einfache Abschrift bei der k. k. 
Statthalterei in Prag. 


Soucasny jednoduchy opis u c. k. mistodrzi- 
tclstvi v Praze. 


II. 

/3G Kreuzer\ 

\ Stempel. / 

Stiftsbrief. 

Der gefertigte Exekutor des Testamentes des Herrn P. Josef Schamm und die k. k. 
Landeshauptkassa in Prag bekennen und urkunden hiemit: 

1. Es habe der am 25. Oktober 1855 zu Eger verstorbene pensionirte k. k. Gymna- 
sialdirektor P. Josef Schamm in seinem Testamente ddto. Eger den 22. Oktober 1855 
publicirt am 22. November 1855, 


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169 


P. Josef Schamm I. 


P. Josef Schamm I. 


1G9 


u) (las iür ihn hei Georg Wagner, Wirtschaftsbesitzer in Katzengriin, ob der Realität 
NC. 11 daselbst laut der im Instr. Buche Nr. II. fol. 193 einverleibten und in libro 
Contr. Nr. 6 fol. 165 ausgezeichneten Schuldurkunde ddto. Katzengriin am 1. Feber 
1850 haftende, mit 5°/ 0 verzinsliche Kapital per 520 fl. CMze., d. i. fünfhundert 
zwanzig Gulden in CMze., und 

h) das für ihn bei Michael Pötzl, gegenwärtig Michael Stingel, aushaftende, ob der 
Realität NC. 59 in Katzengriin laut der im Instr. Buche Nr. II. fol. 206 einverleibten 
und in libro Contr. Nr. IV. fol. 197 ausgezeichneten Cession vom 10. Mai 1850 
versicherte, mit 5% verzinsliche Kapital per 480 fl. CMze., d. i. vierhundert achtzig 
Gulden in CMze., zur Errichtung einer Studentenstiftung gewidmet, welche den 
Namen „erste Königswarter Studentenstiftung“ erhalten soll. 

2. Die Interessen der beiden Stiftungskapitalien per 520 fr. und 480 fl. CMze. sollen, 
von dem Todestage des Stifters an gerechnet, d. i. den 25. Oktober 1855, für die 
genannte Studentenstiftung verwendet werden. 

3. Auf diese erste Königswarter Studentenstiftung sollen jene studierenden Jüng- 
linge Anspruch haben 

n) welche in dem Geburtsorte des Stifters Königswart, in der Nähe von Marienbadi 
geboren sind, und deren Eltern oder Voreltern wenigstens schon seitdem Jahre 1800 
in Königswart wohnhaft waren, 

ß) welche zugleich aus einer katholischen, legitimen Ehe entsprossen sind und in 
Sitten, Verwendung und Religion, und zwar durch zwei aufeinander folgende Se- 
mester, die Vorzugsklasse haben. 

4. Der Genuss dieser Stiftung soll durch die ganze folgende Studienzeit (Gymna- 
sium, Theologie, Medizin oder Jus, oder auch die gesetzlich vorgeschriebene Vorbereitung 
zum Antritte einer Professur) dauern. 

5. Mit der Einantwortungsurkunde des k. k. Kreisgerichtes in Eger vom 22. No- 
vember 1856, Z. 4239, wurde das für P. Josef Schamm ob der Realität NC. 11 in Katzen- 
griin haftende Kapital per 520 fl. CM. sammt den 5 M / 0 Zinsen vom 25. Oktober 1855 
und das ob der Realität NC. 59 in Katzengrün gleichfalls zu Händen des P. Josef Schamm 
versicherte Kapital per 480 fl. CMze. nebst den hievon seit dem 25. Oktober 1855 ent- 
fallenden 57«igou Zinsen der P. Josef Schamm’schen ersten Königswarter Studenten- 
stiftung eingeantw r ortet ; es ist für diese Stiftung auch bereits mit dem Bescheide des 
k. k. Bezirksamtes als Gerichtes in Falkenau vom 10 ten März 1857, Z. 1460 das Eigen- 
thumsrecht auf diese Kapitalien im Katzengrüner Instrumentenbuche Nr. 3 pag. 76 ein- 
verleibt und im Katzengrüner Grundbuch Nr. 6 pag. 331 und 395, Nr. 7 pag. 214 aus- 
gezeichnet, und die betreffenden Schuldurkunden sammt der Einantwortungsurkunde sind 
von der k. k. Landeshauptkassa in Prag in Verwahrung übernommen worden. 

6. Die gefertigte k. k. Landeshauptkassa übernimmt hiemit die Verpflichtung, mit 
dem Stiftungskapitale ohne Bewilligung der k. k. Statthalterei keine wie immer geartete 
Veränderung vorzunehmen, das Einkommen dem Willen des Stifters gemäss zu verwenden 
und über die Verwendung jährlich an die k. k. Staatsbuchhaltung Rechnung zu legen. 

7. Nachdem der Stifter niemandem das Präsentationsrecht bezüglich dieser Stiftung 
Vorbehalten hat, wird deren Verleihung unmittelbar von Seiten der k. k. Statthalterei an 
jene Studierenden erfolgen, aus deren Eingaben die vollkommene Erfüllung sämmtlicher 
vom Stifter festgesetzter Bedingungen ersichtlich ist. 

8. Zur Urkunde dessen ist der gegenwärtige Stiftsbrief in drei Parien, wovon das 
eine bei der hohen k. k. Statthalterei zu Prag, das zweite bei der k. k. Staatsbuchhaltung 
und das dritte bei der k. k. Landeshauptkassa in Verwahrung sein wird, ausgefertigt und 
von dem Testaraentsexekutor, der k. k. Landeshauptkassa, dann von zwei Zeugen unter- 
schrieben worden. 

Prag am 


Thomas Haberkorn mp., 
Kreisamtskanzellist als Zeuge. 


VI. 


Georg Stöckner mp., 
Zeuge. 


Augustin Job. Viditz mp., 

k. k. Haupt-Cassen-Pirector. 

Adolf Hertl mp., 

Controlor. 

22 


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170 


P. Josef Schamm I. 


P. Josef Schamm I. 


170 


Nr. G4.932. 

Vorstehender Stiftsbrief wird mit dem Beisatze bestätigt, dass derselbe wegen des 
am 14. Mai 1859 erfolgten Ablebens des Testamentsexekutors Johann Urban nicht von 
demselben unterfertigt werden konnte. 

Von der k. k. Statthalter ei. 

Prag, am 18. Dezember 1800. 

Für den k. k. Statthalter: 

(L. S.) Kellersperg mp. 

Original bei der k. k. Statthalterei zu Prag. Original u c. k. raistodrzitelstvi v Praze. 


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171 


P. Josef Scharam II. 


P. Josef Schamm II. 


171 


412. 

1855 

October 22. njna. 


P. Josef Schamm'scbe II. Rönigs- 
warter Studenten-Stiftung. 

P. Josef Schamm, pensionierter 
G y mna s i al-D irector in Eger, wid- 
mete in seinem Testamente de dato 
22. Oetoher 1855 die ihm gehörige Wiese 
unter dem Dehtzhofe , die sogenannte 
S äucrlings wiese, im Kauf werte 
von 1300 fl. C. M. zur Errichtung 
einer zweiten Königsivarter Stu- 
dent e n-S tiftu ng. 

Auf diese Stiftung sollen jene 
studierenden Jünglinge Anspruch 
haben, welche in dem Gehurt Sorte 
des Stifters König s wart, in der 
Nähe von Marienbad , geboren sind , 
deren Eltern oder V or eitern wenig- 
stens schon seit dem Jahre 1800 in 
Königswart wohnhaft waren , die 
ferner ans einer katholischen legi- 
timen Ehe entsprossen sind und in 
Sitten, Verwendung und Religion 
in zwei aufeinander f olg enden Se- 
mestern Vor zugsclasscn haben. Der 
Genuss soll durch die ganze Stu- 
dienzeit (Gymnasium, Theologie , 
Medicin oder Jus oder auch die 
gesetzlich vor geschriebene Vor- 
bereitung zum Antritte einer Pro- 
fessur) dauern . 

Diese Stiftung trat erst mit dem Tode 
der Nichte des Stifters, Anna Wülfart , 
welcher der Nutzgenuss der gedachten Wiese 
auf Lebenszeit zustand, ins Leben. 

Der Stiftsbrief wurde von der k. k. 
Statthalterei in Prag unterm 6. Deccmber 
1884 ausgefertigt. 

Diese Stiftung wird von der 
Je. Je. Statthalter ei in Prag regia 
collatione v erliehen. 

Das Vermögen dieser Stiftung, welcJies 
ebenfalls von der k. k. Statthalterei ver- 
waltet wird, bestellt aus der dieser Stiftung 
gehörigen Säuerling stviesc Pare. Nr. 1183 
bei Eger mit einem Pachtertrag jährlicher 
50 fl. und aus 2215 fl. 

Aus dem Etirägnisse dieser Stiftung 
wird ein Platz mit der Jahresgebür 
von 85 fl. dotieit. 

xi. 


II. Kynzvartske studeiMo nadani 
P. Josefa Schamma. 

P. Josef Schamm , gymnasialni 
riditel ve vysluzbö v Chebn, vönoval 
ve sve zdvöti ze dne 22. fijna 1855 
svoji louku pod dvorem Delitzor - 
skym, tak zvanou „Säuerling $ wiese“ 
v kupni cenö 1300 zl. konv. m. na 
zfxzeni Kyn&varts Je e n adace 
studentske. 

Ndrok na nadaci tuto maji miti 
studujici jinosi, Jcteri v Kynzvartö \ 
rodisti to zakladatelovö, blize 
Ldzni Marianskych se narodili, 
jichi rodiöe neb prarodice nejmene 
jiz od rokn 1800 v Kynivarte 
bydlili, ddle ktefi z katolicköho 
legitimniho manzelstvi poSli a 
z mravü, prospöchu a ndboienstvi 
ve dvou po sobö ndsledujtcich pill- 
letich zndmky vyborne maji. Po - 
iitck nadaöni trvati md po ccly 
das studii (na gymnasiu, v theologii, 
lekafstvi neb v pravech ancb take 
po das zdkonem pfedepsane pri- 
pravy k nastoupeni profesury). 


Nadace tato vesla ve skutek teprve nmrtim 
netere zakladatelovy, Anny Wüfartove, 
Jcterei prisluselo pozivdni zminöne louky po 
das iivota. 

Nadaöni list byl c. k. mistoäriitclstvim 
dne 6. prosince 1884 vyhotoven. 

Nadaci tuto udili c. k. misto- 
drSitelstvi vPraze regia collatione . 

Jmeni nadace teto , spravovane rovntz 
c. k. mistodriitelstvim , zdleil z louky 
„Säucrlingswiese“ ö. parc. 1183 u Chebn 
nadaci teto ndleiejici s vynosem ndjemneho 
50 zl. roönö a z obnosu 2215 zl. 

Z rytezku nadace teto dotuje sc jedno 
misto s roönim poiitkem 85 zl. 

22 * 


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172 


P. Josef Schamm II. 


P. Josef Scliamm II. 


172 


( 50 KreuzerN 
Stempel / 

Stiftsbrief. 


Die k. k. Statthalterei für Böhmen beurkundet hiemit, es habe der am 25. October 
1855 in Eger verstorbene P. Josef Schamm, pensionierter Gymnasialdirector, laut der 
letztwilligen Anordnung vom 22. October 1855 die Errichtung einer Stiftung unter dem 
Namen „zweite Königswarter Studentenstiftung“ mit nachstehenden Worten angeordnet: 

„5. Ausserdem besitze ich noch eine kleine Wiese unter dem Delitzhofe, die 
sogenannte Scäuerlingswiese, 1300 fl. CM. im Kaufswerte, die gegenwärtig um 50 fl. CM. 
verpachtet ist; diesen Pachtzins wird meine Nichte Anna Willfart auf Lebenszeit beziehen; 
nach ihrem Tode wird er zu einer zweiten Königswarter Studentenstiftung, ganz wie im 
folgenden Nr. 7. deutlich angegeben w r ird. 

7. Auf diese Stiftung sollen jene studierenden Jünglinge Anspruch haben: 
a) welche in meinen Geburtsorte Königsw^art (in der Nähe von Marienbad) geboren 
sind und deren Eltern oder Voreltern wenigstens schon seit 1800 in Königswart 
wohnhaft waren, 

h) welche zugleich aus einer katholischen legitimierten [sic] Ehe entsprossen sind und 
c) in Sitten, Verwendung und Religion die Vorzugsclasse haben, und zwar durch zwei 
aufeinander folgende Semester. Der Genuss soll durch die ganze folgende Studien- 
zeit (Gymnasium, Theologie, Medicin oder Jus oder auch die gesetzlich vor- 
geschriebene Vorbereitung zum Antritte einer Professur) dauern.“ 

Diese Wiese wurde der Stiftung mit der Einantwortungsurkunde des k. k. Kreis- 
gerichtes in Eger vom 22. November 1856, NE. 4230 c), zugewiesen und auf Grund 
derselben mit Bescheid desselben k. k. Gerichtes vom 31. Januar 1857, N. E. 343, an 
dieselbe bücherlich übertragen. 

Da mit dem am 27. Feber 1875 erfolgten Ableben der Anna Willfart der Frucht- 
genuss an der Wiese erloschen ist und derselbe thatsächlich mit dem Bescheide des 
k. k. Kreisgerichtes Eger vom 19. Juli 1876. Z. 7059. grundbücherlich gelöscht wurde, 
ist diese Wiese Nr. top. 1732 nach 1 Joch 640 □ K ., nach der neuen Vermessung 
Nr. P. 1183 im Ausmasse von 1 Joch 675 □ üf., in das freie unbeschränkte Eigenthum 
der Stiftung getreten und zu Gunsten der Stiftung weiter verpachtet worden. 

Der mittlerweile bezahlte Pachtzins sammt Zinsen wurde in die k. k. Landes- 
hauptcassa erlegt. 

Diese Barschaft wurde für die Stiftung fruchtbringend angelegt, und besteht nun 
das Stiftungsvermögen in Nachstehendem: 

1. In der zu Gunsten dieser Stiftung grundbücherlich vorgeschriebenen Wiese, 
welche dermalen auf Grund des Vertrages vom 22. October 1882 bis Ende December 1885 
an Johann Zimmermann um den Pachtzins von 50 fl. verpachtet ist. 

2. In den Papierrenten-Obligationen Nr. 21.793, 24.675, 118.982, 38.999, lautend 
auf 350 fl., 100 fl., 100 fl.. 300 fl. Hiebei wird bemerkt, dass die vorangeführten 
Wertpapiere auf den Namen dieser Stiftung gehörig vinculiert sind. 

Nachdem auf diese Art das Vermögen der Stiftung vorschriftsmässig sichergestellt, 
in der k. k. Landeshauptcassa in Empfang genommen worden ist und zur Erfüllung des 
Stiftungszweckes verwendbare Nutzungen abwirft, so erklärt die k. k. Statthalterei diese 
Stiftung für constituiert und wird dafür Sorge tragen, dass die von dem Stiftungsvermögen 
entfallenden jährlichen Nutzungen, dermalen im effectiven Betrage von 81 fl. 41 kr., in 
zwei mit dem Anfang des Semesters zusammenfallendcn Raten durch die k. k. Landes- 
hauptcassa an einen den obigen Erfordernissen entsprechenden Studierenden, dem die 
Stiftung von der k. k. Statthalterei in Böhmen verliehen wurde, gegen vom Stiftliug 
ordnungsgemäss auszustellende und zu stempelnde Quittung ausbezahlt werde. 

Zum Behufe der Verleihung ist der Concurs im Prager Abendblatte zu veröffent- 
lichen und das Edict am Gemeindehause in Königswart anzuschlagen. 

Diese Stiftung tritt mit dem Wintersemester 1884 ins Leben. 

Die für die Zeit vom Jahre 1875 bis Ende Juni 1884 eingeflossenen Nutzungen des 
Stiftuugsvermögens wurden zur Vermehrung des Stift ungscapitals verwendet 


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P. Josef Sei) am m II. 


P. Josef Scbamm II. 


173 


1 7J 

Die Auslagen der Stiftsbrieferrielitung werden aus den vorhandenen Einkünften der 
Stiftung bestritten. 

Die *k. k. Statthalterei verbindet sich für sich und ihre Amtsnachfolger, für die 
stete Aufrechthaltung der Stiftung und für die Sicherheit des Stiftungsvermögens, für 
die rechtzeitige Einhebung der Nutzungen des Stiftungsvermögens und für deren Ver- 
wendung zu dem in diesem Stiftsbriefe festgesetzten Zwecke zu sorgen, überhaupt alle 
darin enthaltenen Anwendungen getreu und gewissenhaft zu erfüllen. 

Urkund dessen sind von diesem Stiftsbriefe zwei gleichlautende Exemplare verfasst 
und soll eines davon bei der k. k. Statthalterei, das zweite bei dem Gemeindeamte in 
Königswart aufbewahrt werden. 

Prag, den 6. December 1884. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Friedl mp. 

Original bei der k. k. Statthaltern in Prag. Original u c. k. nifstodrzitelstvi v Praze. 


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Karl Hanl. 


Karel Hanl. 


174 


413. 

1855 

November 4. listopadu. 


Bischof Karl Hanl’sche Familien- 
Stiftung. 

Karl Hanl, Bischof zu König - 
grätz , widmete laut des van der Je. Je. 
Statthalterei in Trag unterm 24. Decemher 
1855 , Z. 59.843 , bestätigten Stiftsbriefes de 
dato Königgrätz am 4. November 1855 und 
des unterm 19. Juli 1871 , Z. 33.690 , 
stätigten Anhanges zu demselben de dato 
Königgrätz am 6. Juli 1871 ein Capital 
von 19.220 fl. C. M. zu drei Stiftung s- 
pl ätzen für die Kinder , Enkel und 
s ä mm tli dien D esc ende n ten seiner 
Geschwister und traf diesfalls 
nacJisteJiende Anordnungen. 

Diese drei Stiftungsplätze sind 
vorzugsweise bestimmt für Studie - 
rende Söhne , Enkel und sämmtliche 
Desccndenten des verstorbenen 
Bruders des Stifters Josef Hanl , 
gewesenen bürgerlichen T ischler- 
meisters zu Komotau , der verstor- 
benen Schwester des Stifters Fran - 
cisca , vcrcJiclicht gewesenen Haiti 
in Kralup , und der verstorbenen 
Schwester des Stifters Theresia , 
verehelicht gewesenen Haas in 
T schcrnowitz , a‘ZZe drei OrZe itn 
Saazer Kreise , w«d zwar derart , 
dass diese Plätze an drei Studie- 
rende je aus einer der genannten 
drei Familien verliehen werden 
sollen. 

Im Falle aber , dass in einer 
Familie sich k ein Studierender 
befinden würde , kann der betref- 
fende erledigte Platz einem Stu- 
dierenden aus einer der zwei an- 
deren Familien verliehen werden , 
und im Falle , dass in zwei Fami- 
lien Studierende nicht vorhanden 
wären , können alle drei Stiftlinge 
aus einer Familie ernannt werden , 
do ch sollen in diesen Fällen die 
Ärmeren stets den Vorzug haben.*) 

*) Nach dem Erkenntnisse de9 k. k. Ver- 
waltungsgerichtshofes vom 23. December 1892, 
Z. 3954, ist das Moment der Dürftigkeit nur für 
jene Fälle massgebend, dass zwei oder drei Stif- 
tungsplätze an Glieder einer Familie zur Ver- 
leihung gelangen sollen. 


Itodinna nadace biskupa harla 
Ilanla. 

Karel Hanl , bisJcup v Krälovc 
Hradci, vvnoval vcdle nadaeniho listn 
v Krälovc Hradci dne 4. listopadu 1855 
sepsanvho a c. k. mistodrzitelstvim v Praze 
dne 24. prosince 1855 pod ö. 59.843 
potvrzeneho a vcdle dodatku k tomuto listn 
nadaenimu v Krälovc Hradci dne 6. cervcnce 
1871 sepsanvho a dne 19. cervcnce 1871 
pod c. 33.696 potvrzeneho jistinu 19.220 zl. 
fconv. m. na tri mista nadaöni pro 
deti , vnukif a veskere potomJcy 
sv geh sour o zencü a ustanovil v te 
p r i 6 ine takto: 

Tato tri mista nadaeni nstnno- 
vena jsou p r ede m pro st n d uj i c i 
syny , vnuJcy a v es ke r e potomkg 
zvmrelvho bratra zakladatelov a 
Josefa Hanla , byvalvho mesfan- 
slceho mistra truhläf skeho v Cho - 
mutove, zesnule sestry zakladate- 
lovy Frantisky drnhdy provdane 
Hüttlov v v Kralupech a zesnule 
sestry zakladatelovy Terezie 
d ruh dy provdane Haasovc v Öerno- 
vicich , ktcrelto vsechny tri osady 
v Äatechem kraji se nalezaji , a to 
v ten zpüsob , ze tato tri mista 
udvliti jest t rem studujictm, z nichz 
kazdy pochäzi z j cd ne j m e n ova n y ch 
tri rodin. 

Nebylo-li by v nektcre rodine 
stud u j i c i h o , «i ü z e dotyöne up r dz d- 
nenv misto udvliti se studuj icimu 
v ne Je t er v z druJiych dvou rodin , a 
Jcdyzby vedrou rodin ach nebylo stu- 
dujicich , mozno vsechny trinadance 
z tvze rodiny jmenovati , ale maji 
v pripadcch tßchto chudsi vzdy 
pfednost mit i. *) 


*) Vedle rozhodnuti c. k. sprävniho dvoru 
soudnibo ze dne 23. prosince 1892, e. 3951, rozhodnyin 
jest morn ent potrebnosti jen pro ony pripady, kde 
udeliti jest dve neb tri mista nadaeni elenüm teze 
rodiny. 


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Karl Hanl. 


Karel Hanl. 


175 


Der Genuss dieser Stiftungen hat von 
der dritten Haupt schulcia ssc zu beginnen 
und nicht nur durch die gesummten Studien , 
wozu der Stifter auch die technischen , mon- 
tanistischen , pharmaceutischcn Studien , den 
Besuch der Real-, Forst-, Handlungs-, 
Ach erlauschule, des Prä parandcn-C urses 
für Lehramt scandidatcn, der Maler-, Bild- 
hauer- und Militär-Ahadcmie zählt, sondern 
noch ein Jahr nach den genannten vollendeten 
Studien zu dauern . 

Sollten sich nicht drei oder gar lce ine 
studierenden Knaben in den genannten 
Familien befinden, so sollen die jährlichen 
Interessen der durch Studierende nicht be- 
setzten Stiftungsplätze ledigen, weiblichen 
Gliedern dieser Familie als Aussteuer zuge- 
wendet werden . llicbci ist immer auf die- 
jenigen besonders Rücksicht zu nehmen, die 
mit dem Stifter näher verwandt, dürftig 
und wohlverhalten sind, und denen nach 
ihrem Alter eine Verehelichung am nächsten 
bevorzustehen scheint . Ein solches Mädchen 
hat die Stiftung durch sechs Jahre zu ge- 
messen ohne Rüchsicht darauf, ob es während 
dieser sechs Jahre sich verehelicht oder 
ledig bleibt. 

Sind hei ne erwachsenen Mädchen dieser 
Familien vorhanden, so "können auch Kinder 
weiblichen Geschlechtes diese Stiftung , jedoch 
immer nur durch sechs Jahre, gemessen . 

Sollte sich unter den Abkömmlingen 
der genannten drei Familien ein vermögens- 
loser Krüppel, Blinder, Blödsinniger oder 
mit Epilepsie Behafteter männlichen oder 
weiblichen Geschlechtes finden, der sich 
nicht selbst ernähren kann, so ist ihm die 
Hälfte des Erträgnisses des zuerst in Er- 
ledigung gelangenden Platzes auf Lebens- 
dauer zu verleihen. 

Die zweite Hälfte dieser Stiftungsgebär 
ist aber so wie ein ganzer Stiftungsplatz 
unter Einhaltung des stiftsbriefiieh fest- 
gesetzten Verlcihungsmodus an das zur Zeit 
der Erledigung dieses Platzes zum Stiftungs - 
genusse berufene Individuum zu verleihen. 
Wer sich im Genüsse dieser Hälfte beim 
Absterben des mit der andern Hälfte be- 
theilten Krüppels befinden wird, tritt sodann 
mit dem Todestage des letzteren in den 
Genuss der andern Hälfte. 

Das V erleihu ng s rech t, bezie h u n g s- 
weise Präsentationsrecht, räumte 
der Stifter de m jetveil lg cn älteste n 
männlichen oder weiblichen Gliedc 
der Familie Hanl ein ; nach Ans- 
sterben dieser Familie soll das- 
selbe auf die Familie Iliittl, und 
nach deren Absterben auf die Fa- 


Pozirdni nadaci tcchto md pociti tfeti 
tridou hlavnich skol a potrvati nejen po 
cclou dobu studii, k nimz radi zakladatcl 
i technicke, hörnicke , farmaccuticke Studie, 
ndvstcvu skoly realne, lesnickc, obehodni, 
rolnickc , pnpravneho beim pro cekatcle 
üradu ucitelskcho. akademie malirske, 
socharske a vojenske, nybrz jestc rok po 
ukonceni jmcnovanycli studii. 

Xcbglo-li ly v jmcnovanych rodinäch 
tri neb vübec zddnych studujicich hochü, 
dostati se md roönich tcrokti mist nadac - 
nich, studujicimi neobsazcnych , svobodnym 
zenskym elenüm teto rodiny jaho vybavy. 
PH tom prihlizeti jest vzdy obzvlaste 
k ontm dich dm, ktcrez se zakladatelcm blize 
jsöu pribuzne, potrebne a zachovale a 
o nichz die veku souditi Ize, le co nejdfive 
se vdaji. Divka takovd pozivati md nadace 
po sest let bez ohledu na to, provdd-li se 
snad bchem tcchto scsti Id neb züstanc 
svobodnou. 


Neni-li tu dorostlych divek z rodin 
tcchto , mohou takc deti zenskeho pohlavi 
nadace teto pozivati, ale vzdy jen po dobu 
scsti let. 

Naskytl-li by sc mezi potomky jmeno- 
ranych tri rodin nemajetny mrzdk, slepec, 
blbec aneb padoucnici postizeny potomek 
mnzskeho neb zenskeho pohlavi , let erg sdm 
sc uziviti nemfde, budiz jemu polovice 
vytezku mista nadaeniho, kterez nejdrive se 
uprdzdni, na cas zivota udclcna. 

Druhd polovice tohoto pozitku nadaeniho 
budiz rsak udelena jako cele misto nadaeni 
tc osobe, kterd v case uprdzdncni tohoto 
mista ku pozitku nadaenimu jest povoldna, 
pH ccmz setriti jest zpüsobu udileciho 
nadaenhn listem stanovencho. Kdo teto 
polovice v dobe umrti druhou polovici obdare- 
ncho mrzdka pozivd, fotnn dostane se dnem 
umrti tehoz takc pozitku druhe polovice. 


Pr uvo udileci, pokud se tyce 
pr esentaeni, vyhradil zakladatcl 
vzdy nejstarsimu muzsJcemu neb 
zenskemu clenu rodiny H anlov ske ; 
po vymreni teto rodiny prejiti md 
p rav o toto n a rod i n u 11 n ttlovsko u 
a po v y m f c n i t c z n a ro d i n u 
II a a s o v u. Prcsentator md vhly bchem 


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Karl Hanl. 


Karel Hanl. 


176 


milie Haas übergehen . Der jeweilige 
Präsentator soll binnen vier Wochen nach 
der Erledigung eines solchen Platzes dieses 
Recht ausüben , widrigenfalls dasselbe für 
den betreffenden Erledigungsfall auf das 
bischöfliche Consistorium in Königgrätz 
übergeht . 

Falls die Familien Hanl, Uüttl und 
Haas ganz aussterben sollten , so sollen 
aus dem Stiftungserträgnisse sechs Plätze 
errichtet werden . Zwei dieser Stiftungsplätze 
sollen sodann für arme und fleissige Stu- 
dierende aus den Kirchsprengeln Gross - 
Körbitz, Kralnp, Warta, Priesen und 
Brunnersdorf auf der ehemaligen Herrschaft 
Hagensdorf, und die vier anderen Plätze 
für arme fleissige Studierende aus der 
Königgrät zer Diöcese bestimmt sein. In 
diesem Falle soll das Präsentationsrecht 
dem Königgrätzer bischöflichen Consistorium 
unter dem Vorsitze des jeweiligen Bischofs 
zustchcn . 

Alle mit dieser Stiftung Bethcilten 
haben am Sterbetage des Stifters einer 
hl. Messe beizuwohnen und seiner im Ge- 
bete zu gedenken. 

Diese Stiftung trat erst mit dem am 
7. October 1874 erfolgten Ableben des Stif- 
ters ins Leben. 

Die Verwaltung des Stiftungsvermögens 
übertrug der Stifter dem bischöflichen Con- 
sistorium in Königgrätz. 

Gegenwärtig wird diese Stif- 
tung von der k. k. Statthalt er ci in 
Prag unter Beobachtung der Be- 
stimmungen hinsichtlich des Prä- 
sentationsrechtes verliehen. 

Das Vermögen, welches von dem 
bischöflichen Consistorium in Königgrätz 
verwaltet wird, betrug mit Ende des Jahres 
1891 25.350 fl. in Wertpapieren und 
1383 fl. 64 i /, 1 kr. in Barem. dem 

Erträgnisse dieses Vermögens werden drei 
Plätze, jeder mit der Jahr esgebür von 336 fl. 
35 kr. dotiert. 


ctgf ncdcl po upräzdncni takovehoto mista 
prävo io vykonati, jinak bg v dotycnem 
pripadu upräzdncni pfeslo na biskupskou 
konsistof v Hradci Krälove. 


Vgmfclg-li bg rodin g Hanlovskä, 
Hüttlovskd a Haasova doccla, zfiditi jest z rg- 
tezku nadäeniho fest mist. Dvc z töchto mist 
nadacntch pak mä bgti urccno pro chude 
a pilne studujici z farnich osad ve Velkgch 
Krbicich, Kralupcch, Vartc, Brezne a 
Prunefovö na byvalem panstri Ahnikovskem 
a etvero ostatnich mist pro chude pilne 
studujici z diccese Krälovch radecke. V tomto 
pfipade prisluseti mä prävo presentaeni 
Kr dl oveh radccke biskupske konsistori za 
prcdscdnictci docasncho biskupa. 


Kdo nadaci touto bgl obdaren, mä v den 
limrti zakladatelova ücastniti se msc sv. 
a nan v modlitbe pamatovati. 

Xadace tato nabgla platnosti teprve dnem 
umrti zakladatelova, t. j. dnem 7. fijna 1874. 

Sprärn jmeni nadaeniho svcril za- 
kladatel biskupske konsistori v Krälove 
Hradci. 

N g n i u d i li nadaci tuto c. k. 
mistodrzitelstri v Praze, seifte 
ustanoreni v pficinc präva pre- 
sentaeni h o. 

Jmeni spravovanc biskupskou konsistori 
v Krälove Hradci cinilo konccm roku 1891 
25.350 zl. v cenngch papirech a 1383 zl. 
64 Vo kr. na hotovosti. Z rgtezku tohoto 
jmeni dotuji sc tri mista s roenirn pozitkem 
po o3b zl» o5 kr. 


( 15 Kreuzer\ 

Stempel. / 

Stiftsbrief 

über drei Stiftungen des hocliwürdigsten Herrn Bischofs Karl Hanl für Kinder, Enkel 
und sämmtliche Descendenten seiner Geschwister. 

Die Unterfertigten urkunden und bekennen hiemit, wie folgt, und zwar: 

I. 

Der gefertigte Karl Hanl, Bischof in Königgrätz: 

Um die Nachkommenschaft meiner Geschwister einigermassen au dem Segen Theil 
nehmen zu lassen, mit dem Gott mich ohne mein Verdienst beglückt hat, um dieselbe 


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177 


Karl Hanl. 


Karel Hanl. 


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zum religiös-sittlichen Leben, zum Streben nach höherer Ausbildung und zu einem 
frommen Andenken im Gebete für mich zu ermuntern, habe ich mich entschlossen, drei 
Stiftungen mit einem Kapital von 19.220 fr., sage: neunzehntausend zweihundert zwanzig 
Gulden Conventions Münze, für selbe zu errichten. 

Für diese drei Stiftungen treffe ich folgende Anordnungen: 

1. Diese drei Stiftungen bestimme ich vorzugsweise für studierende Söhne, Enkel 
und sämmtliehe Descendenten meines verstorbenen Bruders Joseph Hanl, gewesenen 
bürgerlichen Tischlermeisters zu Komotau, meiner verstorbenen Schwester Franziska, 
verehelicht gewesene Hüttl zu Kralup, und meiner verstorbenen Schwester Theresia, ver- 
ehelicht gewesene Haas zu Tschernowitz, alle drei Orte im Saazer Kreise, die zwei letzten 
auf der ehemaligen Herrschaft Hagensdorf. 

2. Für diese drei Stiftungen, jede zu 300 fr. 20 kr., sage dreihundert Gulden 20 kr. 
CMze., widme ich folgende mir gehörige Kapitalien: 

a) jene 18.720 fl. CMze., die auf den fürstlich Auersperg’schen Besitzungen 2leb, 
Pribislawitz und Podmok vermög Schuldverschreibung vom 3. November 1840 
sichergestellt sind, welche Obligation in der königlich böhmischen Landtafel den 
20. November 1841 tomo 1271 instr. sub lit. K 27 wörtlich eingetragen und behufs 
der Intabulation in Gleichförmigkeit des Gesuches im Hauptbuche Lit. S tomo V. 
fol. 69 gehörig vorgemerkt ist, und von denen 6720 fl. mit jährlichen fünf und 
12.000 fr. mit jährlichen vier und ein halb Perzent verzinset werden. 

b) jene 500 fl. CMze., die vermög Schuldverschreibung vom 15. Jänner 1853 auf dem 
bräuberechtigten Hause NC. 186 der Eheleute Franz und Maria Dvoräcek in der 
königlichen Stadt Königgrätz gegen fiinfperzentige Verzinsung versichert und in lib. 
Oblig. XXIII. Lit. F 2. gehörig einverleibt sind. 

Diese sub a) und b) genannten Kapitalien im Gesammtbetrage von 19.220 fr. CMze. 
mit einem jährlichen Interessenertrag von 901 fl. CMze. cedire und trete ich für die 
oben genannten drei Stiftungen liiemit förmlich ab und stelle mich zufrieden, dass diese 
Abtretungsurkunde sowohl in der k. k. Landtafel intabulirt als auch in den Königgrätzer 
Stadtbüchem gehörig einverleibt und da, wo gehörig, auf meine Kosten ausgezeichnet 
werde, in welcher Beziehung ich nach erfolgter hochortiger Bestätigung des vorstehenden 
Stiftsbriefes das bittliche Einschreiten einbringen werde. 

Sollten die genannten Stiftungskapitalien per 19.220 fl. CMze. in der Folge ein 
höheres Perzent abwerfen, so hat auch dieser höhere Betrag diesen drei Stiftungen zu- 
zufliessen. 

3. Der Genuss dieser drei Stiftungen hat von der dritten Hauptschulklasse zu be- 
ginnen und nicht nur durch die gesammten Studien, worunter ich auch die technischen, 
montanistischen, pharmaceutischen Studien, den Besuch der Real-, Forst-, Handlungs-, 
Ackerbauschule, des Präparanden-Kurses der Lehramtskandidaten, der Maler- und Bild- 
hauer-, dann der Militär- Akademie zähle, sondern noch ein Jahr nach den genannten 
vollendeten Studien zu dauern. 

4. Sollten sich nicht drei oder gar keine studierenden Knaben in den genannten 
Familien befinden, so sollen die jährlichen Interessen der durch Studierende nicht 
besetzten Stiftungen den ledigen weiblichen Gliedern dieser Familien als Aussteuer zu- 
gewendet werden, wo immer auf diejenigen besondere Rücksicht zu nehmen ist, die mir 
— dem Stifter — näher verwandt, dürftig und wohlverhalten sind, und denen nach ihrem 
Alter eine Verehelichung am nächsten bevorzustehen scheint. Ein solches Mädchen hat 
die Stiftung durch sechs Jahre zu gemessen. Sind keine erwachsenen Mädchen dieser 
Familien vorhanden, so können auch weibliche Kinder — immer jedoch nur durch sechs 
Jahre — mit den jährlichen Stiftungsbeträgen betheilt werden, die ihnen dann von ihren 
Eltern oder Vormündern bis zu ihrem Bedarf auf eine sichere Hypothek oder in eine 
Sparkassa anzulegen sind. 

5. Sollte sich unter den Abkömmlingen der genannten drei Familien ein vermögens- 
loser Krüppel, Blinder, Blödsinniger oder mit der Epilepsie Behafteter männlichen oder 
weiblichen Geschlechtes befinden, der sich nicht selbst ernähren kann, so ist ihm von 
einer dieser Stiftungen die Hälfte des Nutzgenusses zuzuwenden lebenslänglich. 

VI. 23 


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.Karl HanL 


Karel Hanl. 


17S 


6. Das Verleihungsrecht dieser drei Stiftungen weise ich dem jeweiligen ältesten 
männlichen oder weiblichen Gliede der Familie Hanl zu, das sich genau und gewissen- 
haft nach meinen gemachten Bestimmungen zu richten hat. 

Stirbt die Familie Hanl aus, so geht das Verleihungsrecht auf die Familie Hüttl 
und nach deren Absterben auf die Familie Haas über. 

7. Sollte die Familie Hanl, Hüttl und Haas ganz aussterben, so w r ird der Stiftungs- 
interessenbetrag unter sechs Stiftlinge, für jeden mit jährlichen 150 fl. 10 kr. CMze., zu 
vertheilen sein. Zwei dieser Stiftungen widme ich für arme und fleissige Studierende aus 
den Kirchensprengeln Gross-Körbitz, Kralup, Warta, Priesen und Brunnersdorf auf der 
ehemaligen Herrschaft Hagensdorf im Saazer Kreise, und die vier anderen für arme 
fleissige Studierende aus der Königgrätzer bischöflichen Diözes. — Das Präsentationsrecht 
weise ich für diesen Fall dem Königgrätzer bischöflichen Konsistorium unter dem Vor- 
sitz des jeweiligen Herrn Bischofes zu. 

8. Alle mit diesen Stiftungen Betheilte haben an meinem Sterbetage einer h. Messe 
beizuwohnen und meiner in ihrem Gebete zu gedenken. 

9. Diese drei Stiftungen haben erst von meinem Todestage an ins Leben zu treten, 
und ich behalte mir bis dahin den Interessenbezug selbst vor. 

10. Die Verwaltung des Stiftungsvermögens übertrage ich mit Genehmigung der 
hohen k. k. Statthalterei laut Erlass vom 17. Oktober 1855, Z. 47.688, an das bischöfliche 
Konsistorium zu Königgrätz mit dem Rechte, einem Konsistorialbeamten die Führung der 
Rechnung anzuvertrauen, welcher hiefür die Zinsen einer von mir zu erlegenden 5% 
Staats-Obligation per 300 fl. CMze. gemessen soll. 


H. 

Die mitgefertigten Herren Schuldner erklären hiemit. dass sie die Liquidität der ob 
ihren Besitzständen zu Händen Sr. Excellenz des hochwürdigsten Herrn Bischofs Karl 
Hanl versicherten Kapitalsbeträge mit der weiteren Erklärung anerkennen, dass es den 
Stiftungsvertretern frei stehen soll, alle bezüglich dieser Kapitalien sammt Nebengebühren 
entstehenden Rechtsstreitigkeiten, Sicherstellungs- und Executions-Schritte entweder bei 
dem durch die Jurisdictions-Norm bestimmten oder bei jenem Gerichtsstände durchzu- 
führen, welchem der Fiscus am Amtsorte der k. k. Finanzprokuratur als Beklagter 
untersteht. 


in. 

Das gefertigte bischöfliche Konsistorium übernimmt hiemit die Verwaltung des dies- 
fälligen Stiftungsvermögens gegen dem, dass hiedurch dem b. Konsistorium keine Aus- 
lagen verursacht, sondern die bei Erhebung und Übermittlung der Interessen, dann bei 
etwaiger Aufkündigung und Wiederelozirung der Stiftungskapitalien eintretenden Auslagen 
jederzeit von den Stiftungsinteressen bestritten werden, und dass es dem Ältesten der 
bestifteten Familie, resp. dem Präsentator, obliegen wird, das jedesmalige Verleihungs- 
dekret dem b. Konsistorium vorzulegen und anbei anzugeben, auf welchem Wege die 
Stiftungsinteressen an den präsentirten Stiftling verabfolgt werden sollen. 

Diesemnach geloben die gefertigten Vorsteher der von Sr. Excellenz dem hoch- 
würdigsten Herrn Bischöfe Karl Hanl angeordneten Stiftung — nämlich das b. Konsisto- 
rium und der dermalige Älteste der Familie Hanl — und verpflichten sich, für die Er- 
haltung des Stiftungsfondes stets zu sorgen, dessen Aufkündigung und Wiederanlegung 
nicht ohne Bewilligung der hohen k. k. Statthalterei zu veranlassen und die Stiftung, so- 
lange die Bedeckung dauert, nach dem ausgesprochenen Willen des Herrn Stifters in 
Erfüllung zu bringen und hierüber jährlich an die k. k. Prov. Staatsbuchhaltung Rechnung 
zu legen. 

Urkund dessen haben wir das gegenwärtige, in drei Exemplarien ausgefertigte Stif- 
tungs-Instrument — wovon 1 Pare bei der h. k. k. Statthalterei, das 2 te sammt den Obli- 
gationen und den bücherlichen Extracten über die Stiftungskapitalien bei dem bischöflichen 
Konsistorium in Königgrätz und das 3 ,e bei dem berechtigten Präsentator aufbewahrt 


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179 


Karl Hanl. 


Karel Hanl. 


179 


werden soll — nicht nur eigenhändig unterschrieben und besiegelt, sondern auch zwei 
Herren Zeugen zur Mitfertigung eigends ersucht, 

Köuiggrätz am 4. November 1855. 


Karl Hanl mp., 

erster Kommissär des Prager k. k. Kreisamtes, als 
Senior der Familie Hanl. 

Yincenz Karl Fürst von Auersperg mp., 
als Hypothekbesitzer. 

Franz Dvoracek mp., 
als Hypothekbesitzer. 


Karl Hanl mp., 

Bischof von Königgrätz, als Stifter. 

Anton Zima mp., 
als Zeuge. 

Anton Treytnar mp., 
als Zeuge. 

Maria Dvoracek mp., 
als Hypothekbesitzerin. 


Ad Nr. 6620. 

Konsistorium zu Königgrätz 
am 20. November 1855. 


(L. S.) Vincenz Prazky mp., 

Präses. 

Franz Pelikan mp., 
Konsist.-Rath. 

Nr. 59.843. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 


Von der Böhmischen k. k. Statthalter ei. 
Prag, am 24. Dezember 1855. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Forgach mp. 


ad 3523 civ. 1856. 

Gegenwärtige Urkunde ist bei dem Prager k. k. Grundbuchsamte laut Bescheid vom 
19. Jänner 1856 im landt. Hauptbuche 5. tomo V. fol. 78 adn. 7 in Wirkung der lntabu- 
lation vorgemerkt und in Abschrift der Urk. Sammlung ai. 1856 sub Nr. Exh. 1148 ein- 
gelegt worden. 

(L. S.) Mitteis mp., 

Direktor. 

Dass vorstehende Certiorirung mit dem Originale gleichlautend sei, wird bestätiget. 
(L. S.) Mitteis rap., 

Direktor. 


Die Abschrift wurde sub präs. 9. Juli 1856, Nr. Exh. 3523 in die Urkundensammlung 
eingelegt und in lib. Extr. XXIII. F. 2. ausgezeichnet. 

K. k. Grundbuchsamt Königgrätz 
am 4. August 1856. 

(L. S.) Fr. Schweida mp., 

k. k. K. G. Buchführer. 

Ingross, in Lib. V. pag. 734, 735, 736, 737, 738, 739 und 740. 


Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. 

VI. 


Original u c. k. mistodrzitehtvi v Praze. 

23* 


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180 


Earl Hanl. 


Karel Hanl. 


180 


/ 50 kr. \ 

\ Stempel. / 

Anhang 

zu dem Stiftsbriefe über die von Sr. Excellenz dem hochwürdigsten Herrn Karl Hanl, 
Bischof zu Königgrätz, im Jahre 1855 errichteten drei Stiftungen für Kinder, Enkel und 
sämmtliche Descendenten seiner Geschwister. 

Der gefertigte Karl Hanl, Bischof von Königgrätz, als Gründer der drei Stiftungen 
für Kinder, Enkel und sämmtliche Deszendenten seiner Geschwister, worüber der Stifts- 
brief ddto. Königgrätz den 4. November 1855 von der hochlöblichen k. k. Statthalterei 
zu Prag unter dem 24. Dezember 1855, Z. 59843, bestättiget worden ist, erachtet es bei 
dem Umstande, als diese Stiftungen noch nicht ins Leben getreten sind, sondern laut 
Absatz I. § 9. des bestättigten Stiftsbriefes erst nach dem Absterben des gefertigten 
Gründers ins Leben zu treten haben, für erspriosslich und nothwendig, um noch bei 
Zeiten unrichtigen Deutungen einiger Paragraphe des Stiftsbriefes vorzubeugen, bei Auf- 
rechthaltung aller sonstigen stiftsbrieflichen Bestimmungen hiezu noch Folgendes beizu- 
fügen : 

A . Gemäss Absatz I. § 1. des bestättigten Stiftsbriefes habe ich die drei Stiftungen 
„vorzugsweise für studierende Söhne, Enkel und sämmtliche Deszendenten meines ver- 
storbenen Bruders Josef Hanl, bürgerlichen Tischlermeisters in Komotau, meiner ver- 
storbenen Schwester Franziska, verehelicht gewesenen Hüttl zu Kralup, und meiner ver- 
storbenen Schwester Theresia, verehelicht gewesenen Haas zu Tschernowitz, bestimmt.“ 

Diese Bestimmung finde ich dahin zu ergänzen, dass die drei Stiftungsplätze an 
drei Studierende je aus einer der genannten Familien Hanl, Hüttl und Haas vergeben 
werden sollen. 

Im Falle aber, dass in einer Familie sich kein Studierender befinden würde, kann 
der betreffende vakante Stiftungsplatz einem Studierenden aus einer der zwei anderen 
Familien verliehen werden; und im Falle, dass in zwei Familien Studierende nicht vor- 
findig wären, können alle drei Stiftlinge auch nur aus eiuer Familie ernannt werden, 
doch sollen im ersten und im zweiten Falle die Ärmeren stets den Vorzug haben. 

JB. Gemäss Absatz I. § 4. des bestättigten Stiftsbriefes sollen für den Fall, als 
nicht drei oder gar keine Studierende in den genannten Familien sich befinden würden, 
die jährlichen Interessen der durch Studierende nicht besetzten Stiftungen den ledigen 
weiblichen Gliedern dieser Familien als Aussteuer zugewendet werden, wo immer auf 
diejenigen besondere Rücksicht zu nehmen ist, die mit dem Stifter näher verwandt, 
dürftig und wohlverhalten sind, und denen nach ihrem Alter eine Verehelichung am 
nächsten bevorzustehen scheint. Ein solches Mädchen hat die Stiftung durch sechs Jahre 
zu gemessen. 

Hierbei finde ich noch die nähere Bestimmung zu treffen, dass der Stiftungsgenuss 
für ein solches Mädchen durch volle sechs Jahre zu dauern hat, ohne Rücksicht darauf, 
ob es während dieser sechs Jahre sich verehelichet oder ledig bleibt. 

(\ Der § 5 im Absätze I des bestättigten Stiftsbriefes lautet: 

„Sollte unter den Abkömmlingen der genannten drei Familien ein vermögensloser 
Krüppel, Blinder, Blödsinniger oder mit der Epilepsie Behafteter männlichen oder 
weiblichen Geschlechtes [sich] befinden, der sich nicht selbst ernähren kann, so ist ihm 
von einer dieser Stiftungen die Hälfte des Nutzgenusses zuzuwenden lebenslänglich.“ 

Auch diese Bestimmung finde ich dahin zu ergänzen, dass die Hälfte des Erträg- 
nisses jenes Stiftungsplatzes, welcher zur Zeit, als sich in den drei Familien ein solches 
bedauerungswürdiges Glied befinden würde, zuerst in Erledigung gelangt, demselben 
auf die Lebensdauer verliehen werden soll. 

Die zw r eite Hälfte des Erträgnisses dieses Stiftungs-Platzes ist aber so wie ein 
ganzer Stiftungsplatz unter Einhaltung des stiftsbrieflich festgesetzten Verleihungsmodus 
an das zu solcher Zeit berechtigte stiftungsfähige Individuum zu vergeben ; und wer sich 
im Genüsse dieser Stiftungshälfte beim Absterben des mit der anderen Hälfte betheilten 
Krüppels befinden w f ird, tritt mit dem Tage des Absterbens des letzteren sogleich in den 
Genuss auch der anderen Stiftungshälfte. 

T>. Der § 9 im Absätze I. des bestättigten Stiftsbriefes lautet: 

„Diese drei Stiftungen haben erst von meinem Todestage an ins Leben zu treten, 
und ich behalte mir bis dahin den Interessenbezug selbst vor.“ 


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181 


Karl Hanl. 


Karcl Hanl. 


181 


Zu dieser Bestimmung finde ich schliesslich beizufügen, dass der jeweilige Präsen- 
tator sämmtliche drei Stiftungen binnen vier Wochen nach meinem Absterben zu verleihen, 
und wenn einer von den Stiftlingen stirbt oder wegen schlechter Zeugnisse oder ander- 
weitiger gesetzlichen Ursachen den Stiftungsgenuss verliert, ebenfalls binnen vier Wochen 
einen anderen geeigneten Stiftling zu wählen habe, ansonst das Präsentationsrecht für 
diesen Fall dem hochwürdigsten b. Konsistorium zu Königgrütz anheim fiele. 

Hiemit erklärt sich auch mein Neffe Karl Hanl, dermal k. k. Bezirkshauptmann 
in Prachatitz und Senior der Familie Hanl, einverstanden und gelobet in seinem und im 
Namen aller derjenigen, an welche nach Weisung des bestättigten Stiftsbriefes Absatz I, 
§ fi das Präsentations- oder Vcrleihungsrecht für diese Stiftungsplätze einstens übergehen 
wird, bei Ausübung dieses Rechtes die vorstehenden Nachtragsbestimmungen genau und 
gewissenhaft zu beobachten. 

Zur Bekräftigung dessen wurde dieser Nachtrag zu dem Stiftsbriefe ddto. 4. November 
1855 in drei gleichlautenden Exemplarien ausgefertigt, von mir als Stifter, von meinem 
Neffen Karl Hanl im Namen der bestifteten drei Familien und von zwei Zeugen unter- 
schrieben, und es soll hievon — sowie die Stiftsbriefs-Tri plikate — ein Exemplar bei 
der hochlöblichen k. k. Statthalterei in Prag, das zweite beim hochwürdigen bischöflichen 
Konsistorium in Königgrütz und das dritte bei dem jeweilig berechtigten Präsentator 
aufbewahrt werden. 

Königgrätz am G. Juli 1871. 

Karl Hanl mp., Karl Hanl mp., 

k. k. Bezirkshauptmann, als Senior der Familie Bischof vom Königgrätz, als Stifter. 

Hanl. 

Josef A. ärütek mp., 

Zeuge. 

Wenzel Horak mp., 

Zeuge. 

Ad Nr. 3478. 

B i s ch ö f 1 i ch e s Konsistorium zu K ö n i g g r ii t z 
am 15. Juli 1871. 

(L. S.) Johann Rais mp., 

Präses. 

Ed. Praschinger mp., 
Ivonsistorialrath. 

Nr. 33.G9G. 

Vorstehender Stiftsbrief-Anhang wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der k. k. B ö h m i s ch e n S t a 1 1 h a 1 1 e r e i. 

Prag, am 19. Juli 1871. 

(L. S.) Klingler mp. 

Original bei der k. k. Statthalterei zu Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 


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182 


1*. Johann Schnitzer. 


P. Jan Schnitzar. 


182 


414. 


1856 

März 18. bfezna. 

P. Johann Schnitzar'sche Studenten- Studentske nadani P. Jana Schnitzara. 
Stiftung. 


Der am 14 . Mai 1857 zu Prag ver- 
storbene pensionierte Pfarrer P. Johann 
Schnitzar hat in seinem Testamente vom 
18 . März 1856 den vierten Theil des Ge - 
winnstes des Esterhazyloses Nr. 25.361 zur 
Errichtung einer Studenten-Stiftung ge- 
widmet. 

Der Genuss dieser Stiftung 
soll vorzugsweise für die Bluts- 
verwandtschaft und Schwägerschaft 
des Stifters , in deren Abgang aber 
für andere würdige Studierende 
aus dem Ort e Budohostitz bestimmt 
sein. 

Das erwähnte Los wurde am 15. Juni 
1863 mit einem Treffer von 67 fl. C. M. 
gezogen , und es entfielen von denselben nach 
Abzug verschiedener Gebären auf die Stu- 
denten-Stißung 16 fl. 26 V 2 kr. (). W . 

Da dieser Betrag zur Constituierung 
und Activierung einer Studenten-Stiftung 
unzureichend war , wurde derselbe für diese 
Stiftung vorläufig fruchtbringend angelegt. 

Das Vermögen dieser Stiftung , welches 
von der Statthalterei in Prag verwaltet 
wird , beträgt 60 fl., das Beinerträgnis dieses 
Capitals wird gegenwärtig behufs Ver- 
mehrung des Stift ungscapitals fructi feiert. 


Dne 14. kvetna 1857 v Praze zesnuhj 
faräf na odpocinku P. Jan Schnitzar 
venoval re sve zäveti zc dne 18. bfezna 1856 
ctvrtinu vyhry losu Esterhazyho ö. 25.361 na 
zfizeni studentskeho nadani. 


Polivani nadacc teto urceno 
mäbyti pfedev s im pro pokrev en st vo 
a svakrovstvo zakladatelovo , nent-li 
v§ak tu takoveho, pro jine zaslouzile 
studujici z osady Budohosticskc. 

Zmininy los byl dne 15. cervna 1863 
s vyhrou 67 zl . konv. m. tazen a pfipadlo 
pak z obnosu toho po odeöteni rüznych 
poplatkü na studentske nadani 16 zl. 
26% kr. B. c. 

Ponfvadz obnos tento ke zfizeni a usku- 
teenini studentskeho nadani nedostaöoval , 
byl pro nadaci tuto prozatim na ürok 
ulozen. 

Jmöni nadace teto , spravovane misto- 
drzitclstvim v Praze , obndsi 60 zl . , eistg 
vytezek jistiny teto ttkladä se nyni na ürok 
za ncelem rozmnozeni jistiny nadaöni. 


Testament. 

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes verfüge ich im 
Falle meines Ablebens folgende letztwillige Verfügung über mein sämmtliches Vermögen. 

Ich bestimme meinen Neffen Josef Rubesch, Direktor der Mineralkabinets beim 
Fürsten Ferdinand von Lobkowitz in Bilin, zum Erben meines ganzen Vermögens. 


Ausser diesem besitze ich ein Österhasisches [sic! recte Esterhazy’sches] Loos 
Nr. 25.361, und auch dieses übergebe ich in die Hände des H. Josef Rubesch. 

Empfangen Josef Rubesch mp. 

Mit diesem treffe ich folgende Verfügung. Es bleibe so lange in den Händen des 
II. Josef Rubesch oder seiner Erben, bis es gezogen wird. Der Gewinn soll auf folgende 
Art dann vertheilt werden : 


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183 


P. Johann Schnitzar. 


P. Jan Schnitzar. 


183 


V 4 dieses Gewinns fallt dem Armenfonde der Bergstadt Skalitz, Herrschaft 
Sckwarzkosteletz, 

J / 4 dieses Gewinns dem Budoliostizer Armenfonde [zu]. 

V 4 für die Nachfolger resp. Erben des Universalerben II. Josef Rubesch, 

*/ 4 wird zu einer Studentenstiftung verwendet, wobei der Genuss derselben der 
Bluts- und Schwäger- Verwandtschaft des verstorbenen geistl. II. Testators vorzugsweise 
bestimmt ist. 

In deren Abgänge sollen andere würdige Studirende aus dem Orte Budohostitz 
damit betheilt werden. 


Dies ist mein letzter Wille, den ich eigenhändig unterschrieben habe und von drei 
zugleich gegenwärtig gewesenen Zeugen mitfertigen liess, wobei ich ihnen bemerkte, dass 
gegenwärtige Schrift, die sie als Zeugen fertigen, mein letzter Wille sei. 

Dieses Testament wurde in zwei gleichlautenden Parien verfasst und beide Parien 
mit den gesetzlichen Bedingungen versehen. Das eine Pare befindet sich in den Händen 
des Testamentsexekutors H. Josef Rubesch das andere Pare in den Händen des Testa- 
mentszeugen H. Franz Durischek. 

Prag, am 18. März 1856. 

P. Jos. Zidek mp., (L. S.) Johann Schnitzar mp., 

als Zeuge des letzten Willens. Testator. 

Franz Durischek mp., 
als Zeuge des letzten Willens. 

Johann Kontor mp., 
als Zeuge des letzten Willens. 

Diese ämtlich ausgefertigte Abschrift ist mit dem Originale wörtlich gleichlautend. 

Vom Expeditamte des k. k. städt. del. Bezirksgerichtes für die Altstadt und Josefstadt. 

Prag, am 24. November 1897. 

K. k. Kanzleivorsteher: 

(L. S.) Kracmera mp. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statt- Overony opis ti c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 

balterci in Prag. 


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184 


Josef Steffel. 


Josef Steffel. 


184 


415 . 

1856 

April 22. dubna. 


Josef Steffelscbe Studenten-Stiftung. 

Josef Ste ffe l widmete in seinem 
Testamente de dato Podseditz am 22. April 
1856 eine Staatsschuldverschreibung im 
Werte von 1000 fl. C. M. zur einer 
Studenten-Stiftung f ür seine näch- 
sten Anverwandten. 

Diese Stiftung trat jedoch erst mit 
dem am 11. December 1889 erfolgten Ab- 
leben der Gattin des Stifters , welcher der 
lebenslängliche Nutzgenuss des Stiftungs- 
capitals znstand, ins Leben. 

Nach dem von der Je. k. Statthalterei 
in Prag am 17. Jidi 1891 errichteten 
Stiftsbriefe haben auf die Stiftung 
Anspruch die Anverwandten des 
Josef Steffel , welche eine Mittel- 
schule oder eine derselben gleich- 
gestellte Unter rieht saust alt oder 
eine Hochschule besuchen. Bei meh- 
reren Anverwandten haben die. dem 
Stifter dem Grade nach näheren 
Anverwandten den Vorzug. Der 
Genuss dauert bei den Anver- 
wandten des Stifters während der 
ganzen Studienzeit, u. zw. ohne 
Rüclcsicht auf deren Vermögens- 
verhältnisse. 

Falls sich Je ein geeigneter Ver- 
wandte des Stifters melden sollte , 
so kann diese Stiftung einem armen 
fleissigcn Studierenden verliehen 
werden. In diesem Falle dauert 
der Stiftungsgenuss zwar auch 
während der ganzen Studienzeit, 
doch nur insoweit, als kein geeig- 
neter Verwandte des Stifters auf 
die Stiftung Anspruch erhebt. 

Diese Stiftung wird regia col - 
latione von der k. Je. Statthalterei 
in Prag verliehen. 

Das S tiftungs venn ögen, welches eben- 
falls von der k. k. Statthalterei in Prag ver- 
waltet wird, beträgt 1000 fl. O. W., aus 
dessen Erträgnisse ein Platz mit der 
Jahrcsgebür von 39 fl. 90 kr. dotiert icird. 


Studentske nadani Josefa Steffella. 

Josef Steffel venoval vc sve zur et i 
sepsane v Podsedicich dne 22. dubna 1856 
stäträ dluzni upis v eene 1000 zl. Jconv. in. 
na studentske nadäni pro sve ncj - 
blizsi pfibuzne. 

Nadace tato vesla v cinnosf alc teprve 
dnem 11. prosincc 1889 , kdy zemrela 
manzelka zakladatelova, jiz pfisluselo po 
cas zivota poziväni uzitku jistiny nadaeni. 

Vedle listu nadaeniho c. Je. misto- 
drzitclstvim v Praze dne 17. cervence 1891 
zfizeneho maji na nadaci näroJc 
pribuzni Josefa Steffela, Jctefl 
skolu st f e d n i ancb nöjake skole 
takove na roven post ave ne 
ucilistc ancb vysoki skoly navsti- 
vnji. Z vice pfibuzny ch maji 
pfednosf ti, kdoz se zakladatelem 
v blizsim stupni jsou pribuzni. 
PoziteJc nadaeni trvä pro pfibuzne 
zakladatelovy po cely cas studii 
a to bcz oJiledu na jich pomöry 
majetkove. 


Nehläs il-li by sc zpüsobily 
pfibuzny z aJcladatclüv, mozno 
udcliti nadaci tuto chudemu. 
pilnemu studujicimu. Tu trvä 
pozitck nadaeni sice taJce po cas 
celych st u d i i , ale jen pot u d, p o Je u d 
na nadaci necini näroJc zpüsobily 
pfibuzny z a kl ad at el ü v. 


Nadaci tuto udili regia colla - 
tione c. lc. mistod r zitel stvi v Praze. 

Jmcni nadaeni , lctere rovncz c. Je. misto- 
drzitclstvi v Praze spramjc, obnäsi 1000 zl. 
r. c., z vy teilen jeho dotuje se jedno misto 
s roenim pozitkem 39 zl. 90 kr. 


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185 


Josef Steffel. 


Jusef Steffel. 


185 


I. 

Wenn mich [sic] auf meiner Reise nach Klattau ein rnglück oder Todesfall be- 
gegnen sollte (was der gütige Gott behüten soll), so ist mein letzter Wille, dass mein sämmt- 
lielies Vermögen sammt allen ausstehenden an mich lautenden Obligationen als wahres 
und selbständiges Eigenthum meiner Ehegattin Elisabeth Steffel, gebornen Krasl, sei, 
mit welchem Vermögen sie bei ihrer Lebezeit eigenmächtig schalten und walten kann ; 
hiebei ist sie aber verbunden, nach ihrem Ableben die bei Sr. Erlaucht dem hochgebornen 
Herrn Grafen von Schönborn als Kaution deponirte Staatsobligation per 1000 fl. CM. zu 
einer Studentenstiftung für meine nächsten Anverwandten zu hinterlassen; bekräftige ich 
mit meiner eigenen Unterschrift. 

Podseditz, am 22. April 1856. 


Jos. Stefiel mp. 

Vorstehendes Testament wurde am 15. Jänner 1872 kundgemacht. 

K. k. Bezirksgericht Lobositz, 
am 15. Jänner 1872. 


k 


Scheit mp., 

k. Bezirksgericht-Adjunkt. 


Gleichzeitige einfache Abschrift bei der k. k. 
Statthalterei in Prag. 


Soucasny jednoduchy opis u c. k. misto- 
drzitelstvi v Praze. 


/ 50 kr. \ 
\ Stempel. / 


II. 


St.-Z. 28.959 ai 1891. 


Stiftsbrief. 


Die k. k. Statthalterei bestätigt hiemit, es habe der am 10. Jänner 1872 in Pod" 
seditz verstorbene Josef Steffel in seinem Testamente dto. Podseditz am 22. April 1856 
die Anordnung einer Studentenstiftung mit nachstehenden Worten angeordnet: 

„es ist mein letzter Wille, dass mein sämmtliches Vermögen als wahres und selbst- 
ständiges Eigenthum meiner Ehegattin Elisabeth Steffel . . . sei. Hiebei ist sie aber 
.verbunden, nach ihrem Ableben die bei Sr. Erlaucht dem hochgebornen Herrn Grafen 
„von Schönborn als Kaution deponirte Staatsobligation per 1000 fl. CM. zu einer 
„Studentenstiftung für meine nächsten Anverwandten zu hinterlassen.“ 

Diese 7on dem Erblasser vermachte Staatsobligation bestand in der Staatsschuld- 
verschreibung de dto Wien 1. August 1868, Z. 195.778, und befand sich zur Zeit des 
Todes des Stifters in den Händen seiner Gattin, welche dieselbe zu Gericht in Ver- 
wahrung erlegte. 

Diese Schuldverschreibung wurde der Studentenstiftung mit der Einantwortungs- 
urkunde des k. k. Bezirksgerichtes Lobositz vom 2. April 1873, Z. 2383, mit der 
Beschränkung zugewiesen, dass das Zinsenbezugsrecht von dieser Obligation der 
erblasserischen Witwe Elisabeth Steflel zusteht. 

Elisabeth Steflel ist am 11. December 1889 gestorben, weshalb die oberwähnte 
Obligation an die Stiftung aus der gerichtlichen Verwahrung ausgefolgt wurde. 

Für diese Obligation wurde die 5°/ 0 tige Staatsschuldverschreibung ddto Wien 
1. Feber 1891, Nr. 164.269 auf 1000 fl. nom., augekauft, auf den Namen der Josef 
SteffeFschen Studentenstiftung gehörig vinculiert und sub Post 474 im Journale des 
Studentenstiftungsfondes von der k. k. Landeshauptcassa in Prag beempfangt. 

Die für die Zeit vom 1. August 1889 bis 1890 entfallenden Zinsen per 42 fl. wurden 
eben da sub P. 2877 der Empfangsverrechnung zugeführt. 

VI. 24 


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186 


Josef Steffel. 


Josef Steffel. 


186 


Nachdem auf diese Art das Vermögen der Stiftung vorschriftsmässig sichergestellt, 
von der k. k. Landeshauptcassa in Empfang genommen worden ist und zur Erfüllung 
des Stiftungszweckes verwendbare Nutzungen abwirft, so nimmt die k. k. Statthalterei 
diese Stiftung an, erklärt dieselbe für constituiert und verpflichtet sich, darüber zu 
wachen, dass vom Jahre 1891 die von dem Stiftungsvermügen entfallenden jährlichen 
Nutzungen dem in diesem Stiftsbriefe bestimmten Zwecke zugeführt werden. 

Anspruch auf den Genuss der Stiftung haben die Anverwandten des Josef Steffel, 
welche eine Mittelschule oder derselben gleichgestellte Uuterrichtsanstalt sowie eine 
Hochschule besuchen. 

Bei mehreren concurrierenden Anverwandten haben die dem Erblasser dem Grade 
nach näheren Anverwandten den Vorzug. 

Der Genuss der Stiftung dauert bei den erwähnten Anverwandten des Erblassers 
während der ganzen Studienzeit, und zwar ohne Rücksicht auf deren vermögensrechtliche 
Verhältnisse, so dass dieselben etwaige Armut nicht nachzuweisen brauchen. Sollte kein 
geeigneter Verwandte den Stiftungsgenuss beanspruchen, so kann die Stiftung einem 
armen fleissigen Studierenden verliehen werden. 

In diesem Falle dauert der Stiftungsgenuss zwar auch während der ganzen Studien- 
zeit, doch nur in so weit, als kein geeigneter Verwandte des Erblassers auf die Stiftung 
Anspruch erhebt. 

Die von der Stiftung zu entrichtenden Gebüren und die mit der Stiftsbrieferrichtung 
verbundenen Auslagen werden aus den vorhandenen Einkünften der Stiftung bestritten. 

Die Stiftung tritt im Jahre 1891 ins Leben. 

Die k. k. Statthalterei gelobt und verpflichtet sich, für die stete Aufrechthaltung 
der Stiftung und die Sicherheit des Stiftungsvermögens nach besten Kräften zu sorgen, 
für die rechtzeitige Einhebung der Nutzungen zu dem in diesem Stiftsbriefe festgesetzten 
Zwecke zu sorgen, überhaupt alle darin enthaltenen Anordnungen getreu und gewissen- 
haft zu erfüllen. 

Urkund dessen sind von diesem Stiftsbriefe drei gleichlautende Exemplare verfasst, 
gefertigt [worden], und soll eines davon bei der k. k. Statthalterei, das zweite hei der 
k. k. Landeshauptcassa und das dritte bei den Verwandten des Josef Steffel aufbe- 
wahrt werden. 


K. k. Statthalter ei in Böhmen. 

Prag, am 17. Juli 1891. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Friedl mp. 

Original bei der k. k. Statthaltern in Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvl v Praze. 




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187 


P. Stanislaus Zauper. 


P. Stanialav Zauper. 


187 


416 . 

1856 

Mai 27. kvetna. % 


P. Stanislaus Zaupersche Studenten- 
Stiftung. 

Marian Heini , Abt des Prä - 
monstratenser - Chorherrenstiftes 
T cpl , beschloss , mm das Andenken 
an den Stif ts-T epler Ordensjyriester 
Stanislaus Zauper , der a/s Professor , 
da mm a/s Prä fect und provisorischer Di- 
rektor ' am Pilsner Gymnasium durch 
41 Jahre bis zu seinem Tode wirkte , 

ehren, eine Stiftung für dürftige Stu- 
dierende des Pilsner Gymnasiums zu 
gründen , und widmete zu diesem Zwecke 
das nach dem Hinscheiden des P. Stanislaus 
Zauper f ür eine neue Auflage von dessen 
„Anleitung zur Poetik und zur lihetorik u 
und von dessen „ Übersetzung der Ilias und 
Odyssee“ erzielte Honorar , ferner 
die zu diesem Zwecke durch zwei 
am Pilsner Gymnasium veran- 
staltete musikalisch - declamatorische 
Akademien , souie die durch Privatspenden 
eingegangenen Beiträge in der Gcsammt- 
summe von 750 fl . C . M. 

Mit den von der k. k. Statthalterci 
unterm 24. April 1857 , Z. 18.805 , Mwd 

August 1802 , 43.001, bestätigten 

Widmungsurkunden de dato Stift Tepl den 
10. Jänner 1857 und 8. August 1802 teid- 
mete Marian Heini zu demselben Zwecke 
drei Staatsverschrcihungen im Gesammtwcrte 
von 340 fl. C. M., so dass das ursprüngliche 
Stiftungsvermögen 1090 fl. in klingender 
Münze oder 1144 fl. (). W. betrug. 

Diese Stiftung ist für einen 
wahrhaft armen , wohlgesitteten und 
fleissigcn am Pilsner Gymnasium 
s tudicrendemS eh Hier kathol is eher 
Beligion auf die Dauer der Gym- 
nasialstudien bestimmt. 

Das Präsentat ions recht steht 
dem jedesmaligen ' Abte des Prä- 
monstratenscr-Stiftes Tcpl zu. 

Der Stifiling soll des verstorbenen P. 
Stanislaus Zauper öfter im Gebete ein- 
gedenk sein. 

Der Stiftsbrief wurde an 27. Mai 
1850 ausgefertigt und von der k. k. Statt- 
halterci in Prag am 29. Juni 1859 be- 
stätigt. 

VI. 


Studentske nadäni P. Stanislava 
Zaupera. 

Marian Heini, opat klästcra 
fädu Prcmonstratskeho v Teplc 
predsevzal si , aby uctil pamätkn 
kndze rädu klästcra T epelskeho 
Stanislava Zaupera , kteryz jako 
profesor , pak jako prefelct a provisor ni 
riditel na Plzenskem gymnasin po 41 let ai 
do sve smrti püsobil, zaloziti nadaci 
pro potr ebne studujici z gymnasin 
Plzenskeho a veno val k üöclu tomu 
honorär, ktery po ümrti P. Stanislava 
Zaupera za nove vydäni tehoz spisü: 
„ Nävod k poetice a rhctoricc“ a „ Preklad 
lliady a Odysseje“ docilen byl , dälc vytezek 
dvou na Plzenskem gymnasin k ücclu tomu 
pofädanych h udeb nö-dekla m atorn ich alca- 
demit, jakoz i prispevky soukromymi dary 
ziskanc v ührnem obnosu 750 zl. konv. m. 


Listinami venoractmi v leidste fe Tepclskcm 
dne 10. ledna 1857 a 8. srpna 1862 sepsa- 
nymi a c. k. mistodrzitelstvim dne 24. dubna 
1857 pod c. 18.805 a 12. srpna 1802 pod 
c. 43.001 potvrzenymi , venoval Maria i 
Heini k temuz uielu tri stätni dluzni npisy 
v ührne eene 340 zl. konv. m., takzc puvodni 
jmeni nadaeni 1090 zl. stribra öili 1144 zl. 
R. 6. obndselo. 

Nadace tato urcena j cs t pro 
vskutku chudeho, mravncho a pil- 
neho, na Piz e hskem gymnasin 
studuj iciho zdka katolickeho nd- 
bozenstvi na dobu studii gymna- 
sial n ich. 

Prdvo present aöni prislusi 
vzdy opatovi klästcra Prcmonsträt- 
skeho v Teplc. 

Nadanec md na zesnulcho P. Stanislava 
Zaupera castöji v modlitbe vzponnnati. 

List nadaeni byl 27. kr dt na 1850 ry- 
hotoven a c. k. mistodrzitelstvim v Praze 
dne 29. öcrvna-1859 potvrzrn. 

24* 


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188 


1\ Stanislaus Pauper. 


1\ Stanislav Zauper. 


188 


Gegenwärtig wird diese Stif- 
tung von der Je. Je. StattJialterei in 
Prag über Präsentation des Abtes 
des Prämonstratenser-Stiftes Tepl 
verliehen. 

Das Vermögen , tvclchcs ebenfalls von 
dieser Statthalterei verwaltet wird, beträgt 
17 GO fl., ans dessen lleinerträgnisse ein 
Platz mit der Jahresgebiir von GO fl. dotiert 
wird. 


N y n i u d i l i n a d a c i e. Je. m i s t o- 
drzit elstvi v Praze po prcsentaci 
opata PremonstrdtsJeeJio Jeldstera 
v T cp l e. 

J ment, spravorayie rovnez timto misto- 
drzitelstvrm, obndsi 1760 zh, z jehoz ei st eh o 
vytezleu dotnje se jedine nnsto s roenim 
pozitJecm GO zl. 


I. 

( 2 fl. \ 

V Stempel. / 

Stiftsbrief. 

Der gefertigte Abt des Prämonstratenser-Chorherren-Stifts Tepl im Einverständnisse 
mit dem Vorstande des Gymnasiums zu Pilsen beurkundet hiemit, dass er. um das An- 
denken an den Stifts-Tepler Ordenspriester Stanislaus Zauper, der als Professor, dann 
als Präfekt und prov. Direktor am Pilsner Gymnasium durch 41 Jahre bis zu seinem am 
30. Dezember 1850 erfolgten Tode rastlos für die Jugendbildung gewirkt hat, zu ehren 
und bei der studirenden Jugend zu erhalten, eine Stiftung für dürftige Studierende des 
Pilsner Gymnasiums zu gründen beschlossen habe und zu diesem Zwecke das nach des 
genannten P. Stanisl. Zaupers Hinscheiden für eine neue Auflage von dessen „Anleitung 
zur Poetik und zur Rhetorik“, ferner das für die in den Jahren 1852 bis 1855 erschienene 
neue Auflage von dessen „Übersetzung der Ilias und der Odyssee“ erzielte Honorar, 
ferner die durch zwei zu diesem Behufe vom Pilsner Gymnasium veranstaltete musi- 
kalisch-deklamatorische Akademien, sowie die durch einige Privatspenden zu demselben 
Behufe eingegangenen Beiträge in der Gesammtsumme von siebenhundert und fünfzig 
Gulden CMze. widme. 

Zur Deckung dieser Stiftung wurde die Staatsschuldverschreibung de dato Wien am 

1. Juli 1855, Nr. 13.102 vom J. 1854 per 750 fl. zu 5 vom Hundert in klingender Münze, 
vinkulirt für das Gymnasium zu Pilsen, als Fond der P. Stanislaus Zauper’schen Stiftung 
gewidmet, und es wird dieselbe in dem Tepler Stifte aufbewahrt. 

Nachdem diese Stiftung mit h. Statthalterei-Dekrete vom 14. Mai 1. J., Z. 23.662, 
genehmigt worden, so wird nun festgesetzt: 

1. Dass die jährlichen Interessen von 37 fl. 30 kr. in klingender Münze den Stif- 
tungsgenuss zu bilden haben. 

2. Diese Stiftung ist für einen wahrhaft armen, wohlgesitteten und fleissigen am 
Pilsner Gymnasium studierenden Schüler katholischer Religion für die Dauer der Gymna- 
sialstudien bestimmt. 

3. Die Gesuche sind bei dem Pilsner k. k. Bezirksamte einzubringen, von wo sie an 
die hohe k. k. Statthalterei eingesendet werden. 

4. Das Präsentationsrecht steht dem jedesmaligen Abte des Prämonstratenserstiftes 
Tepl zu. 

5. Der Stiftling soll des verstorbenen P. Stanislaus Zauper öfter im Gebete einge- 
denk sein. 

C. Die Vorsteher der Stiftung verbinden sich, für die Erfüllung und Aufrechthaltuug 
der Stiftung zu sorgen, mit dem Kapitale ohne Bewilligung der k. k. Stattholterei keine 
Änderung vorzunehmen und über das Vermögen jährlich an die k. k. Staatsbuchhaltung 
Rechnung zu legen. 

Urkund dessen wurde dieseV Stiftsbrief in 3 gleichlautenden Parien, wovon das eine 
bei der k. k. Statthalterei, das zweite bei dem hoehw. Abte zu Tepl und das dritte im 
Archiv des Pilsner Gymnasiums aufbewahrt werden soll, ausgefertigt und von dem üefer- 


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189 


1\ Stanislaus Zauper. 


1\ Stanislav Zauper. 


189 


tigten unter Zuziehung zweier Zeugen sowie von dem Direktor des Gymnasiums zu Pilsen 
eigenhändig unterschrieben. 

Stift Tepl am 27. Mai 1856. 

(L. S.) Marian Heini mp., 

Abt. 

Vinc. Graumann mp., 

k Gymnasialdirektor. 

Franz Utschig mp., 

Zeuge. 

Johann Bisek mp., 

Zeuge. 


Nr. 31.766. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der k. k. Böhmischen Statthalterei 
Prag, am 29. Juni 1856. 

1 Für den Statthalter: 

(L. S.) £iwna mp. 

Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u e. k. mistodrzitel9tvi v Praze. 


II. 

( 10 Kreuzer \ 

Stempel. / 

Widmungs-Urkunde. 

Der gefertigte Abt des Prämonstratenser- Chorherren-Stiftes Tepl im Einverständ- 
nisse mit dem Vorstande des Gymnasiums zu Pilsen beurkundet hiemit, dass er die von 
ihm laut Stiftsbriefes vom 27. Mai 1856 errichtete und mit hohem Statthalterei-Dekrete 
vom 14. Mai 1856, Z. 23.662, genehmigte P. Stanislaus Zauper’sche Studentenstiftung 
von jährl. 37 fl. 30 kr. in klingender Münze durch Vermehrung des Stiftungsfondes zu 
erhöhen beschlossen habe. Zu diesem Behufe wurde die Staatsschuldverschreibung ddto. 
Wien am 1. Oktober 1856, Nr. 15.814, vom Jahre 1854 per 70 fl. zu 5 vom Hundert 
in klingender Münze, vinkulirt für das Gymnasium zu Pilsen, als Fondszuwachs der 
oberwähnten Stiftung gewidmet, und es wird dieselbe in dem Tepler Stifte aufbewahrt 
und hiemit nun festgesetzt: dass, da der Stiftungsfond statt der bisherigen 750 fl. nunmehr 
820 fl. beträgt, die jährlichen Interessen nunmehr 41 fl. in klingender Münze zu bilden haben. 

Urkund dessen wurde diese Widmungs-Urkunde in drei gleichlautenden Parien, wovon 
das eine bei der k. k. Statthalterei, das zweite bei dem hochw. Abte zu Tepl und das 
dritte im Archive des Pilsner Gymnasiums aufbewahrt werden soll, ausgefertigt und von 
dem Gefertigten unter Zuziehung zweier Zeugen, sowie von dem Direktor des Gymna- 
siums zu Pilsen eigenhändig unterschrieben. 

Stift Tepl, den 10. Jänner 1857. 

* (L. S.) Marian Heini mp., 

Abt. 

Vinc. Graumann mp., 

Gymnasial-Direktor. 

• Johann Schneider mp., 

Zeuge. 

Franz Utschig mp., 

Zeuge. 


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190 


P. Stanislaus Zauper. 


P. Stanislav Zauper. 


190 


Wird bestätigt. 


Nr. 18.865. 


Von der B ö h m i s ch e n k. k. S t a 1 1 h a 1 1 e r e i. 
Prag, am 24. Apiil 1857. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Forgach mp. 


Original bei der k. k. Statthaltern in Prag. Original u c. k. nnstodrzitelstvi v Praze. 


III. 

/ 94 kr. \ 

V Stempel. / 

Widmung s-U r k u n d e. 

Der gefertigte Abt des Prämonstratenser- Chorherren-Stiftes Tepl im Einverständ- 
nisse mit dem Vorstande des Gymnasiums zu Pilsen beurkundet hiemit, dass er die von 
ihm laut des hoehortig vom 29. Juni 1856, Z. 31.766, genehmigten Stiftsbriefes, wovon 
ein Pare sieh bei der h. k. k. Statthalterei befindet, errichtete und mit h. Bewilligung 
vom 24. April 1857, Z. 18.865, auf 820 fl. in klingender Münze erhöhte Stanislaus 
Zaupersche Studentenstiftung abeimals zu erhöhen beschlossen habe. 

Zu diesem Behufe wurde die Staatssehuldverschreibung de dato 1. April 1858, 
Nr. 26.269, v. Jahre 1854 per 270 fl. in klingender Münze zu 5 vom Hundert, vinkulirt 
für das Gymnasium zu Pilsen, als Fondszuwachs der oberwähnten Stiftung gewidmet, 
und es wird dieselbe bei dem allgemeinen hierländischen Studentenstiftungsfonde auf- 
bewahrt und nun hiemit festgesetzt : 

1. dass, da der Stiftungsfond statt der bisherigen 820 in klingender Münze oder 
861 fl. in öster. Wahrung nunmehr 1090 fl. in klingender Münze oder 1144 fl. 50 kr. 
0. W. beträgt, die jährlichen Interessen von jetzt an 54 fl. 30 kr. CM. oder 
57 fl. 22 */ 2 kr. Ö. W. den Stiftungsgenuss zu bilden haben. 

2. Da das Vermögen dieser Stiftung auf das Ansuchen des Stifters mit h. Bewil- 
ligung der k. k. Statthalterei vom 26. Oktober 1859. Z. 26.803, dem allgemeinen 
hierländischen Studentenstiftungsfonde einverleibt wurde, so erhält hiedurch der 
6. Punkt des Stiftsbriefes die entsprechende Veränderung. 

IJrkund dessen wurde diese W T idmungsurkunde in 3 gleichlautenden Parien, wovon 
das eine bei der k. k. Statthalterei, das zweite bei dem Abte zu Tepl und das dritte 
im Archive des Pilsner Gymnasiums aufbewalirt werden soll, .ausgefertigt und von dem 
Gefertigten unter Zuziehung zweier Zeugen, sowie, von dem Direktor des Gymnasiums 


Marian Heini mp., 
Abt und Stifter. 

Vincenz Graiimann mp., 
Gyranasial-Direktor. 

, Franz Utschig mp!, 
Zeuge. 

Johann Sommer mp., 

Zeuge. 


zu Pilsen eigenhändig unterschrieben. 
Stift Tepl, am 8. August 1862. 

(L. S.) 


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191 


P. Stanislaus Zauper. 


P. Stauislav Zauper. 


191 


Nr. 43.001. 

Vorstehende Widmungsurkunde wird ihrem vollen Inhalte nach bestätigt. 


Von der II ohmischen k. k. Statthalter ei. 
Prag, am 12. August 1SG2. 

Der llofrath: 

(L. S.) Lazanzky mp. 


Original bei der k. k. Stattbalterci in Prag. Original u c. k. imstodrzitelstvi v Praze. 


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192 


Johann Zeidler. 


Jan Zeidler. 


192 


417. 

1856 

August 5. srpna. 


Johann Zeidlersche Studenten- 
Stiftung. 

Johann Zeidler , Wundarzt in 
W ei per t, widmete in seinem Testamente 
de dato Weipert den 5. August 1856 den 
Erlös für das ihm gehörige Wohnhaus 
Nr . 149 in Weipert summt Nebengebäuden 
und Hausraum im Betrage von 5000 fl. 
zu einer Studenten Stiftung für 
zwei Knaben aus nachstehenden 
Familien , u. zw.: 

a) für zwei arme Knaben ans der 
Zcidler’schcn Familie, und falls 
in dieser Familie keine vor- 
handen wären, 

b) für zwei Knaben aus der Familie 
seiner verstorbenen Sch wester 
Barbara verehelichten Weis, in 
deren Abgang, 

c) für zwei Knaben aus der 
Familie seiner Schwester 
Euphrosgne verehelichten Wcnzl, 
und falls da keine Knaben vor- 
handen wären, 

d) f ür zwei Knaben a us der Familie 

seiner Ad optiv -Schwester Eli- 
sabeth Neu her t in Enterlanzen- 
dorf bei Wien, und sollte der 
Fall eintret en, dass in sämmt- 
l i ch en vorstehenden Fa milien 
keine Knaben, die sich den 
Studie n w i d m en, vor ha n d e n 

wären, so soll der Stiftungs- 
genuss 

e) auf zwei Knaben ans den 
Verwandten seiner Ehegattin , 
welche aus der Familie Dittr ich 
st am m e n, ü b e rg ehe w, u nd fall s 
a u ch d a i n d i esc r Fa m il ie 
keine Knaben vorhanden wären, 
so hat der Stiftung s genuss 

f) auf zwei arme Knaben , und 
zwar einen Knaben au s s eine m 
(reburt sortc M ie s u n d eine n 
Knaben aus seinem Wohnorte 
Weipert, zu übergeh en. 

Fall s s i eh / n s ä m m tli eh e n 

Familien keine Knaben den Studien 


Studentske nadäni Jana Zeidlera. 


Jan Zeidler, ranhojic v e 
Vej prtecli, venoval ve sve zdiveti scpsanc 
vc Vej prtecli dne 5. srpna 1856 vytezek 
z prodeje jernu ndlezejiciho obytneho domu 
c. 149 vc Vej prtecli se stavenimi vedlejsimi 
a nädvorim v obnosu 5000 zl. na stu- 
dentske nadäni pro dva ho eh y 
z rodin näslcduj icich: 

a) p r o dva ch u d e li o ch y z ro d i n y 
Zeidler ovske a kdyby v rodine 
teto takovych nebylo, 

b) pro dva hocliy z rodiny zesnule 
sestry zakladatelovy Barbory 
provdane Weisovc, neni-li jivh , 

c) pro dva hocliy z rodiny sestry 
zakladatelovy Eu frosiny p r o- 
v d an e Wenzlove, a kdyby t u 
z ä d ny ch li ocliü nebyl o, 

d) pro dva hocliy z rodiny adoptivn t 
sestry zakladatelovy Al zb et y 
Neubertove v Untcrlanzc ndorf u 
u Vidnc, a kdyby se stalo, zc by 
v zddnc ze vsech prdve vyjmeno- 
vanycli rodin nebylo tu liochu , 
kteriz studiim by se venoval i, 
p f ejdc poz itck nadaeni 

c) na dva hoehy z pribuznych 
manzelky zaklad atelov y, lc t e r i 
z rodiny Bit t ri ch ovsk e p och dz f\ 
a lcdyby i tato rodina ne mein 
liochu, pfejiti mä pozivdni 
nadace 

f) n a d v a ch u d v h o ch y, a ton a 
hocha z rod ist e zakladatelo v a 
S t f i b r a a n a hocha z b y dl ist c 
zakladatclova Vejprt. 

N c b y l u-l i b y v e v s e ch r o d i n d ch 
hocha, ktcry'z by studiim se 


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193 


Johann Zeidler. 


Jan Zeidler. 


103 


z nie enden sollten , so hat der 
S t i ft u n g s g e n n s s a u f £ w e i a r m c 
K nahen in der vorstehenden Ord- 
n n n g ' iv c 1 eli c s i cli d r r Ma 1 e r k u n s /, 
d v m t c cli n i s ch en oder Bau f a eh c 
ir i d in en, zu übergehen. *) 

Das Präsent ati on s recht soll 
der Gemeinde rath in Weipert mit 
Zuziehung der dortigen Geistlich- 
keit aus ü h e n , und es soll diese Stiftung 
nur jenen Knalwn verliehen werden, welche 
durch Fleiss und Eifer im Lernen und 
durch ein sittliches Betragen dessen würdig 
sind und infolge ihrer Armut dieser Wohlthat 
bedürfen. 

Der Stiftsbrief wurde wn der k. Je. 
Statthaltcrci in Prag am 13. Juli 1803 
ansgefertigt. 

Ge ge n w ä rtig w i r d d i e s e St i fl - 
t u n g v o n d e r k. k. Statt halt er ei 
in Prag über Präsentation des 
G c me ind erat he s n n d des Sec l- 
sorgers in Weipert verliehen. 

Das St iftungsrennögen , welches eben- 
falls von der Statthalterei verwaltet wird, 
beträgt 10.150 ft. ö. IT., aus dessen 
Erträgnisse zwei Plätze, jeder mit der 
Jahrcsgebur von 200 fl., dotiert werden. 


r e n o v a l , p r ej d e p o z it e k n ad a c n i 
n a d v a eh u d c h o ch g r p o r a d / 
s h ora n az n ace n e m. k t c r i n m e n i 
m a l i r s k e m u. o b o r n t e ch n i c k e m u 
n eb stare b n i in u s e v c n u j i. 

P rav o p r e s ent a c n i r g k o n d v a t i 
in d o b c e n i r a da ve V ej prte eh p r i- 
berouc ta m ej s i d u ch oren s t r o, a 
udcliti jest nndaci jen onem hoch Am, kferi 
pili a snazivosti r nceni a inravnym 
chovdnim toho si zashndi a pro chudobu 
dobrodini tohoto potrebuji. 

List nadaeni bi/l c. k. inistodrzitelsfrim 
v Praze dne 13. cervcnce 1805 vghotoven . 

X g n t u d ili nadae i c. k. m i s t o- 
drzitclstvi v Praze po presen- 
t a c i obe c n i r a d g a d u ch o v n i h o 
sprdvee ve Vcjprtcch. 

Jmcni nadaeni, jez spravujc rornez 
misfodrzitclstvi, obndsi 10.150 zl. r. e. ; 
z vgtezku jeho dotuji sc di e mista s roenim 
pozitkem po 200 zl. 


I. 

Im Namen Gott des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. 

Da mich Gott dermal mit einer Krankheit heimgesucht hat und ich nicht weiss, ob 
ich wieder genesen werde, so will ich nun, um allen Streitigkeiten nach meinem Tode 
vorzubeugen, bei noch vollkommenem Verstände und gänzlicher Geistesgegenwart über 
meinen Nachlass Folgendes verordnen : 

1. Vermache ich meine Seele dem gütigen Gott, meinen Leib der Mutter Erde, 
welcher nach katholischem Ritus anständig soll beerdigt werden. 

2. Mein Wohnhaus NC. 149 sammt Nebengebäuden und Hausraum per 175 Quadrat- 
klafter hat nach meinem Ableben meine Frau Theresia noch ein Jahr zum unentgeltlichen 
Nutzgenusse oder Bewirthschaftung, nach dieser Zeit sollen diese Realitäten der hiesigen 
Stadtgemeinde zu einem Schulgebäude um den Betrag per 5000 H. CMze., schreibe fünf- 
tausend Gulden CMze., zum unbeschränkten Eigenthume zufallen, und im Falle die hiesige, 
Stadtgemeinde diese Realitäten um diesen Betrag nicht annehmen wollte oder könnte, 


*) Das Ministerium für Cultus und Unterricht 
hat mit dem Erlasse vom 1. November 1888, 
Z. 20.200. entschieden, dass der Stiftungsgenuss 
nach Absatz 2 des Zeidler'schen Stiftsbriefes auf 
Knaben, welche sich dem technischen Fache widmen, 
nur dann zu übergehen hat, wenn sich keine nach 
lit. a bis einschliesslich lit. f des Stiftsbriefes an- 
spruch8bereehtigten Knaben den Studien znwenden. 
Hieraus ist zu entnehmen, dass der Stifter die Besucher 
technischer Lehranstalten, wozu auch die Realschulen 
zählen, in die 2. Clnsse «1er Anspruchsberechtigtcn ver- 
wies. und «lass er unter „Stinlien“ nur «lie Uymnasial- 
und hierauf folgenden Fniversitätsstudien begriff. 

VI. 


*) Ministerstv«) znlezitosti duchovnich a vy- 
ucoväni vynosem ze dne 1. listopadu 1888, c. 20200, 
rozbodlo, ze pozitek nadaeni die 2. odstavee 
Zeidlerova listu nadaeniho na bochy techniekemu 
oborn se venujici jen tchdy ma prejiti, kdyi zädni 
«Ile ustanoveni lit. a az veetne lit. f listu nadaeniho 
k nüroku oprüvmuii hosi studiim so nevenuji. 
Z toho jde na jevo, ze zakladatel navstevovatele 
ucilisf techniekych, k nimz take skoly realne se 
iadi, do druhe tridy tech, kdoz närok nauadaci maji, 
odkazal a ze sl«»v«un „Studie“ jen studie gymna- 
sialni a k nim se pojici studie universitni ozuacoval. 

25 


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194 


Johann Zeidler. 


Jan Zeidler. 


194 


so sollen diese Realitäten im Lizitationswege öffentlich veräussert werden ; den dafür 
gelösten Kaufschilling im Übernabms- oder Lizitationswege bestimme ich zu einer Stu- 
dentenstiftung derart, dass von dem von diesem Kaufschillinge entfallenden ö°/ 0 Zinsen- 
betrag zwei Knaben aus den nachstehenden Familien den Stiftungsgenuss zu gleichen 
Tlieilen zu beziehen haben, und zwar: 

a) zwei arme Knaben aus der Zeidlerischen Familie, und im Falle in dieser Familie 
keine Knaben vorhanden sind, 

b) zwei Knaben aus der Familie meiner f Schwester Barbara verehelichten Weis, und 
wenn in dieser Familie keine Knaben vorhanden sind, 

c) zwei Knaben aus der Familie meiner Schwester Euphrosine verelil. Wenzl, und 
falls da keine Knaben vorhanden wären. 

d) zwei Knaben aus der Familie meiner Adoptiv-Schwester Elisabeth Neuheit in IJnter- 
lanzendorf bei Wien, und sollte der Fall eintreten, dass in siimmtlichen vorste- 
henden Familien keine Knaben vorhanden wären, die sich den Studien widmen, so 
soll dieser Stiftungsgenuss 

c) auf zwei Knaben aus den Anverwandten meiner Ehegattin, welche aus der Familie 
Dittrich stammen, übergehen, und sollten auch aus dieser Familie keine Knaben 
studiren wollen, so hat dieser Stiftungsgenuss in dem erwähnten Interessenbezug 

f) auf zwei arme Knaben, und zwar einen Knaben aus meiner Geburtsstadt Mies und 
einen Knaben aus meinem Wohnorte Weipert, zu fallen, und falls sich in siimmt- 
lichen Familien keine Knaben den Studien zuwenden, so hat dieser Stiftungsgenuss 
auf zwei arme Knaben in der vorstehenden Ordnung, welche sich der Malerkunst, 
dem technischen oder Baufache widmen, zu übergehen; das Präsentationsrecht 
betreffs der Verleihung dieses Stiftungsgenusses hat jedoch für alle Zeiten der 
hiesige Gemeinderath mit Zuziehung der hochwürdigen Geistlichkeit auszuüben, und 
ich bemerke nur noch, dass dieser Stiftungsgenuss nur jenen Knaben verliehen 
werden soll, wie es schon in den bestehenden Studiengesetzeu begründet ist, die 
durch Fleiss und Eifer im Lernen und durch ein sittliches Betragen dessen würdig 
sind, und durch Armuthsverhältnisse dieser Wohltliat bedürfen. 


Dass dies mein wahrer und letzter Wille sei, den ich wohlbedächtig niederschreiben 
liess, und der mir in Anwesenheit der drei berufenen Zeugen nochmals deutlich vorge- 
lesen wurde, und den ich in allen Punkten wohl verstanden habe, wird durch meine eigen- 
händige Namensfertigung und dieser drei Zeugen Mitunterschrift bestättiget. 

Weipert den 5. August 1856. 

Rupert Engelbert mp., Zeidler Johann mp., 

ersuchter Zeuge. Testator. 

Wenzel Schmidt mp., 

als Zeuge. 

Eduard Lenhardt mp., 

als Zeuge. 


Dass vorstehende Abschrift mit dem ungestempelten Originale wörtlich gleichlautend 
sei, wird bestättigt. 

K. k. Bezirksamt Pressnitz als Gericht, 
am 13. August 1857. 


(L. S.) 


Der k. k. Bezirks-Vorsteher: 
(Unterschrift unleserlich.) 


Beglaubigte Abschrift hei der V-k. Statthafteren Ovcrcny opis u c. k. mistnrirzitclstvi v Fraze* 

in Prag. 


» 


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195 


Johann Zeidler. 


Jan Zeidler. 


195 


II. 


50 Kreuzer\ 
Stempel. / 


Nr. 39.547. 


Stiftsbrief 

über die von Johann Zeidler in Weipert letztwillig angeordnete Studentenstiftung. 


Herr Johann Zeidler, Wundarzt in Weipert, welcher am 2 G. Juli 1857 gestorben ist, 
hat in seinem Testamente (ddto. Weipert, 5. August 1856, Absatz 2) eine Studentenstiftung 
mit folgendem W'oitlaute verordnet: 

„Mein Wohnhaus NC. 149 sammt Nebengebäuden und Hausraum per 175 Quadrat- 
.. Klafter hat nach meinem Ableben meine Frau Theresia noch ein Jahr zum unentgelt- 
lichen Nutzgenuss oder Bewirtschaftung.“ 

„Nach dieser Zeit sollen diese Realitäten der hiesigen Stadtgemeinde zu einem 
„Schulgebäude um den Betrag per 5000 fl. CM. (schreibe fünftausend Gulden CMze.) zum 
„unbeschränkten Eigenthume zufallen, und im Falle die hiesige Stadtgemeinde diese Reali- 
täten um diesen Betrag nicht annehmen wollte oder könnte, so sollen diese Realitäten 
„im Lizitationswege öffentlich veräussert werden. Den dafür gelösten Kaufschilling im 
„Übernahms- oder Lizitationswege bestimme ich zu einer Studentenstiftung derart, dass 
„von dem von diesem Kautschilliuge entfallenden 5%igen Zinsenbetrage zwei Knaben 
„aus den nachstehenden Familien den Stiftungsgenuss zu gleichen Theilen zu beziehen 
„haben, und zwar: 

a) „zwei arme Knaben aus der Zeidler sehen Familie, und falls in dieser Familie keine 
„Knaben vorhanden sind, 

b) „zwei Knaben aus der Familie meiner verstorbenen Schwester Barbara verehl. Weis; 
„und wenn in dieser Familie keine Kuaben vorhanden sind, 

c) „zwei Knaben aus der Familie meiner Schwester Kuphrosine verehelichten Wenzl, und 
falls da keine Knaben vorhanden wären, 

(1) „zwei Knaben aus der Familie meiner Adoptiv-Schwester Elisabeth Neubert in Unter- 
„lanzendorf bei Wien; und sollte der Fall eintreten, dass in sämmtlichen vorste- 
henden Familien keine Knaben vorhanden wären, die sich den Studien widmen, so 
„soll dieser Stiftungsgenuss 

e) „auf zwei Knaben aus den Anverwandten meiner Ehegattin, welche aus der Familie 
„Dittrich stammen, übergehen, und sollten auch aus dieser Familie keine Knaben 
„studieren wollen, so hat dieser Stiftungsgenuss in dem erwähnten Interessenbezug 

f) „auf zwei arme Knaben, und zwar einen Knaben aus meiner Geburtsstadt Mies und 
„einen Knaben aus meinem Wohnorte Weipert zu fallen, und falls sich in sämmt- 
„lichen Familien keine Knaben den Studien zuwenden, so hat dieser Stiftungsgenuss 
„auf zwei arme Knaben in der vorstehenden Ordnung, welche sich der Malerkunst, 
„dem technischen oder Baufache widmen, zu übergehen. 

„Das Präsentationsrecht betreffs der Verleihung dieses Stiftungsgenusses hat fiir 
„alle Zeiten der hiesige (Weiperter) Gemeinderath mit Zuziehung der hochwürdigen 
„Geistlichkeit auszuüben, und ich bemerke nur noch, dass dieser Stiftungsgenuss nur 
„jenen Knaben verliehen werden soll, wie es schon in den bestehenden Studiengesetzen 
„begründet ist, welche durch Fleiss und Eifer im Lernen und durch ein sittliches Betragen 
„dessen würdig sind und durch Armuthsverhältnisse dieser Wohlthat bedürfen.“ 


Bei der Verlassenschaftsabhandlung hat die Stadtgemeinde Weipert das Haus 
NC. 149 mit Zugehör um 5000 fl. CM. (5250 fl. Ö. W.) übernommen, sie hat auf diesen 
Betrag einen Theil per 1750 fl. alsbald auf einmal eingezahlt und den übrigen Theil in 
Jahresraten zu 200 fl. Ö. W. nebst 5% Interessen abzustatten sich verpflichtet, worüber 
eine eigene Verpflichtungsurkunde ddto. Weipert 30. April 1864, lautend auf einen Rest- 
betrag per 3000 fl. Ö. W. (zu 5°/ 0 verzinslich und in Jahresraten ä 200 fl. an jedem 
21. Mai fällig) ausgefertigt und hypothekarisch auf den zwei der Stadtgemeinde gehörigen 
Häusern NC. 149 und Nr. 148 nebst Zugehör sichergestelt ist; — so dass mit Ende 
Dezember 1804 noch ein Restbetrag per 2800 fl. Ö. W. ausständig war. 

VI. 25* 


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Johann Zeidler. 


Jan Zeidler. 


196 


UM) 


Die auf dieses Stiftungslegat bei der k. k. Landeshauptkassa (Studentenstiftungs- 
fond) allmählig eingeflossenen Gelder sind nach Bezahlung der Vermögensübertragungs- 
gebühr per 420 fl. Ö. W. so fruktifizirt worden, dass die zu errichtende Studentenstiftung 
mit Schluss des Jahres 1865 zwei 5% Lottoanlehens-Obligationen vom Jahre 1860: 


und 


Ser. Nro. 2018 

— - — — §§-- — per 

Gew. Nro. 17 und 18 

Ser. Nro. 2019 

Gew. Nro. 19 und 20 * >01 

dann einen 5°/ 0 igen Privathypothekar-Kapitals-Antheil per 


1000 fl. Ö. W. 

1000 fl. Ö. W. 
750 fl. (“). W. 


zusammen . . . 2750 fl. Ö. W. 
mit einem Jahreszinsenertrage von 137 fl. 50 kr. (). W. besitzt, von welchem nach 
Abschlag der Einkommen-Steuer und des Staatsregiebeitrags schon dermal ein Betrag von 
jährlich 120 fl. Ö. W. zur Vollziehung der Stiftung verwendet werden kann, — so dass 
dermal ein jeder der zwei Stiftungsplätze mit der Jahresgebühr per 60 fl. (). W. betheilt 
werden kann, in weiterer Zeitfolge aber bei allmähliger Einzahlung und Fruktitizirung 
des Restbetrages diese Gebühr angemessen wird erhöhet werden können. 

Nachdem nun auf diese Art das Vermögen und Einkommen dieser Stiftung 
geordnet ist, erklärt die k. k. Statthalterei hiemit die Stiftung unter der Benennung: 


„Johann Zeidler'sche Studenten Stiftung“ 

für constituirt und mit zwei Plätzen, vorerst mit [der] Jahresgebühr zu 60 fl. 0. W., 
für aktivirt. 

Sie wird das Vermögen der Stiftung nach den bestehenden Normen bei der 
k. k. Landeshauptkassa im Studentenstiftungsfonde unter Kontrole der k. k. Staatsbueh- 
haltung verwalten lassen, die Stiftung gehörig ausschreiben, über die Bew erbungsgesuche 
den Präsentationsvorschlag der Weiperter Stadtgemeinde- Vertretung und des Weiperter 
Stadtseelsorgers einholen und hiernach die Stiftung unter genauer Beobachtung des vom 
Stifter ausgesprochenen oben angeführten Willens und der bestehenden Gesetze und 
Normen verleihen. 

Der mitgefertigte Weiperter Stadtgemeindevorstand und der mitgefertigte Weiperter 
Seelsorger übernehmen für sich und ihre Amtsnachfolger die gemeinschaftliche Ausübung 
der ihnen vom Stifter zugedachten Stiftungspräsentation und geloben, sich hiebei die 
oben stehende Willensmeinung des Stifters genau gegenwärtig zu halten. 

Urkund dessen wird dieser Stiftsbrief in drei gleichlautenden Exemplaren ausge- 
fertigt, ein Exemplar bei der k. k. Statthalterei, ein Exemplar bei dem Weiperter 
Geraeindevorstande und ein Exemplar bei dem Weiperter Seelsorgeamte auf bewahrt. 

So geschehen bei der k. k. Statthalterei zu Prag, am 13. Juli 1865. 


Für «len k. k. Statthalter: 

IVr k. k. Statthaltern - Vicepräsident : 
(L. S.) Graf Lazanzky mp. 


So geschehen zu Weipcrt, am 19. September 1865. 


(L. S.) Andr. Wilfling mp., 

Pfarrer, furst.-bischöft. Bezirks-Vikar. 


(L. S.) Alexander Schwab mp., 

Bürgermeister. 

Carl G. Schmidl mp., 
Gemeinderätin 

Eduard Schmidl mp., 
Gemeinderath. 


Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 




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197 


Karl Leopold Stieben 


Karel Leopold S lieber. 


197 


418 . 

1857 

Februar 8. ünora. 


Karl Leopold StieberVhe Studenten- 
Stiftung. 

Karl Leopold St ich er, Mitbe- 
sitzer der Gilt er So b i e s a h n n d 
W ikletit z, widmete laut des von der 
k. k. Statthalterei in Fra ff unterm 22. Jänner 
1858, Z. 2894, bestätigten Stiftsbriefes de dato 
Saaz am 8. Feber 1857 zwei Obligationen 
des Xationalnnlchcns vom Jahre 18:14 im 
Werte von 200 fl. CMze zur Errichtung 
ein er Studenten st i/t u n g, wel ch e 
einem armen, fleissigen und gesit- 
teten auf dem Saazer Gymnasium 
studierenden Knaben auf die Dauer 
der G ymnas ialstud i e n v c r liehe n 
werden soll . 

Das Präsentationsrecht behielt 
sich der Stifter auf seine Leben s- 
d an e r v o r, n a ch s e i n cm Tode soll 
es de m j cw eiligen Besitzer des 
Gutes S o b i e s a k z u stehen . 

G eg e n w ä rt ig w i r d d i c s e St i f- 
t u n g v o n d e r k. k. Statt halt er ei 
in Prag aber Präsentation des 
jeweiligen Besitzers des Gutes 
S o b i e s a k verliehen. 

Das Vermögen dieser Stiftung , welches 
gleichfalls von der k. k. Statthalterei in 
Prag verwaltet wird, beträgt 270 ß ans 
dessen Erträgnisse ein Platz mit der 
Jahresgrbiir von 10 ß. dotiert wird. 


Stndentske nadäni Maria Leopold« 
Stiebera. 

Karel Leopold Stieber , spolu- 
majitcl statkü Sobesuk a Viklctic , 
venoval vcdle c. k. mistodrzitelstvim v Praze 
dne 22. ledna 18:18 pod c. 2894 potvrzeneho 
listu nadaeniho sepsaneho v Zatci dne 
8. nnora 18:17 dva dluzni upisy närodni 
pujcky z roku 1854 v eene 200 zl. konv. m. 
na z r izeni Student sk e li o nad d n /, 
kterez chudemu , pilnemu a mrav- 
nemn na 'Zateckcm g ymnas in sttidu- 
j i c i m u h o ch u na d ob u s tu d i i 
gymnasialn i ch u d cliti j cs t. 

Prdvo present aeni podrzel za- 
hl ad atel na cas svelio zivota sobe 
po smrtijeho mölo prlsluscti vzdy 
drzitcli statkn Sobesuk . 

N y n i ndili nad ac i c. k. m isto- 
drzitelstvi v Praze po presen - 
taci drittele statkn Sobesuk. 


Jmeni teto nadace v obnosn 270 zl. 
spravuje rovnel c.k. mistodrzitclstvi v Praze; 
z rytezku jeho dotuje sc jedno misto s roenim 
pozitkem 10 zl. 


( 1T> Kreuzer \ 

Stempel. / 

Stiftsbrief. 


Der gefertigte Vorstand des Saazer k. k. Obergymnasiums urkundet und bekennt 
hiemit, dass der wohlgoborne Herr Carl Leopold Stieber, Mitbesitzer der Güter Sobiesak 
und Wikletitz, aus Anlass der anzuboft’enden glücklichen Entbindung Ihrer Majestät 
unserer gnädigsten Landesmutter Kaiserin Elisabeth zwei Stück Nationalanlehensobligati- 
onen vom Jahre 1854 mit der Zahl 7(>.55G und 7G.557 samrat Coupons, jede auf 100 fl. 
CMze., also im ganzen zweihundert Gulden CMze.. zu dem Zwecke gewidmet habe, dass 
die von diesem Capitale auf die betreffenden Coupons auszuzahlenden Interessen per 
10 fl. CMze.. welche seit dem 1. Oktober 1856 der Stiftung zufliessen sollen, einem 
armen, fleissigen und gesitteten, auf dem Gymnasium zu Saaz studierenden Knaben aus- 
bezahlt werden, so dass diese Stiftung auf die ganze Dauer der Gymnasialstudien ver- 
geben wird. 


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198 


Karl Leopold Stieber. 


Karcl Leopold Stieber. 


198 


Das Präsentationsrecht soll bei seinen Lebzeiten dem Stifter Vorbehalten bleiben, 
nach seinem Ableben aber dem jedesmaligen Besitzer des Gutes Sobiesak zukommen. 

Da obiges Stiftungscapital von 20Ö fl. CMze. von dem k. k. Bezirksamte zu Saaz 
beempfangt und die oberwähnten zwei Staatsobligationen auf den Namen der Stiftung 
vinkulirt sind: so verpflichtet sich der Vorstand des Saazer k. k. Obergymnasiums für 
sich und seine Nachfolger, über die Aufrechthaltung der Stiftung nach dem Willen des 
Stifters zu wachen. 

Da jedoch dem gefeitigten Gymnasialvorstande zur Aufbewahrung der oberwähnten 
Obligationen kein hinlänglich gesicherter Ort zu Gebote steht, so sollen sie bei der 
öffentlichen k. k. Stiftungsfondskassa niedergelegt, die entfallenden Interessen bei einer 
öffentlichen Kassa gehoben und von da aus über ihre Verwendung an die k. k. Staats- 
buchhaltung Rechnung gelegt werden. 

Urkund dessen wurde der Stiftsbrief in vier gleichlautenden Parien ausgefertigt, von 
welchen eine bei der k. k. Statthalterei, die zweite bei dem Direktorate des Saazer 
Gymnasiums, die dritte bei der k. k. Staatsbuchhaltung, die vierte bei dem Herrn Prä- 
sentator erliegt. 

Saaz am 8. Februar 1857. 


Augustin Joh. Viditz mp.. 

k. k. Hauptkassen-Direktor. 

Adolf Hertl mp., 
k. k. Landeshauptkassa-Controlor. 


Osw. Miichel mp.. 
Gym. -Direktor. 

Gotth. Silbernagel mp., 
als Zeuge. 

Josef Ungar mp., 
als Zeuge. 


Nro 2894. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestättigt. 

Von der Böhmischen k. k. Statthalterei. 

Prag, am 22. Jänner 1858. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Forgäch mp. 

Original bei der k. k. Statthalterei zu Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Fraze. 


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m 


JUDr. Karl Wenzel Wolfram. 


Jl Pr. Karel Vaclav Wolfram. 


199 


410. 

1857 

Februar 24. ünora. 


JIDr. Karl Wenzel Wolfram'sche Fa- 
milien-Studenten-Stiftung. 

Maria Voigt hat nach dem öfters 
geäusserten Wunsche ihres verstorbenen 
Gatten Josef Voigt , um das Andenken des 
verstorbenen JUDr. Karl Wenzel Wolfram, 
Landesadvocaten und 1 Rectors der Kaiser 
Ka rl - Ferdinands -Uni vers i tä t in Prag zu 
ehren, laut des von ihr ausgefertigten und 
von der k. k. Statthalterei in Prag unterm 
15. Octobcr 1857, St.-Z. 44.445, bestätigten 
Stiftsbriefes de dato Saaz am 24. Feber 1857 
ein Capital von 4000 fl. CM. zur Er- 
richtung einer Famil ien-Studenten- 
Stiftung gewidmet. 

Zum Genüsse dieser Stiftung 
sind Abstämmling e von den Brüdern 
und Schwestern des JUDr. Karl 
Wenzel W olf ratn, welche sich den 
Studien widmen , und zwar na- 
tu entli eh : 

a) jene seines Bruders Josef 
Wolfram , 

b) jene seines Bruders Anton 
W ol fr am, 

c) jene seiner Schwester Maria 
Anna verehelichten Voigt u n d 

d) jene seiner Schwester Fran- 
cis ca B oman a verehelichte n 

Furch 

i n der Art be r ufe n, dass u n t er 
mehreren gleichzeitigen Bewerbern 
jene den Vorzug haben, welche den 
Familiennamen „Wolf ram a führen. 

Sollten durch eine Zeit sich keine Ab- 
stämmlinge von den genannten Fanlilien- 
gliedern den Studien widmen, so sind die 
Interessen solange zu capitalisieren, bis das 
Stiftung scapital die Höhe von 6000 ß. CM. 
erreicht. 

Sobald auf was immer f ür eine Weise 
sich noch ein Capital von 1000 fl. C. M. 
ansammcln sollte, so soll dieses Capital zur 
Errichtung eines zweiten Stiftungsplatzes 
verwendet werden. 

Sollten sich auch dann keine stiftungs- 
fähigen Abstämmlinge von den genannten 
Familiengliedern um den Genuss dieser 
beiden Stiftungsplätze melden , so können 


Kodinne studentske nadäni JIDra 
Harla Väclava Wolframa. 

Mar ie Voigt ovd die casto projevencho 
pfdni sveho zesnuleho manzela Josefa Voigta, 
vönovala k ucteni zesnuleho JUDra 
Karla Väclava Wolframa, zemskeho advokäta 
a rcktora universitg Karlo-Ferdinandske 
v Prazc, vedle ji vyhotoveneho a c. k. 
mistodrzitclstrim v Praze dne 15. rijna 1857 
pod c. 44.443 potvrzeneho listu nadaöntho 
sepsaneho v %atci dne 24. ünora 1857 
jistinu 4000 zl. konv. m. na zfizeni 
rodinne studentske nadace. 


K poztväni t et o nadace jsou 
povoläni potomci bratfi a sester 
JUDra Karla Väclava Wolframa, 
kt er i st udi im sc vön u j i, a to j mono - 
vite: 

a) potomci jeho bratra Josefa 
Wolframa, 

b) potomci jcho bratra Antonina 
Wolframa, 

c) potomci jeho sestry Marie Anny 
provdane Voigtove a 

d) potomci jeho sestry Frantisky 
Romany provdane Fürchov e, 

v ten zpüsob, ze z vice soucasnych 
zadatelü pfedno st t cm pr xslusi, 
kdoz rodinne jmeno „ Wolfram “ 
m aj i. 

Ncvenuji-li se pb nejaky cas zädni 
potomci jmenovanych clenü rodiny studiim, 
buJtez üroky po tak dlouho k j ist ine 
uklädäny , az by jmeni nadaeni dostoupilo 
obnosu 6000 zl. konv. m. 

Jalcmile by se jakymkoliv zpüsobem 
jeste jistina 1000 zl. konv. m. nashro - 
mäzdila, pouzita budiz lce zfizeni druheho 
mista nadaeniho. 

Jestlize by se ani pote nehläsili lc na - 
daci zpnsobili potomci jmenovanych clenü 
rodiny o pozitek obon techto mist nadacntch, 
budtcz mista tato udclena i jinym mravnym, 


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200 


JUDr. Karl AVonzel Wulfrai». 


JL*l>r. Karel Vaclav Wolfram. 


200 


diese Plätze auch an andere wohlgesittete , 
arme und sich in den Studien besonders aus - 
seich nende Jünglinge bürgerlicher A bst am- 
mung verliehen werden . Ein solcher Stift- 
ung hat jedoch den Genuss dieser Stiftung 
einem sich meldenden geeigneten von den 
genannten Familien gliedern abstammenden 
Bewerber wieder abzutreten . und es bleibt 
diesem letzteren jederzeit der erste Stiftungs- 
platz gewahrt . 

Der Genuss dieser Stiftung dauert 
durch die ganze Studienzeit, somit nicht nur 
bis zur Vollendung der theologischen , juri- 
dischen , philosophischen oder medieini sehen 
Studien , sondern auch bei jenen Stiftungen , 
welche sich den lleal Studien widmen , 
zur Vollendung der bei dem technischen 
Studium vorgeschriebenen Jahrgänge. 

Stiftling c, welche nach vollendeten Uni- 
versitätsstudien den Doctorgrad an einer 
der 4 Facultäten erlangen wollen , bleiben 
noch durch zwei Jahre nach vollendeten 
Studien im Genüsse der Stiftung. Jedoch 
sind dieselben gehalten , im Verlaufe des 
ersten dieser zwei Jahre sich einer , und im 
Verlaufe des zweiten Jahres mindestens einer 
zweiten strengen Prüfung zur Erlangung des 
Doctorgrades mit befriedigendem Erfolge 
um so gewisser zu unterziehen , als einem 
solchen Stiftlinge der auf ein jedes dieser 
zwei Jahre entfallende Stiftungsbetrag erst 
nach erfolgtem Nachweise über die für dieses 
Jahr vorgeschriebene und mit Erfolg bestan- 
dene strenge Prüfung ausbezahlt werden darf. 

Der Stiftungsgenuss erlischt , wenn ein 
Stiftling am Schlüsse eines Studienjahres 
durch sein Verschulden in eine höhere 
Classe nicht aufsteigen kann , die zum Über- 
tritte auf die Universität vorgeschriebene 
Maturitätsprüfung nicht nach Ablauf des 
ersten Semesters nach absolvierten Gymna- 
sialstudien mit Erfolg ablegt , oder wenn 
ihm während der Universitätsstudien wegen 
unordentlicher Frequenz ein Semester nicht 
in seine Studienzeit eingerechnet wird. 

Der Stiftling ist verpflichtet , täglich 
früh und abends ein Vater Unser und den 
Englischen Gruss andächtig f ür die Josef 
Voigt' sehe Familie zu beten , an jedem Sonn- 
utid Feiertage einer hl. Messe beizuwohnen 
und bei derselben die Josef Voigt' sehe 
Familie in sein Gebet cinzuschliesscn. 

Das Vorschlagsrecht zu dieser 
Stiftung soll dem jeweiligen 
ältesten Familienglied c der Josef 
Voi g Vs ch e n F a m i lic u n d, i m Falle 
als derselbe sich nicht in dem 
österreichischen Kaiser st aate au f- 


cluuhjm a r stad i ich obzvlästc sc vgznamenä- 
vajkim jinochüm püvodu mesfanskeho. 
Nadancc takovg tnusi vsak pozitek nadacc 
teto zpusobilemu zadatcli. ktcrgz o natlaci 
sc hldsi a od jnunovangch clcnn rodin g 
pochnzi. opet odstoupiti, i zustäni poslcd- 
ncjsimu pavzdg prvni misto nadaeni vy- 
hrazeno. 


Pozitek nadacc Ulo trvä po cclg cas 
studii , tedg nejen do ukonccni theolog ick geh, 
prävnickgch, ßlosofckgch neb Ickarskgch 
studii, ngbrz i tehdg , kdgz nadanci stwliim 
realngm sc venuji, az do ukonccni roentkü 
pro Studium tcchnickc prcdepsangch. 


Nadanci, kteri po ukonccni studii 
uni versittlich nabgti zamgslt hodnosti 
doktorske na jedne ze ctgr fakult , padrzi 
pozitek nadaeni jeste po dre Icta po 
ukonccni studii, alc jsou povinni behau 
prvniho z tcchto drmt let podrobiti sc jedne, 
a Mlicm druhcho roku nejmene druhc 
prisne zkousce k dosazeni hodnosti 
doktorske s prospcchem uspokojivgm: splncnt 
povinnosti teto väzano jest tim opatfenim , ze 
nadanci takoremu obnos pozitku nadaeni ho 
na kazdg z obou tcchto rokü vgpadajici 
teprve po prcdlozcni pruka zu o prisne zkousce 
pro tento roh prcdepsanc s prospcchem odbgtc 
vgplatiti sc smi. 

Nadancc ztrati pozitek nadaeni, jestlizc 
konccm roku skohüho vlastni vinou do vgssi 
tridg ncpostoupl, kn prestoupeni na univer- 
situ predepsanou zkousku maturitni po 
nplgnuti prvniho pullet i po absolvovdni studii 
ggmnasialmch s prospcchem neodbude auch 
jestlizc jemu po cas studii nniversitnich pro 
nepofddnou nävstevu prednäsek nckterc pfd- 
Icti v cas studijni sc nezapocitä. 


Nadancc jest povinen kazdodenne rann 
a vecer Otcenäs a Pozdravcnt andelskc 
zboznü za rodinu Josefa Voigta sc modliti, 
kazdcho dne ncdrlniho neb svdtecniho msi 
sv. obeovati a pri ni za rodinu Josefa 
Voigta sc pomodliti. 

Prä v o n ä v r h u k n ad ad t et o 
p r i s l u s et i m ä vzdg n ej st a r s i m u 
eien u r o d i ny Jo s cf a V o i g t a, a 
jestlütc hg sc tento nrzdrzoral 
v e i s a r s t v i II a k o u s k c m a n r b z e h g 
j m c n o v a n ä r o d i n a r g m fcl a f a k a d c- 


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201 


JUDr. Karl Weuzel Wolfram. 


Jl’Dr. Kare! Vaclav Wolfram. 


201 


halten oder die genannte Familie 
a nsStcrben sollte , dem akademischen 
Senate der Karl - F erd in and s- 
U n iversität in Prag z u stehe n. 

Der jeweilige Präsentator soll binnen 
(J Wochen von der letzten Einschaltung des 
(*oncurses für die Bewerber um diese 
Stiftung im Amtsblatt der Prager Zeitung 
von seinem liechte Gebrauch machen , widri- 
genfalls für den betreffenden Besetzungsfall 
der Je. Je. Statthalierci in Prag das 
Besetzungsrecht ohne vorhergegangene 
Präsentation zustchcn soll . 

Mit Bück sicht darauf , dass seit dem 
Jahre 1882/1883 in Prag zwei Universitäten 
bestehen , haben das eventuelle Präsent ations - 
recht die aJeadcmisclien Senate der beiden 
Universitäten abwechselnd auszuüben . 

Dies wurde in dem Stiftsbrief nachtrage 
vom 21. resp. 15. September 1883 (bestätigt 
vom Je. Je. Statthalterei-Präsidium in Prag 
unterm 15. September 1884) sichergestellt. 

Gegenwärtig wird diese Stif- 
tung von der Je. Je. Statthalter ei i n 
Prag über Präsentation der Maria 
Voigt , seither verwitweten Petro - 
witz in Saaz, verliehen. 

Das Vermögen der Stiftung, welches 
ebenfalls von der Je. Je. StattJialtcrci in Prag 
verwaltet wird, beträgt 5420 fl., aus dessen 
Erträgnisse ein Platz mit der Jahresgebiir 
von 200 fl. dotiert wird. 


in i c Je e m u s e n atu nnivers ity Karlo - 
FcrdinandsJec v Prazc. 


Kdo prävejest presentatorem, mdbrJiem 
6 nedöl od posledniho uverejncni JeonJeursu 
pro Zadatele za tato tiadaci v ufednim 
listu PrazsJeych Xovin prdva sveJio uziti, 
jina/e pripadne c. Je. mistodrzitelstvi v Praze 
prdvo, nadaci bez predchozi presentacc udcliti. 


VzJdedem Je tomu , zc od roJeu 1882 — 1883 
jest v Praze dre universit, ryJeomivati maji 
pripadne prdvo prescntaöni aJeadcmicti 
sendtove obou universit stridave. 

Zpüsob tento rgznaccn bgl v dodatJeu 
Je listu nadaenimu zc dne 21., poJeud se 
tjjcc 15. zart 1883 (potrrzenem od c. Je. 
mistodrzitclsJeeJio presidia v Praze dne 
15. zäfi 1884). 

Nyni udili nadaci tuto c. Je. 
mistodrzitelstvi v Praze po presen - 
taci Marie Voigtove tou dobou 
ovdovele Pctrowitzove v 2>atci. 

Jmcni nadaent, spravovane rovncz c. Je. 
mistodrzitelstvim v Praze, obnäst 5420 zl., 
z j ichz vytczJeu dotuje se jedno misto 
nadaeni s roönim pozitJeem 200 zl. 


( io fl. \ 

V Stempel. / 


Stiftsbrief. 

Um das Andenken des am 3. März 1839 selig im Herrn entschlafenen Herrn 
Karl Wenzel Wolfram, JUDr. und beeideten Landesadvokaten im Königreiche Böhmen, 
k. k. Ratlies, emeritirten Dekans und Rector magniheus an der Karl-Ferdinandisclien 
Universität, bleibend zu ehren, hat mein nunmehr ebenfalls verstorbener Gatte Josef 
Voigt, Neffe des erstgenannten, mir bei seinen Lebzeiten im vertraulichen Gespräche 
mehr als einmal seinen Entschluss mitgetheilt, zur Errichtung einer Familien-Studenten- 
stiftung einen Betrag von 4000 ff. CM. zu widmen. 


Nachdem nun mein Gatte, vom Tode überrascht, an der Ausführung seines Ent- 
schlusses verhindert wurde, so übernehme ich, vom gleichen Wunsche beseelt, die Reali- 
sirung dieses seines gefassten Entschlusses und widme zu diesem Behufe, ermächtiget 
durch den mir von dem löblichen k. k. Bezirksgerichte in Saaz unterm 20® ten April 1856, 
Z. 2887, ertheilten vormundschaftsbehördlichen Consens, 


liens nachstehende Staatsschuldverschreibungen, nach Massgabe der Bestimmungen 
des allerhöchsten Patents vom 26. Juni 1854 mit fünf vom Hundert in klingender 
Münze verzinslich, als Fond zu dieser Fainilien-Stiftung, und zwar: 

VL 26 


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202 


JUDr. Karl Wenzel Wolfram. 


JUDr. Karel Vaclav Wolfram. 


202 


Nro. 59.127 die Staatsschuldversehreibung per 1000 fl. 

Nro. 73.671 die Staatsschuldversehreibung per 1000 fl. 

Nro. 90.86S die Staatsschuldverschreibung per 1000 fl. 

Nro. 28.143 die Staatsschuldverschreibung per 500 fl. 

Nro. 30.595 die Staatsschuldverschreibung per 500 fl. 


jede mit neunundzwauzig Stück Coupons versehen, wovon der erste am 1. Jänner 1857, 
der letzte am 1. Jänner 1871 fällig und zahlbar ist, sammt Talons auf weitere Inte- 
ressen-Coupons. 

Die zu dieser Stiftung gewidmeten und auf deren Namen vinkulirten Staatsobligationen 
werden bei der k. k. Landeshauptkassa niedergelegt, und die Vorsteher dieser Kasse 
übernehmen zeuge ihrer Mitfertigung die Verpflichtung, ohne hochortige Bewilligung mit 
dem Stiftungskapitale keine Veränderung vorzunehmeu und der k. k. Staatsbuchhaltung 
jährlich hierüber Rechnung zu legen. 

2ten». Zum Genüsse dieser Stiftung, welche den Namen: „Karl Wenzel 
Wolfram’sche Familienstiftung“ zu führen hat, sind Abstämmlinge von den 
Brüdern und Schwestern des verstorbenen Herrn JUDr. Karl Wenzel Wolfram, welche 
sich den Studien widmen, und zwar namentlich: 

a) jene seines Bruders Josef Wolfram, 

b) jene seines Bruders Anton Wolfram, 

c) jene seiner Schwester Maria Anna, verehelichten Voigt, und 

(1) jene seiner Schwester Franziska Romana, verehelichten Fiircli, 

in der Art berufen, dass unter mehreren gleichzeitigen Bewerbern jene den Vorzug 
haben, welche den Familiennamen „Wolfram“ führen. 

Die von dem Stiftungskapitale entfallenden Interessen sind dem jeweiligen Stiftlinge 
für die Dauer des Stiftungsgenusses in halbjährigen Raten in effektiven Zwanzigkreuzer- 
silberstücken selbst zu verabfolgen. 

3 tcns * Sollten durch eine Zeit sich keine Abstämmlinge von den im vorangehenden 
Absätze benannten Familiengliedern den Studien widmen, welche auf diesen Stiftungs- 
genuss Anspruch machen, so müssen die Zinsen von diesem Stiftungskapitale per 
4000 fl. CM. von halb zu halb Jahr fruchtbringend amgelegt und insolange zu Kapital 
geschlagen werden, bis das Stiftungskapital die Summe von 6000 fl. CM. erreicht. 

Wenn, bevor das Stiftungskapital die Summe von 6000 fl. CM. erreicht, sich ein 
zum Stiftungsgenusse berechtigter Abstämmling um diese Stiftung meldet, so kann er 
sowohl die Interessen von dem ursprünglichen Stiftungskapitale per 4000 fl. CM. als 
auch jene von den inzwischen kapitalisirten Interessen vom Verleihungstage der 
Stiftung verlangen ; er hat aber keinen Anspruch auf die von dem ursprünglichen 
Stiftungskapitale per 4000 fl. CM. bis dahin angesammelten kapitalisirten Interessen 
selbst zu stellen, welche fortan als Kapital zu behandeln sind. Ueber den Betrag per 
6000 fl. CM. soll das die erste Stiftung bildende Kapital jedoch nicht anwachsen. 

Sobald auf was immer für eine Weise über diese als Maximum für die erste Stiftung 
beschränkten 6000 fl. CM. sich noch ein Kapital von 1000 fl. CM. angesammelt hat, so 
soll dieses Kapital als eine zweite Karl Wenzel Wolfram’sche Familienstudentenstiftung 
ins Leben treten und nach denselben, im zweiten Absätze dieses Stiftsbriefes vorgezeich- 
neten Normen verliehen und besetzt werden. 

4 tens * Im Falle aber, als sich auch bis zu diesem Zeitpunkte keine den Studien 
obliegenden Abstämmlinge aus den zum Stiftungsgenusse berufenen Familiengliedern um 
den Genuss dieser beiden Stiftungen bewerben sollten, so können diese Stiftungsplätze 
auch an andere wohlgesittete, arme und sich in den Studien besonders auszeichnende 
Jünglinge von bürgerlicher Abstammung verliehen werden. 

Jedoch muss ein solcher Stiftling den Genuss dieser Stiftung an einen sich mel- 
denden geeigneten von den mehrerwähnten Familiengliedern abstammenden Bewerber 
wieder abtreten, und es bleibt diesem letzteren jederzeit der erste der oberwähnten 
Stiftungsplätze Vorbehalten. In einem solchen Falle erlischt für den abtretenden Stiftling 
der Genuss dieser Stiftung vom Tage deren Verleihung durch die k. k. Statthalterei an 
den von den im 2. Absätze dieses Stiftsbriefes angeführten Familiengliedern abstammenden 
Bewerber. 


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203 


JUDr. Karl Wenzel Wolfram. 


JUI)r. Karcl Vaclav Wolfram. 


203 


5 tCTI8 * Obwohl von dem dankbaren Sinne eines jeden Stiftlings zu erwarten ist, dass 
er in seinem Gebete des Stifters und der Josef Yoigtschen Familie eingedenk sein 
werde, so wird demselben doch ausdrücklich die besondere Verbindlichkeit auferlegt, 
täglich früh und abends ein Vater Unser und den Englischen Gruss andächtig auf diese 
Meinung zu beten, an jedem Sonn- und Feiertage dem heiligen Messopfer beizuwohnen 
und bei demselben den Stifter, dessen Verwandte und die Josef Voigtsche Familie in 
sein Gebet einzuschliessen. 

6 tcns * Der Genuss dieser Stiftung dauert durch die ganze Studienzeit, sonach nicht 
nur bis nach der Vollendung der theologischen, juridischen, philosophischen oder medizi- 
nischen Studien, sondern auch bei jenen Stiftungen, welche sich den sogenannten Real- 
studien widmen, bis zur Vollendung der bei dem technischen Studium vorgeschriebenen 
Jahrgäuge. Jedoch müssen Stiftlinge, welche sich den Universitätsstndien widmen, läng- 
stens nach Ablauf eines Semesters nach absolvirten Gymnasien sich der zum Übertritte 
auf die Universität vorgeschriebenen Maturitätsprüfung, und zwar um so gewisser unter- 
ziehen, als ihnen der auf dieses Halbjahr entfallende Stiftungsbetrag erst nach erfolgtem 
Ausweise über die mit Erfolg bestandene Maturitätsprüfung ausbezahlt werden darf. 

7 tcns. Stiftlinge, welche nach vollendeten Universitätsstudien den Doktorsgrad aus 
einer der vier Fakultäten zu erlangen beabsichtigen, bleiben im Genüsse dieser Stiftung 
noch durch zwei Jahre nach vollendeten Studien. Jedoch sind dieselben gehalten, im 
Verlaufe des ersten dieser beiden Jahre sich einer, und im Verlaufe des zweiten Jahres 
mindestens einer zweiten strengen Prüfung zur Erlangung des Doktorsgrades mit befriedi- 
gendem Erfolge zu unterziehen, und zwar um so gewisser, als einem solchen Stiftlinge 
der auf ein jedes dieser zwei Jahre entfallende Stiftungsbetrag erst nach geschehenem 
Ausweise über die für dieses Jahr vorgeschriebene und mit Erfolg bestandene Prüfung 
ausbezahlt werden darf. 

Atens. j) er Stiftungsgenuss für einen Stiftling erlischt, wenn derselbe am Schlüsse 
eines Studienjahres zum Aufsteigen in eine höhere Klasse aus [eigenem] Verschulden nicht 
geeignet befunden wird, die zum Übertritte auf die Universität vorgeschriebene Maturitäts- 
prüfung nicht nach Ablauf des ersten Semesters nach absolvirten Gymnasialstudien mit 
Erfolg ablegt, oder wenn ihm während seiner Universitätsstildien wegen unordentlicher 
Frequenz ein Semester nicht in seine Studienzeit eingerechnet wird. 

9 ten8 * Das Vorschlagsrecht zu diesen Stiftungsplätzen wird dem jeweiligen ältesten 
Familiengliede der Josef Yoigtschen Familie als Stifter dieser Studentenstiftung, und im 
Falle, als der eingesetzte Präsentator sich nicht in dem österreichischen Kaiserstaate 
aufhalten sollte, und im Aussterbungsfalle der Familie steht das Präsentationsrecht für 
diese Zeit dem Senate der Karl-Ferdinandeischen Universität zu, und es hat der Präsen- 
tator, sei es das älteste Josef Voigtsche Familienglied oder der akademische Senat, 
binnen sechs Wochen, gerechnet von der letzten Einschaltung des Convocationsediktes 
für die Bewerber um diese Stiftung in das Amtsblatt der Prager Zeitung, von seinem 
Präsentationsrechte Gebrauch zu machen, widrigens für den betreffenden Fall der hohen 
k. k. Statthalterei auch ohne erfolgte Präsentation das Besetzungsrecht zustehen soll. 

Zum Beweise dessen wurde dieser Stiftsbrief in drei gleichlautenden Parien abge- 
fasst, wovon ein Pare bei der hohen k. k. Statthalterei, ein Pare bei dem löblichen 
akademischen Senate der Karl-Ferdinandeischen Prager Universität und ein Pare bei dem 
jeweiligen ältesten Familiengliede der Josef Yoigtschen Familie aufbewahrt bleiben soll. 

So geschehen zu Saaz den 24. Februar 1857. 


(L. S.) Karl Wostry mp., 

Doktor clor Med.- u. Cbir., k. k. Kreisarzt in Saaz, 
als ersuchter Zeuge. 

Dr. Joh. Chlupp mp., 
d. Z. Rektor in. 

Dr. Hieronymus Joseph Zeidler mp., 
Abt, d. Z. Prorektor. 


YL 


Marie verwittwete Voigt, geborne Fiirch mp. 
Josef Watzka mp., 

k. k. Bezirksamtsaktuar, als ersuchter Zeuge. 
Augustin Joh. Viditz mp., 

k. k. Hauptkassen-Director. 

Adolf Hertl mp., 

Controlor. 

20 * 


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204 


JUDr. Karl Wenzel Wolfram. 


JUDr. Ivarel Vaclav Wolfram. 


204 


Nro 44.443 St. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der B ö h m i s ch e n k. k. Statthalterei. ' 

Prag, am 15. Oktober 1857. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Forgach mp. 


Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k. nnstodrSitelstvi v Traze. 


( 60 Kreuzer \ 

Stempel. J 

N a ch t r a g 

zu dem Stiftsbriefe über die Karl Wenzel Wolframsche Familien- und Studentenstiftung 

vom 24. Februar 1857. 

Auf Grund des Gesetzes vom 28. Februar 1882, Z. 24 R.-G.-Bl., nach welchem 
vom Wintersemester 1882 — 1883 an in Prag zwei Universitäten, nämlich die k. k. 
deutsche Karl-Ferdinands-Universität und die k. k. böhmische Karl-Ferdinands-Universität 
zu bestehen haben, und des § 3 dieses Gesetzes, vermöge dessen rücksichtlich der Stif- 
tungen, deren Präsentation dem akademischen Senate zukömmt, beide Universitäten, inso- 
weit in den betreffenden Stiftungsurkunden keine einschränkenden Bestimmungen ent- 
halten sind, gleichberechtigt sind, wurde von den Vertretern der k. k. Universitäten mit 
deutscher und mit böhmischer Vortragssprache in Prag beantragt, dass das bezüglich der 
Karl Wenzel Wolframschen Stiftung dem akademischen Senate zustehende Präsentations- 
recht von beiden Universitäten, abwechselnd vom akademischen Senate der deutschen 
und von jenem der böhmischen Universität, in der Art ausgeübt werden soll, dass bei 
der nächsten Erledigung der akademische Senat der deutschen Universität das Präsen- 
tationsrecht ausüben und somit die Alternation in der Ausübung dieses Rechtes 
beginnen soll. 

Zugleich wurde beschlossen, dass sich die akademischen Senate beider Universitäten 
erklären sollen, das Präsentationsrecht zu dieser Stiftung in der angeführten Weise aus- 
üben zu wollen. 

Diese Anträge wurden von dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht 
mit dem Erlasse vom 4. April 1883, Z. 5072, genehmigt. 

Infolge dessen erklärt der akademische Senat der k. k. deutschen Karl-Ferdinands- 
Universität, das Präsentationsrecht bezüglich der Karl Wenzel Wolframschen Familien- 
und Studentenstiftung abwechselnd mit dem k. k. akademischen Senate der k. k. bühm. 
Karl-Ferdinands-Universität ausüben zu wollen. 

Urkund dessen wird dieser Stiftsbriefnachtrag in drei Parien ausgefertigt, von 
welchen das eine dem bei der k. k. Statthalterei erliegenden Stiftsbrietspare, das zweite 
dem bei dem akademischen Senate der Karl-Ferdinandeischen-Universität erliegenden 
Stiftsbriefspare und das dritte dem bei dem ältesten Familiengliede der Josef Voigt’schen 
Familie aufbewahrten Stiftsbriefspare beigeheftet wird. 

Prag am 21. September 1883. 

Akademischer Senat der k. k. deutschen Karl-Ferdinands-Universität. 

(L. S.) Dr. C. Hering mp., 

derzeit Rector. 


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205 


JUDr. Karl Wen/ei Wolfram. 


JI Dr. Ivarel Vaclav Wolfram. 


205 


Vorstehender Stiftsbriefnachtrag wird bestätigt. 

K. k. Statthalterei-Präsidium. 
Prag am 15. September 1884. 

Der k. k. Statthalter: 

(L. S.) Kraus mp. 

Feldmarschall-Lieutenant. 


Nr. 6946 präs. 


Or'ginal bei der k. k. Statthaltern zu Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 



Dodatek 

k zäkladm listine o rodinnem a studentskem nadacim Karla Väclava Wolframa dane dne 

24. ünora 1857. 


Na zäklade zakona danelio dne 28. ünora 1882., c. 24 f. z., podle ktereho pocinaje 
zimnim behem 1882 — 1883 v Praze dvö university byti maji, totiz c. k. nemeckä uni- 
versita Karlo-Ferdinandska a c. k. ceskä universita Karlo-Ferdinandska, a § 3. toho zakona, 
podle ktereho ohledne nadacich, k nimz presentaci akademickemu senätu pfinälezi, obe 
university jsou rovnoprävne, pokud v pnslusnych listinäch nadacnich nijakych obmezovacich 
ustanoveni neni, — navrhlo se od zastupcü nemecke i eeske university v Praze, aby 
pravo presentaöni k nadacfmu Karla Väclava Wolframa akademickemu senätu prinale^e- 
jici od obou universit stndave akademickym senätem nemecke a ceske university tim 
zpfisobem se vykonävalo, aby pfi nejblizsim upräznenf akademicky senät nemecke univer- 
sity to prävo vykonal a tim stfidäni a vykonäväni toho präva se zapocalo. 

Däle bylo uzavfeno, aby akademicti senäti obou universit se vyslovili, ze prävo 
presentacni k tomuto nadacimu nadre£enym zpüsobem vykonävati chteji. 

Tyto nävrhy byly vysokym c. k. ministerstvem kultu a vyucoväni vynosem ze dne 
4. dubna 1883, c. 5072, schväleny. 

Näsledkem toho vyslovuje akademicky senat c. k. ceske university Karlo-Ferdinandske, 
ze presentacni prävo k rodinnemu a studentskemu nadacimu Karla Väclava Wolframa 
stridave s akademickym senätem c. k. nemecke university vykonävati chce. 

Tento dodatek k nadacni listine zhotoven jest ve trech exemplärich, z nichz jeden 
k nadacni listine u c. k. mistodrzitelstvi ulozene, druhy k poverenemu prepisu nadaöni 
listiny ze dne 24. ünora 1857 pro akademicky senät ceske university shotovenemu a treti 
k nadacni listine u nejstarsiho clena rodiuy Josefa Voigtovy ulozene se pripoji. 


C. k. akademicky senät ceske university Karlo-Ferdinandske. 

V Praze dne 15. zäri 1883. 


(L. S.) W. W. Tomek mp., 

rektor. 


Tento dodatek k listu nadacimu se stvrzuje. 

Z c. k. mistodrzitelskeho prnesidia. 
V Praze dne 15. zäfi 1884. 

C. k. mistodrzite]: 

(L. S.) Kraus mp. 

pnlnf pudmarsalck. 


C. 6046 praes. 


Original bei der k. k. Statthalterei zu Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 




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206 


Matthias Kosler. 


Malc'j Kosler. 


20& 


420 . 

1857 

März 3. bfezna. 


Matthias Kosler' sehe Stiftung für 
Lehramtscandidaten der Königgrätzer 
Diöeese.*) 

Matthias Kosler , Administrator der 
Graf Svcrts- Spork’ sehen Hospitalstiftung , 
widmete laut der an das bischöfliche Kon- 
sistorium zu Königgrätz gerichteten Zuschrift 
vom 3. März 1857 ein Capital von 3000 fl . 
K. M. in Staatsschuldverschreibungen zu 
dem Zwecke , dass die jährlichen In- 
teressen zur Gründung zweier oder 
dreier Stiftung sp lätze i in lc ii n f- 
t igen I) iöcesan - Pädagogium zu 
Königgrätz und vor dessen Acti- 
vierung zur Unterstützung zweier 
oder dreier T) iöcesan- C an didaten 
auf die Dauer des Lehr cur ses , und 
in beiden Fällen bei vorhandenen 
musikalischen Talenten ode r b c i 
vorzüglicher Be fähig ung für das 
Haupt sch ul lehr a in t a u eh n o cli 
länger , und zwar zur Ausbildung 
in der Prager Orgelschule oder in 
der Prager Lehrerbildungsanstalt , 
verwendet werde. 

Das Recht der Vcrle ihn ng und 
Bestimmung des Unter s tut zungs- 
bet rag es sowohl im als auch ausser 
dem Pädagogium räumte der Stif- 
ter auf Grund des von dem jedes- 
maligen Director der betreffenden 
Anstalt gern ei n sch aftl i ch in it dem 
Katecheten , Lehrerbildncr und dem 
1 ) iöcesa n-S ch ulober a u f scher zu e r- 
stattenden V or schlag es dem bischöf- 
lichen Konsistorium zu König- 
grätz ein. 

Zum Stiftungsgenuss berief 
der Stifter aus den durch vorzüg- 
liche Leistung und strenge Sitt- 
lichkeit sich auszeichnenden Lehr- 
amtscandidaten der Königgrätzer 
Diöeese zunächst die Söhne der 
Lehrer auf dem Kukus’cr Stifts - 

*) Sieb die von demselben Stifter errichtete 
Stiftung für Lehramtscandidaten der Prag<r 
Diöeese unter Xr. 421 dieses Randes. 


Nadäni Mateje Koslera pro kandidaty 
stavu ueiteiskeho diecese Krälove- 
hradecke. *) 

Mat rj Kosler , administrator spitdlske 
nadace hrabete Svcrts-Sporka, venoval 
vcdle pripisu ze dne 3. bfezna 1857 
biskupske konsistofi v Krdlove Hradci 
zaslaneho jistinu 3000 zl. konv. m. 
v stdtnich dluznfch üpisecli k tomu ücelu, 
aby urokü rocnicli uzilo se k za- 
lozcni dvou neb tri inist na- 
dacn i ch na budoucim pedagog i u 
diecesannim v Hradci Krdlove , a 
nezli tot o se z fi d i, k u p odporo v d n i 
dvou neb tri kandiddtn z diecese 
na dobu beim ucebneho , v obou pale 
p f i p ade ch, jev l-l i nadancc h ude b n i 
n ad an i ancb vyteenou zp As obilost 
p r o ü fad ucitelsk y na skole lila v n i, 
t e z i n a d o b u del s /, a sicc k e 
vzdeldni na Prazslcc skole varlia- 
n i cke ancb o n a P r a I s k e in ü st ave 
pro vzdeldni ucitelu. 


Prdvo nadaci udilcti a obnos 
podpory usta novit i j a k p r o ped a- 
gogium tak i pro studia inimo 
ped a gogi u in vyliradil zakladatel 
biskupske konsistofi v Krdlove 
Hradci na z dkl ade ndvrhu, kteryz 
ucini vzdy f iditel dotycneho ustavn 
s pol eene s kate ch ctou , v zdel a- 
vatcle m ucitelu a v r ch n i m s k olni m 
dozorccm diecese. 


Ku pozitku nadaeni in u povolal 
zakladatel z kandiddtü üfadu 
u eitel s k e h o di ec esc Krdlov eh r ad ecke 
v yteenym prospechcm a pfisnou mrar- 
nost i se v y z namendiv aj icich p federn 
syny ucitelu na patron dt e kldstera 
v Ku k su a pale s irotkty po u eitel i cli. 


*) Yiz tvmz zakladatelem zrizene nadani pro 
kandidaty stavu ueiteiskeho diecese Pruzske ped 
C*. 421 tohoto svazku. 


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207 


Matthias Ivosler. 


Matrj Kos ler. 


207 


pat ronate. und dann Lehrerwaisen. 
Den Stiftungen legte der Stifter 
die Verpflichtung auf ivährcnd 
des Stiftungsgenusses täglich drei 
V ater Unser und Ave Maria für ih n, 
seine Eltern sammt seiner Ver- 
wandtschaft, ferner für die 
Gr äf innen Antonia, Francisca und 
Adelheid Desfours und schliesslich 
für das Gedeihen der V olksschulen 
in Böhmen, nach Auf hör en des 
Stiftungsgenusses aber für die 
Genannten jährlich einmal bei 
einer hl. Messe zu bete n. 

Jede erfolgte Verleihung sollte der 
Statthalterei an ge zeigt werden . 

Diese Stiftung sollte erst nach dem 
Ableben des Stifters , welcher sich den 
Bezug der Interessen des Stiftungscapitals 
für seine Lebenszeit vorbehielt, ins Leben 
treten . 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde am 
6. Juni 1861 ausgefertigt und unterm 
24. Juli 1861 vom bischöflichen Consistorinm 
zu Königgrätz und unterm 7. September 
1861 von der Statthalterei in Prag 
bestätigt. 

Da diese Stiftung mit Rücksicht auf 
die jetzige Schulgesetzgebung in der vom 
Stifter angeordneten Fassung nicht per - 
solviert werden kann , trat dieselbe bisher 
nicht ins Lehen, und es ist deren Per - 
mutierung im Zuge der Verhandlung. 

Das Vermögen dieser Stiftung, welches 
früher bei dem Normalschulfonde verwaltet 
wurde, wurde im Jahre 1892 aus diesem 
Fondc ausgeschieden und von der Statt- 
haltcrci in Prag in die Verwaltung über - 
nommen. 

Dasselbe beträgt derzeit 5964 fl. 
23 V 2 kr. 


Xadancum ul o Sil zakladatcl za 
pov innosf po cas pozitku nadac- 
n i ho de n n c tri Otccndsc a Z d r civas y 
za ncho, jeho rodice i s jeho pribu- 
zenstvem, dal e za hrabenky Anton i i, 
Frantisku a Adeln Desfoursovy , 
konecne pak za zdar obccnych skol 
v Cechäch, po ukonceni pozitku 
n ad gen iho vsak za jmenovane roenö 
jednou pri msi svate se po - 
modlit i. 


0 kazdem uäelcni nadace budiz ueineno 
ozndmeni na mistodrzitelstvi. 

Nadace tato mela zaciti püsobnosf svoji 
teprve po ximrti zakladatele, kteryz si vy- 
hradil poSwäni ürokü jistiny nadaeni po 
cas svcho Sivota. 

List nadaeni o nadaci teto byl dne 
6. ccrvna 1861 vyhotoven a dne 24. cervencc 
1861 biskupskou konsistori v Krälove 
Hradci a dne 7. zart 1861 mistodriitelstvhn 
v Praze potvrzen. 

Poncradz neni Ize nadaci tuto vzhledem 
k nynejsimu zdkonoddrstvi skolskcmu 
zpüsobem zakladatclem naHzenym persolvo- 
vati, nedoslo dosud k uskutecnöni teSe a 
vyjcdndvd sc o jeji premene. 

Jmcni nadace teto, kterez drive pri 
fondu skol normdlmch bylo spravovdno, bylo 
roku 1892 z fondu tohoto vylouöeno a misto- 
drzitclstvim ve sprdvu prevzato. 

Jmcni to obmsi nxjni 5964 zl. 23 ] / 2 kr. 


I. 


/15 kr.CMA 
\ Stempel. / 


Nro. 1809. 


Hochwürdigstes bischöfliches Consistorium ! 

Die Unterstützung in der Ausbildung der Lehramtskandidaten für die Volksschule 
als ein heilsames Werk erfassend, gedenke ich — der ehrfurchtsvoll Gefertigte — zu 
jener 3000 fl. CM. in älteren Staatsschuldverschreibungen in der Weise zu widmen, 

1. dass die jährlichen Interessen zur Gründung zweier oder dreier Stiftungs- 
plätze im künftigen Diücesan-Predagogium, und vor dessen Aktivirung 
zur Unterstützung zweier oder dreier Di ö ce san-Ivan didaten durch die 
Dauer des Lehrkurses, und in beiden Fällen bei vorhandenen musikalischen Talenten oder 
bei vorzüglicher Befähigung für das Hauptschullehramt auch noch länger, und zwar zur 


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208 


Matthias Kosler. 


Matej Kosler. 


208 


Ausbildung in der Prager Orgelschule oder in der dortigen Lehrerbildungsanstalt, ver- 
wendet werden; 

2. dass dem hochwürdigsten Consistorium das Recht der Verleihung u. Bestimmung 
des Unterstützungsbetrages sowohl in als ausser dem Pädagogium auf Grund des vou 
dem jedesmaligen Direktor der bezüglichen Anstalt gemeinschaftlich mit dem Katecheten, 
Lehrerbildner und dem Diöcesan-Schulenoberaufseher eingebrachten Vorschlages einge- 
räumt werde und stets eingeräumt bleibe; 

3. dass zu diesem Stiftungsgenusse aus den durch vorzügliche Leistung und strenge 
Sittlichkeit sich auszcichnenden Lehramtskandidaten der Königgrätzer Diöcese zunächst 
die Söhne der Lehrer auf dem hiesigen Stiftspatronate, und dann Lehrerwaisen berufen 
werden, und zwar gegen die Verpflichtung, während des Stiftungsgenusses täglich drei 
Vaterunser und Ave Maria für mich, meine Eltern sammt der Verwandtschaft, für die 
Gräfinnen Antonia, Franziska, Adelaide Desfours und für das Gedeihen der Volksschulen 
im Kronlande, dann nach Aufhören des Stiftungsgenusses für die Genannten jährlich ein- 
mal bei einer heiligen Messe zu beten ; 

4. dass die erfolgte Verleihung stets der hohen k. k. Statthalterei angezeigt 
werde, und 

5. dass fragliche Unterstützung erst mit dem Tage meines Ablebens — da ich mil- 
den Bezug der von diesen 3000 fl. CM. entfallenden jährlichen Interessen ad dies vita? 
Vorbehalte — ins Leben trete. 

Indem ich bereit bin, diese 3000 fl. bei dem hochwürdigsten bischöflichen Consi- 
storium zu erlegen, wenn Hochselbes meine Widmung akzeptirt und bereitwillig ist, deren 
jährliche Interessen halbjährig an mich bis zu meinem Absterben zu erfolgen — bitte 
ich in aller Demuth, Ein hoch würdigstes bischöfliches Consistorium 
wolle, im Falle der dargestellten Widmungsweise vollständig beigestiramt wird, den 
bezüglichen Stiftsbrief gütigst entwerfen und zu meiner Einsicht einsenden zu [sic] lassen 

— oder wenn zur einfacheren, zweckmässigeren und sichereren Durchführung dieser 
Widmung Abänderungen oder Zusätze als erspriesslich oder erwünscht erachtet werden 

— mir auch diese gütigst zu fsic] eröffnen, im Vorhinein für derartige Änderungen die 
Zusicherung einer nur dankbaren Anerkennung ertheilend. 

Kukus am 3. März 1857. 


Mathias Kosler, 

Administrator. 


Dass gegenwärtige Abschrift mit dem Originale von Wort zu Wort gleichlautend 
ist, wird bestätigt vom 

Bischöflichen Consistorium zu Königgrätz 
am 18. November 1897. 


(L. S.) Alois Frydek mp., 

Präses. 

Johann Bartäk mp., 
Rath. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statthai- Overeii) opis u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 

terei zu Prag. 


II. 

( 36 KrcuzerA 
Stempel. / 

Stiftsbrief 

über die Stiftung des Herrn Mathias Kosler zur Unterstützung der Lehramtskandidaten 
an der Diözesan Lehrerbildungsanstalt in Königgrätz. 

Die unterfertigten Vorsteher der Diözesanlehrerbildungsanstalt in Königgrätz 
urkunden und bekennen hiemit : 


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209 


Matthias Kosler. 


Mat»5j Kosler. 


209 


Es habe der mitgefertigte Herr Administrator der Graf Sverts-Spork’schen Hospital- 
stiftung zu Kukus Mathias Kosler, die Unterstützung in der Ausbildung der Lehramts- 
kandidaten für die Volksschulen als ein heilsames Werk erfassend, der Diüzesan-Lehrer- 
bildungsanstalt zu Königgrätz 3000 fl. CM. in älteren Staatsschuldverschreibungen mit 
folgenden Bestimmungen gewidmet: 

Itens. Dass die jährlichen Interessen zur Gründung zweier oder dreier Stiftungs- 
plätze im künftigen Königgrätzer Diözesan-Pädagogium, und vor dessen Aktivirung zur 
Unterstützung zweier oder dreier Diözesan-Kandidaten durch die Hauer des Lehrkurses, 
und in beiden Fällen bei vorhandenen musikalischen Talenten oder bei vorzüglicher 
Befähigung für das Hauptschullehramt auch noch länger, und zwar zur Ausbildung 
in der Prager Orgelschule oder in der dortigen Lehrerbildungsanstalt, verwendet 
werden. 

«jtens. Dass dem hochwürdigsten bischöflichen Konsistorium das Recht der Verleihung 
und Bestimmung des Unterstützungsbetrages sowohl in als ausser dem Pädagogium auf 
Grund des von dem jeweiligen Direktor der bezüglichen Anstalt gemeinschaftlich mit dem 
Katecheten, Lehrerbildner und dem Diöcesan-Schulenoberaufseher eingebraehten Vor- 
schlages stets eingeräurat werde. 

3 tcn8 * Dass zu diesem Stiftungsgenusse aus den durch vorzügliche Leistung und 
strenge Sittlichkeit sich auszeichnenden Lehramtskandidaten der Königgrätzer Diözese 
zunächst die Söhne der Lehrer auf dem Gradlitz-Kukuser Stiftspatronate und dann Lehrer- 
waisen berufen werden, und zwar gegen die Verpflichtung, während des Stiftungsgenusses 
täglich drei „Vater Unser“ und „Ave Maria“ für den besagten Herrn Stifter, seine Eltern 
sarnmt der Verwandtschaft, für die Gräfinnen Antonia, Francisca, Adelaide Desfours und 
für das Gedeihen der Volksschulen im Kronlande, dann nach Aufhören des Stiftungs- 
genusses für die Genannten jährlich einmal bei einer heiligen Messe zu beten. 

4 ten8 - Dass die erfolgte Verleihung stets der hohen k. k. Statthalterei angezeigt 
werde; und 

ötens. j a8s di e fragliche Unterstützung erst mit dem Tage des Ablebens des Herrn 
Stifters, da er sich den Bezug der von diesen 3000 fl. CM. entlallenden Interessen ad 
dies vitae vorbehält, ins Leben trete. 

Nachdem diese wohlthätige und die Beförderung des Volksschulwesens bezweckende 
Stiftung von Seite des hochwürdigsten bischöflichen Consistoriums acceptirt, das hiezu 
gewidmete Stiftungskapital durch die auf den Namen des Königgrätzer Lebrerpädagogiums 
als Stiftung des Herrn Mathias Kosler vinkulirten 5% Anlehens-Obligationen : 


Nr. 3347 vinkulirten 1. November 1857 auf 1400 fl. CM. 

Nr. 2773 vinkulirten 1. September 1857 auf 1200 fl. CM. 

Nr. 3224 vinkulirten 1. November 1857 auf 400 fl. CM. 


lautend sichergestellt ist, diese Obligationen einstweilen, und zwar bis zum erfolgten 
Ableben des Herrn Stifters, laut h. Statthalterei-Erlass vom 21. Juni 1858, Z. 22.850, in 
Verwahrung und Verrechnung der k. k. Landeshauptkassa genommen worden sind, wo 
sodann diese Obligationen dem hochwürdigsten bischöflichen Consistorium als Verwalter 
des Stiftungsvermögens in Verwahrung zu übergeben sein werden, so geloben die gefer- 
tigten Vorsteher der Diözesan-Lehrerbildungsanstalt für sich und ihre Amtsnachfolger, 
der stifterischen Willensmeinung bei Erstattung des Vorschlages gewissenhaft nachzu- 
kommen, die betheiligten Individuen stets auf diese Wohlthat und auf die ihnen oblie- 
gende Verpflichtung aufmerksam zu machen, überhaupt den § 175 d. p. S. V. zu 
beobachten und über die Verwendung der Stiftungsgebür die gehörig dokumentirte 
Rechnung der k. k. Provinzial-Staatsbuchhaltung jährlich vorzulegen, endlich, was aber 
Gott verhüten möge, den Fall, wo nach den bestehenden Gesetzen der Stiftling des 
Stiftungsgenusses verlustig wird, dem hochwürdigsten bischöflichen Consistorium zur 
Kenntnis zu bringen. 

Zur Urkunde dessen ist der gegenwärtige Stiftsbrief in vier gleichlautenden Parien — 
wovon eines der h. k. k. Statthalterei, das zweite der Lehrerbildungsanstalt, das dritte 
dem Herrn Stifter übergeben, das vierte aber in der Konsistorialkasse aufbewahrt werden 
VI. 27 


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210 


Matthias Koslcr. 


Matej Koslcr. 


210 


soll — verfasst und allseitig sowie auch von zwei Zeugen eigenhändig unterschrieben 
worden. 

Königgrätz, am 6. Juni 1S61. 


(L. S.) Johann Jansa mp., 

Diözesan-Schulen-Oberaufseher. 


(L. S.) Mathias Kosler mp., 
Stifter. 


Franz Ulrich mp., 
als Zeuge. 


(L. S.) Franz Schofler mp., 

Direktor und Katechet. 


Anton Swoboda mp., 
als Zeuge. 


Thomas Worbes mp., 
Lekrerbildner. 


Ad Nr. 5338. 

Vorstehender Stiftsbrief wird von Seite des Königgrätzer b. Konsistoriums mit der 
Erklärung akceptirt, dass dasselbe bei Ausübung des Verleihungsrechtes stets den Willen 
des Herrn Stifters erfüllen und die Interessen, welche der Herr Stifter laut hohen Statt- 
halterei-Erlasses vom 21. Juni 1858, Z. 22.856, aus der Landeshauptkassa in Prag, in 
deren Verwahrung das Stiftungskapital auf Lebenszeit des Herrn Stifters verbleibt, sich 
selbst erheben wird, nach dessen Absterben zu dem obigen Zwecke verwenden und über- 
haupt für die immerwährende Erhaltung der Stiftung und des Stiftungskapitals getreulich 
sorgen wolle. 


Konsistorium zu Königgrätz 
am 24. Juli 1861. 

(L. S.) Johann Rais mp., 

Präses. 

Franz Gruss mp., 
Konsistorialrath. 

Nr. 47.502. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der k. k. Statthalt erei. 

Prag, am 7. September 1861. 

Der llofrath: 

(L. S.) Ziwna mp. 

Original bei der k. k. Statthaltcrci in Prag. Original u c. k. rafstodrzitelstvi v Trazc. 


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‘211 


Matthias ICosler. 


Matej Kosler. 


211 


4SI. 

1857 

März 20. brczna. 


Matthias Kosler’sche Stiftung für 
Lehramtscandidaten der Prager 
Diöcese.*) 

31 a t t h ins Ko sie r, Administrator der 
Graf Spork’ sehen llosp italst iftu ng zu Kukus , 
u'idmcte laut der an das Statthaltcrci-Prä- 
sidinm in Prag gerichteten Eingabe de dato 
Kukus vom 20. März 1857 3000 ß. C. 31. 
in Staatsschuldverschreihungen zu dem 
Zwecke , dass d i e jährli ch c n In t c r- 
essen zur Gründung zweier oder 
dreier Stiftungsplätze im künf- 
tigen Pädagogium der Prager 
D iöccs'c, und vor dessen Act ivicr u n g 
zur Unterstützung zweier oder 
dreier Diöccsa n-Lchramtscandidatcn 
auf die Dauer des ganzen Lehr - 
cur s es , und in beiden Fällen hei 
vorhandenen musikalischen Ta- 
lenten oder bei vorzüglicher Be- 
fähigung für das Haupt sehnl- 
ich r amt auch noch länger , und zwar 
zur Ausbildung in der Prager 
Orgel schule oder in der Prager 
Realschule , verwendet werden . 

Das V erlcihung sr echt und die 
Bestimmung des Unterstützungs- 
betrages für die zur musikalischen 
oder Reals ch ul aus b il d ung g c - 
wählten Zöglinge räumte der Stif- 
ter dem jeweiligen Statthalter von 
Böhmen auf Grund eines von dem 
Director des Pädagogiums oder 
der dasselbe vertretenden Anstalt 
gemeinschaftlich mit dem Kate- 
cheten und Diöces an schul auf seher 
zu erstattenden Vorschlages ein. 

Zum Stiftungsgenussc sollen 
aus den durch v or zü gliche Leistung 
und Sittlichkeit sich aus z eich n en- 
den Zöglingen zu n ä ch st die S ö h n e 
der Lehrer in Lochoivitz im Be - 


*) Sieh die von demselben Stifter errichtete 
Stiftung für Lehramtscandidaten der Königjrrätzer 
Diöcese unter Nr. 420 dieses Bandes. 

VI. 


\adace Mateje Koslera pro kandidäty 
stavu ucitelskeho diecese Prazske *). 


31 atej Kosler , sprä vee spitalskc 
nadace hrabete Sporka v Kuksu , rinoval 
vedle poddni v Kuksu dne 20. brczna 1857 
scj)saneho a mistodrzifefskemu presidiu 
podancho 3000 zl. konv. In. v stdtnich 
dluznich üpiscch za tim u feiern, aby 
ro cntch ürokü upotfebeno bylo na 
zalozeni d von neb tri m ist 
n ad a cntch na pfi Stirn pedagogiu 
Prazske diecese , a nczli toto se 
zrid i, k u p odporo v dni dvo n 
neb tri cckatclü uradu ucitelskeho 
v diecesi na dobu celeho höhn 
ucebnthOjV obou pak pfipadcch,jcvi-li 
na da nee n ad an i k h udbf auch 
ob z via st nt zpüs obilost k ü fad u 
ucitelskemu na skolc hlavni , i na 
dobu dcl§ i, a sice za u feiern 
vzdflani se na Prazske slcole 
varhanickc aneb Prazske skolc 
real ne. 

Pr dvo nadaci udileti a obnos 
podpory pro chovance ke vzdcldnt 
hudebnimn neb realnemn vyvolcnc 
uröovati v y h r a d i l zakla d atel 
mistod riiteli krdlovstvi Ceskcho 
na zdkladf ndvrhu , kteryz fiditel 
pedagogia aneb u stavu pedago - 
g i u m za st up ujiciho s pol ec n e 
s katechctou a ikolntm do zorcem 
diecese podati ma. 


Ku politku nadaenimu povoldni 
budteJt z chovancü vytcfnym pro- 
spechem a mravnostise vy znamend- 
vajicich pfedevsim synove ucitelü 
v Lochov icich v kraji Bcrounskem , 


*) Viz tynrz zakladatelem zri'zene nadani pro 
kandidaty stavu ueihdskoho diecese Kralovehradecke 
pod ä. 420 tohoto svazku. 

27 * 


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212 


Matthias Kosler. 


Matej Kosler. 


212 


rauner Kreise , dann die Söhne der 
Lehrer oder die Candidaten aus 
anderen Ständen der Prager Diö - 
cese 1> erufen sein . 

Die Stiftlinge haben während des Stif- 
tnngsgennsses täglich drei Vater Unser mit 
dem A re Maria für den Stifter, dessen 
Kit er n und Verwandte, dann für die Grä- 
finen Antonia , Francisco und Adelheid 
Dcsfours, für das Gedeihen der Volks- 
schulen im Kronlande, und nach Erlöschen 
des Stiftungsgenusses für die Genannten 
jährlich einmal bei einer hl. Messe 
zu beten. 

Der Stiftsbrief wurde am 29. September 
1858 ausgefertigt und am 4. Feber 1859 
von der Statthalterei in Prag bestätigt . 

Diese Stiftung sollte nach dem Tode 
des Stifters, welcher sich den Bezug der 
Interessen des Stiftungscapitals auf seine 
Lebenszeit vorbehielt, ins Lehen treten . Da 
jedoch dieselbe mit Rücksicht auf die jetzige 
Schulgesetzgebung in der vom Stifter ange- 
ordneten Fassung nicht pcrsol viert werden 
kann, konnte dieselbe bisher nicht ins Leben 
treten und cs ist deren Permutierung im 
Zuge der Verhandlung. 

Das Vermögen dieser Stiftung, welches 
früher bei dem Normalschulfondc vcncaltct 
wurde, wurde im Jahre 1892 aus diesem 
Fonde ausgeschieden und von der Statt- 
halterei in Prag in die Vcnvaltung über- 
nommen. 

Dasselbe beträgt derzeit 5964 fl. 23 V 2 kr. 


pale synove weit elü neb kandidät i 
z j i n geh stavü PraSs k e diecese. 

Nadanci maji po cas pozitku nadaeniho 
kazdodene tri Otcendse a Zdrävasy za 
zakladatele, jeho rodicc a pribuzne, pah 
za hrabenky Antonii , Frantisku a Adlet u 
Desfoursory, dälc za zdar obecnych skol 
v korunni zemi, a po ukonceni pozitku 
nadaeniho za jmenovane kazdoroene jednou 
pH msi svate se pomodliti. 

List nadaeni byl dne 29. zart 1858 
vyhotoven a dne 4. unora 1859 misto- 
drzitclstvim v Praze potvrzen. 

Kadace tato möla zapociti püsobnost 
svoji po smrti zakladatclove, kteryz si 
pozitek ürokü jistiny nadaeni po cas zivota 
sveho vyhradil. Jelikoz vsak nadace ta 
vzhlcdem na nynejst zälconodärstvi ve vecech 
skolskych zpüsobem zakladatclcm narizenym 
nskutccniti se nedd, ncmohla dosud 
ve slcutek vejiti, a vyjednavä se nyni 
o prem&ne nadace tato. 

Jmeni nadace teto, kterez drive pri 
fondu normdlnich skol se spravovalo, bylo 
roku 1892 z fondu tohoto vylouceno a misto- 
drzitclstvim v Praze ve sprävu prevzato. 

Jmeni to obndsi nyni 5964 zl. 23 */ 2 kr. 


X. 

/ 15 kr. \ 

\ Stempel. / 

Hohes k. k. Statthalterei-Präsidium! 

Die Unterstützung der Lehramtszöglinge für die Volksschule als ein hehres Gebot 
der Vaterlandsliebe erfassend, gedenke ich — der ehrfurchtsvoll Gefertigte — zu jener 
3000 fl. CMze in österreichischen Staatsschuldverschreibungen in der Weise zu widmen: 

1. dass die jährlichen Interessen zur Gründung zweier oder dreier Stiftungsplätze 
im künftigen Pädagogium der Prager Diözese, und vor dessen Aktivirung zur Unterstützung 
zweier oder dreier Diüzesan-Leliramtskandidaten durch die Dauer des ganzen Lehrkurses, 
und in beiden Fällen bei vorhandenen musikalischen Talenten oder bei vorzüglicher Be- 
fähigung für das Hauptschullehramt auch noch länger, und zwar zur Ausbildung in der 
Prager Orgelschule oder in der dortigen Realschule, verwendet werden; 

2. dass dem jedesmaligen k. k. Herrn Statthalter das Recht der Verleihung — dann 
der Bestimmung des Unterstützungsbetrages für die zur musikalischen oder Realschul- 
ausbildung gewählten Zöglinge auf Grund des von dem Direktor des Pädagogiums oder der 
dasselbe vertretenden Anstalt gemeinschaftlich mit dem Katecheten und dem Diözesan- 
schulaufseher eingebrachten Vorschlages eingeräumt werde und bleibe; 

3. dass zu diesem Stiftungsgenusse aus den durch vorzügliche Leistung und Sitt- 
lichkeit sich auszeichnenden Zöglingen zunächst die Söhne der Lehrer in Lochowitz — 


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213 


Matthias Kosler. 


Matej Kosler. 


213 


Berauner Kreises — dann die Söhne der Lehrer oder die Kandidaten aus andern Ständen 
der Prager Diözese berufen werden, und zwar gegen die Verpflichtung, während des 
Stiftungsgenusses täglich 3 VaterUnser mit Ave Maria für meine Eltern, mich und Ver- 
wandte, für die Gräfinnen Antonia, Francisca und Adelheid Desfours, dann für das Ge- 
deihen der Volksschulen im Kronlande, und nach Aufhören des Stiftungsgenusses 
für die Genannten jährlich einmal bei einer heil. Messe zu beten, und 

4. dass fragliche Unterstützung erst mit dem Tage meines Absterbens — da ich 
mir den Bezug der von diesen 3000 fl. CM. entfallenden jährlichen Interessen ad dies 
vita) Vorbehalte — ins Leben trete. 

Indem ich bereit bin, erwähnte 3000 fl. CM. bei einem hohen k. k. Statthalterei- 
Präsidium zu erlegen, wenn hochselbes diese meine Widmung acceptirt und geneigt ist, 
die Erfolgung der entfallenden Interessen an mich bis zu meinem Absterben in halbjäh- 
rigen Raten und mittelst des meinem Aufenthalte am nächsten gelegenen k. k. Steuer- 
amtes gütigst zu verfügen — bitte ich Vertrauens- und ehrfurchtsvoll, ein hohes k. k. 
Präsidium geruhe, im Falle die dargestellte Widmungsweise die hohe Beistimmung erhält 
oder wenn zu deren einfacheren und zweckmässigeren Durchführung Abänderungen oder 
Zusätze als erspriesslich erachtet werden, solches zu meiner Kenntnis gnädigst gelangen 
zu lassen, für jene im Voraus die dankbarste Annahme erklärend. 

Kukus, den 26 tcn März 1857. 


Mathias Kosler, 
Administrator. 

(Rubrum:) Hohes k. k. Statthalterei Präsidium! 


Mathias Kosler, 

Administrator zu Kukus 

bittet ehrfurchtsvoll um gnädige Annahme 
der inbezeichneten Widmung. 


Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k. mistodr&itelstvl v Praze. 


XI. 

/ 8 fl. CM. \ 

\ Stempel. / 

Sti ftsbrief 

über die Stiftung des Herrn Mathias Kosler zur Unterstützung der Lehramtskandidaten 
an der Diöcesanlehrerbildungsanstalt in Prag. 

Das unterfertigte fürsterzbischöfliche Konsistorium in Prag und die Vorsteher der 
Diöcesanlehrerbildungsanstalt in Prag urkunden und bekennen hiemit: 

Es habe der mitgefertigte Herr Administrator der Graf Spork’schen fiospitalstiftung 
zu Kukus Mathias Kosler, die Unterstützung in der Ausbildung der Lehramtskandidaten 
für die Volksschulen als ein heilsames Werk erfassend, der Diöcesan-Lelirerbildungs- 
anstalt in Prag 3000 fl. CMze in Nationalanlehens-Obligationen mit folgenden Bestim- 
mungen gewidmet: 

1. dass die jährlichen Interessen zur Gründung zweier oder dreier Stiftungsplätze 
im künftigen Pädagogium der Prager Diöcese, und vor dessen Aktivirung zur Unter- 
stützung zweier oder dreier Diöcesan-Lehramtskandidaten durch die Dauer des ganzen 
Lehrkurses, und in beiden Fällen bei vorhandenen musikalischen Talenten oder bei vor- 
züglicher Befähigung für das Hauptschullehramt auch noch länger, und zwar zur Aus- 
bildung in der Prager Orgelschule oder in der dortigen Realschule verwendet werden; 

2. dass dem jedesmaligen k. k. P. T. Herrn Statthalter das Recht der Verleihung, 
dann der Bestimmung des Unterstützungsbetrages für die zur musikalischen oder Real- 


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Matthias Kosler. 


Matej Kosler. 


214 


scliulausbildung gewählten Zöglinge auf Grund des von dem Direktor des Pädagogiums 
oder der dasselbe vertretenden Anstalt gemeinschaftlich mit dem Katecheten und Diöcesan- 
Schulenoberaufseher eingebrachten Vorschlages eingeräumt werde und bleibe; 

3. dass zu diesem Stiftungsgenusse aus den durch vorzügliche Leistung und Sitt- 
lichkeit sich auszeichnenden Zöglingen zunächst die Söhne der Lehrer in Lochowitz, 
Prager Kreises, dann die Söhne der Lehrer oder die Kandidaten aus anderen Ständen 
der Prager Diöcese berufen werden, und zwar gegen die Verpflichtung, während des 
Stiftungsgenusses täglich 3 VaterUnser mit Ave Maria für die Eltern des Herrn Stifters 
Mathias Kosler, für ihn selbst und für seine Verwandten, für die Gräfinnen Antonia, Fran- 
ziska und Adelheid Desfours, dann für das Gedeihen der Volksschulen im Kronlande, 
und nach Aufhören des Stiftungsgenusses für die Genannten jährlich einmal bei einer 
heiligen Messe zu beten, und 

4. dass fragliche Unterstützung erst mit dem Tage seines Absterbens, da er sich 
den Bezug der von diesen 3000 fl. CMze entfallenden jährlichen Interessen ad dies vita? 
Vorbehalten hat, ins Leben trete. 

Se. Excellenz der gefertigte Herr k. k. Statthalter von Böhmen Karl Freiherr 
Meczery de Tschoor übernimmt das Recht der Verleihung und der Bestimmung des Unter- 
stützungsbetrages für die zur musikalischen oder Realschulausbildung gewählten Zöglinge 
für sich und seine Nachfolger im Amte. 

Nachdem diese wohlthätige und die Beförderung des Volksschulwesens bezweckende 
Stiftung von Seite der k. k. Statthalterei in Böhmen acceptirt, das hiezu gewidmete 
Stiftungskapital durch die als Stiftung des Herrn Mathias Kosler zum Prager Lehrer- 
pädagogium vinkulirte 5% Nationalanlehens-Obligation Nr. 48.652 ddto. 1. Juli 1857 per 
3000 fr. sichergestellt und diese bei der k. k. Landeshauptkassa deponirt worden ist, so 
erklären das gefertigte f. e. Konsistorium und die Vorsteher der Diöcesanlehrerbildungs- 
anstalt in Prag, der stifterischen Willensmeinung gewissenhaft nachzukommen, die be- 
theiligten Individuen stets auf diese Wohlthat und auf die ihnen obliegende Verpflichtung 
aufmerksam zu machen und überhaupt den § 175 der p. Sch.-V. zu beobachten, endlich, 
was aber Gott verhüten möge, den Fall, wo nach den bestehenden Gesetzen derStiftling 
des Stiftungsgenusses verlustig wird, dem P. T. Herrn k. k. Statthalter zur Kenntnis 
zu bringen. 

Die Vorsteher der k. k. Landeshauptkassa erklären, das Stiftungskapital gehörig ver- 
walten, mit demselben ohne h. Bewilligung keine Änderung vornehmen zu wollen und 
jährlich über die Verwendung des Stiftungseinkommens an die k. k. Statthalterei Rechnung 
zu legen. 

Zur Urkunde dessen ist der gegenwärtige Stiftsbrief in drei Parien, wovon eines bei 
der k, k. Statthalterei, das zweite bei dem f.-e. Konsistorium und das dritte bei dem 
Herrn Stifter aufbewahrt wird, ausgefertigt und allseitig sowie auch von 2 Zeugen 
eigenhändig unterschrieben worden. 

Prag, am 29. September 1858. 

F. Fockeisen mp. 

Anton Dorn, 
ersuchter Zeuge. 

Josef Dongres, 
ersuchter Zeuge. 


Augustin Job. Viditz mp., 
k. k. Hauptkassen-Direktor. 

Adolf Ilertl mp., 
Controlor. 


Mathias Kosler, 
Stifter. 

Peter Krejcf mp., 
Gen.-Vikär. 

(L. S.) Adalbert Hron inp., 
Kanzlei-Pirector. 


i 


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215 


Matthias Kosler. 


Matej Kosler. 


215 


Nr. 4823. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der k. k. Böhmischen Statthalter ei. 

Prag, am 4. Feber 1859. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Forgach mp. 

Original bei der k. k. Statthalterei zu Trag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 


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Franz Pelikan. 


Frantisek Pelikan. 


216 


422. 

1857 

August 22. srpna. 

Franz Pelikan’sche Studenten-Stiftung Studentske liadäni Frantiska Pelikäna 
für das Diöcesan-Knaben-Seminar pro chlapecky seminar dieceseKrälove- 
in Königgrätz. liradecke. 


Franz Pelikan , Domsenior , bischöf- 
licher Consistorialrath und Kanzleidirector 
in Königgrätz, widmete zur Errichtung einer 
Studenten-Stiftung bei dem Diöcesan-Knaben- 
Seminar in Königgrätz am 22. August 1857 
zwanzig Stück National- Anlehens -Obligationen 
jede zu 100 fl. C. M., am 3. October 1861 
weitere 2 Stück solcher Obligationen zu je 
500 fl., ferner am 15. März 1868 theils 
in National- Anlehens- Obligationen , theils 
in Metcdliques den Betrag von 2000 fl. 
und endlich am 1. Jidi 1871 eine convertierte 
Silbef'renten-Obligation über 1000 fl., so dass 
das Stiftung scapit al den Betrag von 6000 fl. 
erreichte. 

Diese Obligationen übergab der Stifter 
dem bischöflichen Consistorium in König- 
grätz, behielt sich aber den Interessenbezug 
für seine eigene Person, nach seinem Ab- 
leben der Anna Täborshj auf Lebens- 
zeit vor. 

Erst nach dem Tode der letzteren sind 
die Interessen zur Unterstützung eines armen, 
fleissigen und wohlgesitteten im Diöcesan- 
Knabenseminar zu Königgrätz befindlichen 
Studenten zu verwenden, bei der Wahl des- 
selben ist tvo möglich auf einen aus Tynist 
gebütiigen Studenten Rücksicht zu nehmen. 

Der Stiftling soll hiefür am Namens- 
und Sterbetage des Stifters bei der lil. Messe 
für denselben ein andächtiges Gebet ver- 
richten. 

Diese Stiftung trat nach dem am 
25. Juni 1883 erfolgten Ableben der Anna 
Tdborsky mit dem Schuljahre 1884/85 ins 
Leben. 

Da aber diese Stiftung nicht verbrieft 
war, wurde am 16. September 1897 der 
Stiftsbrief vom bischöflichen Consistorium zu 
Königgrätz ausgefertigt und von der Statt- 
halterei in Prag am 22. Jänner 1898 
bestätigt. 

In demselben wurde bestimmt, dass 
vom 1 . Juli 1897 an die von dem Stif- 
tungscapital entfallenden jährlichen In- 


Frantisek Pelikan, senior lcapitidy , 
biskupsky konsistorialni rada a fiditel 
kanceldfe v Krdlove Hradci , vönoval na 
zfizeni studentskeho naddni u chlapeckeho 
Seminare diecese KrcUovehradecke dne 
22. srpna 1857 dvacet kusü dluznich 
üpisü ndrodni püjcky po 100 zl. konv. m., 
dne 3. fijna 1861 dalsi dva ktisy takovych 
npisü po 500 zl., ddle dm 15. brezna 1868 
s ödst v dluznich üpisech ndrodni püjcky 
s ödst v üpiscch metaliönich obnos 
2000 zl. a koncöne dne 1. cervence 1871 
konvertovany üpis stribrne renty na 1000 zl., 
takze jistina nadaöni dostoupila smny 
6000 zl. 

Dluzni üpisy tyto odevzdal zakladatel 
biskupske lconsistori v Krdlove Hradci, 
züstavil vsak sobö pozivdni nrokü pro 
vlastni svou osobu a po smrti sve pro Annu 
Tdborskou na dobu zivota jejtho. 

Teprve po smrti poslcse jmenovane 
uziti jest ürokil ku podpore chudeho, pilneho 
a mravneho v diecösannim chlapeckrm 
seminar i v Krdlove Hradci se nalezajiciho 
studenta ; pfi volbe tehoi budiz prihlizeno 
pokud mozno kn studentu z Tynistc 
rodilemu. 

Nadanec mä sc za to v den jmenin a 
unirti zakladatele pfi msi svate za teho I 
ndbozne pomodliti . 

Nadace tato uskutecnila se skolnitn 
rokem 1884/85, kd\ß dne 25. Öervna 1883 
Anna Tdborskd byla zemrela. 

Jelikoz o nadaci teto dotud nebyl 
sepsdn list nadaent, byl list takovy dne 
16. zdfi 1897 biskupskou lconsistori 
v Krdlove Hradci vyhotoven a nüsto- 
drzitclstvim v Praze dm 22. ledna 1898 
potvrzen. 

V listu tom bylo stanoveno, ze pocinajic 
1. cervencem 1897 ürokü roönich, ktere 
jistina nadaöni ponese, v obnosu 252 zl. 


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217 


Franz Pefikau. 


Frantisck Pelikan. 


217 


teressen im Betrage von 252 fl. zuerst zur 
Bedeckung der vom Stiftungsvermögen zu 
entrichtenden 10°j n Uberfragungsgebür und 
der Kosten der Ausfertigung des Stiftsbriefes 
zu verwenden und nach deren Berichtigung 
vom Jahre 1900 ab der Direct ion des Diö- 
cesan-Knabcnseminars in Königgrätz zur 
Unterstützung eines armen , fleissigen , wohl- 
gesitteten in demselben befindlichen Studenten 
zu übergeben sind , wobei jedoch auf die aus 
Tynist gebürtigen nach Möglichkeit Bedacht 
zu nehmen ist. 

Das Präsentationsrecht steht dem jewei- 
ligen Bischöfe von Königgrätz als obersten 
Vorsteher des Diöcesan-Knabenseminars zu. 

Das Vermögen dieser Stiftung , welches 
vom bischöflichen Consistorium in Königgrätz 
verwaltet wird , betrug zur Zeit der Stifts- 
brief -Errichtung 6000 fl. Ö. W. 


uziti jest predem k zaprareni 10°/ n 
poplatkn za pferod jmöni nadaeniho 
a vgloh za vyliotoveni listu nadaeniho; po 
zaprareni vgloh tcch biuTtez ürokg tg rohem 
1900 pocinajic , riditclstri dicccsanniho 
chlapeckcho semindre v Hradci Krälove 
ku podpore chudelio, pilneho , mravncho, 
v Seminar i tom sc nalczajiciho studenta 
odevzddväng , pri remz v sah poknd mozno 
ku student um z Tgniste rodihjm jest pri - 
hlizeti . 

Prdro prcsentaöni prislusi vzdg biskupu 
Krälovehradeckemu jalcozto nejvgssimu pred - 
stavenemu diecesanniho semindre chlapeckeho. 

Jmeni nadace teto, spravovane biskup - 
skou konsistori v Krälove Hradci, obndselo 
v dobe zrizeni listu nadaeniho 6000 zl. r. c. 


I. 



Stiftsbrief. 

Das bischöfliche Konsistorium bekennet sich hiemit zu der Entgegennahme einer 
Mittheilung von Seite des hoebwürdigsten Herrn Domseniors, bischöfl. Konsistorialrathes 
und Kanzleidirektors Franz Pelikan, welche also lautet: 


Hoch würdigstes bischöfliches Consistorium! 

Ich Gefertigter habe den Entschluss gefasst, nachstehende National-Anlehens-Obliga- 
tionen ddto. 31. August 1854, jede zu 100 fl., und zwar: 

Nr. 80.828, 80.829, 80.830, 80.831, 80.832, 80.833, 80.834, 80.835. 80.836, 80.837, 
80.838, 80.839, 80.840, 80.841, 80.842, 80.843, 80.844, 151.900, 181.411, 181.442, dem 
Königgrätzer Diözesan-Knaben-Seminär unter der Bedingnis und mit der Bitte zu schenken 
und zu widmen, damit die entfallenden Interessen an mich lebenslänglich und nach meinem 
Absterben der Anna Taborsky für ihre seit dem Jahre 1825 meiner lieben Mutter und mir 
geleisteten treuen und redlichen Dienste verabfolgt, sodann aber nach ihrem Absterben 
zur Unterstützung eines armen, fleissigen und wohlgesitteten im Diözesan-Knaben-Seminär 
befindlichen Studenten — der an meinem Namens- und Sterbetage bei der heiligen Messe 
ein andächtiges Gebet zu verrichten haben wird — verwendet werden möchten, wobei ich 
nur noch den Wunsch ausspreche, es wolle bei der Wahl des Studenten auf einen von 
TyniSt Gebürtigen wo möglich Bedacht genommen werden. 

In der Voraussetzung, dass diese Schenkung angenommen werden wird, lege ich die 
fraglichen Obligationen sammt Coupons behufs der Empfangsnahme und Verrechnung bei 
dem Knaben-Seminärfond bei. 

Königgrätz, am 22. August 1857. 


Franz Pelikan mp., 

Domsenior, Konsist.-Rath und Kanzleidirektor. 


Nachdem nun das bischöfliche Konsistorium das oben ausgewiesene Kapital per 
2000 fl. CMze, bestehend in zwanzig Stück National-Anlehens-Obligationen jede ä 100 fr. 
CMze, zu Händen des Diözesan Knabenseminärfondes in Empfang genommen hat: so 
gelobet es, die hievon entfallenden Interessen stets im Sinne des Stifters verwenden und 
über die Aufrechthaltung dieser Stiftung auf immerwährende Zeiten wachen zu wollen. 
VI. 28 


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218 


Franz Pelikan 


Frantilbk Pelikan. 


21S 


Urkund dessen ist dieser Stiftsbrief in vier gleichlautenden Exemplaren, wovon eines 
bei dem gefertigten Konsistorium aufbewahrt, das zweite an die Diözesan Kiiabenseminär- 
kassa, das dritte an den Stifter und das vierte an den Vorstand der Stadt Tynist abge- 
geben wird, ausgestellt und von dem bischöflichen Konsistorium, dann von zwei Zeugen 
unterfertigt worden. 


Konsistorium zu Küniggrätz, 
am 12. November 1857. 


Anton Kukla mp., 

Zeuge. 


(L. S.) Vincenz Frazky mp., 

Präses. 


Eduard Fuchs mp., 
Zeuge. 


Anton Stransky mp., 
Konsistorialratb. 


Original im Archive des bischöflichen Consi- 
ßtoriums iu Königgrätz. 


Original v archivu biskupske konsistore v Hradci 
Kralove. 


IX. 

Anhang. 

Der hochwürdigste Herr Stifter hat an das bischöfliche Konsistorium neuerdings fol- 
gende Zuschrift gerichtet: 

Hoch würdigstes bischöfliches Konsistorium! 

An meinem 68. Geburtstage danke ich Gott, dass ich im Stande bin, die von mir 
bei dem hiesigen bisehöfllichen Borromanim laut der von Einem hochwürdigsten bischöf- 
lichen Konsistorium unterm 12. November 1857 bestättigten Widmungsurkunde vom 
22. August 1S57 mit 2000 fl. National-Anlehens-Obligationen errichtete Studentenstiftung 
zu erhöhen, indem ich zu diesem Zwecke die beiliegenden zwei Stück National-Anlehens- 
Obligationen ddto. 31. August 1854, Nr. 13.174 et 23.056, jede ä 500 fl., sonach zusammen 
1000 fl. sammt Coupons, davon der erste am 1. Jänner 1862 zahlbar, Einem hochwür- 
digsten bischöflichen Konsistorium, jedoch unter dem gleichen Vorbehalt des lebensläng- 
lichen Interessenbezuges Für mich und für Anna Taborsky liiemit übergebe. 

Königgrätz, am 3. Oktober 1861. 


Franz Pelikan mp., 

Domarchidiakon, Konaist.-Rath und Kansleidirektor. 

Nr. 7252. 

Dieser Anhang wird nach Übernahme der hezeichneten zwei Nat.-Obligationen 
ä 500 fl., daher zusammen per 1000 fl., von Seite des bischöflichen Konsistoriums seinem 
vollen Inhalte nach ratihabirt. 

Konsistorium zu Königgrätz, 
am 10. Oktober 1861. 


Johann Rais mp., 
Präses. 

Johann Pazaut mp., 
Konsistorialratb. 


Einfache Abschrift im Archive des bischöflichen 
Consiatoriums in Königgrätz. 


Jcdnodueh) r opis v archivu biskupske kon- 
sistore v llradei Kralove. 


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219 


Franz Pelikan. 


Franlisek Pelikan. 


219 


III. 

Anhang. 

Zu der vorstehenden Stiftung, welche mit der hierauf vinkulirten National-Anlehens- 
Obligation ddto. 1. Jänner 1855, Nr. 61.603 per 3000 fl. sichergestellt ist, widmet der 
Gefertigte annoch folgende National- und Metalliques-Obligationen, und zwar: 

a) National-Anlehen-Obligationen: 
ddto. 31. August 1854 Nr. 7999, 137.346, 248.198, 312.161, 318.485, 337.051 


ä 100 fl 600 fl. 

dto. Nr. 35.504, 172.660 ä 50 fl 100 fl. 

ddto. 1. Oktober 1854 Nr. 53.752, 83.796, 91.294, 104.260 ä 100 fl 400 fl. 

b) Metall-Obligationen: 

1. Feber 1856, Nr. 5562, 5563, 5564 ä 100 fl. ä 5°/ 0 300 fl. 

1. Juni 1837, Nr. 116.495 ä 5°/ 0 100 fl. 

4. September 1852, Nr. 11.670, 14.570, 14.820, 60.398 ä 5% 400 fl. 

30. September 1851, Nr. 9777 ä 5 % 100 fl. 


zusammen . . . 2000 fl., 

womach diese Stiftung mit 5000 fl. in der Art begründet ist, dass die hievon entfallenden 
Interessen der Gefertigte lebenslänglich und nach seinem Tode die hochbejahrte Wirtin 
Anna Täborsky bis zu ihrem Tode zu beziehen haben wird. 

Königgrätz, am 15. März 1868. 


Franz Pelikan mp., 
Domarchidiakon. 

Wird hiemit von Seite des gefertigten bischöflichen Konsistoriums mit dem Beisatze 
acceptirt, dass man darüber wachen wolle, damit die vorstehenden Bestimmungen genau 
erfüllt werden. 


Konsistorium zu Königgrätz, 
am 19. März 1868. 


Jcfhann Rais mp., 
Präses. 

Anton Kukla mp., 
Konsistorialrath. 


Einfache Abschrift im Archive des bischöflichen Jednoduchy opis v arcbivu biskupske kon- 

Consistoriums in Königgrätz. sistore v Hradci Krälove. 


IV. 

( 50 Kreuzer \ 

Stempel. J 

Widmungs-Urkunde. 

Zu der von dem Gefertigten bei dem Königgrätzer bischöflichen Diöcesan-Knaben- 
Seminär (Borromäum) mit 5000 fl. errichteten Studenten-Stiftung widmet der Unter- 
zeichnete annoch die konvertirte Obligation mit Silberrente ddto. 1. Juli 1868, 
Nr. 454.237 per 1000 fl., sage eintausend Gulden, sammt Coupons, w T ovon der erste am 
1. Jänner 1872 zahlbar, unter denselben Bedingungen, wie sie in den Stiftsbriefen vom 
12. November 1857, 15. März 1868 enthalten sind. 

Von dieser Urkunde wird einPare bei dem hochwürdigsten bischöflichen Consistorium 
und das zweite bei dem Rechnungsführer des Borroniäums aufbewahrt werden. 

VI. 2S* 


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220 


Franz Pelikan. 


Frantisek Pelikan. 


220 


Urkund dessen meine und zweier erbetenen H. H. Zeugen Fertigung. 
Königgrätz, am 1. Juli 1871. 

Franzi Hampl mp., Franz Pelikan mp., 

Zeuge. Archidiakon. 

Theof. Schüller mp., 

Zeuge. 


ad Nr. 3959. 

Wird bestätigt vom bischöflichen Konsistorium zu Königgrätz, am 13. Juli 1871. 

(L. S.) Anton Kukla mp., 

Rath. 

J. A. Srütek mp., 

Rath. 


Original im Archive de9 bischöflichen Con- 
sistoriums in Königgrätz. 


Original v archivu biskupske konsistore v Hratlci 
Krälove. 


V. 

Stiftsbrief. 

Wir gefertigten Vorsteher des Diöcesan-Knabenseminars in Königgrätz beurkunden 
und bekennen hiemit für uns und unsere Nachfolger, es habe der am 11. November 1874 
verstorbene Domsenior, bischöfliche Consistorialrath und Kanzleidirector Franz Pelikan 
in Königgrätz dem bischöflichen Consistorium zu Händen des Königgrätzer Diöcesan- 
Knabenseminars am 22. August 1857 zwanzig Stück Nationalanlehensobligationen vom 
31. August 1854, jede zu 100 fl., mittels Schreibens ddto. 22. August 1857 folgenden 
Inhaltes: 

„Hochwürdigstes Bischöfliches Consistorium! Ich Gefertigter habe den Entschluss 
gefasst, nachstehende National-Anlehens-Obligationen ddto. 31. August 1854, jede zu 
100 fl., und zwar Nr. 80.828, 80.829, 80.830, 80.831, 80.832, 80.833, S0.834, 80.835, 
80.836, 80.837, 80.838, 80.839, 80.840, 80.841, 80.842, 80.843, 80.844, 151.900, 181.441, 
181.442, dem Königgrätzer Diöcesan-Knabenseminar unter der Bedingnis und mit der 
Bitte zu schenken und zu widmen, damit die entfallenden Interessen an mich lebens- 
länglich und nach meinem Absterben der Anna Taborsky für ihre seit dem Jahre 1825 
meiner lieben Mutter und mir geleisteten treuen und redlichen Dienste verabfolgt, sodann 
aber nach ihrem Absterben zur Unterstützung eines armen, fleissigen und wohlgesitteten, 
im Diöcesan-Knabenseminar befindlichen Studenten, der an meinem Namens- und Sterbe- 
tage bei der heiligen Messe ein andächtiges Gebet zu verrichten haben wird, verwendet 
werden möchten, wobei ich nur noch den Wunsch ausspreche, es wolle bei der W T ahl des 
Studenten auf einen von Tynist Gebürtigen wo möglich Bedacht genommen werden. In 
der Voraussetzung, dass diese Schenkung angenommen werden wird, lege ich die frag- 
lichen Obligationen sammt Coupons behufs der Empfangsnahme und Verrechnung bei 
dem Knaben-Seminar-Fond bei ; u 

ferner am 3. October 1861 wieder zwei Stück Nationalanlehensobligationen ä 500 fl. 
mittels Zuschrift ddto. Königgrätz 3. October 1861 folgenden Inhaltes: 

Hoch würdigstes Bischöfliches Consistorium! 

„An meinem 68. Geburtstage danke ich Gott, dass ich im Stande bin, die von mir 
bei dem hiesigen bischöflichen Borromäum laut der von Einem hoch würdigsten 
Bischöflichen Consistorium unterm 12. November 1857 bestätigten Widmungs- 
urkunde vom 22. August 1857 mit 2000 fr. Nat.-Anleliens-Obligationen errichtete Stu- 
dentenstiftung zu erhöhen, indem ich zu diesem Zwecke die beiliegenden zwei Stück 
Nat.-Anl.-Obligationen ddto. 31. August 1854, Nr. 13.174 und 23.056, jede ä 500 fl., 
sonach zusammen 1000 fl., sammt Coupons, davon der erste am 1. Jänner 1862 zahlbar, 


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221 


Franz Pelikan. 


Frantisek Pelikan. 


221 


Einem hochwürdigsten Bischöflichen Consistorium, jedoch * unter dem 
gleichen Vorbehalt des lebenslänglichen Interessenbezuges für mich und für Anna 
Taborsky hiemit übergebe;“ 

sodann am 15. März 1868 abermals sechs Stück National-Anlekens-Obligationen 
vom 31. August 1854, jede zu 100 fr., zwei eben solche Obligationen zu je 50 fl., 
vier Stück solcher Obligationen zu 100 fl. und an Metaliobligationen drei Stück zu 
100 fr., ein Stück per 100 fr., vier Stück zu 100 fr. und ein Stück per 100 fl. mittels 
Widmungsschreibens ddto. Königgrätz 15. März 1868 folgenden Inhaltes: 

„Zu der vorstehenden Stiftung, welche mit der liierauf vinculierten Nat.-Anl.-Obli- 
gation dto. 1. Jänner 1855, Nr. 61.603 per 3000 fl. sichergestellt ist, widmet der Gefer- 
tigte annoch folgende Nat.- und Metall-Obligationen und zwar: 

a) National-Anlehen-Obligationen : 

ddto. 31. August 1854, Nr. 7999, 137.346, 248.198, 312.161, 318.485, 337.051 

ä 100 fl 

dto. Nr. 35.504, 172.660 ä 50 fl 

ddto. 1. October 1854, Nr. 53.752, 83.796, 91.294, 104.260 ä 100 fr 

b) Metall-Obligationen: 

1. Feber 1856, Nr. 5562, 5563, 5564 ä 100 fr. ä 5% 300 fr. 

1. Juni 1837. Nr. 116.495 ä 5% 100 fr. 

4. September 1852, Nr. 11.670, 14.570, 14.820, 60.398 ä 5% 400 fr. 

30. September 1851, Nr. 9777 ä 5°/ 0 100 fr. 

zusammen . . . 2000 fr. 

wornach diese Stiftung mit 5000 fr. in der Art begründet ist, dass die hievon entfallenden 
Interessen der Gefertigte lebenslänglich und nach seinem Tode die hochbejahrte Wirtin 
Anna Taborsky bis zu ihrem Tode zu beziehen haben wird“ ; 

endlich am 1. Juli 1871 die Silberrenten-Obligation per 1000 fr. mittels Widmungsurkunde 
ddto. Königgrätz 1. Juli 1871 folgenden Inhaltes: 

„Zu der von dem Gefertigten bei dem Königgrätzer bischöfl. Diöcesan-Knaben- 
seminar (Borromanim) mit 5000 fr. errichteten Studentenstiftung widmet der Unter- 
zeichnete annoch die convertierte Obligation mit Silberrente ddto. 1. Juli 1868, Nr. 454.237 
per 1000 fr., sage eintausend Gulden sammt Coupons, wovon der erste am 1. Jänner 
1872 zahlbar, unter denselben Bedingungen, wie sie in den Stiftsbriefen vom 12. No- 
vember 1857, 15. März 1868 enthalten sind. Von dieser Urkunde wird ein Pare bei dem 
kochwürdigsten bischöflichen Consistorium, das zweite bei dem Rechnungsführer des 
Borromseums aufbewahrt werden. Urkund dessen meine und zweier erbetenen HEL Zeugen 
Fertigung“ ; 

persönlich übergeben zwecks Errichtung einer Studentenunterstützungsstiftung bei dem 
Diöcesan-Knabenseminar in Königgrätz. 

Diese Obligationen wurden an den obgenannten Übergabstagen von dem bischöflichen 
Consistorium zu Händen des Diöcesan-Knabenseminars übernommen und die hievon ent- 
fallenden Interessen dem Herrn Domsenior Franz Pelikan jedesmal nach deren Fällig- 
keit eingehändiget, die Obligationen gegen nachstehende einheitliche 5°/ 0 ige mit einer 
nicht erhöhbaren Steuer von 16°/ 0 belastete Staatsschuldverschreibungen ausgewechselt: 


Nr. 1268 vom 1. April 1869 zu 1100 fr., 

Nr. 10.831 vom 1. August 1869 zu 900 fr., 

Nr. 16.395 vom 1. Jänner 1871 zu 3000 fr. und 

Nr. 17.293 vom 1. Juli 1871 zu . . . 1000 fr. 

zusammen . . . 6000 fr., 


welche alle mit dem Vinculum: „An das bischöfliche Consistorium zu Königgrätz als 
Studentenstiftung des Archidiacons Franz Pelikan beim Diöcesan-Knabenseminar“ — 
Zinsen beim k. k. Steueramte in Königgrätz — versehen sind. 

Da nun sowohl der Stifter selbst als auch die von ihm genannte Anna Taborsky, 
welche nach dessen Ableben die Interessen beziehen sollte und auch bis zu ihrem am 
25. Juni 1883 erfolgten Tode wirklich bezogen hat, gestorben ist, die Obligationen selbst 
ordentlich vinculiert und für das Diöcesan-Knabenseminar in Empfang und Verrechnung 


600 fr. 
100 fr. 
400 fr. 


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222 


Franz Pelikan. 


Frantisek Pelikan. 


222 


gestellt worden sind: so nimmt das bischöfliche Consistorium diese Stiftung an und ver- 
pflichtet sich für sich und seine Nachfolger, darüber zu wachen, dass vom 1. Juli 1897 
angefangen die von obigen Staatsschuldverschreibungen entfallenden Interessen jährlicher 
252 fr. österreichischer Währung zuerst zur Bedeckung der vom Stiftungscapital zu ent- 
richtenden 10°/ o igen Übertragungsgebür und der Kosten der Ausfertigung dieses Stifts- 
briefes verwendet und nach deren erfolgten Berichtigung vom Jahre 1900 ab nach Fällig- 
keit der Direction des Diöcesan-Knabensemimirs zur Unterstützung eines armen, fleissigen 
und wohlgesitteten in demselben befindlichen Studenten übergeben werden, welchen zu 
präsentieren der jeweilige hochwürdigste Bischof von Königgrätz als oberster Vorsteher 
des Diöcesan-Knabenseminars das Recht hat, wobei jedoch auf die aus Tynist Gebürtigen 
nach Möglichkeit stets Bedacht zu nehmen sein wird. — Der nach Deckung der Über- 
tragungsgebür und der Verbriefungskosten verbleibende Rest der Zinsen pro 1899 wird 
im Jahre 1900 dem Stiftungserträgnisse zugeschlagen und gemäss dieses Stiftsbriefes 
verwendet "werden. 

In Anbetracht dessen gelobt die Diöcesan-Knabenseminars- Verwaltung für sich und 
ihre Nachfolger, für die Sicherheit des Stiftungscapitals Sorge zu tragen, mit demselben 
ohne Bewilligung der jeweiligen competenten Stiftungsbehörden keine Änderung vorzu- 
nehmen, die Interessen alljährlich zu erheben und stiftungsgemäss zu verwenden. Urkund 
dessen sind von diesem Stiftsbriefe drei gleichlautende Exemplare verfasst, allseitig 
gefertigt und von zwei Zeugen mitgezeichnet worden. Eines davon wird bei der k. k. 
Statthalterei, das zweite bei dem bischöflichen Consistorium zu Königgrätz und das dritte 
bei der Direction des ^Diöcesan-Knabenseminars verwahrt w erden. 

Bischöfliches Consistorium zu Königgrätz, 
den 16. September 1897. 


Th. Dr. Franz Reyb mp., 

Direetor des Knaben seminars. 

Dobroslav Orel mp., 

Direetor des Knabenseminars, als Zeuge. 

Dr. Job. Nep. Soukup mp., 

Theologieprofessor, als Zeuge. 


(L. S.) Alois Frydek mp., 
Präses. 

Anton Pogerth mp., 
Itatli. 


Wird bestätigt. 


St.-Z. 12.417. 


Von der Böhm. k. k. Statthalter ei. 

Prag, den 22. Jänner 1898. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Heyrowsky mp. 

Original bei der k. k. Statthalterei zu Prag. Original u c. k. raistodr/.itelstvi v Praze. 


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223 


P. Florian Appelt, 


r. Florian Appelt 


223 


423. 

1857 

November 29. listopadu. 


P. Florian Appelt’sche Studenten- 
Stiftung. 

P. Florian Appelt , hat in seinem 
Codicille de dato Beichenbtrg am 29. No- 
vember 1857 ein Capital von 1000 fl. 
C. M. zu einer Studentenstiftung 
für arme Studierende aus seiner 
Verwandtschaft und in d er en Er- 
mangelung für arme, würdige Stu- 
dierende aus Dürfet, Böchl it z er 
Spreng eis, mit der Bestimm u n g ge- 
widmet, dass die Interessen dieses 
Capitals von einem Studierenden 
bis zur absolvierten achten Classe 
des Obergymnasiums bezogen wer- 
den sollen. 

Hiefür soll derselbe verpflichtet sein , 
auf die Meinung des Stifters allmonatlich 
die drei göttlichen Tugenden zu erwecken 
und alljährlich am Sterbetage des Stifters 
d. i. am 30. November eines jeden Jahres 
einer hl. Messe beizuwohnen. 

Dem jeweiligen Pfarrer in 
Böchl itz soll das Becht zu stehen , 
für diese Stiftung de n w ü r digstc n 
Studierenden in V or schlag zu 
bringen und zu präsentieren. 

Der Stiftsbrief wurde am 28. December 

1859 zu Beichenberg ausgefertigt und von 
der k. k. Statthalterei in Prag am 13. April 

1860 bestätigt. 

Gegenwärtig wird diese Stif- 
tung von der k. k. Statthalter ei in 
Prag über Präsentation des jewei- 
ligen Pfarrers in Böchlitz ver- 
liehen. 

Das Stiftungsvermögen, welches 2560 fl. 
beträgt, steht in der Verwaltung der k. k. 
Statthalterei in Prag. 

Die Jahrcsgebür des Stiftungsplatzes 
ist mit 100 fl. festgesetzt. 


Stndcntske nadäni P. Floriana 
Appelta. 

P. Florian Appelt venoval ve 
svem kodicilu sepsanem v Liberci dne 
29. listopadu 1857 jistinu 1000 zl. konv. m. 
na Student ske nadäni pro chude 
studujici ze sveho pfibuzenstva 
a nebylo-li by takovych, pro chude , 
zaslouzile studujici z Dörflu , 
farniho obvodu Bochlickeho, 
ustanoviv , ze ürokü z jistiny teto 
dostävati se mä studujicimu az 
do absolv oväni osme tfxdy vyssiho 
gymnasia. 


Studujici takovy mä za to povinen 
byti, na ümysl zalcladatelüv kazdeho mösice 
tri BozskS enosti vzbuditi a kazdoroenö 
v den ümrti zakladatclova, t. j. dne 
30. listopadu kazdeho roku, tnsi svate 
obeovati. 

Farär v Bochlici mä miti 
prävo, pro nadaci tuto nej zaslouzi- 
lejsiho studuj iciho navrhnouti a 
presentovati. 

List nadaeni byl dne 28. prosince 1859 
v Liberci vyhotoven a c. k. mistodrzitelstvim 
v Praze dne 13. dubna 1860 potvrzcn. 

Nyni udili nadaci tuto c. Je. 
mistodrzitelstvi v Praze po pre- 
sent aci farär e v Bochlici. 


Jmeni nadaeni v obnosu 2560 zl. 
spravuje c. k. mistodrzitelstvi v Praze . 

Bocni pozitek mista nadaöniho stanoven 
cästjcou 100 zl. 


I. 

C o d i c i 1 1 

zu meiner, das ist des Pefizienten-Pfarrers P. Florian Appelt in Reichenberg, letztwilligen 
Anordnung, vermöge welchem ich von der auf der Realität NC. 3 iu Oberhanichen zu 


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224 


P. Florian Appel t. 


P. Florian Appel t. 


224 


meinen Händen sichergestellten Forderung per zweitausend Gulden CMze, id est 2000 fl. 
CM., die eine Hälfte, d. i. eintausend Gulden CMze, id est 1000 fl. CM., zur Errichtung 
einer Studentenstiftung für arme Studierende aus meiner Verwandtschaft und in Ermang- 
lung derer für arme w ürdige Studierende aus Dörfel, Röchlitzer Sprengels, unter den für 
solche Stiftungen bestehenden gesetzlichen Modalitäten widme, so dass die entfallenden 
Zinsen von je einem Studierenden bis zur absolvirten achten Klasse des Obergymnasiums 
gegen dem bezogen und genossen werden, dass derselbe allmonatlich auf die Meinung 
des Stifters die drei göttlichen Tugenden erwecke und an dessen Sterbetage eine heilige 
Messe auf diese Meinung höre. 


Zugleich soll demselben*) das Recht zustehen, den zum Genüsse der obgenannten 
Studentenstiftung würdigsten Studierenden in Vorschlag zu bringen und zu präsentireu. 
Urkund dessen meine eigene und dreier Herren Zeugen eigenhändige Fertigung. 
Reichenberg, am 29. November 1857. 

P. Anton Henke mp., 

Kaplan in Reichenberg, als Zeuge. 

Ignaz Kriz mp., 
als Zeuge. 

Josef Sturm mp., 
erbetener Zeuge. 

Vorstehendes Codicill wurde am 9. Dezember 1857 bei dem k. k. st. d. Bezirks- 
gerichte dem ganzen Inhalte nach kundgemacht. 

(L. S.) \ Lammel mp.. 

k. k. K.-G.-Adjunkt. 

Dass diese offo-Abschrift mit dem ungestempelten, in der hiergerichtlichen Regi- 
stratur aufbewahrten Originale wörtlich gleichlautend sei, wird bestättigt. 

Vom Expedite des k. k. st. d. Bezirksgerichtes Reichenberg, 
am 14. Dezember 1857. 


Pater Florian Appelt mp., 
Stifter. 


(L. S.) 


Johann Schuster mp., 
k. k. Kreisgerichts-Official. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statthalterei 
in Prag. 


Overcny epis u c. k. mistodrzitelstvf v Praze. 


II. 

/ 36 kr. \ 

V Stempel ) 

Stiftsbrief. 


Der endesgefertigte Pfarrer zu Röchlitz und die Vorsteher der k. k. Landes- 
hauptkassa urkunden und bekennen hiemit, es habe der am 30. November 1857 zu 
Reichenberg verstorbene Defizientenpfarrer P. Florian Appelt, gebürtig aus Dörfel, 
Bezirk Reichenberg, Kreis Bunzlau, laut Testaments-Codicill ddto. Reichenberg 29. No- 
vember 1857 ein Capital per 1000 fl., sage eintausend Gulden CMze., zu einer Studenten- 
stiftung für arme Studierende aus seiner Verwandtschaft und in deren Ermanglung für 
arme würdige Studierende aus Dörfel, Röchlitzer Sprengels, vermacht, so dass die ent- 
fallenden Zinsen von je einem Studierenden bis zur absolvirten achten Klasse des Ober- 
gymnasiums bezogen und genossen werden sollen; wogegen derselbe verpflichtet ist, auf 


*) D. i. dem jedesmaligen Pfarrer zu Röchlitz. 


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225 


P. Florian Appclt. 


r. Florian Appel t. 


225 


die Meinung des Stifters allmonatlich die drei göttlichen Tugenden zu erwecken und 
alljährlich an dessen Sterbetage einer heiligen Messe beizuwohnen. 

Den würdigsten Studierenden für den Genuss dieser Stiftung vorzuschlagen und zu 
präsentiren ist laut Testaments-Codicill ausschliessliches Recht des jedesmaligen Pfarrers 
in Röchlitz. 

Dieses Stiftungscapital per 1000 fl. CMze., welches auf der Realität der Anna 
Scheutier in Ober-Hanichen Nr. 3 versichert war, ist von derselben Anna Scheufler laut 
Bericht der k. k. Landeshauptkassa vom 5. Juli 1858, Z. 14.235, sammt den hievon 
fälligen Interessen per 19 fl. 26 3 / 4 kr. CMze. durch das k. k. Steueramt in Reichenberg 
unterm 22. April 1858 sub Journ. Art. 350 für die obgenannte Stiftung beim Studenten- 
stiftungsfonde in Empfang gestellt und dafür bei einem unverwendet verbliebenen Baar- 
betrage von 1 fl. l 3 / 4 kr. CMze. von der k. k. Staatsschulden-Tilgungsfonds- Hauptkassa 
eine 5% vom L April 1858 verzinsliche Nationalanlehens-Obligation von 1200 fl., sage 
zwölfhundert Guden CMze., angekauft worden, welche mit mehreren andern Nationalanlehens- 
Obligationen des böhmischen Studentenstiftungsfondes in die grosse, bei der k. k. Landes- 
hauptkassa in Verrechnung stehende Nationalanlehens-Obligation Nr. 50.150 ddto. 1. April 
1858 von 6690 fl. CMze. zusammgeschrieben worden ist. 

Die k. k. Landeshauptkassa übernimmt zugleich die Verpflichtung, über die Ge- 
barung dieses Stiftungscapitals alljährlich der k. k. Staatsbuchhaltung Rechnung zu legen. 

Der gefertigte Pfarrer zu Röchlitz übernimmt für sich und seine Nachfolger das 
Präsentationsrecht und verbindet sich für sich selbst und alle seine Amtsnachfolger sowie 
sich auch die mitgefertigten Vorsteher der k. k. Landeshauptkassa für sich und ihre 
Nachfolger auf immerwährende Zeiten verbinden, diese Studentenstiftung in der oben 
bestimmten Weise stets aufrecht zu erhalten und mit dem Stiftungsvermögen derselben 
ohne hochlandesstellige Genehmigung keine Änderung vorzunehmen und in allem die 
gesetzlich vorgeschriebene Ordnung gewissenhaft zu beobachten. 

Urkund dessen ist dieser Stiftsbrief in drei gleichlautenden Exemplaren, wovon 
eines bei der k. k. hohen Landesstelle, das andere beim hochwürdigen bischöflichen 
Konsistorium zu Leitmeritz und das dritte im Pfarrarchive zu Röchlitz hinterlegt wird, 
ausgestellt und von sämmtlichen Interessenten und zwei Zeugen gefertiget worden. 

So geschehen zu Reichenberg am 28. Dezember 1859. 

Augustin Johann Viditz mp., (L. S.) Franz Meysel mp., 

k. k. Hauptkassen-Director. Dechant und bischöflicher Bezirksvikär. 

Adolf Hertl mp., 

Controlor. 

Emanuel Preisler mp., 
als Zeuge. 

Joseph Ulbrich inp., 
als Zeuge. 


Nr. 18.324. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestättigt. 


Von der k. k. Statthalterei. 
Prag, am 13. April 1860. 

Für den k. k. Statthalter: 

(L. S.) Kellersperg mp. 


Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 


VL 


29 


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220 


Karl Hanl Freiherr v. Kirchtreu. 


Karel Hanl svob. pan z Kirchtreu. 2*26 


424 . 

1858 

Jänner 28. ledna. 


Bischof Karl Hanl Freiherr von 
Kirchtreu’sche Stiftung für Lehramts* 
candidaten. 

Karl Hanl Freiherr von Kirch- 
treu , Bischof in Königgrätz , widmete 
laut des unterm 22. März 1858 von der 
k. k. Statthalterei in Prag bestätigten Stifts- 
briefes de dato Königgrätz am 28. Jänner 
1858 eine fünfpercentige Staatsschuld- 
verschreibung über 1000 fl. C. M. zur Er- 
richtung einer Stiftung für einen 
armen, f leis si gen und gut gesitteten 
Lehr amt scandidaten aus der König - 
grätzer bischöflichen Diöcese. Be- 
finden sich unter den Bewerbern 
um diese Stiftung Söhne armer 
B iöce san -Schullehr er oder Söhne 
der ehemaligen Chraster Unter - 
thanen , so soll auf diese besondere 
Rücksicht genommen werden. 

Der Genuss dieser Stiftung beginnt 
von dem Eintritte in den Lehr amt scandidatcn- 
Cttrs und dauert durch zwei Jahre . Besitzt 
der Stiftling besondere musikalische Kennt- 
nisse und wird er von den Vorstehern des 
Lehrer- Pä dagogiums für den Besuch der 
Orgelschnle als geeignet erkannt , so soll ihm 
der Stiftungsgenuss noch auf ein Jahr 
belassen werden. 

Das Präsentationsrecht für 
diese Stiftung behielt sich der Stif- 
ter auf seine Lebenszeit vor; nach 
seinem Tode soll es seinem Nach- 
folger im Bisthum und im Falle 
der Sed isvacanz dem bischöflichen 
Consistorium in Königgrätz zu- 
steh en. Bei Verleihung dieser Stiftung ist 
stets der grösseren Dürftigkeit , der tadel- 
loseren Aufführung und dem emsigeren 
Flciss der Vorzug zu geben. 

Der Stiftling hat für die ihm durch 
diese Stiftung zutheil gewordene Wohl- 
thnt während des Genusses derselben all- 
jährlich am Gebinistage des Stifters , d. i. 
am 4. September, einer hl. Messe beizuwohnen 
und bei derselben ein andächtiges Gebet für 
den Stifter zu verrichten. 


Nadace biskupa Karla Hanla svobod- 
neho pana z Kirchtreu pro cekatele 
uradu ucitelskeho. 

Karel Hanl svobodny pan 
z Kirchtreu , bisktip v Krdlove 
Hradci, venoval vedle listu nadaentho 
v Krdlove Hradci dne 28. ledna 1858 
sepsaneho a c. lc. m istodrzitelstvim v Praze 
dne 22. bfezna 1858 potvrzeneho 5% statni 
dluzni üpis na 1000 zl.konv.m. ke z fizeni 
nadace pro chudeho , pilneho a 
mravnelio öekatelc uradu ucitel- 
skeho z biskupske di ec esc Krdlove - 
liradecke. Jsou-li mezi zadateli 
o nadaci tuto take synove chudych 
uöitelü ze skol vdiecesi aneb sgnove 
byval geh Ch ra st sk y ch poddany ch , 
budiz k nim obzvlastc prihlizcno. 


Pozivani nadace teto poene vstoupenim 
do kur su pro cekatele uradu ucitelskeho 
a trvd po dvö leta. Md-li nadanec obzvldstni 
hudebni vedomosti, a uznaji-li jej pred- 
staveni pedagogia ucitelskeho za zpüsobileho 
kndvsteve skoly varhanicke, budiz mupozitek 
nadaent jestÖ na rok poncchan. 


Prdvo present aeni pro tuto 
nadaci zü st avil zakladatel na cas 
sveho zivota sobö, po smrti j eho pr i- 
sluSeti melo jeho ndstupei v biskup - 
stvi a kdyz by stolice biskupsJcd 
byla uprdzdncna , biskupske konsi - 
stori v Krdlove Hradci. Pri udilcnt 
nadace teto ddna budiz pfedmst vzdy vetsi 
j potrebnosti, bezühonnemu chovdni a üsilov - 
nejsi pili. 

Nadanec za dobrodini, jehoz se tun 
udölenim nadace dostane, md po cas pozt- 
rdni nadace kazdorocnÖ v den narozenin 
zakladatelovych, t. j. dne 4. zart, msi sr. 
obeovati a pri ni ndbozne za zakladatelc 
se pomodliti. 


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227 Karl Hanl Freiherr v. Kirchireu. 


Karel Hanl svob. pan z Kirchtreu. 227 


Di ese Stiftung wird von dem 
h i scliöf liehen Consistor i u m i n 
König g rät z verwaltet und von dem 
jeweiligen Bischof in Königgrät z 
verliehen. 

Das Vermögen dieser Stiftung beträgt 
1000 fl., aus dessen Erträgnisse ein Platz 
mit der Jahresgebür von 42 fl. dotiert wird. 


Nadaci tuto spravuje biskupskd 
ho nsistor v Krdlove Hradci a udtli 
ji vzdy biskup v Krdlove llradci. 

Jmeni nadace teto obndsi 1000 zl ., 
zjehoz vytezku dotuje se jedno misto s roönim 
pozitkem 42 zl. 


( 15 kr. \ 

\ Stempel. / 

Stiftsbrief 

über eine Lebramtskandidaten-Stiftung in Küniggrätz. 

Um armen, fleissigen und gutgesitteten Lehramtskandidaten der mir anvertrauten 
Küniggrätzer bischöflichen Diözese eine Unterstützung zu verschaffen und sie zur berufs- 
mässigen Ausbildung zu ermuntern, habe ich mich entschlossen, für selbe eine Stiftung 
zu errichten, und widme hiezu die hiefür bereits vinculirte fünfpercentige Staatsschuld- 
verschreibung vom 1. März 1857, Nr. 2637 Serie a von eintausend Gulden Conv. Mze. 

Ich mache über diese Stiftung folgende Bestimmungen: 

1. Diese Stiftung und der damit verbundene fünfperzentige Interessenertrag von 
50 fl. CM. ist für arme, fleissige und gutgesittete Lehramtskandidaten aus der KÖnig- 
grätzer bischöflichen Diözes bestimmt. — Befinden sich unter den Bewerbern um diese 
Stiftung Söhne armer Diözesan- Schullehrer oder Söhne der ehemaligen Chraster Uuter- 
thanen, so ist auf diese besondere Rücksicht zu nehmen. 

2. Der Genuss dieser Stiftung beginnt von dem Eintritt in den Lehramtskandidaten- 
Curs und dauert durch zwei Jahre. Besitzt der Stiftling besondere musikalische Kennt- 
nisse und wird er von den Vorstehern des Lehrer-Pädagogiums für den Besuch der 
Orgelschule als geeignet erkannt, so ist ihm der Stiftungsgenuss noch auf ein Jahr zu 
belassen. 

3. Das Präsentationsrecht für diese Stiftung behalte ich mir auf meine Lebenszeit 
selbst vor; nach meinem Tode übertrage ich es an meine Herren Nachfolger im Bisthum 
und im Fall der Sedisvacanz dem bischöflichen Konsistorium mit der Bitte, die oben 
gemachten Bestimmungen genau handzuhaben und bei Verleihung derselben stets der 
grösseren Dürftigkeit, der tadelloseren Aufführung und dem emsigeren Fleiss den Vorzug 
zu geben. 

4. Der diese Stiftung geniessende Lehramtskandidat hat zur dankbaren Anerkennung 
der ihm dadurch erzeugten [sic] Wohlthat während dem Genuss derselben jährlich an 
meinem Geburtstage, dem 4. September, einer heil. Messe beizuwohnen und hei derselben 
ein andächtiges Gebet für mich zu verrichten. 

Urkund dessen habe ich das gegenwärtige Stiftungsinstrument nicht nur eigenhändig 
unterschrieben und besiegelt, sondern auch zwei Herrn Zeugen zur Mitfertigung eigends 
ersucht. 

Gegeben in meiner Residenz zu Küniggrätz am 28. Jänner 1858. 

Franz Pelikan mp., (L. S.) Karl Hanl mp., 

Domsenior als Zeuge. Bischof als Stifter. 

Johann Rais mp., 

Domkapitular als Zeuge. 


Nr. 7598. 

Nachdem die oberwähnte, an das bischöfliche Konsistorium zu Küniggrätz als Stif- 
tung Sr. Excellenz des hoclnvürdigsten Herrn Bischofs Karl Hanl für einen Lehramts- 
kandidaten an der Küniggrätzer Lehrerbildungsanstalt, mit Verzinsung vom 1. März 1857 
angefangen, lautende Staatsschuldverschreibung ddto. l.März 1857 per 1000 fl. ä 5% CM. 
in die Verwahrung des gefertigten bischöflichen Konsistoriums übernommen worden ist, 
VI. 29* 


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228 


Karl Hanl Freiherr v. Kirchtreu. 


Karel Hanl svob. pan z Kirchtreu. 


228 


so gelobet dasselbe hiemit, für die immerwährende Erhaltung dieser Stiftung und des 
Stiftungscapitals getreulich Sorge zu tragen, die Interessen zeitgehörig zu erheben und 
au den Tit. Herrn Stifter, resp. an den jeweiligen hochwürdigsten Herrn Bischof von 
Küniggrätz oder nach seiner Bestimmung an den Stiftling, zu übergeben. 

Zur Urkunde dessen ist der gegenwärtige Stiftsbrief in 3 Exemplarien, wovon 
1. Pare bei der hohen k. k. Statthalterei, das zweite bei der Lehrerbildungsanstalt zu 
Küniggrätz und das 3. in der Konsistorialkassa aufbewahrt werden soll, — verfasst und 
allseitig sowie auch von zwei Zeugen eigenhändig unterschrieben worden. 

Konsistorium zu Küniggrätz 
den 4. Februar 1858. 

Anton Kukla mp., (L. S.) Vincenz Prasky mp., 

als Zeuge. Präses. 

Josef Ant. Srütek mp., Franz Pelikan mp., 

als Zeuge. Konsist.-Rath. 

Nr. 12662. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der Böhmischen k. k. Statthalterei. 

Prag am 22. März 1858. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Forgach mp. 


Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 


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220 


Jakob Santner. 


Jakob Sfiutncr. 


229 


425 . 

1858 

Jänner 31. ledna. 

Jakob Sautner’sche Stiftung für Nadani Jakuba Sautnera pro cekatele 
Lehramtscandidaten. üradu ucitelskeho. 


Jakob Sau tu er, pensionierter Je. Je. 
Hauptmann -Garnisons- Auditor in Freistadt , 
errichtete mittels Widmungsurkundc de dato 
Freistadt am 31. Jänner 1858 eine Stiftung 
zur Unterstützung von Lehramtscandidaten 
aus dem St if t - Hohen/ u rth er Patronat sbezirkc 
und widmete zu diesem Zweclce eine d°/o 
Staatsschuldverschreibnng über 4000 fl. 
C. M. mit der Bestimmung , dass mit den 
von diesem Capitale entfallenden 5°/ 0 In- 
teressen im Betrage von 200 fl. C. M. 
vier studierende Knaben , welche 
sieh dem Lehrfache widmen , jeder 
mit einem U nt er stützungsbetrage 
von 50 fl. C. M. betheilt werden 
sollen . 

Diese Knaben müssen vorzugs- 
weise aus dem Patronatsbezirke 
des Cistercicnser -Ordensstiftes zu 
Hohen furtli, nämlich aus den Pf arr- 
spr eng ein: Hohe nf u rth, Oberhaid , 
B 6sen berg , Un terha i d, Deuts ch - 
Reichenau , Strobnitz , Driesendorf 
P ay re schau, Strycic , Umlotv i t z, 
Bo scnthal-, P rietlial, H ö ritz, Mal- 
sching , Heuraff cl und Kapellen , 
von ehr ist katholischen Eltern ge- 
bürtig und frei von phy si sehen 
Leibesgebrechen sein , den vor ge- 
schriebenen Schulunterricht vom 
6. bis zum zurückgelegten 12. Lebens- 
jahr beigewohnt und überdies die 
Gegenstände der 4. Haupt schul- 
et asse und einige Musik im 13. Le- 
bensjahr mit solch em Er f olg erlernt 
haben , dass sie sich einer vorzu- 
nehmenden Prüfung mit Zuversicht 
unter zieh en können. Ist diese Vor- 
prüfung mit gutem Erfolge aus- 
gefallen und steht dem Eintritte 
in die erste C las sc einer drei - 
classigen Unterrealschule weiter 
nichts entgegen als die etwaige Un- 
vermögenheit der Eltern zur nöthigen 
Verpflegung ihres Knaben , so kann 


Jak uh Sautner , c. k. garn. hejtman 
auditor vc vysluzbe v Cählavi , zridil 
vcnovaci listinu sepsanou v Cählavi 
dne 31. ledna 1858 nndaci Jeu podporoväni 
cckatelu üradu ucitelskeho z patronätniho 
obvodu leidst er a vc Vyssitn Brodc a vinoval 
k ücclu tomuto 5% Statut dl uz nt üpis na 
4000 zl. konv. m. ustanoviv , ze 5% üroky , 
kterez jistina tato ponese, v obnosu 200 zl. 
konv. m. podeliti j es t ctyry studujict 
hochy , kteri u eitelst v i se venuji , 
a sice kazdeho podporou v obnosu 50 zl. 
konv. m. 


Hosi tito must pfedevsim 
z patronätniho obvodu klästera 
rädu Cistercü vc Vyssim Brodc , 
totiz z farnich osad: Vyäsi 

Brod, Dvoristö Horni, Roimberk ) 
D vor ist ö Dolni , Ncmecky Rychnor, 
Strobnice , Strizov, Borsov , Stryöice) 
Omlenice , Bozmitäl , Pridöli , Ilofice^ 
Myslany , llejrov a Kaplice (ob ec 
Sch önfelden) z krestansko-kato^ 
lickycli rodicü pochäzeti a byti 
prosti fysickyeh vad telesnych. 
Däle se zädä , aby pfedepsane vy- 
ucovänt skolni od 6. az do dokon a- 
neho 12. roku veku sveho jiz byli 
odbyli a mim o to predmöt um ctvrte 
tridy hlavni skoly a nejake hudbe 
v 13. roce veku s takovym prospöchem 
se byli n au 6 Hi, aby s jistotou pod-> 
robiti se mohli zkousce, jez s nimi 
se pf edsevezme. Dopadla-li tato 
pfcdböznä zkouska dobreanevadili 
v stoupeni do prvni tridy trojtridni 
nizsi re alle y däle nie jineho nezli 
s n ad j en ne m aj et no st rodic ü , k t er i 
hochu potrebneho zaopatfeni däti 
n e m o li o u, budiz pro dotyc n eh oho ch a 
jestö pfed zapocctim prvniho pill - 
letniho vyucoväni pülletni ödst 


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230 


Jakob Sautner. 


Jakub Sautner. 


230 


für den betreffenden Knaben noch 
vor Beginn des ersten halbjährigen 
Unterrichtes der halbjährige Unter- 
stützungsbetrag von 25 fl. C. M. 
verabfolgt werden. 

Würde jedoch hei einem talentierten , 
hoffnungsvollen Knaben wegen seiner und 
seiner Eltern Armut die private Erlernung 
der Gegenstände der 4. Uauptschxdclasse nicht 
thunlich sein , so kann dm selben ein Unter- 
stützungsbetrag von 25 fl. C. M. für das 
ganze Jahr im vorhinein verabfolgt werden . 

Für den Fall , als sich um diese 
Stiftung auf dem Stift-Hohen- 
further Patronatsbezirke keine ge- 
nügende Anzahl von Bewerbern 
finden sollte , können diese Plätze 
auch an Knaben chri stkatholischer 
Eltern aus andern Bezirken und 
Kreisen der österreichischen Kron- 
länder verliehen werden. 

Wenn nach Ablauf eines Jahres die 
Stiftungsinteressen nicht zur Verwendung 
gelangen und voi'aussichtlich auch für das 
nächste Jahr nicht benöthigt werden , so 
können dieselben entweder fruchtbringend 
angelegt oder zur Unterstützung solcher 
Jünglinge verwendet werden , die nach Ab- 
solvierung der pädagogischen Studien ohne 
ihr Verschulden nicht gleich eine Anstellung 
im Lehrfache erhalten können. 

Die Verwaltung des Stiftungsvermögens 
und die Verleihung der Stiftungsplätze 
überliess der Stifter dem jeweiligen Abte 
des Cistercienser Stiftes Hohenfurth. 

Der Stiftsbrief wurde am 1. Mai 1858 
ausgefertigt und von der Statthalterei in 
Prag am 10. Juli 1858 bestätigt. 

Gegenwärtig wird diese Stif- 
tung von dem Abte des Cistercienser - 
Stiftes Hohenfurth an Zöglinge 
einer Lehr erb il düng s an st alt ver- 
liehen. 

Das Vermögen dieser Stiftung, welches 
vom Cistercienser-Stifte Hohenfurth ver- 
waltet wird , beträgt 5888 fl. 10 kr., aus 
dessen Reinerträgnisse 4 Plätze, jeder mit 
einer Jahresgebür von 52 fl. 50 kr., datiert 
werden. 


podpory v obnosu 25 zl. konv. m. 
vyplacena. 


Nebylo-li by nadanemu, nadejnemu 
hochu pro chudobu vlastni a rodicü jeho 
Izc soukromni predmttiim ctvrte tridy 
hluvni skoly se nauciti, budiz mu podpora 
v obnosu 25 zl. konv. m. na cely rok 
predem vyplacena. 

Nchläsil-li by se o nadaci tuto 
v obvodu patrondtu kl äst er a ve 
Vyö&im Brodö dostateöny poöet 
zadatelü, budtei udölena mista 
tato i hochüm kJ estansko-katolickych 
rodicü z jinych okresü a krajü 
Rakouskych zemi korunnich. 

Neupotrcbi-li se po uplynuti roku 
ürokü nadaönich a dä-li se oöekävati , ze 
jich take v pristim roce nebude zapotrebi, 
budtez na ürok ulozeny aneb vynalozeny 
na podporu takovych jinochü, kteri po 
absolvovdm pcdagogickych studii bez vlastni 
viny nemohou ihned na misto uöitelske 
dosazeni byti. 

Sprdvu jmeni nadaeniho a udileni tnist 
nadaönich züstavil zakladatel pro vzdy 
opatu leidstem Cistercü ve Vyssim Brodö. 

List nadaöni byl dne 1. kvetna 1858 
vyhotoven a mistodrzitclstvim v Praze dne 
10. cervence 1858 potvrzen. 

Nyni udili nadaci tuto opat 
kldstera Cistercü ve Vyssim Brode 
chovancüm nektereho ustavu pro 
vzdölant ucitelü. 

Jmeni nadacc teto v obnosu 5838 zl. 
10 kr. spravuje Master Cistercü ve 
Vyssim Brodö ; z cistcho vytezku jmeni 
toho dotuji se ctyry mista s roönim platem 
po 52 zl. 50 kr. 


I. 


/ 10 fl. CM. \ 

\ Stempel. / 

Widmungs-Urkunde. 

Ich am Ende gefertigter Jakob Sautner. gebürtig aus dem Markte Oberhaid in 
Böhmens Budweiser Kreise, k. k. Hauptmann-Garnisons-Auditor, d. Z. im Pensionsstande 
zu Freystadt-Oberösterreichs, beabsichtige für immerwährende Zeiten, um dem bereits 


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231 


Jakob Sautner. 


Jakub Sautner. 


231 


fühlbaren Mangel an Unterlehrern gegenwärtig und hinkünftig einigermassen abzuhelfen, 
vier Stipendien für Lehramtskandidaten mit der auf den Namen dieser Stiftung 
bereits viukulirten Staatsschuldverschreibung Nr. 3341 ddto. Wien am 1. Jänner 1858 
ä 5°/,, im Betrage per. 4000 fr. CM., d. i. viertausend Gulden Conventions- 
Münze ä 5%, unter folgenden Bestimmungen zu gründen ; nemlich : 

l ten# * Von den vom erwähnten Stiftungskapitale alljährlich entfallenden 5°/ 0 Inter- 
essen per 200 fr. CM. sollen vier studirende Knaben, welche sich dem Lehrfache 
widmen, jeder mit einem Unterstützungsgelde von jährlich 50 fr. CM. betheilt werden. 
Diese Knaben müssen vorzugsweise aus dem Patronatsbezirke des Zisterzienser-Ordens- 
stiftes zu Hohenfurt, nemlich aus den Pfarrsprengeln : Hohenfurt, Oberhaid, Rosenberg, 
Unterhaid, Teutschreichenau, Strobnitz, Driesendorf, Tayreschau, Stritzitz, Umlowitz, 
Rosenthal, Priethal, Höritz, Malsching, Heuraffel und Kappeln, von christkatholischen 
Eltern gebürtig und frei von fisischen Leibesgebrechen sein, auch dem vorgeschriebenen 
Schulunterrichte vom sechsten bis zum zurückgelegten zwölften Jahre beigewohnt und 
überdies die Gegenstände der 4 ttu Hauptschulklasse und einige Musik im 13 ten Lebens- 
jahre mit solchem Erfolge erlernt haben, dass sie sich einer vorzunehmenden Prüfung 
mit Zuversicht zu unterziehen vermögen. 

2 tcn# - Ist diese Vorprüfung zur vollen Zufriedenheit der Prüfungskommission und des 
P. T. Herrn Präsentanten bestanden und es steht dem Eintritte in die erste Klasse einer 
dreiklassigen Unter-Realschule weiter nichts entgegen als die etwaige Unvermögenheit 
der Eltern zur nöthigen Verpflegung ihres Knaben, welchen Umstand beizubringende 
Zeugnisse von Seite der Herrn Seelsorger und der löbl. politischen Behörden darzuthun 
haben, so kann der P. T. Herr Stiftungsprotektor und Präsentant für den betreffenden 
Knaben noch vor Beginn des ersten halbjährigen Unterrichtes den halbscheidigen Unter- 
stützungsbeitrag per 25 fr. CM. anweisen und verabfolgen lassen. Würde jedoch bei 
einem talentirten, hoffnungsvollen Knaben seiner und seiner Eltern Armuth wegen die 
privative Erlernung der Gegenstände der 4 ,en Hauptschulklasse nicht thunlich sein, so 
kann nach Erachten des P. T. Herrn Präsentanten demselben ein Unterstützungsbeitrag 
von 25 fr. CM. für das ganze Jahr anticipando verabfolgt werden. 

3tens. Diese Anweisung und Erfolglassung findet mit Beginn eines jeden halben 
Jahres statt, wenn der betreffende Jüngling den Beweis seines Fleisses und guten Ver- 
haltens liefert ; zeigt sich jedoch bei demselben schon im ersten halben Jahre kein ent- 
sprechend gutes Betragen, kein ergiebiger Fleiss oder keine Fruchtbarkeit in Erlernung 
der vorgetragenen Gegenstände, so ist derselbe des weiteren Unterstützungsbeitrages 
vollends verlustig. Diese Bedingung hat überhaupt während der Dauer des dreijährigen 
Unterrichtes in der Unter-Realschule Platz zu greifen. 

4 ten, -Von dem Anfänge des ersten halben Jahres, als ein solcher musterhafter Jüng- 
ling mit Lust und Neigung in die pädagogische Lehranstalt als Präparand Übertritt und 
während der Zeit seines Verweilens in derselben durch sein nachhaltiges gutes Verhalten 
sowie durch Erlernung der vorgetragenen Gegenstände die vollkommene Zufriedenheit 
des P. T. Herrn Präsentanten auf Grund der halbjährig vorzulegenden Zeugnisse erwirbt, 
auch Eifer und Fleiss in Aneignung der nothwendigen Kenntnis der Kirchenmusik nach- 
Weiset, kann demselben der erwähnte Unterstützungsbeitrag mit 25 fr. CM. halbjährig 
angewiesen und erfolgt werden. 

5 tens * Fi ir den Fall, als in dem erwähnten Stift-Hohenfurter Patronatsbezirke die 
nothwendige Zahl der Stiftlinge nicht immer aufgebracht werden könnte, soll der P. T. 
Herr Präsentant befugt und berechtiget sein, auch aus andern Bezirken und Kreisen 
der verschiedenen österreichischen Kronländer Knaben von christkatholischen Eltern auf- 
zunehmen und denselben die restlichen Stipendien zuzuwenden. 

0tens. Wenn nach Verfluss eines Jahres die Stiftungs-Interessen auf den erwähnten 
Stiftungszweck nicht nothwendig waren und diese voraussichtlich auch für das folgende 
Jahr zu der bezeichneten Stiftung nicht erforderlich werden, so sind dieselben nach Gut- 
befinden des P. T. Herrn Präsentanten entweder in eine Sparkasse fruchtbringend nieder- 
zulegen, oder für noch unterstützungsbedürftige Jünglinge derart zu verwenden, dass 
letzteren nach besonders gut beendetem pädagogischen Lehrkurse dann, wenn sie nicht 
gleich ohne ihr Verschulden eine Anstellung oder Unterkunft beim Lehrfache erlangen, 
und zw*ar einem jeden der einjährige Unterstützungs-Beitrag per 50 fr. CM. in halb- 
jährigen Anticipatraten zur Auszahlung angewiesen und verabfolgt werde, durch welches 


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232 


Jakob Sautner. 


Jakub Sautner. 


232 


Jahr der qualifizirte Untorlehrer sich vorzugsweise in der geräuschlosen Kirchenmusik 
eitrigst zu üben und zu vervollkommen hat. 

ytens. g 0 ]ite sich im Verlaufe der Zeit eine Verminderung dieses Stiftungskapitals 
ergeben, so ist dieser Ausfall successive aus dem Stiftungserträgnisse zu ergänzen oder 
bei unumgänglicher Notliweodigkeit die Zahl der Stiftlinge zu verringern. 

g:en». Dj e Übernahme der Besorgung des vorliegenden Stiftungsgeschäftes und die 
Wahl der zu unterstützenden studirenden Knaben und Lehramtskandidaten wird sich 
von dem hochwürdigsten Herrn Abten und Landesprälaten Leopold Wackarz und den 
dereinstig nachfolgenden P. T. Herrn Vorstehern des Zisterzienser-Ordensstiftes zu Holien- 
furt als Schulpatron erbeten, welche auch in alldem, w r as hiebei zur Frage kömmt, 
entscheiden und das Zweckdienliche verfügen, sowie es ihm und seinen Nachfolgern 
auch frei steht, zur Besorgung eines oder des andern Geschäftes rechtliche Personen zu 
erwählen. 

Dieser meiner intentirten Stiftung wolle die behördliche Genehmigung nicht versagt, 
vielmehr die alsbaldige Einleitung getroffen werden, damit dieselbe zur fortwährenden 
Erhaltung mittelst Errichtung des Stiftungs-Instrumentes sichergestellt und in der ange- 
gebenen Intention effectuirt werde. 

Das Erträgnis der Stiftung soll vom 1. Juli 1858 an zu laufen beginnen. 

Freystadt im Mühlkreise Oberösterreichs am 31. Jänner 1858. 

Josef Schmid mp., (L. S.) Jakob Sautner mp., 

Lehrer, als Zeuge. Hauptmann -Garnisons-Auditor im Pensions-Stand. 

Ignaz Hell mp., 

Lehrer, Zeuge. 


Original im Archive des Cistercienserordens- 
stiftes Hoheufurth. 


Original v arehivu Cistereiackeho klastera 
ve Vyssim Brode. 


( 10 fl. \ 

\ CM. Stempel. / 


XI. 


Der am Ende gefertigte P. Leopold Wackarz, Abt des Zisterzienser-Ordensstiftes 
zu Hohenfurt in Böhmens Budweiser Kreise und Hohenfurter Bezirke, Landesprälat 
und Schulpatron, bekennet kraft gegenwärtigen Stiftungs-Instrumentes: Es habe Herr 
Jakob Sautner, gebürtig aus dem Markte Oberhaid in Böhmen, k. k. Hauptmann- 
Garnisons-Auditor, derzeit im Pensionsstande zu Freistadt in Oberösterreich, gemäss 
der Widmungsurkunde vom 31. Jänner 1858 — in der Absicht, dem bereits fühlbaren 
Mangel an Unterlehrern gegenwärtig und hinkünftig einigermassen abzuhelfen — eine 
Stiftung zur Unterstützung von Lehramtskandidaten aus dem Stift-Hohenfurter Patronats- 
bezirke mit dem in der vinkulirten Staatsschuldverschreibung Nr. 3341 ddto. Wien am 
1. Jänner 1858 ä 5% sichergestellten Capitale per 4000 fr. CMze unter folgenden 
Bestimmungen für immerwährende Zeiten gegründet; und zwar: 

1. Von den vom erwähnten Stiftungskapitale alljährlich entfallenden 5% Interessen 
per 200 fr. CMze sollen vier studierende Knaben, welche sich dem Lehrfache widmen, 
jeder mit einem Unterstiitzungsgelde von jährlich 50 fr. CMze betheilt werden. Diese 
Knaben müssen vorzugsweise aus dem Patronatsbezirkc des Zisterzienser-Ordensstiftes 
zu Hohenfurt, nämlich aus den Pfarrsprengeln : Hohenfurt, Oberhaid, Rosenberg, Unterhaid, 
Teutschreichenau, Strobnitz, Driesendorf, Payerschau, Stritzitz, Umlowitz, Rosenthal, 
Priethal, Höritz, Malsching, Heuraffel und Kappeln, von christkatholischen Eltern gebürtig 
und frei von physischen Leibesgebrechen sein, auch dem vorgeschriebenen Schulunterrichte 
vom sechsten bis zum zurückgelegten zwölften Jahre beigewohnt und überdies die 
Gegenstände der 4 ten Hauptschulklasse und einige Musik im 13 ten Lebensjahre mit 
solchem Erfolge erlernt haben, dass sie sich einer vorzunehmenden Prüfung mit Zuver- 
sicht zu unterziehen vermögen. 

2. Ist diese Vorprüfung zur vollen Zufriedenheit der Prüfungskommission und des 
P. T. Herrn Präsentanten bestanden und es steht dem Eintritte in die erste Klasse einer 


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Jakob Sautner. 


Jakub Sautner. 


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dreiklas3igen Unter-Realschule weiter nichts entgegen als die etwaige Unvermögenheit 
der Eltern zur nöthigen Verpflegung ihres Knaben, welchen Umstand beizubringende 
Zeugnisse von Seite der Herrn Seelsorger und der löbl. politischen Behörden darzuthun 
haben, so kann der P. T. Herr Stiftungsprotector und Präsentant für den betreffenden 
Knaben noch vor Beginn des ersten halbjährigen Unterrichtes den halbscheidigen 
Unterstützungsbeitrag per 25 fr. CMze anweisen und verabfolgen lassen. Würde jedoch 
bei einem taleutirten, hoffnungsvollen Knaben seiner und seiner Eltern Armuth wegen 
die privative Erlernung der Gegenstände der 4 ten Hauptschulklasse nicht thunlicli sein, 
so kann nach Erachten des P. T. Herrn Präsentanten demselben ein Unterstützungs- 
beitrag von 25 fr. CMze für das ganze Jahr anticipando verabfolgt werden. 

3. Diese Anweisung und Erfolglassung findet mit Beginn eines jeden halben Jahres 
statt, wenn der betreffende Jüngling den Beweis seines Fleisses und guten Verhaltens 
lietert; zeigt sich jedoch bei demselben schon im ersten halben Jahre kein entsprechend 
gutes Betragen, kein ergiebiger Fleiss oder keine Fruchtbarkeit in Erlernung der vorge- 
tragenen Gegenstände, so ist derselbe des weiteren Unterstützungsbeitrages vollends ver- 
lustig. Diese Bedingung hat überhaupt während der Dauer des dreijährigen Unterrichtes 
in der Unter-Realschule Platz zu greifen. 

4. Von dem Anfänge des ersten halben Jahres, als ein solcher musterhafter Jüng- 
ling mit Lust und Neigung in die pädagogische Lehranstalt als Präparand Übertritt und 
während der Zeit seines Verweilens in derselben durch sein nachhaltiges gutes Verhalten 
sowie durch Erlernung der vorgetragenen Gegenstände die vollkommene Zufriedenheit 
des P. T. Herrn Präsentanten auf Grund der halbjährig vorzulegenden Zeugnisse erwirbt, 
auch Eifer und Fleiss in Aneignung der nothwendigen Kenntnis der Kirchenmusik nach- 
weiset, kaun demselben der erwähnte Unterstützungsbeitrag mit 25 fr. CMze halbjährig 
angewiesen und erfolgt werden. 

5. Für den Fall, als in dem erwähnten Stift-Hohenfurter Patronatsbezirke die noth- 
wendige Zahl der Stiftlinge nicht immer aufgebracht werden könnte, soll der P. T. Herr 
Präsentant befugt und berechtiget sein, auch aus andern Bezirken und Kreisen der ver- 
schiedenen österreichischen Kronländer Knaben von christkatholischen Eltern aufzunehmen 
und denselben die restlichen Stipendien zuzuwenden. 

6. Wenn nach Verfluss eines Jahres die Stiftungs-Interessen auf den erwähnten 
Stiftungszweck nicht nothwendig waren und diese voraussichtlich auch für das folgende 
Jahr zu der bezeichneten Stiftung nicht erforderlich werden, so sind dieselben nach Gut- 
befinden des P. T. Herrn Präsentanten entweder in eine Sparkassa fruchtbringend nieder- 
zulegen oder für noch unterstützungsbedürftige Jünglinge derart zu verwenden, dass 
letzteren nach besonders gut beendetem pädagogischen Lehrkurse dann, wenn sie nicht 
gleich ohne ihr Verschulden eine Anstellung oder Unterkunft beim Lehrfache erlangen, 
und zwar einem jeden der einjährige Unterstützungsbeitrag per 50 fr. CMze in halb- 
jährigen Anticipatraten zur Auszahlung angewiesen und verabfolgt werde, durch welches 
Jahr der qualifizirte Unterlehrer sich vorzugsweise in der geräuschlosen Kirchenmusik 
eitrigst zu üben und zu vervollkommen hat. 

7. Sollte sich im Verlaufe der Zeit eine Verminderung dieses Stiftungskapitals 
ergeben, so ist dieser Ausfall successive aus dem Stiftungserträgnisse zu ergänzen oder 
bei unumgänglicher Nothwendigkeit die Zahl der Stiftlinge zu verringern. 

8. Die Übernahme der Besorgung des vorliegenden Stiftungsgeschäftes und die 
Wahl der zu unterstützenden studirenden Knaben und Lehramtskandidaten wird sich von 
dem hochwürdigsten Herrn Abten und Landesprälaten Leopold Wackarz und den der- 
einstig nachfolgenden P. T. Herrn Vorstehern des Zisterzienser-Ordensstiftes zu Hohen- 
furt als Schulpatrone erbeten, welche auch in allen dem, was hierbei zur Frage kömmt, 
entscheiden und das Zweckdienliche verfügen, sowie es ihm und seinen Nachfolgern 
auch frei steht, zur Besorgung eines oder des anderen Geschäftes rechtliche Personen zu 
erwählen. 

Nachdem nun die erwähnte für den Stiftungsfond zur Unterstützung von Lehramts- 
kandidaten ausgestellte Staatsschuldverschreibung in das Stift-Hohenfurter Patronatsarchiv 
hinterlegt und das Stiftungskapital in Rechnungsempfang genommen worden ist, das 
Erträgnis der Stiftung aber vom 1. Juli 1858 an zu laufen begonnen hat, so erkläret der 
gefertigte Abt des Stiftes Hohenfurt die An- und Übernahme dieser Stiftung und ver- 
pflichtet sich für sich und seine Nachkommen im Amte, in Geraässheit des stifterischen 
Willens die entfallenden jährl. Interessen per 200 fr. CMze zur Unterstützung von Lehr- 
VI. 30 


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Jakob Sautner. 


Jakub Sautner. 


234 


amtskandidaten unter Beobachtung der weitern Bestimmungen genau zu verwenden, diese 
Stiftung stets aufrecht und unverringert zu erhalten, den Vollzug der Stiftungsverbindlich- 
keit mit Eifer und Treue zu besorgen, mit dem Stiftungskapitalo ohne Bewilligung der 
betreffenden hohen Behörden keine Veränderung vorzunehmen, jede etwa bewilligte Ver- 
änderung in dem Stiftungs-Instrumente vorzumerken, die Interessen alljährlich zu rechter 
Zeit zu erheben, ihrer angezeigteu Bestimmung genau zuzuführen und hierüber mit 
Schluss eines jeden Jahres der k. k. Staatsbuchhaltung Rechnung zu legen. 

Dem zu Folge wurde dieses Stiftungs-Instrument in drei gleichlautenden Parien 
ausgefertiget, wovon das erste bei einer hohen k. k. Statthalterei, das andere bei dem 
hochwürdigsten bischöflichen Consistorium zu Budweis und das dritte in dem Stift-Hohen- 
furter Patronatsarchive hinterlegt und aufbewahrt wird. 

Urkund dessen folgt die nachstehende Unterschrift und die Mitfertigung zweier 
ersuchter Herrn Zeugen. 

So geschehen in der Abtei des Zisterzienser-Ordensstiftes zu Hohenfurt in Böhmen 
am 1. Mai 1858. 

(L. S.) Leopold mp., 

Abt. 

Jakob Sautner mp., 

Auditor in Pension. 

Gottfried David mp., 
k. k. Bezirks-Stellv., als ersuchter Zeuge. 

Mathias Ladenbauer mp., 
als Zeuge. 


Nro 33.332. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der Böhmischen k. k. Statthalterei. 

Prag, am 10. Juli 1858. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Forgäch mp. 


Original bei der k. k. Statthalterei zu Prag. Original u c. k. mlstodrzitelstvl v Praze. 


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235 


Adalbert Lidmansky. 


Vojtech Lidmansky. 


235 


426. 

1858 

April 30. dubna. 


Adalbert Lidmansky'sche Studenten- 
stiftung. 

Adalbert Lidmansky , Fürst- 
bischof zu Gurk , widmete aus Anlass 
der Jubelfeier des 50jährigen Bestehens des 
am 8 . November 1807 wieder cröffnctcn k. Je. 
Gymnasiums zu Neuhaus laut des von ihm 
unterm 30. April 1858 genehm gehaltenen 
Stiftsbriefentwurfes zwei österr. Staats- 
schuldverschreibungen zu je 1000 ß. C. M. 
zur Errichtung von wen igstens 
zwei Studenten- Stif tun g en. 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde am 
13. Dccember 1858 ausgefertigt und von 
der k. k. Statthalterei in Frag unterm 
23. September 1859 bestätigt. 

Zum Genüsse dieser Stif- 
tungen sind nur jene Schüler des 
k. k. Neuhauser Gymnasiums be- 
rufen, die zugleich zu den Neu- 
hauser Ge m ei ndeangc hörigen zäh- 
len, u. zw. derart, dass eine dieser 
Stiftungen nur einem armen, be- 
gabten, flcissigen und gesitteten 
Bürger sohne, die andere aber auch 
dem Sohne eines Gemeindeange- 
hörigen, der nicht Bürger ist, bei 
gleicher oder vorzüglicherer Quci- 
l ification verliehen werden könne, 
beziehungsweise solle. 

Der Genuss dieser Stiftung dauert 
durch die ganze Studienzeit, also auch bis 
nach beendeten juridischen, medicinischen, 
philosophischen und technischen Studien. 

Das Verleihungsrecht für diese 
Stiftungen steht der k. Je. Statt- 
halterei, das Präsentationsrecht 
aber der Repräsentanz der Stadt - 
gemeinde, bezieh ungsweise dem 
Stadtrathe oder der an dessen 
Stelle tretenden weltlichen Com- 
munalbehörde der Stadt Neuhaus 
im Einvernehme n m it de m j e w e i- 
ligen Propste als Seelsorger ttnd 
dem je iv eiligen k. k. Gymnasial- 
director zu. 

Gegenwärtig wird diese Stif- 
tung von der k. k. Statthaltdrei 
in Prag über d i c i m E i n v er ne h tn e n 

VI. 


Studentske nadäiu Vojtecha 
Lidmanskeho. 

Vojtöch Lidmansky, knize biskup 
Kercky, vönoval k jubilejni slavnosti 
50leteho trvdm dne 8. listopadu 1807 znovu 
otevreneho c . k. gymnasia v Jindrichove 
Hradci vedlc ndvrhu listu nadaeniho jim 
dne 30. dubna 1858 schvälencho dva Bak. 
stdtni diu int üpisy po 1000 zl. konv. m. 
na zrizeni aspon dvou naddni Stu- 
dent sky ch. 

Dotyöny nadaeni list byl dne 13. pro - 
since 1858 vyhotoven a c. k. mistodrzitelstvim 
v Praze dne 23. zari 1859 potvrzen. 

Ku pozivdni nadace teto jsou 
jen ti z de i c. k. J i n d f i ch o- 
hr ad ] eck eh o gymnasia povoldni, 
kteri zaroven jsou prislusniky obee 
Jindfichohradecke, a sice v ten 
zpüsob, ze jednu z nadaci tech to jen 
chudemu nadanemu pilnemu a m r a v- 
nemu synJcu möstanskemu, druJiou 
v§ak take synu prtslusnika obee, 
kteryz neni möstanem, za stcjne 
aneb lepSi zpüsobilosti udeliti Izc, 
pokud se työe udöliti jest. 

Pozitck nadace teto trvd po cely cas 
studii, tedy az po ukonceni prdvnickych , 
leJcarsJcycJi, filosofickych a techniekych studii. 

Prdvo udxleci pro nadace tyto 
prislusi c. k. mistodrzitelstvi , 
prdvo presentaeni vsak zastu- 
pitelstvu mestske obee, pokud se 
työe mö st ske r ade aneb svötskemu 
obeenimu üradu v Jindrichovö 
Hradci, ktery na misto jeji by na - 
stoupil, v dorozumeni s probostem 
jakozto spraveem ducJiov ntm a c. k. 
ridit clem gymnasi a. 

Nynt udili nadaci tuto c. k. 
mistodrZitelstvi v Praze po pre- 
sent ac i, k terou niest skd rada v J in - 

30* 


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236 


Adalbert Lidmansky. 


Yojtech Lidmansky. 


236 


mit dem Propste und dem k. Je. Gym - 
nasialdirector in Neuhaus er- 
stattete Präsentation des Stadt - 
rathes in Neuhaus verliehen . 

Das Vermögen dieser Stiftung , welches 
von der Geyneinde Neuhaus verwaltet wird , 
beträgt 2500 fl ., aus desseti Peinerträgnisse 
zwei Plätze mit der Jahresgebür von je 
52 fl. 50 kr. dotiert werden. 


dfichovö Hradci ve srozumö ni 
s probostem a c. k. riditelem gym - 
nasia predsevezme. 

Jmeni nadace teto, spravovane oljci 
Jindrichohradeckou , eint 2500 zl .; z cis - 
teJio vytezku j nihil toho dotuji se dvi mlsta 
s rocnlm pozitlcem po 52 zl. 50 kr. 


I. 

Stiftsbrief -Entwurf. 

Wir endesgefertigten Vorsteher der Stadtgemeinde Neuhaus beurkunden kraft gegen- 
wärtigen Stiftsbriefes : 

Es haben uns Seine fürstlichen Gnaden der hochwürdigste Fürstbischof von Gurk 
p. t. Herr Adalbert Lidmansky aus Anlass der Jubelfeier des 50jährigen Bestehens des 
am 8 teu November 1807 wiedereröffneten k. k. Gymnasiums zu Neuhaus als einen neuen 
Beweis Seines hochherzigen Wohlwollens für Seine Vaterstadt zwei österr. Staatsschuld- 
verschreibungen Nr. 1241 und 1242 vom 31. August 1854 ä 5% in klingender Münze 
zu 1000 fl. C. M., zusammen also 2000 fl. C. M., id est: zweitausend Gulden Conv. M., 
sammt Coupons vom 1. Jänner 1858 angefangen und Talons, mit der Widmung zustellen 
lassen, womit dieses Geschenk ohne Beimengung einer anderen Rubrik zur Begründung 
von wenigstens zwei Studentenstiftungen, worüber des p. t. Herrn Fundators Willens- 
meinung noch vorläufig einzuholen wäre, verwendet werde. 

In Gemässheit dieser Bestimmung hat daher der Ausschuss der Stadtgemeinde be- 
schlossen : 

a) Die obenbezeichneten zwei k. k. österr. Staatsschuldverschreibungen werden für sich 
allein und ausschliesslich zur Begründung von zwei Studentenstiftungen mit je einem 
Interessengenusse von jährlichen fünfzig Gulden C. M. verwendet, und es haben 
diese Stiftungen zum Unterschiede von andern und als bleibendes Denkmal für den 
hochedlen Geber den Namen „Lidmansky’sche Studentenstiftungen“ zu führen. 

b) Zum Genüsse dieser Stiftungen sind nur jene Schüler des Neuhauser k. k. Gymna- 
siums berufen, die zugleich zu den Neuhauser Gemeindeangehörigen zählen, und 
zwar derart, dass eine dieser Stiftungen nur einem armen, begabten, fleissigen und 
gesitteten Bürgersohne, die andere aber auch dem Sohne eines gemeindeange- 
hürigen Nichtbürgers bei gleicher oder gar vorzüglicherer Qualifikation verliehen 
werden könne und beziehungsweise solle. 

c) Der Genuss der verliehenen Stiftung dauert durch die ganze Studienzeit, also auch 
bis nach beendetem juridischen, medizinischen, philosophischen und technischen 
Studienkurs. 

Des Genusses der Stiftung wird der Studierende nur nach den allgemein geltenden 
direktivmässigen Bestimmungen verlustig. 

d) Das Verleihungsrecht dieser Stiftungen steht dem hoch würdigsten Herrn Fundator, 
nach seinem Ableben der Repräsentanz der Stadtgemeinde, bezw. dem Stadtrathe 
oder der etwa an dessen Stelle tretenden weltlichen Communalbehörde der Stadt 
Neuhaus im Einvernehmen mit dem jeweiligen Propste als Ortsseelsorger und dem 
jeweiligen k. k. Gymnasialdirektor zu. 

e) Die Aufbewahrung der Stiftungskapitalien, die Gebarung mit denselben, sowie die 
Auszahlung der entfallenden Zinsen bezw. der Stiftungsbeträge sollen der Neuhauser 
Stadtrepräsentanz unter der Controle der k. k. Stiftungfonds-Behörde Vorbehalten 
bleiben, sowie 

f) ihr auch für den Fall, als das Gymnasium in Neuhaus zu bestehen wieder aufhören 
sollte, das Recht zukommen wird, den nach dem Absatz b) Berufenen diese Stif- 
tungen zu verleihen, sie mögen ihre Gymnasialstudien auf was immer für einer 
öffentlichen Gymnasiallehranstalt machen. 


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Adalbert Lidmansky. 


Vojteeh Lidmansky. 


237 


V orliegender Stiftungsbrief-Entwurf wird der Wesenheit nach vom gefertigten 
Fundator genehm gehalten. 

Klagenfurth am 30. April 1858. 

Adalbert Lidmansky mp., 
Fürst-Bischof, Fundator. 


Original bei dem Bürgermeisteramte in Neu- Original u purkmistrovskebo üradu v Jindrich. 

haus. Hradci. 


II. 

/ 30 kr. \ 

\ Stempel. / 

Stiftsbrief. 


Wir endesgefertigten Vorsteher der Stadtgemeinde Neuhaus beurkunden kraft gegen- 
wärtigen Stiftsbriefes : 

Es haben uns Seine fürstlichen Gnaden der hochwürdigste Fürstbischof von Gurk 
p. t. Adalbert Lidmansky aus Anlass der Jubelfeier des fünfzigjährigen Bestehens des 
am 8. November 1807 wiedereröffneten k. k. Gymnasiums zu Neuhaus als einen neuen 
Beweis Seines hochherzigen Wohlwollens für Seine Vaterstadt zwei österr. Staatsschuld- 
verschreibungen Nr. 1241 und 1242 vom 31. August 1854 ä 5% in klingender Münze zu 
1000 fl. CMze, zusammen also 2000 fl. CMze, id est zweitausend Gulden Conventions- 
Münze, sammt Coupons vom 1. Jänner 1858 angefangen und Talons, mit der Widmung 
zustellen lassen, womit dieses Geschenk ohne Beimengung einer anderen Rubrique zur 
Begründung von wenigstens zwei Studentenstiftungen, worüber des p. t. Herrn Fundators 
Willensmeinung bereits eingeholt wurde, verwendet werde. 

In Gemässheit dieser Bestimmung hat daher der Ausschuss der Stadtgemeinde 
beschlossen ; 

a) Die oben bezeichneten zwei k. k. österr. Staatsschuldverschreibungen werden für 
sich allein und ausschliesslich zur Begründung von zwei Studentenstiftungen mit je 
einem Interessengenusse von jährlichen fünfzig Gulden CMze verwendet, und haben 
diese Stiftungen zum Unterschiede von anderen und als bleibendes Denkmal für den 
hochedlen Geber den Namen „Lidmanskysche Studentenstiftungen“ zu führen. 

b) Zum Genüsse dieser Stiftungen sind nur jene Schüler des Neuhauser k. k. Gymnasiums 
berufen, die zugleich zu den Neuhauser Gemeindeangehörigen zählen, u. zw. derart, 
dass eine dieser Stiftungen nur einem armen begabten, fleissigen und gesitteten 
Bürgerssohne, die andere aber auch dem Sohne eines gemeindeangehörigen Nicht- 
bürgers bei gleicher oder gar vorzüglicherer Qualification verliehen werden könne 
und beziehungsweise solle. 

c) Der Genuss der verliehenen Stiftung dauert durch die ganze Studienzeit, also auch 
bis nach beendetem juridischen, medicinischen, philosophischen und technischen 
Studienkurs. Des Genusses der Stiftung wird der Studierende nur nach den 
allgemein geltenden direktivmässigen Bestimmungen verlustig. 

d) Das Verleihungsrecht dieser Stiftungen steht der hohen k. k. Statthalterei, das 
Präsentationsrecht aber der Repräsentanz der Stadtgemeinde, beziehungsweise dem 
Stadtrathe oder der an dessen Stelle tretenden weltlichen Communalbehürde der Stadt 
Neuhaus im Einvernehmen mit dem jeweiligen Propste als Seelsorger und dem 
jeweiligen k. k. Gymnasialdirektor zu. 

e) [Die] Aufbewahrung der Stiftungskapitalien, die Gebahrung mit denselben sowue die 
Auszahlung der entfallenden Zinsen, beziehungsweise der Stiftungsbeträge sollen der 
Neuhauser Stadtrepräsentanz unter der Controle der k. k. Stiftungsfondsbehörde 
Vorbehalten bleiben, sowie 

f) ihr auch für den Fall, als das Gymnasium in Neuhaus zu bestehen wieder aufhören 
sollte, das Recht zukommen wird, den nach dem Absatz b) Berufenen diese Stiftungen 
zu verleihen, sie mögen ihre Gymnasialstudien auf was immer für einer öffentlichen 
Gymnasiallehranstalt machen. 


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238 


Adalbert Lidmansky. 


Vojtech Lidmansky. 


238 


Diese Bestimmungen wurden von dem Herrn Stifter vermöge seiner am 30. April 1S58 
abgegebenen Erklärung genehm gehalten. 

Da die obgenannten zwei Staatsschuldversehreibungen auf den Namen der von dem 
Herrn Fürstbischof von Gurk Adalbert Lidmansky angeordneten Studentenstiftung vin- 
kulirt und bei der Gemeinde der Stadt Neuhaus aufbewahrt sind und die 5% Zinsen von 
den Stiftungskapitalien vom 1. Juli 1857 der Stiftung zukommen, verpflichten sich die 
gefertigten Vertreter der Stadt Neuhaus für sich und ihre Nachfolger, für die Aufrecht- 
haltung und genaue Erfüllung der Stiftung zu sorgen, mit dem Stiftungskapitale ohne 
Bewilligung der hohen k. k. Statthalterei keine wie immer geartete Veränderung vorzu- 
nehmen, die Zinsen des Stiftungskapitals dem Willen des Stifters gemäss nach diesem 
Stiftsbriefe zu verwenden und über die Verwendung an die k. k. Provinzial-Staatsbuch- 
haltung jährlich Rechnung zu legen. 

Urkund dessen wurde dieser Stiftsbrief in drei gleichlautenden Parien, wovon eines 
bei der hohen k. k. Statthalterei, das zweite bei dem Stadtrathe zu Neuhaus und das 
dritte bei dem k. k. Gymnasialdirektor daselbst aufbewahrt wird, ausgefertigt und von 
dem Vorsteher, den Gemeinderäthen und Ausschüssen der Stadt Neuhaus, von dem hocli- 
würdigen Herrn Propste und dem k. k. Gymnasialdirektor und zwei Zeugen gefertigt. 

Neuhaus, am 13. December 1858. 

Peter Weeber mp., Alois Landfrass mp., 

inf. Propst u. Erzpriester. Bürgermeister. 

Vincenz Mikesch mp., Pnhoda mp., 

k. k. Landesgerichtsrath und Bezirks- und Unter- Stadt rath. 

Alois Matousek mp., 

Gemeinderath. 

Hudetz mp., 

G. -Direktor. 

Wenzel Bartünek mp. 

Franz Hugo Wladika mp., 

k. k. Hauptschul-Direkior. 

Josef Seemann mp., 
k. k. Hauptschullehrer. 

Franz Kraupa mp. 

Anton Pitzke mp. 

Wenzel Pauk mp. 

Ad. Skolaudy mp. 

Rud. Pospiäil mp. 

Nr. 49.297 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestättiget. 

Von der Böhmischen k. k. Statthalterei. 

Prag, am 23. September 1859. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Forgäch mp. 


8uchung8-Gerichts-Vorstand. 

Anton Ctibor mp., 
Zeuge. 

Wenzl Tersch mp., 
Zeuge. 


Original bei der k. k. Statthalterei zu Prag. 


Original u c. k. mistodrzitelstvi v Fraze 


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239 


Neuhauser Jubiläuras-Stiftung. 


Jimlricbohradecke jubilejni nadani. 239 


427 . 

1858 

Mai 28. kvetna. 


Neuhauser Jubiläums-Stiftung. 

Aus Anlass der am 11. No- 
vember 1857 stattgefundenen Be- 
gehung des 50jährigen Jubelfestes 
der Wiedereröffnung des Neu- 
hauser k. k. Gymnasiums hat der da- 
malige Bürgermeister der Stadt Neuhaus 
Alois Landfrass laut des von der Gemeinde 
Neuhaus ausgefertigten und der k. lc. Statt- 
halterei in Prag zur Genehmigung vorge- 
legten Stiftsbriefentivurfes de dato Neuhaus 
am 28. Mai 1858 sämmtliche genesene 
Schüler und Gönner dieses Gymnasiums 
auf gef ordert, durch milde , bei dem Neuhauser 
Stadtrathe abzuführende Beiträge dieser 
Gemeinde die Begründung einer 
Stiftung zu ermöglichen, welche 
zum Zwecke hat, einem oder meh- 
reren Abiturienten des Gymnasiums 
in Neuhaus bei Beginn ihrer Uni- 
versitätsstudien die erste Hilfs- 
quelle zu bieten . 

Infolge dieser Aufforderung ist bei 
dem Neuhauser Stadtrathe ein Betrag von 
1630 fl. C. M. eingeflossen. 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde am 
15. Octoher 1860 ausgefertigt und unterm 
21. December 1860 von der k. k. Statthalterei 
in Prag bestätigt. 

Die Bewerber um diese Stiftung 
haben nachzuweisen , dass sie die 
Maturitätsprüfung mit gutem Er- 
folge abgelegt und ivenigstens die 
8. Gymnasial clas sc am k. k. Gym- 
nasium in Neuhaus absolviert 
haben. Anspruch auf dieselbe haben 
zunächst dürftige Neuhauser Stadt- 
angehörige und bei deren Abgang 
andere dürftige Abiturienten . In 
der Regel soll das Reinerträgnis 
dieser Stiftung unter zwei Stift- 
ung e vertheilt und hievon lediglich 
in dem Falle eine Ausnahme ge- 
macht werden, wenn nur ein Neu- 
h aus er Stadt an ge h ö r ig er u m d i e- 
sclbe an sucht, in iv eich cm Falle 
ihm der ganze Zinsenertrag zuzu- 
fallen hat. 


Jindrichohradecka jubilejni nadace. 

Kdyz dne 11. listopadu 1857 
slavena byla 50letä jubilejni slav- 
nost opetneho otevfeni Jindricho - 
hradeckeho c. k. gymnasia, vyzval 
tehdejsi purkmistr mesta Jindrichova Hradce 
Alois Landfrass vedle navrhn listu nadaö- 
niho ze dne 28. kvetna 1858 obei Jindricho - 
hradeckou vyhotoveneho a c. k. mistodrzitelstvi 
v Praze k schväleni predloZenelio vsechny 
byvcdö zdky a priznivee tohoto gymnasia, 
aby milodary u Jindrichohradecke möstske 
rady odevzdävanymi obei teto umoznili 
zalozeni nadace, lcteräz mä za üöel, 
jednomu neb nökolika abiturientüm 
gymnasia v Jindrichovö Hradci 
poöätkcm studii univer sitnich byti 
prvnim pramenem pomoci. 


K vyzvdni tomuto sesla se u Jindricho- 
hradecke möstske rady suma 1630 zl. konv . 
möny. 

List nadaeni byl dne 15. rijna 1860 
vyhotoven a dne 21. prosince 1860 c. k. 
mistodrzitelstvi m v Praze potvrzen. 

fcadatclüm o n ad a ei tuto j es t 
prokdzati, ze zkousku maturitn i 
s dobrym prospö ehern sloiili a 
aspon osmou tridu gymnasijni na 
c. k. g ymnasiu v Jindrichovö 
Hradci absolvovali. Närok na na- 
daci maji p federn prislusnici mösta 
Jindrichova Hradce a neni-li ta- 
kovych, jini potrebni abiturienti. 
Z pravidla jest öisty vynos nadace 
teto rozdöliti dvöma nadaneüm 
a jest z pravidla toho jen tehdy 
uciniti vyjimku, kdyz jen jeden 
prislusnik mösta J in df i chova 
Hradce o nadaci zddd; v tom pfi- 
pripadudostanesemu celcho obnosu 
ü r o lc ü. 


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240 


Neuhauser Jwbiläums-Stiftung. 


Jindrichohradecke jubilejnf nadani. 240 


Mit Rücksicht auf den rein localen 
Charakter dieser Stiftung hat der Neuhauser 
Stadtrath sogleich nach beendeten Maturitäts- 
prüfungen den Concurs auf die ortsübliche 
Weise zu verlautbaren. 

Das Drüsentationsrecht soll 
dem Neuhauser Stadtrath oder der 
künftighin an dessen Stelle ver- 
möge des Gesetzes tretenden Cor- 
poration in der Weise zu stehen, 
dass derselbe über diesen Gegen- 
stand in ple n o d urch absolute 
Stimmenmehrheit zu beschlies sen 
hat. Sollte die Neuhauscr Stadtgemeinde 
eine ungleiche Zahl von Rüthen haben , so 
ist zur leichteren Erzielung der absoluten 
Stimmenmehrheit das Votum des Bürger- 
meisters für zwei Stimmen zu zählen. Das 
Recht der Besetzung dieser Stif- 
tung steht der k. k. St atth alter e i 
in Prag zu. 

G egenwärt ig wird diese Stif- 
tung alljährlich von der k. Je. Statt- 
halterei in Pr ag über Präsentation 
des Stadtrathes in Netihaus ver- 
liehen. 

Das Vermögen dieser Stiftung , welches 
von der Stadtgemeinde Neuhaus verwaltet 
wird , beträgt 1700 fl. und dessen jährliches 
Reinerträgnis 71 fl. 40 kr. 


Vzhledem na mistni povahu teto nadace 
mä mcstslcä rada Jindfichohradeckä ilined 
po uJconöem zkousek maturitnich konlcurs 
zpüsobem v mistö obvyklym vyhläsiti. 

Prävo prcsentaöni prisluseti 
mä möstske radö v Jindf ichovf 
llradci aneb korporaci , kt er dz snad 
v budouenosti na misto jeji vedlc 
zäkona nastoup i, v ten zpüsob, z e se 
o predmötu tomto in pleno absolut ni 
vftsinou lilasü stane usneseni. 
Öitala-li by möstskä rada J indriehohradcckä 
nerovny pocet radnicli, budiz k cili snadnej- 
siho dosazen i absolutni v et sing hlasü votum 
purJimistrovo citäno za dva hlasy. Prävo 
obsazent nadace teto pfisluät c. k. 
mistodrzitelstvi v Praze. 


Nynt udili nadaci tuto kazdo- 
roene c. k. mistodrzitelstvi v Praze 
na prcscntaci mestske rady v J in- 
dricliovc Hradci. 

Jment nadace teto v obnosu 1700 zl. 
spravujc niest skä obec Jindfichohradeckä ; 
cisty vytezek jmöni toho obnäsi 71 zl. 40 kr. 


I. 

Stiftsbrief -Entwurf. 

Aus Anlass der am 11. November 1857 stattgefundenen Begehung des 50jährigen 
Jubelfestes der Wiedereröffnung des Neuhauser k. k. Gymnasiums hat der dermalige 
Bürgermeister Alois Landfrass sämmtliche gewesenen Schüler und Gönner dieses Gymna- 
siums aufgefordert, durch milde, bei dem Neuhauser Stadtrathe abzuführende Beiträge 
dieser Gemeinde die Begründung einer Stiftung zu ermöglichen, welche zum Zwecke hat, 
einem oder mehrere Abiturienten von diesem Gymnasium in der von der Vertretung dieser 
Gemeinde nachträglich zu bestimmenden Weise bei Beginn ihrer Universitätslaufbahn die 
erste Hilfsquelle zu bieten. 

Diese Aufforderung fand allenthalben lebhaften Anklang, und es sind theils in k. k. 
Staatsschuldscheinen, theils im Baren solche Beträge bei dem Neuhauser Stadtrathe ein- 
geflossen, dass es uns Gefertigten ermöglicht wurde, der vorbesagt projektirten, von uns 
mit dem Namen der „Jubiläumsstiftung“ bezeichneten Fundation die nachstehends specifl- 
cirten theils eingegangenen, theils aus der gespendeten Barschaft angeschafften k. k. 
Staatsschuldscheine zu widmen. 

Mit Rücksicht auf vorbesagtes Stiftungsprojekt und in Realisirung desselben urkunden 
und bestätigen wir gefertigten Vertreter der Stadtgemeinde Neuhaus, dass wir anmit die 
k. k. österreichischen Staatsschuldverschreibungen : 


1. vom 1. Oktober 1854 Nr. 19.267 per 20 fr. 

2. vom 1. Oktober 1854 Nr. 5593 per 20 fr. 

3. vom 31. August 1854 Nr. 20.707 per 20 fr. 

4. vom 31. August 1854 Nr. 99382 per 50 fr. 


Fürtrag ... 110 fr. 


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241 


Neuhauser Jubiläums-Stiftung. 


Jindrichohradceke jubilejni nadani. 241 


Übertrag ... 110 fr. 


5. vom 31. August 1854 Nr. 33732 per 20 fr. 

6. vom 31. August 1854 Nr. 8867 per 500 fr. 

7. vom 31. August 1854 Nr. 45735 per 500 fr. 

sowie die Metalliques-Obligationen 

8. vom 1. November 1833 Nr. 104574 per 100 fr. 

9. vom 4. September 1852 Nr. 32944 per 100 fr. 

10. vom 4. September 1852 Nr. 63968 per 100 fr. 

11. vom 1. November 1816 Nr. 3481 per 100 fr. 

12. vom 1. November 1816 Nr. 2066 per 100 fr. 


sonach im Gesammt'werte von . . . 1630 fr. CM. 
mit dem jährlichen Zinsenertrage per 81 fr. 30 kr. CM. zur Begründung einer Stiftung 
widmen, welche zum Zwecke hat, dass der jährliche Zinsenbetrag dieser Staatsschuld- 
scheine einem oder zwei Abiturienten von dem k. k. Neuhauser Gymnasium zum Behufe 
der ersten Unterstützung bei Betretung ihrer Universitätslaufbahn zuwendet w erde, wobei 
wir unter einem 

a) betreffs Verwahrung des Stiftungsvermögens und dessen Verwaltung feststellen, dass 
die vorbezeichneten, auf den Namen der Jubiläumsstiftung des k. k. Gymnasiums 
zu Neuhaus vom Jahre 1857 zu vinkulirenden Staatsschuldscheine in der jeweiligen 
Stadt-Neuhauser Gemeindekassa erliegen, die davon entfallenden Zinsen der zur 
Percipirung der Stadt-Neuhauser Gemeindeeinkünfte gesetzlich Berechtigte bei der 
betieffenden Kassa in Geld auszuwechseln und ebenderselbe die diesfällige Barschaft 
an den Stiftling gegen dessen gehörig gestempelte und rechtsförmlich verfasste 
Quittung zu erfolgen habe ; weiter 

b) rücksichtlich des Ausweises über die jeweilige Erfolgung des Stiftungsgenusses an 
die Stiftlinge bestimmen, dass der zur Einhebung und Erfolgung des Stiftungs- 
genusses Berechtigte alljährlich durch Beibringung des Dekretes, womit diese Stiftung 
verliehen wurde, und der Quittung des Stiftlings bei dem Stadt-Neuhauser Gemeinde- 
ausschusse oder der künftig an dessen Stelle gesetzlich getretenen Korporation und 
sofort nach beigesetzter Koramisirung dieser Urkunden von Seite desselben durch 
deren Vorlage an die löbliche k. k. Provincialstaatsbuchhaltung im Königreiche 
Böhmen den Nachweis darüber liefere, dass er die ihm diesfalls obliegende Ver- 
bindlichkeit erfüllt habe; ferner 

c) bezüglich der Erfordernisse der auf diese Stiftung Reflektierenden feststellen, dass 
dieselben die Maturitätsprüfung mit gutem Erfolge abgelegt und wenigstens die 
Octava am hierortigen k. k. Gymnasium absolvirt haben; dass weiter diese Stiftung 
zunächst dürftigen Stadt-Neuhauser Angehörigen und bei deren Ermanglung erst 
anderen dürftigen Abiturienten verliehen werde; dann 

d) in Betreff der Zahl der Stiftlinge verfügen, dass der jeweilige Zinsenertrag obiger 
Staatsschuldscheine regelmässig unter zwei Stiftlinge zu vertheilen und hievon 
lediglich in dem Falle eine Ausnahme zu machen sei, wenn nur ein Stadt-Neuhauser 
Angehöriger um diese Stiftung petirt, indem ihm in diesem Falle der ganze Zinsen- 
ertrag zuzufallen hat; endlich 

e) rücksichtlich der Concurs-Ausschreibung feststellen, dass selbe bei der rein lokalen 
Natur dieser Stiftung vom Neuhauser Stadtrathe auszugehen habe, sogleich nach 
hierorts jeweilig beendeter Maturitätsprüfung zu erlassen und auf die hierortsübliche 
Weise kundzumachen sei; schliesslich 

f) betreffs der Präsentation zu dieser Stiftung festsetzen, dass die Entscheidung dar- 
über, wem diese Stiftung zu verleihen sei, nur dem jeweiligen Neuhauser Stadtrathe 
oder der künftighin an seine Stelle vermöge des Gesetzes getretenen Korporation 
zustehen solle; dass jedoch derselbe über diesen Gegenstand in pleno durch absolute 
Stimmenmehrheit beschliessen solle, und dass endlich in dem Falle, wenn die Neu- 
hauser Stadtgemeinde eine ungleiche Zahl von Rathen, wie dermal, hätte, zur leich- 
teren Erzielung der absoluten Stimmenmehrheit des Bürgermeisters Votum für zwei 
Stimmen zu zählen sei ; und 

g) rücksichtlich Umwandlung dieser Stiftung resp. Verwendung des Stiftungskapitals 

oder Ertrages zu anderen Zwecken wegen Veränderung des Studienplanes oder 

VI. 31 


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242 


Neuhauscr Jubiläums-Stiftung. 


Jindricbohradeeke jubilejm uadani. 242 


Auflassung des Stadt-Neuhauser Gymnasiums, Verleihung des Stiftungsgenusses im 
Falle, wenn im Stadtrathe keine absolute Stimmenmehrheit erzielt werden sollte, 
endlich Entscheidung aller aus diesem Stiftsbriefe hervorgegangenen Zweifel 
anordnen, dass darüber mit Ausschluss jeder höheren Berufung der jeweilige Stadt- 
Neuhauser Gemeindeausschuss oder die an dessen Stelle gesetzlich getretene Korpo- 
ration in einer zur Entscheidung über andere Gemeindeangelegenheiten nach den 
jeweilig bestehenden Gesetzeh beschlussfähigen Versammlung, jedoch nur durch 
absolute Stimmenmehrheit, erkenne, im Falle die Zahl der diese Versammlung 
bildenden Personen mit Einschluss des Vorsitzenden durch 2 theilbar wäre, das 
Votum des Vorsitzenden für zwei Stimmen zu zählen sei, und dass im Falle, wenn 
selbst bei wiederholter Umfrage eine absolute Stimmenmehrheit nicht erzielt werden 
sollte, der soartig versammelte Ausschuss über deren Surrogat als eine Vorfrage 
entscheiden soll. 

Urkund dessen haben wir gegenwärtigen Stiftsbrief, welcher in drei Parien, wovon 
eines für die Registratur der hohen k. k. Statthalterei, das 2. für jene des Neuhauser 
k. k. Gymnasiums und das 3. für jene des Neuhauser Stadtrathes bestimmt ist, ausge- 
fertigt wurde, nicht nur eigenhändig unterschrieben, sondern auch 2 Herren Zeugen zur 
Mitfertigung erbeten und mit dem Stadt-Neuhauser Gemeindsiegel versehen. 

Neuhaus, am 28. Mai 1858. 

Peter Streber mp., 
infül. Propst und Erzpriester, als Zeuge. 

Wenzel Bartunek mp., 
als Zeuge. 


Alois Landfrass mp., 
Bürgermeister. 

Pnlioda mp., 
Gemeinderath. 

Alois Matauschek, 
Gemeinderath. 


Original bei dem Bürgermeisteramto in Neuhaus. Original u purkmistrovskeho üradu v Jindr. 

Hradci. 


II. 

( 36 kr. \ 

V Stempel . ) 

Stiftsbrief. 


Aus Anlass der am 11. November 1857 stattgefundenen Begehung des 50jährigen 
Jubelfestes der Wiedereröffnung des Neuhauser k. k. Gymnasiums hat der dermalige 
Bürgermeister Alois Landfrass sämmtliche gewesenen Schüler und Gönner dieses k. k. 
Gymnasiums aufgefordert, durch milde, bei dem Neuhauser Stadtrathe abzuführende 
Beiträge dieser Gemeinde die Begründung einer Stiftung zu ermöglichen, welche zum 
Zwecke hat, einem oder mehreren Abiturienten von diesem Gymnasium in der von der 
Vertretung dieser Gemeinde nachträglich zu bestimmenden Weise bei Beginn ihrer 
Universitätslaufbahn die erste Hilfsquelle zu bieten. 

Diese Aufforderung fand allenthalben lebhaften Anklang, und es sind theils in k. k. 
Staatsschuldscheinen, theils im Baaren solche Beträge bei dem Neuhauser Stadtrathe 
eingeflossen, dass es uns Gefertigten ermöglicht wurde, der vorbesagt projektirten, von 
uns mit dem Namen der Jubiläumsstiftung bezeichneten Fundation die nachstehends 
specificirten, theils eingegangenen, theils aus der gespendeten Baarschaft angeschafften 
k. k. Staatsschuldscheine zu widmen. 

Mit Rücksicht auf vorbesagtes Stiftungsprojekt und in Realisirung desselben urkunden 
und bestättigen wir gefertigten Vertreter der Stadtgemeinde Neuhaus, dass wir anmitdie 
k. k. österreichischen Staatsschuldverschreibungen: 


1. vom 1. Oktober 1854 Nr. 19. G7 per 20 fl. 

2. vom 1. Oktober 1854 Nr. 5593 per 20 fl. 

3. vom 31. August 1854 Nr. 20.707 per 20 fl. 


Fürtrag ... 60 fl. 


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243 


Neuliauser Jubiläums-Stiftung. 


Jindrichohradecke jubilejni nadani. 243 


Übertrag ... 60 fl. 


4. vom 31. August 1854 Nr. 99.382 per 50 fl. 

5. vom 31. August 1854 Nr. 33.732 per 20 fl. 

G. vom 31. August 1854 Nr. 8867 per 500 fl. 

7. vom 31. August 1854 Nr. 45.735 per 500 fl. 

sowie die Metalliques-Obligationen 

8. vom 1. November 1833 Nr. 104.574 per 100 fl. 

9. vom 4. September 1852 Nr. 32.944 per 100 fl. 

10. vom 4. September 1852 Nr. G3.968 per 100 fl. 

11. vom 1. November 1816 Nr. 3481 per 100 fl. 

12. vom 1. November 1816 Nr. 2066 per 100 fl. 


sonach im Gesammtwerte von . . . 1630 fl. CM. 

mit dem jährlichen Zinsenertrage per 81 fl. 30 kr. CMünze zur Begründung einer 
Stiftung widmen, welche zum Zwecke hat, dass der jährliche Zinsenertrag dieser Staats- 
schuldscbeine einem oder zwei Abiturienten von dem k. k. Neuhauser Gymnasium zura 
Behufe der ersten Unterstützung bei Betretung ihrer Universitätslaufbahn zugewendet werde, 
wobei wir unter einem uns verpflichten, mit dem Stiftungskapitale ohne Bewilligung der 
hochlöblichen k. k. Statthalterei keine wie immer geartete Veränderung vorzunehmen 
und über Erfüllung der Stiftungsverbindlichkeit jährlich einen Rechnungsextrakt dem 
k. k. Bezirksamte in Neuhaus behufs des Aufsichtsrechtes des Staates vorzulegen, und 

a) betreffs Verwahrung des Stiftungsvermögens und dessen Verwaltung feststellen, 
dass die vorbezeichneten, auf den Namen der Jubiläums-Stiftung des k. k. Gymnasiums 
zu Neuhaus vom Jahre 1857 zu vinkulirenden Staatsschuldscheine in der jeweüigen 
Stadt-Neuhauser Gemeindkasse erliegen, die davon entfallenden Zinsen der zur 
Percipirung der Stadt-Neuhauser Gemeindeeinkünfte gesetzlich Berechtigte bei der 
betreflenden Kasse in Geld auszuw f echseln und ebenderselbe die diesfällige Baarschaft 
an den Stiftling gegen dessen gehörig gestempelte und rechtsförmlich verfasste 
Quittung zu erfolgen habe; weiter 

b) rücksichtlich des Ausweises über die jeweilige Erfolgung des Stiftungsgenusses an 
die Stiftlinge bestimmen, dass der zur Einhebung und Erfolgung des Stiftungs- 
genusses Berechtigte alljährlich durch Beibringung des Dekretes, womit diese Stiftung 
verliehen wurde, und der Quittung des Stiftlings bei dem Stadt-Neuhauser Gemeinde- 
ausschusse oder der künftig an dessen Stelle gesetzlich getretenen Corporation und 
sofort nach beigesetzter Coramisirung dieser Urkunden von Seite desselben durch 
deren Vorlage an die hochlöbliche k. k. Provincial-Staatsbuchhaltung im Königreiche 
Böhmen den Nachweis darüber liefere, dass er die ihm diesfalls obliegende Ver- 
bindlichkeit erfüllet habe ; ferner 

c) bezüglich der Erfordernisse der auf diese Stiftung Reflektirenden feststellen, dass 
dieselben die Maturitätsprüfung mit gutem Erfolge abgelegt und wenigstens die 
Octava am hierortigen k. k. Gymnasium absolvirt haben; dass weiter diese Stiftung 
zunächst dürftigen Stadt-Neuhauser Angehörigen und bei deren Ermanglung erst 
anderen dürftigen Abiturienten verliehen werde; dann 

d) in Betreff der Zahl der Stiftlinge verfügen, dass der jeweilige Zinsenertrag obiger 
Staatsschuldscheine regelmässig unter zwei Stiftlinge zu vertheilen und hievon 
lediglich in dem Falle eine Ausnahme zu machen sei, wenn nur ein Stadt-Neuhauser 
Angehöriger um diese Stiftung petirt, indem ihm in diesem Falle der ganze Zinsen- 
ertrag zuzufallen hat; endlich 

e) rücksichtlich [der] Concurs-Ausschreibung feststellen, dass selbe bei der rein lo- 
kalen Natur dieser Stiftung vom Neuhauser Stadtrathe auszugehen habe, sogleich 
nach hierorts jeweilig beendeter Maturitätsprüfung zu erlassen und auf die hier- 
orts übliche Weise kund zu machen sei; schliesslich 

f) betreffs der Präsentation zu dieser Stiftung festsetzen, dass die Entscheidung darüber, • 

wem diese Stiftung zu verleihen sei, nur dem jeweiligen Neuhauser Stadtrathe oder 
der künftighin an seine Stelle vermöge des Gesetzes getretenen Corporation zustehen 
solle, dass jedoch derselbe über diesen Gegenstand in pleno durch absolute 
Stimmenmehrheit beschliessen soll, und dass endlich in dem Falle, wenn die 
Neuhauser Stadtgemeinde eine ungleiche Zahl von Rüthen, wie dermal, hätte, zu 
VI. 31* 


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244 Neuhauser Jubiläums-Stiftung. Jindrichohradecke jubilejni nadam. 244 

leichterer Erzielung der absoluten Stimmenmehrheit des Bürgermeisters Votum 
für 2 Stimmen zu zählen sei und das Recht der Besetzung dieser Stiftung der 
hochlöblichen k. k. Statthalterei Vorbehalten bleibe; und 
g) rücksichtlich Umwandlung dieser Stiftung resp. Verwendung des Stiftungskapitals 
oder Ertrages zu anderen Zwecken wegen Veränderung des Studienplanes oder 
Auflassung des Stadt-Neuhauser Gymnasiums, Verleihung des Stiftungsgenusses im 
Falle, wenn im Stadtrathe keine absolute Stimmenmehrheit erzielt werden sollte, 
endlich Entscheidung aller aus diesem Stiftsbriefe hervorgegangenen Zweifel anordnen, 
dass darüber mit Ausschluss jeder höheren Berufung der jeweilige Stadt-Neubauser 
Gemeindeausschuss oder die an dessen Stelle gesetzlich getretene Corporation 
in einer zur Entscheidung über andere Gemeindangelegenheiten nach den 
jeweilig bestehenden Gesetzen beschlussfähigen Versammlung, jedoch nur durch 
absolute Stimmenmehrheit, erkenne, im Falle die Zahl der diese Versammlung 
bildtfhden Personen mit Einschluss des Vorsitzenden durch 2 theilbar wäre, das 
Votum des Vorsitzenden für zwei Stimmen zu zählen sei, und dass im Falle, wenn 
selbst bei wiederholter Umfrage eine absolute Stimmenmehrheit nicht erzielt werden 
sollte, der soartig versammelte Ausschuss über deren Surrogat als eine Vorfrage 
entscheiden soll. 

Urkund dessen haben wir gegenwärtigen Stiftsbrief, welcher in drei Parien, wovon 
eines für die Registratur der hohen k. k. Statthalterei, das 2 te für jene des Neuhauser 
k. k. Gymnasiums und das 3 te für jene des Neuhauser Stadtrathes bestimmt ist, aus- 
gefertigt wurde, nicht nur eigenhändig unterschrieben, sondern auch zwei Herren Zeugen 
zur Mitfertigung erbeten und mit dem Stadt-Neuhauser Gemeindsiegel versehen. 

Neuhaus, am 15. Oktober 1860. 

Franz Kraupa, (L. S.) Alois Landfrass mp., 

als Zeuge. Bürgermeister. 

Pfihoda W. mp., 

Stadtrath. 

Alois Matouschek mp., 

Stadtrath. 

Nr. 64.401. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der k. k. Statthalterei. 

Prag, am 21. Dezember 1860. 

Für den k. k. Statthalter: 

(L. S.) Ivellersperg mp. 

Original hei der k. k. Statthalterei zu Prag. Original u c. k. mi 9 todrzitelstvi v Praze. 


Rud. Pospischil mp., 
ah Zeuge. 


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245 


Kronprinz Rudolf. 


Kornnni princ Rudolf. 


245 


428. 

1858 

August 22. srpna. 


Kronprinz Rudolf Schul-Stiftung 
zu Teplitz. 

Aus Anlass der Geburt Seiner 
kais. und königl. Hoheit des durch- 
lauchtigsten Kronprinzen Erz- 
herzog Rudolf hat die Stadt- 
gemeinde Teplitz am 22 . August 1858 
beschlossen , eine Stiftung für eine n 
armen Teplitzer Realschüler der 
T eplitzer Unterrealschule ohne 
Unterschied der Religion zu errichten 
und zur Aufbringung des hiezu nöthigen 
Fondes eine Sammlung unter den Bewohnern 
von Teplitz einzuleiten. 

Biese Sammlung ergab einen Betrag 
von 817 fl. 55 kr. C. M. oder 858 jl. 
80 kr. Ö. W. 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde am 
21. August 1863 vom Magistrate in Teplitz 
ausgefertigt und unterm 12. October 1863 
von der k. lc. Statthalterei in Trag bestätigt. 

Nach den Bestimmungen dieses 
Stiftsbriefes sind die Zinsen von 
dem Sti ft ungs Capital e alljährlich 
am 21. August als dem Geburt sta ge 
des Kronprinzen an einen T eplitzer 
armen Realschüler der Stadt-T ep- 
litzer Unterrealschulc , welcher sich 
tadellos gehalten und gute Fort- 
gangsclassen erworben hat , zu ver- 
leihe n. 

Bas Verleihungsrecht steht 
dem T eplitzer Magistrate zu, wel- 
cher aber unter allen Umständen 
die Ärmsten und unter diesen arme 
Waisen bevorzugen soll , insofern 
ein solcher Bewerber gute Sitten 
und F ortgang sclassen hat. 

Ber Genuss dieser Stiftung 
soll solange dauern , als der Stift- 
ung Schüler der T eplitzer Unter- 
realschule bleibt und gute Sitten 
und Fortgangsclassen hat. 

Zufolge Sitzungsbeschlusses des Stadt- 
verordneten-Collegiums in Teplitz vom 
16. Jänner 1878 ivurde dieser Stifts- 
brief dahin abgeändert, dass diese 
Stiftung einem armen Schüler des 


Skolni nadani korunniho prince 
Rudolfa v Teplici. 

U prilezitosti narozent Jeho 
cis. a kr dl. Vysosti nejj asnej $tho 
korunniho prince arcivevody Ru- 
dolfa usnesla se mästskä obec 
Tcplickd dne 22. srpna 1858, ze zfidi 
nadaci pro chudeho T eplickeho 
redlneho zäka T epli ehe ni%H redlky 
bez rozdilu ndbozenstvi a ze 
k ziskäni fondu k tomu potrebneho uspo- 
rädd sbirku mezi obyvatelstvem mesta 
Teplice. 

Sbirka tato vynesla obnos 817 zl. 55 kr. 
konv. m. öili 858 zl. 80 kr. r. m. 

Botylny list o nadac teto byli dne 
21. srpna 1863 magisträtem v Teplici 
vyhotoven a dne 12. rijna 1863 c. k. misto- 
drzitelstvim v Praze potvrzen. 

Vedle ustanoveni tohoto listu 
nadaentho budtez üroky jistiny 
nadaeni kaldorolne dne 21. srpna, 
v den to narozent korunniho prince, 
T eplickemu realnemu zdku niäsi 
redlky mista Teplice, kteryi bez - 
ühonnö se chovd a dobrych zndmek 
z prospöchu si dobude , udilcny. 


Prdvo udileci prislusi Tepli - 
ckemu ma gistratu , kteryl vsak za 
vhech okolnosti nejehudbim a 
z nich opöt chudym sirotküm pred - 
nost ddti ma, pokud ovsem iadatel 
takovy dobre znamky z mravüapro- 
spüchu prokdie. 

Pozitek nadace teto trvati 
ma po tak dlouho, pokud n ad an ec 
zähem Teplicke nizsi redlky zu- 
stane a dobre znamky z mravü a 
prospechu ma. 

Usnesenim sboru obecnich starSich 
v Teplici ze dne 16. ledna 1878 byl nadaeni 
list tento v ten smysl pozmenön, ze 
nadaci tuto udileti fest chudemu 
zdku realncho gymnasia v Teplici. 


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246 


Kronprinz Rudolf. 


Korunni princ Rudolf. 


246 


Realgymnasiums in Teplitz ver- 
liehen werden solle . Diese Abänderung 
wurde unterm 13. Mai 1878 von der k. k. 
Statthalterei in Prag genehmigt. 

Gegenwärtig wird diese Stif- 
tung im Sinne der stiftsbrieflichen 
Bestimmungen von der Gemeinde- 
vertretung der Stadt Teplitz ver- 
liehen. 

Das Vermögen dieser Stiftung , welches 
von der Stadtgemeinde Teplitz verwaltet 
wird , beträgt 808 ß. 31 kr., aus dessen 
Jahreserträgnisse ein Platz mit der Jahres - 
gebär von 64 fl. dotiert wird. 


Zmena tato byla dne 13. kvetna 1878 c. k. 
m istodrzitelstvim schvalena. 


Nyni udtli nadaci tuto po 
smyslu ustanov ent listu nadaeniho 
obeeni sastupitelstvo mästaT eplice. 


Jmeni nadace tito , spravovane mestskou 
obei Teplickou , obnäsi 898 zl. 31 kr. ; z roc- 
niho vytezku jmeni toho dotuje se jedno misto 
s roentm platem 64 zl. 


X. 

Nachdem Se. k. k. Apostolische Majestät ausdrücklich den Wunsch ausgesprochen 
haben, womit das segensreiche Ereignis der glücklichen Geburt eines Thronfolgers nicht 
durch kostspielige Feierlichkeiten, sondern durch Akte der Wolilthätigkeit gefeiert werden 
möge, so ergeht an die geehrten Bewohner der Badestadt Teplitz die ergebene Auffor- 
derung, zur bleibenden Erinnerung an den heutigen Tag durch Betheiligung an 
dieser Subskription 

a) zur Gründung einer Stiftung für arme Teplitzer eingeborne Realschüler (ohne Unter- 
schied des Glaubensbekenntnisses), 

b) sowie einer speciellen Stiftung für mittellose Kurgäste, welche beide Stiftungen 
den Namen des erlauchten Kronprinzen führen sollen, freundlichst mitzuwirken. 
Magistrat Teplitz, den 22. August 1858. 

(L. S.) Uherr mp., 

amt. Rath. 


Original beim Bürgermeisteramte in Teplitz. Original u purkmistrovskeho üradu v Teplici. 


II. 

Zur Berathung des von der Stadt Teplitz zu bescliliessenden Wolilthätigkeitsaktes 
aus Anlass der glücklichen Entbindung Ihrer k. k. Majestät von einem k. k. Prinzen 
wollen die Helm Stadtverordneten gefälligst um 9 Uhr sich im Gemeindeamt versammeln. 
Teplitz den 22. August 1858. 

Uherr mp., 
amt. Rath. 

Dr. Müller ist wegen Geschäfte verhindert, erinnert aber an seine Meinung der 
Gründung eines Stipendiums für einen armen Realschüler. 

W. Tobisch ist verhindert, stimmt aber für die Gründung einer solchen Stiftung. 

, A. M. Birnbaum. 

Josef Wazel ist auch der Meinung. 

A. Stern mp. S. Spengler mp. 

Karl Kunert mp. Josef Kaskeline mp. 

M. Reichel mp. 


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247 


Kronprinz Rudolf. 


Korunni princ Rudolf. 


247 


Ich bin mit allem einverstanden, was diesem freudenreichen Tage ein bleibendes 
Andenken sichern wird. 

Eduard John mp. 

Wenn ich verhindert bin, zu der Sitzung zu erscheinen, so stimme ich für die 
projektirte Stiftung, aber zugleich dafür, dass der Tag so festlich als möglich gefeiert 
werde. Auf Kosten der Gemeinde sollte das Scliiessliaus als einer der Punkte, den man 
am meisten sieht, illuminirt werden. 

F. Clary mp. 

Bin ebenfalls einverstanden mit der Gründung eines Stipendiums eines armen 
Tcplitzer Realschülers. 

Art. Seifert mp. 

Ich stimme dafür, nicht nur eine Stiftung für einen armen Realschüler, sondern 
auch eine mit dem Namen des Kronprinzen zu bezeichnende Stiftung für einen mittel- 
losen Kurgast zu gründen und zu diesen beiden Zwecken eine Subskription derTeplitzer 
Bewohner einzuleiten. 


Stradal mp. 

Dass vorstehende Abschrift mit dem Original wörtlich gleichlautend ist, wird be- 
stätigt. 


Stadtrath Teplitz-Schönau, 
am 19. November 1897. 

Der Bürgermeister: 

(L. S.) Siegmund mp. 


Original beim Bürgermeistcramte in Teplitz. Original u purkmistrovskeho üradu v Teplici . 


III. 


Z. 456. 


Auszug 

aus dem Protokoll, aufgenommen am 16. Jänner 1878 in der öffentlichen Sitzung des 
Teplitzer Stadtverordneten-Collegiums im Sitzungssaale des Sparcassagebäudes in Teplitz. 


Anwesende: 

unter dem Vorsitze des Herrn Bürgermeisters Karl Uherr die H. Stadträthe : A. M. Birn- 
baum, Dir. F. Dittrich, MDr. A. Eberle, E. Niepl, Geh. San.-Rath MDr. J. Seiche und 
Karl Stöhr, 

die H. Ausschussmänner: II. Fischer, J. Gellinek, L. Glogau, R. Günner, E. Günther, 
Jl T Dr. J. John, J. Kerl. S. L. Landesmann, A. Mikseh, Ad. Mitscherlich, MDr. Müller, J. 
Rindskopf, L. Samel, F. Schmied, JlTDr. G. Schneider, M. Steiner, JUDr. Stradal, JUDr. 
F. Veit, J. Walenta und W. Westmann, 

und die H. Ersatzmänner: F. Kerner, Al. Lagler sen., Rob. Mitscherlich, L. Schwei- 
gert und J. Stolz. 

Der Herr Bürgermeister eröffnet die Sitzung nach 5 Uhr abends und, ernennt nach 
der Verlesung und Agnoseierung des Protokolles der letzten Sitzung vom 7. Jänner 1878, 
Z. 181, die Herren Fischer und Mikseh zu Verificatoren des gegenwärtigen Protokolles. 


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248 


Kronprinz Rudolf. 


Korunni princ Rudolf. 


248 


Programm. 

Erledigung der in der letzten Sitzung unerledigt gebliebenen Gegenstände. 

Herr Stölir fungiert als Berichterstatter: 

Anträge des Stadtrathes: 

a) 

b) zur Abänderung des Stiftsbriefes der Kroprinz Rudolf-Stiftung. 

Der Stadtrath beantragt, das Stadtyerordneten-Collegium wolle beschliessen, der 
Stiftsbrief der Kronprinz Rudolf-Stiftung werde dahin abgeändert, dass in Zukunft ein 
armer Teplitzer Realgymnasiast ohne Unterschied der Religion das Stipendium beziehe. 
Dieser Antrag wird genehmigt. 


Der Herr Bürgermeister schliesst die Sitzung um 3 / 4 9 Uhr abends. 

Geschlossen und gefertigt. 

Der Bürgermeister: Die Yerificatoren : 

Uherr. Hermann Fischer mp. 

Der Schriftführer: Anton Miksch mp. 

Hiekel, 

Magistratsadj unkt. 

Dass vorstehender Auszug mit dem Inhalte des Original-Protokolles wörtlich über- 
einstimmt, wird bestätigt. 


Stadtrath Teplitz-Schönau, 
am 19. November 1897. 

Der Bürgermeister: 

(L. S.) Siegmund mp. 


Original beim Bürgermeisteramte in Teplitz. Original u purkmistrovskeho üradu v Teplici. 


IV. 

( 50 Kreuzer\ 

Stempel ) 

Stiftsbrief 

über die Kronprinz Rudolf-Schulstiftung zu Teplitz. 

In Entsprechung des ausdrücklichen Wunsches Sr. k. k. apostolischen Majestät 
unsers gnädigsten Kaisers Franz Josef I., die Geburt eines Thronfolgers nicht durch kost- 
spielige Festlichkeiten vorübergehend- zu verherrlichen, sondern durch Akte der Wohl- 
thätigkeit zu verewigen, hat der Teplitzer Magistrat am 22. August 1858 als am nächst- 
folgenden Tage nach der für die österreichische Monarchie stattgefundenen segensreichen 
Entbindung Ihrer k. k. Majestät der Kaiserin-Gemahlin Elisabeth von dem Kronprinzen 
Erzherzog Rudolf mit den Stadtverordneten bezüglich eines einzuleitenden Wohlthätigkeits- 
aktes berathen, und nachdem sich die absolute Majorität für die Gründung eines Sti- 
pendiums für einen armen Teplitzer Realschüler der Teplitzer Unterrealschule ohne 
Unterschied der Religion ausgesprochen, hat der Teplitzer Magistrat ungesäumt zur Auf- 
bringung des hiezu nöthigen Fondes im Sinne des Beschlusses des Stadtverordneten- 
Kollegiums eihe Sammlung von Beiträgen bei den Bewohnern von Teplitz veranlasst und 
hiemit einen Betrag von 817 fl. 55 kr. CMze oder 858 fl. 80 y 2 kr. Ö. W. erzielt. 

Diese Summe mit Zuschlag der hievon bisher gewonnenen Zinsen per 39 fl. 50*/ 2 kr. 
Ö. W. im Gesammtbetrage von 898 fl. 31 kr. Ö. W., sage: achthundert neunzig acht 


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249 


Kronprinz Rudolf. 


Korunni princ Rudolf. 


249 


Gulden 31 kr. österreichischer Währung, wurde im Sinne der hohen k. k. Stattlialterei- 
Verordnung vom 9. April 1853, St.-Z. 7453 als Kapital auf Hypothekar-Realitäten sicher 
und fruchtbringend angelegt, und es sollen die hievon entfallenden Zinsen nach dem Be- 
schlüsse des Teplitzer Stadtverordneten-Kollegiums alljährlich am 21. August, dem Geburts- 
festtage des durchlauchtigsten kaiserlichen Kronprinzen Erzherzogs Rudolf, an einen 
Teplitzer armen Realschüler der Stadt-Teplitzer Unterrealschule, welcher sieh hinsichtlich 
seiner Sitten tadellos gehalten und sich hinsichtlich seines Fleisses gute Fortgangsklassen 
erworben hat, übergeben werden. 

Dieses Stipendium wird im Konkurswege erworben, daher dessen Erledigung jedesmal 
in der Lokalzeitung und mittelst eines im Schulgebäude zu affigirenden Edikts vom 
Teplitzer Magistrate kundgegeben werden muss. 

Die Bewerber haben ihre Gesuche binnen 4 Wochen vom Tage der Kundmachung 
beim Teplitzer Magistrate einzubringen und diese Gesuche unter Nachweisung der Dürf- 
tigkeit mit dem Sitten- und Fortgangszeugnisse, dann dem Nachweise der Heimathszu- 
ständigkeit zu belegen. 

Das Verleihungsrecht steht dem Teplitzer Magistrate zu, welcher aber unter allen 
Umständen die Ärmsten und von diesen arme Waisen bevorzugen soll, in so fern ein 
solcher Bewerber gute Sitten- oder Fortgangsklassen hat. 

Nach der Verleihung dauert das Bezugsrecht des Stipendiums so lange fort, als der 
Bezugsberechtigte ein Schüler der Teplitzer Unterrealschule bleibt und gute Sitten und 
Fortgangsklassen hat, weshalb der Bezugsberechtigte gehalten ist, sich hierüber alljährig 
vor dem 21. August bei dem Magistrate in Teplitz zu legitimiren. 

Geloben und verpflichten sich die gefertigten Vorsteher der Teplitzer Stadtgemeinde 
Für sich und ihre Amtsnachfolger, für die stets fruchtbringende Anlegung dieses Stiftungs- 
kapitals mit Zustimmung des k. k. Bezirksamtes Sorge zu tragen, mit demselben ohne 
Genehmigung der hohen k. k. Statthalterei keine Veränderung vorzunehmen, diese 
Stiftung für immerwährende Zeiten aufrecht zu erhalten, das Vermögen derselben getreu 
zu verwalten und über die Verwendung der Interessen dem k. k. Bezirksamte jährlich 
einen genauen Rechnungsextrakt vorzulegen. 

Urkund dessen wurde dieser in 3 wörtlich gleichlautenden Exemplaren ausgefertigte 
Stiftsbrief von dem Teplitzer Bürgermeister, zwei Stadträthen, 2 Gemeindeausschuss- 
mitgliedern und zw r ei Zeugen unterfertigt, und es wird nach eingeholter hochortiger 
Genehmigung desselben ein Pare bei der h. k. k. Statthalterei, das 2 t0 bei dem bischöflichen 
Konsistorium zu Leitmeritz und das 3 te im Teplitzer Magistrats-Archive zur Verwahrung 
niedergelegt. 

Magistrat Teplitz, am 21. August 1863. 


Franz Dittmann mp., 
als Zeuge. 

Ferdinand Steffen mp., 
als Zeuge. 


Der Bürgermeister: 
Karl Uherr mp. 

Ernst Rohm mp., 
Stadtrath. 

Franz Haueisen, 
Stadtrath. 

Bernhard Mayer, 
Stadtverordneter. 

Josef Schuch. 


Nr. 58.330. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 


V o n der B ö h m i s ch e n k. k. Statthalter ei. 
Prag, am 12. Oktober 18G3. 

Der Hofrath: 

(L. S.) Lazanzky mp. 

VI. 


32 


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250 


Kronprinz Rudolf. 


Korunni princ Rudolf. 


250 


A b s cli r i f t. 


Z. 456. 


Zufolge Sitzungsbeschlusses des Stadtverordncten-Kollegiums vom 16. Jänner 1878 
wurde dieser Stiftsbrief mit Vorbehalt der hochortigen Genehmigung dahin abgeändert, 
dass in Zukunft ein armer Teplitzer Realgymnasjast ohne Unterschied der Religion das 
Stipendium beziehen soll. 

Magistrat Teplitz, den G. Feber 1878. 


Der Bürgermeister: 

Ulierr mp. 

Dor. Eberlo mp., 
Stadtrath. 

Adolf Mitscherlich mp., 
Stadtverordneter. 

Dr. Franz Karl Strache mp., 
Stadtverordneter. 


Nr. 26.410. 

Vorstehender Abänderungszusatz wird bestättigt. 

K. k. S t a 1 1 h a 1 1 e r e i. 

Prag, den 13. Mai 1878. 

(L. S.) Grüner mp., 

k. k. Statthalterei-Vicepräsident. _ 

Nr. 26.410. 

Vorstehende Abschrift mit dem Originale gleichlautend. 


K. k. Statthalterei-Hilfsämter-Direktion. 
Prag den 13. Mai 1878. 

(L. S.j Müller mp., 

Direktor. 


Original bei der k. k. Statthalterei zu Prag. Original u c. k. niistodrzitelstvi v Prazo. 



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251 


Franz Scbebek. 


Frantisek Scbebek. 


251 


429. 

1858 

November 21. listopadu. 


Franz Schekk sehe Studentcn-Stiftung. 

Der am 6 . März 1862 zu Wien ver- 
storbene Baumeister und Hausbesitzer 
Frans S ch ebek hat im Anhänge zu sei nnn 
Testamente de dato Wien am 21. November 
1858 ein Capital von 3600 fl. C. M. zu 
dem Zwecke gewidmet , dass die von ihm 
an de r bö h m i s ch en Ob er real sch u l e 
zu Frag gestifteten zwei Stipen - 
d i en für z w ei ar m e S ch ü ler c e- 
chischer Eltern für jeden mit 80 fl. 
C. M. jä h r lieh fort wä h ren d bestehen 
sollen. 

Diese Stipendien sollen von 
dem jeweiligen Director der ee- 
chi sehen Oberrealschule in Prag 
im Einverständnisse mit dem ge- 
summten Lehrkörper an ausgezeich- 
net e Schüler armer ec ch i s ch e r 
Eltern , und zwar an Schüler der 
drei oberen Jahrgänge , verliehen 
w erde n. 

Gleichseitig hat der Stifter dem jewei- 
ligen Director zur Pflicht gemacht , dafür 
Sorge zu tragen , dass der Stiftungsgenuss 
jederzeit in der Confcrenz des ganzen Lehr- 
körpers mit Stimmenmehrheit verliehen und 
die Verleihung als ein Programmsgegenstand 
schon auf die Einladung zu dieser Von - 
ferenzsitzung gesetzt werde. 

Der Prager Stadt gemeind e 

übertrug der Stifter das alle i n i g e , 

и, n u m s ch r änkte V er w alt ungsre ch t 
mit der Verpflichtung , die Inter- 
essen des Stiftungscapitals un- 
g es ch m älert jedes Halb j ah r i m v o r- 
h ine in dem Director der öe ch i s ch e n 
Oberrealschule auszufolgen . 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde unterm 
2. März 1869 ausgefertigt und von der 

к. k. Statthalterei in Prag am 25. März 
1869 bestätigt. 

Laut dieses Stiftsbriefes soll der Di- 
rcction der k. k. böhmischen Oberreal schule 
in Prag der Betrag von 160 fl. C. M. oder 
168 fl. O. W. in einhalbjährigen anfi- 
cipativen Ilaten ausgefolgt werden. 

Da jedoch damals das Stiftungs- 
erträgnis 195 fl. Ö. W. betrug , so tvurdc 
VI. 


Stndentske nadäni Frantiska Sehebka. 

Dne 6. bfezna 1862 ve Vidni zesnuhj 
stavitel a majitcl domu Frantisek 
Sch ebek venoval ve sve zäveti sepsane 
ve Vidni dne 21. listopadu 1858 jtsiinu 
3600 ü. konv. m. k tomu ncclu, ab g jim 
pri Öeske vyssi reälce v Praze zri- 
zend dv e st ipendia pro dva ch u d e 
zäky Gesiegelt rodicü pro kazdelio 
z n i ch 80 zl. ko n v. m. roönö povzdg 
pot r v a l a. 

Stipendia tato udileti mä vldg 
reditcl Öeske vyssi rcälky v Praze 
ve sro zu m e n i s celym uöit elskym 
sb o rem vyte c n ym zä k ü m ch udy ch 
Gesiegelt rodicü a sice zäküm tri 
r y s s l ch roc n i k ü. 


Soucasne ulozil zakladatcl rediteli za 
povinnosf pccovati o to , aby pozitck na- 
daent vzdy v porade e eie ho sboru ucitelskeho 
vetsinou ldasü byl udilen a aby udileni to 
oznaccno bylo jako predmet programu jiz na 
pozväni ku porade teto. 

Na Prazskou niest skou ob ec 
prcnesl zakladatcl jedine, ncob- 
mezene prävo sprävy s ton povi- 
nostij aby ü r o k y j i s t i n y nadac n l 
beze vsi s räzky kazdelio pül roku 
napred rediteli Öeske vyssi redlky 
vypldccla. 

List nadaöni o nadaci teto byl dne 
2. bfezna 1869 vyhotoven a c. k. misto- 
dr ziteist vim v Praze dne 25. bfezna 1869 
potvrzen. 

Vedlc tohoto listu nadaöniho vypläccti 
jest feditelstvi c. Je. Gcske vyssi redlky 
v Praze obnos 160 zl. konv. m. cili 168 zl. 
B. e. v püllctmch napfcd splatnych Ihütdch. 

Jelikoz vsak telidy vytezek z jtneni 
nadaeniho obndscV 195 zl. B. c bylo sta - 

32 * 


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252 


Franz Schebek. 


Frantisek Schebck. 


252 


festgesetzt , dass der jährliche Überschuss 
von 27 fl. (). W. alljährlich in die Böh- 
mische Sparcassa zu dem Zwecke eingelegt 
werde , damit jedes dritte Jahr .neben den 
beiden vom Stifter bestimmten Schülern mit 
der gleichen Summe von S4 fl. 0. W. auch 
noch ein dritter Schüler , der eine gleiche 
Würdigkeit nachweist , bctheilt werden könne. 

Gegenwärtig wird diese Stif- 
t u n g i m Sinne der stiftsbr i cfl i ch e n 
Anordnungen an Schüler der k. Je. 
böhmischen Ob er real schule in Prag , 
derzeit in der Gerstengasse , ver- 
liehen. 

Das Vermögen dieser Stiftung , welches 
von der Stadtgemeinde Prag verwaltet wird , 
beträgt 4440 fl. 26 1er., aus dessen Rein- 
erträgnis alljährlich zwei Plätze und jedes 
dritte Jahr drei Plätze , jeder mit der 
Juhrcsgcbür von 84 fl., dotiert werden. 


noveno , ze roeni prebytek 27 zl. R. 6. kazdo- 
roene uloziti jest do Ceske sporifclny k tomu 
cili , aby Jcazdeho tretiho roku vedle obou od 
zaldadatcle uröenych zdkü stejnym obnosem 
jeste treti zäh, ktery stejnou spiisobilosti se 
prolcdzc , byl podclcn. 


Ny n i u dili se nadace tato po 
s m y slu u st a n oveni l i s t u n a d a c n t h o 
zälcu c.k. Öeslce vyssi redlkyv Praze 
n y n t v J een c u l i c i. 

Jmeni nadace feto, spravovane nwstskou 
obei Prazslcou , obndsi 4440 zl. 26 kr. ; 
z cistcho vyttzku, ktery S jmöni toto nese, 
dotuji se kazdoroenü di e mista a kazdeho 
tretiho roku tri mista , kahle z nich s roenim 
pozitkem 84 zl. 


X. 


' Kundgemaclit den 6. März 1862. 

v. Rettich mp., 
k. k. L.-G.-R. 

Jmeno Ilospodina budiz chväleno na veky vekuv! 

Letzter Wille, 

welchen ich bei voller Gesundheit und im Gebrauche aller meiner Verstandeskräfte 

errichtet habe. 

I. Zu meinem Universalerben ernenne ich meine Ehegattin Frau Anna Schebek, 
welche mir fortan eine ebenso liebevolle Erinnerung bewahren wird, als sie im Leben 
mir eine treue, ergebene Gefährtin gewesen. 

II. An Legaten bestimme ich: 


111. bestimme ich einen Betrag von 10.000 fl., sage zehntausend Gulden CMze., 
zur Errichtung einer Stiftung. Die von diesem Kapitale entfallenden jährlichen Interessen 
sollen als ein Stipendium verliehen werden. Anspruch auf dieses Stipendium hat ein im 
Königreiche Böhmen von ceclii sehen Ältei*n geborner, der cechischen Zunge angehöriger 
junger Mann, welcher die theologischen oder juridischen oder medizinischen oder 
philosofischen oder technischen Studien mit gutem Erfolge absolvirt hat, 

Franz Schebek mp. 

um sich mittelst dieses Stipendiums in seinem Fache durch weitere drei Jahre im In- 
oder Auslande auszubilden oder beziehungsweise das Doktorat zu erwerben. 

Dieses Stipendium ist daher dem geeigneten Kandidaten auf drei Jahre zu verleihen, 
nach deren Ablauf dasselbe einem andern Bewerber zuzuerkennen ist. — Sollte jedoch 
der mit dem Stipendium Betheilte dasselbe nicht zu seiner Fachbildung oder zur 
Ablegung der Prüfungen für den Doktorgrad verwenden, — weshalb er sich jährlich 
durch ein Zeugnis der kompetenten (Fach-) Autorität auszuweisen hat — so ist ihm der 
weitere Bezug des Stipendiums einzustellen und dasselbe als erledigt zu betrachten. Die 
Verleihung des Stipendiums, d. i. die Auswahl der Person, steht dem Gemeindevorsteher 
vereint mit dem Pfarrer von Wlasim zu. — Da ich während meines Lebens nur zu oft die 


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253 


Franz Scbebek. 


Frantisek Scbebek. 


253 


Erfahrung gemacht habe, wie die weisesten und bestgemeinten Vorschriften der Regie- 
rung zur Sicherstellung und Verwaltung wohlthätiger Stiftungen in ihrer Anordnung 
durch herzlose, nur der Form genügende oder beschränkte, den Geist des Gesetzes 
nicht erfassende Beamte den hilfesuchenden bedrängten Menschen mehr Schaden als 
Nutzen bringen, so verordne ich, dass mein Herr Testamentsvollstrecker dahin wirke: dass 

Franz Schebek mp. 

bei kluger Sicherstellung des Stiftungskapitals dem jeweiligen geistlichen und weltlichen 
Vorsteher meiner Geburtsstadt rücksichtlich der Verwaltung meiner Stiftung die möglichste 
Freiheit gewahrt werde, und dass dieselben vielmehr gehalten sind, öffentliche 
Rechenschaft abzulegen, als etwa blossen Formen zu genügen. Sollten im Laufe der 
Zeiten irgend welche behördliche Verfügungen oder Vorschriften erlassen werden, welche 
den Zweck meiner Stiftung behindern oder vereiteln, so bat die Gemeinde Wlasiin in 
den freien Besitz des Stiftungskapitals einzutreten und kann selbes nach ihrem Gutdünken 
zu geistlichen oder gemeinnützigen Zwecken verwenden. 


V. Da zur Berichtigung der im Absatz II. und III. bestimmten Legate bedeutende 
Baarschaft erfordert wird und diese in meinem Nachlasse nicht vorhanden sein 
dürfte, so knüpfe ich an alle diese Legate die Beschränkung, dass dieselben nur 
nach Massgabe der vorhandenen, nach und nach in die Verlassenschaft fliessenden Baarschaft 
zu berichtigen 

Franz Schebek mp. 

sind, und dass meinem Universalerben das Recht zusteht, die Reihen- und Zeitfolge zu 
bestimmen, in welcher die einzelnen Legate je nach der Realisirung des Verlassenschafts- 
vermögens und dem Eingehen von Baarschaft zur Befriedigung gelangen, bis sämmtliche 
Legate ausgezahlt sein werden. Die Interessen der legirten Kapitale kommen bis zur 
Auszahlung des Legates dem Universalerben zu Gute, so dass die Legatare keinen 
Zinsenanspruch auf die ihnen vermachten Beträge haben. Der unter II. Zahl 1 und 2 
vermachte Fruchtgenuss jedoch hat von meinem Todestage an zu laufen. 

VI. Zum Testamentsvollstrecker und Abhandlungspfleger ernenne ich den Wiener 
Hof- und Gerichts-Advokaten Herren Dr. Josef Bauer, indem ich von ihm — als dem 
edlen, zartfühlenden Sohne meines alten geliebten Freundes — erwarte, er werde diesen 
meinen Willen genau nach meiner ihm wohlbekannten Absicht und meinen Anordnungen 
verwirklichen; derselbe soll in allen Administrations- und ökonomischen Angelegenheiten 
meiner Verlassenschafts-Realitäten den Beirath und die Mitwirkung meines eifrigen, 
erfahrenen Freundes, des Herrn Philipp Ruthner, Offizials der k. k. Dikasterial-Gebäude- 
Direkzion in Wien, 

Franz Schebek mp. 

zu Hilfe nehmen, und beide Herren sind für ihre Mühewaltung anständig zu honoriren. 

Während meiner irdischen Laufbahn habe ich so viele und deutliche Beweise der 
gütigen Fürsehung Gottes erfahren, dass ich hoffen darf, der Herr werde mir ein gnädiger 
Richter sein ; aber als katholischer Christ bitte ich meine mich überlebenden Angehörigen, 
Freunde und Bekannten, sie mögen meiner im Gebete eingedenk bleiben. 

Wiewohl ich diese meine letztwillige Anordnung eigenhändig geschrieben und 
unterfertigt habe, so habe ich doch mehrere meiner Freunde zur Mitfertigung als Zeugen 
erbeten. 

Stau se vüle Hospodina! 

Wien am 15. August 1857. 


Philipp Ruthner mp., 
als ersuchter Zeuge. 

Josef Weisskopf mp., 
als ersuchter Zeuge. 

Moritz v. Dietz mp., 
als ersuchter Zeuge. 


Franz Schebek mp., 

Baumeister, Miteigenthümer vom Hause Nr. 623 
Leopoldstadt und Nr. 199 Rossau, Eigenthümer 
von Nr. 196 Vorstadt Rossau. 


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254 


Franz Schebek. 


Frantisek Schebek. 


254 


Kundgemacht den 6. März 18G2. 

v. Rettich mp., 

L.-G.-Ratli. 

Testaments- Anhang. 

Im Nachhange zu meinem unterm 15 ten August 1857 errichteten Testamente bestimme 
ich folgendes: 


3tens. Verordne ich, dass aus meinem Nachlasse ein Kapital von dreitausend sechs- 
hundert Gulden in Conv. Münze an die Stadtgemeinde zu Prag zu dem Zwecke 

Franz Schebek mp. 

erfolgt* werde, damit die von mir am 20. Oktober dieses Jahres an der böhmischen 
Oberrealschule zu Prag, — deren Direktor Herr kais. Schulrath Wenzig ist — gestifteten 
Stipendien für zwei arme Schüler cechischer Eltern mit 80 fl. CMze. für jeden jährlich 
fortwährend bestehen mögen. Diese Stipendien sind zum dankbaren Gedächtnisse meines 
seeligen Lehrers, Wohlthäters und Freundes, des gewesenen Direktors der deutschen 
Oberrealschule zu Prag P. Franz Schneider gestiftet, sollen vom jeweiligen Direktor der 
öechischen Prager Oberrealschule im Einverständnisse mit dem gesammten Lehrkörper 
an ausgezeichnete Schüler armer öechischer Eltern verliehen werden, und zwar an Schüler 
der obern drei Jahrgänge. Die Prager Stadtgemeine ist alleiniger, unumschränkter 
Verwalter dieses Stiftungskapitals, hat keiner Behörde irgend eine Rechnung zu legen, 
sondern durch ihre Vorstände dafür Sorge zu tragen, dass die Interessen obiger 
Kapitals 

Franz Schebek mp. 

ungeschmälert jedes Halbjahr im vorhinein dem Direktor der cechischen Oberrealschule 
überwiesen werden. Die Prager Stadtgemeinde, oder respektive ihre gesetzmässigen 
Vorstände (Bürgermeister und Stadtrath), ist als unumschränkter Eigenthümer obigen 
Stiftungskapitals von mir aus eingesetzt, unterliegt als unumschränkter Eigenthümer 
keiner behördlichen Kontrolle, sondern hat nur nach Gewissen und Patriotismus die 
Verpflichtung, die Interessen der Bildung öechischer Jugend an der genannten Oberreal- 
schule zuzuwenden, und wenn diese der Ungunst der Zeiten erliegen sollte, dann möge 
die Gemeinde obiges Stiftungskapital nach Gutdünken andern Anstalten zuwenden, welche 
der Bildung cechischer Jugend gewidmet sind. 


Urkund dessen meine und dreier ersuchter Zeugen eigenhändige Fertigung. 
Wien am 21. November 1858. 


Moritz v. Dietz mp., 

als ersuchter Zeuge. 

Philipp Ruthner mp., 
als ersuchter Zeuge. 

Josef Weiskopf mp., 
als ersuchter Zeuge. 


Franz Schebek mp.. 

Baumeister, Eigenthümer von Nr. 623 Lcopoldsladt. 
Nr. 196 Rossau und Miteigenthiimer von Nr. 199 
Rossau. 


Nr. 3796 p. 6. März 18G2. ' 

B. 

Wird sammt Kundmachungsprotokoll dem löblichen k. k. Landesgerichte Wien mit 
Bezug auf die z. Z. 3937 abgetretene Todfallsaufnahme mit dem Ersuchen dienst- 
freundlichst übermittelt, den Empfang anher zu bestätigen. 

K. k. städtisch del. Be z. -Gericht Leopoldstadt. 

Wien am 8. März 1862. 

Der k. k. Landesgerichtsrath: 
v. Rettich mp. 


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255 


Franz Sctebuk. 


Franti§ek Schebek. 


255 


ad Z. 13.766/27. 

Collationirt, und ist dem in h. g. Archive aufbewahrteu Original-Testamente durchaus 
gleichlautend. 


Von der Expedits-Direktion des k. k. Landesgerichtes. 
Wien, 11. April 1862. 

(L. S.) Beran mp. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Stattkal- 
tcrci zu Prag. 


Overeny opis u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 


II. 


List zakladni. 

Pan Frantisek Sebek, stavitel a vlastnfk 
domü, jenz dne 6. brezna 1862 ve Vidni 
zemfel, ucinil v dodatku ke svemu zävetu, 
jelioz datum jest ve Vidni dne 21.1istopadu 
1858, toto pofizeni: 

5. Narizuji, aby se vydala z me pozü- 
stalosti jistina tri tisic sesti set zlatych ve 
stribfe obci Prazske k tomu cili, ahy na- 
däni, ktera jsem dne 20. rijna roku tohoto 
na ceske vy§si realni skole, jejizto reditelem 
jest cis. Skolni rada Wenzig, pro dva chude 
zäky ceskych rodicü kazdemu po 80 zl. ve 
str. rocne zalozil, ustavicne potrvala. 


Tato nadani jsou zalozena na dükaz 
vdecne upominky na meho zvecneleho 
ucitele, dobrodince a pritele, byvaleho 
reditele nemecke vyssi realni skoly v Praze 
P. Frantiska Schneidra a maji se propujco- 
vati od reditele ceske vyssi realne skoly 
Prazske ve srozumeni s celym shorem uci- 
telskym vybornym zaküm chudych ceskych 
rodicü, a sice 2aküm ze tfi vy§sich ro^nikü. 

Vzhledem k tomu uklada se nynejsimu 
i kazdemu budoucimu rediteli, aby k tomu 
hledel, by se pozitek toho nadani propüj- 
coval vzdy v porade celeho ucitelskeho 
sboru vetsinou hlasü, a aby jiz v pozvani 
k teto porade jakozto pfedmet j)rogramu 
bylo naznaceno, ze se bude jednati o pro- 
püjceni teto fundace. 

Obec Prazska jest samojediny neobme- 
zeny spravce teto zakladni jistiny, nema 
zadnemu üradu skladati ücty, nybrz skrze 
sve predstavene o to pecovati, aby ürok 


Stiftsbrief. 

Der am 6. März 1862 zu Wien ver- 
storbene Baumeister und Hausbesitzer Herr 
Franz Schebek hat im Anhänge zu seinem 
Testamente de dato Wien am 21. November 
1858 die nachstehende Auordnung ge- 
troffen : 

5. Verordne ich, dass aus meinem Nach- 
lasse ein Kapital von dreitausend sechs- 
hundert Gulden in Conventions-Münze an 
die Stadtgemeinde zu Prag zu dem Zwecke 
erfolgt werde, damit die von mir am 
20. Oktober dieses Jahres an der böh- 
mischen Oberrealschule zu Prag — deren 
Direktor Herr kais. Schulrath Wenzig ist — 
gestifteten Stipendien für zwei arme Schüler 
öechischer Eltern mit 80 fl. CMze für jeden 
jährlich fortwährend bestehen mögen. 

Diese Stipendien sind zum dankbaren 
Gedächtnisse meines seeligen Lehrers, Wohl- 
thäters und Freundes, des gewesenen Di- 
rektors der deutschen Ober-Realschule zu 
Prag P. Franz Schneider gestiftet, sollen 
vom jeweiligen Direktor der öechischen 
Prager Oberrealschule im Einverständnisse 
mit dem gesammten Lehrkörper an ausge- 
zeichnete Schüler armer cechischer Eltern 
verliehen werden, und zwar an Schüler der 
oberen drei Jahrgänge. 

Mit Rücksicht darauf wird dem gegen- 
wärtigen und jedem nachfolgenden Direktor 
zur Pflicht gemacht, dafür Sorge zu tragen, 
dass der Stiftungsgenuss jederzeit in der 
Konferenz des ganzen Lehrkörpers mit 
Stimmenmehrheit verliehen und die Ver- 
leihung als ein Programmsgegenstand schon 
auf die Einladung zu dieser Konferenz- 
sitzung gesetzt werde. 

Die Prager Stadtgemeinde ist alleiniger, 
unumschränkter Verwalter dieses Stiftungs- 
kapitals, hat keiner Behörde irgend eine 
Rechnung zu legen, sondern durch ihre 


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256 


Franz Schebek. 


Frantisek Scliebek. 


256 


zminene jistiny nezkracene kazdeho pül 
roku napfed vykazan byl rediteli ceske 
vy§§i reälm skoly. Obec Prazska cili za- 
konm jeji predstaveni (purkmistr a rada 
mestska) jest co neobmezeny vlastnik 
jistiny zäkladm svrchu uvedene ode mne 
ustanovena, nem co neobmezeny vlastnik 
podrobena zädne kontrole üredni, nybrz 
jest pouze ve svem svedomi a svou niysli 
vlasteneckou vazana, obraceti üroky ku 
vzdeläväni öeske mlädeze na jmenovane 
vy§§i realni skole, a kdyby tato mela ne- 
prizni dob budoucich zajiti, tenkrat nechf 
venuje obec zminenou zäkladni jistinu die 
sveho dobreho zdäni listavüm jinym, ktere 
maji urceni vzdelävati mlädez ceskou. 


Die tohoto nafizeni zakladatelova ode- 
vzdal dvorsky a soudni advokat JUDr. Josef 
Bauer jakozto vykonavatel posledni vüle 
pripisem danym ve Vidni dne 28. cervna 
1867 rade mestske cästku 3600 zl. ve str. 

cili 3780 zl. 

II. m. aneb po srazce 8°/ 0 poplatku 
dedi^neho a 25% c° prirazky va- 

leßne 378 zl. 

zbytek . . . 3402 zl. 

v Rak. mene. 

Jakozto spravce zakladniho jmeni, 
usnesla ee rada mestska ve scliuzi dne 
22. srpna 1867 na tom, aby za kapital 
3401 zl. 86 kr., kteryzto zbyl po zapraveni 
14 kr. za vkladni archy Ceske sporitelny, 
i za ürok z neho za cas od 1. cervence do 
30. srpna 1867 sumou 28 zl. 31 kr. R. m. 
vze^ly, tedy celkem za sumu 3430 zl 17 kr. 
zakoupeny byly zastavm listiny Ceskeho 
hypotecnfho banku, kterez by pak se vinku- 
lovaly na jmeno: „Nadani Frantiska 
§ebka pro dva zaky c. k. ceske 
vyssi realni skoly v Praze, zalo- 
zene na pamatku zvecneleho P. 
Franti§ka Schneidra, byvaleho 
reditele c. k. nem ecke vyssi realni 
Skoly v Praze. u 


Die tohoto usneseni zakoupeny jsou 


tyto zastavni listy : 

1. Serie 3 ec. 6909 od 27./S. 1867 

na 1000 zl. 

2. Serie 3e c. 6910 od 27./8. 1867 

na 1000 zl. 


SnaSka . . . 2000 zl. 


Vorstände dafür Sorge zu tragen, dass die 
Interessen obigen Kapitals ungeschmälert 
jedes Halbjahr im vorhinein dem Direktor 
der cechischen Oberrealschule überwiesen 
werden. Die Prager Stadtgemeinde oder 
resp. ihre gesetzmässigen Vorstände (Bürger- 
meister und Stadtrath) ist als unum- 
schränkter Eigenthümer obigen Stittungs- 
kapitals von mir aus eingesetzt, unterliegt 
als unumschränkter Eigenthümer keiner 
behördlichen Kontrolle, sondern hat nur 
nach Gewissen und Patriotismus die Ver- 
pflichtung, die Interessen der Bildung 
cechischer Jugend an der genannten Ober- 
realschule zuzuwenden, und wenn diese der 
Ungunst der Zeiten erliegen sollte, dann 
möge die Gemeinde obiges Stiftungskapital 
nach Gutdünken anderen Anstalten zu- 
wenden, welche der Bildung cechischer 
Jugend gewidmet sind. 

Dieser stifterischen Anordnung gemäss, 
übergab der Hof- und Gerichtsadvokat 
JUDr. Josef Bauer als Testamentsexekutor 
mittelst Schreibens de dato Wien am 
28. Juni 1867 dem Stadtrathe den Betrag 


von 3600 fl. in CM. oder .... 3780 fl. 
in österr. Währung, oder aber nach 
Abzug der 8% Erbgebühr und des . 

25% Kriegszuschlags per 378 fl. 

den Überrest per . . . 3402 fl. 
in österr. Währung. 


Als Vertreter des Stiftungsvermögens 
fasste der Stadtrath in der Sitzung vom 
22. August 1867 den Beschluss, womit für 
das Stiftungskapital per 3401 fl. 86 kr., das 
nach Bezahlung von 14 kn für Einlags- 
bogen der Sparkassa verblieb, und für die 
von diesem Kapitale seit 1. Juli bis 
30. August 1867 erwachsenen Interessen 
per 28 fl. 31 kr. Ö. W., im Ganzen daher 
für 3430 fl. 17 kr. Pfandbriefe der Böhm. 
Hypothekenbank angekauft werden, die auf 
den Namen „der Franz Schebek’schen 
Stiftung für zwei Schüler der k. k. 
böhmischen Oberrealschule in 
Prag, errichtet zum Andenken an 
den verewigten P. F r a n z S eh n e i d e r, 
gewesenen Direktor der k. k. deut- 
schen Oberrealschule zu Prag, zu 
vinkuliren sind. 

Diesem Beschlüsse gemäss wurden die 
folgenden Pfandbriefe angekauft: 

1. Serie 3e Nr. 6909 vom 27./8. 

1867 per 1000 fl. 

2. Serie 3 c Nr. 6910 vom 27./8. 

1867 per 1000 fl. 

Fürtrag . . . 2000 fl. 


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237 


Franz Schebek. 


Frautisek Scbebok. 


257 


Pfenäska . . . 2000 zl. 


3. Serie 3e c. 6911 od 27./8. 18G7 

na 1000 zl. 

4. Serie 3c c. 3847 od 27./S. 18G7 

na 500 zl. 

5. Serie 3c e. GDI 9 od 23./S. 18G7 

na 100 zl. 

G. Serie 3e c. 6920 od 23./Ö. 18G7 

na 100 zl. 

7. Serie 3 c c. G921 od 23./8. 18G7 

na 100 zl. 

S. Serie 3c c 6928 od 27-/8. 18G7 

na 100 zl. 

suinou . . . 3900 zl. 


t. j. tri tisice devet set zlatych R. m., ktere 
vesraes pfipsany jsou na jmeno zmineneho 
nadani, tak ze se üroky vylniaji u pokladny 
Ceskeho hypotecniho banku na kvitance. 


Jczto tyto vinkulovane zästavm listy 
ulozeny jsou v hlavm mestske pokladne a 
zakladni kapital takto spüsobem zakonmm 
pod ürok jest ulozen, nein vice prekazky, 
aby nadani die vüle zakladatelovy v zivot 
veslo, a aby tudiz poeinaje od 1. zäfi 18G7 
roeni üroky z jistiny zakladni v sume 
160 zl. ve stribfe aneb 168 zl. Rak. meny 
vzdy pololetne napred vydavany byly slav- 
neinu reditelstvi c. k. ceske vyssi reälni 
skoly v Praze. 


Ponevadz pak jistina zakladni obnäsi 
3900 zl. Rak. meny. kteräz dävä ürokü 
195 zl. R. m., ustanovuje se, ze prebytek 
rocnieh 27 zl. Rak. meny, rna se kazdo- 
rocne ukladati v Ceske sporitelne k tomu 
cili. aby kazdebo tretiho roku krome dvou 
zakü od zakladatele ustanovenycli podelen 
byti mohl stejnou sumou 84 zl. R. m. jeste 
zak treti, jenz by se vykazati mobl stejnou 
spüsobilosti. 


Rada mestska problasuje jmenem a na 
miste obce Prazske, ze pfijima na sebe 
povinnosti vzbledem k tomuto nadani od 
zakladatele ji ulozene, ze tedy befe na 
sebe spravu jmeni zakladniho a ze se bilde 
starati, aby toto jmeni die zakona vzdy 
bezpecne bylo ulozeno, aby uzitek neslo, 
aby ürok die vüle zakladatelovy nalezite a 
vzdy v pravy cas odevzdavan byl k ücelu 
v tomto zakladnim listu vytknutemu. 


VI. 


Übertrag . . . 2000 fl. 

3. Serie 3 c Nr. 6911 vom 27./8. 

1867 per 1000 fl. 

4. Serie 3 c Nr. 3847 vom 27./8. 

1867 per 500 fl. 

5. Serie 3 c Nr. 6919 vom 23./S. 

1867 per 100 fl. 

6. Serie 3 c Nr. 6920 vom 23./8. 

1867 per 100 fl. 

7. Serie 3 c Nr. 6921 vom 23./8. 

1867 per 100 fl. 

8. Serie 3 c Nr. 6928 vom 27-/8. 

1867 per 100 fl. 

in Summa per . . . 3900 fl. 

d. i. dreitausend neunhundert Gulden österr. 
Währung, welche sämmtlich auf den Namen 
der erwähnten Stiftung vinkulirt sind, so 
dass die Interessen bei der Kassa der 
Rühm. Hypothekenbank gegen Quittung er- 
hoben werden. 

Nachdem die vinknlirten Pfandbriefe 
in der städtischen Hauptkassa verwahrt 
sind und das Stiftungskapital auf gesetzliche 
Art fruchtbringend angelegt erscheint, so 
waltet kein Anstand ob, dass die Stiftung 
dem Willen des Stifters gemäss ins Leben 
trete, mithin die jährlichen Interessen des 
Stiftungskapitals, vom 1. September 1867 
angefangen, im Betrage von . 160 fl. ..CM. 

oder 168 fl. Ö. W. 

der löblichen Direktion der k. k. böhm. 
Oberrealschule in einhalbjäbrigen Raten im 
vorhinein ausgefolgt werden. 

Da jedoch das Stiftungskapital 3900 fl. 
Ö. W. beträgt und dieses an jährlichen 
Interessen 195 fl. Ö. W. abwirft, so wird 
bestimmt, dass der Überschuss jährlicher 
27 fl. Ö. W. alljährlich in die böhmische 
Sparkassa zu dem Zwecke eingelegt werde, 
damit jedes dritte Jahr neben' beiden vom 
Stifter bestimmten Schülern mit der gleichen 
Summe per 84 fl. österr. Währung auch 
noch ein dritter Schüler, der eine gleiche 
Würdigkeit nachweiset, betheilt werden 
könnte. 

Der Stadtrath erklärt im Namen der 
Prager Stadtgemeinde, dass er die ihm vom 
Stifter mit Rücksicht auf diese Stiftung 
auferlegten Pflichten anuehme und dem- 
gemäss sich der Verwaltung des Stiftungs- 
vermögens unterziehen und dafür Sorge 
tragen wolle, damit dieses Vermögen dem 
Gesetze gemäss sicher angelegt werde, 
einen Ertrag abwerfe und die Interessen 
nach dem Willen des Stifters dem in diesem 
Stiftsbriefe bezeichneten Zwecke stets recht- 
zeitig zugeführt werden. 

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258 


Franz Schebck. 


Frantisck Schebek. 


258 


Tomu na dükaz podepsali tuto zäkladni 
listinu purkmistr a dva clenove rady mest- 
ske, reditel c. k. ceske vyssi realni skoly 
y Praze a poslez dva svedkove, i ma ze 
ctyr stejnopisü nekolkovany odevzdan byti 
vys. c. k. mistodrzitelstvi, po jednom kolko- 
vanem pak rade mestske, reditelstvi c. k. 
eeske vyssi realni skoly a pak opatrovniku 
pozustalosti pana Frantiska Sebka panu 
JUDru. Josefu Bauerovi ve Vidni. 


V Praze, dne 2. brezna 18G9. 
Dr. Klaudy mp. 


Zum Beweise dessen wurde dieser 
Stiftsbrief vom Bürgermeister und zwei 
Mitgliedern des Stadtrathes, vom Direktor 
der k. k. böhmischen Oberrealschule und 
endlich von zwei Zeugen unterzeichnet und 
soll von den vier Exemplaren das unge- 
stempelte die h. k. k. Statthalterei. von 
den gestempelten je eines der Stadtrath, 
die Direktion der k. k. böhmischen Ober- 
realschule und sodann der Kurator der Ver- 
lassenschaft nach Herrn Franz Schebek, 
Herr JUDr. Josef Bauer in Wien, erhalten. 

Prag, am 2. März 1869. 

Alois Preinhälter mp., 
svedek. 

A. Turek mp., 
d. Z. Stadtrath. 

K. Makowsky mp., 
mestsky rada. 


fieditelstvi c. k. ceske vyssi realni äkoly v Praze. 

Frant. Tuzil mp., (L. S.) Jos. Wehr mp., 

svedek. reditel. 


Nr. 14.982. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der k. k. Statthalterei. 

Prag, am 25. März 1869. 

Für den k. k. Statthaltereileiter: 

(L. S.) Laufberger mp. 

Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze, 


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259 


Dr. Nikolaus Tomek. 


Dr. Mikulas Tomek. 


259 


430. 

1859 

Februar 8. ünora. 


Dr. Nikolaus Tomck'sche Studenten- 
Stiltung. 

Dr. Nikolaus Tomek , Domprobst 
des allzeit getreuen Metropol itan-Capitels 
in Prag, widmete am 8. Feber 1859 ein 
C äpital von 0000 fl. C. M. in Staatsschuld - 
Verschreibungen zur Errichtung zweier 
Plätze in dem von Seiner Eminenz 
dem Cardinal- Fürsterz bi schofe in 
Prag Friedrich Fürsten Schwar- 
zenberg gegründeten Studentcn- 
Co miete oder Kn ab ens eminär. 

Laut des vom Stifter mit gef er- 
tigten Stiftsbriefes sollen auf 
diese Stiftungen den nächsten An- 
spruch haben katholische Abkömm- 
linge der Schwestern des Stifters , 
nämlich der Pauline geborenen 
Tomek , verehelicht gewesen an Jo- 
hann Gezck , Lehrer in Nekor , und 
der Anna geborenen Tomek , ver- 
ehelicht gewesen an Franz Krejsa 
uncl nach dessen Tode an Franz 
Mali ) , Grundbesitzer in Nekor. 
Unter mehreren Bewerbern haben 
die nähere Verwandtschaft, bei 
gle ichen V er wandt schaf ts grade 

bessere Sitten und Verwendung zu 
entscheiden. 

In Abgang geeigneter Bete erb er 
aus diesen Familien können an- 
dere t al ent v olle, durch Fleiss und 
Sittlichkeit ausgezeichnete Knaben 
aus Nekor , die der katholischen 
Religion angehören müssen, in den 
Stiftungsgenuss au f g eno m m e n 
werden. 

Die Stiftlinge können diese 
Wohlth at in dem Student en-Con- 
victe bis zum Eintritte in die Fa - 
cultätsstudien geniessen. 

Die Stiftlinge sind verpflichtet, an jedem 
Sonn - und Feiertage ein andächtiges „ Vater 
Unser“ und v Avc Maria“ für die Seelen- 
ruhe des Stifters und seiner Eltern in der 
Kirche zu beten. 

Das Präsent at ionsrecht behielt 
sich der Stifter f ür seine Lcbens- 

VI. 


Studentskc nadäni Dra Mikulase 
Tonika. 

Dr. Mikulas Tomek, probost vzdy 
vernc metropolitni kapitulg v Praze, venoval 
dne 8. unora 1859 jistinu 6000 zl. konv. m. 
v stattlich dluznich üpisech na zrizeni 
dvou mist v studentskem kon v i kt e 
neb chlap eck cm s eminär i zalozcn e m 
J eh o E m i nenci kardinale m k n i- 
zetem arcibiskupem v Praze 
Bedri ehern knizetem S cliwar zen- 
berg em. 

Vedle listu nadaeniho zakla- 
dat eiern spolupodep s aneho maj i 
na nadaci tuto nejblizsi närok 
miti katolicti potomci sester za- 
kladatelovych , tot iS Pavliny rozene 
Tomlcovy, provdane za Jana Gezka 
v Nekori, a Anny rozene Tomkovy, 
provdane za Frantiska Krejsu, a po 
smrti tehoz za Frantiska Maleho, 
statlcärc v Nekori. Mezi vice zada- 
teli rozhodne blizsi pribuz cnstvi, 
je-li st upen pribuzenstvi stcjny , 
leps i mravy a zp üs obilos t. 


Neni-li tu vhodnych z adat ein 
z techto rodin, mohou i j int nadani, 
ptli a mravnosti se vyznamenävajict 
ch lapci z Nekor c, kt e f iz katolick e h o 
näboz cnstvi byti musi, dojiti u d e - 
leni pozitku nadaeniho. 


Nadanci mohou dobrodini to- 
hoto v studentskem konvikte aS do 
vstoupeni do studii na fakultö 
pozivat i. 

Nadanci jsou povinni kazdcho dne nc- 
delniho a svatccniho ndbozne „ Otöends “ a 
„Zdrävas Maria“ za pokoj duse zakla- 
datelovy a jeho rodicii v kostete se pomodliti , 

Bravo presentaeni züstavil si 
zakladatcl po cas svcho zivota, po 

33 ’ 


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260 


Dr. Nikolaus Tomek. 


Dr. Mikulas Tomek. 


2CO 


zeit vor ; nach seinem Tode steht es 
dem jeweiligen Domdechant e in 
Drag zu. 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde am 
14. Marz 1807 von der Je. Je. Statthalierci 
in Prag Jjestätigt. 

G e g e n w ä rtig w i r d d i es e St i ft - 
tung älter Präsentation des Dom - 
d e eh a n t s i n Pr a g v o m F ü r st- 
er zJj i s ch ofe in Prag verliehen , u n d 
ist deren Genuss n u r a uf d a s 
f ä rstcrzb i s ch ö fl i ch c Studcnte n- 

Co nrict bes cJi rä n Je t. 

Das Vermögen dieser Stiftung , welches 
vom Jürsterzbischöftichen Consistorium in 
Prag verwaltet wird , beträgt 0000 //., aus 
dessen Peinerträgnisse zwei Plätze mit 
der Jahresgebür von je 120 ft. dotiert 
werden . 


s nt r t i j eho p r islusi vzdy d eJe a n u 
Jeapitulg v Praze. 

List nadaeni o nadaci teto bgl (Ine 
14. brezna 1807 c. Je. mistodrzitelstrlm 
v Praze potvrzen. 

N yni udili nadaci tut o po p r c- 
sentaci deJeana Jeapitulg v Praze 
Je nize a reib is Je u p P r a z s Je y i o b m e- 
zeno je st poz t r d ni nadacc j e n n a 
Jenizcci arcibis Je ups Je y Jeon v i Jet stu- 
dcntsJey. 

Jmeni nadacc teto spravovane Jenizcci 
arcibisJeupsJeou Jeonsistofi v Praze olmdsi 
0000 zl.; z cisteho vytezJeu dotuji sc dve 
mista s roenim pozitJeem po 120 zl. 


Stift* sbrief. 

In Erwägung der W ichtigkeit und segensreichen W irksamkeit der Knabenseininarien 
als Pflanzstätten lür den gedeihlichen Nachwuchs des katholischen Klerus habe ich, ge- 
fertigter Niklas Tomek, mich entschlossen, für das von Sr. Eminenz dem hochwürdigsten 
und durchlauchtigsten Herrn Kardinal und Erzbischöfe Friedrich T. pl. im Jahre 1855 
für die Prager Erzdiözese in Prag gegründete Studenten-Convict oder Knabeuseminär 
zwei Stiftungsplätze mit einein Kapitale per sechstausend Gulden CMze, bestehend in 
5pct. Staatsschuldverschreibungen, unter folgenden Bedingungen zu errichten, und zwar: 

1. den nächsten Anspruch für diese Stiftungen sollen katholische Abkömmlinge der 
Schwestern des Stifters, nämlich der Pauline gebornen Tomek, verehelicht gewesen an 
Johann Gezek, Lehrer in Nekor, und der Anna gebornen Tomek, verehelicht gewesen an 
Franz Kreysa und nach dessen Tode an Franz Maly, Grundbesitzer in Nekor, wobei die 
nähere Verwandtschaft den Vorzug hat, bei gleichem Verwandtschaftsgrade bessere Sitten 
und Verwendung entscheiden, haben. 

Im Abgänge geeigneter Zöglinge aus der benannten Verwandtschaft können andere 
talentvolle, durch Floiss und Sittlichkeit ausgezeichnete Knaben aus Nekor, die der 
katholischen Religion zugethan sein müssen, in den Genuss dieser Stiftungen aufge- 
nomnien werden. 

2. I)ie Stiftlinge sollen die WTohlthat in dem Studenten-Convicte bis zum Eintritte 
in die Fakultäts-Studien gemessen. 

ö. Die Stiftlinge sind verpflichtet, an jedem Sonn- und Feiertage ein andächtiges 
r Vater l‘n>er* und „Ave Maria u für die Seelenruhe des Stifters und seiner Eltern in 
der Kirche zu beten. 

4. Das Prüvnitationsrecht behält sich der Stifter für seine Lebenszeit vor, nach 
seinem Tode steht es d»*m jedesmaligen Prager hochwürdigen Herrn Domdechante zu. 

Nachdem So. Eminenz der t. pl. hochwürdigste und durchlauchtigste Herr Kardinal 
Für4-Erzl>ischof diese s Stiftungskapital per sechstausend Gulden CMze zur Gründung 
zweier Plätze für Zöglinge in dem Prager f.-e. Studenten-Convicte unter den vorste- 
henden Bedingungen laut Consist. Intimat vom 16. Februar 18 »9, Nr. 1109, huldvoll an- 
genommen haben, so habe ich die zu dieser Stiftung gewidmeten und unter den vorste- 
henden Bedingungen dem f.-e. Studenten-Convicte zu dem ausgesprochenen Zwecke in 
sein unwiderrufliches Eigenthum geschenkten Staatsschuldverschreibungen, und zwar zwei 
Stück Obligationen Nr. 2946 und 12.217 mit 28 Coupons ä 500 fl., zusammen 1000 fl., 
ferner vier Stück Obligationen Nr. 86.005, Nr. 48.440, Nr. 83.690 und Nr. 281.574, zu- 


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261 


Dr. Nikolaus Toraek. 


l)r. Mikulas Tomek. 


261 


sammen mit 45 Stück Coupons, die Obligationen a 1000 fl., zusammen 4000 fl., dann 
ein Stück Obligation Nr. 4328 per 1000 fl. mit 12 Coupons, alle Obligationen mit Zinsen- 
Talons, bei der Kassa dieses Convicts am 6. Februar 1859 übergeben, und es wurden 
diese vorbenannten Staatsschuldversehreibungen in eine neue, an das f -e. Studenten- 
Convict der Prager Erzdiöcese als Stiftungskapital des Prager Domdechants Nikolaus 
Tomek zu zwei Stiftungsplätzen vinkulirte, mit fünf vom Hundert in CMze vom 1. No- 
vember 1865 halbjährig gegen Quittung verzinsliche Staats-Obligation Nr. 16.813 über 
6000 fl. CMze, sage sechstausend Gulden CM., de dato Wien am 1. November 1857 um- 
geschrieben, dieses Capital zu Händen des bestifteten Studenten-Convictes der Prager Erz- 
diözese in Empfang und Verrechnung gestellt und die vinkulirte Staatsschuldverschreibung 
in die betreffende Studenten-Convicts-Kasse hinterlegt. 

Da die Interessen dieses Stiftungskapitals theils vom 1. September, theils vom 
1. November 1858 zum Zwecke dieser Stiftung in die betreffende Kassa einfliessen und 
die Stiftsbrieferrichtungskosteu von dem hochw. Herrn Stifter gedeckt werden, so ist 
dieselbe mit dem Jahre 1859 ins Leben getreten. 

Es geloben demnach die gefertigten Vorsteher des Studenten-Convictes der Prager 
Erzdiözese für sich und ihre Amtsnachfolger, diese Stiftung von zwei Convicts-Plätzen 
stets aufrecht zu erhalten, die in diesem Stiftsbriefe festgesetzten Bedingungen jederzeit 
gewissenhaft zu erfüllen und die vom Stiftungskapitale einfliessenden Interessen nur zum 
Zwecke dieser Stiftung, versteht sich nach Abzug der gesetzlichen Einkommensteuer, 
zu verwenden. 

Der mitgefertigte Rechnungsfiihrer der Studenten-Convicts-Kassa verpflichtet sich 
und seine Amtsnachfolger noch insbesondere, die Interessen zur Verfallszeit gehörig ein- 
zuheben und zu verrechnen, mit dem Kapitale keine wie immer geartete Veränderung 
ohne Bewilligung und Weisung der hohen kompetenten Behörden vorzunehmen, die Inter- 
essen dem Inhalte des Stiftsbriefes gemäss zu verwenden und jährlich einen summarischen 
Rechnungs-Extract der h. k. k. Statthalterei vorzulegen. 

Urkund dessen wurde dieser Stiftsbrief in vier gleichlautenden Parien verfasst, von 
dem betreffenden Stifter und zum Zeichen der Annahme von Sr. Eminenz dem T. pl. 
hochwürdigsten Herrn Kardinalerzbischof Friedrich Fürsten zu Schwarzenberg als Ordi- 
narius und Gründer des f.-e. Studenten-Conviets in Prag, dann von dem Convictsvor- 
steher, dem Rechnungsführer und zwei erbetenen Herren Zeugen unterfertigt, und wird 
ein Pa re hievon bei der h. k. k. Stat thalterei, ein Pa re bei dem f.-e. Consistorium, ein 
Pare in der f.-e. Studenten-Convicts-Kasse aufbewahrt und das vierte dem hochw. Herrn 
Stifter übergeben. 

So geschehen Prag, am 
Nikolaus Tomek mp., 

Dom probst, als Stifter. 

Johann Skfiwan mp., 
als Zeuge. 

Karl Schiller mp., 

als Zeuge. 

Rechnungsfiihrer. 


Friedrich mp., 

Kardinal und Erzbischof. 

Eduard Tersch mp., 
fürsterzb. Studenten-Convicts-Direktor. 

Franz Srdmko mp., 
Vicedirektor. 

Adalbert Christoph mp., 


Nr. 8299. 

Von Seite des f.-e. Konsistoriums wird vorstehender Stiftsbrief seinem ganzen In- 
halte nach bestätigt. 

Prag den 21. November 1866. 

(L. S.) P. F. Krejcf mp., 

General-Vikär. 

Adalbert Hron mp., 

Kanzler. 


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262 


Br. Nikolaus Tomek. 


Br. Mikulas Tomek. 


262 


Nr. 7013. 

Vostehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestättigt. 

Von der Böhmischen k. k. Statthalter ei. 

Prag, am 14. März 1867. 

Der Statthalter: 

(L. S.) Kellersperg mp. 

Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 


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263 


Anna Späh. 


Anna Spahovä. 


263 


431. 

1859 

März 17. brezna. 


Anna Spah'sche Studenten-Stiffung. 

Anna Späh , Oberlieutenantswitwe , 
widmete in ihrem Testamente de dato 
Kattenberg am 17. März 1859 ein Capital 
von 12M00 fl. zu sechs Stiftungs - 
platzen für fleissige , wohlgesittete 
und dabei arme , insbesondere ver- 
waiste Schüler der Kuttenberger 
Unter - und Oberrealschule. Diese 
Schüler müssen nicht nothwendig 
Söhne von Kuttenberger Bürgern , 
wohl aber Söhne von Kuttenberger 
Gemeindeangehörigen sein und die 
vorstehenden Eigenschaften be- 
sitzen. 

Der Genuss dieser Stipendien 
dauert bis zum Schlüsse des letzten 
J ahr ganges der Oberrealschule. Bis 
dahin sollen den Stipendisten die Stiftungs - 
gebären in halbjährigen , am 1. November 
und 1. Mai eines jeden Jahres fälligen 
Baten ausbezahlt werden. 

Das P r äsentat ions recht soll 
dem jeweiligen Dir ector der Kutten- 
berger liealschul e, das Verleihungs- 
recht aber dem Kuttenberger Stadt - 
rathe im Vereine mit dem ganzen 
Hürgerausschusse zustehen. 

Dieselbe sollen jedoch an den Vorschlag 
der Eealschuldirection nicht gebunden sein , 
sondern sollen diesen Vorschlag in der 
Regel berücksichtigen, immerhin aber nur 
auf Grund ihrer eigenen Local - und Per- 
sonalkenntnisse die Verleihung der Stipen- 
dien vornehmen. 

Die Verwaltung und Verrechnung des 
Stiftungsvermögens soll der Stadtrath in 
Kuttenberg im Vereine mit dem Bürgcr- 
ausschusse besorgen . 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde unterm 

10. October 1864 ausgefertigt und unterm 

11. Novcndter 1864 von der k. k. Statt- 
halterei in Prag bestätigt. 

Diese Stiftung trat erst mit dem Ab- 
leben der Aloisia Mischlcowsky , der Nichte 
der Stifterin , ins Leben. 

Gegenwärtig wird diese Stif- 
tung über V or schlag der Direction 
der k. k. Oberrealschule in Kutten- 


Studentskc nadäni Anny Spahove. 

Anna Spahovä , vdova po nad - 
porueiku , venovala ve sve zävöti sepsane 
v Kutne Höre dne 17. bfezna 1859 jistinu 
12.660 zl. na sest mist nadaönich pro 
pilne, mravne a pfi tom chude ob- 
zvldStö osirele %äky Kutnohorske 
nizsi a vyssi reälky. %aci tito 
nemusi byti nutnä syny Kutno- 
horskyeh mßSfanü, ale ovsem syny 
pfislusnikü obee Kutnohorske a 
must miti vlastnosti shora vytknute . 


Poziväni nadace teto trvd aS 
do ukonöeni posledniho rocnikti 
vyfsi reälky. Az do toho öasu vypldceti 
jest stipendistüm platy nadaeni v pülletnich 
Ihntäch , splatnych dne 1. listopadu a 
1. kvötna kazdeho roku. 

Prdvo present aöni pfisluSeti 
mä fediteli Kutnohorske reälky , 
prdvo udileci ale Kutnohorske 
möstske radö spoleönö s celym mö- 
stanslcym vyborem. 

Tito nejsou sice väzäni nävrhem fedi- 
telstvi reälky, nel maji k nävrhu tomu 
z pravidla zretel miti, proto vsak pfece vidy 
jen na zäkladö vlastnich mistnich a osob - 
nich znalosti udileni stipendii pfedsebräti. 

Sprävu a züötovdm jmtni nadaöniho 
obstarävati mä mestskä rada v KutnS Hofe 
spoleöne s vyborem mesfanskym. 

Dotyöny list nadaeni byl dne 10. fijna 
1864 vyhotoven a dne 11. listopadu 1864 
c. k. mistodrzitelstvim v Praze potvrzen. 

Nadace tato vesla v platnost teprve po 
ümrti Aloisie Mischkovske , netefe zakla- 
datelciny. 

Nyni udili nadaci po nävrhu 
feditelstvi c. k. vys§i reälky 
v Kutne Hofe po smyslu ustanoveni 


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264 


Anna Spali. 


Anna Spahova. 


2G4 


berg im Sinne der stifterischen 
Anordnung en vom Stadtrat he in 
Kuttenberg gemeinschaftlich mit 
dem Ge meindeaus schusse daselbst 
verliehen . 

Das Vermögen dieser Stiftung , welches 
ebenfalls vom Kuttenberger Stadtratlie und 
Gemeindeausschusse verwaltet wird , beträgt 
12.062 fl. 63 kr., aus dessen Erträgnisse 
6 Plätze , jeder mit der Jahresgebür von 
105 fl., dotiert werden. 


zakladatelcinych m es tskd rada 
v Kntne Höre spolecne s obccnlm 
vyborem tamtez. 

Jmeni nadace teto, spravovane rovncz 
mösts/cou radou a obeenhn vyborem v Kutnc 
Höre, obndsi 12.662 zl. 63 kr.; z vytczku 
jeho dotuje se 6 mist s roönim pozitkem 
po 105 zl. 


I. 

Im Namen Gottes. 

Ich endesgefertigte Anna Späh, Wittwe nach dem k. k. Oberlieutenant Herrn Karl 
Späh, habe im Jahre 1855 ein schriftliches Testament errichtet, in welchem ich das von 
mir zu gründen beabsichtigte Institut zur Bildung armer Mädchen in Kuttenberg als 
Universalerben meines Vermögens ernannt habe. 

Auch habe ich im Jahre 1857 zu vorstehendem Testamente ein schriftliches Codieill 
errichtet, mittelst dessen ich mehrere Bestimmungen des gedachten Testaments ab- 
geändert habe. 

Nach reiflicher Überlegung der gegenwärtig obwaltenden Verhältnisse habe ich 
jedoch den Entschluss gefasst, mit meinem Vermögen andere Verfügungen zu treffen, als 
in den beiden vorstehend gedachten letztwilligen Erklärungen enthalten sind. 

Ich hebe daher mein schriftliches Testament vom Jahre 1855 und mein schriftliches 
Codieill vom Jahre 1857 (es mögen überhaupt diese letztwilligen Erklärungen, welche ich 
eben jetzt nicht bei der Hand habe, von wann immer datirt sein) hiemit ausdrücklich 
auf und erkläre dieselben in allen ihren einzelnen Anordnungen und wie immer lautenden 
Beisätzen als null und nichtig. 

Zugleich erkläre ich bei vollkommen gesunden Geisteskräften meinen letzten Willen, 
wie folgt: 

Ich setze die Kuttenberger Stadtgemeinde als Universalerbin meines Vermögens ein. 

Dieselbe ist gehalten, aus meinem Nachlasse folgende Legate zu entrichten, welche 
ich hiermit den nachbenannten Personen, öffentlichen Instituten und Wohlthätigkeitsan- 
stalten zudenke, nemlich 


6. Meiner Nichte Aloisia Mischkowsky vermache ich den lebenslänglichen 5% Nutz- 
genuss einer Summe von 14.700 fl. Ö. W., mit Worten vierzehntausend siebenhundert 
Gulden österreichischer Währung, wonach sie jährlich einen Zinsenbetrag von 735 fl. 
österr. Währung, mit Worten siebenhundert dreissig fünf Gulden österreichischer Währung, 
aus meinem Nachlassvermögen zu erhalten haben wird, welches lebenslängliche Zinsen- 
bezugsrecht für sie sicher zu stellen ist. 

An diesem Stammkapital legire ich das Eigenthumsrecht eines Theilbetrages von 
2100 fl. Ö. W., sage zweitausend einhundert Gulden österr. Währung, dem Kuttenberger 
Gemeindeschulfonde. 

Den Rest von 12.600 fl. Ö. W., sage zwölftausend sechshundert Gulden öster- 
reichischer Währung, bestimme ich in sechs Theilen von je 2100 fl. Ö. W., sage zwei- 
tausend einhundert Gulden österr. Währung, zu eben so vielen Stiftungen an Stipendien 
von jährlichen 105 fl. österreichischer Währung, sage einhundert fünf Gulden öster- 
reichischer Währung, für fleissige, wohlgesittete und dabei arme, insbesondere verwaiste 
Schüler an der Kuttenberger Real- uiid Oberrealschule. 

Diese Schüler müssen nicht nothwendig Söhne von Kuttenberger Bürgern, wohl 
aber Söhne von Kuttenberger Gemeindeangehörigen sein und die vorstehend angeführten 
Eigenschaften besitzen. 


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265 


Anna Spab. 


Anna Spaliova. 


265 


Der Genuss des Stipendiums dauert bis zum Schlüsse des letzten Jahrganges der 
Oberrealschule, bis wohin die 5"/ 0 Interessen obiger Stiftungskapitalien an die Stipendisten 
in einbalbjährigen, am 1. November und 1. Mai jeden Verwaltungsjahres fälligen Raten 
von je 52 ti. 50 kr. österr. Währung, sage fünfzig zwei Gulden 50 kr. österreichischer 
Währung, verabfolgt werden sollen. 

Das Präsentationsrecht soll der jeweilige Direktor der Kuttenberger Realschule, das 
Recht der Verleihung aber der Kuttenberger löbliche Stadtrath im Vereine mit dem 
ganzen löblichen Bürgerausschusse haben, welcher jedoch an den Vorschlag des Real- 
Schuldirektors nicht stricte gebunden ist, sondern diesen Vorschlag in der Regel wohl 
berücksichtigen wird, immerhin aber nur auf Grund seiner eigenen Lokal- und Personal- 
Kenntnis die Verleihung der Stipendien vornehmen wird, und welchem ich die vorzugsweise 
Berücksichtigung verwaister armer Schüler anempfehle. Diese Stiftungen treten jedoch 
erst nach dem Tode meiner Nichte Aloisia Mischkowsky in Wirksamkeit. Auch während 
der Lebensdauer meiner zum Nutzgenusse des Stammkapitals berufenen Nichte sowie 
überhaupt auf immerwährende Zeiten, steht dem löblichen Kuttenberger Stadtrathe im 
untrennbaren Vereine mit dem löblichen Bürgerausschusse die Verwaltung dieses Stiftungs- 
vermögens und die Aufsicht über die Erfüllung der Stiftung, ihre Aufrechthaltung und 
Verrechnung zu. Obgleich die Zinsen der obigen Summe erst nach dem Ableben meiner 
Nichte für die Stipendien gewidmet werden, so sollen die Stiftsbriefe doch sogleich bei 
der Verlassenschaftsabhandlung ausgefertigt, die Stiftungskapitalien sichergestellt uud 
alles so vorbereitet werden, dass nach dem Tode der zeitlichen Nutzniesserin die Sti- 
pendien ohne weiteren Aufschub ins Leben treten. 


11. Was nach Ausscheidung des vorstehenden Legats meiner Nichte noch an be- 
weglichem Vermögen erübrigen wird, dann mein Haus Nr. Cons. 9 sammt Hofraum in der 
Vorstadt Hlauschka, die Scheuer, die Schupfe und der an das Wohnhaus angrenzende 
Garten Nr. Parz. 420 im Ausmasse von 618 UK sollen nach meinem Tode im Lizitations- 
wege verkauft werden. Falls der löbliche Kuttenberger Stadtrath und Bürgerausschuss 
wegen der besseren Verkiiuflichkeit dieser Liegenschaften es für räthlich hielte, zu dem 
Wohnhause auch einen Theil des dabei befindlichen, mit Bäumen besetzten Ackers 
Nr. Parz. 1766 hinzuzufügen, so soll ein entsprechender Theil dieses Ackers, jedoch 
bloss im Ausmasse von ungefähr 2 Metzen oder etwas weniges darüber, abgemessen, zu 
dem Hause Nr. 9 und den Garten Nr. Parz. 420 zugetheilt und mit denselben versteigert, 
sodMiin aber von dem lizitatorischen Ersteher und auf seine alleinige Kosten durch eine 
Mauer von dem übrigen Theile dieses Feldes abgetrennt werden. Alle meine übrigen 
Grundstücke sollen in natura erhalten und einer gerichtlichen Schätzung in der Art 
unterzogen werden, dass auf Grundlage des neuen Katasters der Preis einer jeden ein- 
zelnen Grundparzelle für sich erhoben werde. 

Hierauf hat der Kuttenberger löbliche Stadtrath und Bürgerausschuss zu bestimmen, 
ob diese Grundstücke für die von mir errichtete Stipendienstiftung zu widmen oder aber 
unter die von mir mit Vermächtnissen bedachten Anstalten zu vertheilen seien. Jede 
Anstalt, welcher diese Grundstücke im ganzen oder theilweise von dem löblichen Stadt- 
rathe und Bürgerausschusse zugewiesen werden, hat dieselben im Schätzungswerte zu 
übernehmen und, falls die Höhe des ihr zugedachten Legats durch das zugetheilte Grund- 
stück nicht erreicht würde, den mangelnden Rest entweder in sicher elocirten Kapitalien 
oder baarem Gelde zu empfangen, falls aber der Wert der zugewiesenen Grundstücke 
das Legat übersteigen würde, den Überschuss an meine Verlassenschaft hinauszuzahlen. 
Hiebei hat der löbliche Stadtrath und Bürgerausschuss auf den ausgesprochenen Wunsch 
der Direetionen der von mir bedachten Anstalten, welche hierüber einzuvernehmen sein 
werden, billige Rücksicht zu nehmen. 


13. Es ist mein Wunsch und meine Bitte, dass die Direetionen der von mir be- 
dachten Wohlthätigkeits- und Gemeindeanstalten in der Verwaltung der ihnen zuge- 
dachten Legate und namentlich der Kuttenberger löbliche Stadtrath und Bürgerausschuss 
in der Gebahrung mit den von mir sowohl dem Kuttenberger Realschulfonde zugedachten 
Legaten als auch mit dem von mir zu Stipendien-Stiftungen gewidmeten Vermögen, über- 
haupt auch in der Verwaltung und Vertheilung der Stipendien von jeder einschränkenden 
Kontrolle frei seien, dass ihnen die freie Schaltung und Waltung bloss nach ihrer eigenen 
VI. 34 


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2G6 


Anna Späh. 


Anna Spaliovü. 


266 


Einsicht nach ihrem besten Wissen und Gewissen jederzeit zustehen soll, und dass die 
Beaufsichtigung der hohen Behörden sich nicht weiter als auf die Nachweisung des 
Stammvermögens erstrecke. 

14. Zum Testamentsexekutor ernenne ich den Herrn Bürgermeister Florian Hocke, 
welcher alles zur baldigen Erfüllung meines letzten Willens Erforderliche einzuleiten [hat] 
und am Schlüsse der Verlassenschaftsabhandlung die hiebei gehabten Kosten nach dem 
Zuspruche der löblichen Verlassenschaftsabhandlungsbehörde aus meinem Nachlasse 
empfangen wird. 


Indem ich über die von mir bedachten Anstalten und gegründeten Stiftungen den 
Segen der Vorsehung herabflehe, auf dass daraus reichlich gute Flüchte erwachsen, 
schliesse ich, wie ich begonnen, im Namen Gottes. 

Kuttenberg am 17. März 1859. 

Urkund dessen meine eigenhändige Unterschrift und Zeugenfertigung. 

Josef Lischka mp., Anna Spall mp. 

als Zeuge des Testaments. 

Dr. Benjamin Demi mp., 
als Zeuge der letzten Willenserklärung. 

Josef Sadlo mp., 

als Testamentszeuge. 

( Siegel der \ 

Misskowski / 

Mit dem ungestempelten, in dem Kasten für wichtige Urkunden aufbewahrten Ori- 
ginal-Testamente gleichlautende, bloss zum Amtsgebraurh dienliche Abschrift. 

Expedit des k. k. Kreisgerichtes zu Kuttenberg, 
den 21. September 1859. 


(L. S.) 


Johann Zettl mp., 
k. k. Direkt. -Adjunkt. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statthai- Overeny opis u c. k. mistodrzitelstvi v Praze. 

terei zu Prag. 


II. 

/ 50 kr. \ 

\ Stempel. / 

N a d a c i 1 i s t i n a 

na studijm liadäm pam Annou Spahovou zalozenä. 

Pani Anna Späh, jez dne 13. zän 1859 zemfela, ustanovila v zävetu svem ddto. 
v Hofe Kutne dne 17. bfezna 1859 e. k. krajskym soudem Kutnohorskym dne 21. zän 
1859 prohläsenym takto: 

Sechstens: Meiner Nichte Aloisia Mischkowsky vermache ich den lebenslänglichen 
5% Nutzgenuss einer Summe von 14.700 fl. Ö. W., sage vierzehntausend siebenhundert 
Gulden österr. Währung, wonach sie jährlich einen Zinsenbetrag von 735 fl. Ö. W., mit 
Worten siebenli undert dreissig fünf Gulden 0. W., aus meinem Nachlassvermögen zu 
erhalten haben wird, welches lebenslängliche Zinsenbezugsrecht für sie sicherzustellen 
ist. Aus diesem Stammkapitalc legiere ich das Eigenthumsrecht eines Theilbetrags von 
2100 fl. Ö. W., sage: zweitausend einhundert Gulden (). W., dem Kuttenberger Gemeind- 
scliulfonde, den Best von 12.000 fl. (). W., sage: zwölftausend sechshundert Gulden Ö. W., 
bestimme ich in sechs Theilen von je 2100 fl. O. W., sage: zweitausend einhundert Gulden 
Ö. W., zu eben so viel Stiftungen au Stipendien von jährlichen 105 fl. Ö. W., sage: 


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267 


Anna Späh. 


Anna Spahova. 


207 


einhundert fünf Gulden <). W., für fleissige, wohlgesittete und dabei arme, insbesondere 
verwaiste Schüler an der Kuttenberger Communal-Real- und Oberrealschule. 

Diese Schüler müssen nicht nothwendig Söhne von Kuttenberger Bürgern, wohl 
aber Söhne von Kuttenberger Gemeindeangehörigen sein und die vorstehend angeführten 
Eigenschaften besitzen. 

Der Genuss des Stipendiums dauert bis zum Schlüsse des letzten Jahrganges der 
Oberrealschule, bis wohin die 5 ü / 0 Interessen obiger Stiftungskapitalien an die Stipendisten 
in Vojiihrigen, am 1. November und I.Mai jedes Jahres fälligen Raten von je 52 fl. O. W\ 
verabfolgt werden sollen. 

Das Präsentationsrecht soll der jeweilige Direktor der Kuttenberger Realschule, 
das Recht der Verleihung aber der Kutteuberger Stadtrath im Verein mit dem ganzen 
Biirgerausschusse haben, welcher jedoch an den Vorschlag der Realschuldirektion nicht 
stricte gebunden ist, sondern diesen Vorschlag in der Regel wohl berücksichtigen wird, 
immerhin aber nur auf Grund seiner eigenen Lokal- und Personal-Kenntnis die Verlei- 
hung der Stipendien vornehmen wird, und welchem ich die vorzugsweise Berücksichtigung 
verwaiseter armer Schüler anempfehle. 

Diese Stiftungen treten jedoch erst nach dem Tode meiner Nichte Aloisia Miscli- 
kowsky in Wirksamkeit. Auch während der Lebensdauer meiner zum Nutzgenusse des 
Stammkapitals berufenen Nichte sowie überhaupt auf immerwährende Zeiten steht dem 
löblichen Kuttenberger Stadtrathe in untrennbarem Vereine mit dem löblichen Bürger- 
aussebusse die Verwaltung dieses Stiftungsvermögeus und die Aufsicht über die Erfüllung 
der Stiftung, ihre Autrcchthaltung und Verrechnung zu. 

Obgleich die Zinsen der obigen Summe erst nach dem Ableben meiner Nichte für 
die Stipendien gewidmet werden, so sollen die Stiftsbriefe doch sogleich bei der Ver- 
lassenschaftsabhandlung ausgefertigt, die Stiltuiigskapitalien sichergestellt und alles so 
vorbereitet werden, dass nach dem Tode der zeitlichen Nutzniesserin die Stipendien ohne 
weiteren Aufschub ins Leben treten. 

Pani Anna Spall ustanovila me v 14. postävee zävetu jejiho za vykonavatele posled- 
niho pofizeni sveho; proeez ustanovuji ja Florian Hocke, nyni purkmistr v kral. hornim 
svobodnem nieste Hofe Kutne, ohledne nadrecenych sesti nadaci a ohledne onech, jimz 
so dostati maji, ve sliode s poslednim pofizenim pani zakladatelkyn§, jak nasleduje : 

1. Die vyslovne vüle zakladatelkyne mä se zriditi sest nadani, kazde kapitalem 
per 2100 zl. R. ö. pravim: dva tisice jedno sto zlatyeh R. ö., ku zalozeni tolikatez nadaci 
po 105 zl. R. c., t. j. jedno sto pet zlatyeh R. e. roeniho pfijmu. kterä ale za pficinou 
vyse uvedenelio ustanoveni zakladatelkyne teprve az po smrti Aloisie Miskovske ve sku- 
teenost vstoupeji. 

2. Nadani tato budou sesti pilnym, mravnym a pfi tom chudym, zvlaste pak osi- 
relym zaküm na Kutnohorske obeeni reälni a vrehni reälni skole propüjcoväna. 

3. Ti, kdo se o toto nadani uchäzeti chti, maji sice pilnost, zachovalost, chudobu 
a die okolostojicnosti osifelost svou pfimefenymi vysvedeenimi prokäzati; na eas odbytych 
jich studii nebefe se vsak nizädneho zfetele. Taktez nein tfeha, aby zadatcle byli syny 
Kutnohorskych mesfanü, aekoliv museji hyti syny pnslusnikü Kutnohorskych a miti vlast- 
nosti svrchu udane. 

4. Poziväni propüjceneho nadani trvä az do konce posledniho roeniku vrehni reälni 
skoly, do kterehozto casu se stipendistüm 5% uroky z nadzminenycli nadacich kapitälü 
v pülletnich lhütach vzdy 1. listopadu a 1. kvetna po 52 zl. 50 kr. R. c., pravim: padesät 
dva zlaty 50 kr. R. c. vypläceti budou. 

5. ftediteli Kutnohorske obeeni reälni skoly prislusi prävo presentaeni, jemu maji 
se tehdy take zädosti o udeleni nadäni podävati. Udeleni samo vykonävä vsak slavnä 
mestskä rada Kutnohorskä spolecne s veskerym slavnym vyborem mestskym, aniz by 
nävrhem feditelstvi skol reälnich pfisne byla väzäna. Aekoliv se obycejne na ucineny 
nävrh zfetel vziti mä, tak bude pfedee slavnä mestskä rada spolecne se slavnym mest- 
skym vyborem nadäni pouze die svych mistnich a osobnich znämosti udileti a pfi 
tom pfedevsim osifele cliude zäky na zfeteli mit. 

6. Jelikoz stipendia tato toliko pro zäky Kutnoliorskou vvssi reälni a podreälni 
obeeni skolu navstevujici jsou urcena, tak mä upräzdneni jich feditel skol reälnn-h spo- 
leene s jt^lnim lidom slavne mestske rady tim zpusohem ohläsiti, ze v kazde tride ohec- 
lnch reälnich skol zaküm pfeete vyniinky, k ohdrzeni nadäni ustanovene, a je die potfeby 
zäküm take vvsvetli. 

.VI. ^ 34* 


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268 


Anna Spab. 


Anna Spahova. 


268 


Toto ohlaseni ma se vzdy take ceskou feci stati, a pfitomny üd mestske rady ma 

pfedevsim k tomu hledeti, aby smysl a üöel teclito nadani zadnemu zaku nejasny neb 

docela nesrozumitelny neostal. 

7. Kdo upräzdnene Stipendium obdrzf, nastoupi poziväni ho dnem 1. kvetna 

a 1. listopadu kazdeho roku, by£ by se tfeba i poslednim dubnem neb rfjnem bylo 

upräzdnilo. 

8. Ackoliv pozitky celeho na tecbto sest nadani po 105 zl. R. c. to jest: jedno sto 
pet zlatych R. c. urceneho kapitalu per 12.600 6. R. c. Aloisii Miskovske po cele jeji 
2ivobyti pfisluseji, tak ma pfedce slavna mestska rada Kutnohorska y bezprostfednim 
spojeni se slavnym mestskym vyborem toto zakladni jmeni spravovati, a o vyplnem, 
zacbovanf a üetovani tohoto nadani peeovati. Avsak take kazdemu jednotlivemu üdu mest- 
skebo vyboru, jakoz i kazdemu opraviienemu pffslusniku obce Kutnohorske jest dano 
prävo do üctü techto nahlednouti a se presvedciti, zdaliz se ustanoveni teto nadaci listiny 
pfisne a svedomite zachovavaji. 

9. Ku kryti tecbto nadani jsou nyni urceny kapitaly, ktere z pozustalosti zaklada- 
telkyne pochazejici [sic], odeyzdaci listinou vydanou od c. k. krajskebo soudu na Horach 
Kutnych dne 5. kvetna 1863, e. 1063 sub lit. VI. a) ppp. priukazane byly, totiz: 


1 

j Ci s. inv. 


Kak. öis. 

zl. 

kr. 

i 

na dorne 6. 17/19 v predmesti Cecli v Höre Kutne . . . 

435 

26 

74 75 

na dorne c. 40 se zahradou na Pacliu v Höre Kutne . . 

420 



76 

pak 

105 




a 

248 

96 

77 78 

na zivnosti c. 13 v Krecbori 

276 

15 

79 

per 

89 

88 



525 

— 

65 

na dome c. p. 32/36 na Pachu v Hofe Kutne 

252 

— 

126 

na zivnosti c. p. 34 v Petrovicicb 

2G2 

50 

129 

na dome c. 437 v Hofe Kutne 

315 

— 

130 


126 

— 

73 

na dome c. p. 217 v Hofe Kutne 

52 

50 

96 

na dome c. p. 35 v Hlouskach u Hory Kutne 

42 

— 

2 

na zahrade proti Podskali [na] predmesti Cecli v Hofe 




Kutne 

S4 

— 

3 

na dome 6. p. 233/234 v Hofe Kutne 

52 

50 

6 

na dome c. p. 65/71 v predmesti Cech u Hory Kutne . . 

105 

— 

, 11 

na zivnosti c. p. 12 v Dolaneck 

126 

— 

16 

na pozemku per 674 □" v Hofe Kutne 

52 

50 

17 

na mlyne c. p. 31/33 na Pacliu v Hofe Kutne 

357 

— 

IS 1 

na dome c. p. 324 v Hofe Kutne pojisiena castka per 

52 

50 

' 31 

na Sedleckem poli „na Sukove u u Kanku 

157 

50 

j 32 

nu dome e. p. 79 v Kanku spolu na poli cfs. top. 375 




pod 810_l“ 

42 

— 

i öl 

na dome c. p. 193 v Hofe Kutne 

105 

— 

54 

na dome £. p. 295 v Hofe Kutne 

210 

— 

1 6» i 

na dome c. p. 69 v Hofe Kutne 

63 

— 

| 70 1 

na polovici zivnosti c. p. 53 v Opatovicicb 

105 

— 

71 

na dome c. p. 67 se zahradou a polmi v Kanku .... 

105 

— 

81 

1 na zivnosti c. p. 1 v Zibohlavech 

336 

— 

> s: j » 

na Kutnoboiskem poli empli. „ve Skvaracb“ u silnice j>er 




! 2 miry 15% w/ 

105 

— 

99 

na Kutnohorskein poli „na ceste k liylanurn “ per 1 jitro 




599’/, □“ a 393 LI" 

126 

— 


Snaska . . . 

i ! 

5334 

25 


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269 


Anna Späh. 


Anna Spahova. 


269 




Rak. 

CIS. 



zl. 

kr. 


Prenaska . . . 

5334 

25 

102 

na dome c. p. 522 v Hofe Kutne 

42 

1 

103 


21 


100 

na dome c. p. 205 v Hofe Kutne 

105 

— 

107 

na dome c. p. 497 v Hofe Kutne 

42 



108 

per 

37 

24 

109 

a 

157 

50 ; 

112 

na dome c. *p. 304 se zahradou v Hofe Kutne 

43 

19 1 

127 

na dome c. p. 197 v Hofe Kutne 

105 

— 1 

128 

na polovickäch domu e. p. 124 v Hofe Kutne spolu na 
c. p. 24 v pfedmesti Cechovskem v Hofe Kutne . . . 

52 

I 

50 

131 

na dome ö. p. 126 se zahradou a polmi na Kanku . . . 

42 

— 1 

145 

na zivnosti c. p. 19 v Perstejnci 

105 

— 


na dome c. p. 31 v Höre Kutne a na polich c. p. 1104 
a 1470 v Hofe Kutne 

210 

1 

i 

100 

kapital per 

190 

57 7a' 


kapital per 

231 

— 

14 

oba pojistene na Sedlickem hornosvobodnem poli eis. top. 
1086 pod 502 a cis. top. 1686 per 1150 G° Väelavu 

a Marii Pefinove z Hory Kutne. 
kapital pojisteny na poli Sixtovskem v Hofe Kutne 1 
Katefine Cerne provdane Kombercove nalezejieim per 

42 

1 

15 

kapital na domku c. p. 159 v Kanku manzelüm Josefovi 
a Barbofe Üernym nalezejieim pojisteny 

105 

1 

18 19 

kapitaly na dome c. p. 31/33 v pfedmesti Päckovskem 
y Hofe Kutne manzelüm Josef a Marii Faster naleze- 
jicim pojisteny 

62 

37 j 


a per 

105 

— I 

23 

kapital na dome 6. p. 418/424 se zahrädkou a na spaleni- 
sfatech £. p. 312/419 a 424/426 se zahrädkou v Kutne 
Hofe Väclavovi a Barbofe Förstrovi nalezejieim poji- 
§teny per 

157 

j 

50 1 

25 

kapital na dome e. p. 295 v Kutne Hofe manzelüm Jos. 
a Marii Rovenskym nalezejieim pojisteny per . . . . 

42 


30 

kapital na poloviöce domu £. p. 232/197 v Kutne Hofe man- 
zelüm Antoninovi a Marii Pefina nalezejieim pojiäteny j 

42 

| 

41 42 

kapitaly na zivnosti ü. p. 45 v Myskovicich, manzelüm 
Josefovi a Barbofe Kantürkovym nälezejici pojistene . 

210 

_ | 


1 pak 

210 

' 1 

43 44 

a kapitaly na zivnosti c. 2 v Dolanech jmenovanym 
manzelüm patfici pojiötene per 

210 




a per 

•ilO 

— 

45 46 

kapitaly na dome c. p. 25 v Kutne Hofe, manzelüm Anto- 
ninovi a Barbofe Kasparides patficim pojistene . . . 

393 

54 



147 

— 

47 

kapital na polovici domu L p. 31 v pfedmesti Pächovskem 
na Hofe Kutne Barbofe Knäkal nälezejici pojiStäny per . 

63 


50 

kapital na dome c. p. 3 v Hofe Kutne Barbofe Kfidlove 
nyni JanuPefinovi patficim pojisteny 

105 

___ 

52 53 

kapitaly na dome c. p. 193 v Hofe Kutne pojistene a 
manzelüm Frantiskovi a Marii Klecäkovym patficim per . 

105 





105 

— 

1 

Snäskn . . . 

i 

9032 

66 '/, 


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270 


Anna Spat. 


Anna Spahova. 


270 


Cis. inv. 


Rak. cis. 


zl. ' 

kr. ) 

1 

9032 ' 

66 V«; 

l 

105 

[ 

— 

105 

— 

52 i 

50 

84 ‘ 

— 

84 

— 

84 ! 


84 | 

— 

42 

— 

210 

i 

210 j 

1 

I 

210 I 

! 

105 

I 

52 ! 

50 j 

210 

— | 

105 

i 

252 

i— J 

105 



157 

50 

336 

| — | 

168 


315 


42 

1 

42 

— | 

42 

— l 

52 

50 : 

105 

— ' 

207 

33 7« 

1 2600 

i- 1 


Prenäska . . . \ 

55 5G kapitaly na polovici domu Hynka Krälika e. 195 v Höre 

Kutne 

a kapital na dome tomtez Hynkovi Krälikovi a Alzbe f e 

Spudilove nälezejicim pojisteny per 

59 60 | kapitaly na dome e. 286 v Hofe Kutne, manzelüm 
Josefovi a Frantisce Stinsny patficim pojisteny per 

a 

61 | kapital na dome c. p. 284 v Kutne Hofe p. Antonmu 

Jindrovi patricira pojisteny per 

63 64 66 | kapitaly na dome e. p. 32/36 v Kutne Hofe pfedmesti 
Pacli manzelüm Josefovi a Marii Moravec patficim po- 
jisteny per 

pak 

a... 

80 | kapital na zivnosti c. p. 30 v Tousicich manzelüm Väclavu 
a Frantisce Markovym potazlive jeji pozüstalosti pa- 
tficim pojisteny per 

82 I kapital na zivnosti c. 27 v Ziboklawech, manzelüm 
Ceükovi a Marii Dousovym nälezejici pojisteny per 
90 91 | kapitaly. jez na zivnosti c. p. 15 v Zdeslavicich na Ma- 
lesovsku, manzelüm Üenkovi a Frantisce Mejstfikovym 

patfici pojisteny per 

a 

97 | kapital na dome ö. 485 v Hofe Kutne Josefu a Marii 

Novotnym patficim zjisteny per 

98 | kapital na zivnosti c. p. 43 v Kfechofi, Frantiskovi a 

Marii Panenkovym patfici pojisteny 

104 | kapital na zivnosti c. p. 25 v Maline, Vaelavovi Pokor- 

nemu patfici zjisteny per 

105 | kapital na zivnosti f . p. 61 vPeckach, manzelüm Vaclavu 

a Anne Pokornym nalezejici zjisteny per 

110 | kapitaly na dome £. p. 497 v Hofe Kutne manzelüm 
Josefovi a Marii Lipa nälezejicim pojisteny per . . . 

a 

113 | kapital na dome c. p. 3 v pfedmesti Pachovskem v Hofe 
Kutne, Barbofe Rajsky nälezejicim pojisteny .... 
115 | kapital na dome c. p. 152/231 v Hofe Kutne, Josefovi 

Rokosovi patficifm] zjisteny per 

120 | kapital na baräku c. p. 13 ve Vinaficich okresu Pfelouc- 
skeho manzelüm Vojtechovi a Katefine Vacek näleze- 
jicim pojisteny per 

121 122 kapitäly na dome £. p. 128/127 se zahradou v Hofe Kutne 

123 124 125 pi. Marii Sojkove patficim pojisteny per 

per 

per 

per 

per 

132 | z kapitälu per 210 zl. R. c. na zivnosti c. p. 9 v Ivon- 
cicicli okresu Chlumeckeko raanzelü Jana a Ivatefiny 

Tobolka pojisteneho dilec 

Cini cely odkaz . . 


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271 


Anna Spall. 


Anna Spaliovä. 


271 


Pro pripad, kdyby kapitaly c. 100, 101, 14, 15, IS, 19, 23, 25, 30, 41, 42, 43, 44, 
45, 46, 47, 50, 52, 53, 55, 56, 59, 60, 61, 63, 64, 66, 80, 82, 90, 91, 97, 98, 104, 105, 
110, 113, 115, 120, 121, 122, 123, 124, 125, 132, ührnkem 6303 zl. 32 kr. slovy: sest 
tisic tri sta tri zlatych 32 kr. R. c. nadaci odkäzany pri prvnim dobyvani z nyni poziva- 
jicich hypothek bud zcela bud v eästi se nevyraohly, stalo se v sezeni slavne mestske 
rady dne 14. srpna 1862, c. 2655 drzanem uzavfeni, ze v pnpadu takovem mestsky 
obeciii skolni fond vazan jest a bude, bud ze sveho vlastniho, ne od pani Anny Spahove 
odporueeneho jmeni, stejny dil penez neb kapitälu nadacnimu fondu vynahraditi, aby 
odkaz per 12.600 zl. R. c. vzdy üplny byl zachovän, bud schäzejici snad öastku stejnym 
obnosem uzitku z pozemkü po pani Anne Spahove mu pfipadlvch nahraditi, pri eemz 
skolni obecni fond take ütraty vypovedi a zalob na zminene nejiste kapitaly nesti mä, 
kteryzto zavazek prävem zastavnim na pozemcich skolnimu fondu obecnimu z pozüstalosti 
pani Anny Späh pfipadajicich se spolu vtelenim prirkujici listiny pojisfuje. 

10. Uvedene svrchu jistiny, ktere jmeni nadacni tvofi, jfikoz i ony, ktere pro ne- 
jistotu svou od dluznikü budou vymahany, maji se v pnpadu zaplaceni jich co mozna 
nejdriv s pupilarni jistotou zapüjeiti a pojistit dati; kdyby se to ale stati nemohlo, 
budtez za ne statni 5% dluzne iipisy koupeny. 

11. Privatni a statni dluzni iipisy na nadani toto se vztahujici maji v Kutnohorske 
obecni käse byti uschovane a opatrovane. 

12. Nadaci studijni, jez listern timto se zakläda, ma se po vecne easy nazyvati 
„Nadaci pani Anny Spahove“ a musi pri kazdem ohlaseni co takove oznamovano byti. 

Tomu^ na svedomi slouziz podhotoveni obeeniho predstavenstva. 

Jenz se stalo na Horach Kutnych dne 10. rijna 1864. 


Dr. Josef ftiha mp., 

rada. 

T. Filip mp., 

rada. 

Florian Müller mp., 
svedek. 

Jan Pferovsky mp., 
svedek. 


Dr. Stietka mp., 

purkmistr. 

Dr. Stane mp., 
mestsky rada. 

Karel Ptacovsky mp., 
mestsky rada. 

Vaclav Safranek mp., 
mestsky rada. 

Antonin Breuer mp., 
mestsky rada. 


Tato nadaci listina se stvrzuje. 


Cfs. 65.805. 


O d c. k. m i s t o d r z i t e 1 s t v i. 
V Praze, dne 11. listopadu 1S64. 

Mistoplcdscda: 

(L. S.) Lazanzky mp. 


Original bei der k. k. Statthalterci in Prag. Original u c. k. mistodriitolstvi v Praze. 





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272 


Matthias Kosler. 


Matcj Kosler. 


272 


432. 

1859 

Mai 4. kv£tna. 


Matthias Kosler’sche Studenten- 
stiftung. 

Matthias Kosler , Stiftsgutadmi- 
nistrator cu Kukus, errichtete mittelst 
Widmungsurkunde de dato Prag den 4. Mai 
1859 in dem von Seiner Eminenz 
dem Kardinal und Für ster zhischofe 
zu Prag Friedrich Für sten Schwar- 
zenberg gegründeten Studenten - 
Convicte oder Knabenseminar 
einen Stiftungsplatz mit einem 
C apitale von 3000 fl. C. M. 

Das Präsentationsrecht zu 
dieser zum Unterhalte und zur Er- 
ziehung eines Knaben in dem ge- 
dachten Studenten - Convicte be- 
stimmten Stiftung räumte der 
Stifter dem jeweiligen Fürst- 
erzbischof e in Prag und sede 
vac ante dem fürs terzbischöflichen 
C ap itular- C onsist orium ein. 

Der auf diese Stiftung aufgenommene 
Zögling ist verpflichtet , während seines 
Stiftungsgenusses in jeder Quatember - Woche 
des Jahres eine hl. Messe für die Eltern 
des Stifters Matthias und Anna Kosler 
und für die verstorbene Verivandtschaft , 
eine zweite hl. Messe für die Gräfinnen 
Antonia , Francisca und Adelheid Dcsfours , 
eine dritte hl. Messe f ür den Stifter Matthias 
Kosler und eine vierte hl. Messe für das 
Gedeihen des fürsterzbischöflichen Knabcn- 
seminars aufzuopfern , d. li. bei diesen vier 
hl. Messen auf die vorgenannten Intentionen 
zu beten. 

Der bezügliche Stiftsbrief wurde am 
1. März 1864 ausgefertigt und am 8. August 
1864 von der k. k. Statthalterei in Prag 
bestätigt . 

Diese Stiftung trat erst mit dem Ab- 
leben des Stifters ins Leben , da sich der- 
selbe den Zinsenbezug von dem gewid- 
meten Capitfde vorbehielt. 

Gegemvärtig wird diese Stif- 
tung vom F iirstcr zbischof e in Prag 
verliehenyimd ist deren Genuss auf 
das f iir st erzbisch ö fliehe Student en- 
Convict beschränkt . 


Studentske nadäni Mateje Kosiera. 


Matej Kosler , sprdvee statku na - 
daöniho v Kuksu , zridil venovaci listinou 
sepsanou v Praze dne 4. kvitna 1859 pri 
studentskem konviktö neb chla - 
peckem seminäfi jeho Eminenci 
kardinalem a kni£etem arci- 
b iskupem v Praze Bedrichem kni- 
zetem iSvarcenberkem zalozenem 
nadaeni misto s jistinou 3000 zl, 
konv. m. 

Prävo presentaöni k nadaci 
tetOy uröene k vydrzoväni jednoho 
hocha ve zmininem konviktö stu - 
dentskem , vyhradil zakladatel vldy 
knizeti arcibiskupu Prazskemu a 
byla-li by stolice arcibiskupskä ne « 
obsazena , knileci arcibiskupske 
kapitulni konsistofi. 

K nadaci teto povolany chovanec jest 
povinen po cas poiitku nadaöniho kazdo - 
roönö ten tyden o suchych dncch jednu 
msi sv. za rodiöe zakladatelovy Matöje a 
Annu Koslerovy a za zesnule pribuzenstvo, 
drtihou msi sv. za hrabönky Antonii, Fran - 
tisku a Adelu Defoursovy , treti msi sv. za 
zakladatele Matöje Kosiera a ötvrtou msi 
sv. za zdar knizeexho aretbiskupskeho chla- 
peckcho Seminare obötovati, t. j. pri techto 
ctyrech msich sv. na zminÖny ümysl se 
modliti. 


Dotycny nadaeni list byl dne 1 . brezna 
1864 vyhotoven a dne 8. srpna 1864 c. k. 
mistodrzitelstvim v Praze potvrzen. 

Nadace tato vesla ve skutek teprvc po 
iimrti zakladatelove , ponevadz si tijz zü- 
stavil üroky z vönovane jistiny. 

Nyni udili nadaci tuto knize 
arcibiskup Prazsky , a jest pozitek 
nadace teto na knizeci arci - 
biskupsky student sky konvikt ob - 
meze n. 


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273 


Matthias Kosler. 


Matöj Kosler. 


273 


Das Vermögen dieser Stiftung , welches 
vom fürsterzbischöflichen Consistorium 
in Drag verwaltet wird , beträgt 3000 fl., 
und die Gebär eines Stiftungsplatzcs 120 fl. 
jährlich , 


Jnieni nadacc ieto , spravovanc knizeei 
arcibiskupskou konsistoH v Praze , obnä'si 
3000 zl ., a pozitek mista nadaeniho 126 zl. 
rocnc. 


I. 

/ 10 fl. \ 

\ Stempel / 

Widmungs-Urkunde. 

Überzeugt von der Wichtigkeit und segensreichen Bedeutung kirchlicher Erziehungs- 
institute überhaupt und insbesondere der Knabenseminäre als Pflanzstätte für einen ge- 
deihlichen Nachwuchs des katholischen Klerus oder doch sittlich-religiöser Staatsbürger, 
habe ich, gefertigter Mathias Kosler, Stiftsgutsadministrator in Kukus, mich entschlossen, 
für das von Sr. Eminenz dem Hochwürdigsten und Durchlauchtigsten Herrn Cardinal und 
Fürst-Erzbischofe zu Prag Friedrich Fürsten von Schwarzenberg (p. t.) im Jahre 1855 
für die Prager Erzdiözese in Prag gegründete fürsterzbischöfliche Studenten-Convict oder 
Knabenseminär einen Stiftungsplatz mit einem Capitale per 3000 fl. CM., i. e. dreitausend 
Gulden Conv. Münze, bestehend in öpercentigen Staatsschuldverschreibungen, und zwar: 

in einer Nat.-Anl.-Obligation Nr. 13.024 ddto 1. August 1854 über .... 1000 fl. CM. 
mit vom 1. Juli 1858 laufenden Coupons; 


in den Metalliques-Obligationen 

Nr. 322.098 ddto 1. Mai 1847 per 1000 fl. CM. 

Nr. 13.070 ddto. 1. März 1830 per 500 fl. CM. 

Nr. 53.400 ddto. 4. September 1852 per 100 fl. CM. 

Nr. 43.915 dto. per 100 fl. CM. 

Nr. 8241 dto. per 100 fl. CM. 

Nr. 31.548 dto. per 100 fl. CM. 

Nr. 60.142 dto. per 100 fl. CM. 


in Summa . . . 3000 fl. CM. 


welche ich hiemit erlege, unter nachstehenden Bedingungen zu errichten und zu stiften, 
und zwar: 

1. soll dieser Stiftungsplatz, resp. das diesfällige Stiftungskapital per 3000 fl. CM., 
für ewige Zeiten als „Mathias Kosler’sches Stiftungskapital“ in Evidenz gehalten werden. 

2. Das Präsentationsrecht zu dieser zum Unterhalte und zur Erziehung eines 
Knaben in diesem Prager fürst-erzbischöflichen Studentenconvicte bestimmten Stiftung 
räume ich dem jeweiligen hochwürdigsten Prager Herrn Fürst-Erzbischofe und sede va- 
cante dem hochw. fürst-erzbischöflichen Capitular-Consistorium ein. 

3. Der von dem jeweiligen hochwürdigst. Prager Herrn Fürst-Erzbischofe auf diese 
Stiftung aufgenommene Zögling soll verpflichtet sein, während seines Stiftungsgenusses 
in jeder Quatember-Woche des Jahres: 

a) eine hl. Messe für die Eltern des Stifters, Mathias und Anna Kosler, und für die 
verstorbene Verwandtschaft; 

b) eine zweite hl. Messe für die Gräfinnen Antonia, Franziska und Adelheid Desfours; 

c) eine dritte hl. Messe für den Stifter Mathias Kosler und 

<lj eine vierte hl. Messe für das Gedeihen des Prager Erzdiözesan-Knabenseminars 
aufzuopfern, d. h. bei diesen vier hl. Messen, welchen er als Zögling des Institutes 
beizuwohnen verpflichtet ist, auf die vorgenannten Intentionen zu beten. Endlich 

4. Da meine Verhältnisse von der Art sind, dass ich das jährliche Zinsenerträgnis 
dieses von mir gewidmeten Stiftungs-Capitals vorläufig nicht entbehren kann, so behalte 
ich mir den Bezug der jährlichen Interessen von diesem Stiftungseapitale per 3000 fl. 
CM. in halbjährigen Raten aus der Knaben-Convictsinstituts-Cassa bis an mein Lebens- 
ende ausdrücklich vor. 

VI. 35 


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274 


Matthias Kosler. 


Malej Kosler. 


274 


Ich bitte demnach, Se. Eminenz wollen diese Stiftung anzunehmen geruhen und die 
Verbriefung derselben hochgeneigtest anordnen. 

Prag, den 4. Mai 1859. 


Mathias Kosler mp., 

Administrator. 

Job. Raysser mp., 
Zeuge. 

Dionys Pesch mp., 
Zeuge. 


Nr. 5008. 

Vorstehende Abschrift ist mit dem Originale in Wort und Ziffer gleichlautend. 


F ü r s t e r z b i s ch ö f 1. C o n s i s t o r i a 1 - K a n z 1 e i. 
Trag den 18. Juni 1897. 


(L. S.) 


Josef Grim mp., 
f.*e. Consist.-Sekretär. 


Beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statt- Overcny opis u c. k. mistodrzitelstvi v Frazc. 

halterei in Prag. 


II. 

Stiftsbrief. 

Wir endesgefertigten Vorstelier des fürsterzbischöflichen Studenten-Convietes (oder 
Knabenseminärs) für die Prager Erzdiözese zu Prag urkunden und bekennen mittelst 
gegenwärtigen Stiftsbriefes: Es habe Herr Mathias Kosler, Stiftsgutsadministrator zu Kukus, 
laut Widmungsurkunde ddto. Prag, den 4. Mai 1859 Nachstehendes wörtlich bestimmt 
und festgesetzt: 

„Überzeugt von der hohen Wichtigkeit und segensreichen Bedeutung kirchlicher 
Erziehungsinstitute überhaupt und insbesondere der Knabenseminarien als Pflanzstätten 
für einen gedeihlichen Nachwuchs des katholischen Klerus oder doch sittlichreligiöser 
Staatsbürger, habe ich, gefertiger Mathias Kosler, Stiftsgutsadur.inistrator zu Kukus, mich 
entschlossen, für das von Sr. Eminenz dem Hochwürdigsten und Durchlauchtigsten Herrn 
Cardinal und Fürst-Erzbischof zu Prag Friedrich Fürsten von Schwarzenberg (p. t.) im 
Jahre 1855 für die Prager Erzdiözese in Prag gegründete fürsterzbischöfliche Studenten- 
Couvict oder Knabenseminär einen Stiftungsplatz mit einem Kapitale per 3000 fl. CM., 
i. e. dreitausend Gulden Conv. Münze, bestehend in 5 °/ 0 Staatsschuldverschreibungen und 
zwar: in einer National-Anl.-Obligation Nr. 13.624 ddto. 1. August 1854 


über 1000 fr. CM. 

mit vom 1. Juli 1858 laufenden Coupons, 

in den Metalliq. Obligationen: 

Nr. 322.698 ddto. 1. Mai 1847 per 1000 fr. CM. 

Nr. 13.670 ddto. 1. März 1830 per 500 fr. CM. 

Nr. 53.460 ddto. 4. September 1852 per 100 fr. CM. 

Nr. 43.915 ddto. 4. September 1853 per 100 fr. CM. 

Nr. 8241 ddto. 4. September 1852 per 100 fr. CM. 

Nr. 31.548 ddto. 4. September 1852 per 100 fr. CM. 

Nr. 66.142 ddto. 4. September 1852 per 100 fr. CM. 


im Summa . . . 3000 fr. CM. 
welche ich hierait erlege, unter nachstehenden Bedingungen zu errichten und zu stiften, 
und zwar: 


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Matthias Kostet*. 


Matej Ivoslcr. 


275 


- iD 


1. soll dieser Stiftungsplatz, resp. das diesfällige Stiftungskapital per 3000 fl. CM., 
für ewige Zeiten als „Mathias Kosler’sehes Stiftungskapital“ in Evidenz gehalten werden ; 

2. das Präsentationsrecht zu dieser zum Unterhalte und zur Erziehung eines Knaben 
in diesem Prager fürsterzbischöfliehen Studentenkonvikte bestimmten Stiftung räume ich 
dem jeweiligen Hochwürdigsten Prager Herrn Fürst-Erzbisehofe und sede vacante dem 
Hochw. fürsterzbischöfliehen Capitular-Consistorium ein. 

3. Der von dem jeweiligen Hochwürdigsten Prager Fürst-Erzbischofe auf diese 
Stiftung aufgenommene Zögling soll verpflichtet sein, während seines Stiftungsgenusses in 
jeder Quatember-Woche des Jahres: 

a) Eine heilige Messe für die Eltern des Stifters Mathias und Anna Kosler und für 
die verstorbene Verwandtschaft, 

b) Eine zw eite hl. Messe für die Gräfinnen Antonia, Franziska und Adelheid Desfours, 

c) Eine dritte hl. Messe für den Stifter Mathias Kosler und 

(I) Eine vierte hl. Messe für das Gedeihen des Prager Erzdiözesan-Knabcnseminärs 
aufzuopfern, d. h. bei diesen vier heiligen Messen, Avelchen er als Zögling des Insti- 
tutes beizuwohnen verpflichtet ist, auf die vorgenannten Intentionen zu beten. 
Endlich : 

4. da meine Verhältnisse von der Art sind, dass ich das jährliche Zinsenerträgnis 
dieses von mir gewidmeten Stiftungs-Capitals vorläufig nicht entbehren kann, so behalte 
ich mir den Bezug der jährlichen Interessen von diesem Stiftungskapitale per 3000 fl. 
CM. in halbjährigen Raten aus der Knabeukonvikts-Institutskassa bis an mein Lebens- 
ende ausdrücklich vor. 

Ich bitte demnach, Se. Eminenz wollen diese Stiftung anzunehmen geruhen und die 
Verbriefung derselben hochgeneigtest anordnen.“ 

Nachdem nun Se. Eminenz der Hochwürdigste Herr Fürst-Erzbischof Friedrich 
Fürst von Schwarzenberg (plssimo tit.) diese Stiftung in allen ihren Puukten und Bestim- 
mungen anzunehmen geruhten. w ? ie dies dem Herrn Stifter mit f. e. Consistorial-Erlasse 
vom 11. März 1857, N. E. 1920, bekannt gegeben worden ist: so wmrden die behufs Er- 
richtung dieser Stiftung gewidmeten, im Jahre 1859 beim f. e. Consistorium erlegten 
57 0 Staatsschuldverschreibungen im Betrage per 3000 fl. CM. der entsprechenden Vinku- 
lirung zugeführt und die National-Anl.-Obligation in die neue an den Mathias Kosler’- 
schen Knabenstiftungsplatz in dem fürsterzbischöfliehen Studentenkonvikt (Knabenseminär) 
der Prager Erzdiözese vinkulirte, vom 1. Jänner 1802 halbjährig gegen Quittung verzins- 
liche Nat.-Anl.-Obligation Nr. 13.840 1854 über 1000 fl. CM. 

sage: Eintausend Gulden Conv. Münze, ddto. Wien am 1. Jänner 1855, 

die weiteren Metalliques-Obligationen per 2000 fl. aber in die Eine 
neue, an den Mathias Kosler’schen Knabenstiftungsplatz in dem fürsterz- 
bischöflichen Studentenkonvikte (Knabenseminär) der Prager Erzdiöcese 
vinkulirte, mit fünf vom Hundert in Conv. Münze vom 1. November 1801 
halbjährig gegen Quittung verzinsliche Staatsschuldverschreibung Nr. 11.601, 


ddto. Wien am 1. November 1857 über 2000 fl. CM. 

sage zweitausend Gulden Conv. Münze, daher in Summa per 3000 fl. CM. 


i. e. dreitausend Gulden Conv. Münze, umschrieben, zu Händen des Prager fiirsterz- 
bischöflicheu Knaben konviktes für die Prager Erzdiözese als Mathias Kosler’sches Stif- 
tungskapital in Empfang und Verrechnung gestellt und in die f. e. Knabenkonviktskassa 
hinterlegt. 

Da der Herr Stifter den Interessenbezug vom obbenannten Stiftungskapitale per 
3000 fl. CM. bis an sein Lebensende sich ausdrücklich Vorbehalten hat und diese Inter- 
essen nach Abzug der gesetzlichen Einkommensteuer auch halbjährig aus der f. e. Knaben- 
konviktskassa bezieht, die Stift>brieferrichtungskosten aber bereits im Baaren erlegt hat: 
so tritt diese Stiftung nach erfolgtem Ableben des Herrn Stifters Mathias Kosler, den 
festgesetzten Bestimmungen desselben entsprechend, ins Leben. 

Demnach geloben wir gefertigten Vorsteher des f. e. Knabenkonviktes für uns und 
alle unsere Amtsnachfolger, diese Stiftung in allen ihren Bestimmungen stets aufrecht zu 
erhalten, die Interessen zur Verfallszeit gehörig einzuheben und dieselben dem Herrn 
Stifter, solange derselbe lebt, in halbjährigen Raten nach Abzug der gesetzlichen Ein- 
kommensteuer aus der mehrbenannten fürsterzbischöfliehen Knabenkonviktskasse aus- 
folgen zu lassen, nach seinem Tode aber den einfliessenden Interesscnertrag fiir den Zweck 
VI. 35* 


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276 


Matthias Kosler. 


Matej Kosler. 


276 


dieser Stiftung gewissenhaft zu verwenden und mit dem Stiftungskapitale selbst ohne 
Bewilligung der kompetenten h. Behördeu keine wie immer genannte Veränderung vorzu- 
nehmen oder vornehmen zu lassen; ferner, sobald diese Stiftung ins Leben treten wird, 
über dieselbe jährlich Rechnung zu legen und den Rechnungsextrakt der hohen k. k. 
Statthalterei vorzulegen. 

Urkund dessen wurde dieser Stiftsbrief in vier gleichlautenden Parien, wovon eines 
der hohen k. k. Statthalterei, eines dem hochwürdigsten fürsterzbischöflichen Konsistorium 
zu Prag übergeben, eines in die fürsterzbischöfliche Knabenkonviktskasse hinterlegt und 
eines dem Herrn Stifter eingehäudigt worden ist, ausgestellt, von uns, dem Herrn Stifter 
und zwei erbetenen Zeugen unterfertigt und gesiegelt. 

Prag, den 1. März 1864. 


Eduard Tersch mp., 

f.-e. Studentcnkonvikts-Direktor. 


Mathias Kosler, 
Administrator. 


Franz Srdinko mp., 
Yieedirektor. 

Adalbert Christoph mp., 
Cassier. 

(L. S.) 


(L. S.) 


Franz Hrädek, 
als Zeuge. 

Clemens Borovy mp., 
als Zeuge. 


Nr. 2400. 

Von Seite des f.-e. Consistoriums wird vorstehender Stiftsbrief seinem ganzen Inhalte 
nach bestätigt. 

Prag, den 13. April 1864. 

(L. S.) J. Krejci mp., 

G. Vik. 

Adalbert Hron mp., 

Kanzler. 


Nr. 42.805. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der Böhmischen k. k. Statthai t er ei. 

Prag, am 8. August 1864. 

Brr k. k. Statthalterei- Viccprä^ident 
(L. S.) Graf Lazansky mp. 


Original bei der k. k. Statthaltcrci in Prag. Original u e. k. niistodmtelstvi v Praze. 


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277 


P. Franz Schneider I. 


P. Franlisek Schneider I. 


277 


433 . 

1859 

Juni 7. ccrvna. 


I. Schneider-Stiftung.*) I. nadani Schneiderovo.*) 


I) ie Lehrer n n d Schüler der 
Z\ k. deutschen Oherr falsch ule in 
Prag gründeten laut Conferenzprotokolles 
vom 7. Juni 187)0 zur Erinnerung an die 
Verdienste des verewigten Eirectors dieser 
A n st alt P. Franz S ch n ei der eine Stif- 
tung, welche den Namen „Schneider - 
Stiftung 11 führen soll. Für den zu diesem 
Zwecke eingegangenen Betrag wurden 
5 Stück Xuti anal - Staats sch uld vor sch reih ungen 
ä 100 fl, C, M. angeschafft. 

Eie Interessen des Stiftung s - 
ca pitnl s sollen al Ij ä h rl i ch a n d e m 
d a s 2. Se m e st c r s ch Hesse n d e n T a g e, 
(1, i. dem Tage der Zeugni saus gäbe, 
a n 5 d e r ä rmste n u n d tu ü r d i g st en 
Schüler der k. k, deutschen Ober- 
r e a l s ch u l e i n P r a g y u, z tv. zu je 5 fl. 
C. M ., v er t heilt werden. 

Eie Verwaltung der Stiftung 
u n d die W a h l der m i t d c m Ertrage 
dieser Stiftung zu betheilenden 
Schiller soll stets der Gesammt- 
heit des Lehrkörpers Vorbehalten 
bleiben, 

Eer Stiftsbrief wurde am 1. Mai 1860 
ausgefertigt und von der k, k. Statthalterei 
in Prag am 31. Eeccrnber 1860 be- 
stätigt. 

Gegenwärtig wird diese Stif- 
tung im Sinne dieser stiftsbrief- 
lich cn Bestimmungen an der 
I. deut sehen Staat srealschulc in 
Prag persolviert, 

Eas Vermögen beträgt 500 fl. und 
wird vom Lehrkörper dieser Anstalt ver- 
waltet. 

Eas Jahreserträgnis dieser Stiftung 
im Betrage von 21 fl. wird unter 4. Schüler 
zu je 5 fl. alljährlich vertheilt. 


*) IHe II. Schneider-Stiftung wird im 7. Hand 
erscheinen. 


Veit eie a zäci c. k. ne wecke 
vysst real kg v Pr aze zalozili redle 
protokolu konfereneniho ze dne 7. ccrvna 
1850 v upominku na. zdsluhy zvecncleho 
reditelc üstavu tnhoto P. Frantiska 
Schneidern nadaei, kterdz slonti md 
„nadaci Schneidcrovon u . Za obnos , ktery 
k mein tomu sc sesef zakoupeno 5 kusü 
stattlich dlnznich üpisu ndrodni püjckg po 
100 zl. konv. m. 

Üro k y t et o j ist i n y nadacn i 
rozdileti j es t k n zdoroene r d e n 
u lc o n c e n % d r u h eho pol ölet /, t. j. v d c n, 
k d y v y s v e d c e n i s e v y d d v aj /, p c t i 
n ej ch u d s t m a nej zasl o n zile j s i m 
z d k ü m c. k. n c in c c k c v yssi real k y 
v Prazc. 

Sprdva nadacc a rolbu zdikü , 
j el podeliti j es t v y te% k e m nadace 
teto, vyhrazena byti md vzdy sboru 
ucitelskcmu j akozto cclku. 


List nadaeni byl dne 1. kvetna 1860 
vyhofoven a c. k. mistodrzitclstvhn v Prazc 
dne 31. prosince 1860 potvrzen. 

N y n i v y pldci se nadace 
tato po smyslu u st an oveni t oho t o 
listu nadaöniho na I. nö wecke 
stdtni redlce v Prazc. 

Jmcni v obnosu 500 zl. spravuje sbor 
ncitelsky üstavu tolioto. 

Itocni rytezek nadace teto v cdstcc 
21 zl. rozdili sc kazdoroene 4 zdkünt 
kazdemu po 5 zl. 


*) II. nadiini Sclnn iderovo uverejneno bude 
v 7. svazku. 


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278 


I\ Franz Schneider I. 


P. Frantisek Schneider I. 


278 


T. 

Protokoll, 

aufgenommen am 7. Juni 1859 in Gegenwart der Unterzeichneten Lehrer der k. k. 

deutschen Oberrealschule und des Direktors der Anstalt. 

Gegenstand: Die von den Lehrern und Schülern der Anstalt im Jahre 1858 ge- 
gründete „Schneiderstiftung“ und ihre definitive Regelung. 

§ i- 

Gleich nach dem Tode des seeligen Direktors beschlossen die Schüler, 
zunächst jene des VI. Jahrganges, dem von ihnen hochverehrten Leiter ein 
seiner würdiges Denkmal zu setzen, und Lehrer und Klassenvorstand Josef 
Webr kam auf die Bitte derselben zu dem Unterzeichneten Leiter des Institutes, 
damals Direktorsstellvertreter, und eröffnete ihm das mittlerweile zu dem aller 
Schüler gewordene Anliegen. 

Dor. Kogler theilte zwar vollständig die ihn mit inniger Freude er- 
füllenden Gefühle der Schüler gegen einen hochverdienten Lehrer und Vor- 
steher; er hatte aber diesen selbst ira Leben zu genau gekannt, um nicht 
behaupten zu können, es werde ein jedes kostbare Monument, in der beabsich- 
tigten Weise errichtet, seinem Sinne weniger entsprechen als ein solches, 
welches nicht bloss geeignet wäre, noch in späten Jahren an ihn [zu] erinnern, 
sondern auch jenen zu nützen, für die er mit rastlosem Eifer wirkte während 
seines langen Lebens. Galt das Monument ihm und den Schülern zugleich, 
dann waren die freiwilligen Gaben der letzteren doppelt gerechtfertigt und 
auch eher eine Vermehrung des Fondes zu erwarten. 

Ein solcher sollte nemlich zunächst durch die [für] jenes Steindenkmal 
disponiblen Beträge gewonnen und auf Grundlage desselben eine Stiftung er- 
möglicht werden, welche, allmäh lig an wachsend, auch allen Späterkommenden 
zum Segen gereichen und die nach Jahren ihre Bildung am Institute Suchenden 
an einen Mann erinnern könnte, dem es nicht zum kleinsten Theil zuzuschreiben 
ist, dass es einen Standpunkt gewann, der ihm die allgemeine Achtung sichert. 
Der Unterzeichnete hatte die Freude, seine Vorschläge von den Schülern und, 
was ungleich schwerer wog, von den sämmtlichen Kollegen gebilligt zu sehen. 
Durch die Beiträge der letztem, durch die von den Zöglingen mit seltenem 
Eifer gespendeten Reste des Zeicheneinlagsgeldes, welche ihnen zu Ende des 
Jahres zustanden, dann durch den von Herrn Popp gewidmeten Ertrag der 
von ihm modellirten Büste des Verewigten stellte sich der Stand der Stiftung 
bald so günstig heraus, dass schon am 14. November laut der vorliegenden 
Rechnung 4 Nationalanlehensobligationen per 5% für 338 fl. 26 kr. CMze. 
gekauft werden konnten. 

Zweck der im Entwürfe des Stiftsbriefes enthaltenen Summe, also der 
Stiftung überhaupt, ist: 

Am Schlüsse eines jeden Schuljahres sollen die während des Jahres auf- 
gelaufenen Zinsen an die ärmsten und würdigsten Schüler sämmtlicher Jahr- 
gänge in einer jedesmal von der Konferenz zu bestimmenden Weise vertheilt 
werden. Die Verwaltung der Stiftung selbst soll stets der Gesammtheit des 
Lehrkörpers Vorbehalten bleiben, daher jeder daraufeinflussweise [sic] Vorgang 
immer zur Kenntnis der Konferenz zu bringen ist, ehe die höhere Genehmigung 
nöthigenfalls überdies eingeholt würde. 

Ein Abschluss ist heuer noch vor dem Ende des Schuljahres aus dem 
Grunde mög’ich, weil die dafür gehoffte Summe Kriegszwecken zufloss, daher 
vor der Hand keine Vermehrung des Stiftungsfondes zu erwarten steht; denn 
für die Zwecke der Stiftung eine gesonderte Sammlung anzustellen oder eine 
diesfällige auch nur anzudeuten, verbietet sich bei der ungemeinen Opfer- 
willigkeit, welche die Schüler für den angedeuteten Zweck bewiesen, 
von selbst. 


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279 


r. Franz Schneider I. 


P. Frantisek Schneider I. 


279 


Die Unterzeichneten erklären sich mit dem im Vorstehenden Enthaltenen 
vollkommen einverstanden. 

Iliemit wurde das Protokoll geschlossen und gefertigt. 

Dr. Willi. Köglcr mp., 

Dircctor. 

P. Pitschmann mp. 

Grois mp. 

Jos. John mp. 

B. Scheinpflug mp. 

Joh. Smita mp. 

Fr. Weyr mp. 

W. Faltys mp. 

Jos. Wehr mp. 

Dor. Willigk mp. 

K. Tieftrunk mp. 

Dr. A. Schwarzer mp. 

Jos. Laizner mp. 

Dor. Ant. Scholz mp. 

Fr. Tust mp. 

F. Scheda mp. 

Die Richtigkeit der wortgetreuen und die Orthographie des Originals einhaltenden 
Abschrift bestätigt: 

Prag, 7. Jänner 1897. 

(L. S.) Willi. Smetacek mp., 

Inrcetor. 

beglaubigte Abschrift bei der k. k. Statthalterei Overeny opis u c. k. raistodrzitelstvi v Praze. 

zu Prag. 


II. 


/ 2 fl. 50 kr. \ 
\ Stempel. ) 


Stiftungsbrief. 

Die gefertigte Direkzion und der gefertigte Lehrkörper der k. k. deutschen Ober- 
realschule bestätiget mit gegenwärtigem Stiftsbriefe, dass die Lehrer und Schüler der 
Anstalt in dankbarer Erinnerung an die Verdienste des verewigten Direktors P. Franz 
Schneider eine Stiftung gegründet haben, welche den Namen „Schneiderstiftung 44 führen 
wird, und aus welcher alljährlich an dem das zweite Semester schliessenden Tage, dem 
der Zeugnisausgabe nemlich, 5 der ärmsten und würdigsten Schüler der k. k. deutschen 
Oberrealschule zu Prag, ein jeder mit dem Betrage von 5 fl. Conv. Mze., beziehungsweise 
mit den jährlichen Interessen der zu diesem Behufe erlegten 5 Stück Nazional-Staats- 
schuldverschreibungen ä 100 fl. Conv. Mze. betheilt werden sollen. 

Zu diesem Behufe sind nachstehende Staatsschuldverschreibungen: 
a) de dato Wien, 31. August 1851 Nr. 64.053 im Betrage von 100 11. Conv. Mze. mit 

Interessen-Coupons vom 1. Jänner 1860; 


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280 


P. Franz Schneider I. 


r. Frautisek Schneider I. 


230 


b) de dato Wien, 31. August 1854 Nr. 115.585 im Betrage von 100 fl. Conv. Mze. mit 
Interessen-Coupons vom 1. Jänner 1860; 

c) de dato Wien, 31. August 1854 Nr. 201.942 im Betrage von 100 fl. Conv. Mze. mit 
Intercssen-Coupons vom 1. Jänner 1860; 

d) de dato Wien, 31. August 1854 Nr. 298.384 im Betrage von 100 fl. Conv. Mze. mit 
Interessen-Coupons vom 1. Jänner 1860; 

e) de dato Wien, 31. August 1854 Nr. 396.885 im Betrage von 100 fl. Conv. Mze. ruit 
Interessen-Coupons vom 1. Juli 1860 

bei der Direkzion der k. k. deutschen Oberrealschule zu Prag hinterlegt und auf den 
Namen „Schneiderstiftung“ zur k. k. deutschen Oberrealschule vinculirt worden. 

Die Verwaltung der Stiftung und die Wahl der mit dem Ertrage zu betheilenden 
Schüler soll stets der Gesammtheit des Lehrkörpers Vorbehalten bleiben, daher jeder 
darauf einflussreiche Vorgang zur Kenntnis der Lehrerversammlung zu bringen ist, ehe 
die höhere Genehmigung nöthigenfalls überdies eingeholt wird. 

Nachdem dermalen das Stiftungskapital durch die angeführten Nazionalaulehens- 
obligazionen vollkommen sichergestellt ist und die Interessen per 25 fl. Conv. Mze. der 
Stiftung vom 1. Juli 1859 an zufliessen, so verpflichtet sich die gefertigte Direkzion und 
der gesammte Lehrkörper für sich und ihre Nachfolger, die Stiftung dem im Stiftungs- 
briefe enthaltenen Bestimmungtu gemäss genau zu erfüllen, für die Aufrechthaltung der 
Stiftung zu sorgen, mit dem Stiftungskapitale ohne h. o. Bewilligung keine Veränderung 
vorzunehmen und der k. k. Staatsbuchhaltung jährlich über die Verwendung der Inter- 
essen Rechnung zu legen. 

Crkund dessen ist der gegenwärtige Stiftsbrief in zwei gleichlautenden Parien, wovon 
das eine bei der k. k. Statthalterei, das zweite bei der Direkzion der k. k. deutschen 
Oberrealschule erliegt, ausgefertigt und von uns und zwei Zeugen gefertigt worden. 

Prag, am 1. Mai 1860. 

Franz Finger mp., Dr. Wilhelm Kögler mp., 

als Zeuge. Direktor der k. k. deutschen Oberrealschule. 


MDr. Anton Wisshaupt mp., 

als Zeuge. 

Fr. Weyr mp. 

Josef Laizner mp. 

P. H. Pitsehmann mp. 

K. Tieftrunk mp. 


Josef John mp. 

L. Scheinpflug mp. 
Josef Wehr mp. 
Wenzel Faltys mp. 
Dr. Erwin Willigk mp. 


Joh. Smita mp. 


Nr. 67.581. 

Vorstehender Stiftsbrief wird seinem vollen Inhalte nach bestätigt. 

Von der k. k. Statthalterei. 

Prag, am 20. Dezember 18G0. 

Für d o n Statthalter: 

(L. S.) Kellersperg mp. 


Original bei der k. k. Statthalterei zu Prag. Original u c. k. mistodizitclstvi v Praze. 




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281 


P. Cölestin Johann Johne. 


P. Celestin Jan Johne. 


281 


434. 

1859 

November 27. listopadu. 


P. Cölestin Johann Johne’sche 
Studenten-Stiftung. 

Zum Andenken an den am 2.December 
1858 verstorbenen P. Cölestin Johann 
Johne , Professor am Gymnasium in Böhm.- 
Leipa , bildete sich in Böhm.-Leipa ein 
Comite, welches sich zur Aufgabe stellte , 
im Wege einer Subscription eine Studenten- 
Stiftung für das k. k. Gymnasium zu 
Böhm. ‘Leipa zu errichten . 

Am 27. November 1859 übergab dieses 
Comite der Stadtgemeinde Böhm.-Leipa den 
eingegangenen Betrag von 365 fl. 92 kr. 
Ö. W. zu dem erwähnten Zwecke. 

Der bezügliche Stiftsbrief entwarf vom 
13. September 1859 wurde zwar am 
6. März 1860 von der k. k. Statthalterei 
genehmigt , allein der Stiftsbrief wurde erst 
am 8. October 1897 ausgefertigt und von 
der k. k. Statthalterei in Prag am 30. Oc- 
tober 1897 bestätigt. 

Nach den stiftsbrieflichen Be- 
stimmungen ist diese Stiftung 
bestimmt für den ausgezeichne- 
testen , dürftigsten Schüler des 
k. k. G ymnasiums in Böhm.-Leipa 
ohne Rücksicht auf den Geburtsort 
oder das Religionsbekenntnis, 
jedoch mit besonderer Berück- 
sichtigung der Verwandtschaft des 
P. Cölestin Johann Johne. Der 
Stiftungsgenuss wird nicht auf die 
Dauer der Studien verliehen, 
sondern es erhält ihn alljährlich 
nur derjenige Schüler, welcher der 
würdigste und dürftigste ist, bei 
welcher Quali fication diese Stif- 
tung auch von einem und demselben 
Schüler durch alle Classen des 
Gymnasiums genossen werden 
kann. 

Die Verleihung steht dem Bürger- 
meister der Stadt Böhm.-Leipa 
oder dessen Stellvertreter gemein- 
schaftlich mit dem Director des 
k. k. Gymnasiums in Böhm.-Leipa 
oder dessen Stellvertreter nach 
Einvernahme des Lehrkörpers 
dieses Gymnasiums zu. 

VI. 


Studentske nadäni P. Celestina 
Jana Johna. 

V upominku na P. Celestina Jana 
Johna, profesora na gymnasiu v Geske 
Lipö, dnc 2. prosince 1858 zesnuleho, se- 
stoupil se v Geske Lipe vybor, kteryz sobö 
obral za ükol upisovänim darü zriditi stu- 
dentske nadäni pro c. k. gymnasium v Geske 
Lipö. 

Dne 27. listopadu 1859 odevzdal vybor 
tento möstske obci Geske Lipö ke zmlnönemu 
ücelu vyslcdek sbirky v obnosu 365 zl. 
92 kr. R. m. 

Ndvrh dotycneho listu nadacniho ze 
dne 13. zart 1859 byl sice dne 6. brezna 
1860 c. k. mistodrZitelstvim schvälen, avsak 
list nadaöni teprve dne 8. rijna 1897 vy- 
hotoven a c. k. mistodrzitelstvim v Prazc 
dne 30. rijna 1897 potvrzen. 

Vedle ustanoveni listu nadac- 
niho urcena jest nadace tato pro 
nejvyteönöjsiho a nej potrebnöjsilio 
Zäka c.k. gymnasia v Geske Lipö bez 
ohledu na rodiStö neb näboienske 
vyzndni, ale se zvlästnim ohledem 
na pribuzenstvo P. Celestina Jana 
Johna. PoZitek nadaöni neudili se 
na dobu studii , nybrz dostane se 
tehoz kazdoroönö jen onomu Zaku, 
kteryZ jest nej zaslouZilej Zi a nej- 
potrebnöjH, pri ktereZto kvali - 
fikaci nadace teto tfebas tyZ zäk po 
vsechny tridy gymnasia poZivati 
müZe. 


Udileni pri slusi purkmistru 
mösta Geske Lipy an ebj eh ozastupci 
spoleönö s reditelem c. k. gymnasia 
v Geske Lipö aneb jeho zdstupcem 
po dorozumöni se sborem uöitelskym 
tohoto gymnasia. 


36 


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282 


P. Cölestin Johann Johne. 


P. Celestin Jan Johne. 


282 


B ei Meinung sv er schied enh eiten 
zwischen den beiden verleihungs- 
berechtigten Factoren steht dem 
Gemeindeausschusse der Stadt 
Böhm.-Leipa das Entscheidung s- 
recht zu. 

Die Auszahlung des Stipendiums 
erfolgt alljährlich am 2. Dccember als dem 
Sterbetage des P. Cölestin Johann Johne. 

Die Verwaltung des Stiftungsvermögens, 
welches mit Ende December 1890 500 fl. 
betrug , steht der Stadtgemeinde Böhm.- 
Leipa zu. 

Die verfügbaren Interessen betragen 
21 fl. jährlich. 


Rüzni-li se nähledy obou tSchto 
einitelü k udtleni oprävnÖnych, pri- 
slusi prävo udtlect vyboru obec- 
nimu mösta Öeski Lipy. 

Stipendium vypldei se kazdoroenö dne 
2. prosinee v ümrtm to den P. Celestina 
Jana Johna. 

Sprava nadaeniho jmtni, kterez koneem 
prosinee 1896 obndselo 500 zl. y pftslusi 
mestske obei Cesko-Ltpske. 

Vydajne üroky obndsi 21 zl. roöne. 


I. 

Protocoll, 

aufgenommen beim Bürgermeisteramte Böhm.-Leipa am 27. November 1859. 

Gegenstand 

ist die Übergabe des Vermögens der P. Cölestin Johann Johne’schen Studentenstiftung 
von Seite des Vereins zur Gründung dieser Stiftung an die Stadtgemeinde Böhm.-Leipa 

als Patron dieser Stiftung: 


Eingegangen an Subscriptions-Beträgen 365 fl. 92 kr. Ö. W. 

Hievon wurde ein Betrag per 358 fl. 60 kr. Ö. W. 

verwendet und dafür National-Anlehens-Obligationen angekauft im Nominal- 
werte von 460 fl. Ö. W. 


Diese Obligationen wurden laut Note ddto. 14. September 859 an Herrn 
Em. Sommer verkauft und dafür der Betrag per .... 359 fl. 38 kr. Ö. W. 
erhalten. 

Hiervon wurde unterm 14. September d. J. der Betrag per 359 fl. Ö. W. 
durch das löbl. k. k. Bezirksamt an das h. Ministerium zum Einkauf einer 
Staatsobligation, auf den Namen „P. Cölestin Johne’sche Studentenstiftung“ lau- 
tend, eingesandt. 

Für diesen eingesendeten Betrag ist die Staatsschuldverschreibung 

Z. 67.567 im Nominal-Werte per 440 fl. Ö. W. 

in Conventions Münze, aus der Nationalanlehe herrührend, und abzüglich der 
Sensariespesen ein baarer Betrag per 7 fl. 69 kr. Ö. W. eingelangt. 

Die Zinsen dieser angekauften Obligation, vom 1. Juli 1859 laufend, sind 
bei der Prager Hauptkassa gegen Quittung zu erheben. 

Demnach befindet sich gegenwärtig nebst dieser angekauften Staatsschuld- 
verschreibung folgende Baarschaft gegenwärtig [sic] in den Händen des Herrn 


Franz Marschner, und zwar: 

1. aus der Subscription, 

2. aus den Zinsen dieser nach und nach angekauften Staats- 
schuldverschreibung per 15 fl. 52 kr. 

3. aus dem Verkauf der sämmtlichen während der Sammlung 

angekauften Obligationen 38 kr. 

4. aus dem Ankauf der P. Cölestin Johne Stiftungs-Obli- 
gation per 440 fl. baar zurückerhalten 7 fl. 69 kr. 

welche in Summa . . . 23 fl. 59 kr., 


drei und zwanzig Gulden fünfzig neun Kreuzer Ö. W., sammt der Staatsschuld- 
verschreibung und den darauf bezüglichen Papieren au den Herrn Gemeinde- 


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283 


P. Cölestin Johann Johne. 


P. Celestin Jan Johne. 


283 


rechnungsführer Florian Tschackert mit dem Anhänge übergeben wird, dass 
die Papiere in der Hauptkassa zu hinterlegen sind. 

Die anwesenden Ausscbussglieder bestimmen hiermit im Sinne der Sta- 
tuten, dass am 2. Dezember 1859 als dem Sterbetage des Herrn P. Cölestin 
Johne, k. k. Gymnasialprofessor, der Interessenbetrag per 22 fl. Ö. W. an 
den bezeichnten Schüler durch den Herrn Bürgermeister zu vertheilen ist, 
demnach der Überschuss per 1 fl. 59 kr. Ö. W. in der Kassa zu verbleiben hat. 

Johann Titz mp., 

Stadtdechant. 

Zink mp., 

Bürgermeister. 

Rössler mp. 

Dr. Caj. Watzel mp. 

K. Posselt mp., 

k. k. Gymnasialdirektor. 

J. W. Jos. Schönfeld mp. 

Joh. Leinweber mp. 

Franz Marschner mp. 

W. Heinrich mp., 

Aktuar. 

N.-E. 2387, Pr. 28./11. 1859. 

Wird dieses Protokoll dem Herrn Gemeinde-Rechnungsführer Florian 
Tschackert zur Verrechnung dieser Stiftung sammt dem Betrage per 23 fl. 
59 kr. Ö. W., der Staatsschuldverschreibung und den bezüglichen Papieren 
zugestellt. 

B.-Leipa 28. November 1859. 

Zink mp., 

Bürgermeister. 


Vidi Zeidler mp., 
k. k. Bezirksvorst. 


Original bei der k. k. Bezirkshauptmannschaft 
in Bobmisch-Leipa. 


Original u c. k. okresniho hejtmanstvi v Ceske 
Lipe. 


II. 

( 15 Krenzer\ 

Stempel. / 

Stiftßbrief-Entwurf. 


Zum Andenken des am 2. Dezember 1858 verstorbenen Herrn P. Cölestin Johann 
Johne, k. k. Professors am k. k. Obergymnasium in Böhmisch-Leipa, wurde mittelst Sub- 
skription der Betrag von 360 fr. Ö. W. zu einer P. Cölestin Johann Johne’schen Studen- 
tenstiftung am k. k. Gymnasium in Böhm.-Leipa erzielt und zu dieser zu gründenden 
Stiftung der Stiftsbrief mit nachstehenden Bestimmungen ausgefertigt: 

§ 1. Diese Stiftung ist bestimmt für den ausgezeichnetsten, dürftigsten Schüler am 
k. k. Gymnasium in Böhm.-Leipa ohne Rücksicht auf Geburtsort oder Religionsbekenntnis, 
jedoch mit besonderer Berücksichtigung auf die Anverwandten des Herrn P. Cölestin 
Johann Johne. 

§ 2. Das Stipendium besteht in dem jährlichen Betrage der Zinsen von der für 
obigen Subskriptionsbetrag angekauften k. k. National-Anlehens-Obligation ddto. Wien 
am 1. Juli 1858, Nr. 67.567, vinculiert auf die P. Cölestin Johne’sche Studentenstiftung 


in B.-Leipa, im Betrage von 440 f. CM. 

VL 36* 


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284 


P. Cölestin Johann Johne. 


P. Celestin Jan Johne. 


284 


Sollte sich dieses Kapital durch nachherige Subskriptionen oder sonstige Zuflüsse 
noch vermehren, so fällt der Ertrag an Zinsen von diesem Zuwachse als Stiftungskapital 
dem Stipendium zu. 

§ 3. Die Verleihung erfolgt über Vorschlag und Zustimmung des jeweiligen Herrn 
k. k. Direktors am hiesigen Gymnasium oder seines Stellvertreters nach Einvernehmung 
des Lehrkörpers einverständlich mit dem jeweiligen Herrn Bürgermeister der Stadt B.- 
Leipa oder dessen Stellvertreter. Bei Meinungsverschiedenheit derselben entscheidet der 
Stadt- oder Gemeinderath von Böhmisch-Leipa. 

§ 4. Die Vertheilung des Stipendiums geschieht alljährlich am 2. Dezember als am 
Sterbetage des Herrn P. Cölestin Johann Johne unmittelbar vom Herrn Bürgermeister 
oder seinem Stellvertreter in Anwesenheit des k. k. Herrn Gymnasialdirektors oder seines 
Stellvertreters und einiger k. k. Herren Professoren. 

§ 5. Dieses Stipendium ist nicht bestimmt, dass es von einem Schüler ausschliess- 
lich durch alle Jahrgänge genossen werde, sondern alljährlich erhält es mit Rücksicht 
auf die im § 1. festgesetzte Begünstigung nur derjenige Schüler, welcher der würdigste 
und dürftigste ist, bei welchem Umstande dieses Stipendium auch von einem und dem- 
selben Schüler durch alle Jahrgänge bezogen werden kann. 

§ 6. Die Verwaltung und Haftung dieser Stiftung übernimmt die Stadtgemeinde B.- 
Leipa als Patron durch das Bürgermeisteramt gemäss Beschlusses des Stadtverordneten- 
Collegiums vom 22. Juli 1859, Nr. 1845 und verbindet sich auch, den Rechnungs-Extract 
über die Verwendung des Stiftungseinkommens jährlich dem löbl. k. k. Bezirksamte vor- 
zulegen. 

§ 7. Diese Stiftung wird gegenüber den Behörden, Körperschaften oder dritten 
Personen von dem jeweiligen Herrn Bürgermeister der Stadt Böhm.-Leipa als Vertreter 
der Stadtgemeinde Böhm.-Leipa vertreten. 

Über vorstehende Stiftung wurde der Stiftsbrief in 3 Parien ausgefertigt, wovon ein 
Pare bei der hohen k. k. Statthalterei, das zweite beim Böhm.-Leipaer Bürgermeister- 
amte und das dritte bei der B.-Leipaer Gymnasialdirektion erliegt. 

Böhmisch-Leipa 13. September 1859. 


Wird genehmigt. 


Nr. 12.211. 


Von der k. k. Böhmischen Statthalterei. 
Prag, am 6. März 1860. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Kellersperg mp. 


Original bei der k. k. Bezirkshauptmannschaft Original u c. k. okresniho bejtmanstvf v Ceske 

in Böhmisch-Leipa. Lipö. 


m. 

Stiftsbrief. 

Wir endesgefertigten Vertreter der Stadtgemeinde B.-Leipa, Bezirkshauptmannschaft 
gleichen Namens im Königreiche Böhmen, urkunden und bekennen für uns und unsere 
Amtsnachfolger : 

Es sei im Wege einer im Jahre 1859 durch ein Gründungs-Comite eingeleiteten 
Subscription von mehreren Menschenfreunden der Betrag von zusammen 365 fl. 92 kr. 
ö. W. zur Errichtung einer das Andenken an den am 2. December 1858 verstorbenen 
Herrn P. Cölestin Johann Johne, Professor an dem k. k. Obergymnasium in B.-Leip&y 
ehrenden und dessen Namen tragenden Studentenstiftung unter den weiter unten folgenden 
Bestimmungen gewidmet worden. 

Für diesen Betrag wurde die National- Anlehens-Obligation ddto. Wien am 1. Juli 
1858, Nr. 67.567, über 440 fl. CMze. angeschafft und diese im Jahre 1869 anlässlich der 


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P. CeleBtin Jan Johne. 


285 P. Cölestin Johann Johne. 


285 


erfolgten Convertierung in die österr. Silberrenten- Obligation ddto. Wien 1. Jänner 1870, 
Nr. 4812, über 450 fl. ö. W. umgewandelt. 

Der hiebei sich ergebende Cassarest wurde in dem Einlagsbuche der B.-Leipaer 
Sparcassa Fol. 2404 eingelegt und, als die Einlage im Jahre 1882 die Höhe von 56 fl. 
38 kr. erreicht hatte, dieser Betrag zur Gänze aus der Sparcassa erhoben, für denselben 
eine österr. Silberrenten-Obligation im Nominalbeträge von 50 fl. angeschafft und diese 
Obligation mit der bereits bestehenden Rentenobligation über 450 fl. zusammenge- 
schrieben. 

Das Vermögen der Stiftung besteht sohin dermalen nach dem Stande vom 31. December 
189G in der auf den Namen „P. Cölestin Johne’sche Studentenstiftung in B.-Leipa“ 
vinculierten österr. Silberrentenobligation ddto. Wien am 1. Jänner 1883, Nr. 42.169, 
über 500 fl. ö. W., welche sich in der Verwahrung des Rentamtes der Stadtgemeinde 
B.-Leipa befindet. 

Nachdem auf diese Art das Vermögen der Stiftung vorschriftsmässig sichergestellt 
ist und zur Erfüllung des Stiftungszweckes verwendbare Nutzungen ab wirft, so nehmen 
wir gefertigten Vertreter der Stadtgemeinde B.-Leipa auf Grund des Sitzungsbeschlusses 
des Stadtverordneten-Collegiums vom 22. Juli 1859, Z. 1845, die Verwaltung dieser 
Stiftung und das Patronat über dieselbe an und verpflichten uns auf Grund des Be- 
schlusses des Gemeindeausschusses vom 22. Mai 1897 für uns und unsere Nachfolger 
im Amte, darüber zu wachen, dass alljährlich die von dem Stiftungsvermögen entfallenden 
Nutzungen unter nachstehenden Bestimmungen verwendet werden: 

Der Stiftungsgenuss ist bestimmt für den ausgezeichnetesten, dürftigsten Schüler 
an dem k. k. Gymnasium in B.-Leipa ohne Rücksicht auf den Geburtsort oder das 
Religionsbekenntnis, jedoch mit besonderer Berücksichtigung der Verwandtschaft mit 
Herrn P. Cölestin Johann Johne. 

Der Stiftungsgenuss ist aber nicht dazu bestimmt, dass er von einem Schüler durch 
alle Jahrgänge bezogen werde, sondern alljährlich erhält ihn unter besonderer Berück- 
sichtigung des im vorangehenden Absätze bezeichneten Verwandtschaftsverhältnisses nur 
derjenige Schüler, welcher der würdigste und dürftigste ist, bei welcher Qualification 
der Stiftungsgenuss auch von einem und demselben Schüler durch alle Jahrgänge bezogen 
werden kann. 

Die Verleihung des Stiftungsstipendiums steht dem Bürgermeister der Stadt B.-Leipa 
oder dessen Stellvertreter gemeinschaftlich mit dem Director oder dessen Stellvertreter 
des k. k. Gymnasiums in B.-Leipa nach Einvernahme des Lehrkörpers dieses Gymna- 
siums zu. 

Bei Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden verleihungsberechtigten Factoren 
kommt dem Gemeindeausschusse der Stadt B.-Leipa des Entscheidungsrecht zu. 

Die Auszahlung des Stipendiums geschieht alljährlich am 2. December als am 
Sterbetage des Herrn P. Cölestin Johann Johne unmittelbar durch den Böhm.-Leipaer 
Bürgermeister oder dessen Stellvertreter, und haben der Gymnasialdirector oder dessen 
Stellvertreter und einige Mitglieder des Gymnasial-Lehrkörpers der Verleihung bei- 
zuwohnen. 

Die Verwaltung der Stiftung steht der Stadtgemeinde B.-Leipa zu. 

Etwaige Intercalarien und sonstige Zuflüsse sind dem Stiftungscapitale zuzuschlagen 
und der vermehrte Ertrag zur Erhöhung der Stiftungsgebür zu verwenden. 

Die Stiftung führt den Namen: „P. Cölestin Johann Johne’sche Studentenstiftung in 
B.-Leipa“ und ist bereits im Jahre 1859 ins Leben getreten; die seit damals bis Ende 
December 1896 eingeflossenen Nutzungen des Stiftungsvermögens wurden alljährlich stets 
im Sinne dieses Stiftsbriefes verwendet. 

Die Übertragungsgebür für diese Stiftung sowie die Auslagen für deren Verbriefung 
wurden vorschussweise von der Stadtgemeinde B.-Leipa bestritten und werden aus den 
Einkünften der Stiftung allmählig an dieselbe riiekersetzt werden. 

Der gefertigte Bürgermeister und der mitgefertigte Stellvertreter desselben, sowie 
der mitgefertigte Director des k. k. Gymnasiums in B.-Leipa und dessen Stellvertreter 
nehmen hiemit das ihnen eingeräumte gemeinschaftliche Verleihungsrecht für sich und 
ihre Amtsnachfolger an. 

Desgleichen nimmt der gefertigte Lehrkörper des k. k. Leipaer Gymnasiums für sich 
und seine Amtsnachfolger das Recht, über die Person des zu betheilenden Stiftlings von 
dem Gymnasialdirector oder dessen Stellvertreter vorher einvernommen zu werden, an. 


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286 


P. Cölestin Johann Johne. 


P. Celestin Jan Johne. 


286 


Die Genehmigung der Annahme des Verleihungsreehtes seitens des erwähnten 
Gymnasialdirectors, resp. dessen Stellvertreters, und des Rechtes des Lehrkörpers einver- 
nommen zu werden wurde mit dem Erlasse des k. k. Landesschulrathes in Prag am 
19. August 1897, Z. 22.622, ertheilt. 

Sämmtliche genannte Factoren werden ihre Rechte stets im Sinne der Anordnungen 
dieses Stiftsbriefes ausüben. 

Die Stadtgemeinde B.-Leipa, vertreten durch den gefertigten Bürgermeister, einen 
Gemeinderath und zwei Ausschussmitglieder, nimmt das ihr für den Fall der Meinungs- 
verschiedenheit der Verleihungsorgane eingeräumte Entscheidungsrecht für sich und ihre 
Amtsnachfolger an und verpflichtet sich, dieses Recht in Gemässheit der stiftsbrieflichen 
Bestimmungen auszuüben; ferner gelobt diese Stadtgemeinde für sich und ihre Amts- 
nachfolger, für die stete Aufrechthaltung der Stiftung und für die Sicherheit des Stiftungs- 
Vermögens nach besten Kräften zu sorgen, mit demselben ohne Genehmigung der berufenen 
Stiftungsbehörden keine Änderung vorzunehmen, für die rechtzeitige Einhebung der 
Nutzungen des Stiftungsvermögens und für deren Verwendung zu dem in diesem Stifts- 
briefe festgesetzten Zwecke zu sorgen, überhaupt alle darin enthaltenen Anordnungen 
getreu und gewissenhaft zu erfüllen. 

Urkund dessen wurden von diesem Stiftsbriefe vier gleichlautende Exemplare ver- 
fasst, von welchen das erste bei der k. k. Statthalterei in Prag, das zweite bei der k. k. 
Bezirkshauptmannschaft in B.-Leipa, das dritte bei der Stadtgemeinde B.-Leipa und das 
vierte bei der Direction des k. k. Gymnasiums in B.-Leipa aufbewahrt wird. 

B.-Leipa am 8. October 1897. 

Der Bürgermeister-Stellvertreter: Der Bürgermeister: 

Ferdinand Posselt mp. Friedrich Bredschneider mp. 

• (L. S.) 

(L. S.) Alexander Tragi. 

Dr. W. Feierfeil mp. 

Wilhelm Lubich. 

Franz Leiter. 

Dr. M. Binn. 

A. Paudler mp. 

A. Frick. 

R. Plasche. 

G. Büchner. 

Die Stadt gemeinde B.-Leipa: 

Der Stadtrath: Der Bürgermeister: 

Anton Oppitz mp. (L. S.) Friedrich Bredschneider mp. 

Die Gemeinde Ausschuss Mitglieder: 

Friedrich Bilke mp. Peter Lackner mp. 

Nr. 174.116. 

Wird bestätigt. 

K. k. Statthalterei in Böhmen. 

Trag, am 30. October 1897. 

Für den Statthalter: 

(L. S.) Heyrowsky mp. 

Original bei der k. k. Statthalterei in Prag. Original u c. k. mistodriitelstvi v Praze. 


Eduard Tomanek mp., 
k. k. Gymnasialdirector. 

Karl Schmidt mp. 

E. Ott. 


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287 


Franz Liszka. 


Frantisek Liszka. 


287 


435 . 

1859 

December 8. prosince. 

Franz Liszka'sche Studenten-Stiftung. Studentske nadäni Frantiska Liszky. 


Frans Liszka, k. k . Finanz-Landes - 
Directions-Secretär zu Krakau, errichtete 
in seinem Testamente de dato Krakau den 
8 . December 1859 eine Studenten - 
Stiftung für die männlichen Nach- 
kommen seiner Geschiv ister und 
widmete zu diesem Zwecke zwei Staats- 
lotterielose und Capitalien im ganzen 
im Betrage von 2121 fl. Ö. W. 

Bezüglich der beiden erwähnten Staats- 
lose ordnete der Stifter an, dass dieselben 
nicht verkauft werden dürfen , sondern dass 
deren Ziehung abzuwatien ist. Sollten die 
Gewinste dieser Lose so glücklich ausfallen, 
dass die von den diesfälligen Gewinst- 
beträgen entfallenden Zinsen mit Zuschlag 
der Zinsen von dem übrigen Capitale den 
Betrag von 500 fl. jährlich übersteigen 
sollten, so fällt der Mehrbetrag seinen zu 
Universalerben eingesetzten drei Geschivistern 
zu gleichen Theilen zu. 

Zum Genüsse dieser Stiftung 
hat der Stifter berufen : 

1. Die männlichen Nachkommen 
seiner Geschwister , und zwar: 

a) seiner Schicester Elisabeth ver- 
ehelichten Tonics zu Z as ad a 
in Böhmen, 

b) seines Bruders Josef Liszka, 
Grundbesitzers und Gemeinde- 
vorstehers in Zasada, und 

c) seines Bruder s Adalbert Liszka , 
Bräuermeisters in Sobotka; in 
Ermanglung dieser 

2. die männlichen Descendenten 
der Geschwister seiner Eltern 
Franz und Elisabeth (geb. Schourek) 
Liszka aus Zasada, und falls auch 
solche nicht vorhanden wären , 

3. Knab en aus seinem Geburts- 
orte Zasada in Böhmen (Bzh. Semil, 
ehern. Dom. Navarow.) 

Bei mehr er en Bewerbern hat 
ceteris paribus der bedürftigste 
den Vorzug. 

Der Stiftling hat sich im all- 
gemeinen den Studien wenig st ens 
mit gutem Erfolge zu widmen und 


Frantisek Liszka, c. k. Sekretär 
finanöniho zemskeho reditelstvi v KrakovS, 
zridil vc sve zävöti sepsane v Krakovö dne 
8. prosince 1859 studentske nadäni 
pro muzske potomky svych sou- 
rozencü a vdnoval k üöelu tomuto dva 
losy stätni loterie a cenne papiry ührnem 
v obnosu 2121 zl. B. ö. 

V pfiöinÖ obou zminßnych stätnich 
losü naridil zakladatel , $e nesmi se prodati, 
nybrz ze vyökati jest jich tahu. Vydarily-li 
by se vyhry töchto losü tak stastnö, zc by 
üroky dotycnych obnosu vyher s pripoötenim 
ürokü ostatni jistiny pfevysovaly obnos 
rocnich 500 zl., pripadnouti niä prebyvajici 
obnos jeho tfem sourozeneüm za universälni 
dödice ustanovenym rovnym dilem. 


K poziväni nadace teto po- 
volal zakladatel: 

1. Muzske j)otomky svych sou- 
rozencü, a sice: 

a) sve sestry Alibety provdane 
Tomcsove v Zäsadö v Öechäcli, 

b) sveho bratra Josefa Liszky, 
vlastnika usedlosti a obeeniho 
starosty v Zäsadö , a 

c) sveho bratra Vojteclia Liszky 
slädka v Sobotce; nebylo-li by 
tu takovych 

2. muzske descendenty sou - 
rozencü svych rodiöü Frantiska a 
Alzböty (roz. Schourkovy) Lisz- 
kovy ze Zäsady, a kdyby i takovych 
tu nebylo 

3. hochy ze Zäsady u Semil 
v Öechäch, sveho to rodiHö. 

Je-li tu vice Sadatelü, mä ceteris 
paribus potrebnejbi prednost. 

N ad an ec veno vati se mä studiim 
vübec aspon s dobrym prospöcliem 
a jest mu nejdele do 18. roku völcu , 


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288 


Franz Liszka. . 


Frantisek Liszka. 


288 


längstens bis zu seinem 18. Lebens- 
jahre bei sonstigem Verluste der 
Stiftung eine Prüfung aus der 
böhmischen Sprache und Literatur 
mit wenigstens gutem Erfolge ab- 
zulegen. 

Der Genuss der Stiftung dauert bis 
zur ordentlichen Beendigung der Studien. 

Sollte aber der St if Hing die für den 
Studienjahrgang bestimmten Prüfungen , ohne 
durch Krankheit daran gehindert zu sein , 
nicht zur vorgeschriebenen Zeit oblegen , 
so leistet er hiedurch auf den Genuss der 
Stiftung Verzicht. Derjenige Stiftling aber, 
welcher sich dem Studium der Theologie 
oder Jurisprudenz widmet und aus diesen 
Fächern die Doctorswürde erlangen will , 
bleibt noch zwei Jahre nach Beendigung 
dieser Studien im Stiftungsgcnusse , hat 
aber die zwei ersten Iligorosen jedenfalls 
binnen einem Jahre bei sonstigem Verluste 
des Stiftungsfortbezuges abzidegen . 

Das Ernennungsrecht steht 
dem je ic eiligen Pfarrer zu Drzkow 
in Böhmen und dem jeweiligen 
* Ortsvorsteher der Gemeinde Za - 
sada in Böhmen zu. 

Sollten sie sich aber bezüglich 
des zu ernennenden St iftling s nicht 
einigen können , so sind drei Ver- 
trauensmänner aus Zasada bei- 
zuziehen. Über die Verhandlung ist ein 
Protokoll aufzunehmen und im Pfarrhause 
zu Drzkow aufzubewahren. 

Der Stiftsbrief wurde am 25. Juni 
1865 von der k. k. Statthalterei in Prag 
ausgefertigt. 

Gegen w ärtig wird diese St i f- 
tung unter B eobaehtung der Be- 
stimmungen des Stiftsbriefes von 
der k. k. Statthalterei in Prag 
verliehen. 

Das Vermögen dieser Stiftung , welches 
ebenfalls von der k. k. Statthalterei in Prag 
verwaltet wird , beträgt 3490 fl aus dessen 
Erträgnisse ein Platz mit der Jahrcsgcbür 
von 130 fl. dotiert wird. 


nemä-li jinalz nadace pozbyti, 
skousku z ceske reci a literatury 
s prospechem aspon dobrym sloziti. 


Pozitek nadaeni trvä az do rddneho 
ukoncent studii. 

Neslozil-li by nadancc zkousek , pro 
dotycny roenik studii ustamvenych , ac-li 
mu v tom snad nemoc nebrdnila, v pfedc - 
psany cas , vzddvä se tim pozitku nadaeniho. 
Onen nadanec pak , kteryz vetiuje se studiim 
theologickym neb vedö prävnicke a v oborech 
techto hodnosti doktorske dojiti chce, podrzi 
jeste po dve leta po ukonceni techto studii 
pozitek nadaeni , mä ale prvni dve rigorosa 
najisto beitem jednoho rokti sloziti , jinak 
dalsiho pozitku mdaeniho pozbude. 


Prdvo jmenovaci Y pr islusi vzdy 
farafi v Drzkove v Cechdch a mist - 
nimu predstavenemu obee Zdsady 
v Öechäch. 

Keshodli-li by se tito v pricint 
jmenov dni nad ance, budtez pfivzati 
tri düverntei ze Zdsady. 0 pro - 
jedtidvdni budiz protokol sepsdn a na fare 
v Drzkove uschovdn. 


List nadacyii byl dne 25. ccrvna 1865 
c. k. mistodrzitelstvim v Praze vyhotoven. 

Nyni udtl % nadaci c. k. misto- 
drzitclstvi v Praze, §etric usta- 
novent listu nadaeniho. 


Jmeni nadace teto , spravovane rovncz 
c. k. mistodrzitelstvim v Praze , obndsi 
3490 zl z jichz vytezku dotuje se jedno 
misto s roenim pozitkem 130 zl. 


I. 

Vidimirte Abschrift z. Z. 4045 ex 1860. 

Testament. 

Ich gefertigter Franz Liszka, k. k. Finanzlandesdirektions-Sekretär, geboren zu 
Zasada in Löhmen, Steuerbezirk Eisenbrod, verordnete für den Fall meines Todes nach 
reifer Erwiiguug und bei vollkommenem Verstände, wie folgt; § 1. Soll meine irdische 
Hülle meinem Stande angemessen zur Erde bestattet werden, und ich bestimme zu 


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289 


Franz Liszka. 


Frantisek Liszka. 


289 


diesem Zwecke 60 fl. Ö. W., sage sechzig Gulden in österr. Währung, mehr darf hiezu 
aus meinem Nachlasse unter keiner Bedingung verwendet werden. 

§ 2. Zu einer Stiftung auf immerwährende Zeiten für die männlichen Nachkommen 
meiner Geschwister, und zwar: a) meiner Swester Elisabeth verehelichten Tomes zuZasada 
in Böhmen, Steuerbezirk Eisenbrod, b) meines Bruders Josef, Grundbesitzers und Gemeinde- 
vorstehers ebenfalls zu Zasada in Böhmen, und c) meines Bruders Adalbert, Bräuer- 
meisters zu Sobotka in Böhmen, nachstehende Kapitalien und Effecten, und zwar 1. das 
auf dem Hause meines Onkels und meiner Tante Johann und Regina Schaurek Nr. 164/11. 
in Prag zu meinen Händen versicherte Kapital von 1050 fl. ü. W. — 2. Ein Fünftel des 
Staatslotterie-Loses vom 24. April 1839 Nr. 21446/Ser. 1073 per 52 fl. 50 kr. Ö. W. — 
3. Das Staatslotterielos vom 4. März 1854 Serie 1271 Gew. Nr. 50 per 250 fl. CM. a 4%i 
resp. 260 fl. 50 kr. Ö. W. — 4. Drei Rentscheine der Wiener allgemeinen Versorgungs- 
Anstalt ddto. 31. December 1845, Z. 153.323 und 153.325, dann 31. Dezember 1858, 
Z. 153.324, ä 200 fl. CMze. oder 210 fl. Ö. W. = 630 fl. Ö. W. und 5. zwölf Interims- 
scheine derselben Versorgungsanstalt ddto. 10 len Mai 1844, Zahlen 153.326 bis inclusive 
153.337, ä 10 fl. CMze. d. i. 120 fl. Ö. W., zusammen 2121 fl. Ö. W., sage zweitausend 
einhundert zwanzig ein Gulden in österr. Währung. 

§ 3. Bezüglich der beiden Staatslotterielose ad 2. und 3. § 2. per 52 fl. 50 kr. und 
262 fl. 50 kr. ordne ich ausdrücklich an, dass dieselben nicht verkauft werden dürfen, 
sondern dass deren Ziehung abgewartet werden muss. Sollten aber die Gewinste dieser 
Lose so glücklich ausfallen, dass die von den diesfälligen Gewinstbeträgen entfallenden 
gesetzlichen Zinsen mit Zuschlag der Zinsen von ..dem übrigen Stiftungskapitale sub § 2. 
die für ein Jahr entfallende Stiftung per 500 fl. 0. W., sage fünfhundert Gulden österr. 
Währung, übersteigen würden, so bestimme ich den Mehrbetrag für meine sub §§ 2. ad 
a), b) und c) genannten Geschwister Elisabeth, Josef und Adalbert, welche ich sub § 12. 
zu Universalerben über meinen Nachlass ernenne, zu gleichen Theilen; der Genuss der 
von mir hiemit beabsichtigten Stiftung kann sich demnach höchstens auf den Betrag von 
jährlichen fünfhundert Gulden österr. Währung erstrecken, und die genannten Universal- 
erben haben auf die Gewinste dieser beiden Lotterielose daher nur dann und in so weit einen 
rechtlichen Anspruch, als der jährliche Zinsbetrag der Gewinste dieser Lose mit Zuschlag 
der Zinsen des übrigen Capitals ad § 2. den jährlichen Stiftungsbetrag von iünfhundei't 
Gulden österr. Wahrung übersteigt. 

§ 4. Der Genuss dieser Stiftung ist nur Für die männlichen Nachkommen meiner 
sub § 2. genannten Geschwister bestimmt. 

§ 5. Der Stiftling muss sich im allgemeinen den Studien wenigstens mit gutem 
Erfolge widmen. — Bei mehreren Bewerbern hat ceteris paribus der bedürftigste den 
Vorzug. 

§ 6. Der Stiftling muss bei Verlust der Stiftung, und zwar längstens bis zu seinem 
achtzehnten Jahre, eine Früfung aus der böhmischen Sprache und Literatur wenigstens 
mit guten Erfolge ablegen. 

§ 7. Der Genuss dieser Stiftung dauert bis zur ordentlichen Beendigung der Studien. 
Sollte aber der Stiftling die tür jeden Studienjahrgang bestimmten Prüfungen, ohne 
durch Krankheit daran gehindert zu sein, nicht zur vorgeschriebenen Zeit ablegen, so 
leistet er hiedurch auf den Genuss dieser Stiftung unbedingt Verzicht, und dieselbe ist 
einem andern hiezu Berufenen und Geeigneten sogleich zu verleihen. Derjenige Stiftling 
aber, welcher sich dem Studium der Theologie oder der Jurisprudenz widmet und hieraus 
das Doktorat machen will, bleibt nach Beendigung dieser Studien noch zwei Jahre im 
Genüsse dieser Stiftung ; derselbe muss aber die vorgeschriebenen Rigorosen in zeitgemässen 
Zeiträumen, und zwar die ersten zwei Rigorosen jedenfalls binnen einem Jahre, 
wenigstens mit guten Erfolge bestehen, wenn er den ferneren Genuss der Stiftung nicht 
verlieren will. 

§ 8. In Ermanglung der im § 2. sub a), b) und c) und im § 3. zu dieser Stiftung 
unmittelbar Berufenen übergeht das Recht deren Genusses auf die männ’ichen Descendenten 
der Geschwister meiner seeligen Eltern Franz und Elisabeth (geborne Schaurek) Liszka 
aus Zasada in Böhmen. 

§ 9. Wenn aber auch aus diesen männlichen Nachkommen § 8. kein geeigneter 
Bewerber vorhanden wäre, so berufe ich hiezu unter denselben Bedingungen einen Knaben 
aus meinem Geburtsorte Zasada in Böhmen. 

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Franz Liszka. 


Frantisek Liszka. 


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§ 10. Das Ernennungsrecht zu dieser Stiftung verleihe ich dem jeweiligen Hr. Pfarrer 
zu DrSkow in Böhmen und dem jeweiligen Ortsvorsteher der Gemeinde Zasada in Böhmen, 
und zwar unbedingt, sie mögen Väter oder Verwandte eines der Bewerber sein. Sollten 
sie sich aber bezüglich des zu ernennenden Stiftlings nicht vereinigen können, so sind 
drei Vertrauensmänner aus Zasada beizuziehen. Über die Verhandlung ist ein Protokoll 
aufzunehmen und im Pfarrhause zu Drskow wohl aufzubewahren. 

§ 11. Alle Kosten für die Errichtung des Stiftsbriefes sowie überhaupt alle ordent- 
lichen Auslagen, welche die Verhandlung über meinen Nachlass veranlassen wird, sowie 
nicht minder